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Berliner Programmkinos starten gemeinsamen Spendenaufruf

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33 Berliner Programmkinos initiieren eine gemeinsame Hilfsaktion in Zeiten der Corona-Krise.



Weltweit haben Kinos geschlossen. Nicht nur Filmstarts, sondern auch bereits geplante Drehs müssen deshalb verschoben werden und die bisher sicheren Arbeitsverhältnisse sind plötzlich gefährdet.

Trotz einer breiten Solidarität dürften die Schäden für die Branche bei einer länger anhaltenden Krise irreversibel sein, denn allein deutsche Kinos verlieren 17 Millionen euro pro Woche. Doch Branchenexperten in Hollywood rechnen schon mit mehr als 20 Milliarden Dollar Verlust allein an den Kinokassen in diesem Jahr, da die lukrativen ausländischen Märkte überall einbrechen.

Abgesagt wurde auch die jährliche Fachmesse CinemaCon, bei der die Filmtheaterbranche Ende März in Las Vegas die neuesten Hollywoodprojekte vorstellen wollte. In Europa wurde nun die vergleichbare Messe CineEuope, eine Veranstaltung der International Union of Cinemas (UNIC), vorsorglich auf den 03. - 06. August 2020 verschoben, wo sie aber zeitlich mit der in Deutschland geplanten Filmmesse Köln kollidiert, einer Fachmesse für Film-Verleiher, Kinobetreiber und kinoaffine Unternehmen, die vom 04. - 06.08.2020 stattfinden soll.

Sofern alles gut geht und nicht weitere Absagen bis dahin erfolgen, muss sich das Fachpublikum für einen von beiden Terminen entscheiden. Schon jetzt ist klar, dass beide Messen aufgrund der Zeit-Überschneidung und Konkurrenz-Situation, Verluste haben werden.

Die Berliner Kinolandschaft ist akut gefährdet.

In Berlin, der Stadt mit den meisten Kinos in Deutschland und dem vielfältigsten Programmangebot, läuft derzeit gar nichts. Durch die Zwangsschließungen aufgrund der Coronavirus-Krise ist die vielfältige Kinolandschaft akut gefährdet, denn Einnahmen werden nicht erzielt, die Fixkosten laufen aber weiter.

Wie bei vielen anderen Kulturunternehmen sei es zudem unmöglich gewesen, Rücklagen zu bilden, um solche Ausfälle kompensieren zu können, wie es in einer gemeinsamen Erklärung der Berliner Programmkinos heißt. Verhandlungen mit den Vermietern gestalten sich meist ebenfalls als schwierig, da die allermeisten Immobilien fremdfinanziert sind und die Hausbesitzer wiederum den Banken verpflichtet sind, weshalb sie nicht auf die Miete verzichten können.

Deshalb haben sich 33 Berliner Programmkinos zusammengeschlossen und die Unterstützungskampagne FORTSETZUNG FOLGT auf Startnext initiiert, die am Freitag, den 27. März 2020 gestartet wurde und hier bis zum 24.06.2020 auf www.startnext.com zu finden ist.

Dazu gibt es einen Trailer von Regisseur Erik Schmitt.



Erik Schmitt hatte im letzten Jahr auch die herrliche Komödie "Cleo" ins Kino gebracht, eine Hymne an die Hauptstadt Berlin, in der vor der Pandemie auf 73 Leinwänden nicht nur die verrücktesten Festivals liefen, sondern mit exklusiven Kinostarts und anderen interessanten Veranstaltungen das Kino täglich neu erfunden wurde.

Hier zur Erinnerung der Trailer von "Cleo", dessen DVD und Blu-ray Disc auf Portalen wie Amazon bestellt, oder aber auch als VoD ab 3,99 Euro über Videobuster im Stream gesehen werden kann. Mit dem fantasievollen und visuell überraschende Großstadtmärchen hatte der Kurzfilmer Erik Schmitt im letzten Jahr sein Spielfilmdebüt auf der 69. Berlinale in der Kinder-Sektion Generation gefeiert.



Übrigens, alle über den oben genannten Aufruf erzielten Spendeneinnahmen werden an die teilnehmenden Berliner Programmkinos verteilt, die hoffen, damit zumindest einen kleinen Teil ihrer Ausgaben decken zu können.

Gleichzeitig ist auch die Politik gefragt, schnell und unkompliziert finanzielle Unterstützung zu geben, so wie es das Medienboard Berlin-Brandenburg für jene Kinos, die sich um die Kinoprogrammpreise 2020 beworben hatten, bereits mit einer auf rund 1,1 Mio. Euro verdoppelten Summe getan hat.

"Die Berliner Programmkinos haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Sie machen Kino mit Herz. Und dennoch sind sie alle auf ihre eigene Art sehr verschieden. Wem diese Vielfalt wichtig ist, ist aufgerufen, zu helfen", heißt es in der Ankündigung der Kampagne.


Mit dabei sind neben den Yorck-Kinos unter anderem das Central, das Filmkunst 66, das Hackesche Höfe Kino, das City Kino Wedding, die Eva Lichtspiele und das Bundesplatz Kino.

Sein persönliches Lieblingskino unterstützen kann man auch unter www.hilfdeinemkino.de.

Der Verleih eksys'tent zeigt Deutschlandpremiere erstmals nur online.

Einen anderen Weg der Unterstützung geht der Münchner Verleih »eksys'tent«, der an den Einnahmen seines Streaming-Angebots derzeit ausgewählte Programmkinos beteiligt. Ganz exklusiv wird dort über die Plattform www.kino-on-demand.com der Tanzfilm "Isodoras Kinder" als Deutschlandpremiere gezeigt. Bislang wurden ausschließlich bereits im Kino angelaufene Filme angeboten, doch da "Isodoras Kinder" nicht wie geplant am 23. April 2020 in den Kinos starten kann, wird mit der Ausnahme quasi ein Pilotprojekt durchgeführt, denn auch in München sind derzeit die Kinos geschlossen.

Hier der Trailer des Tanzfilms "Isodoras Kinder", der auf dem Filmfestival in Locarno seine Premiere gefeiert hatte.



Synopsis:
Isadora Duncan war die Begründerin des modernen Tanzes. Als ihre Kinder im Jahr 1913 ums Leben kamen, kreierte sie einen Solotanz mit dem Namen "La Mère" (Mutter), bei dem sie all ihre furchtbaren Erlebnisse in zarte Bewegungen verwandelte. Ein ganzes Jahrhundert später konfrontieren sich vier unterschiedliche Tänzerinnen mit diesem künstlerischen Erbe Isadora Duncans. Die Protagonistin der letzten Episode wird von der 74-jährigen jamaikanischen Schauspielerin und Tänzerin Elsa Wolliaston gespielt, die an einem Krückstock auf dem Heimweg ein paar der Bewegungen nachzuempfinden versucht.


Der Benutzer der Plattform »Kino on Demand« kann nach der Auswahl seines Filmes, sogar selbst entscheiden, welches Programmkino er unterstützen möchte. Die Aktion wird trotz der positiven Idee von Mitbewerbern nicht gern gesehen, weshalb die Online-Premiere von „Isadoras Kinder“ eine ungewöhnliche Maßnahme für ungewöhnliche Zeiten ist – und auf Dauer kein Zukunftsmodell sein sollte.

„Das Kino muss immer die Nummer eins bei der Auswertung von Filmen bleiben“, betont Jakob Kijas, Gründer von »eksys'tent«.


Um sich keinen Ärger einzuhandeln geht der Nürnberger Verleih Grandfilm einen anderen Weg. Auch er möchte seine Filme in Zeiten der Krise dem Publikum zeigen und hat deshalb auf der Plattform Vimeo eine eigene Präsenz eingerichtet, schränkt aber seine eigene Soli-Aktion ausdrücklich auf ältere Filme aus dem Repertoire ein, um den Kinos in der Krise nicht zu schaden.

Die großen Hollywood-Studios wie z.B. Universal Pictures, schert Rücksichtnahme wenig. Sie kündigen an, ihre aktuellen Kinofilme direkt über die großen VoD-Portale wie z.B. Netflix oder Maxdome vorzeitig anzubieten. Damit unterlaufen sie eigentlich das selbst auferlegte Kinozeitfenster. Aber solange die Filmtheater geschlossen bleiben müssen, kämpft eben jeder um sein eigenes Überleben.

Meinungen dazu könne ab sofort auf der neuen Plattform zurueckinskino.de gepostet werden.

Links: www.kino-on-demand.com | www.hilfdeinemkino.de | www.startnext.com/fortsetzungfolgt
Quellen: Tagesspiegel | Blickpunkt:Film | Startnext


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