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News, Infos, Berichte aus der Film- und Fernsehbranche vom Berliner Arbeitskreis Film e.V.

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    Medienboard bilanziert "bombastisches Filmjahr" - verhaltene Euphorie dagegen bei den Filmschaffenden.



    Am 4. Februar 2016 lud das Medienboard Berlin-Brandenburg anlässlich der dann bald anstehenden Berlinale zur Jahrespressekonferenz ein.

    Nicht nur die deutsche Kinobranche insgesamt konnte sich im vergangenen Jahr über historische Ergebnisse freuen, auch Berlin-Brandenburg verzeichnete ein Rekord-Filmjahr, wie Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus anlässlich der Vorstellung der Jahresbilanz verkündete.

    "Sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich boomt die Film-Hauptstadtregion. Für die Zukunft sind tragfähige Fördermodelle in Deutschland notwendig, um auch weiterhin international wettbewerbsfähig zu sein. Die Kreativität und das Know-How haben wir", so Kirsten Niehuus.

    Großes Lob für die Arbeit des Förderers kam von Berlins Regierende Bürgermeister Michael Müller:

    "Nicht zuletzt durch die Arbeit des Medienboards Berlin-Brandenburg ist Berlin zunehmend Drehort großer internationaler Produktionen geworden. Das ist eine gute Werbung für unsere Stadt und es schafft gleichzeitig Arbeitsplätze. Ich freue mich schon auf eine erfolgreiche Berlinale, die diese Entwicklung am besten ausdrückt", so der Regierendem Bürgermeister von Berlin.

    Wie von uns bereits erwähnt liefen in den vergangenen 10 Tagen des Festivals laufen 17 Medienboard-geförderte Projekte im offiziellen Festivalprogramm, davon zwei ("Jeder stirbt für sich allein" und "Soy Nero") im Wettbewerb.

    Nicht minder positiv fällt das Fazit von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke aus:
    "Mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg verfügt die Hauptstadtregion über eine hochprofessionelle und gut vernetzte Institution, die bei internationalen Kooperationen exzellent aufgestellt ist. Die neue Förderung serieller Formate macht den Medienstandort zusätzlich attraktiv für die Produktion von hochkarätigen Serien, wie die fünfte Staffel von 'Homeland' oder 'Berlin Station' und künftig 'Babylon Berlin' zeigen."

    Das Erfolgsjahr (in dem Berlin und Brandenburg die Mittel um zwei Mio. Euro anhoben) drückt sich nicht zuletzt in einem hervorragenden Regionaleffekt aus: Die Produktionsförderung von 45 Spielfilmen und vier High-End-Dramaserien alleine habe für Ausgaben in mehr als sechsfacher Höhe der Fördersumme in Berlin-Brandenburg ausgelöst, was rund 100 Mio. Euro Umsatz für die Region bedeute. Insgesamt flossen im vergangenen Jahr 25,6 Mio. Euro (von 30,5 Mio. Euro Gesamtfördervolumen) in die Förderung von Filmprojekten, Festivalauftritte und die (nunmehr abgeschlossene) Kinodigitalisierung. Zudem erhöhte Für diese das Medienboard in 2015 die Filmtheaterförderung um mehr als 60 Prozent von 269.000 auf 433.000 Euro. In diesem Zuge stieg die Spitzenprämie der Kinoprogrammpreise von 10.000 auf 15.000 Euro, die Prämienanzahl wurde um zehn auf 47 erhöht.

    Außerdem profitierten die Kinos natürlich auch von den deutschen Hits des Jahres 2015. Ganze sechs Besuchermillionäre entstanden mit Unterstützung des Medienboard, vor allem durch die Ausnahmeerfolge "Fack Ju Göhte 2" und durch den (Ende 2014 gestarteten) "Honig im Kopf". Hohe Filmkunst ist dies zwar weniger, aber ein wirtschaftlicher Erfolg, der Geld in die Kinokassen bringt. Insgesamt sahen 24 Mio. Zuschauer Medienboard-gefördertes Kino, nahezu drei Viertel der laut Rentrak 33,9 Mio. Besucher deutscher (Ko-)Produktionen. Ausgezeichnet wurden Medienboard-geförderte Filme unter anderem mit vier Oscars und 13 Lolas, aktuell stehen sechs Oscar-Nominierungen für den geförderten "Bridge of Spies" zu Buche. Entsprechend das Fazit des Förderers: "Ein bombastisches Kinojahr!"

    Kein bombastisches Kinojahr!
    Viele Filmschaffende, die hierzulande unter unwürdigen Arbeitsbedingungen und bei schlechter Entlohnung die Filmwirtschaft aufrecht erhalten, sehen dies ganz anders. Ein kurzer Blick in die Charts zeigt, die Zahlen sind gnadenlos geschönt. Nur zwei deutsche Filme zogen nahezu 14 Millionen Besucher an und konnten damit mehr als ein Drittel aller Besucher deutscher Spielfilme auf sich vereinen. In diesen Zahlen spiegelt sich ein krankes System ohne Vielfalt wider, das zudem von nur teilweise in Babelsberg produzierten US-Koproduktionen beherrscht wird. Eine gesunde deutsche Filmwirtschaft und Produktionslandschaft müsste ganz andere Ergebnisse erzielen!


    Deutschland ist Schlusslicht:
    "Im Vergleich der europäischen Industrienationen ist Deutschland momentan das Schlusslicht bei den Anreizsystemen", so Carl Woebcken, Vorstandsvorsitzende der Studio Babelsberg AG auf einem Panel des BMWi zur Einführung des vom Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel initiierten German Motion Picture Fund (GMPF) bei der Berlinale.

    Für hochkarätigen Kino- und TV-Nachschub aus der Hauptstadtregion sollte dennoch gesorgt sein: An "rekordhaften" 4700 Tagen sei im letzten Jahr in Berlin-Brandenburg gedreht worden - was zeitweise zu komplett ausgebuchten Studios und Filmcrews führte. Alleine 2351 Drehtage entfielen dabei auf die vom Medienboard geförderten Projekte. Als ausgesprochener Wachstumstreiber erwies sich dabei neu eingeführte Förderkategorie für "High-Ende-Dramaserien", in deren Rahmen u.a. "Homeland" und "Babylon Berlin" unterstützt wurden. "Babylon Berlin" von Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borries wird als erste Produktion in der neuen Außenkulisse "Neue Berliner Straße" von Studio Babelsberg ab Frühjahr 2016 realisiert.

    "Die Einführung der Förderung von High-End-Dramaserien in 2015 war ein voller Erfolg. Wir sind damit gut aufgestellt, um Projekte für neue Zuschauergruppen zu unterstützen. Ein wichtiger Schritt auch zur Stärkung von unabhängigen Produzenten", so Niehuus.

    Wichtig war der Geschäftsführerin bei der Vorstellung der Bilanz auch das Thema Gleichstellung. Beim Medienboard seien über die vergangenen Jahre hinweg rund ein Drittel der Anträge für Projekte mit Regisseurinnen eingereicht worden. Eine Quote, die sich so in etwa auch bei den Bewilligungen widerspiegele.

    Dazu Niehuus: "30 Prozent sind ein guter Start. Aber gut ist es erst, wenn das Geschlecht bei der Regievergabe keine Rolle mehr spielt." Dementsprechend setze sich das Medienboard in Presse und Gremien für die Gleichstellung und eine Verbesserung der Quote ein.

    Weitere Informationen unter: www.medienboard.de.

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    Wie bereits oben erwähnt, war nicht nur die regionale Filmförderung bei uns in Berlin-Brandenburg erfolgreich. Auch die bundesdeutsche Film Förderungsanstalt (FFA) spricht von einem machtvollem deutschen Kinorekord 2015. Der Film "Star Wars: Das Erwachen der Macht" trug dazu nicht einen unerheblichen Beitrag bei. Dies war aber kein deutsches Phänomen allein. Walt Disney hatte weltweit damit einen Kinotreffer gelandet, der die Branche 2015 aus einem tiefen Schlaf erwachen lies. Momentan herrscht offenbar eher Skepsis, ob sich die Rekordzahlen im neuen Jahr nahtlos fortsetzen lassen.

    Angesichts der Unberechenbarkeit von Filmerfolgen fallen konkrete Jahresprognosen generell schwer. Mit dem neuen "Star Wars" wurde dennoch das beste Kinoergebnis aller Zeiten eingespielt. Somit stand für weite Teile der Branche schon frühzeitig fest, dass 2015 zum Rekordjahr werden würde, das in diesem Jahr wohl kaum zu toppen sein wird. Allerdings muss man zwischen den Resultaten im Mainstream- und Arthouse-Markt differenzieren. Schön wäre es wenn der deutsche Film durch Änderungen bei der Filmförderung mehr Nachhaltigkeit im kulturellen Bereich erfahren würde. Film als Kulturgut darf nicht weiter von der wirtschaftlichen Seite aus betrachtet werden. Nur so gelänge es wieder künstlerisch wertvollere Produktionen zu schaffen, die international mehr Beachtung finden, damit der deutsche Film auch auf den großen Festivals wie Cannes und Venedig wieder eine entscheidende Rolle spielt.

    Wenn traditionell die FFA im Laufe des Februars ihre offizielle Bilanz vorlegt, wird alles andere als ein herausragendes Endresultat als massive Enttäuschung verbucht. Leider spielen dabei die Anzahl der Auszeichnungen oder Filmpreise wie die Oscars gar keine Rolle. Jahrzehnte später aber geht nur die Anzahl der Preise und Ehrungen, nicht aber eine erfolgreiche wirtschaftliche Bilanz in die Annalen der Filmgeschichte ein. Schade, dass dies bei der Filmförderung bisher kaum einer bemerkt hat.

    Allerdings hält FFA-Präsident Bernd Neumann es angesichts der aktuellen Diskussion um die kulturelle Präsenz des deutschen Films "für verfehlt, die Filmförderung und die Qualität der deutschen Filme von der Anzahl derer abhängig zu machen, die auf der Berlinale im Wettbewerb laufen."

    Deutlich gestiegene Boxoffice-Zahlen in 2015.
    Der Verband der Filmverleiher e.V. (VdF-Kino) hat in seiner optimistischen Prognose aus dem November für das Gesamtjahr 2015 rund 1,2 Mrd. Umsatz und rund 140 Mio. Kinobesucher angepeilt. Laut erster Zahlen von Rentrak, die nun von der FFA verifiziert wurden, konnten tatsächlich im letzten Jahr 1,167 Mrd. Euro Umsatz generiert werden, die mit dem Verkauf von gut 139,2 Mio. Tickets erwirtschaftet wurden. Gegenüber 2014 stiegen Boxoffice und Besucherzahlen um 23,5 bzw. 19,1 Prozent. Deutsche (Ko-)Produktionen erwirtschafteten laut Rentrak im abgelaufenen Jahr rund 254,8 Mio. Euro Umsatz (2014: 196,1 Mio.) und zogen 33,9 Mio. Besucher (2014: 27 Mio.) in die deutschen Kinos. Dies entspricht einem Marktanteil von 22,4 Prozent nach Umsatz und 27,5 Prozent nach Besuchern. Sogar die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2012 konnte um ganze 13% verbessert werden. Allerdings sind 37,1 Mio. gelöste Tickets für deutsche Filme "nur" das zweibeste Ergebnis nach 2009 (damals 39,9 Mio.).

    Gestiegene Ticketpreise schönen die tatsächlichen Besucherzahlen.
    Dass sich die Gesamtumsätze im Vergleich zu den Besucherzahlen einmal mehr überproportional entwickelten, lag natürlich an den weiterhin kontinuierlich steigenden Ticketpreisen. Tatsächlich fiel der Anstieg im vergangenen Jahr bemerkenswert hoch aus: Um ganze 34 Cent verteuerte sich der Besuch eines Kinofilms im Schnitt ohne die extra Zulagen für 3D, Logensitze oder Überlängen. Noch viel teurer sind Premiumkinos mit Ledersesseln oder Laserprojektion wie im IMAX. Sogar die Berlinale Ticketpreise haben nochmals angezogen. Mittlerweile werden pro Vorstellung 11,- € verlangt und im Berlinale Palast ist darüber hinaus ein Zuschlag vorgesehen, sodass das Ticket 14,- Euro kostete.

    Die Talfahrt der Spielstätten konnte gestoppt werden.
    Die 2005 begonnene Talfahrt mit Blick auf die Anzahl der Leinwände konnte erstmals schon 2014 gestoppt werden. Bei kleineren Spielstätten, die den Trend zur Digitalisierung nicht geschafft, ist der Fortbestand jedoch kaum gewährleistet. In 2015 sind dafür neue Multiplexkinos an neuen Standorten hinzugekommen. Am 31. Dezember 2015 gab es wieder 4692 Kinosäle in Deutschland, 55 mehr als zwölf Monate zuvor; gleichzeitig der höchste Stand seit 2010. Die Zahl der Spielstätten stieg um 18 auf 1648, die der Standorte um zehn auf 893, den höchsten Wert seit 2012. Mittlerweile bieten zahlreiche Kinos die höhere 4K-Bildqualität mit dazugehörigen Dolby-Atmos-Sound.

    Auch die Anzahl der Spielstätten, die 3D-Filme abspielen können ist gestiegen, auch wenn die tatsächliche Anzahl der erwähnenswerten 3D-Werke seit einem Jahr nicht mehr wirklich zugenommen hat. Immerhin fiel der 3D-Anteil an den Gesamtbesuchen von zuletzt 22,3 auf 21,9 Prozent, den niedrigsten Anteil seit 2012. Beim Heimkino ist der Trend zu 3D sogar noch stärker rückläufig, da auch weniger 3D-taugliche Blu-rays gekauft werden und bei dem zunehmend beliebter werdenden Streaming von Filmen das 3D-Feature noch nicht implementiert ist. Die Firma Samsung kündigte sogar an, keine 3D-tauglichen TV-Geräte mehr bauen zu wollen, sondern setzt nur noch auf höherwertige 4K-Displays bei denen die 3D-Option gar nicht mehr erwähnt wird.

    Erste Fördermaßnahmen der FFA in 2016.
    Auch im neuen Jahr hat die FFA-Vergabekommission in ihrer ersten Sitzung elf von 42 Anträgen positiv beschieden und insgesamt knapp 3,9 Mio. Euro vergeben. Die höchste Einzelsumme in Höhe von 640.000 Euro geht an Marcus H. Rosenmüllers Biopic "Trautmann" (Lieblingsfilm GmbH) über den deutschen Fußballtorwart Bert Trautmann, der als Kriegsgefangener nach dem Zweiten Weltkrieg nach England kam und dort später für Manchester City spielte. Zur Legende wurde Trautmann, nachdem er im FA-Cup-Finale 1956 mit gebrochenem Genick weitergespielt hatte. Gedreht werden soll mit David Kross in der Hauptrolle ab Mai 2016 in Bayern, Irland und England.

    Weitere FFA-Förderungen erhielten aktuell u.a. Wolfgang Petersens "Vier gegen die Bank" (Hellinger/Doll Filmproduktion, 600.000 Euro) mit Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Michael Bully Herbig und Jan Josef Liefers in den Hauptrollen, Philipp Kadelbachs "So viel Zeit" (Ufa Cinema) und Katja von Garniers "Ostwind 3" (SamFilm, je 500.000 Euro) sowie Volker Schlöndorffs "Rückkehr nach Montauk" (Ziegler Film, 205.000 Euro).

    Link: Alle Förderungen unter www.ffa.de



    Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Bilanz eines "turbulenten" sowie "extrem produktionsstarken" Jahres gezogen, das für den Deutschen FilmFörderFonds (DFFF) eine "besondere Herausforderung" gewesen sei. So sei das DFFF-Förderbudget von 50 Mio. Euro bereits im Herbst komplett beantragt gewesen - sprich aufgebraucht.

    Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 107 Produktionen - darunter 78 Spiel-, 26 Dokumentar- und drei Animationsfilme - mit 61,3 Millionen Euro gefördert werden. Inklusive der Nachbewilligungen vergab der DFFF 2015 insgesamt 62,7 Millionen Euro. Die bewilligte Summe lag damit sogar noch über dem ursprünglichen DFFF-Budget von 60 Mio. Euro, das für die Dauer eines Jahres auf 70 Mio. angehoben worden war, seither aber auf 50 Mio. Euro gekürzt wurde.

    Das am höchsten budgetierte Projekt war der mit 8,1 Mio. Euro geförderte Horror-Thriller "A Cure for Wellness". Der von Gore Verbinski inszenierte Film entstand fast komplett im Studio Babelsberg sowie in Sachsen-Anhalt. Fünf Mio. Euro erhielt die europäische Großproduktion "The Lake", vier Mio. Euro gingen an "The First Avenger: Civil War" und 2,2 Mio. Euro an "Eddie the Eagle".

    Auch die 71 geförderten deutschen Produktionen zeigen aus Sicht der BKM erneut, "dass der DFFF ein wichtiger Baustein für die Herstellung kommerziell erfolgreicher und künstlerisch wertvoller Filme ist", so Monika Grütters.

    Vielfältige Kino-Unterhaltung würden in diesem Jahr demnach u.a. die geförderten Filme "Tschick" von Fatih Akin, Karoline Herfurths Regiedebüt "SMS für Dich", "Timm Thaler" von Andreas Dresen, die starbesetzte Ensemble-Komödie "Vier gegen die Bank" von Wolfgang Petersen sowie auch der Animationsfilm "Die Häschenschule" oder die Doku "Who's that Man - Ein Film über Conny Plank" versprechen.

    Weitere Informationen sind unter www.dfff-ffa.de abrufbar.
    Quellen: Blickpunkt:Film | Medienboard | FFA | filmecho | FTV


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    Bavaria expandiert mit neuem Standort in Berlin unter der Leitung von Ivo Beck.



    Die UFA Film & TV-Produktion sowie Studio Hamburg und auch Arnold & Richter Cine Technik (Arri), sie alle sind neben dem Aushängeschild der Region, dem Studio Babelsberg, schon seit längerer Zeit in unserer Region vertreten, um Geschäfte in der Filmstadt Berlin zu machen. Jetzt folgt auch die Münchner Bavaria. Doch ein schlechter Beigeschmack haftet dem Münchner Engagement an. Zuvor wurde nämlich die Abwicklung der Tochterfirm Askania Media bekannt gegeben. Erst jetzt kündigte die Bavaria Fernsehproduktion an, künftig mit einer eigenen Niederlassung wieder in der Hauptstadt aktiv werden zu wollen, denn die Bavaria Fernsehproduktion strebt nach stärkerer Präsenz in der Hauptstadt. Rückblickend kann man die im Dezember bekannt gegebene Schließung der Berliner Bavaria-Tochter Askania Media aber auch als Vorboten dieser Entwicklung werten.

    Neben den Standorten im Münchener Süden sowie Köln will die Bavaria Fernsehproduktion („Sturm der Liebe“, „Die Rosenheim-Cops“, „Inga Lindström“, „Tatort“) auch in der Hauptstadt aktiv werden: Zum 1. Februar 2016 wurde eine Niederlassung in Berlin gegründet, für deren Leitung die Bavaria TV-Produzent Ivo-Alexander Beck gewinnen konnte.

    Becks Ninety-Minute Film soll weiterhin bestehen und hat mit der Bavaria Fernsehproduktion einen Management- und Kooperationsvertrag geschlossen. Die in Dreh befindliche RTL-II-Serie "Neandertaler" realisiert Beck noch mit seiner alten Firma, künftige Projekte entstehen jedoch unter dem Dach und dem Label der Bavaria Fernsehproduktion Berlin. Daneben sei das Berliner Büro auch als Creative Hub für die Bavaria Film gedacht: Ivo-Alexander Beck soll als „Head of Berlin Office“ Ansprechpartner sein für Kreative wie Autoren, Regisseure, Schauspieler und Produzenten.

    Die neu aufgestellte Präsenz an der Spree ist durchaus als Kampfansage zu verstehen. „Berlin ist neben München und Köln einer der wichtigsten Standorte für Film- und Fernsehproduktionen mit einer hohen Zahl an talentierten Filmschaffenden und attraktiven Produktionsbedingungen. Daher möchten wir auch in der Hauptstadt stärker mit der Marke Bavaria präsent sein“, erklärt Jan Kaiser, Geschäftsführer Bavaria Fernsehproduktion GmbH. „Ivo-Alexander Beck ist als erfahrener und erfolgreicher Produzent seit langem in der Branche tätig und daher der ideale Partner für unsere Aktivitäten in Berlin“, sagt Kaiser über Beck.

    Beck wiederum sieht Berlin als ideales Pflaster für die Produktion von spannendem und innovativem Programm: „Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung, auf den Austausch mit meinen neuen Partnern und darauf, allen Kreativen im Filmprozess eine kompetente Anlaufstelle zu bieten. Darüber hinaus verfügt die Bavaria mit ihrer Tochtergesellschaft Bavaria Media über eigene Vertriebs- und Kofinanzierungmöglichkeiten. Für mich persönlich schließt sich übrigens ein Kreis, da ich Mitte der 90er Jahre vom Bavaria Gelände aus das Sat.1-Büro Süd geleitet habe. Die neue Konstellation hat zudem den Vorteil, dass ich die Facilities der Bavaria nutzen und mich auch wieder stärker auf die Entwicklung von Projekten konzentrieren kann", sagt Beck zur neuen Aufgabe. Sein "großes Vertrauen zu den handelnden Personen, Christian Franckenstein und Jan Kaiser" habe ihn in seiner Entscheidung bestärkt, so Beck weiter.

    Der gebürtige Berliner Ivo-Alexander Beck begann seine TV-Karriere nach Stationen bei diversen Produktionsfirmen 1992 bei Sat.1, wo er bis 1996 als Lektor, Redakteur und Produzent für verschiedene Serien und TV-Movies verantwortlich war. 1997 ging Beck als Producer zur Novafilm und übernahm anschließend als Gesellschafter und Produzent die Fiction-Abteilung der Filmproduktion Janus GmbH in Berlin. Seit November 2009 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Ninety-Minute Film GmbH. Beck dessen Sat.1-Drama "Die Ungehorsame" gerade für den Grimme Preis nominiert wurde, bekommt von der Bavaria eine Producerin oder einen Producer an seine Seite gestellt.

    Bavaria will internationale Serienproduktionen voranbringen.
    In München hat zu Monatsbeginn Moritz Polter bei der Bavaria Fernsehproduktion den neu geschaffenen Posten des Executive Producer Television Series übernommen. In dieser Funktion verantwortet der 38-Jährige, der in den vergangenen neun Jahren für Tandem Productions u.a. Serien wie "Crossing Lines" und "Spotless" produziert hat, die Entwicklung, Finanzierung und Umsetzung internationaler Koproduktionen.

    Jan Kaiser, Geschäftsführer Bavaria Fernsehproduktion: "Internationale Produktionen, vor allem im Serienbereich, sind ein Wachstumsmarkt. Ich freue mich sehr, dass wir mit Moritz Polter einen kompetenten Executive Producer gewinnen konnten, der einschlägige Erfahrungen mitbringt, spannende Produktionen verantwortet hat und sehr gut vernetzt ist. Mit ihm werden wir dieses Geschäftsfeld in den nächsten Jahren voranbringen."

    Polter reizt nach eigener Aussage, "die Möglichkeit, in einem international renommierten Unternehmen etwas Neues aufzubauen, sehr". Den Zeitpunkt hält er für perfekt: "Das Interesse an internationalen Serien und Koproduktionen boomt, in der Bavaria herrscht Aufbruchstimmung bis nach Berlin und der Fernsehmarkt verändert sich spürbar. Dieses Potential wollen wir nutzen, um gemeinsam mit neuen Partnern die Zuschauer weltweit zu begeistern."

    Quellen DWDL | Blickpunkt:Film


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    Bis zum 18. März 2016 findet in Hannover die CeBIT statt.



    Die CeBIT ist die weltweit größte Messe für Informationstechnik und wichtigste Plattform für die Digitalisierung. Seit dem 14. März 2016 ist die CeBIT mit 2.000 Veranstaltungen zugleich in diesem Jahr wieder der wichtigste Kongress der Digitalwirtschaft, der seit 1986 jedes Frühjahr auf dem Messegelände Hannover stattfindet.

    "Digitale Technologien verändern Verwaltung und Gesellschaft rasant", sagte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe. "Auch der Bund selbst setze inzwischen voll auf Digitalisierung".

    Trotz all dieser Lobreden kommt dagegen die Digitalisierung der Filmschätze nur schleppend voran, wie es bei der Initiative "Filmerbe in Gefahr" heißt. Auch 2016 ist dafür im Kulturetat offensichtlich nur wieder 1 Million € eingeplant worden, womit die Gefahr des Verlustes von unersetzbaren Filmschätzen stets prekärer wird. Im Giftschrank des Bundesfilmarchivs in Berlin Hoppegarten lagern in einem Betonbunker noch zahlreiche hochexplosive Nitrofilme, die gerettet und digitalisiert werden müssten, schrieben wir am 25. Juni 2015 im BAF-Blog.

    Immerhin hat Sony jetzt - gerade noch pünktlich zur CeBIT - mit der Archival Disc und dem dazugehörigen vollautomatischen Abspielsystem ein Archivsystem für den professionellen Einsatz vorgestellt. Eigentlich sollte die Archival Disc, die Sony zusammen mit Panasonic entwickelt hat, bereits im Sommer 2015 auf den Markt kommen. Nun gibt es mit dem Everspan Abspielsystem erst rund ein dreiviertel Jahr später ein erstes Produkt, das die neuen Speicherscheiben verwendet. Die Scheiben, die ähnlich wie die Blu-ray Disc mit einem blauen Lasersystem beschrieben und ausgelesen werden, befinden sich allerdings in einem Caddy und können nicht von Hand eingelegt werden. Ein computergesteuertes Roboter-System führt das Einlegen und die Verwaltung der Scheiben durch. Die Disc, die derzeit 300 GByte pro Scheibe fasst, soll ihre Daten bis zu 100 Jahre vorhalten können. Geplant ist allerdings die Kapazität der Scheiben aufzustocken. Zunächst sind 500 GByte und dann ein TByte anvisiert. Die jetzige Archival Disc besteht aus drei Schichten auf beiden Seiten - jede Schicht fasst 50 GByte.

    Die Archival Discs befinden sich in einem speziellen Behälter, der bis zu 64 Discs fasst - jeder Behälter bietet eine Kapazität von 19 TByte. Damit ist das System vor allem für Großkunden wie TV-Anstalten aber auch für Filmmuseen, die ihre Filmschätze dauerhaft archivieren und wieder abspielen wollen, gut geeignet. Ferner können bis zu 14 Erweiterungseinheiten an das System angedockt werden. Damit ergibt sich eine Gesamtkapazität von 181 PByte. Damit soll laut Sony für vergleichsweise geringe Kosten ein Speichersystem mit hohe Kapazitäten verfügbar sein.

    Haltbare DVD- und Blu-ray-Rohlinge für den Heimgebrauch.
    Haltbarkeit von Daten war bisher immer ein Problem. Fotopapier vergilbte manchmal sogar in fest verschlossenen Fotoalben. Umkehrfilme in DIA-Kästen wurden farbstichig, womit viele Hersteller zu kämpfen hatten. Selbst gebrannte Musik-CD's oder Filme auf DVD ließen sich Jahre später plötzlich nicht mehr abspielen. Aber auch auf Harddisc gespeicherte Daten sind nicht sicher. Werden Wechsel-Festplatten lange Zeit nicht mehr abgespielt, können sie sich evtl. festfressen. Die Daten sind dann verloren. Auch bei zu häufigem abspielen ist ein Verschleiß vorhanden. Sogar USB-Sticks und Solid-State-Drives (SSD) haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Die Flash-Bausteine altern.

    Mit Gold beschichteten Discs wurde eine Zeit lang versucht dem Kunden eine längere Haltbarkeit vorzugaukeln. Manchmal war jedoch genau das Gegenteil der Fall. Mittlerweile hat die Industrie jedoch einen Weg gefunden, Discs herzustellen, deren Daten mehr als 1000 Jahre halten sollen. Die Firma Millenniata liefert ihre sogenannte M-Disc bereits seit 2014 aus. Die Idee wurde dazu 1996 in den USA in Utah geboren, wie auf einem Clip hier geschildert wird:



    Auch Verbatim, der als besonders zuverlässig geltende Hersteller hochwertiger und preisgekrönter Discs, stellt mittlerweile M-Discs her. Die M-Disc gibt es sowohl als DVD mit einer Kapazität von 4.7 GB wie auch als Blu-ray mit 25, 50 und 100 GB.

    Ältere Laufwerke können leider die Scheiben zumeist nicht beschreiben oder lesen. Neuere Blu-ray-Brenner von LG, Panasonic, Asus, Pioneer, Samsung und I-O Data sind extra mit dem M-Disc Label gekennzeichnet, um die Kompatibilität zu garantieren. Eine Liste entsprechender Laufwerke findet sich auf der Seite des Herstellers. Dazu wird nicht einmal ein eine spezielle Brennsoftware benötigt. Die Nero Burning Software 2016 unterstützt von Hause aus das Brennen auf diesen Spezial-Archivierung-Discs. Im Store von M-Disc können sowohl die Medien wie auch Drive Bundles mit externen DVD- oder teureren Blu-ray-Brennern bestellt werden.

    Link: www.mdisc.com | store.mdisc.com


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    Amazon hält an Kinofenster fest - andere Studios wollen aktuelle Kinofilme für 50 Dollar verleihen. (UPDATE! - Wild Bunch propagiert neue e-Plattform.)



    Anders als Konkurrent Netflix hält Amazon am Kinofenster fest. Laut einem Bericht des US-Branchenmagazins "Variety" will der Onlinehändler Spielfilmen in den USA eine 30 bis 90 Tage lange exklusive Kinoauswertung spendieren, ehe die Filme Kunden von Prime Video als Streaming zur Verfügung gestellt werden.

    Amazon deckte sich beim Sundance Film Festival mit vier Kinoproduktionen ein, darunter das Drama "Manchester by the Sea", das bei den Kritikern sehr gut ankam und für das Amazon zehn Mio. Dollar auf den Tisch legte.

    In dem US-Drama, das von Matt Damon produziert wurde, muss sich der zurückgezogen lebende Hauswart, Lee Chandler, gespielt von Casey Affleck, plötzlich um seinen 16-jährigen Neffen in Boston kümmern, nachdem sein älterer Bruder an einer Herzattacke verstorben ist.

    Der Kinostart ist noch unklar, weshalb es noch keinen Trailer gibt, nur ein paar Stellungnahmen vom Red Carpet in Sundance:



    Roy Price, Chef von Amazon Studios, hat die Kinopläne des Unternehmens mittlerweile konkretisiert. Demnach will Amazon jährlich zwischen zehn und zwölf Filme in die Kinos bringen. Dabei kommen Produktionen mit einem Budget von jeweils fünf Mio. bis maximal 40 Mio. Dollar in Frage. Interessant ist auch Prices Anmerkung zum angepeilten wirtschaftlichen Erfolg der erworbenen Filme. Schließlich hat kein Film von Kenneth Lonergan, dem Regisseur von "Manchester by the Sea", jemals mehr als zehn Mio. Dollar am US-Boxoffice verdient. Dem E-Commerce-Riesen Amazon dürfte es bei seinem Kinoengagement vor allem darum gehen, den eigenen Lieferservice Prime zu bewerben.

    Laut Price will man an die Tradition von Studios wie Paramount Pictures unter Robert Evans in den 1970er Jahren oder Miramax mit "Pulp Fiction" in den 1990er Jahren anknüpfen und ein vergleichbares Qualitätsniveau bei den Filmen erreichen. "Wir wollen mit visionären Filmemachern zusammenarbeiten, die Filme machen, über die man in drei Jahren noch spricht", so Price gegenüber dem Branchenblatt "Variety". "Wir richten unseren Blick nicht auf das Einspielergebnis einzelner Filme", so Price weiter, was zählt sei vielmehr das große Ganze.

    Amazons erster Kinofilm, der in Berlin erstmals im Februar auf der Berlinale"Außer Konkurrenz" gezeigt wurde, kam schon im Dezember 2015 mit Spike Lees "Chi-Raq" in ausgewählten US-Kinos auf die Leinwand und ist bei uns bereits als DVD und Blu-ray erhältlich. Hier der Trailer:


    CHI-RAQvon teasertrailer

    Zu den aktuellen Amazon-Projekten zählen Filme von Whit Stillman, Todd Solondoz und Woody Allen. Über das Budget, das der Internetriese für Filme locker macht, gibt es keine konkreten Zahlen. Analysten schätzen den Etat auf jährlich drei Mrd. Dollar, der für TV-Programme, Musik und Filme ausgegeben wird.

    US-Studios wollen aktuelle Kinofilme für 50 Dollar verleihen.
    In den USA werden Partnerschaften zwischen VoD-Plattformen und den Kinos inzwischen ernsthaft diskutiert, wie wir am 23. August 2015 in einem ausführlichen Artikel schrieben. Um den Handel mit Raubkopien einzuschränken, hatten einige US-Majors zeitgleich mit einem weltweiten Kinostart auch mit einem gleichzeitigen kostenpflichtigen Online-Streaming experimentiert. Dies rief allerdings heftige Gegenreaktionen bei den Kinobetreibern hervor, die durch die Online-Auswertung nicht nur einen dramatischen Verlust an Einnahmen befürchten, sondern das Kinoevent an sich bedroht sehen. Auch in Europa war die von der EU geplante Abschaffung des Territorialitätsprinzips für VoD-Plattformen bei den deutschen Filmproduzenten bereits auf harte Kritik gestoßen.

    Allerdings schnellt speziell im Dezember die Kurve der illegalen Downloads von Filmen deutlich empor. Kurz vor Weihnachten werden nämlich die letzten Muster neuer Filme an jene Jurymitglieder verschickt, die aktuelle Werke nicht sofort im Kino sehen können, aber ihre Stimmabgabe für die Oscars noch rechtzeitig einsenden müssen. Da das Datenleck bisher noch nicht ausfindig gemacht wurde, will man durch einen kostenpflichtigen Online-Start die Filme möglichst weltweit gleichzeitig verfügbar machen, um den Filmpiraten zuvor zu kommen. Bisher fand der US-Kinostart meist nur in wenigen Großstädten wie Los Angeles oder New York statt. Andere Regionen kommen oft erst später zum Zuge, da die Herstellung von Kinokopien bzw. DCP-Kopien auf Festplatten teuer ist, während der Online-Vertrieb nur wenig kostet.

    Damit darunter nicht das Kinozeitfenster leidet, sollen die Kinos in Zukunft möglicherweise für einen vorzeitigen VoD-Start nicht nur entschädigt, sondern sogar an den Einnahmen über die Online-Plattform beteiligt werden. Doch die Kinos haben den Vorschlag schon entschieden zurückgewiesen. So sieht die Art House Convergence, ein Zusammenschluss von rund 600 unabhängigen Kinobetreibern, darin eine Gefahr für ihr Geschäftsmodell sowie eine Begünstigung von Filmpiraterie. Auch die National Association of Theatre Owners (NATO), der mächtige Verband der US-amerikanischen Filmtheaterbetreiber, lehnt das Modell klar ab. Ähnlich kritisch äußerte sich nun auch der europäische Cinema-Dachverband UNIC.

    Steven Spielberg befürwortet die Plattform »The Screening Room«.
    Dennoch verhandeln Hollywood-Studios und Distributionsfirmen derzeit mit dem neuen Angebot namens »The Screening Room« über eine Partnerschaft. Wie Variety berichtete, soll es auch für Heimanwendern Zugriff auf aktuelle Kinofilme geben – und zwar vom ersten Tag an. Die Ausleihe würde allerdings ca. 50 Dollar für einen Film kosten. Für gut betuchte Herrschaften mit eigenem Heimkino wäre dies wahrscheinlich nicht zu teuer. Für Familien mit mehr als zwei Kindern, käme ein Kinobesuch sicherlich nicht billiger. Der durchschnittliche US-Kinokarte Preis lag im Jahre 2010 noch bei $ 7,89 für eine Person pro Film. Mittlerweile werden wie bei uns zum Teil mehr als $ 10 verlangt. Hinzu kommen Aufschläge für Logenplätze, Überlängen, 3D-Features sowie Parkgebühren und das obligatorische Popcorn mit zusätzlichen Getränkepreisen für Bier oder Coca Cola.

    Der Preis von 50 Dollar pro Film für die Online-Ausleihe bezieht sich auf einen Zeitrahmen von 48 Stunden, wie er heute auch bei anderen Streaming-Anbietern wie Maxdome, iTunes und Google Play Movies üblich ist. Zudem bekommt der Ausleiher laut Variety für diese Summe auch noch zusätzlich zwei Kinokarten gratis, um den Film evtl. noch einmal in einem Kino auf der großen Leinwand sehen zu können. Für das Heimkino muss allerdings für eine schnelle Internetanbindung mit zusätzlichen monatlichen Kosten gerechnet werden (sofern nicht vorhanden) sowie für eine von »The Screening Room« angebotene Settop-Box, die ca. einmalig 150 Dollar kosten wird. Diese Preise sind mit den Preisen der DSL-Anschlussgebühren bei uns sowie den Preise einer Sky-Settop-Box oder anderer Anbieter vergleichbar.

    Die Start-up-Plattform »The Screening Room« wird unter anderem von Sean Parker gefördert, einem der Napster-Gründer und früheren Facebook-President. Dem Bericht zufolge fordert es eine exklusive Partnerschaft. Im Gegenzug bezieht es große Kinoketten ein, die unter einem solchen Vertriebsabkommen sonst am meisten zu leiden hätten: Von den 50 Dollar Leihgebühr sollen ihnen bis zu 20 Dollar überwiesen werden.

    »The Screening Room« soll zudem über weitere hervorragende Branchenkontakte verfügen: Hauptinvestor Parker hat laut Variety den früheren Distributionsleiter von Sony Pictures, Jeff Blake, als Berater gewonnen. Und CEO ist Prem Akkaraju, früher für SFX Entertainment und InterMedia Partners, JP Morgan Entertainment Partners und die Sanctuary Music Group tätig.

    Die Gespräche sind dem Bericht zufolge noch in einem frühen Stadium. Allerdings heißt es auch, The Screening Room stehe kurz vor einem Abschluss mit der größten amerikanischen Kinokette AMC. Auch Steven Spielberg, J.J. Abrams und Peter Jackson sehen in der Plattform eine Möglichkeit für Wachstum und Diversifikation im Filmvertrieb, während James Cameron, Christopher Nolan und Jon Landau das Modell ablehnen. Eine ähnliche Geschäftsidee hat kurz zuvor auch Prima Cinema verkündet, die mit Universal Pictures und der IMAX Corporation zusammenarbeiten wollen, um aktuelle Hollywood Filme direkt nach Hause ins Heimkino zu bringen.

    NACHTRAG:
    Wild Bunch propagiert e-Plattform in Frankreich.
    Wie heute Abend auf ARTE verkündet wurde, will das führende europäische Independent-Filmverleih- und Produktionsunternehmen, WILD BUNCH, vor allem in Frankreich verstärkt auf e-Commerz setzen. Wenn die Besucher nicht mehr gewillt sind, in kleine überfüllte Kinos zu gehen, in denen vornehmlich die Arthouse-Werke der letzten Festspiele von Cannes oder Venedig laufen, so muss man die Filme eben über eigene oder andere VoD-Plattformen nach Hause zu den Zuschauern liefern, hieß es in den aktuellen Nachrichten. Für einen Preis von 6,99 Euro sollen Filme wie z.B. "The End" von Guillaume Nicloux exklusiv und ausschließlich im Online-Vertrieb zu sehen sein und zukünftig gar nicht mehr in den Kinos anlaufen.

    In dem brandaktuellen Film spielt Gerard Depardieu eine Paraderolle. Er wird von Albträumen geplagt. Für uns eine der eindrucksvollsten Premieren der letzten Berlinale und vielleicht sogar die beste Rolle des übergewichtigen Schauspielers der letzten Jahre. Hier der Trailer:



    Mit dem neuen Geschäftsmodell von Wild Bunch, das auch für andere Anbieter zur Verfügung stehen könnte, soll auf diesem Wege auf außergewöhnliche Independent Filmkunst aufmerksam gemacht werden, die in den Multiplex-Kinos unterzugehen droht. "The End" war auf der 66.Berlinale in der Sektion Forum als Weltpremiere gezeigt worden und soll ab 8. April 2016 offiziell im sogenannten e-CINÉMA in Frankreich auf einem speziell gesicherten YouTube-Kanal anlaufen, womit über 80% der französischen Haushalte erreicht werden können. Erst acht bis zwölf Wochen später ständen die Werke auch anderen VoD-Plattformen zur Verfügung und können dann auch als DVD verkauft werden.



    Mindestens einmal im Monat sollen zukünftig weitere Werke folgen, die nicht in den Kinos gezeigt werden. Aktuelle Filme können dann für ca. sechs Wochen direkt in die Wohnzimmer gestreamt werden, während die Filme in den Kinos meist schon nach zwei bis drei Wochen verschwunden sind. Der Kinomarkt kann das Überangebot an Filmen nicht mehr aufnehmen, weshalb man neue Vertriebsformen wählt, heißt es bei dem Distributor.



    Eine Ausleihe ganz aktueller Filme gibt es derzeit bei uns nicht. Das Kinozeitfenster verbietet dies. Meist sind die Filme jedoch schon nach drei Monaten in den Videotheken erhältlich und zunehmend auch gleichzeitig online abrufbar wie derzeit Sam Mendes‘ James-Bond-Film "Spectre" bei Maxdome. Der US-Kinostart von "Spectre" war schon Anfang November, und Anfang Dezember 2015 lief der letzte Bond-Film dann auch in deutschen Kinos. Hier der Trailer:



    Der Online-Stream eines drei bis sechs Monaten alten Films kostet typischerweise ab 3,99 Euro für 48 Stunden in SD-Qualität und ca. 4,99 Euro in HD-Qualität. Die Filme sind damit beispielsweise über Maxdome, Videoload oder Videobuster etwas teurer, als die Ausleihe in einer gut ausgestatteten Videothek. Dort müssen die Kunden pro Geschäftstag manchmal nur einen Euro pro DVD zahlen. Wird der Film jedoch erst nach Mitternacht zurückgegeben wird die gleiche Summe nochmals fällig. Trotz oder wegen der günstigen Preise müssen die Videotheken aber oft ums Überleben kämpfen und geraten immer häufiger in Insolvenz. Viele mussten ihre Läden schon schließen. Durch Expansion von Rostock bis nach Dresden und Leipzig hat sich die VideoWorld-Kette aus Berlin jedoch gut behaupten können.

    Im Gegensatz zu VideoWorld beruhte das Geschäftsmodell von Videobuster bisher auf einem Abo-Modell, das wie bei Amazon's Love Film funktioniert. Beide Firmen verleihen Filme und Serien monatlich auf DVD und Blu-ray per Post. Ab sofort gibt jedoch bei Videobuster den neuen Videobuster aLaCarte-Verleih ab 2,49 € für den kein Abo mehr erforderlich ist. Pro Briefsendung erhalten Sie wahlweise ein oder zwei Discs. Zeitgleich können sogar 2 Bestellungen aufgegeben werden, die insgesamt bis zu 4 Titel (Discs) beinhalten.

    Laut Videobuster ist der Versand physischer Medien vor allem in den ländlichen Regionen, wo der schnelle Online Anschluss immer noch mit Kapazitätsproblemen kämpfen muss, dem Download vorzuziehen. Zudem bietet die Blu-ray Disc die bessere Qualität und ist auch deutlich länger lieferbar als der Online-Stream, der oft nach einem Jahr bei allen Anbietern gar nicht mehr zur Verfügung steht, oder ggf. nur noch als Kaufoption zu einem höheren Preis.

    Videobuster bewirbt dennoch neben dem DVD- und Blu-ray-Vertrieb zunehmend auch Video on Demand (VoD). Dessen Filmauswahl ist jedoch geringer und weniger aktuell, da die Majors bisher die Werke meist nicht parallel zur DVD-Veröffentlichung freigeben, sondern auf eine spätere Freigabe für den VoD-Stream drängen. Um den Online-VoD-Abruf mit dem Fernseher zu ermöglichen, wird der Google Chromecast Stick empfohlen. Damit ist eine Nachrüstmöglichkeit für fast jeden neueren Fernseher gegeben, der einen USB-Eingang besitzt. Ältere Flachbildschirme haben diese Schnittstelle meist noch nicht. Ein schneller Online-Zugang ist die Grundvoraussetzung für das Streaming von Inhalten.

    Abo-Modell schlägt DVD und Einzelabruf.
    In Großstädten mit schnellen Internetanschluss macht der rasante Erfolg von NETFLIX und AMAZON Prime nicht nur den Mitbewerbern sondern auch den Kinobesitzern schwer zu schaffen. Deren Vertriebsschiene Subscription VoD (einem Abo-Modell) kommt in Deutschland nämlich umsatzmäßig immer mehr Bedeutung zu. Grund für den Erfolg dürften vor allem die Serien sein, mit denen vor allem NETFLIX von Start weg punkten konnte. Die Marktforscher der GfK zählten demnach inzwischen 4,4 Mio. SVoD-Mitgliedschaften, der Jahresumsatz belief sich auf 228 Mio. Euro. Zum Vergleich: Mit digitalen Einzelausleihen wurde im gleichen Zeitraum nur ein Umsatz von 94 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Mitgliedschaft bei Amazon Prime kostet 49 Euro im Jahr und umfasst neben Videostreaming zahlreiche weitere Benefits wie kostenlosen Premiumversand, Musikstreaming und Kindle-Leihbücherei.

    Quellen: ZDNet | Blickpunkt:Film | Golem | Videobuster | GFK | Arte TV | ZDNet
    Wir haben kleine Änderungen und Ergänzungen nachträglich in den Text einfließen lassen.


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    Vorführungsverbote auch von bestimmten Kinderfilmen am Karfreitag.



    Einer von mehr als 700 Filmen, die an stillen Feiertagen in Deutschland nicht im Kino gezeigt werden dürfen ist der Film "Das Leben des Brian" der britischen Komikergruppe Monty Python aus dem Jahr 1979. Hier der Trailer:



    Über 700 Filme teilen ein Schicksal mit der Religionssatire "Das Leben des Brian": ihre Aufführung ist an so genannten stillen Feiertagen* in Deutschland verboten. Die Piratenpartei hat eine Liste von Filmen veröffentlicht, die von der bisherigen FSK, jetzt Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW), zwar prinzipiell freigegeben, aber mit dem Vermerk "nicht feiertagsfrei" versehen sind.

    Neben Horrorfilmen wie "Texas Chainsaw Massacre" und "Saw IV" sind dies auch Komödien wie "Ghostbusters" oder "Vacation - Wir sind die Griswolds", aber auch der Kinderfilm-Klassiker "Mary Poppins", weil es darin offensichtlich mit Zauberei zugeht, was nicht kirchlich sein kann, sondern Teufelswerk sein muss. Hier ein Ausschnitt.



    Eine Gesellschaft wie die unsrige, die vorgibt multikulturell zu sein und in der Religionsfreiheit propagiert wird, dürfte dieses Gesetz nicht so streng auslegen, vor allem wenn zur Weihnachtszeit in den privaten TV-Sendern Action-Filme wie "Stirb langsam" mit Bruce Willis oder ähnliche Werke gesendet werden dürfen, die wahrlich keine weihnachtliche Stimmung erzeugen. Eigentlich müsste auch hier strenger selektiert werden.

    Unverständlich ist deshalb, warum statt "Mary Poppins" am heutigen Karfreitag auf dem TV-Sender ProSieben der Film "X-Men2" gesendet werden durfte, wie wir am Nachmittag feststellen konnten. In der Marvel-Comic-Serie mit Wolverine geht es um ebenfalls Hexerei und Mutanten, die übermenschliche Kräfte besitzen.

    Im Falle von "Das Leben des Brian" hat ein Verstoß gegen dieses Aufführungsverbot schon einmal zu einer Geldstrafe geführt. Die Initiative "Religionsfrei im Revier" wollte den Film in der Überzeugung, dass er gerade zu diesem Tag besonders gut passe, am Karfreitag 2013 in einer Kneipe in Bochum aufführen, bekam dies aber von der Stadt Bochum mit Hinweis auf die "angeblich eindeutige Rechtslage" untersagt. Diesen Bescheid ignorierte die Initiative mit der Begründung, man wolle diese Zensur nicht hinnehmen und prompt erließ die Stadt einen Bußgeldbescheid in Höhe von 1.000 Euro.

    Patrick Breyer, Landtagsabgeordneter der Piratenpartei in Schleswig-Holstein, fordert nun die Abschaffung dieses Aufführungsverbots, da Staat und Kirche seiner Ansicht nach kein Recht hätten, die Bürger mit dieser "fragwürdigen Zensurmaßnahme zu bevormunden".

    *Sonntage und christliche Feiertage genießen laut Art. 140 GG gesetzlichen Schutz. Besonderer Rechtsschutz kommt hier den sogenannten stillen Feiertagen wie Karfreitag, Allerheiligen, Buß- und Bettag, Volkstrauertag und Totensonntag zu.

    Quellen: Piratenpartei | FBW | Blickpunkt:Film


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    Alle Bewegtbild-Angebote nun in einer gemeinsamen Mediathek.



    Die Mediengruppe RTL Deutschland bündelt seit kurzem ihre Bewegtbild-Angebote unter TV Now. Unter der neuen Dachmarke finden die Nutzer die TV-Sendungen der sechs Privatsender RTL, VOX, n-tv, RTL Nitro, Super RTL und RTL II nicht nur zum Abruf kompletter Sendungen in voller Länge, sondern auch im Livestream. Nutzer können die Sendungen in der kostenlosen Version bis zu 30 Tage nach TV-Ausstrahlung abrufen.

    Zudem können Fans der täglichen Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" mit Start von TV Now erstmals kostenlos verpasste Folgen noch am gleichen Abend und sieben Tage lang nach TV-Ausstrahlung abrufen – zuvor war dies nur gegen Entgelt möglich.

    Neben den kostenlosen, werbefinanzierten Inhalten bietet TV Now eine kostenpflichtige Version (TV Now Plus) für 2,99 EUR monatlich, die 30 Tage lang gratis getestet werden kann. Diese beinhaltet zahlreiche weitere Inhalte und Features. Die Nutzer können dabei ausgewählte Sendungen bereits vor der TV-Ausstrahlung sowie ein umfangreiches TV-Archiv abrufen. Das Angebot enthält zudem weniger Werbung. Zusätzlich sind alle sechs Sender live und auf Abruf neben dem PC auch mobil für Tablet und Smartphone verfügbar.

    Im vergangenen Jahr verzeichnete die Mediengruppe RTL Deutschland auf ihren Angeboten insgesamt 1,14 Milliarden Videoabrufe professionell produzierter Bewegtbild-Inhalte. Etwa die Hälfte der Abrufe erzielte die Now-Familie.

    Marc Schröder, Geschäftsfüher RTL interactive: "In einer zunehmend fragmentierten Medienwelt bündeln und vernetzen wir Inhalte, um sie unter der Dachmarke TV Now für die Nutzer noch besser auffindbar zu machen. Gleichzeitig betonen wir innerhalb des Angebots die Stärke der Sendermarken".

    Der Internetauftritt präsentiert sich in einem einheitlichen Design, Such- und Filterfunktionen sollen das Auffinden einzelner Sendungen erleichtern. Darüber hinaus bietet TV Now Plus eine höhere Auflösung sowie eine Funktion, über die Apple-TV-Nutzer Inhalte auf den Fernseher übertragen können. Das neue Bezahlangebot ersetzt die kostenpflichten Apps von RTL, Vox und RTL 2.

    Die TV-Now-App gibt es nur gegen Bezahlung.
    Im Browser ist die neue RTL-Mediathek kostenlos nutzbar, die App gibt es nur gegen Bezahlung - Werbung findet darin trotzdem statt, was viele Zuschauer ärgert. Die Reaktionen der Nutzer auf die RTL-App sind deswegen überwiegend negativ: Sowohl im Play Store als auch im App Store äußern sie ihr Unverständnis darüber, dass die Browser-Mediathek kostenlos nutzbar ist, Smartphone- und Tablet-Nutzer dafür bezahlen müssen und dennoch Werbung angezeigt bekommen. Das führt zu entsprechend schlechten Bewertungen der App. Während die iOS-Variante der App Airplay unterstützt, fehlt der Android-App eine Chromecast-Unterstützung. Weiterer Nachteil ist, dass es (noch) keine App für Windows Phone und Windows Tablets für das neue Windows 10 Betriebssystem gibt, und dass außerdem keine Unterstützung für Amazon Fire-TV-Geräten vorgesehen ist.

    Mit der Zusammenlegung der Mediatheken in einer App folgt RTL dem Beispiel von ProSiebenSat1, das mit 7TV eine App anbietet, in der die Sendungen von ProSieben, Sat1, Kabel Eins, Sixx, ProSieben Maxx und Sat1 Gold gebündelt werden. Im Gegensatz zu RTL bietet ProSiebenSat1 seine App gratis an. Außerdem lässt sich die komplette ProSiebenSat1 Mediathek auch über den Red Button von HbbTV abrufen, was bei RTL nicht möglich ist. Dort wird nur eine begrenzte Auswahl über HbbTV angeboten.

    Mediatheken von ARD & ZDF nicht mit Kabelreceivern empfangbar.
    Auf manchen Smart-TVs (derzeit aber noch nicht bei Panasonic) und auch in den Receivern von Vodafone-Kabel (ehemals Kabel Deutschland) ist aber das Angebot der RTL Senderfamilie in der Mediathek von TV Now sogar im Basispaket abrufbar. Viel ärgerlicher ist aber, dass die öffentlich-rechtlichen Mediatheken von ARD und ZDF über die Kabelreceiver von Vodafone gar nicht erreichbar sind. Wer dagegen ein Smart-Card-Modul von Vodafone Kabel oder Kabel Deutschland in seinem Fernsehgerät oder Blu-ray-Recorder (z.B. Panasonic) nutzt, kann dagegen die Mediatheken aller öffentlich-rechtlichen Sender einschließlich der Dritten Programme sowie die Arte Mediathek plus7 ohne Probleme sehen.

    Link: www.tvnow.de
    Quellen: Blickpunkt:Film | Golem


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    Patricia Schlesinger wird neue Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg.



    Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Patricia Schlesinger (54) tritt die Nachfolge von Dagmar Reim als Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) an. Der Rundfunkrat des rbb wählte Schlesinger am Donnerstag (7.4.2016) mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit. Sie setzte sich gegen den ZDF-Journalisten Theo Koll durch. Die Wahl war notwendig, weil Dagmar Reim (64), Gründungsintendantin des rbb, den Sender zum 30. Juni aus privaten Gründen verlässt. Schlesinger ist aktuell Leiterin des Programmbereichs Kultur und Dokumentation beim NDR Fernsehen.

    Friederike von Kirchbach, Vorsitzende des rbb-Rundfunkrates: "Die Wahl von Patricia Schlesinger ist eine gute Nachricht für den rbb. Sie steht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der rbb kann sich auf eine versierte Medien-Managerin und profilierte Journalistin an seiner Spitze freuen."

    Patricia Schlesinger kam 1961 in Hannover zur Welt. Sie volontierte nach ihrem Studium in Hamburg und Aix-en-Provence beim NDR und arbeitete dort unter anderem als Reporterin für das ARD-Magazin "Panorama". Zwischen 1995 und 1997 berichtete sie als Südostasienkorrespondentin aus Singapur und kehrte anschließend als Moderatorin zu "Panorama" zurück. Von 2001 bis 2004 arbeitete Schlesinger als USA-Korrespondentin in Washington, nach ihrer Rückkehr übernahm sie zunächst die Leitung der Abteilung Ausland und Aktuelles im Programmbereich Zeitgeschehen, 2006 dann die Führung der Abteilung Dokumentation & Reportage. Seit 2007 ist sie die Leiterin des Programmbereichs Kultur und Dokumentation.

    Dagmar Reim (64) steht seit 13 Jahren an der Spitze des rbb, 2003 wählte der Rundfunkrat sie zur Intendantin. Der rbb ging aus der Fusion des Sender Freies Berlin (SFB) mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) hervor. Reim führt als erste Frau einen öffentlich-rechtlichen Sender. Zuvor hatte sie beim Bayerischen Rundfunk, beim Westdeutschen Rundfunk und beim Norddeutschen Rundfunk gearbeitet.

    Der Rundfunk Berlin-Brandenburg ist die gemeinsame Landesrundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg. Neben den Funkhäusern an seinen Hauptstandorten in Berlin und Potsdam betreibt der rbb Studios in Cottbus und Frankfurt (Oder) sowie Regionalbüros in Perleberg und Prenzlau. Der rbb sendet sechs Radioprogramme - Antenne Brandenburg, radioBerlin 88,8, Fritz, Inforadio, Radioeins und Kulturradio sowie regelmäßige Sendungen in niedersorbischer Sprache, das Dritte Fernsehprogramm rbb Fernsehen mit dem eigenen Videotext-Dienst rbbtext sowie das umfangreiche Online-Angebot rbb-online. In der ARD-Gemeinschaft ist der rbb unter anderem für das ARD-Hauptstadtstudio, das Play-Out-Center und den ARD-Text zuständig. Der rbb beteiligt sich an 3sat, ARTE, KiKA und PHOENIX sowie an ARD Digital und trägt zum ARD-Gemeinschaftsprogramm Erstes Deutsches Fernsehen mit Sendungen wie z. B. "Kontraste", "Tatort" und "Polizeiruf 110" bei. Dem Rundfunkrat des rbb gehören 29 Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens in Berlin und Brandenburg an.

    Link: www.rbb-online.de
    Quelle: ots - news aktuell by dpa


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    Medienboard und rbb starten Webvideo-Förderprogramm WIGO.



    Das Medienboard Berlin-Brandenburg und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) starten ein neues Förderprogramm um die Produktion innovativer Video-Inhalte für eine junge Zielgruppe zu fördern.

    Unter dem Titel WIGO suchen wir Online-Videoformate, von denen es mindestens einmal pro Woche eine neue Folge im Netz gibt“, so rbb-Intendantin Dagmar Reim am Dienstag, den 03. Mai 2016, auf der MEDIA CONVENTION Berlin. „Ob Entertainment, Talk, Information, Webserie oder Doku – alle Formate, Themen und Plattformen sind erlaubt“, sagte der neue Medienboard-Geschäftsführer Helge Jürgens, der Elmar Giglinger Ende letzten Jahres ablöste.

    Insgesamt stehen bis Ende des Jahres bis zu 150.000 Euro zur Verfügung um Video-Macher bei der Umsetzung ihrer kreativen Ideen zu unterstützen. Doch nicht nur die finanzielle Starthilfe bietet einen Anreiz: bei erfolgreicher Umsetzung kann das Format in das Junge Angebot von ARD und ZDF aufgenommen werden. In der Auswahljury ist daher neben dem rbb und dem Medienboard auch die Programmgeschäftsführung des jungen Angebots vertreten. Die Zielgruppe der Formate entspreche der für das Junge Angebot, also 14 bis 29 Jahre, erläuterte Reim.

    Die Online-Formate sollen dauerhaft funktionieren. Mindestens einmal pro Woche soll es eine neue Folge im Netz geben. Die Länge der jeweiligen Videos ist dabei nicht vorgegeben, im Netz gilt: So kurz wie möglich, so lang wie nötig“, sagte Reim. „Hochwertige Videos für das Netz zu produzieren kostet Geld, das meist durch Werbung wieder eingespielt werden muss. Zu diesem Geschäftsmodell wollen wir mit unserer Förderung eine Alternative bieten“, sagte Jürgens. „Die Beiträge müssen frei von kommerziellen Interessen sein, wir wollen Tiefe, Breite und Vielfalt fördern.“

    Die neue Initiative ist ein weiterer Meilenstein in der langjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit von rbb und Medienboard. Seit 2011 unterhalten die beiden Institutionen das Kino-Koproduktions-Programm Leuchtstoff, ergänzt seit 2013 durch die Förderung für Leuchtstoff-Hochschulfilme. Gemeinsam haben rbb und Medienboard bereits rund 8 Millionen Euro in Filmprojekte investiert. Die mit der rbb-WIGO-Unterstützung entstandenen Webvideos sind auch für das geplante Projekt eines gemeinsamen Online-Jugendkanal von ARD und ZDF vorgesehen, weshalb neben Vertretern von Medienboard und rbb auch dessen Geschäftsführung in der WIGO-Auswahljury vertreten ist.

    Die Fristen für die Einreichung zu WIGO sind der 1.-30. Juni und der 1.-30. September 2016. Weitere Details zu den Förderbedingungen unter www.rbb-online.de/wigo

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    Die diesjährige Berlin Web Week findet zwar erst vom 7.-17. Juni 2016 in der Arena Treptow statt, dennoch wurden im Rahmen der MEDIA CONVENTION Berlin diesmal schon jetzt die Preise des Medienboard-geförderten Your Turn - Video-Creator Wettbewerbs 2016 vergeben. Geldpreise in einer Gesamthöhe von 70.000 Euro sowie Zugang zum YouTube Space Berlin gingen an die fünf kreativsten YouTube-Kanal- oder -Format-Konzepte, von denen wir nachfolgend zwei eingebunden haben.

    • Um unsere Welt vor der Anarchie zu schützen, müssen Hacker in die digitale Welt eintreten und dortige Spielfiguren besiegen. Mit diesem Konzept für die Webserie „RetroGarde“ begeisterten Alican Kuzu und Calver Serrano die Jury des Your Turn-Wettbewerbs und erhielten als erstplatzierte Gewinner den Hauptpreis von 25.000 Euro. "Der kreative Ansatz für eine Gegenüberstellung von Retro und Moderne, das gut durchdachte Storyboard sowie die hohe technische Expertise zeichnen dieses Konzept aus", so die Jury. Hier der Concept-Clip:



    • Joseph Bolz’ und Sebastian Weimars Webserie „Zoo ohne Tiere“, dessen Aufgabe darin besteht, einen geerbten Zoo vor dem finanziellen Untergang zu bewahren, belegte den zweiten Platz.

    • Mit ihrem Konzept „Studio Bahama“, einem fiktiven Berliner Start-up im Showgeschäft, erschufen Nico Sauer und Dennis Mehmet ein Drama über Freundschaft, Lebensträume und die Regeln des Showgeschäfts und erlangten den dritten Platz. Hier der Concept-Clip:



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    Gleich mehrere Initiativen aus Potsdam und Berlin haben sich Ende April in der Filmuniversität BabelsbergKonrad Wolf zur Vereinsgründung des Virtual Reality e.V. Berlin-Brandenburg getroffen. Neben Studio Babelsberg, UFA LAB, Exozet, SMI, Metropolis VR, Filmuniversität Babelsberg und HPI (D-School) sind 15 weitere namhafte Berliner und Brandenburger Film- und Fernsehproduzenten, Technologieunternehmer und Forschungsinstitute am Ersten Deutschen Fachverband für Virtual Reality (EDFVR) beteiligt.

    Der neugegründete Verein bündelt die in Potsdam-Babelsberg und in der Hauptstadtregion vorhandenen Virtual Reality (VR)- und Augmented Reality (AR)-Kompetenzen, um den Standort in diesem Bereich international wettbewerbsfähig zu positionieren. Ziel ist auch ein neues Kompetenzzentrum für diese audiovisuelle Zukunftstechnologie.

    Bei den Technologien wird von Analysten großes Wachstum mit Geschäftsvolumina von mehr als 100 Milliarden Dollar im Jahr 2020 vorhergesagt. In der Hauptstadtregion beschäftigt sich derzeit eine rasant wachsende Anzahl an Firmen und Forschungseinrichtungen mit Virtual und Augmented Reality. Den Vorstand des Vereins bilden Stephan Schindler (Vorsitzender, Wonderlamp Industries), Henry Bauer (Exozet), Christian Villwock (SMI) und Sven Bliedung (SLICE Studios).

    Vom 2. bis zum heutigen 6. Mai 2016 ist der EDFVR Kooperationspartner der re:publicaTEN und der anschließenden Performersion im Kühlhaus am Gleisdreieck. Auf zwei Stockwerken im labore:tory sowie in einem Outdoor-Kuppelzeit mit zehn Metern Durchmessern auf dem daneben liegenden privaten Messegelände der Station Berlin, präsentiert der Verband auf einem der weltweit einflussreichsten Events der digitalen Gesellschaft als Highlight das VR-Kino und die Ausstellung #VRhere2016. Die Besucher sind herzlich eingeladen, sich an bei mehr als 20 Ständen, Talks und Panels über die vielfältigen Möglichkeiten von VR-Anwendungen zu informieren, mitzudiskutieren und eigene immersive Erfahrungen zu machen.

    Link: www.edfvr.org
    Quellen: Medienboard | filmecho | Blickpunkt:Film


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    Filmgelände in Potsdam Babelsberg mit positivem Ergebnis in 2015.



    Aufgrund einer verbesserten Auslastung in ihren Kernaktivitäten Studiovermietung, Produktionsdienstleistungen, Ausstattung und Kulissenbau konnte die Studio-Babelsberg-Gruppe ihren Umsatz 2015 von 62,5 auf 117,7 Mio. Euro nahezu verdoppeln. Wie der Konzern am Mittwoch, den 4. Mai 2016, bekannt gab, stieg die Gesamtleistung von 54,9 auf 124,5 Mio. Euro.

    Zu den Filmprojekten, die 2015 in Studio Babelsberg realisiert worden waren, zählen u.a. Gore Verbinskis "A Cure For Wellness", Dexter Fletchers Skispringer-Biopic "Eddie The Eagle - Alles ist möglich", dessen Trailer wir hier eingebunden haben,


    sowie Steven Quales Action-Thriller "The Lake", Johannes Nabers "Das kalte Herz" und die fünfte Staffel der US-Serie "Homeland".

    Ergebnisseitig gelang endlich der Turnaround und das Jahr 2015 konnte mit einem positiven Vorsteuerergebnis von 5,2 Mio. Euro abgeschlossen werden. 2014 hatte noch ein Verlust von 2,2 Mio. Euro zu Buche gestanden.

    Aufgrund der geplanten Investitionen und der "größtenteils unsicheren Auftragslage für das laufende Jahr" hat der Aufsichtsrat der Studio Babelsberg AG jedoch dem Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden Carl Woebcken zugestimmt, die Hauptversammlung am 24. Juni 2016über den Verzicht auf eine Dividende abstimmen zu lassen.

    Link: www.studiobabelsberg.com
    Quellen: Blickpunkt:Film | Filmstarts


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    Sony Creative verkauft Mehrzahl seiner Produkte an Magix.



    Der deutsche Software- und App-Anbieter Magix erwirbt einen Großteil der Sony Creative Software Produkte (SCS), darunter die Softwares Vegas Pro, Movie Studio, Sound Forge Pro und Acid Pro. Bei Sony verbleiben die Softwares Catalyst Browse und Catalyst Production Suites. Sie werden ab sofort im Sony Broadcast-Portfolio angesiedelt.

    Magix bietet viele unterschiedliche Programme für Video, Web, Foto und Musik an. Durch den Erwerb der Sony Produktlinien will die deutsche Firma Magix ihre Marktposition weiter ausbauen und den internationalen Wachstumskurs forcieren. Magix werde die Betreuung der Sony-Software-Bestandskunden nahtlos fortsetzen, so das Unternehmen, und man habe auch einige Mitarbeiter von Sony Creative Software übernommen.

    Magix-CEO Klaus Schmidt erläutert: "Die Produkte von Sony Creative Software ergänzen unser Portfolio perfekt. Um die Entwicklung und den Vertrieb weiter voranzutreiben, haben wir unsere Präsenz in den USA bereits verstärkt. Schon für Herbst dieses Jahres planen wir neue Versionen der Videoschnittprogramme Vegas Pro und Movie Studio, die sich noch stärker an den Kundenbedürfnissen orientieren werden."

    Unter der Hand hat man sowieso erwartet, dass der Hersteller Vegas nicht mehr lange die Treue halten wird, denn mit Catalyst steht seit geraumer Zeit eine deutlich modernere Codebase für Mac und PC zur Verfügung. Gleichzeitig blieben größere Updates für Vegas Pro schon seit längerer Zeit aus.

    Sony Creative Software inspirierte in vergangenen Tagen mit seiner preisgekrönten Produktreihe für die digitale Video-, Audio- und Musikproduktion sowie mit seiner branchenführenden Technologie für die DVD-Produktion und das Authoring von Blu-ray Disc™ künstlerische Ausdruckskraft. Sound Forge™ Pro, ACID™ Pro und Vegas™ Pro haben in der Produktion digitaler Medien den Maßstab für eine ganze Generation professionell kreativ Schaffender gesetzt und gehörten im Audio-Bereich zu den echten Sony Klassikern. Der Sound Forge Pro 11 Advanced audio waveform editor kostet immerhin 371,95 €. Er ist allerdings nur in einer englischen Sprachversion erhältlich.

    Auch Magix ist vor allem im Audiobereich mit eigenen Programmen schon recht breit aufgestellt. Vergleichbar ist die Magix Samplitude Pro X2 Familie, eine computergestützte Digital Audio Workstation (DAW) für Tonaufnahme, Musikproduktion, Abmischung und Mastering, die sich durch eine hohe Integration von Komponenten innerhalb des Systems auszeichnet. Samplitude ist ab 399,- € erhältlich und ist für kompromisslose Audioproduktionen – vom Recording, über das Editing und Mixing, bis hin zum professionellen Mastering und Authoring geeignet.

    Bekannter ist allerdings der Magix Music Maker, eine Audio Software für Amateure und Einsteiger, die es bereits für 99,- € gibt. Auch Sony bietet neben professionellen Anwendungen diverse Einsteigerprodukte in der Heimstudiofamilie zu einem günstigen Preis für die einfach zu bedienende Medienproduktion an. Sowohl Movie Studio 13 wie auch Sound Forge Audio Studio 10 sind schon ab knapp 50,- € erhältlich und perfekt geeignet für den Neueinsteiger mit reichhaltigen Funktionen und Extras. Wie Sony's Audio-Software zukünftig in das Magix Produktfolio integriert werden soll, davon wurde noch nichts bekannt gegeben.

    Für professionelle Audio-Anwendungen empfehlen wir SteinbergWaveLab Pro 9 und Cubase Pro 8.5, die es in verschiedenen Varianten für unterschiedliche Ansprüche und Budgets von 99,- € bis 579.- € sowohl für PC wie auch für den Mac gibt.

    Quellen: Golem | slashCAM | Steinberg | Sony | Magix


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    Anton Yelchin: Star-Trek-Star stirbt bei Verkehrsunfall. Sein Jeep Grand Cherokee war für Probleme mit dem Automatikwahlhebel bekannt.



    Todesmeldungen werden bei uns normalerweise nur als Nachrufe immer am Totensonntag im November verkündet. Zuletzt am 22. November 2015. Doch die aktuelle Nachricht über Anton Yelchin, dem US-amerikanischen Filmschauspieler russisch-jüdischer Herkunft, hat uns so erschüttert, dass wir eine Ausnahme machen und schon jetzt darüber ausführlich berichten.

    Anton Yelchin 1989-2016 © Twitter
    Der in Leningrad geborene 27-jährige Star-Trek-Star kam bei einem Verkehrsunfall in Studio City, in der Nähe von Los Angeles, ums Leben. Er gehörte zu den Durchstartern in der Filmbranche und hätte noch sein ganzes Leben vor sich gehabt. Doch am gestrigen Sonntag (19. Juni 2016) erreichte seine Fans die Schocknachricht: Anton Yelchin, bekannt durch seine Rollen in „Star Trek” und „Like Crazy”, ist bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich an der Garageneinfahrt vor seinem Haus in San Fernando Valley.

    Der Vorfall gibt jedoch Rätsel auf. Anton Yelchin wurde laut Polizeibericht um ein Uhr morgens von Freunden eingequetscht zwischen seinem Auto und dem Tor des Hauses vorgefunden. Angeblich lief der Motor noch, als der leblose Jungschauspieler entdeckt wurde. Ein Fremdverschulden wird derzeit aber ausgeschlossen, hieß es weiter. Die Ermittlungen dauern an. Selbstfahrende Autos, die ihren eigenen Besitzer umbringen, sind derzeit noch ziemlich unwahrscheinlich und gehören in eher den Bereich von Science-Fiction-Filmen. Yelchin habe Freunde für eine Probe treffen wollen und habe nochmal sein Auto verlassen. Sein Jeep Grand Cherokee, dessen Modell für Probleme im Parkmodus bereits bekannt ist, soll dann "rückwärts die steile Auffahrt hinabgerollt sein" und habe ihn "gegen einen gemauerten Briefkastenpfeiler und einen Sicherheitszaun" gequetscht. Sein früher Tod erinnert an andere Schicksalsschläge wie der Tod von James Dean, der ebenfalls durch einen Verkehrsunfall um Leben kam.

    Tatsächlich war der charismatische Darsteller einer der beliebtesten Schauspieler der Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise von Gene Roddenberry, dessen dreizehnte Folge "Star Trek Beyond", am 21. Juli 2016 bei uns als dritter Teil der Star-Trek-Neuauflage in die Kinos kommt. Wie bereits die beiden Vorgänger "Star Trek" und "Star Trek Into Darkness" spielt der Film innerhalb einer alternativen Zeitlinie des Star-Trek-Universums. Der Filmstart läutet zudem die Feierlichkeiten des 50. Jubiläums des Star-Trek-Franchises ein. Mit dabei wieder Anton Yelchin in der Rolle des Navigationsoffiziers Pavel Chekov. Der Film kommt in 3D auch ins IMAX-Kino. Hier der Trailer:



    Sein Filmdebüt gab Yelchin 2000 im Alter von elf Jahren in dem Independent-Film "A Man Is Mostly Water" von Fred Parnes und sein Seriendebüt in einer Episode von "Emergency Room – Die Notaufnahme". Für seine Rolle in "Hearts in Atlantis" gewann er 2002 den Young Artist Award. Später war er unter anderem im Thriller "Alpha Dog" zu sehen. Von da an stand Yelchin in zahlreichen Spielfilmen und Fernsehserien vor der Kamera. Seine erste Hauptrolle übernahm er 2007 in der Teenager-Komödie "Charlie Bartlett" an der Seite von Robert Downey junior, Hope Davis und Kat Dennings. 2009 spielte Yelchin in sowohl in "Star Trek" wie auch in der Fortsetzung der Terminator-Reihe "Terminator: Die Erlösung". Hier ein kurzer Zusammenschnitt seiner Auftritte aus dem Jahre 2010:



    2011 erhielt er im Rahmen der Hollywood Film Awards den Spotlight Award für seine Darstellung des Jacob in "Like Crazy" (2011). Für den gleichen Film wurde er ebenfalls 2011 beim Hamptons International Film Festival ausgezeichnet. Als Bester Schauspieler gewann Yelchin 2014 beim Chicago International Film Festival den Silver Hugo für die Verkörperung von Quentin in "Rudderless" (2014). Das Erstlingswerk des Regisseurs William H. Macy hatte zuvor auf dem Sundance Filmfestival in Park City USA seine Weltpremiere gefeiert. Hier der Trailer mit Anton Yelchin als jungen kraushaarigen Gitarrenspieler:



    Das Musical Drama, bei dem u.a. Teeny-Star Selena Gomez mitspielt, ist bei uns nie in den Kinos gestartet. Auch die DVD des Films gibt es nur als US-Import in NTSC und nicht einmal in PAL. Wir hoffen das sich posthum ein Verleih für das Independent Movie noch findet, der das beachtliche Werk auch in unsere Kinos bringt.

    Quellen: Wikipedia | Ovguide | Stern | 3sat | N24 | Twitter | YouTube


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    Nach dem Brexit könnte die Situation für Studio Babelsberg kritisch werden.



    Studio Babelsberg ist pessimistisch.
    Der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens bereitet auch dem Studio Babelsberg Sorgen. "Die Brexit-bedingten Währungsverschiebungen könnten das exportorientierte Projektgeschäft von Studio Babelsberg existenzbedrohend beeinflussen", teilte das Unternehmen nach der Hauptversammlung in einer Presseerklärung vom 24. Juni 2016 mit. Ohnehin geht der Vorstand mit Blick auf die Auftragslage von "düsteren Zukunftsaussichten" aus. Die Auslastung sei im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen "alarmierend".

    Medienboard sieht Aufwärtstrend in der Hauptstadtregion.
    Eigentlich hatten wir eine ganz andere Headline geplant, denn das Medienboard Berlin-Brandenburg fördert derzeit Projekte von Detlev Buck, Terrence Malick und Christian Alvart, was uns fälschlicherweise zu der Annahme veranlasste, dass in der in der Hauptstadtregion das Filmgeschäft boomt. Zudem regen die Diskussionen um die Novellierung des Filmförderungsgesetzes Spekulationen an, dass in Zukunft mit finanzieller Unterstützung des Bundes noch mehr produziert werden kann. Doch nun macht der Brexit einen Strich durch die Rechnung. Zwar wird es London kaum besser ergehen. Das englische Pfund ist abgestürzt und der Brexit wird internationale Produktionen in den Londoner Pinewood Studios - trotz staatlicher Hilfe - deutlich erschweren.

    Doch wenn US-Produktionen auch in Babelsberg wegbleiben, wer wird dann profitieren? Dem deutschen Film fehlt der internationale Glanz, um in vorderster Linie mitspielen zu können. Die in letzten Jahren stetig gestiegene Anzahl deutscher Koproduktionen werden meist im Ausland gedreht. Und die vom Medienboard geförderten Projekte sind teilweise nett anzusehen, können aber im internationalen Vergleich weder mithalten, noch das Studio Babelsberg retten. Zumal auch zuvor dort kaum deutsche Produktionen gedreht wurden und somit nicht zur Studioauslastung beitrugen.

    Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) hat für internationale Produktionen, die in Babelsberg durchgeführt werden sollen, eine größere Gewichtung. Man denke nur an George Clooneys "Monuments Men", der 2014 im Wettbewerb der Berlinale lief. Ob der Film gut oder schlecht sei, darüber kann man streiten. Seinen Zweck, internationale Produktionen nach Babelsberg zu bringen, hat er jedenfalls erfüllt. Die Begrenzung der Fördermittel durch den DFFF auf maximal 60 Millionen Euro ist dennoch hinderlich. London hatte schon im letzten Jahr ein Mehrfaches der Summe an Steuererleichterungen jenen Filmstudios gewährt, die in den neu renovierten und um ein Vielfaches erweiterten Pinewood Studios zu produzieren gedenken. Wir berichteten darüber am 29. Juni 2014.

    Ob diese Strategie nach dem Brexit noch aufgeht ist allerdings fraglich. Dafür werden die ebenfalls gut ausgestatteten tschechischen Studios frohlocken und möglicherweise Dumpingpreise anbieten, damit wieder mehr in Prag produziert wird. Dass im internationalen Film-Dienstleistungsgewerbe ein ruinöser Wettbewerb herrscht, schrieben wir schon 23. Dezember 2015, begleitet von einem ausführlichen Beitrag zum DFFF von der Medienjournalistin Katharina Dockhorn.

    Nun noch einmal zurück zum Medienboard, dass sich alle Mühe gibt, große und auch kleinere Produktionen nach Berlin zu holen. Für die Studios Babelsberg reicht das allerdings nicht, zumal geförderte Berliner Low-Budget-Produktionen, die zumeist beim Festival achtung berlin - new berlin film award ihre Berlin Premiere feiern dürfen, vorzugsweise im Berliner Kiez und auf der Straße gedreht werden. Eine Studiomiete in Potsdam-Babelsberg können sich diese Produktionen nicht leisten. Das schaffen nur etablierte Filmemacher.

    Schwerpunkt Kulissenbau in Babelsberg.
    Dem teilweise ruinösen Wettbewerb, der über die Kosten und mit Kurzzeit-Buchungen für Fernsehproduktionen ausgetragen wird, versucht sich das Studio Babelsberg zu entziehen, in dem man sich dort auf große Kino-Koproduktionen konzentriert, die nicht nur die Ateliers belegen, sondern auch besonders erfolgreich den Kulissenbau beschäftigen. Die sogenannte »Berliner Straße«, das Herzstück Babelsberger Kulissenbaus, die das alte Berlin für zahlreiche Filme wieder auferstehen lässt, wurde nach ihrer Verlegung an einen neuen Standort erst kürzlich eingeweiht. Der Umzug war notwendig, da auf dem alten Standort - jenseits des Studiogeländes - Apartmenthäuser entstehen. Daneben baut derzeit die Filmuniversität an und erweitert ihren Standort um eine moderne Kantine sowie um weitere notwendige Arbeitsräume.

    Dreharbeiten-Hochsaison mit Buck, Malick und Alvart.
    Während Florian Henckel von Donnersmarck mit "Werk ohne Autor" oder Serien-Produktionen wie "Babylon Berlin", "Schuld" und "You Are Wanted" in der Hauptstadtregion beretis im Dreh sind, hat das Medienboard Berlin-Brandenburg aktuell mit einer Fördersumme von 4,7 Millionen Euro den Startschuss für weitere 37 neue deutsche und internationale Projekte gegeben.

    So bereitet z. B. Detlev Buck mit "Gorillas" nach einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach eine schräge, schrille Schurken-Story in Berlin um einen jungen Mann vor, der nicht länger nur Handlager seines Bosses sein will. Jannis Niewöhner ("Smaragdgrün", "4 Könige") und Samuel Schneider ("Exit Marrakech") spielen die Hauptrollen in einer Produktion von Olga Film, die mit 800.000 Euro unterstützt wird. Wann mit "Gorillas" begonnen werden soll, ist derweil noch nicht klar. Darüber hinaus wurde bekannt, dass Buck noch in diesem Jahr den vierten Teil der "Bibi & Tina"-Reihe drehen möchte.

    Goldene-Palmen-Gewinner Terrence Malick kommt in diesem Sommer für sein aktuelles Projekt "Radegund" mit August Diehl (Studio Babelsberg, 400.000 Euro) u.a. ins Babelsberger Studio. Diehl spielt den österreichischen Kriegsdienstverweigerer und Widerständler Franz Jägerstätter, der im Zweiten Weltkrieg den Kriegsdienst verweigerte und wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt wurde. Von Papst Benedikt XVI. wurde Jägerstätter selig gesprochen. An seiner Seite ist Newcomerin Valerie Pachner zu sehen.

    Wenn Christian Alvart dann Sebastian Fitzeks Psychothriller "Abgeschnitten" inszeniert, ist Nervenkitzel garantiert. Die Produktion von Ziegler Film (400.000 Euro) dreht sich um einen Pathologen, der in einer Leiche Hinweise auf seine entführte Tochter findet. In den Hauptrollen werden Moritz Bleibtreu, Lars Eidinger, Fahri Yardim und Jasna Fritzi Bauer zu sehen sein. Außerdem wurde bekannt, dass Regisseur und Produzent Christian Alvart mit einem chinesischen Partner das Projekt "Fox Mission" verwirklichen will.

    Last but not least verfilmt Josef Bierbichler den eigenen Erfolgsroman: Die Familiensaga "Mittelreich" um eine bayerische Wirtshausfamilie umspannt mehrere Jahrzehnte. Neben Bierbichler steht Martina Gedeck für die Produktion der X Filme Creative Pool (400.000 Euro) vor der Kamera.

    Links: www.studiobabelsberg.com | www.medienboard.de
    Quellen: Medienboard | Blickpunkt:Film | 3sat | Studio Babelsberg


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    Erste Fiction-Webserie für das Jugendangebot von ARD und ZDF im Dreh.



    Seit gestern, den 5. Juli 2016 laden die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GFU) und die Berliner Funkausstellung (IFA) gemeinsam für zwei Tage zahlreiche Pressevertreter zu einer Art DIGITAL LIFESTYLE PREVIEW mit einem Media Briefing im Halbstundentakt in die Kongresshalle am Alex ein. Die Journalisten sollen sich rechtzeitig über neue Produkte informieren können, damit sie wissen, wohin die Trends zur IFA gehen werden. Dass auch das Ende des Free TVs naht, darf dabei nicht verschwiegen werden. Doch mehr dazu morgen in einem anderen Bericht über freenet.TV.

    Gleichzeitig wird auch jetzt schon für den zukünftigen Jugendkanal von ARD und ZDF geworben, der kurz nach der IFA im Oktober 2016 endlich der ans Netz gehen soll. Allerdings nicht im TV, sondern leider ausschließlich im Internet. Ob es möglicherweise eine App für die modernen Flachbildschirme geben wird, damit der Jugendkanal nicht nur auf dem Smartphone oder dem Laptop, sondern auch über den großen Bildschirm zu sehen sein wird, ist bisher nicht bekannt. Die Apps für NETFLIX und AMAZON Prime Video sind immerhin ein großer Renner geworden. Für Studenten wirbt Amazon zudem mit verlockenden Preisen, damit der einkommensschwache Nachwuchs nicht auf das lineare Fernsehen angewiesen ist, sondern sich zu jeder Tages- und Nachtzeit seine TV-Lieblingsserien ansehen kann.

    Ähnliches haben sich wohl auch ARD und ZDF vorgestellt. Auf dem Jugendkanal wird deshalb eine eigens für das Webangebot produzierte Mystery-Serie zu sehen sein. Die Dreharbeiten für "Wishlist" haben längst begonnen, gedreht wird hauptsächlich in Wuppertal. Produziert wird die Exklusivserie von der Produktionsfirma "Outside the Club" im Auftrag von Radio Bremen und in Kooperation mit dem MDR sowie dem SWR.

    Hinter "Outside the Club" steht natürlich nicht die schwarze Pop-Sängerin Adina Howard mit ihrem gleichnamigen Clubhit, sondern das junge Team, das die YouTube-Serie "vivi&denny" produziert hat. Als Produzentin mit an Bord ist außerdem Lifestyle-Vloggerin Christina Ann Zalamea (Hello Chrissy).

    Die erste Staffel von "Wishlist" umfasst zehn Folgen à 15 Minuten und konfrontiert eine Gruppe von Freunden mit der Frage: "Was, wenn alle deine Wünsche wahr werden?". Die etwas provokante Frage könnte sich auch an alle Jungzocker richten, die mit teils verbotenen Sportwetten & Glücksspielen im Internet den großen Gewinn machen wollen. Aber auch an alle anderen leichtgläubigen Jugendlichen und vor allem Mädchen, die den Neppern, Schleppern und Bauernfängern ins Netz gehen könnten. Wir sind gespannt auf das Ergebnis. Regie führt Marc Schießer, der gemeinsam mit Marcel Becker-Neu auch das Drehbuch beisteuerte. Die Redaktion liegt bei Helge Haas, Lina Kokaly und Marcel Heberlein von Radio Bremen.

    Es ist klar, dass ARD & ZDF mit gezielten Marketing-Aktionen in diversen Publikationen schon jetzt auf das gemeinsame öffentlich-rechtliche Jugendprogramm aufmerksam machen wollen, denn der Start des Jugendkanals, der immer noch keinen gescheiten Namen hat, ist nicht mehr fern. Die Werbeaktionen für den Online Start werden auf jeden Fall zur IFA ihren Höhepunkt erreichen. Auf der Funkausstellung belegen die Sender wieder eigene Hallen und können Jugendliche dort direkt ansprechen und auf das neue Angebot, das den KiKA Kinderkanal nicht nur ergänzt, sondern etwas gänzlich neues, eigenständiges sein soll, hinweisen.

    Allerdings haben wir unsere Zweifel ob die Maßnahmen greifen werden, die von älteren Redakteuren ausgeheckt wurden. Jugendliche sind häufig unberechenbar in ihren Meinungen und wollen nicht von Erwachsenen bevormundet werden. Die Werbefirmen glauben hingegen, diese Zielgruppe längst nicht nur für sich entdeckt, sondern auch fest im Werbegriff zu haben, und machen deshalb im Rahmen der ARD & ZDF Marketingankündigungen bereits mit eigenwilligen Thrillern auf sich und ihre Produkte aufmerksam.

    Mit spiegelbildlich verdrehtem Text wird u.a. auch für den Film "Nerve" geworben, der im September startet, und ein wenig im Stil von "Der Nachtmahr" die Ängste von Jugendlichen angeblich besser bedient, als das sonstige öffentlich-rechtliche Angebot. Die jungen Mädchen darin agieren jedoch häufig wie dumme Tussis, was wiederum an alte Schulmädchen Reports der 70er Jahre erinnert und nicht an das zu erobernde Netz im Stil der legendären "Matrix-Trilogie", die vielleicht dem heutigen Zeitgeist noch am ehesten das Wasser reichen könnte.

    Hier der Trailer:



    Besser wäre es einer aufgeklärten Jugend, denen keine Sexspielchen mehr beigebracht werden müssen, an politische Themen heranzuführen. In einer Welt voller Gewalt sollte nicht länger ständig weiter aufgerüstet werden. Die Rüstungsindustrie der Großmächte, darunter auch die gestiegenen Waffenexporte der Bundesregierung, haben mit Hilfe der Waffenlobby mittlerweile schwindelerregende Rekordzahlen erreicht. Der gleichnamige Independent Film "NERVE", eine Dokumentation von Ben Evans über Umweltschäden, verursacht durch chemische Waffen, die mit Nervengas bestückt sind, hat es dagegen immer noch nicht in deutsche Kinos oder ins deutsche Fernsehen geschafft. Vielmehr sollte dieser Gewinner des FICMA Umweltfestivals 2016, das im April 2016 in Yale/USA stattfand, schnellstens übersetzt werden und im Netz des Jugendkanals Verbreitung finden.

    Hier der erschreckende Trailer:



    Mag sein, dass den verantwortlichen Redakteuren, solche Themen für 12-14 Jährige noch zu starker Tobak sind. Aber bereits preisgekrönte Sendungen wie z.B. die "Jungs WG" im (Sommer) und im (Winter) auf dem KiKA Kinderkanal oder in der Kinder-Mediathek auf ZDFtivi, wo sie vermutlich haften bleiben werden, interessiert eher Erwachsene, um die eigenen Sprösslinge besser einschätzen zu können, als deren Altersgenossen. Jedenfalls heißt es in unserem Bekanntenkreis, dass 14-15 Jährige kein Interesse mehr am KiKA-Kanal haben, sondern sich eher spannendere Dokumentationen auf Phönix ansehen, sofern sie nicht im Internet surfen.

    So darf man sich nicht wundern, wenn die zukünftige Generation zunehmend auch die Lust am Wählen verliert, wenn das Angebot nicht stimmt. Sogar der BREXIT wäre vermieden worden, wenn die jungen Leute, die 18-29 Jährigen, die jetzt millionenfach und lautstark in London nach einer neuen Abstimmung rufen, vorher für die Wahlurnen mobilisiert worden wären und nicht das Feld den konservativen, reaktionären alten Tories überlassen hätten.

    Zu all diesen Social-Themen veranstalteten die Medientage München im Vorfeld des Filmfest München am 23. Juni 2016 tagsüber ein Special TV-Summit. Sowohl Twitter als auch YouTube erlauben es Produzenten, ihre Inhalte über die Plattformen zu vermarkten und an den Werbeeinnahmen zu partizipieren. Dadurch entstehen für Sender und Produzenten ganz neue Partnerschaften, aber auch Abhängigkeiten. Eine der wichtigsten Fragen war jedoch:

    "Wie man es schafft, ein Programm zusammenzustellen, das Pubertierende anspricht, Studenten oder junge Menschen im Arbeitsleben aber nicht langweilt?"

    In der Tat ist dies eine große Herausforderung. Florian Hager, der das junge Programm von ARD und ZDF aufbaut, sagt dazu: "Man produziert nicht für eine, sondern für viele Zielgruppen". Vielleicht um es jeden Recht zu machen. Christian Nienaber, der seit 2014 den Digitalbereich bei RTL II leitet und nun über den neuen Sender, RTL II YOU, nach Strategien sucht, junge Zielgruppen zu erreichen, glaubt aber, dass man Themen finden kann, die alle umtreiben.

    "Als erstes müssen Programm und Produkt angesichts der wahnwitzigen Masse von Angeboten und Botschaften für die Zielgruppe schnell verständlich sein. Als zweites müssen Inhalte auf Augenhöhe gemacht werden und authentisch sein. Man muss Dinge in den Mittelpunkt stellen, die Jugendliche beschäftigen: Hierzu zählen klassische Themen wie Liebe, Freundschaft, Streit und Eifersucht, aber auch vermeintlich banal klingende Themen wie Schulden, die zum Beispiel durch die Handyrechnung entstehen", so Nienaber.

    Quellen:
    Blickpunkt:Film | DWDL | Infodigital | facebook.com/NERVEthefilm | Medienpuls Bayern


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    US Investment-Fonds schlägt nach Abwertung des engl. Pfunds bei den Londoner Pinewood Studios zu.



    Die berühmten britischen Pinewood Filmstudios haben seit den sechziger Jahren fast alle James-Bond-Filme gedreht. Auch in Berlin sind die Engländer durch eine enge Partnerschaft mit der Studio Hamburg GmbH seit mehr als zwei Jahren in Adlershof bei Studio Berlin vertreten.

    Letztere haben allerdings gerade mit kartellrechtlichen Problemen zu kämpfen, denn gegen die Studio Berlin Adlershof GmbH, ihre Schwestergesellschaft Studio Berlin Broadcast GmbH sowie gegen die Bavaria Studios & Production Services GmbH wurden am 28. Juli 2016 Bußgelder in einer Höhe von insgesamt ca. 3,1 Mio. Euro wegen der Beteiligung an einem kartellrechtlich unzulässigen Informationsaustausch verhängt.

    Die Ermittlungen wurden durch einen Kronzeugenantrag des tatbeteiligten Studiobetreibers MMC Studios Köln GmbH ausgelöst. Zwischen den verantwortlichen Vertretern der Unternehmen gab es im Zeitraum von September 2011 bis Dezember 2014 regelmäßig Zusammenkünfte bei denen Informationen über Preise, Angebotsinhalte, ihr Angebotsverhalten und andere wettbewerblich sensible Informationen ausgetauscht wurden.

    "Auch wenn es zwischen den Beteiligten nicht zu konkreten Angebotsabstimmungen gekommen ist, haben wir einen Fehler begangen", räumt Johannes Züll, Vorsitzender der Geschäftsführung der Studio Hamburg GmbH, ein. "Wir haben zwischenzeitlich umfassende Aufklärungen und Schulungen bei uns im Haus durchgeführt, damit so etwas zukünftig nicht mehr passiert."

    Von Seiten der Bavaria heißt es in einem Statement: "Das Verfahren des Bundeskartellamtes hat nunmehr ein Jahr gedauert. Während dieser Zeit haben wir vollumfänglich und uneingeschränkt mit der Behörde kooperiert. Das Verfahren wurde nun einvernehmlich beendet. Wir akzeptieren das verhängte Bußgeld und haben im Jahresabschluss der Bavaria Studios & Production Services GmbH zum 31.1.2016 Vorsorge in ausreichender Höhe getroffen."

    In Großbritannien dagegen, wo nach dem Brexit das englische Pfund kräftig abgestürzt ist, weckte dies Begehrlichkeiten beim US Investment-Fonds Venus Grafton, der die in den letzten Jahren gut ausgebauten Studios gerne für die Rekordsumme von 425 Mio. Dollar übernehmen möchte, um zukünftig in London preisgünstiger und besser als anderswo produzieren zu können. Für Adlershof und vor allem für Studio Babelsberg, dem Konkurrenten in Potsdam-Babelsberg, sind dies allerdings weniger gute Nachrichten.

    "Die Brexit-bedingten Währungsverschiebungen könnten das exportorientierte Projektgeschäft von Studio Babelsberg existenzbedrohend beeinflussen", hatte das Unternehmen nach der Hauptversammlung in einer Presseerklärung vom 24. Juni 2016 mitgeteilt. Die Auslastung sei im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen "alarmierend".

    Die Londoner Pinewood Studios haben dagegen im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von 13,6 Mio. Pfund (rund 15,9 Mio. Euro) erzielt; das ist mehr als das Doppelte des Vorjahreswertes von 5,8 Mio. Pfund (rund 6,8 Mio. Euro). Der Umsatz des Studios, das seine Auslastung im Jahresvergleich von 80 auf 90 Prozent steigern konnte, lag mit 83,2 Mio. Pfund (rund 97,3 Mio. Euro) um rund elf Prozent über dem des Vorjahres, so Ivan Dunleavy, CEO der Pinewood Studios.

    Die Umsatz- und Gewinnsteigerung sei vor allem Filmen wie "Star Wars: Das Erwachen der Macht", "James Bond - Spectre", "Rogue One: A Star Wars Story", "Assassin's Creed" und "Bridget Jones's Baby" zu verdanken. Laut Studioboss Ivan Dunleavy habe auch das aktuelle Geschäftsjahr sehr gut begonnen. Zu Ende Juni habe man fünf neue Sets einweihen können.

    "Wir freuen uns, dass wir mit dem von Barbara Broccoli produzierten 'Film Stars Don't Die in Liverpool' die erste Produktion, die die neuen Produktionseinrichtungen nutzen wird, begrüßen können. Wie erwartet, haben wir bereits einen Vertrag für einen weiteren großen Film, der die neuen Sets ab August 2016 nutzen wird, unterschrieben", so Dunleavy. Wie Dunleavy weiter erklärte, wurden strategische Optionen für das Studio "zum Wohle der Aktionäre" geprüft. Die aktuelle Eigentümerstruktur bremse das Wachstum des Studios aus und stehe der Leistung am Main Market der Londoner Börse entgegen, hieß es zur Begründung.

    Bereits im Februar dieses Jahres hatte das Studio die Investmentbank Rothschild mit der Prüfung eines Verkaufs beauftragt. Vor Bekanntwerden der Pläne wurde das Unternehmen an der Börse mit rund 250 Millionen Pfund bewertet (318 Millionen Euro). Am Donnerstag, den 11. Februar 2016 lag die Marktkapitalisierung schon bei mehr als 300 Millionen Pfund und damit nahe dem Wert, den Analysten als Verkaufspreis für realistisch hielten.

    Nun wurde am 28. Juli 2016 die Suche nach einem Übernahmekandidaten von Erfolg gekrönt: Der US Investment-Fonds Venus Grafton erhielt den Zuschlag für 425 Mio. Dollar. Die finanziellen Details des Deals sollen über die nächsten Wochen ausgearbeitet werden.

    "Wir sind überzeugt, dass wir den richtigen Partner für unser Unternehmen gefunden haben - einen Partner, der unsere langfristige Vision für die Zukunft der Gruppe teilt", erklärte Pinewood-CEO Ivan Dunleavy.

    Das Engagement des Studios für die britische Kreativindustrie werde durch diesen Schritt nicht schrumpfen - im Gegenteil, schließlich ziele er gerade auf einen Ausbau des Geschäfts ab. Pinewood baute zuletzt seine Studios in Buckinghamshire aus, nicht weit entfernt von London. Auch in Wales entstanden neue Produktionsstätten. Dort drehte Pinewood für die Prime-Sparte des Versandhändlers Amazon eine eigene Serie über ein Pariser Modehaus nach dem Zweiten Weltkrieg ab.

    Link: www.pinewoodgroup.com
    Quellen: FAZ | Focus | Blickpunkt:Film


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    Berliner Synchron GmbH: S&L Medien Gruppe prüft Übernahme.



    Die Tage der Berliner Synchron GmbH in der Mühlenstraße, im beschaulichen Berliner Stadtteil Lankwitz, sind offenbar gezählt. Eines der ältesten deutschen Synchronisationsstudios wird 2017 nach Schöneberg umziehen.

    In Berlin-Lankwitz begann Wenzel Lüdecke 1949 mit einer Hand voll Mitarbeitern sein Lebenswerk. Als Einziger bekam Wenzel Lüdecke nach dem Zweiten Weltkrieg von den Besatzungsmächten die Genehmigung, englische und amerikanische Filme für das deutsche Publikum zu vertonen, und verschaffte somit seinem Unternehmen, der Berliner Synchron, länger als ein Jahrzehnt eine Monopolstellung. Im Sommer 2015 wurde die Berliner Synchron Holding AG jedoch in CINEMEDIA AG umbenannt, um die Aktivitäten der Holding auszuweiten. Die Berliner Synchron GmbH bleibt aber unverändert als Tochter der AG bestehen und profitiert von den entstandenen Synergien.

    Die aktuellen Firmenbeteiligungen, Verflechtungen und diverse Insolvenzen hören sich allerdings wie ein Wirtschaftskrimi an. Zur CineMedia Film AG gehörten bis 2015 auch die traditionsreichen Geyer Werke in Berlin Neukölln in der Harzer Straße, der älteste filmtechnische Dienstleister Deutschlands, der als Tochtergesellschaft zuletzt unter dem Dach der CinePostProduction firmierte, jedoch ins Schlingern geriet und nach einer Insolvenz verkauft und abgewickelt wurde. Größere Anteile an der CineMedia Film AG besaß auch die Bavaria Film GmbH aus München, die ihr Sorgenkind aber loswerden wollte. Seitdem ist es in Berlin um die Geyer Werke still geworden. Mit der Digitalisierung werden Film-Kopierwerke nicht mehr benötigt. Im Gebäude der Harzer Straße 39 residiert nun die Interopa Film GmbH, die ihren Schwerpunkt auf Synchronisation und Zeichentrickprojekte legt.

    Die Namensrechte an der CineMedia Film AG konnte sich aber die Berliner Synchron Holding AG aus Berlin Lankwitz sichern, die mit den ehemaligen Bully Herbig Studios ihrerseits eine Zweigniederlassung in München aufmachte. Zentral gelegen im kulturellen Mittelpunkt der Isarmetropole stehen nun in der zweitlängsten Straße Münchens hochwertige Aufnahme-, Misch- und Edit-Kapazitäten von Wenzel Lüdecke in direkter Konkurrenz zur Arri Media GmbH, die im Frühjahr 2016 eine neue Zweigstelle auf dem Bavaria-Gelände eröffnete. Arri Media will dort den Filmstandort München noch attraktiver machen und legt mit modernster Ausstattung einen besonderen Schwerpunkt auf Tonmischung und Grading.

    S&L Medien Gruppe soll die CINEMEDIA AG vor der Pleite retten.
    Die neueste Meldung der Branche besagt, dass sich die Organe der CINEMEDIA AG und der Berliner Synchron GmbH in Gesprächen mit der Münchner S&L Medien Gruppe befinden, welche augenblicklich die Übernahme des ältesten und eines der größten deutschen Synchronunternehmen prüft. Aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit war vor wenigen Tagen ein Insolvenzverfahren über die CINEMEDIA AG eröffnet worden, wie das Amtsgericht Berlin Charlottenburg am 27.07.2016 bestätigte. Dem war ein entsprechender Antrag des Unternehmensvorstandes auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung vorausgegangen, um die Sanierung des Unternehmens in Eigenregie durchführen zu können.

    Glücklicherweise kann das operative Geschäft der Berliner Synchron GmbH derzeit weiter uneingeschränkt fortgesetzt werden. Das hochqualifizierte Team mit seinen rund 60 Mitarbeitern gewährleistet allen Kunden die gewohnte Professionalität, Qualität sowie den individuellen Service. Die Berliner Synchron GmbH soll zunächst unter dem Dach der CINEMEDIA audiovision fortgeführt werden. Die Berliner Synchron GmbH agiert dabei als technischer Dienstleister, so dass auch in diesem Geschäftsfeld alle bestehenden und zukünftigen Aufträge nahtlos sowie in üblicher personeller Besetzung und der damit verbundenen Kompetenz und Professionalität abgewickelt werden können.

    Marcus Dröscher, Geschäftsführer der Berliner Synchron GmbH: "Die S&L Medien Gruppe wäre ein Wunschpartner, mit dessen Unterstützung sich die Berliner Synchron bestens für die Zukunft aufstellen und das Wachstum weiter fortschreiben könnte.""Ein erfolgreiches Synchronunternehmen würde sehr gut in unser Portfolio passen und unsere Dienstleistungsangebote entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Filmverleiher, Kinobetreiber, TV-Sender, Videoanbieter und Games Publisher hervorragend ergänzen. Daher haben wir die Absicht erklärt, die Berliner Synchron GmbH zu übernehmen", so Maria-Theresia von Seidlein, geschäftsführende Gesellschafterin der S&L Medien Gruppe. Eine finale Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet.

    Die Berliner Synchron GmbH soll Anfang 2017 planmäßig ihre neuen Räumlichkeiten am Gasometer in Berlin-Schöneberg beziehen. Neben der modernen Studiolandschaft und der neuen attraktiven Infrastruktur des Campus wird die umfassende Digitalisierung der Arbeitsabläufe den Kunden zukünftig eine enge digitale Verfolgung des Produktionsprozesses erlauben. Zuletzt hatte dort Günter Jauch die Sendung Stern TV produziert. Mittlerweile wird der imposante ehemalige Gasspeicher für die neue Nutzung umgebaut.

    Über die Berliner Synchron
    Die Berliner Synchron steht als traditioneller Ursprung der deutschen Synchronisation für die professionelle Sprachadaption und Untertitelung internationaler Kinofilme und TV-Produktionen, Corporate Media-Inhalte sowie barrierefreier Lokalisierungslösungen. Als eines der führenden Unternehmen der deutschen Synchronbranche hat sich die Gesellschaft in ihrem über 65-jährigen Bestehen mit derzeit über 60 festangestellten Mitarbeitern weltweit eine hervorragende Reputation geschaffen und verfügt über einen Track-Record von mehr als 8.000 synchronisierten Filmen. Mit der Leidenschaft für Sprachen und Klänge sowie dem Respekt vor der kreativen Schöpfung des Originals verfolgt das Traditionsunternehmen seit seiner Gründung im Jahre 1949 konsequent eine Vision: Das Original erleben.

    Links: www.berliner-synchron.de | cinemedia.de
    Quellen: Berlin/München (ots) | Blickpunkt:Film | filmecho


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    Mittel des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) für 2016 bereits ausgeschöpft.



    Wegen knapper Kassen wurde in 2015 die Summe für den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) von ursprünglich 60 Mio auf 50 Mio Euro gekürzt. Dieser Betrag sollte auch in 2016 festgeschrieben werden. Allerdings war im Laufe des vergangenen Jahres die Zahl der Antragsteller auf Förderungen so stark angestiegen, dass ein Teil des vorgesehenen Budgets bereits im Oktober verausgabt war und somit die Gefahr bestand, dass dem DFFF auch in 2016 weniger Geld zur Verfügung stehen würde.

    Die Rettung kam in letzter Minute. Mit einer im November 2015 erfolgten Finanzspritze in Höhe von 15 Mio. Euro für die Filmbranche sollte sich die finanzielle Schieflage entspannen.

    Leider ging die Rechnung offensichtlich nicht auf, denn das im Haushaltsjahr 2016 für den DFFF vorgesehene Budget von rund 50 Mio. Euro ist bereits jetzt ausgeschöpft. Wie die DFFF-Projektleiterin Cornelia Hammelmann in einer Mail vom 9. August 2016 an die Produzentinnen und Produzenten hinweist, übersteigt aktuell die Summe aller vorliegenden Anträge den maximalen Wert. Daher, so heißt es weiter, werden einige Antragsteller in diesem Jahr keinen Bescheid mehr erhalten, sondern bei Vorliegen aller Bewilligungsvoraussetzungen erst 2017.

    Wie Hammelmann weiter ausführt, würden alle Anträge in der Reihenfolge ihres Eingangs geprüft. Sollte sich dabei ergeben, dass die Unterlagen unvollständig sind, wird der Antragsteller darüber informiert. Mit der Nachreichung reiht sich der Antrag dann "in zeitlicher Hinsicht ans Ende der vorliegenden Projekte ein", da für die Bewilligungsreihenfolge das vollständige Vorliegen des Antrags maßgeblich für die Bearbeitung sei.

    Dabei hatte man schon im Dezember 2015 die Reißleine gezogen, wie wir hier im BAF-Blog schrieben. Zukünftig sollten nur noch Filme gefördert werden, die mehr als 3 Mio. Euro kosten würden, hieß es. Das würde die Anzahl der geförderten Produktionen begrenzen und wäre angeblich überschaubarer. Genutzt hat es nicht, wie wir leider jetzt schon im Sommer dieses Jahres feststellen müssen.

    Link: www.dfff-ffa.de
    Quelle: Blickpunkt:Film


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    Teile der legendären Prager Filmstudios Barrandov stark beschädigt.



    Mehrere Millionen Euro Schaden hat ein Brand in den Prager Filmstudios Barrandov verursacht. Wie tschechische Medien unter Berufung auf Polizei und Feuerwehr berichteten, vernichteten die Flammen am Freitag, den 26.08.2016, einen Teil der legendären Kulissenstadt. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT24 war zu sehen, wie eine nachgebaute Mittelalterburg und Nachbildungen des mittelalterlichen Paris völlig niederbrannten. Die Brandursache ist unklar.

    Die Filmstadt gehört zu den größten und ältesten Studios der Welt. Seit den 30ern entstanden dort über 2000 Filme.

    Prag hat natürlich auch diverse Filmfestivals, die wir in diesem Zusammenhang gern erwähnen möchten.

    Als Vorgeschmack auf den 11. Jahrgang von "DAS FILMFEST" - dem Festival deutschsprachiger Filme im Herbst (19.10.-3.11.2016) veranstalten das Goethe Institut zusammen mit den besten Sommerkinos in Prag und Brünn "DAS SOMMERKINO". Erfolgreiche Spiel- und Dokumentarfilme aus den letzten Jahren von "DAS FILMFEST" sehen Sie in Prag von Anfang Juni bis Ende August und in Brünn den ganzen August über. Weitere Informationen finden Sie auf Facebook. Hier der Trailer aus dem letzten Jahr.



    Veranstaltet wird DAS FILMFEST vom Goethe-Institut in Prag, dem Österreichischen Kulturforum Prag und der Schweizer Botschaft in Zusammenarbeit mit den Prager Kinos Lucerna und Atlas, den Brünner Kinos Art und Scala und dem Pilsner Kino Beseda.

    Links zum Thema: DAS SOMMERKINO in Prag | und in Brünn 2016

    Bekannter ist das FEBIO FEST, das zum 23. Mal vom 17.-25. März 2016 in Prag stattfand. Das bekannteste tschechische Internationale Filmfestival, das einen A-Status hat, ist jedoch das Filmfestival in Karlsbad, das Internationales Filmfestival Karlovy Vary (KVIFF), das vom 1. Juni - 9. Juli 2016 zum 51. Mal stattfand wie wir hier und hier berichteten.

    PS:
    Wegen Krankheit konnte in den letzten drei Tagen leider kein aktueller Eintrag gepostet werden. Wir bitten dies zu entschuldigen. Wir freuen uns aber über tatkräftige Unterstützung und Hinweise auf wichtige Themen.


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    FFA-Studie: Weniger Besucher für Top-25-Filme des ersten Halbjahres.



    Angesichts der sehr positiven Entwicklung der Kinobesucherzahlen im letzten Jahr, plant die Kinobranche überall neue Filmtheater zu modernisieren oder sogar neue Kinos zu eröffnen. Auch in Berlin. Doch laut einer jetzt veröffentlichten Studie der Filmförderungsanstalt (FFA) derzeit waren die Besucherzahlen für Top-25-Filme des ersten Halbjahres 2016 eher wieder rückläufig, denn es fehlen wohl zugkräftige Filme, was die langen Vorlaufplanungen für ein verbessertes Theaterangebot plötzlich torpedieren könnte.

    Nach soziodemografischen sowie kino- und filmspezifischen Informationen verzeichneten die Top-25-Filme zusammen insgesamt 36,9 Mio. Besucher. Das sind 5,3 Mio. weniger als die vergleichbaren Filme des Vorjahreszeitraums. Der Anteil der daran beteiligten sieben deutschen Produktionen unter den Top 25 blieb allerdings im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 konstant; sie wurden von 9,8 Mio. Besuchern gesehen, was sehr erfreulich ist.

    Beliebteste Filme nach Altersgruppen waren "Alvin und die Chipmunks: Road Chip" , für den sich 50 Prozent der bis zu 15-Jährigen entschieden, sowie "Ich bin dann mal weg" in den Altersgruppen ab 50 Jahren (74 Prozent) und 60+ (51 Prozent). Der Anteil der drei Gruppen an der Gesamtbesucherzahl der Top-25-Filme lag bei 13, 27 und 14 Prozent.

    Am meisten ließen sich die Kinogänger im ersten Halbjahr 2016 den Besuch von "Batman v Superman: Dawn of Justice" kosten. Hier der Trailer.



    Bei diesem film lag der durchschnittliche Ticketpreis mit 11,40 Euro zwar nur am zweithöchsten hinter "Star Wars: Das Erwachen der Macht" (11,56 Euro), für Popcorn & Co. sowie Getränke gaben die Besucher des Superheldenduells mit durchschnittlich 6,66 Euro jedoch am meisten aus. Der niedrigste durchschnittliche Ticketpreis wurde mit 6,24 Euro für "Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft" an den Kinokassen erzielt, obwohl er mit 49 Prozent der zweitbeliebteste Film bei den Unter-15-Jährigen war. Die Generation der über 50-jährigen geben am wenigsten für Speisen und Getränke aus. Bei "Ich bin dann mal weg" landeten im Durchschnitt nur 1,79 Euro für Getränke und Nahrungsmittel an der Kinokasse.

    Die vollständige Studie gibt es hier zum Download.

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    Netflix & Co. müssen rückwirkend FFG-Filmabgabe zahlen.
    Nach Jahren der Nichtanwendung des § 66a Absatz 2 Satz 2 des Filmförderungsgesetzes hat die EU-Kommission Anfang September 2016 entschieden, dass auch Video-on-Demand-Anbieter (VoD) mit Sitz im Ausland zur Filmabgabe nach dem Filmförderungsgesetz (FFG) herangezogen werden können, denn Angebot und Nachfrage steigen ständig, ohne dass die notwendigen Abgaben merklich nach oben gehen. Die Gewinne bleiben die den Vertreibern, wodurch die Kulturschaffenden hierzulande kaum einen Anteil abbekommen. Dazu erklärt die Produzentenallianz:

    Mit der Entscheidung der EU-Kommission ist der Weg zu mehr Abgabegerechtigkeit frei. Schließlich bestimmt das Filmförderungsgesetz, dass alle, die mit deutschen Filmen Geld verdienen, auch ihren Solidarbeitrag für den deutschen Film leisten müssen. Die praktische Auswirkung der Entscheidung wird überdies eine hoffentlich nicht unerhebliche Aufstockung der Mittel sein, mit der die Filmförderungsanstalt den deutschen Film fördert. Hier wird es auf die konkrete Umsetzung ankommen, schließlich sind Netflix, Amazon Prime Video & Co. nicht gerade dafür bekannt, Details ihrer Geschäfte offenzulegen. Aber wir sind guter Hoffnung – der erste und wichtigste Schritt ist getan.“

    Brüssels Mühlen mahlten langsam, doch was lange währt, wird endlich gut: Die EU-Kommission hat nach einem fast zweijährigen Verfahren eine Regelung im Filmförderungsgesetz abgesegnet, wonach Anbieter von Videoabrufdiensten mit Sitz im Ausland hinsichtlich der in Deutschland getätigten Umsätze zur FFA-Abgabe herangezogen werden können. Ein offizielles Schreiben liegt hierzu noch nicht vor, allerdings findet sich auf den Seiten der EU-Wettbewerbskommission der eindeutige Hinweis, dass das im Oktober 2014 eingeleitete Verfahren positiv im Sinne der Regelung entschieden wurden. Damit einher geht auch die Förderfähigkeit entsprechender Anbieter.

    Die Entscheidung ist nur konsequent, hatte die EU-Kommission doch bereits mit der Vorstellung ihres Entwurfs für eine neue Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) im Mai eine entsprechende Klarstellung verbunden.

    Die nun abgesegnete Regelung findet sich bereits im seit 1. Januar 2014 geltenden Filmförderungsgesetz und soll für die 2017 in Kraft tretende Neufassung in ähnlicher Form übernommen werden. Vor dem Hintergrund der ausstehenden Brüsseler Entscheidung hatte sie jedoch bislang keine Anwendung gefunden. Im § 66a FFG heißt es dazu am Ende:

    "Die Abgabe nach § 66a Absatz 2 Satz 2 FFG wird aufgrund des Nichtanwendungserlasses des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) vom 11. November 2013 solange nicht erhoben, bis eine Entscheidung der Europäischen Kommission über die Vereinbarkeit der Regelung mit dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) vorliegt. Für den Fall, dass die Europäische Kommission die Vereinbarkeit mit dem AEUV feststellen sollte, wird die Abgabe rückwirkend ab Inkrafttreten des Siebten Gesetzes zur Änderung des Filmförderungsgesetzes, also ab dem 01.01.2014, erhoben werden. Für den Fall, dass die Europäische Kommission die Unvereinbarkeit mit dem AEUV feststellen sollte, wird der Nichtanwendungserlass des BKM aufrechterhalten werden."

    Inzwischen hat sich auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu Wort gemeldet:

    "Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für die deutsche Filmwirtschaft und von wegweisender Bedeutung für die zukünftige Finanzierung der deutschen Filmförderung. DVD und Blu-ray-Umsätze gehen zunehmend zurück. Video-on-Demand boomt. Dabei dominieren die großen VoD-Anbieter mit Sitz im Ausland auch den deutschen Markt. Auch sie profitieren von der deutschen Filmförderung und dem nach dem FFG geförderten Filmen. Deshalb müssen sie sich - genau wie alle anderen Verwerter und Nutznießer von FFG-geförderten Filmen - getreu dem Solidargedanken des Filmförderungsgesetzes an der deutschen Filmförderung beteiligen", so Grütters.

    Und weiter: "Die Entscheidung der Kommission hat Ausstrahlungswirkung über die deutschen Grenzen hinaus. Es liegt im Interesse aller EU-Mitgliedstaaten zu verhindern, dass VoD-Anbieter allein aus steuer- oder abgaberechtlichen Gründen ihre Firmensitze innerhalb der EU wählen. Das verzerrt den europäischen Standortwettbewerb im Filmbereich. Politisch muss gelten: Wir bekämpfen nicht nur Steueroasen, sondern auch Abgabeoasen in Europa! Ich freue mich, dass die Europäische Kommission hier mit uns am selben Strang zieht. Dies hat sie auch mit ihrem Entwurf zur Novellierung der Audiovisuellen Mediendienste-Richtlinie gezeigt, der diesen Ansatz erfreulicherweise ausdrücklich bestätigt."

    Angesichts der nunmehr vorliegenden Entscheidung der Europäischen Kommission im beihilferechtlichen Prüfverfahren könnten die betreffenden Anbieter nun von der Filmförderungsanstalt zur Abgabe herangezogen werden, heißt es abschließend in der Pressemitteilung der BKM.

    Quellen: FFA | Blickpunkt:Film | BKM


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    Jahrespressekonferenz des Medienboards und weitere News.



    Es ist schon ein paar Tage her, dass der Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, Staatssekretär Björn Böhning, in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des Medienboard Berlin-Brandenburg an der Jahrespressekonferenz des Medienboards teilnahm. Diese fand Ende August 2016 statt. Daneben waren Hendrik Fischer (StS Wirtschaftsministerium Brandenburg, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Medienboard), Kirsten Niehuus (Geschäftsführerin Filmförderung Medienboard) und Helge Jürgens (Geschäftsführer Standortentwicklung Medienboard) auf dem Podium.

    Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärten:

    "Das Medienboard ist ein kraftvoller Motor des Erfolgs. Kreativität, Kompetenz und Engagement sind unersetzlich in einem Wirtschaftszweig, an den viele Erwartungen gestellt werden. Genau für die Pflege dieser Stärken steht das Medienboard"




    CCC-Film feiert 70-jähriges Bestehen, die dffb 50 Jahre Filmausbildung.
    Ganz aktuell dagegen fand gestern Abend eine berauschende Jubiläumsfeier zu 70 Jahren CCC-Film statt, der ältesten aktiven Produktionsfirma Deutschlands von Atze und Alice Brauner, zu der das Medienboard ebenfalls herzliche Glückwünsche beisteuerte. Wenige Tage zuvor lud am 20. September 2016 der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, ins Rote Rathaus zu den Feierlichkeiten von 50 Jahre Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Staatssekretär Björn Böhning, Vorsitzender des Kuratoriums der dffb, gratulierte ebenfalls und sagte:

    Nachwuchs braucht Vorbilder und die gab es in der dffb zuhauf. Die Akademie zieht Talente magisch an.“

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    Erfolgreiche Jahresbilanz des Medienboards.
    Auf der Jahrespressekonferenz des Medienboards wurde bekannt gegeben, dass im vergangenen Jahr insgesamt 309 Projekte mit mehr als 30,4 Mio. Euro vom Medienboard gefördert wurden. Damit ausgelöst wurden direkte Ausgaben in der Region Berlin-Brandenburg in Höhe von 135 Mio. Euro; der Regionaleffekt lag bei 443 Prozent. An insgesamt 4.700 Drehtagen wurde in der Region gedreht. Dabei entstanden und entstehen u.a. die vierte Staffel der preisgekrönten US-Serie "Homeland", Terrence Malicks "Radegund", Wim Wenders'"Submergence", Tom Tykwers "Babylon Berlin", Dennis Gansels "Jim Knopf"-Neuverfilmung, Matthias Schweighöfers "You Are Wanted", Marvin Krens "4 Blocks", Florian Henckel von Donnersmarcks "Werk ohne Autor", Ute Wielands "Tigermilch", Til Schweigers "Conni & Co 2" sowie Detlev Bucks "Bibi & Tina 4".

    Auch zahlreiche Auszeichnungen und Festivalteilnahmen gab und gibt es für im vergangenen Jahr in Berlin-Brandenburg entstandene Filme. So holte Steven Spielbergs "Bridge of Spies - Der Unterhändler" den Oscar für den besten Nebendarsteller (Mark Rylance), Maren Ades "Toni Erdmann" wurde als erster deutscher Wettbewerbsbeitrag seit acht Jahren in Cannes begeistert aufgenommen und geht für Deutschland ins Oscarrennen. Der Film hat obendrein gestern, den 23.09.2016, bei der Filmkunstmesse in Leipzig den GILDEFILMPREIS gewonnen, als Bester Film (national) der AG Kino – Gilde, des Verbandes deutscher Filmkunsttheater. Und Wim Wenders "Die schönen Tage von Aranjuez" sowie Martin Koolhovens "Brimstone" waren gerade im Wettbewerb von Venedig zu sehen.

    Medienboard-Geschäftsführerin Filmförderung, Kirsten Niehuus: "Derzeit läuft es gut am Film- und Serienstandort, weil Berlin-Brandenburg eine attraktive Location mit begehrten Originalmotiven und fantastischen Studios ist. Auch in diesem Jahr herrscht Vollbeschäftigung für die hochqualifizierten Filmcrews. Der Standard ist künstlerisch wie technisch auf Weltniveau und der Bedarf an audiovisuellem Content steigt. Um die Produktionen hier zu halten, ist neben der Regionalförderung ein bundesweites automatisches Förderprogramm für die Audiovisual Creative Industries notwendig, wie es das an konkurrierenden Standorten wie zum Beispiel Großbritannien gibt."

    Helge Jürgens, Geschäftsführer Standortmarketing beim Medienboard Berlin-Brandenburg, ergänzt: "Bei der digitalen Entwicklung und in der Start-up-Szene ist Berlin-Brandenburg nicht nur in Deutschland, sondern in Europa ganz weit vorne. Die audiovisuellen Branchen boomen, das Wachstumspotenzial ist enorm - und die Anforderungen verändern sich täglich, auch für die Förderung. Für uns gilt es deshalb, den Transformationsprozess zu fördern und dabei flexibel zu bleiben. Es gilt, starre Systeme zu vermeiden, nur so können wir die richtigen Antworten auch für zukünftige Fragestellungen finden."

    Wie das Medienboard weiter betonte, unterstütze man nicht nur "Event-Highlights" wie den Deutschen Filmpreis und den Deutschen Computerspielpreis und veranstalte mit der Media Convention Berlin in Kooperation mit re:publica einen der größten Medienkongresse Europas, man fördere seit zehn Jahren auch digitale Inhalte. Und das zahle sich aus. So hätten Medienboard-geförderte Games Preise gewonnen (z.B. der Deutsche Computerspielpreis für "Professor S.") oder ihre Förderung zurückbezahlt ("The Curious Expedition", "Wimmelburg").

    Weitere Informationen unter: www.medienboard.de

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    Die Leipziger GILDEFILMPREISE im Überblick:

    • Bester Film (national):
    TONI ERDMANN von Maren Ade (NFP marketing&distribution GmbH)

    • Bester Film (international)
    FRANTZ von Francois Ozon (X-Verleih AG)

    • Bester Dokumentarfilm
    THE MUSIC OF STRANGERS von Morgan Neville (NFP marketing&distribution GmbH)

    • Bester Kinderfilm
    KÖNIG LAURIN von Matthias Lang (Zorro Film GmbH)

    Verliehen wurde auch die Preise der Filmkunstmesse: Der Preis der Jugendjury in Höhe von 2.000,00€ , gestiftet von der Sparkasse Leipzig geht in diesem Jahr an: "DIE MITTE DER WELT" von Jacob M. Erwa (Universum Film) Der Publikumspreis in Höhe von 2.000,00€, gestiftet von ARRI Media geht in diesem Jahr an: "DIE SCHLÖSSER AUS SAND" von Oliver Jahan, der von Film Kino Text Jürgen Lütz e.k. herausgebracht wird. Der Preis für den besten Kurzfilm geht an „Jerry’s Garden“.

    Links: filmkunstmesse.de | www.agkino.de

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    Verleihung der Studenten-Oscars: Dreifach-Sieg für Deutschland
    Gleich drei deutsche Kurzfilmproduktion wurden bei der Verleihung der 43. Student Academy Awards am gestrigen Abend in Los Angeles ausgezeichnet.

    In der Kategorie Foreign Narrative wurde "Invention of Trust" von Alex Schaad (Hochschule für Fernsehen und Film München) mit Gold und "Am Ende der Wald" von Felix Ahrens (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) mit Silber geehrt. "Ayny – My Second Eye" von Ahmad Saleh (Kunsthochschule für Medien Köln) erhielt Gold in der Kategorie Foreign Animation, wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences schon Ende August bekanntgegeben hatte. Somit gingen wie schon im letzten Jahr drei Preise an deutsche Kurzfilme.

    Die Student Academy Awards, auch als Studenten-Oscars bezeichnet, werden jährlich von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences verliehen. Sie gehören zu den prestigeträchtigsten Preisen im Studentenfilmbereich.

    Hier die Liste aller Preisträger der 43. Studenten-Oscars.

    Quellen: B.Z. | Blickpunkt:Film | Medienboard | AG Kino | filmecho | Academy Awards


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    Auf dem Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek wurde das »Aus« des letzten Kopierwerks Deutschlands verkündet.



    Am letzten September-Wochenende fand erstmalig das Filmerbe-Festival der Deutschen Kinemathek in Berlin statt. In Kooperation mit dem Kinematheksverbund und der Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF) präsentierte das Festival Film:ReStored an vier Tagen, vom 22. bis 25. September 2016, Kinopremieren digital restaurierter Filme aus sechs Jahrzehnten deutscher Filmgeschichte.

    Begleitet wurden die Vorführungen von einer zweitägigen Konferenz mit Vorträgen, Podiumsrunden und Werkstattgesprächen, die den Erhalt des Filmerbes im digitalen Zeitalter ins Licht rückten. Die Verleihung des Lotte-Eisner-Preises in Höhe von 6.000 Euro für ein herausragendes Kinoprogramm Kommunaler Kinos und ein Kinderprogramm rundeten die Veranstaltung ab.

    Für die erste Auflage des Festivals hatte die Deutsche Kinemathek ein eindrucksvolles Programm im vergangenen Jahr restaurierter Filmklassiker zusammengestellt, darunter der Kinderfilm „Sabine Kleist, 7 Jahre“ von Helmut Dziuba, Wolfgang Staudtes „Rose Bernd“ aus dem Jahre 1957 und das fesselnde Drama „Kameradschaft“ von Georg Wilhelm Pabst. Alle Filme sind herausragende künstlerische Werke und zugleich Zeit-Dokumente, die das Lebensgefühl jener Epochen einfangen.

    Archive des Kinematheksverbundes führten Beispiele aus der Digitalisierungspraxis vor und gaben damit Einblick in technische Möglichkeiten und Entscheidungsprozesse bei der Überführung von analogem Material in digitale Daten. Auch damit verbundene ethische und ästhetische Fragen wurden weiterführend in Vorträgen und Gesprächsrunden mit Experten aus dem In- und Ausland diskutiert.

    Dabei ging es vor allem um den Status und den Schutz des (analogen) Originals: Gerade vor dem Hintergrund der Reproduzierbarkeit als Wesensmerkmal des Mediums Film wurde diskutiert, was künftig als „Original“ gelten kann und wie es als Archivgut und Referenz für jede weitere Kopierung zu behandeln ist. Erst auf dieser Grundlage können verbindliche Kriterien für eine nachhaltige Digitalisierung des Filmerbes aufgestellt werden, die eine der größten kulturellen Herausforderungen der Zeit darstellt.

    Somit stellte sich die Veranstaltung der schwierigen Frage nach dem Überleben des fragilen Kulturguts Film im digitalen Zeitalter. Mit der Ankündigung, dass das Bundesarchiv sein Kopierwerk schließen wird und die Mittel in Anlagen zur Digitalisierung der Bestände stecken wird, schockte zudem Dr. Michael Hollmann, Direktor des Bundesarchivs, die Öffentlichkeit auf dem Symposium in Berlin.

    Tatsächlich ist das Filmerbe in großer Not, die Archive sind seit Jahrzehnten das Stiefkind der deutschen Kulturpolitik. Oder, wie es Peter Dinges von der Filmförderungsanstalt (FFA) vorsichtig formulierte, ein Erbe muss auch angenommen werden.

    Nach der Wende wurden für das Bundesfilmarchiv kühne Pläne geschmiedet. In einem Neubau in Berlin sollten die Bestände aus Koblenz, Berlin und den anderen Außenstellen verschmelzen. Die Baupläne verschwanden selbst im Archiv. In ihrer Not alarmierten die Archivare Ende der 1990 die Presse und den ersten Kulturstaatsminister Michael Naumann. Gemeinsam standen sie inmitten von Badewannen, mit denen im Empfangsgebäude des Archivs in Wilhelmshagen das Wasser aufgefangen wurde, dass durch das Dach tropfte. Die Lager war durch die Asbestbelastung kaum noch zu betreten.

    Es folgten der Neubau des Lagers in Hoppegarten und der Umzug der technischen Abteilung. Neue Pläne für Zweckbauten am zentralen Standort in Lichterfelde wurden geschmiedet. Statt wie einst angepeilt 2009 ist nun der März 2019 für die Fertigstellung anvisiert – das toppt wohl nur noch die Elbphilharmonie.

    Zudem wurde systematisch Personal abgebaut, von einst 111 Mitarbeitern sind noch 64 geblieben. Das Archiv musste vier Millionen für den Wiederaufbau der Herzogin Amalia-Bibliothek aus seinem Etat abzweigen. Doch von den Erhöhungen des BKM-Etats seit 2007 profitierte es nie. Dabei wuchsen die Bestände, auch durch staatliche Auflagen. Seit 2004 schreibt das FFG vor, dass Produzenten, die von der Förderung des Bundes oder der FFA profitieren, dem Bundesfilmarchiv eine Archivkopie überlassen müssen.

    Nun steht die Digitalisierung an, und auch hier zeigt sich die Bundesregierung bislang knausrig. Seit 2012 fördert das BKM digitale Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen, seit 2013 mit je einer Million Euro. Auch für 2017 ist diese Summe geplant. Bliebe es dabei, wäre die Digitalisierung des Filmerbes in 474 Jahren abgeschlossen. Diese Summe hat PWC in einem Gutachten im Auftrag der FFA ermittelt.

    Das BKM wartet auf die Beteiligung der Länder und der Filmwirtschaft. Berlin und Brandenburg zahlten in diesem Jahr 450.000 Euro, unter anderem für die Digitalisierung von Wim Wenders „Himmel über Berlin“. Zur Erinnerung hier der Trailer:



    Auch die Filmwirtschaft hat bereits kräftig vorgelegt. Die FFA stellt seit 2012 je eine Million Euro bereit, in diesem Jahr sind es sogar zwei. Ursprünglich war die Verdoppelung an die Bedingungen geknüpft, dass auch das BKM nachlegt. Im Sommer hat die FFA beschlossen, das Geld trotzdem bereitzustellen.

    Die FFA fordert einen Eigenanteil der Antragsteller von 20%. Bislang investierten die Rechteinhaber im Schnitt 30%. Die Filmwirtschaft hat damit 2,9 Millionen Euro aufgebracht. Und ist damit nahe dran an den 3,3 Millionen, die die Politik gerne von ihr hätten. Am 26. September saßen erneut Vertreter von Bund und Ländern beisammen, um ein Bündnis zu schmieden, bei dem Bund, Länder und Filmwirtschaft je ein Drittel eines 10 Millionen Etats aufbringen.

    Zehn Jahre soll das Bündnis bestehen. Dann ist ein Fünftel der Bestände digitalisiert. Die Filmarchivare sprechen vom Arche-Noah-Prinzip.

    Das Gezerre um das Filmerbe ist einer Kulturnation wie Deutschland unwürdig. Die Länder müssen sich zu ihrer Verantwortung bekennen. Doch vor allem muss das BKM finanziell nachlegen, das Bundesfilmarchiv und die anderen Archive des Bundes müssen besser ausgestattet werden und den Löwenanteil der Digitalisierungskosten übernehmen. Auch die 24 Millionen für ein Zentralverzeichnis der Bestände der Einrichtungen des Kinemathekenverbunds, das 2008 angekündigt und still begraben wurde, müssen endlich bewilligt werden, damit Nutzer nicht von Pontius zu Pilatus rennen müssen, um bestimmte Titel physisch zu finden.

    Aber vor allem, Deutschland kann und muss es sich leisten und nach zehn Jahren Diskussion zu einem „Ja, wir schaffen das“ kommen. Die Projektion einer Schwarzen Null fesselt in 50 Jahren keinen Zuschauer vor der Leinwand oder dem Bildschirm.

    Auch Klaus Kreimeier, der zusammen mit Jeanpaul Goergen und Helmut Herbst im Jahre 2013 die Initiative "Filmerbe in Gefahr" mit einer Petition an den Bundestag startete, stellt nunmehr fest, dass die Zwischenbilanz nach drei Jahren äußerst ernüchternd ausfällt. Allen Versprechen und Zusagen zum Trotz hat sich an der misslichen Lage nur sehr wenig zum Besseren verändert.

    Im Hinblick auf die bevorstehende Expertenanhörung vor dem Bundestagsausschuss Kultur und Medien und die von Staatsministerin Monika Grütters seit längerem angekündigten Verhandlungen mit den Bundesländern und der Filmwirtschaft über die Finanzierung ihres Digitalisierungsvorhabens wendet sich nun seine Initiative mit einem offenen Aufruf an die Abgeordneten des Bundestags. Er fasst die Defizite zusammen und leitet daraus die aktuellen Forderungen an die politisch Verantwortlichen ab. Sie finden den Appell hier nachfolgend:

    Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags.

    Die Große Koalition zwischen CDU, CSU und SPD bekannte sich in ihrem Koalitionsvertrag von November 2013 eindeutig zur dauerhaften Sicherung des nationalen Filmerbes. Sie versprach eine Digitalisierungsförderung durch den Bund und stellte entsprechende finanzielle Anstrengungen der Länder und der Filmwirtschaft in Aussicht. Sie sagte zu, die Stiftung Deutsche Kinemathek als eine der zentralen Einrichtungen zur Bewahrung und Zugänglichmachung des deutschen Filmerbes stärker als bisher zu unterstützen. Ebenso versicherte sie, auch das Bundesarchiv personell und finanziell zu stärken.

    Trotz zahlreicher Appelle, Initiativen und Petitionen sind alle Versprechen und Versicherungen bis zum heutigen Tag uneingelöst:

    1. Das Filmerbe ist weiter in Gefahr. Einerseits droht durch Alterungsprozesse, aber auch durch unbedachte Vernichtung der materielle Verlust von Archivfilmen. Andererseits verschwindet die deutsche Filmgeschichte immer mehr aus Kinos und Fernsehen, während für ihre digitale Sichtbarkeit zu wenig getan wird.

    2. Die Digitalisierungsförderung des Bundes stagniert seit Jahren bei einer Million Euro für ausgewählte Mitglieder des Kinematheksverbundes.

    3. Die Verhandlungen über eine Beteiligung der Länder und der Filmwirtschaft an der Digitalisierungsförderung kommen nicht voran.

    4. Anstatt die Deutsche Kinemathek zu stärken, ist im Etat für 2017 eine Kürzung ihres Haushalts vorgesehen.

    5. Mit der Schließung des dem Bundesarchiv-Filmarchiv angeschlossenen Kopierwerks wird eine der letzten analog arbeitenden Einrichtungen in Deutschland unter dem Druck ökonomischer Zwänge beseitigt. So werden vollendete Tatsachen geschaffen, bevor vom Kinematheksverbund eine Gesamtstrategie für die Sicherung des Filmerbes erarbeitet wurde.

    6. Das Bundesarchiv-Filmarchiv wird nicht gestärkt. Vielmehr beschränkt es sich wegen der Sparzwänge ausschließlich auf die Digitalisierung, d.h auf eine Technologie, die unter internationalen Experten als ungeeignet für eine dauerhafte Sicherung gilt, solange noch keine Langzeitmodelle zur Speicherung digitaler Daten existieren und die Digitalisate mithin dem Risiko des Datenverlusts und der schnellen Überalterung von Dateiformaten ausgesetzt sind.

    Kulturstaatsministerin Dr. Monika Grütters erklärte jüngst die Digitalisierung des deutschen Filmerbes zur „Jahrhundertaufgabe“. Wir fordern die Politiker der Großen Koalition auf, sich dieser Jahrhundertaufgabe verantwortungsvoll zu stellen und die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags endlich umzusetzen. Wir fordern:

    • die Schaffung eines dauerhaften und mit angemessenen Mitteln ausgestatteten Fonds für eine zweigleisige konservatorische Sicherungsstrategie, die sowohl die Herstellung langzeitstabiler analoger Sicherungskopien als auch die Herstellung und Archivierung digitaler Kopien erlaubt.

    • die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle, um die Fördermittel angemessen auf die Mitglieder des Kinematheksverbunds sowie auf weitere Archive mit Filmbeständen in Bund, Ländern und Kommunen und auf Privatarchive mit relevanten Beständen zu verteilen,

    • finanzielle Mittel für den Aufbau eines dringend benötigten Film-Gesamtkatalogs,

    • eine höhere finanzielle und personelle Ausstattung der Mitglieder des Kinematheksverbundes, damit sie die Funktionen einer zentralen deutschen Kinemathek und eines Filmarchivs erfüllen können,

    • die Bewahrung der analogen Kopiertechnik in Deutschland und einer entsprechenden technischen und fachlichen Infrastruktur.

    Berlin, 1. Oktober 2016

    Initiative "Filmerbe in Gefahr"
    Jeanpaul Goergen, Filmhistoriker
    Prof. Dr. Klaus Kreimeier, Medienwissenschaftler

    Erstunterzeichner:

    Dr. Dirk Alt, Historiker / Dr. Anna Bohn, Filmwissenschaftlerin / Prof. Norbert Grob, Filmwissenschaftler / Prof. Vinzenz Hediger, Filmwissenschaftler / Prof. Jan-Christopher Horak, Direktor des UCLA Film & Television Archive / Alexander Horwath, Direktor des Österreichischen Filmmuseums / Prof. Dietrich Leder, Medienwissenschaftler / Juliane Maria Lorenz, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation / Harald Petzold, MbB / Edgar Reitz, Regisseur / Volker Schlöndorff, Regisseur / Wolfram Schütte, Publizist / Prof. Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler / Thomas Tode, Filmhistoriker / Prof. Chris Wahl, Filmwissenschaftler / Alexander Zöller, Filmwissenschaftler

    Link: filmerbe-in-gefahr.de/page.php?0,100,0,

    Was wurde bereits digitalisiert?
    Eine Übersicht der bisher durch öffentliche Förderung ermöglichten Digitalisierungen findet sich unter www.filmportal.de/nachrichten.

    Die Listen der Digitalisierungen des Kinematheksverbundes zeigen darüber hinaus, welche Digitalisate – von Digibeta bis 4K – aus Haushaltsmitteln oder Nutzungsanfragen in den letzten Jahren erstellt wurden. Anhand der vollständigen Darstellung kann man den technischen Wandel bei den Nutzungsanfragen verfolgen und erkennen, dass nicht nur bekannte Werke im Fokus des Interesses stehen. Näheres dazu hier auf Filmportal.

    Eine chronologische Übersicht der wichtigsten deutschen Filme gibt es hier .

    Das Deutsche Filminstitut in Frankfurt/Main hat sich entschlossen, in seine Liste nur Digitalisate von HD aufwärts aufzunehmen; es verfügt jedoch auch über eine größere Anzahl von SD-Digitalisaten, die einzeln erfragt werden können.

    Digitalisate im Bundesarchiv sind darin nicht enthalten. Sie sind im Bundesarchiv zu erfragen bzw. im Falle von vorhandenen Benutzungsstücken auf der Website des Bundesarchiv-Filmarchivs einzusehen unter: www.bundesarchiv.de/benutzungsmedien/filme.
     
    Link: www.deutsche-kinemathek.de/veranstaltungen/film-restored
    Quellen: epd Film | Deutsche Kinemathek | Katharina Dockhorn | Klaus Kreimeier


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