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Eine geplante Wiedereröffnung und eine aktuelle Filmkritik im August, Teil vier

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Die am 05. September geplante Wiedereröffnung des historischen Kinos Intimes wurde auf den 03. Oktober 2020 verschoben.



Dass Kino Wiedereröffnungen manchmal einige Jahre länger dauern können, hat man in Berlin jüngst beim Charlottenburger Klick Kino gesehen, das 13 Jahre im Dornröschenschlaf lag und nach einer kurzen Interimsphase erst seit dem 30. Juni 2020 wieder erfolgreich und dauerhaft geöffnet ist.

Weniger von Erfolg gekrönt war nach aufwändigen Umbau der 2016 erfolgte Neustart des Eiszeit-Kinos im Kreuzberger Wrangelkiez, der bereits zwei Jahre später mit einer Insolvenz endete.

Ein gutes Ende erhofft man sich dagegen für die Modernisierung des Ladenkinos Intimes, das - nach einer vorübergehenden Einstellung des Betriebes im April 2019 - schon seit 1933 an der Ecke von Boxhagenerstraße und Niederbarnimstraße in Berlin-Friedrichshain eines der wenigen ist, das seinen Betrieb fast durchgehend aufrecht erhalten konnte.

Die Eigentümerin des Hauses, eine Mietergenossenschaft, wollte die unternehmerische Entscheidung des Betreibers zur Betriebsschließung nicht akzeptieren und nahm das Zepter zur Renovierung des Filmtheaters selbst in die Hand. Die ursprünglich für den 05. September geplante Wiedereröffnung des historischen Kinos Intimes muss jedoch auf den 03. Oktober 2020 verschoben werden, weil die am Umbau beteiligten Kollegen noch etwas Zeit benötigen, um ihr Werk zu vollenden.

Danach wird die KINOACHSE FRIEDRICHSHAIN mit den Tilsiter Lichtspielen (NW) - Kino Intimes (Mitte) - Kino Zukunft & Freiluftkino Pompeji (SO) wieder vollständig sein.

Wegen der Corona-Abstandsregeln wird das Programm am Eröffnungstag, den 03. Oktober 2020, ein TAG DER OFFENEN TÜR werden, mit eintrittsfreien Kurzfilmvorstellungen auf Spendenbasis.

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"STILL HERE" Thriller von Vlad Feier (USA) um einen Vater auf der Suche nach seiner vermissten Tochter. Mit Johnny Whitworth, Maurice McRae, Afton Williamson u.a. seit 27. August 2020 im Kino. Hier der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Mit Hilfe eines Journalisten sucht ein afroamerikanischer Familienvater nach seiner verschwundenen Tochter.

Seit über zwei Wochen ist die zehnjährige Monique Watson nun schon verschwunden. Routinemäßig hat die Polizei die Nachbarn befragt. Niemand hat das Mädchen gesehen. Laut Statistik werden in den USA eine halbe Million Kinder und Jugendliche vermisst.

Die meisten Fälle bleiben ungeklärt, das öffentliche Interesse ist gering. Erst recht, wenn man so wie die Familie Watson, in einem New Yorker Viertel wohnt, in dem überwiegend Schwarze leben. Jeden Tag läuft Michael Watson das Viertel ab, klebt Plakate mit dem Foto seiner Tochter, verteilt unermüdlich Handzettel, klingelt an den Türen und stellt immer dieselbe verzweifelte Frage, ob jemand sein Kind gesehen hat. Von der Polizei und den Medien im Stich gelassen, ist die Familie allein mit ihrem Schmerz. In seiner Hilflosigkeit besucht er eine Selbsthilfegruppe aber vor lauter Wut und Schmerz, kriegt er kaum ein Wort heraus. Ihm ist klar, dass er in diesem Land ein Bürger zweiter Klasse ist. Seine Frau Tiffany (Afton Williamson) und sein Sohn Andre (Jared Kemp) verbringen die meiste Zeit des Tages vor ihrem Hausaltar und beten inbrünstig.

Ein weißer Journalist von „The Chronicle“, Christian Baker (Johnny Whitworth) hat beschlossen, sich um den Fall zu kümmern. Als er vor Michaels Tür steht, wirft er ihn hinaus. Er glaubt einfach nicht mehr daran, dass ihm jemand Hilfe anbietet und doch wieder nur leere Versprechungen macht. Baker bleibt stur und setzt mit seinen Recherchen die Behörden unter Druck.

Um nicht als tatenlos dazustehen, knöpft sich die Polizei ein Schwarzen vor, den sie unbedingt als Täter vorführen wollen. Bei dem brutalen Verhörmethoden, stammelt er unter Tränen immer wieder, dass er unschuldig ist. Auf der Toilette bringt er sich um. Wieder ein erschütterndes Beispiel dafür, wie rassistische Vorurteile in den Köpfen der amerikanischen Polizei herumspuken.

Für Baker die perfekte Story, um Schlagzeilen zu machen und eine willkommene Abwechslung zu seiner sonstigen drögen Arbeit. Er zeigt zwar Engagement, kann aber die traurigen Lebensumstände der afroamerikanischen Community nicht wirklich verstehen, zeigt sich aber geläutert.

Auch die beiden Polizisten (Jeremy Holm, Danny Johnson), wobei einer von ihnen ein Schwarzer ist, erwidert die Unschuldsbeteuerungen des Suizidopfers, mit dem Satz: „Ich bin doch nicht dein Bruder“. Später haben auch sie haben dumpf begriffen, Fehler gemacht zu haben. Ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer den Regisseur Vlad Feier uns da serviert.

Maurice Mc Rae, in der Rolle des gebrochenen Vaters, liefert ein zu tiefst berührendes Schauspiel. Es sind bewegende Momente in diesem Film.

Ulrike Schirm



Erfurt vergibt die Spatzen Preise - München sagt Filmball 2021 ab - HDF Kino e.V. mag keine Maskenpflicht

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Preisvergabe beim Kinder- & Jugendmedienfestival GOLDENER SPATZ.



Nach gut einer Woche Laufzeit (20.-26. September 2020) sind beim 28. Kinder- & Jugendmedienfestival GOLDENER SPATZ die Preise in Erfurt vergeben worden.

Die Kinderjury bestimmte in Erfurt "Die Pfefferkönner und der Schatz der Tiefsee" zum besten Langfilm des Wettbewerbs. Regisseur Christian Theede bekam den mit 1.500 Euro dotierten Preis.

Insgesamt wurde 7 Goldene Spatzen vergeben:

Serie/Reihe Animation: "Mighty Mops: Wau Wau Land"
Unterhaltung: "Woozle Goozle: Stille Nacht, woozlige Nacht"
Information/Dokumentation/Dokumentarfilm: "Triff... Harriet Tubman"
Kurzfilm: "Tobi und der Turbobus"
Wettbewerb Digital: "Gute Geschichten": Ratzfatz durch die Mauer

Die Jury des MDR-Rundfunkrates sprach ihren Preis für das beste Drehbuch (4.000 Euro) Beate Völcker und Co-Autor Peter Palatsik für "Fritzi - eine Wendewundergeschichte" zu.

Der Publikumspreis (2.500 Euro) ging an "Auerhaus"über vier junge Freunde, die unter den skeptischen Augen der dörflichen Nachbarn eine Schüler-WG gründen. (Regie: Neele Leana Vollmar). Hier der Trailer:



Link: www.goldenerspatz.de

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Deutscher Filmball fällt 2021 aus.

Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Forscher haben herausgefunden, dass das Coronavirus mutiert ist und noch ansteckender geworden ist.

"Der Deutsche Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte Thomas Negele, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), mit.


Der Deutsche Filmball gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Veranstaltungen der deutschen Filmbranche. 2021 sollte er zum 48. Mal stattfinden. Die Veranstalter hoffen nun darauf, im Jahr 2022 wieder im Münchner Nobelhotel Bayerischer Hof tanzen zu können.

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HDF fordert Abschaffung der Maskenpflicht in Kinos.

CSU-Chef Markus Söder hat seine bisherige Corona-Strategie als alternativlos verteidigt. Zudem plant Söder einen Runden Tisch zur Corona-Strategie. Daran sollten unter anderem Mediziner teilnehmen, aber auch Philosophen, Ethiker und Vertreter der Kirchen, die "alles hinterfragen", um dabei zu helfen, eine eine "andere Perspektive zu zeigen".

"Für mich als Christ ist es ethisch nicht vertretbar, für das Freizeitverhalten vieler das Leben weniger zu Opfern", sagte er am Samstag, den 26.09.2020, in seiner Grundsatzrede bei einer Videokonferenz des ersten großen Online-Parteitags der CSU. Das Virus sei "mit aller Macht, mit aller Wucht wieder da in ganz Europa", sagte Söder weiter. "Diese zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark."


Trotz wieder steigender Covid-19-Fallzahlen werden die Corona-Maßnahmen vor allem von jüngeren Personen in einigen Party-Hotspots nicht mehr allzu ernst genommen. Die Hasenheide in Berlin ist zu einer großen Open-Air-Disko geworden und auch in der Mainmetropole Frankfurt sowie in den Zügen der Kölner Verkehrsbetriebe wird - wie kürzlich noch in den Berliner U-Bahnen geschehen - wieder gefeiert wie vor Pandemie-Zeiten.

Jugendliche feiern irre Corona-Party in der Berliner U-Bahn. Hier ein Clip.



Bei Blockbuster-Filmen in den Mainstream Kinos der Multiplex-Theater wird manchmal bedenklich nah zusammen gerückt, viel miteinander geredet und zwischendurch ziemlich häufig während des knapp einstündigen Werbe-Vorprogramms aufgestanden.

Ganz anders dagegen verlaufen die Vorstellungen in den Arthouse-Kinos. Hier treffen sich ruhige Cineasten meist älteren Semesters. Zudem werden dort größere Abstandsregelungen bevorzugt, was für junge Leute offensichtlich eher unattraktiv ist.

Sogar der Fußball-Bundestrainer Joachim Löw sieht die Zulassung ausgelassener Fans angesichts der steigenden Corona-Zahlen kritisch.

"Ich halte es grundsätzlich ein bisschen für das falsche Signal, dass man Risikogebieten jetzt wieder so viele Zuschauer zulässt", so Löw.


UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sieht dagegen darin ein "Pilotprojekt" bei der Zuschauerrückkehr, ebenso wie Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des Hauptverbandes der Kinobetreiber (HDF Kino), die neben einem möglichst geringem Sitzabstand in den Kinos außerdem für eine komplette Abschaffung der Maskenpflicht während der Film-Vorführungen plädiert.

Angesichts eines drohenden neuen Lock-Downs halten wir die Abschaffung der Maskenpflicht bei noch geringerem Sitzabstand in Kinos, Theatern und Stadien jedoch für ein falsches Signal!

Christopher Nolans Blockbuster "TENET" belegt zwar derzeit den ersten Platz der Kinocharts, gleichwohl werden die erwarteten Umsätze des Blockbusters bei weitem nicht erreicht. Deshalb in den Kinos wieder enger zusammenzurücken, um mehr Zuschauer unterzubringen, würde wahrscheinlich wenig nützen, sondern eher jene abschrecken, die sich trotz der Pandemie ins Kino trauten, weil Kinos wie der Berliner Delphi Palast, wo exklusiv eine 70mm Fassung des Films läuft, einen Sitzabstand von mindestens 1,5 Metern gewährleisten.

Im Berliner Zoo Palast dagegen, wo ebenfalls eine Fassung in 70mm gezeigt wird, wurde der Sitzabstand auf einen Meter verkürzt. Stattdessen herrscht dort aber Maskenpflicht während der gesamten Vorstellung auch am Sitzplatz selber, was bei einem knapp dreistündigen Film nicht jeder verträgt und deshalb nicht mehr ins Kino gehen will.

Bei unseren gestrigen Filmempfehlungen, sind Befürchtungen von zu geringem Sitzabstand und über die Stränge schlagende Besucher allerdings kaum zu erwarten. In den meisten Arthouse-Programmkinos wird maximal jeder dritte Platz und nur jede zweite Reihe belegt. Im Höchstfall sind dies 25% der Besucherkapazität des jeweiligen Kinos.

Für die Kinobetreiber sicherlich schmerzhaft und auf Dauer finanziell nicht tragbar. Doch die Gesundheit der Zuschauer geht vor!

Quellen: dpa | AFP | Filmecho | Zoo Palast | Bild | HDF Kino e.V.


Ernsthafte Folgen durch verschobene Kinostarts - Hollywood zittert vor dem Virus

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Cineworld, eine der größten Kinoketten in den USA und Großbritannien, schließt wegen der Corona-Pandemie vorübergehend wieder seine Pforten.



Auch wenn wir als Cineasten eher die kleinen, feinen Arthouse-Filme mögen, so kann die Filmindustrie allein davon nicht existieren. Filme wie „Niemals selten manchmal immer“, den wir am Sonntag, 4. Oktober 2020, besprochen hatten, konnte am letzten Wochenende nicht einmal 7.000 Zuschauer verzeichnen.

Christopher Nolens "TENET" dagegen, der am 26. August 2020 gestartet war und nicht einmal eindeutig zu den Blockbustern zählt, sondern durchaus zur experimentellen Filmkunst zuzurechnen ist, kann in den zurückliegenden sechs Wochen Laufzeit immerhin 1,37 Millionen Besucher verzeichnen.

Im Vergleich zu Walt Disneys "Star Wars" Filmen, die im gleichen Zeitraum zum Teil mehr als 5,0 Millionen Zuschauer allein in Deutschland erreichen konnten, nimmt sich dies zwar relativ bescheiden aus, ist aber immer noch ein Vielfaches von einigen Arthouse-Stücken, die manchmal auf kaum 500 Besucher kommen.

Berücksichtigen muss man allerdings, dass die Kinos wegen des Corona-Hygiene-Abstandes derzeit meist nur über ein Drittel der Sitzplätze verfügen können, wodurch ein direkter Vergleich der Umsatzzahlen nahezu unmöglich wird, denn durch die geringere Kapazität in den Filmtheatern werden die absoluten Ergebnisse stark verfälscht.

In einigen Ländern und vor allem in Großstädten wie New York, sind sogar immer noch alle Kinos wegen der Corona-Pandemie gänzlich geschlossen. Da sich somit insgesamt in den USA kein nennenswerter Umsatz erzielen lässt, verschieben immer mehr Hollywood-Verleiher ihre geplanten Blockbuster ins nächste Jahr. So z.B. geschehen mit dem 25. Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" (Originaltitel: "No Time To Die"), der erst im April 2021 in die Kinos kommen soll, wie wir am letzten Sonntag, 4. Oktober 2020, ebenfalls schrieben.

Hier der Trailer:



Warner Bros. hat den Start von Denis Villeneuves "Dune" mit dem jungen Superstar Timothée Chalamet ("Call me by Your Name") in den USA sogar fast um ein Jahr verschoben, nämlich von 18. Dezember 2020 auf den 1. Oktober 2021.

Hier der Trailer:



Matt Reeves' ebenfalls ursprünglich für diesen Termin geplanter "Batman" startet sogar nun erst im März 2022.

Cineworld, die größte britische Kinokette, zu der auch die deutsche Cineplex Gruppe gehört, zog nun sogar die Reißleine und schließt am 8. Oktober 2020 vorübergehend seine sämtlichen Filmtheater in Großbritannien und den USA um Personalkosten zu sparen, da die Einkünfte wegen fehlender neuer Blockbuster nicht mehr kalkulierbar sind.

In Deutschland können wir uns glücklich schätzen, dass es wenigstens ein paar innovative Filmkunsttheater sowie diverse Filmfestivals gibt, die noch nicht ganz aufgegeben haben und sich immer noch trauen, Werke ins Kino zu bringen, die bei uns noch nicht gezeigt worden sind.

Auch der Verleih Tobis gehört dazu und plant noch in diesem Jahr, Filme ins Kino zu bringen, die in den USA dem Streaming vorbehalten bleiben. Dazu gehört der Katastrophenthriller "Greenland", dessen Trailer wir hier eingefügt haben:



Darüber hinaus wird Tobis die Fantasykomödie "The Witches" von Robert Zemeckis, die in den USA nur exklusiv auf HBO zu sehen ist, in die deutschen Kinos bringen.

Hier der Trailer:



Dagegen wurde die seit langem geplante Fortsetzung der DC-Comic-Verfilmung "Shazam" mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle als Bösewicht "Black Adam", deren Dreharbeiten noch nicht einmal Warner Bros. begonnen hat, vorsorglich vom geplanten Starttermin am 22. Dezember 2021 auf unbestimmte Zeit verschoben.

Verschoben wurde auch von Walt Disney aus dem Marvel Cinematic Universe der Science-Fiction-Action-Abenteuerfilm „Black Widow“ der Regisseurin Cate Shortland um gut ein halbes Jahr in den Mai 2021.

Hier der Trailer:



Und auch auch die Produktion „The King’s Man – The Beginning“ der 20th Century Studios, ein britischer Spionage-Action-Film mit Ralph Fiennes unter Matthew Vaughns Regie, wird Disney nicht vor Mitte Februar 2021 - und somit erst genau zur nächsten Berlinale - in die Kinos bringen.

Hier der Trailer:


Quellen: Spiegel | Blickpunkt:Film | Filmstarts


FFA vergibt 5,8 Millionen Euro an Verleihförderung und Medienstiftung NRW fördert Filmfest Lünen

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Mit 5,8 Millionen Euro an Verleihförderung will die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin den Filmabsatz stärken.



Erst gestern lobten wir den Einsatz zahlreicher Kinos und Filmfestivals, das Filmgeschäft trotz der Corona-Pandemie am Laufen zu halten.

Nun wurde bekannt, dass im Rahmen des Rettungs- und Zukunftsprogramms Neustart Kultur zur Stärkung des Filmabsatzes die Kommission für Verleih-, Vertriebs- und Videoförderung der in Berlin ansässigen Filmförderungsanstalt (FFA), die Herausbringung von 13 neuen Filmen im Kino und von vier Filmen für das Home Entertainment mit insgesamt 5,8 Millionen Euro unterstützt.

Für die Verleihförderung wurden rund vier Millionen Euro zugesagt, von denen rund 70 Prozent oder 2,632 Millionen Euro aus dem Sonderfördertopf von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), stammen.

Die BKM-Mittel werden dabei als nicht rückzahlbare Zuschüsse an die Verleih- und Vertriebsunternehmen ausgereicht, um deren pandemiebedingt hohes wirtschaftliches Risiko abzufedern und stellen somit eine wichtige Unterstützung für den Filmabsatz in der aktuellen Situation dar. Sieben Filme erhalten zusätzlich Medialeistungen in Höhe von insgesamt 1,8 Millionen Euro, womit die Gesamtsumme der Kino-Verleihförderung bei gut 5,8 Millionen Euro liegt. Die Herausbringung von vier Filmen auf DVD/Blu-ray Disc und über VoD-Dienste wird mit 113.663 Euro unterstützt.

Die höchste Verleihförderung ging mit jeweils 600.000 Euro an die Realverfilmung des Kinder- und Familienfilms „Jim Knopf und die Wilde 13“, den wir letzten Sonntag mit Trailer besprochen hatten, sowie an den Animationsfilm „Drachenreiter“, der Adaption des Fantasy-Romans von Cornelia Funke, der unter dem Titel „Dragon Rider“ auch international zum Bestseller wurde.

Hier der Trailer:



Die vollständige Liste finden Sie hier.

Link: www.ffa.de

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Jetzt erst recht! - Filmfest Lünen gibt nicht auf!

Auch das Engagement zahlreicher kleinerer Filmfestivals - trotz der Corona-Krise und der eingeschränkten Platzkapazität - weiter zu machen, hoben wir gestern hervor.

Dazu gehört auch das KinoFilmFest Lünen, das jetzt bekannt gab, sich nach 30 leidenschaftlichen und erfolgreichen Festivalausgaben auf die Anfänge und aufs Wesentliche zu konzentrieren: nämlich Filme, Filme, Filme.

Vom 4. bis 7. November 2020 firmiert das Team um Michael Wiedemann, Sven Ilgner und Anke Höwing neu unter KinoFilmFest Lünen und präsentiert ein kleineres, intensives Filmprogramm mit aktuellen deutschsprachigen Produktionen.

Die dreiköpfige Festivalleitung: „Es ist jetzt wichtiger als vielleicht jemals zuvor, für Lünen ein anspruchsvolles und unterhaltsames Filmprogramm zu präsentieren. Die große Bandbreite und Kraft des Kinos muss erlebbar bleiben. Diese Kontinuität ist wichtig für die Filmschaffenden, für das Kino und für das Lüner Publikum. Da ist es unsere Aufgabe als Festivalmacher*innen, Lösungen zu finden.“


Bei seinem Neustart erfährt das Festival große Unterstützung bei der Film- und Medienstiftung NRW, in der Stadt Lünen, den Mitarbeiter*innen und den langjährigen Festivalfans. Der Rückhalt und die Solidarität sind groß. Dank des präzisen und über Monate bewährten Hygienekonzepts der Cineworld Lünen erwartet das Festival ein sicheres Kinoerlebnis für sein Publikum. Das Programm und die Wettbewerbe werden in der kommenden Woche veröffentlicht.

Ebenso verfahren die auch im Herbst 2020 startenden Filmfestivals in Cottbus, Lübeck oder Duisburg sowie das exground filmfest Wiesbaden, auf die wir in nächster Zeit noch einmal näher eingehen werden.

Link: www.kinofilmfest.de


Naturfilmpreise vergeben, Kinderfilmfest eröffnet, Kinoeröffnung verschoben

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Wegen der Corona-Krise ist eine geplante Kino-Wiedereröffnung in Berlin am Behördenwirrwarr geplatzt.



Rund anderthalb Jahre nach der Schließung des historischen Kinos INTIMES in Berlin Friedrichshain, das zum Trio um die von uns schon mehrfach erwähnten Tilsiter Lichtspiele, dem Kino Zukunft am Ostkreuz und dem daneben befindlichen Freiluftkino Pompeji gehört, ist ein schickes neues Programmkino entstanden, welches zwar nun fertig ist, aber dennoch nicht eröffnet werden kann.

Obwohl gründlich saniert, mit eingebautem zweiten Kinosaal sowie mit 4k-Projektoren, bequemen Kinostühlen und angemessener Sitzreihenerhöhung ausgestattet, fehlt immer noch die behördliche Erlaubnis zum Neubeginn, der eigentlich am 3. Oktober 2020, dem Tag der Deutschen Einheit, mit großer Eröffnungsfeier hätte stattfinden sollen.

Inzwischen gibt es eine Sperrstunde in Berlin, Kontaktbeschränkungen, Verbot von Partys und größeren Menschenansammlungen sowie stetig steigende Corona-Fälle, sodass eine Eröffnungsfeier gar nicht mehr im geplanten Rahmen möglich ist.

Zwar wurden alle Auflagen erfüllt, zu denen der Erhalt der historischen Eingangstür gehört, die sich nun nicht mehr in der Boxhagener Straße befindet, sondern um die Ecke in die Niederbarnimstraße, direkt neben der quasi denkmalgeschützten Graffiti-Wand, ihren Platz gefunden hat und den Weg zu einem neuen geräumigen Foyer freigibt.

Aber leider kämpfen auch die Behörden gegen die Pandemie, sodass es ungewiss bleibt, wann die Ämter für eine Begutachtung der abgeschlossenen Baumaßnahmen die Zeit finden werden.

Während beim BER Flughafen angeblich nichts mehr schief läuft und die Eröffnung ganz im Stillen und möglichst ohne Flieger stattfinden soll, damit kein Koffer beim Umzug von Tegel verloren geht, muss das Kino-Team weiter ausharren und fürchten, noch vor der Eröffnung in einen erneuten Lock-Down zu rutschen.

Link: kino-intimes.de

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Naturfilmpreise virtuell vergeben.

Ebenfalls quasi unter Ausschluss des Kino-Publikums, nämlich nur online, musste der DEUTSCHE NATURFILMPREIS 2020 wegen der Corona-Auflagen diesmal beim Darßer Naturfilmfestival am Sonntagabend, den 11. Oktober 2020, verliehen werden.

Die von dem Berliner Filmemacher Henry M. Mix produzierten Dokumentarfilme "Auf dünnem Eis" und "Im Reich der Wolga" wurden die Gewinner des Deutschen Naturfilmpreises 2020. Die beiden mit jeweils 10.000 Euro dotierten Auszeichnungen wurden beim Deutschen Naturfilmfestival in Wieck auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in den Hauptkategorien "Mensch und Natur" und "Wildnis Natur" vergeben.

Hier ein längerer Clip mit den Preisträgern des Naturfilmfestivals:



Die Stiftung verleiht den Naturfilmpreis seit 2008.

Die Jury sei tief beeindruckt von "Auf dünnem Eis" der Naturfilmer Mix und Boas Schwarz gewesen. Der Film halte den Beobachtern wie in einem Krimi das eigene Vergehen vor Augen. Dabei lasse er die Betrachter nicht resignieren. "In tragisch schönen Bildern zeigt der für MDR und ARTE produzierte Film die Auswirkungen des Klimawandels auf wenig bekannte Regionen", hieß es zur Begründung.

Humorvoller gehe es bei dem Film über die Wolga zu. "Der Zuschauer lernt etwas über Russland, indem er den russischen Biber beobachtet." Als Sprecher begeistere in dem von Mix für den NDR produzierten Film der Kolumnist und Autor Wladimir Kaminer.


Link: www.deutscher-naturfilm.de

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25. Kinderfilmfestival in Chemnitz.

Ganz anders, nämlich selbstbewusst und physisch real im Chemnitzer Opernhaus - wenn auch mit gebührendem Corona-Abstand - wurde am Samstag, den 10. Oktober 2020, das Schlingel Kinderfilmfestival zum 25. Mal eröffnet.

Von Sonntag an bis zum kommenden Samstag stehen in Chemnitz und Zwickau rund 260 Filme aus über 40 Ländern auf dem Programm für Kinder und junges Publikum. Die Chemnitzer Schüler dürfen sich dieses Jahr allerdings nicht im gleichen Kinosaal wie das Fachpublikum aufhalten. Damit trotzdem Gespräche mit Filmschaffenden stattfinden können, wird eine Videowand aufgebaut, über die Live-Onlinekonferenzen im Anschluss an die Filme durchgeführt werden können.

Insgesamt 48 Streifen laufen dabei das erste Mal deutschland- oder sogar weltweit im Kino, wie die Festivalleitung mitteilte. Über die verschiedenen Preise des Festivals entscheiden zum Ende des Festivals mehrere Kinder- und Fachjurys.

Neben erstklassigem Filmgenuss hält der SCHLINGEL ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Rahmenprogramm bereit. Hier liegt das Augenmerk insbesondere auf film- und medienpädagogischen Angeboten für Kindergärten, Schulen und Horte, in denen die Teilnehmer in praktischen Aufgaben Einblick in Themen wie Filmproduktion, Umgang mit Kamera & Co. oder das Vertonen von Filmen erhalten. Und auch akkreditierte Fachbesucher informieren sich in Seminaren und Foren zu neuesten Trends und Fragen rund um das Thema Kinder- und Jugendfilm.

Link: ff-schlingel.de


Tobis Film hat „Greenland“ vorgezogen - Filmwoche München ist gecancelt

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Filmwoche München kann wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden - Tobis Film zieht den Katastrophenfilm "GREENLAND" noch schnell vor.



Normalerweise findet zu Beginn des Jahres in der Mathäser Kino- & Veranstaltungslocation die Filmwoche München statt. Dort werden den Kinobetreibern und der Fachpresse die neuesten Filme, oder Ausschnitte daraus sowie Trailer gezeigt, um die Branche zu informieren, was Anfang des Jahres 2021 in die Kinos kommt.

Doch nun hat Kurt Schalk, Organisator des Events bekanntgegeben, dass die große Branchenveranstaltung im kommenden Jahr nicht wie geplant im Januar stattfinden kann. Eine Verlegung auf einen Ausweichtermin wird geprüft.

Die Organisatoren und Verleiher haben "nach sorgfältiger Abwägung gemeinsam diese Entscheidung getroffen".


Die aktuell steigenden Infektionszahlen und die daraus resultierenden Einschränkungen für Veranstaltungen in dieser Größenordnung sowie die nicht vorhersehbaren Entwicklungen in der nächsten Zeit, hätten die Verantwortlichen zu diesem Entschluss bewogen.

„Bekanntermaßen ist die Filmwoche München ein liebgewonnener Auftakt in das kommende Kinojahr,“ so Kurt Schalk, „somit haben sich die Verleiher und Studios diese Entscheidung nicht einfach gemacht. An vorderster Stelle steht die Gesundheit aller Beteiligten, so dass eine Absage für Januar bzw. eine Verschiebung der Filmwoche für uns die bestmöglichste Vorgehensweise ist.“


In den kommenden Wochen wird geprüft, zu welchem späteren Termin die Filmwoche möglich gemacht werden kann. Sobald ein bestimmter Zeitraum in Aussicht steht, wird dieser umgehend bekannt gegeben.

Nach zahlreichen Verschiebungen von Filmstarts oder kompletten Absagen sind neben der Ansteckungsgefahr auch die Veranstalter beunruhigt, ob ein kompletter Lockdown wieder bevorstehen könnte. Bereits die Oscar Verleihung wurde von Januar auf April 2021 verschoben.

Nicht nur der neue James Bond - "No Time to Die" auch zahlreiche andere Blockbuster, die noch vor Weihnachten erscheinen sollten, wurden teilweise auf unbestimmte Zeit verschoben oder gelangen gar nicht mehr ins Kino, sondern laufen gleich auf Online Portalen wie NETFLIX an.



Dazu gehören Filme wie "THE PROM" mit Meryl Streep und Nicole Kidman, oder "DU HAST DAS LEBEN VOR DIR" mit Sophia Loren, die weltweit noch dieses Jahr auf dem Streaming Portal starten.

Hier der Teaser von "The Prom"über ein Musical das floppt und deshalb zu anderen Mitteln der Aufmerksamkeit gegriffen werden muss. (Weltweiter Start auf Netflix am 11. Dezember 2020, Regie: Ryan Murphy)



sowie der Trailer von "Du hast das Leben vor Dir"über eine alternde Holocaust-Überlebende, die eine Beziehung zu einem jungen Einwanderer aus dem Senegal knüpft. (Weltweiter Start auf Netflix am 13. November 2020, Regie Edoardo Ponti)



Da auch die meisten Filmfestivals entweder hybrid - also im Kino und online stattfinden oder sogar nur noch OnDemand durchgeführt werden, müssen leider wohl große Umwälzungen in der Kinobranche befürchten werden.



Bevor weitere Kinoketten weltweit - zumindest vorübergehend - schließen (wir berichteten hier) hat Tobis Film kurzfristig den Starttermin seines US-Katastrophen Blockbusters „GREENLAND“ unter der Regie von Ric Roman Waugh auf den gestrigen 22. Oktober 2020 vorgezogen.

Hier der Trailer:



Synopsis:
In dem mit Gerard Butler besetzten Katastrophen-Thriller rast ein riesiger Komet in hoher Geschwindigkeit auf die Erde zu und soll eigentlich in der Erdatmosphäre verglühen. Doch dann zerstört er ganz Florida. Ingenieur John Garrity und seine Familie zählen zu einem von der US-Regierung ausgewählten Kreis von Menschen, denen ein Überleben auf Grönland möglich gemacht werden soll. Doch auf dem Weg dorthin wird im Chaos fliehender Menschen und plündernder Horden die Familie auseinandergerissen.


Obwohl der Verleih meint, mit dem Film alles richtig gemacht zu haben, um einen spannenden Kinoabend den Zuschauern unter begrenzter Kinokapazität bieten zu können, waren wir ganz anderer Meinung.

Weder die Story noch die schauspielerischen Leistungen haben uns überzeugt. Ein Film nach üblicher Machart dieses Genres, das zumindest Roland Emmerich etwas besser beherrscht. Wir hätten uns durchaus mehr wissenschaftliche Fakten gewünscht zu einem sicherlich möglichen Szenario, anstatt eines Krimis mit einer überflüssigen Entführungsgeschichte.

Unsere Kollegin Ulrike Schirm wird in ihrer wöchentlichen Filmkritik wahrscheinlich noch ausführlicher dazu Stellung nehmen.



Der Kinoverband HDF-Kino fürchtet natürlich um seine Existenz und die der Kinos wenn die Umsätze nicht mehr stimmen.

Welche Auswirkungen die neuen Corona-Beschränkungen für die Kinos haben, diese Frage beschäftigt derzeit die ganze Branche, obwohl es derzeit noch keine konkreten Aussagen dazu gibt, denn verschärfte Maßnahmen werden teilweise auf kommunaler Ebene getroffen werden, so der Kinoverband.

Derzeit ist die Situation sehr unübersichtlich. Einige Gebiete, die bereits die Schwellenwerte überstiegen haben, haben die Maskenpflicht im Kinosaal eingeführt und damit auch den Verzehr von Getränken und Snacks verboten, einem existentiellen Zusatzgeschäft für die Betreiber.

„Dies ist aus unserer Sicht absolut untragbar“, so der HDF. "Kinos müssen von der Sperrstundenregelung ausgenommen werden, die Regeln müssen einheitlich und umsetzbar sein".


Das Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege betont allerdings, dass die Mund-Nasen-Bedeckung wie in der Gastronomie nach allgemeinen Grundsätzen vorübergehend am Sitzplatz abgenommen werden kann, solange dies für den Verzehr von sog. Kino-Concessions erforderlich ist. Wegen der vermeintlichen Ansteckungsgefahr verkaufen allerdings in anderen Bundesländern einige Filmtheater keine Getränke mehr.

Ob die derzeitige Ausbreitung der Infektionen sich jemals im Kino oder vielleicht nur auf dem Weg dahin stattfindet, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, wurde wissenschaftlich noch nicht untersucht. Angeblich haben die Gesundheitsämter bisher keine Ansteckungen in Kinos nachverfolgen können.

Der Kinoverband betont in diesem Zusammenhang, dass es bisher sogar weltweit noch keinen bestätigten Infektionsfall in einem Kino gab.

„Daher ist es aus unserer Sicht absolut unverständlich, die Kinos mit neuen Beschränkungen zu belegen, nachdem sich monatelang gezeigt hat, dass Kinos sichere Orte sind“, so der HDF weiter.


Auf der Konferenz der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident*innen der Länder wurden u.a. folgende Punkte beschlossen:

- ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche soll eine ergänzende Maskenpflicht im öffentlichen Raum dort eingeführt werden, wo Menschen dichter und länger zusammenkommen

- ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche soll die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen weiter begrenzt werden, in Hotspot-Regionen auf 100 Personen

- oberhalb von 35 Neuinfektionen pro 100.000 in einer Woche soll eine Sperrstunde in der Gastronomie sowie zusätzliche Auflagen und Kontrollen eingeführt werden, in Hotspot-Regionen ab 23 Uhr inkl. Außenabgabeverbot von Alkohol

- kommt der Anstieg der Infektionszahlen unter den vorgenannten Maßnahmen nicht spätestens binnen 10 Tage zum Stillstand, sind weitere gezielte Beschränkungsschritte unvermeidlich.

Laut HDF Kino wurde auf der Konferenz auch beschlossen, dass durch die Einschränkungen betroffene Wirtschaftsbereiche weiterhin Überbrückungshilfen erhalten.

„Wir werden uns daher auch an den Wirtschaftsminister wenden und darauf hinweisen, dass die Kinos zu den Hauptbetroffenen gehören und hoher Bedarf an Hilfen besteht.“


Link: www.hdf-kino.de
Quellen: Monitor/ARD | Filmecho | HDF KINO e.V. | Tobis | Limelight PR


Neuer Lockdown (light) legt den Kulturbetrieb lahm

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Auch Kinos werden ab November bundesweit geschlossen - erste Festivals sagen ihre physischen Veranstaltungen ab.



Gestern noch haben wird das Berliner Filmfestival AROUND THE WORLD IN 14 FILMS angekündigt. Doch bereits am Mittag wurde deutlich, dass ein physischer Start Anfang Dezember auf wackeligen Füßen steht, wenn im November 2020 ein erneuter Lockdown wegen der ausufernden Corona-Pandemie ausgerufen wird.

Link: 14films.de



Dazu schrieb der Deutsche Kulturrat:

„Die Corona-Pandemie bedroht uns alle und natürlich ist auch der Kulturbereich bereit, Einschränkungen hinzunehmen, wenn sie notwendig und verhältnismäßig sind. Sollte es wirklich unumgänglich sein, dem Kulturbereich einen nochmaligen Lockdown zu verordnen, kann das nur funktionieren, wenn die dadurch entstehenden Einnahmeausfälle kompensiert werden. Das gilt für die öffentlichen und privaten Kultureinrichtungen genauso wie für die vom Lockdown betroffenen Künstlerinnen und Künstler. Wir erwarten, dass die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder den Kulturbereich nicht im Regen stehen lassen“, so Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates.


Laut Presseberichten von gestern, sollen Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, deutschlandweit fast den ganzen November untersagt werden. So sollen u.a. Theater, Opern, Konzerthäuser und Kinos wohl vom 2. November 2020 an bis mindestens Ende des Monats schließen.

Link: www.kulturrat.de



Dass ein "FLÄCHENDECKENDES KULTURVERBOT die FILMWIRTSCHAFT GEFÄHRDET" beunruhigt auch die SPIO (Spitzenorganisation der Filmwirtschaft). Sie ist besorgt über die ihrer Meinung nach "undifferenzierte Debatte" im Vorfeld der gestrigen Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin. Ein flächendeckendes Kulturverbot hätte dramatische Folgen für die Kinolandschaft und die Filmwirtschaft in Deutschland, heißt es in einem Statement des Dachverbands.

SPIO-Präsident Thomas Negele:
„Seit Monaten arbeiten Kinobetreiber*innen und Verbände dafür, den Menschen ein sicheres und unbeschwertes Kinoerlebnis zu ermöglichen. Mit Hygienekonzepten und Umbaumaßnahmen wurden Voraussetzungen geschaffen, dass Kultur auch in der Pandemie gemeinsam erlebt werden kann. Die eingeführten Regeln wurden strikt umgesetzt – bis hin zu Hausverboten. Lüftungszyklen wurden erhöht, die Zeiten zwischen den Vorstellungen entzerrt und Plexiglaswände eingezogen. Und alle Studien zum Thema zeigen: Die Kinos sind sicher. Deutschlandweit sind bis heute keine Infektionen im Kino bekannt, auch nicht in Corona-Hotspots.

Sollten die Kinos jetzt für eine Entwicklung in Haftung genommen werden, die sie nicht zu verantworten haben, dann werden die Folgen auf die gesamte Filmbranche durchschlagen. Besonders hart: Zuerst trifft es ausgerechnet jene Verleiher, die in dieser schwierigen Situation echte Branchensolidarität bewiesen haben und vielversprechende Filmstarts für den Winter ankündigten.

Klar ist: Eine solche undifferenzierte Maßnahme würde nicht wesentlich zur Eindämmung beitragen, nimmt den Menschen aber eine gerade an den Winterabenden beliebte Gelegenheit für eine Auszeit aus dem Alltag. Derartige Einschränkungen gefährden die Akzeptanz und damit die effektive Wirksamkeit der wichtigen Corona-Schutzmaßnahmen.“


Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) vertritt die Interessen der deutschen Film- und Videowirtschaft in den Sparten Filmproduktion, Filmverleih, Filmtheater und Audiovisuelle Medien. Als Dachverband von 19 Berufsverbänden repräsentiert sie mehr als 1.100 Mitgliedsfirmen und eine Vielzahl von Einzelpersonen der Filmwirtschaft.

Link: www.spio-fsk.de



Als erstes Festival reagierten die Nordischen Filmtage in Lübeck auf die Ankündigung der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Aufgrund der hohen und weiter ansteigenden Zahl von Neuinfektionen mit dem COVID-19-Virus in der Hansestadt Lübeck können die 62. Nordischen Filmtage nicht einmal wie geplant vom 4. - 8.11.2020 hybrid durchgeführt werden.

Lange war vorgesehen, das diesjährige Filmfestival real in den Kinosälen und Sonderspielstätten vor Ort zu veranstalten und zusätzlich Filme auch online per Stream anzubieten. Die Hansestadt Lübeck reagierte bereits am 26.10.2020 mit einer Stellungnahme sowie verschärften Maßnahmen auf die über das Wochenende auf 102 gestiegene Zahl der aktiv an Covid-19 Erkrankten in Lübeck.

Zu den erlassenen Maßnahmen zählt, neben einer umfassenden Maskenpflicht auf der Lübecker Altstadtinsel, der Absage der Lübecker Weihnachtsmärkte auch die Absage der realen Kinovorstellungen mit Zuschauer*innen sowie aller live Veranstaltungen anlässlich der 62. Nordischen Filmtage Lübeck.

Somit können die 62. Nordische Filmtage Lübeck nur noch ausschließlich online stattfinden – über 140 Filme aus Nordeuropa, dem Baltikum und Norddeutschland können dafür aber deutschlandweit gestreamt werden.

„Angesichts der dramatischen Entwicklungen ist diese Entscheidung der Hansestadt Lübeck alternativlos“, so die Geschäftsführerin der Nordischen Filmtage Lübeck, Susanne Kasimir, „doch wir sind vorbereitet und gut aufgestellt, werden zusätzlich für etwas „Festival-Feeling“ sorgen und Impressionen, Wissenswertes rund um die Filme und Hintergrundinformationen in Interviews digital einfangen und online senden.“

Linde Fröhlich, die scheidende Künstlerische Leitung der Nordischen Filmtage Lübeck führt fort:
„Wir haben uns sehr gewünscht, dass wir unser Programm mit insgesamt 160 wunderbaren Filmen hier vor Ort auf großer Leinwand hätten präsentieren können. Aber wir waren uns auch stets bewusst, dass die Entwicklung der Pandemie unvorhersehbar ist, und haben zweigleisig geplant. Dass die Nordischen Filmtage jetzt nicht in den Lübecker Kinos und Spielstätten stattfinden können, bedauern wir sehr. Aber dass über 85 Prozent des Programms deutschlandweit gestreamt werden können, macht uns sehr glücklich. Wir hoffen, dass die Fans des nordischen Kinos viele schöne Stunden mit den Filmen verbringen, dass sie Entdeckungen machen und sich inspirieren lassen, und wir hoffen auch, dass viele neue Fans hinzukommen!“


Infolgedessen wird es die 62. Nordischen Filmtage nur als rein virtuelles Festival geben. Über 140 Filme des diesjährigen Programms, das 160 Filme umfasst, können über die Seite des Streamingpartners Culturebase.org online gestreamt werden.

Erstmalig stehen die Filme des Filmfestivals deutschlandweit einem großen Publikum zur Verfügung. Dieses neue virtuelle Festival Format wird online auf der Homepage der Nordischen Filmtage auf einer extra Seite begleitet mit Videobeiträgen, die einen Blick auf die Arbeit der Filmschaffenden werfen, hier werden Filme vorgestellt sowie Interviews erscheinen.

Der Vorverkauf für die Streamingtickets beginnt wie geplant am 1.11.2020 um 13 Uhr. (vorher ist die Seite nicht freigeschaltet!)

Link: nordische-filmtage.culturebase.org

Dort können sich Interessierte ab diesem Zeitpunkt ein Konto mit ihrer Emailadresse und einem Passwort einrichten. Zum Preis von 7 Euro (regulär) oder 9 Euro (Solidaritätspreis inkl. 2 Euro Spende) pro Film können alle für den Stream verfügbaren Filme aus dem Programm „ausgeliehen“ werden. Diese haben in der Programmansicht auf der Festival Homepage einen entsprechenden Eintrag.

Ab Mittwoch, 4.11.2020, dem Tag des Festivalbeginns, werden alle Filme aus dem Streamingangebot gleichzeitig freigeschaltet und können dann innerhalb des Festivalzeitraums gestartet werden. Sobald bei einem Film der "Play/Start"-Button betätigt wurde, kann dieser innerhalb von 24 Stunden angesehen werden. Alle weiteren Informationen zum Streaming finden Sie unter nachfolgendem

Link: www.nordische-filmtage.de.


Ist nur ein leeres Kino wirklich sicher? - Aus hybrid wird online!

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Details zur "außerordentlichen Wirtschaftshilfe" - Kinoverleihern ist der Betrieb nicht untersagt, aber die Abspielplattform wird ihnen genommen.



In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Auskunft zu den den neuen Corona-Einschränkungen gegeben, aber noch nicht alle Fragen zum beschlossenen Hilfsprogramm beantwortet. Zehn Milliarden Euro sollen dafür fließen. Ein Vermögen für gerade einmal einen Monat?

Beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatte die Lufthansa 9 Milliarden Euro Krisenhilfe erhalten, etwa zur Hälfte als Zuschuss und als Darlehen.

Die Kulturbeauftragte des Bundes, Monika Grütters, hatte wegen der Krise nur einen zusätzlichen Jahresetat von 1 Milliarde Euro zur Verfügung. Insgesamt also nur 3 Milliarden Euro für die gesamte Kultur in Deutschland, dazu gehören auch die Freischaffenden.

D.h. die gesamte freie Kultur in Deutschland war dem Bund in der Krise nur ein Neuntel dessen wert, was für einen einzigen privaten Gewerbebetrieb in Deutschland verpulvert wurde, dessen Börsenwert gerade einmal noch 4,36 Milliarden Euro zum 30. Oktober 2020 wert ist.

Diesmal will der Bund es aber besser machen. Der Beschluss von Mittwoch liest sich eindeutig:

„Für die von den temporären Schließungen erfassten Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen wird der Bund eine außerordentliche Wirtschaftshilfe gewähren, um sie für finanzielle Ausfälle zu entschädigen. Der Erstattungsbetrag beträgt 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter, womit die Fixkosten des Unternehmens pauschaliert werden.“


Soloselbständige, die bisher leer ausgingen, sollen ein Wahlrecht haben:

"Sie können als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde legen", heißt es in ersten Details zur geplanten Unterstützungsmaßnahme.

"Für nach November 2019 gegründete Unternehmen wird der Vergleich mit den Umsätzen von Oktober 2020 herangezogen".


In den Erklärungen findet sich auch ein Punkt, der gerade auch für Kinoverleiher interessant ist, denen der Betrieb zwar nicht untersagt ist, denen aber die Abspielplattform genommen wird, denn unter den Beschluss der Bundesregierung, alle Veranstaltungen während des bundesweiten Lockdowns zu untersagen, fällt auch der Kinobetrieb.

So heißt es: "Antragsberechtigt sind Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, denen aufgrund der staatlichen Anordnung das Geschäft untersagt wird beziehungsweise aufgrund bestehender Anordnung bereits untersagt ist. Unterstützungsmaßnahmen für diejenigen, die indirekt, aber in vergleichbarer Weise durch die Anordnungen betroffenen sind, werden zeitnah geklärt."

Generell heißt es zur neuen Wirtschaftshilfe: "Die Wirtschaftshilfe wird als einmalige Kostenpauschale ausbezahlt. Den Betroffenen soll einfach und unbürokratisch geholfen werden. Dabei geht es insbesondere um die Fixkosten, die trotz der temporären Schließung anfallen. Um das Verfahren so einfach wie möglich zu halten, werden diese Kosten über den Umsatz angenähert. Bezugspunkt ist daher der durchschnittliche wöchentliche Umsatz im November 2019."


Es geht also, erstens, vor allem um kleinere und mittelgroße Unternehmen und zweitens nur um jene Branchen und Betriebe, die vom neuerlichen Lockdown besonders betroffen sind und ab dem 2. November 2020 dicht machen müssen.

Was aber geschieht mit Betrieben, die möglichweise mehr als 50 Mitarbeiter haben – allerdings verteilt auf mehrere Betriebsstätten, die wiederum für sich genommen klein genug wären? All das ist weiterhin offen.

Eigentlich gelten Kinobetriebe als relativ sicher. Weltweit sei bisher kein Corona-Ansteckungsfall bekanntgeworden, heißt es beim HDF-Kinoverband. Tatsache aber ist, dass die Gesundheitsämter schon lange nicht mehr hinterherkommen, die Infektionsquellen alle nachzuvollziehen.

Überall wo Menschen zusammenkommen, besteht die Gefahr einer Ansteckung. Dies kann eine Grippe sein, hervorgerufen vom Influenza-Virus, oder auch eine Ansteckung mit COVID-19, der neuen Variante von SARS-CoV-2.

Zur Verbreitung des Coronavirus ist nämlich vieles noch unbekannt - auch die Orte wo die Infektionsherde lauern. Dies kann z.B. auch eine infizierte Türklinke sein, auf denen sich das Virus bis zu acht Stunden halten kann, wie Virologen festgestellt haben. Und Türklinken gibt es auch in Kinos, zumindest auf den Toiletten, wo sie fast jeder anfassen muss.

Genau deshalb hat der US-Kinoverband NATO (National Association of Theatre Owners) seine Mitglieder in Kalifornien und Nevada aufgefordert, von Kino-Wiedereröffnungen in San Francisco abzusehen, solange dort ein Verzehrverbot gelte.

Allerdings ist AMC als größter US-Kinobetreiber aus der Linie des Dachverbandes ausgeschert und will Kinos nicht nur im Bundesstaat New York wieder an den Start bringen, sondern auch die Eröffnung von weiteren Häusern in Nordkalifornien, darunter auch Kinos in und um San Francisco vorantreiben, um nicht nur den Streaminganbietern wie NETFLIX das Filmgeschäft zu überlassen.

Während die Lichtspielhäuser weltweit ums Überleben kämpfen – malen bereits Regisseure wie George Lucas ein düsteres Bild vom zukünftigen Erlebnis-Kino, das zum teuren Luxus werden könnte wie ein Besuch am legendären New Yorker Broadway. Dort ein Theaterstück oder ein Musical zu sehen, kann schnell einen deutlich dreistelligen Betrag erfordern.

Der „Star Wars“-Erfinder ist sogar überzeugt, dass Kino richtig teuer wird: „Ins Kino zu gehen, wird dich 50, vielleicht 100 oder vielleicht sogar 150 Dollar kosten“, erklärte George Lucas, "denn nur noch wenige Mega-Blockbuster werden ins Kino kommen".


Experten gehen davon aus, dass unter den gegebenen Umständen (die ohnehin schon einen Mangel an Neustarts umfassen) bald kein wirtschaftlicher Betrieb mehr möglich ist.

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In unserem Artikel von vorgestern deuteten wir an, dass zahlreiche Filmfestivals, die in diesem Herbst noch physisch starten wollten, entweder absagen oder ihren Termin verschieben müssen, oder die Veranstaltung nur noch online durchführen können. Als Beispiel nannten wir die 62.Nordischen Filmtage in Lübeck, die es nicht einmal mehr hybrid, sondern in diesem Jahr nur noch als rein virtuelles Festival geben wird.

Das KinoFilmFest Lünen geht einen anderen Weg und verschiebt seine Ausgabe auf Dezember, in der Hoffnung, dass der bundesweit verordnete Lockdown im November die Corona-Epidemie erfolgreich dämpfen kann, sodass das komplette Programm einfach um sechs Wochen auf den 9. bis 12. Dezember 2020 nach hinten verschoben werden kann, falls die Kinos bis dahin wieder öffnen dürfen.

Link: kinofilmfest.de

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Die Akademie der Künste (ADK) fordert schon jetzt mehr Differenzierung bei künftigen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung, um die Vielfalt einer Gesellschaft zu erhalten und um Krisen und Konflikte auf friedliche Weise zu überwinden und zu lösen, denn die erneute Schließung von Museen und Ausstellungen, Theatern, Konzertsälen, Kinos u.a. verursacht jedoch gesellschaftlichen und kulturellen Schaden kaum absehbaren Ausmaßes.

Aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen wird die Akademie der Künste ihren Veranstaltungsbetrieb einschließlich der Ausstellungen vom 2. bis zum 30. November 2020 komplett einstellen müssen.

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Die 44. Duisburger Filmwoche, das Festival des Dokumentarfilms aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wird nicht im Kino stattfinden. Aufgrund der aktuellen Lage der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Anpassung der Corona-Schutzverordnung NRW werden df44 und doxs!#19 keine Präsenz-Veranstaltungen im Kino filmforum in Duisburg veranstalten. Die für den 2. November 2020 geplante Eröffnung mit Gästen aus der Stadt- und Landespolitik und Vertreter*innen der Medienpartner muss ebenfalls abgesagt werden.

Die Festivalleitung und ihr Team haben parallel Vorkehrungen getroffen, um den Filmen und den Filmschaffenden weiterhin eine Bühne zu ermöglichen. Im Online-Angebot der Duisburger Filmwoche werden in Taktung des Festivalprogramms die Wettbewerbsfilme sowie die aufgezeichneten Gespräche mit den Filmschaffenden präsentiert und stehen dort für 72 Stunden zur Verfügung.

Link: www.duisburger-filmwoche.de

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Das 30. FilmFestival Cottbus (FFC) wird in den Dezember 2020 verlegt. Das duale Festival findet mit Filmvorführungen in „richtigen Kinos“ vom 8. bis 13. Dezember 2020 statt, das bundesweite Streaming-Angebot wird vom 8. bis 31. Dezember 2020über die Festivalwebsite abrufbar sein.

„Wir möchten unserem Publikum den Besuch des Festivals in den Cottbuser Kinos ermöglichen, natürlich unter Einhaltung sämtlicher Hygienemaßnahmen, die dem Schutz der Gesundheit unserer Besucherinnen und Besucher dienen", so Andreas Stein, Geschäftsführer des FFC-Veranstalters pool production.


Link: www.filmfestivalcottbus.de

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Das ursprünglich hybrid geplante 36. Internationale Kurzfilmfestival Berlin 2020 wird vom 11. November - 13. Dezember 2020 nur noch online bei Sooner stattfinden.

Mehr als 270 Kurzfilme in über 30 Programmen inklusive ausgewählter Q&As werden verteilt auf einen Zeitraum von einem Monat online unter www.interfilm.de/sooner präsentiert. Und das Beste: Das Ganze zum Preis einer einzelnen Kinokarte von 7,95 EUR.

Link: www.interfilm.de

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Das unabhängige Berliner Filmfestival AROUND THE WORLD IN 14 FILMS geht trotz der aktuellen Schließung des Kinos davon aus, mit einer physischen Ausgabe stattzufinden. Termin ist der 3. bis 12. Dezember 2020 im CineStar-Kino in der KulturBrauerei – und unter Beachtung strengster Hygienevorschriften.

AROUND THE WORLD IN 14 FILMS präsentiert zum 15. Mal cineastische Höhepunkte des aktuellen Weltkinos – in Anwesenheit internationaler Gäste und persönlich vorgestellt von prominenten Patinnen und Paten.

Link: 14films.de

Quellen: Xing | Wirtschaftswoche | Filmstarts | Filmecho


Im 2. Lockdown ist das öffentliche Leben einen Monat lang wieder stillgelegt

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Die Kultur - die Theater, die Kinos, die Museen sind besonders betroffen. Allerdings: Die Frage nach deren Stellenwert wird immer stärker diskutiert.



„Eine Katastrophe“ ist der erneute Lockdown für die Kinos. So formuliert es Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino, laut Crew United.

Bis zuletzt hatte der Interessenverband der Filmkunsttheater gegen eine neuerliche Schließung appelliert. In einem ersten kurzen Statement zum Lockdown stellt er auf „Blickpunkt:Film“ fest:

„Auch wenn wir die Notwendigkeit von zusätzlichen Maßnahmen verstehen, sind wir enttäuscht darüber, dass Kultur keine differenzierte Betrachtung gefunden hat.“ Entscheidend sei jetzt, „dass die angekündigten Kompensationen nun zeitnah und unbürokratisch erfolgen und den gesamten Mittelstand erfassen. Hier muss dringend nachgesteuert werden. Andernfalls besteht die große Gefahr, dass viele Betriebe durch den Rost fallen.“


Einmal mehr (und extrem kurzfristig) müssen Verleiher bundesweit neue Termine für Kinostarts finden. Wie dramatisch die Situation ist, bringt die Geschäftsführung von Grandfilm in „Blickpunkt:Film“ auf den Punkt: „Eine existenzielle Bedrohung.“

Weil die Lage ernst ist, echte Pandemie-Beschleuniger jedoch schwer greifbar sind, müssen Kinos wieder schließen. Diese Politik ist nicht zielführend, sondern hilflos, kommentiert „Die Zeit“: Der Lockdown sei „ein Armutszeugnis für die Politiker.“

Ähnlich äußerte sich uns gegenüber, dem BAF e.V., am Wochenende auch das Bröhan-Museum in Berlin Charlottenburg, das ebenfalls bis zum 30. November 2020 die Türen geschlossen halten muss. Dort war gerade erst im Oktober, im Rahmen des EMOP Berlin– European Month of Photography 2020 eine Fotoausstellung eröffnet worden. Es macht keinen Sinn, auch Museen zu schließen. Sie gehören im Gegensatz zu Einkaufsmalls, zu den sichersten und weniger frequentierten Orten, hieß es.

"DER PROLETARISCHE BLICK – ARBEITERFOTOGRAFIE DER 1920ER JAHRE", so der Titel der Ausstellung im Bröhan Museum, stellt unter anderem Ausschnitte aus den Brecht Film "Kuhle Wampe" ins Zentrum der Ausstellung. Hier der Trailer des 1932 entstandenen Films, der mehrfach verboten worden war.



Das Kino arsenal - institut für film und videokunst e.V. hatte den restaurierten Film im Rahmen der fünften Ausgabe des Filmerbe-Festivals„Film Restored“ der Deutschen Kinemathek am 27. Oktober 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nur unter Einschränkungen zeigen können.

Der Klassiker des politischen Films erzählt die Geschichte einer Berliner Arbeiterfamilie, die wohnungslos wird und in eine Zeltkolonie am Rand der Stadt zieht. Die in Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht und Hanns Eisler entstandene Regiearbeit von Slatan Dudow wurde kurz nach der Uraufführung von den Nazis verboten.


Harte Worte findet auch der Bundesverband Schauspiel (BFFS) für die erneuten Schließungen der Theater:

Sie „sind unsinnig. Wir können sie nicht mehr mittragen. Wir protestieren aufs Schärfste gegen sie!“, schrieb der Vorstand in einem Protestbrief an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsident*innen.


Wieder müssen die Kinos schließen. Doch auch so spielten sie als klassische Verwertungsstätten eine immer geringere Rolle, sagt Lars Henrik Gass, Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, im Deutschlandfunk.

„Es wurde versäumt, dem Kino eine Zukunftsperspektive zu geben, und zwar von beiden Seiten – von der Kulturpolitik, aber auch von den Kinobetreibern und den Verbänden selbst, die im Grunde an veralteten Geschäftsmodellen festhalten und eigentlich einer nicht mehr zeitgemäßen Kinovorstellung anhängen.“ Der Kampf gegen Mediatheken und Streamingdienste sei der „absolut falsche Weg. Man kann nicht anderen vorwerfen, dass sie erkennbar etwas Richtiges machen und auf eine Nachfrage treffen. Denn diese Nachfrage ist ja dadurch bedingt, dass wir ein komplett verändertes Freizeitverhalten schon vor Corona hatten.“


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Wie ursprünglich vorsorglich hybrid geplant, findet das Wiesbadener exground filmfest #33: nunmehr nur On Demand vom 13. – 22.11.2020 statt, während die physischen Kinovorstellungen auf 11. – 20.12.2020 verschoben wurden.

On-Demand-Tickets gibt es ab sofort für 5,- EUR pro Film/Programm.

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Auch das 34. Internationale Filmfestival Braunschweig startet pünktlich vom 2. - 8. November 2020 zu seiner ersten reinen Online-Ausgabe.

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In Berlin wird aufgrund der Beschlüsse zur Eindämmung des Coronavirus wird das "Italian Film Festival Berlin" verschoben. Die siebte Edition des Festivals soll nunmehr vom 13. bis zum 16. Januar 2021 im Cinestar in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg, stattfinden.

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Das Dokumentarfilmprogramm der 62.Nordischen Filmtage Lübeck, wird als Online Ausgabe vom 04. - 08.11.2020 stattfinden und gewährt mit insgesamt 16 Deutschlandpremieren, eine Europapremiere sowie sieben Internationale Premieren, faszinierende Einblicke in die unterschiedlichsten Lebensrealitäten interessanter und spannender Persönlichkeiten.


Die momentane Situation wirbelt alles durcheinander - Festivalweltpremiere ab heute online

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Das 19. FILMZ Festival in Mainz verlegt seine Vorführungen ins Internet auf "Alles Kino".



Eine Kinoweltpremiere als Stream für zu Hause online zu erhalten, war bisher nahezu unmöglich. Doch die Corona-Zeiten wirbeln alles durcheinander, sodass die Kinos geschlossen sind und die meisten Filmfestivals stattdessen online gehen.

Nachdem wir dieses Thema schon mehrfach besprochen haben, wurde uns gestern vom Mainzer Filmfestival FILMZ, einem Festival des deutschen Kinos, das wir bisher noch nicht auf dem Schirm hatten, ein Update zur Weltpremiere von "LICHTER DER STADT" von MALTE WIRTZ gemeldet.

Die Premiere des Eröffnungsfilms kann zur 19. Ausgabe von FILMZ natürlich nicht am 5. November 2020 im Kino gezeigt werden, denn alle Kinos sind bundesweit im November geschlossen.

FILMZ verlegt deshalb sein Festival ins Internet und präsentiert alle Filme auf der Streaming-Plattform "alles Kino", dem VoD Portal für den deutschen Film.

Somit ist Malte Wirtz' neuer Film "LICHTER DER STADT" als Weltpremiere am Donnerstag, den 5. November 2020 ab 20 Uhr nunmehr on demand auf »alles Kino« zu sehen. Im Anschluss wird es ein interaktives Filmgespräch mit dem Independent Regisseur geben, an dem ebenfalls über die Seite von »alles Kino« live teilgenommen werden kann.

Auch alle anderen Filme bzw. jede Filmreihe des Mainzer Festivals FILMZ kann nach Erwerb/Leihbeginn 48 Stunden lang angesehen werden. Danach darf abgestimmt werden: Die Gewinnerfilme werden nach wie vor vom Publikum gekürt.

Das Ausleihen eines Films kostet 4,99 € und kann per Paypal oder Kreditkarte bezahlt werden. Pro Film, bzw. Filmreihe stehen maximal 315 Aufrufe zur Verfügung. Das entspricht den realen Plätzen im Kinosaal, um die Publikumsabstimmung unter den gleichen Konditionen wie bisher abhalten zu können. Der Eröffnungsfilm "LICHTER DER STADT" von Malte Wirtz läuft außer Konkurrenz.

Liebes Publikum,
"es ist mir eine Ehre das Filmz – Festival des deutschen Kinos mit dem Film LICHTER DER STADT eröffnen zu dürfen. Die Zeiten sind kompliziert und es ist wichtig, dass das Festival stattfindet, wenn auch nicht physisch ... Gerade jetzt in diesen Zeiten spüre ich, wie wichtig Kultur für unser Leben ist. Brot alleine macht uns nicht satt. Das menschliche Bedürfnis nach Geschichten, nach Musik und Bildern lässt sich nicht eindämmen", so Malte Wirtz.

Synopsis:
Köln bei Nacht: Joscha ist auf Hochspannung. Von einem Dealer lässt er sich eine ganz besondere Pille geben. Doch von der Einnahme wird Joscha immer wieder durch zufällige Begegnungen mit Freunden und Bekannten abgehalten. Immer tiefere Einblicke geben diese Gespräche in Joschas Vergangenheit und chaotisches Leben, das ihn bis zu diesem Punkt geführt hat. Der Low-Budget-Film "LICHTER DER STADT" ist eine einfühlsame Geschichte über einen jungen Mann, der mehr noch als mit seiner Umwelt mit sich selbst zu kämpfen hat. Die melancholische Stimmung, angereichert durch Dialoge, authentisch wie von der Straßenecke, wurde dabei in einer technischen Tour de Force ohne einen einzigen Schnitt eingefangen.


Der Low-Budget Filmemacher Malte Wirtz gibt bei FILMZ am 13. November 2020 um 16 Uhr eine Lesung aus seinem aktuellen Buch "DAS LEBEN IST KEIN DREHBUCH"über das Independent-Filmemachen, die als Stream über alleskino.de zu sehen ist. Am 14. November 2020 kann um 10:00 Uhr an seiner Masterclass DREHBUCH UND IMPROVISATION teilgenommen werden, in der er mit den Teilnehmer*innen über die Regeln und Freiheiten des filmischen Erzählens reden wird. Beide Veranstaltungen sind kostenlos.

Links: www.filmz-mainz.de | www.alleskino.de

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Der 1979 in Marburg/Lahn geborene Theater- und Filmregisseur Malte Wirtz gründete 2013 für seinen Debütfilm "VOLL PAULA!" in Berlin die Produktionsfirma Unfiltered Artists. Seinen dritten Film "NUR EIN TAG IN BERLIN" drehte er 2018 tatsächlich an nur einem Tag und ohne ein Drehbuch, sondern lediglich mit Regieanweisungen über Mobiltelefone an die Darsteller.

Auch der Berliner Arbeitskreis Film (BAF e.V.) hat bis 2007 eine in Berlin gegründete Low-Budget-Initiative unterstützt. Nachdem ab 2008 die Medienboard Berlin Brandenburg GmbH die Mittel für die Projektförderungen aufstockte, konnte in unserer Region der künstlerische Low Budgetfilm intensiver gefördert werden, sodass die Low-Budget-Initiative damit ein Teil ihrer gesteckten Ziele erreicht hatte und aufgelöst wurde.

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VoD-Anbieter »Kino on Demand« unterstützt Kinos.

Auch der VoD-Anbieter »Kino on Demand« (Rushlake Media) bietet interessante Alternativen zu den geschlossenen Kinos an. Angesichts der Corona-Pandemie und des seit dem 2. November 2020 geltenden Kino-Lockdowns wurde ein neues „Lieblingskino-Paket“ geschnürt, von dem nicht nur die Nutzer der Plattform, sondern auch Kinobetreiber profitieren.

Bisher erhielten die Nutzer beim ersten und dann bei jedem fünften Filmabruf einen Fünf-Euro-Gutschein, der im Lieblingskino um die Ecke eingelöst werden kann. Das neue Angebot für 24,95 Euro enthält jetzt nicht nur den Gutschein. Darüber hinaus gehen nämlich im Rahmen der Aktion fünf weitere Euro direkt an das ausgewählte Kino. Das „Lieblingskino-Paket“ kann auch verschenkt werden.

Philipp Hoffmann, Geschäftsführer der Kölner Firma Rushlake Media, die hinter dem VoD-Dienst steht: „Gerade jetzt, da insbesondere die Kinos und der gesamte Kultur- und Veranstaltungsbereich von diesem Lockdown betroffen sind, möchten wir mit unserer Aktion ein Zeichen setzen und die Kinos unmittelbar mitprofitieren lassen.“


Link: www.kino-on-demand.com

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Kein On-Demand Zugriff aus dem Ausland möglich.

Für Festivalgäste, die sich bereits angemeldet oder sogar akkreditiert hatten, nun aber angesichts der Corona-Krise nicht mehr einreisen oder in Deutschland übernachten können, gibt es leider keine Möglichkeit, die Filme online zu sehen.

Eine Berliner Kollegin, die seit geraumer Zeit sich eine Auszeit auf der spanischen Atlantikinsel Gomera gönnt, konnte wegen des Geoblockings nicht am hybrid stattgefundenen Hamburger Filmfest teilnehmen.

Der Zugriff aus dem Ausland, wie auch aus den deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und der Schweiz wird automatisch verwehrt. Ein Abruf von Filmen aus dem Ausland ist auch aus beruflichen Gründen nicht möglich. Eine physische Anwesenheit in Deutschland ist zwingend erforderlich, um an Filmfestivals teilnehmen zu können, die nur noch online stattfinden.

Quellen: Unfiltered Artists | Filmecho


Wie soll es weitergehen? - Ratlosigkeit auch bei Film Festivals!

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Die Corona-Zahlen gehen steil nach oben, mehr als je zuvor - Die Filmfestspiele von Cannes haben sich bereits Ausweichtermine für Juli oder August 2021 reserviert.



Anders als erhofft, reicht der Lockdown light wohl nicht aus, die Pandemie einzudämmen. Die aktuellen COVID-19 Kennzahlen für Deutschland sprechen eine andere Sprache. Mit 21.506 Neuinfektionen am Freitag, den 6.11.2020, ist der höchste in Deutschland je gemessene Wert erreicht. Eine Zahl, die Virologen frühestens zu Weihnachten erwartet hatten.

Somit müssen wir leider fürchten, dass von einer Lockerung der Einschränkungen im Dezember keine Rede mehr sein wird. Im schlimmsten Fall wird es wie in Frankreich sogar totale Ausgangssperren geben.

Noch bestimmt der Krimi um die US-Präsidentschaftswahl das Tagesgeschehen der Medien, doch es gibt auch erste Meldungen, dass sogar der Grippe-Impfstoff schon jetzt zur Neige geht und nicht mehr für alle Risikopatienten ausreichen wird, obwohl die Grippewelle noch gar nicht begonnen hat.

Quelle: www.corona-in-zahlen.de

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Neuer künstlerischer Leiter für Locarno.

Nicht nur bei Politikern, auch in der Filmbranche herrscht Unsicherheit.

Nach nur einer vollen Ausgabe, denn das letzte Locarno-Festival im August diesen Jahres konnte wegen der Corona-Krise nur in abgespeckter Form durchgeführt werden, trennte sich die Festivalleitung wieder von ihrer künstlerischen Leiterin, der Französin Lili Hinstin, die auf den Italiener Carlo Chatrian gefolgt war, weil jener zur Berlinale gewechselt war.

Allerdings sollen auch bei der Berlinale derzeit die Nerven blank liegen, denn die Akkreditierungsphase für die 72. Ausgabe 2021 sollte bald beginnen, obwohl nicht einmal sicher ist, dass die Berlinale unter den derzeitigen Corona-Vorzeichen wirklich physisch wie geplant im Februar 2021 stattfinden kann.

In Cannes ist man vorsichtiger und hat nach den Erfahrungen des komplett ausgefallenen Festivals in diesem Jahr, bereits zwei Ausweichtermine im Juli und August geblockt. Bei der Berlinale ist dagegen zu solchen vorausschauenden Planungen noch nichts zu hören. Vielmehr gibt man wie Donald Trump die Hoffnungen auf eine erneute Auflage nicht auf und beteuert am bestehen den Termin im Februar auf jeden Fall festhalten zu wollen.

Auch in Locarno plant man keine Verschiebung ein. Allerdings sollen die genauen Modalitäten für die 74. Ausgabe des Locarno Film Festivals, das vom 4. bis 14. August 2021 stattfinden soll, erst bekanntgegeben erden, sobald die gesundheitliche Lage und die behördlichen Maßnahmen entsprechende Entscheidungen zulassen.

Vorsorglich hat der Verwaltungsrat des Locarno Film Festivals am 4. November 2020 einstimmig Giona A. Nazzaro zum neuen künstlerischen Leiter gewählt. Nazzaro wird sein neues Amt aber erst am 1. Januar 2021 antreten. Ab sofort und bis Ende Jahr ist er an der Seite der interimistischen Leiterin Nadia Dresti tätig, die diese Aufgaben anschließend abgibt. Die Koordination von Locarno Pro wird von Nadia Dresti bis auf weiteres fortgeführt.

Giona A. Nazzaro ist seit 2016 Leiter der Kritikerwoche des Internationalen Filmfestivals Venedig und gehört zur Auswahlkommission des Internationalen Filmfestivals Rotterdam (IFFR). Der Cineast und Cinephile hat deutsche und englische Literatur an der Universität Neapel studiert und ist in Filmfragen ebenso kundig wie breit vernetzt. Er wurde 1965 in Zürich geboren und war von 2010 bis 2020 Programmer und Kurator für das Festival Visions du Réel (Nyon). Zudem hat er mit dem Locarno Film Festival von 2009 bis 2019 als Moderator zusammengearbeitet.

Festival-Präsident Marco Solari zur Wahl: „Mit Giona A. Nazzaro haben wir eine Persönlichkeit gewinnen können, die perfekt das künstlerische Profil des Locarno Film Festivals wiedergibt. Er ist hoch kompetent, kennt unser Festival seit vielen Jahren aus nächster Nähe und ist geeignet, die zukünftigen digitalen Innovationsprojekte des Festivals voranzutreiben und umzusetzen. Außerdem besitzt er genau die richtige Mischung aus weltoffener Mentalität und starker Verankerung im Tessin und in der Schweiz.“


Link: www.locarnofestival.ch

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Disney verschiebt „Free Guy“ und „Tod auf dem Nil“.

Während die Filmfestivals noch sinnieren, wie es weitergehen soll, schafft der Walt Disney Verleih Fakten und verschiebt erneut weitere für Dezember 2020 geplante Filme ins nächste Jahr ohne genaue Zeitangaben.

Die Abenteuer-Komödie „Free Guy“ von Shawn Levy mit Ryan Reynolds und Taika Waititi sollte ursprünglich am 10. Dezember 2020 anlaufen. Eine Woche später war ursprünglich „Tod auf dem Nil“, Kenneth Branaghs Neuverfilmung des gleichnamigen Kriminalromans von Agatha Christie, angesetzt, der nunmehr auf einen bisher noch unbekannten Termin verschoben wurde. Branaghs „Mord im Orient Express“ hatte im Jahr 2017 rund 1,5 Millionen Besucher in die deutschen Kinos gelockt.

Quellen: FRANDLY PR | Filmecho | NZZ


Hilfen für Kulturszene werden von den Wirtschaftsministerien der Länder blockiert

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters schreibt wegen ausbleibender Hilfen für Soloselbstständige Brandbrief an die Länder.



Über erste Details zur "außerordentlichen Wirtschaftshilfe" für Soloselbständige hatten wir bereits am 31. Oktober 2020 berichtet. Doch die geplanten Hilfen bleiben aus.

Wie dpa berichtet, hat deshalb Kulturstaatsministerin Monika Grütters einen Brandbrief an Länder verschickt. Darin heißt es:

Mit einem dringenden Appell an ihre Länderkollegen hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters für die Beibehaltung der geplanten Hilfen für Soloselbstständige aus der Kulturszene eingesetzt. Die CDU-Politikerin wirbt in einem Brief dafür, die Regelungen für die Betroffenen wie auf Bundesebene geplant umzusetzen. «Es ist essenziell und wird, wie Sie wissen, im gesamten Kulturbereich erwartet, dass diese Regelung in dieser Form jetzt so kommt», heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Schreiben.

Nach der Vereinbarung können Soloselbstständige wie Künstler oder Musiker für die coronabedingten Einschränkungen im November eine Förderung von bis zu 5000 Euro direkt und ohne bürokratischen Aufwand beantragen. Erst jenseits dieser Grenze ist ein Steuerberater notwendig.

Damit gebe es jetzt «endlich eine eigene Förderung speziell für Soloselbstständige», betonte Grütters. Eine solche Regelung wird von Betroffenen und Verbänden sowie einigen Kulturministern der Länder seit Beginn der Krise im März gefordert. Freischaffende Künstler konnten bisher etwa keinen fiktiven Unternehmerlohn geltend machen und sind so auf die eigens geöffnete Grundsicherung Hartz IV angewiesen.

Die Bedeutung einer unbürokratischen Antragstellung für Soloselbstständige könne «gar nicht genug betont werden», heißt es in dem Brandbrief. Grütters zeigte sich «alarmiert zu hören», dass es bei der aktuellen Abstimmung «Widerstände seitens der Wirtschaftsministerien der Länder gegen diese Regelung geben soll». Mit einem «dringenden Appell» wandet sich Grütters deswegen an die Kulturministerinnen und -minister, zeitnah auf die Wirtschaftsministerien zuzugehen «und dafür zu werben, dass an der Möglichkeit einer Direktbeantragung durch Soloselbstständige unbedingt festgehalten wird».

Aus Sicht Grütters' ist es im ureigensten Interesse der Kulturverantwortlichen, «dass die Wirtschaftshilfe bei den von der Corona-Pandemie besonders stark getroffenen Soloselbstständigen rasch und unkompliziert ankommt».

Nach Angaben der CDU-Politikerin geht es im Kultur- und Kreativbereich um die Existenz von gut 1,5 Millionen Menschen, die mehr als 100 Milliarden Euro an Wertschöpfung zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.


Quelle: Microsoft News




Nachrufe zum Totensonntag 2020

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An diesem beweglichen Feiertag der evangelischen Kirchen gedenken wir immer am letzten Sonntag vor Advent der Verstorbenen.



Seit 14 Jahren existiert nun unser BAF-Filmtagebuch und seit 11 Jahren erinnern wir immer am Totensonntag an jene Personen aus der Schauspiel-, Film-, Fernseh- und Medienbranche, die von uns gegangen sind. Diese Tradition wollen wir auch 2020 fortsetzen. Die zahlreichen Nachrufe auf verstorbene Prominente erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden aber nach bestem Wissen erstellt. Wegen der Corona-Pandemie gab es in diesem Jahr eine besonders große Anzahl an Daten und Informationen, sodass wir den diesjährigen Eintrag wieder zum Umblättern auf mehrere Seiten aufgeteilt haben.

Ältere Einträge finden Sie unter dem 21. November 2010, unter dem 20. November 2011, unter dem 25. November 2012, unter dem 24. November 2013, unter dem 23. November 2014 unter dem 22. November 2015, unter dem 20. November 2016, unter dem 26. November 2017, unter dem 25. November 2018 und zuletzt unter dem 24. November 2019.

Am Ende der nachfolgenden Auflistung sind in der erweiterten Ansicht detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.

Sie ruhen in Frieden

Veronika Fitz 2. Januar 2020
John Baldessari 2. Januar 2020
Harry Hains 7. Januar 2020
Buck Henry 8. Januar 2020
Edd Byrnes 8. Januar 2020
Ivan Passer 9. Januar 2020
Wolfgang Dauner 10. Januar 2020
Stan Kirsch 11. Januar 2020
Norma Michaels 11. Januar 2020
Tony Garnett 12. Januar 2020
Ferdinand Schmidt-Modrow 15. Januar 2020
Derek Fowlds 17. Januar 2020
Urs Egger 18. Januar 2020
Ruth Haber 19. Januar 2019
Joseph Hannesschläger 20. Januar 2020
Terry Jones 21. Januar 2020
Gudrun Pausewang 23. Januar 2019
Tiziana Soudani 25. Januar 2019
Marj Dusay 30. Januar 2020
Jörn Donner 30. Januar 2020
Mary Higgins Clark 31. Januar 2020
Ivan Král 2. Februar 2020
Gene Reynolds 3. Februar 2020
José Luis Cuerda 4. Februar 2020
Kirk Douglas 5. Februar 2020
Raphaël Coleman 6. Februar 2020
Orson Bean 7. Februar 2020
Volker Spengler 8. Februar 2020
Robert Conrad 8. Februar 2020
Eckart Lottmann 9. Februar 2020
Joseph Vilsmaier 11. Februar 2020
Lynn Cohen 14. Februar 2020
A. E. Hotchner 15. Februar 2020
Sonja Ziemann 17. Februar 2020
Flavio Bucci 18. Februar 2020
Burkhard Driest 27. Februar 2020
Dieter Laser 29. Februar 2020
Max von Sydow 8. März 2020
Lorenzo Brino 9. März 2020
Tonie Marshall 12. März 2020
Hans Prescher 15. März 2020
Stuart Whitman 16. März 2020
Lyle Waggoner 17. März 2020
Nazzareno Zamperla 19. März 2020
Gabi Delgado 22. März 2020
Lucia Bosè 23. März 2020
Albert Uderzo 24. März 2020
Mark Blum 25. März 2020
Barbara Rütting 28. März 2020
Krzysztof Penderecki 29. März 2020
Hilary Heath 30. März 2020
Andrew Jack 31. März 2020
Adam Schlesinger 1. April 2020
Logan Williams 2. April 2020
Jay Benedict 4. April 2020
Shirley Douglas 5. April 2020
Lee Fierro 5. April 2020
Honor Blackman 6. April 2020
James Drury 6. April 2020
Hal Willner 7. April 2020
Florian Schneider-Esleben 7. April 2020
Allen Garfield 7. April 2020
Wolfram Guenther 8. April 2020
Ernst-Georg Schwill 9. April 2020
Nobuhiko Obayashi 10. April 2020
Tim Brooke-Taylor 12. April 2020
Ann Sullivan 13. April 2020
Lee Konitz 15. April 2020
Allen Daviau 15. April 2020
Brian Dennehy 15. April 2020
Gene Deitch 16. April 2020
Tom Lester 20. April 2020
Dimitri Diatchenko 20. April 2020
Leon Boden 21. April 2020
Heidi Hetzer 21. April 2020
Shirley Knight 22. April 2020
Otto Mellies 26. April 2020
Troy Sneed 27. April 2020
Irrfan Khan 29. April 2020
Sam Lloyd 30. April 2020
Rishi Kapoor 30. April 2020
Shady Habash 1. Mai 2020
Roy Horn 8. Mai 2020
Little Richard 9. Mai 2020
Jerry Stiller 11. Mai 2020
Astrid Kirchherr 12. Mai 2020
Michel Piccoli 12. Mai 2020
Rolf Hochhuth 13. Mai 2020
Gregory Tyree Boyce 13. Mai 2020
Fred Willard 15. Mai 2020
Peter Thomas 17. Mai 2020
Peter Braun 24. Mai 2020
Renate Krößner 25. Mai 2020
Richard Herd 26. Mai 2020
Irm Hermann 26. Mai 2020
Peggy Pope 27. Mai 2020
Lennie Niehaus 28. Mai 2020
Christo Jawaschew 31. Mai 2020
Christiane Oehlmann 4. Juni 2020
Igor Luther 7. Juni 2020
Marion Hänsel 8. Juni 2020
Sushant Singh Rajput 14. Juni 2020
Vera Lynn 18. Juni 2020
Carlos Ruiz Zafón 19. Juni 2020
Ian Holm 19. Juni 2020
Claus Biederstaedt 21. Juni 2020
Jürgen Holtz 21. Juni 2020
Steve Bing 22. Juni 2020
Joel Schumacher 22. Juni 2020
Linda Cristal 27. Juni 2020
Carl Reiner 29. Juni 2020
Gernot Endemann 29. Juni 2020
Tilo Prückner 2. Juli 2020
Earl Cameron 3. Juli 2020
Nick Cordero 5. Juli 2020
Ennio Morricone 6. Juli 2020
Pavel Fieber 6. Juli 2020
Naya Rivera 8. Juli 2020
Kelly Preston 12. Juli 2020
Haruma Miura 18. Juli 2020
John Saxon 25. Juli 2020
Olivia de Havilland 26. Juli 2020
Alan Parker 31. Juli 2020
Reni Santoni 1. August 2020
Ruth Gassmann 7. August 2020
Lorenzo Soria 7. August 2020
Trini Lopez 11. August 2020
Ben Cross 18. August 2020
Horst Urbschat 20. August 2020
Allan Rich 22. August 2020
Joe Ruby 26. August 2020
Chadwick Boseman 28. August 2020
Birol Ünel 3. September 2020
Jiří Menzel 5. September 2020
Diana Rigg 10. September 2020
Sabine Hahn 12. September 2020
Winston Groom 16. September 2020
Michael Lonsdale 21. September 2020
Michael Gwisdek 23. September 2020
Juliette Greco 23. September 2020
Goran Paskaljevic 25. September 2020
Frank Windsor 30. September 2020
Maud Hansson 1. Oktober 2020
Thomas Jefferson Byrd 3. Oktober 2020
Clark Middleton 4. Oktober 2020
Margaret Nolan 5. Oktober 2020
Johnny Nash 6. Oktober 2020
Herbert Feuerstein 6. Oktober 2020
Erich Gusko 10. Oktober 2020
Conchata Ferrell 12. Oktober 2020
Rhonda Fleming 14. Oktober 2020
David Slama 15. Oktober 2020
Anthony Chrisholm 16. Oktober 2020
James Redford 16. Oktober 2020
Sean Connery 31. Oktober 2020
Eddie Hassell 1. November 2020
Carol Arthur DeLuise 1. November 2020
Dietrich Adam 2. November 2020
Fernando Solanas 6. November 2020
Alex Trebek 8. November 2020
Sven Wollter 10. November 2020
Sebastian Lybeck 11. November 2020
Gernot Roll 12. November 2020
Fred Berndt 13. November 2020
Udo Walz 20. November 2020

Nachträge:
Karl Dall 23. November 2020
Günter Rittner 23. November 2020
Jeff Thrasher ~ 24. November 2020

Im nachfolgenden Link der erweiterten Ansicht sind detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.


Im Jahre 2020 verstorbene Prominente aus Film und Fernsehen.


Veronika Fitz 2. Januar 2020
Die Volksschauspielerin Veronika Fitz verstarb nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren im Kreis ihrer Familie. Große Bekanntheit erlangte die Darstellerin mit ihrer Hauptrolle in "Die Hausmeisterin". An der Seite von Helmut Fischer stand sie sechs Jahre lang vor der Kamera. Sie spielte ebenfalls Rollen in der Sitcom "Tierarzt Dr. Engel" und "Der Bulle von Tölz". In "Forsthaus Falkenau" mimte sie ihre letzte größere Serienrolle. Zudem war sie in den 1970er Jahren festes Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele. Sie stand außerdem auf der Bühne des Münchner Volkstheaters und trat im Bayerischen Schauspiel auf. Ihre letzten Jahre verbrachte sie zurückgezogen in Prien am Chiemsee.

John Baldessari 2. Januar 2020
Der US-amerikanischer Künstler und bedeutende Vertreter der gegenwärtigen Konzept- und Medienkunst, John Baldessari, verstarb im Alter von 88 Jahren in Venice, Kalifornien. Am Beginn seiner künstlerischen Laufbahn stand die Malerei, dann jedoch hatte Baldessari in den vergangenen Jahrzehnten mit Foto- und Videoarbeiten sowie mit Kollagen und Foto-Bild-Montagen die sogenannte Konzeptkunst wesentlich mitgeprägt und zahlreiche junge Künstler inspiriert. In Videoperformances, Bildern und Sprachen befasste er sich mit den verschiedenartigen (Wechsel-)Beziehungen zwischen diesen Ausdrucksformen. 2012 hat Baldessari den Kaiserring der Stadt Goslar erhalten. Der Ring gilt als einer der weltweit wichtigsten Preise für moderne Kunst.

Harry Hains 7. Januar 2020
Harry Hains, der Serienliebhabern aus "American Horror Story", verstarb mit nur 27 Jahren in Hollywood, wie seine Mutter, die Schauspielerin Jane Badler ("In geheimer Mission", "Neighbours") bestätigte. Die Todesursache wurde zwar nicht bekannt, doch der langhaarige Jungstar, der auch als Musiker unter dem Namen Antiboy aktiv war und sich im letzten Jahr als geschlechtsneutral bezeichnete, kämpfte mit psychischen Problemen und seiner Suchtabhängigkeit. Harry Hains wuchs im australischen Melbourne auf und studierte dort Medizin, ehe er sich dazu entschied, nach London und später in die USA zu ziehen, um dort als Model und Schauspieler zu arbeiten. Seinen wohl größten Auftritt im TV-Geschäft hatte er im Jahr 2015 in der fünften Staffel von "American Horror Story".

Buck Henry 8. Januar 2020
Der 1930 in New York als Henry Zuckerman geborene amerikanische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor war der Sohn der Schauspielerin Ruth Taylor. Er verstarb im Alter von 89 Jahren in L.A. an einem Herzinfarkt. Schon während Studiums am Dartmouth College begann er als Autor zu arbeiten. Zu Beginn der 1960er Jahre wirkte er als Komödiant in mehreren Shows im amerikanischen Fernsehen mit. Als Drehbuchautor schaffte er den Durchbruch mit der erfolgreichen Fernsehserie "Mini-Max" (Get Smart, 1965–1970), einer Parodie auf Agentenserien und -filme, die er zusammen mit Mel Brooks schuf. Der größte Drehbucherfolg gelang ihm 1967 mit dem einflussreichen Spielfilm "Die Reifeprüfung", für den Regisseur Mike Nichols den Oscar erhielt und er selbst in der Kategorie Bestes Drehbuch nominiert wurde. Weitere bekannte Filme, zu denen er das Drehbuch schrieb, waren die kriegskritische schwarze Komödie "Catch-22" (Der böse Trick, 1970 nach Joseph Hellers Roman) sowie Peter Bogdanovichs Screwball-Komödie "Is’ was, Doc?" (1972). Ende der 1970er-Jahre trat er als Ko-Regisseur von Warren Beattys Komödie "Der Himmel soll warten" in Erscheinung und erhielt dafür 1978 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie.

Edd Byrnes 8. Januar 2020
Der in New York City 1932 als Edward Byrne Breitenberger geborene US-amerikanische Schauspieler und Sänger verstarb im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Santa Monica. Die Rolle des Gerald „Kookie“ Kookson in der Serie "77 Sunset Strip" machte ihn ab 1958 zu einem der ersten Teenager-Idole der Fernsehgeschichte. Die an einen Beatnik erinnernde Figur traf den damaligen Zeitgeist des jugendlichen Publikums auch in Deutschland, das ihn mit vier Bravo Ottos zwischen 1963 und 1966 ausgezeichnete. Gastauftritte in den Fernsehserien "Eine schrecklich nette Familie", "Quincy", "Drei Engel für Charlie" sowie mehrere Auftritte in der Serie "Mord ist ihr Hobby".

Ivan Passer 9. Januar 2020
Der 1933 als Sohn jüdisch-katholischer Eltern in Prag geborene tschechische Regisseur und Drehbuchautor verstarb im Alter von 86 Jahren in Reno, Nevada (USA). Bevor er von 1955 bis 1958 an der Prager Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste studieren konnte, übte er mehrere Jobs als Arbeiter in Fabriken und auf Baustellen aus. Nach seinem Studium fand er relativ schnell bei dem Regisseur Miloš Forman als Regieassistent eine Stelle und drehte mit ihm gemeinsam mehrere Filme, die später zur Tschechischen Neuen Welle zählten. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings emigrierte Passer 1969 in die USA und drehte in New York City Filme wie "Law and Disorder" und "Silver Bears". Seinen größten Erfolg hatte er im Jahre 1992 mit der Filmbiographie "Stalin", die an Originalschauplätzen gedreht werden durfte und seinem Hauptdarsteller Robert Duvall einen vierten Golden Globe als bester Hauptdarsteller bescherte.

Wolfgang Dauner 10. Januar 2020
Der Jazzmusiker Wolfgang Dauner verstarb nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in seiner Heimatstadt Stuttgart. Dauner zählte zu den "Urvätern des Jazz" in Deutschland: Der Keyboarder, Komponist und Produzent war Begründer des Free Jazz. Er wurde am 30. Dezember 1935 in Stuttgart geboren und gründete 1963 mit Eberhard Weber und Fred Braceful das "Wolfgang Dauner Trio". Daraus ging die Jazz-Rock-Band "Et Cetera" hervor. Ab 1969 war Dauner 15 Jahre Leiter der "Radio Jazz Group Stuttgart". Im Jahr 1976 war er Mitbegründer des "United Jazz + Rock Ensemble". 1978 komponierte er die Musik zu dem mit 4,1 Millionen DM zur damaligen Zeit recht teuren Liebesdrama "Grandison" von Achim Kurz mit Marlène Jobert, Jean Rochefort und Helmut Qualtinger. Dauner ist selbst am Klavier, am Synthesizer und als Percussionist im Film zu hören, begleitet von einem großen Sinfonieorchester. Darüber hinaus komponierte er bis 2006 die Musik zu zahlreichen TV-Filmen und Serien, darunter auch für den ARD "Tatort". Besonders gern arbeitete er jedoch an musikalischen Kompositionen für Kinder, wie an den zentralen Melodien für die berühmte "Sendung mit der Maus" (WDR). Zu seinen langjährigen Weggefährten in der Jazzszene gehörten Albert Mangelsdorff, Volker Kriegel und Charlie Mariano, die alle bereits vor ihm gestorben sind.

Stan Kirsch 11. Januar 2020
Der Schauspieler Stan Kirsch, der bis zur fünften Staffel von 1992-1997 die Rolle des Richie Ryan in der TV-Serie "Highlander" spielte, nahm sich mit 51 Jahren durch Erhängen im Badezimmer das Leben. Seit 2008 betrieb er mit Ehefrau Kristyn Green eine Schauspielschule in Los Angeles. Im gleichen Jahr kehrte er auch zurück zum Fernsehen, um als Roboter in der Serie "Invincible" aufzutreten. Bereits im Alter von vier Jahren trat er in Werbespots für ein Suppensortiment auf. Nach seinem Schulabschluss begann er jedoch zunächst ein Studium der Politikwissenschaft, bevor er Anfang der 90er Jahre in Hollywood als Schauspieler zu arbeiten. Auftritte in Kinofilmen erwiesen sich nicht als erfolgreich, stattdessen spielte Kirsch hauptberuflich am Theater.

Norma Michaels 11. Januar 2020
Im Alter von 95 Jahren verstarb die Schauspielerin Norma Michaels. Sie wurde vor allem berühmt durch ihre Rollen in den US-amerikanischen Sitcoms "King of Queens" und "Modern Family". Die in Los Angeles geborene Schauspielerin trat auch in Serien auf, wie "Ein Engel auf Erden", "2 Broke Girls", "Alle lieben Raymond", "Buffy - Im Bann der Dämonen", "Gilmore Girls", "Malcolm mittendrin", "Ally McBeal" oder zuletzt in der Serie "Brooklyn Nine-Nine". Darüber hinaus war Norma Michaels dank Rollen in Filmen wie "Leg dich nicht mit Zohan an" oder "Die Hochzeits-Crasher" auch auf der Kinoleinwand präsent.

Tony Garnett 12. Januar 2020
Der 1936 geborene englische Schauspieler, Film- und Fernsehproduzent sowie Autor verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren. In den 1950er-Jahren studierte er in London, wo er bald darauf als Schauspieler in Theater- und Fernsehproduktionen zu arbeiten begann. Mitte der 1960er-Jahre wechselte er von der Schauspielerei hinter die Kamera und arbeitete unter anderem für den Fernsehkanal BBC. Anschließend wurde er bis in die 2000er-Jahre eigenständiger Produzent von zahlreichen Kinofilmen und Fernsehserien sowie von sozialkritischen Dramen insbesondere der britischen Arbeiterklasse, die wegen ihrer provokanten und politisierten Natur in den 1960er- und 1970er-Jahren für öffentliche Kontroversen sorgten. In dieser Zeit entwickelte sich auch eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ken Loach. Zuletzt arbeitete Garnett ausschließlich als Romanschriftsteller.

Ferdinand Schmidt-Modrow 15. Januar 2020
Der deutsche TV-Star Ferdinand Schmidt-Modrow verstarb überraschend im Alter von nur 34 Jahren an einem Riss in der Speiseröhre. Bekannt war der Schauspieler aus den Fernsehserien "Sturm der Liebe" und "Dahoam is Dahoam" worin er den weltoffenen und modernen Pfarrer Simon Brandl verkörperte. Außerdem war er in mehreren Kinofilmen zu sehen, unter anderem in "Die Welle" an der Seite von Jürgen Vogel und Frederick Lau. Für seine Rolle im Film "Beste Zeit" wurde er 2007 für den Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie Bester Nachwuchsschauspieler nominiert. Sein Filmdebüt hatte der in Aichbach geborene Schwabe im Film "Grenzverkehr" von Stefan Betz.

Derek Fowlds 17. Januar 2020
Der in London geborene britische Schauspieler Derek Fowlds verstarb im Alter von 82 Jahren in Bath in der west-englischen Grafschaft Somerset in der Nähe von Bristol. Von 1958 bis 1960 hatte er an der Royal Academy of Dramatic Art studiert und begann danach am Londoner West End Theater zu spielen. Zudem übernahm er Nebenrollen in Filmen wie "Doktor in Nöten" mit Dirk Bogarde, "Hotel Paradiso" mit Alec Guinness und Gina Lollobrigida sowie in dem Horrorstreifen "Frankenstein schuf ein Weib" mit Peter Cushing. Ab den 1960er-Jahren spielte Fowlds zudem regelmäßig in Fernsehserien. In der Fernsehserie "Heartbeat" spielte er insgesamt 18 Jahre die Figur des (im Verlaufe der Serie pensionierten) Polizisten Oscar Blaketon. Seine bekannteste Rolle war jedoch die des Ministerialreferenten Bernard Woolley in der satirischen Fernsehserie "Yes Minister" sowie der Fortsetzung "Yes Premierminister". Von 1969 bis 1973 arbeitete Fowlds bei der British Broadcasting Corporation als Showmaster für ein Kinderprogramm.

Urs Egger 18. Januar 2020
Urs Egger war ein Schweizer Film- und Fernsehregisseur, der auf der Höhe seines Schaffens im Alter von 66 Jahren an einer heimtückischen, schweren Krankheit verstarb. Seit 1993 lebte er überwiegend in Berlin. Eine seiner letzten Regiearbeiten, der Historienfilm "Das Wunder von Wörgl" wurde posthum noch ins Rennen um den Grimme Preis 2020 geschickt. In Österreich bescherte ihm der Film den Fernsehpreis der österreichischen Erwachsenenbildung. Unzählige weitere Preise zeugen von Eggers erfolgreicher Karriere, die in Deutschland in den späteren 90ern Fahrt aufnahm. Egger war vor allem beim Fernsehen viel beschäftigt. Mit Hannelore Elsner arbeitete er bei der Krimiserie "Die Kommissarin" zusammen, mit dem noch sehr jungen Christoph Waltz beim Thriller "Der Tourist", ehe ihn der 2011 verstorbene Produzent Bernd Eichinger für die Neuverfilmung von "Die Halbstarken" (mit dem blutjungen Til Schweiger) und dem Aufsehen erregenden TV-Mehrteiler "Der Opernball" (1998) nach Josef Haslinger engagierte. Genauso galt er als Thriller-Spezialist u.a. bei "Die Rückkehr des Tanzlehrers" (2003) nach Henning Mankell oder in "Wolfsfährte" nach Craig Russell. Auch das ZDF verdankt ihm zahlreiche erfolgreiche und renommierte Fernsehfilme und Mehrteiler wie die historische Epen "Die Seelen im Feuer" und der Zweiteiler "Gotthard" (2016) über den Bau des Gotthardtunnels. Ein gutes Händchen bewies er auch bei aufwühlenden Dramen wie "Der Fall Bruckner", "Der Sohn" und "Ein Kind wird gesucht". Seine letzte Arbeit war das im vergangenen Jahr gedrehte ZDF-Drama "Kranke Geschäfte", das auf dem Filmfest Hamburg Premiere feierte.

Ruth Haber 19. Januar 2019
Ruth Haber war eine West-Berliner Modelegende, schrieb der Tagesspiegel in seinem Nachruf. Unsere Mutter, die Modejournalisten und langjährige Beraterin in Modetrends der ehemaligen Farbwerke Hoechst in Frankfurt/Main, verstarb 10 Tage nach ihrem 96. Geburtstag im trauten Heim der Familie. Ihre berufliche Laufbahn begann sie zunächst als Volontärin später als verantwortliche Redakteurin im W. Matthes Verlag. Anschließend arbeitete sie als freiberufliche Modejournalistin. Sie galt auf diesem Gebiet als führende Spezialistin für nationale und internationale Mode und hat die Fachpresse über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit u.a. für den Tagesspiegel und das Fachmagazin Klartext organisierte Ruth Haber seit 1976 den Kritikerpreis „Goldene Nase“, der bis 2018 alljährlich von ihr an Persönlichkeiten verliehen wurde, die den besten „Riecher“ in Sachen Mode zeigten. Besonders stolz war sie über die Verleihung der Goldenen Nase an die britische Designerin Vivienne Westwood und den spanisch-französischen Designer Paco Rabanne. Darüber hinaus wirkte sie auf Verbandsebene bei zahlreichen kreativ-beratenden Tätigkeiten mit und stärkte Berlins Ansehen als Modestandort durch ihre Mitarbeit bei der Durchführung internationaler Designer- und Coutureschauen. Für ihre Verdienste für die Mode- und Medienstadt Berlin wurde ihr mit 80 Jahren im Jahre 2004 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Ruth Haber hinterlässt zwei Kinder, darunter ihren Sohn Wolf Friedel aus erster Ehe, den sie stets bei seiner Ausbildung zum Fotografen und beruflichen Werdegang als Dokumentarfilmer bis zuletzt unterstützte. Mit Freuden sah sie sein ehrenamtliches Engagement bei Berliner Arbeitskreis Film e.V. und konnte zu Lebzeiten noch zahlreiche Kontakte zur Medienbranche herstellen. Sie selbst hatte sich nicht nur bei der Beratung von Wirtschaftsfilmen der Hoechst AG eingebracht, wo zeitweilig auch ihr Sohn als Volontär beschäftigt war, sondern war auch engagiert beim Aufbau des Berliner Stadtschlosses. Ihr größter Wunsch, die Eröffnung des Humboldtforums zu erleben, blieb ihr leider verwehrt.

Joseph Hannesschläger 20. Januar 2020
Joseph Hannesschläger, der beliebte Schauspieler und Fernseh-Star aus der ZDF-Fernsehserie „Rosenheim Cops“, in der er den Kriminalhauptkommissar Korbinian Hofer spielte, hat den Kampf gegen sein Krebsleiden verloren und verstarb in einem Münchner Hospiz. Nur drei Monate zuvor verriet der 57-Jährige, dass sein Tumor nur noch palliativ zu behandeln sei. Eigentlich wollte er seinen Fans noch ein persönliches Buch hinterlassen, wozu es leider nicht mehr kam. Der ursprünglich ausgebildete Koch erlernte anschließend von der Pike auf noch das Schauspielhandwerk und spielte am Prinzregententheater in München Theaterstücke wie "Warten auf Godot", "Ein Sommernachtstraum", "Caligula", "Die Physiker" und "West Side Story". Zusammen mit Susanne Brantl eröffnete er die Studiobühne des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München („Zerwirkgewölbe“) wo er auch als Theater-Regisseur Liederabende von Wilfried Hiller und Michael Ende aufführte und mehrere Kabarettprogramme inszenierte. Seine letzte Ruhestätte wird er auf dem Ostfriedhof in München finden.

Terry Jones 21. Januar 2020
Der britische Schauspieler, Regisseur und Autor Terry Jones, der zusammen mit John Cleese, Michael Palin, Graham Chapman, Eric Idle und dem Amerikaner Terry Gilliam die Comictruppe Monty Python gegründet hatte, verstarb im Alter von 77 Jahren in London. Bereits 2015 wurde bei ihm Demenz diagnostiziert. Der 1942 in Wales als Sohn eines Bankiers geborene Jones wollte ursprünglich Englisch studieren, doch das "Revue-Fieber" an der Oxford Universität, wo er stetiger Gast des Experimental Theatre Club war, packte ihn, sodass er lieber Sketche für die BBC und Marty Feldman schrieb und bald auch Regie führte für zahlreiche TV-Folgen von "Monty Python's Flying Circus". Beim Spielfilm "Die Ritter der Kokosnuss", einer Veralberung der Mittelalter-Sage um König Artus, war er Ko-Regisseur, die alleinige Regieverantwortung trug er für den Bibelfilm-Parodie "Das Leben des Brian" und für den letzten Python-Film "Der Sinn des Lebens". Nach der Auflösung der Gruppe 1983 schrieb er das Drehbuch für Jim Hensons "Labyrinth" (mit Jennifer Connelly und David Bowie in einer von "Alice im Wunderland" inspirierten Märchenwelt) und inszenierte nach einem Drehbuch von David Leland die schräge Komödie "Personal Service", in der Julie Walters als Hausfrau ihre Zimmer an Prostituierte vermietet, selbst zur Bordellchefin aufsteigt und vor Gericht alte Bekannte wiedersieht. Nach einer Regiepause von acht Jahren versammelte er als Autor und Regisseur 1996 ein letztes Mal die Python-Kollegen zu einer kleinen Reunion für die Verfilmung des skurrilen Märchens "Der Sturm in den Weiden" (nach Kenneth Grahames in England sehr populärem Kinderbuch).

Gudrun Pausewang 23. Januar 2019
Die Schriftstellerin Gudrun Pausewang verstarb im Alter von 91 Jahren in der Nähe von Bamberg. Bekannt war sie vor allem für ihre Kinder- und Jugendbücher. So schrieb sie etwa "Die letzten Kinder von Schewenborn" oder den Roman "Die Wolke"über die Gefahren der Atomenergie, der 2006 verfilmt wurde, und schon in den 80er-Jahren den Nerv der Zeit traf. Die Schriftstellerin, die 1928 im böhmischen Dorf Mladkov (Wichstadt) geboren wurde und nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit ihrer Familie nach Deutschland flüchtete, machte in Wiesbaden ihr Abitur und wurde Lehrerin. 1972 ließ sie sich im osthessischen in Schlitz nieder wo sie mehr als drei Jahrzehnte lebte, Grundschüler unterrichtete sowie einen Großteil ihrer Bücher verfasste. Nach eigenen Angaben schrieb sie mehr als 100 Bücher, knapp fünf Millionen Exemplare wurden verkauft. In ihrem letzten Buch ("So war es, als ich klein war", 2016) hielt sie ihre Kindheitserinnerungen fest. Für ihr Schaffen erhielt sie zahlreiche Preise, unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Lebenswerk. Vier Hauptthemen waren für sie prägend: "Krieg und Frieden", "die Armut in Südamerika", "Schutz der Umwelt" und "Nie mehr Nationalsozialismus".

Tiziana Soudani 25. Januar 2019
Die in Locarno geborene Schweizer Filmproduzentin Tiziana Soudani, deren Dokumentar- und Spielfilme vielfach preisgekrönt wurden, darunter "Pane e tulipane" ist tot. Von den 52. Solothurner Filmtagen wurde sie 2017 als erste Filmproduzentin überhaupt mit dem «Prix d’honneur» geehrt. Sie hatte sich mit großem Feingespür und mit Konsequenz für die künstlerischen Visionen ihrer Autorinnen und Autoren, Regisseurinnen und Regisseure eingesetzt. Sie setzte ein tiefes Vertrauen insbesondere in die Debütfilme ihrer Talentschmiede bei Amka Films. Für "Le meraviglie" von Alice Rohrwacher erhielt sie 2014 den Grossen Preis der Jury in Cannes. Ihre drei jüngsten Filme "Love me Tender", "Amazonian Cosmos" und "Monsieur Pigeon" standen im Januar 2020 auf dem Programm der 55. Solothurner Filmtage. Mit ihrem Tod verliert das Tessiner Filmschaffen, der Schweizer Film und das europäische Kino eine mutige Pionierin und eine strahlende, inspirierende Persönlichkeit.

Marj Dusay 30. Januar 2020
Die US-amerikanische Kult-Darstellerin Marj Dusay verstarb überraschen im Alter von 83 Jahren. Die beliebte Schauspielerin spielte schon an der Seite von Elvis Presley und Gregory Peck. Sie gab 1967 ihr Fernsehdebüt. Es folgten zahlreiche Auftritte in Fernsehserien wie z. B. Hawaii Five-O, aber nur in wenigen Filmen. Unvergessen sind dennoch ihre Kinorollen in Filmen wie „Clambake“ neben Elvis Presley (1967) oder in „Sweet November“ (1968). Außerdem war Dusay in Serien wie „The Facts of Life“, „The Odd Couple“, „Days of Our Lives“, „All my Children“ und „MacArthur“ in größeren Rollen zu sehen. Dazu kamen kleinere Auftritte in Shows wie „Pyllis“, „Barnaby Jones“ und „Der Prinz von Bel Air“.

Jörn Donner 30. Januar 2020
Der Schriftsteller, Filmregisseur, Schauspieler, Filmproduzent und einziger finnische Oscar-Preisträger Jörn Johan Donner verstarb im Alter von 86 Jahren in Helsinki. Er war ein Abkömmling der bekannten Donner-Familie, die in Finnland schon viele berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Als Produzent von Ingmar Bergmans "Fanny & Alexander" hatte er 1984 einen von insgesamt vier Oscars entgegennehmen können. Bekannt wurde Donner auch als Politiker durch seine Mitgliedschaft im finnischen Parlament und Europäischen Parlament.

Mary Higgins Clark 31. Januar 2020
Die US-Bestsellerautorin Mary Higgins Clark verstarb im Alter von 92 Jahren im Kreise ihrer Familie. Bekannt war sie für ihre Thriller. Insgesamt verfasste sie über 50 Werke, darunter sind 38 Kriminalromane, ein historischer Roman und zwei Kinderbücher. Zu ihren bekanntesten Werken zählen unter anderem "Gnadenfrist" und "Where are the children?" (dt. Wintersturm, 1975). Einige ihrer Romane wurden verfilmt. Mary Higgins Clark wurde 1928 in New York als Tocher irischer Einwanderer geboren. Schon als Schülerin schrieb sie kleine Geschichten. Dies wurde ihr schon durch ihre irischen Wurzeln in die Wiege gelegt, denn die Iren sind alte Geschichtenerzähler. Oft saßen sie bei Familienzusammenkünften alle beisammen und die Geschichten flossen. Mary saß am Tisch und hörte nur zu. Der frühe Tod ihres Vaters machte ihr schlagartig die Zerbrechlichkeit des Lebens bewusst. Dies floss auch in ihre Krimis ein, deren Charaktere als Clanmitglieder in ihren Büchern erschienen. Sogar das ZDF hat sich die Filmrechte an zwei Erzählungen und vier Romanen gesichert. Dazu gehören "Haben wir uns nicht schon mal gesehen", "Nimm dich in acht", "Schwesterlein komm tanz mit mir", "Sieh dich nicht um", "Dass du ewig denkst an mich", "Glückstag" und der Thriller "Schwesterlein, komm tanz mit mir".

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mit Ivan Král, der am 2. Februar 2020 verstarb.

Ivan Král 2. Februar 2020
Der tschechische Gitarrist und Dokumentarfilmer Ivan Král verstarb im Alter von 71 Jahren an Krebs. Král war ein hochproduktives Multitalent, der auch den Soundtrack für Barry Levinsons Coming-of-Age-Komödie „Diner“ lieferte und Rockdokumentarfilme drehte. Bekannter war er allerdings als schüchterner Bassist in der Band von Patti Smith, mit der er 1979 gemeinsam Songtexte zu ihrem vierten Album schrieb. Král war 1966 aus Prag nach New York gekommen, wo sein Vater als Übersetzer bei den Vereinten Nationen arbeitete. Als der Vater 1968 den Einmarsch der Sowjets in seiner Heimat verurteilte, wurden die Familienmitglieder zu staatenlosen Flüchtlingen. Nach seinem Ausstieg aus Patti Smiths Band arbeitete er mit John Cale und Iggy Pop zusammen. Als die Samtene Revolution 1989 den Realsozialismus in der Tschechoslowakei hinwegfegte, kehrte der Musiker in seine Heimat zurück und komponierte u.a. die Trauermusik für die Beerdigung des Dichterpräsidenten Vaclav Hável.

Gene Reynolds 3. Februar 2020
Der mit sechs Emmys ausgezeichnete US-amerikanische Schauspieler, Drehbuchautor, Fernsehregisseur und Fernsehproduzent Gene Reynolds verstarb im Alter von 96 Jahren in Los Angeles. Als Schauspieler war er einer der vielen Kinderstars der 1930er Jahre. Internationale Berühmtheit erlangte er erst als einer der Macher der TV-Serie "M*A*S*H", die sich von 1972 bis 1983 auf tragikomische Weise mit dem Korea-Krieg auseinandersetzte. Die Sitcom ging als eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten in die TV-Geschichte ein. Reynolds trat nach dem Zweiten Weltkrieg aber auch als Schauspieler in den Serien "The Lone Ranger" und "I Love Lucy" auf. Im Laufe seines Lebens war er für insgesamt 24 Emmys nominiert worden. Drei seiner sechs Emmy-Auszeichnungen bekam Reynolds für "M*A*S*H".

José Luis Cuerda 4. Februar 2020
Der spanische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent José Luis Cuerda verstarb im Alter von 72 Jahren in seiner Wohnung in Madrid. Nach einem abgebrochenen Jurastudium wurde er Rundfunktechniker. Mit dieser Ausbildung fing er 1969 an, beim öffentlichen spanischen Fernsehen zu arbeiten, wo er fünf Jahre lang über 500 Dokumentarfilme für den Nachrichtendienst drehte. Nach einigen Kurzfilmen gelingt ihm 1982 die Finanzierung für seinen ersten Spielfilm "Pares y nones". Bereits ein Jahr später folgte "El bosque animado", der den Grundstein für seinen Ruf als Pionier und Meister der surrealistischen Komödie legte. Zu seinen berühmtesten Streifen gehörten "La Lengua de las Mariposas" (Die Zunge der Schmetterlinge, 1999) und "Los Girasoles ciegos" (Die blinden Sonnenblumen, 2008). Cuerda erhielt vier Mal den Goya-Preis, den "spanischen Oscar".

Kirk Douglas 5. Februar 2020
Der ehemaliger US-amerikanische Schauspieler Kirk Douglas, der in den 1950er und 1960er Jahren zu den führenden Hollywood-Stars zählte und als Haudegen oft in Western und Abenteuerfilmen zu sehen war, verstarb mit 103 Jahren, wie sein Sohn, der Schauspieler Michael Douglas, teilte dies in den sozialen Medien mitteilte. Kirk Douglas galt als einer der größten
Darsteller der Filmgeschichte, der das Image des harten Mannes mit starker maskuliner Ausstrahlung pflegte. Seine Lebensgeschichte liest sich wie ein Lehrstück des amerikanischen Traums: Ein Sohn eines Lumpensammlers kämpft sich an die Hollywood-Spitze, erfindet sich immer wieder neu, scheut weder Risiken noch Widerstände. Der Sohn russischer Einwanderer war einer der letzten Überlebenden aus dem "Goldenen Zeitalter" Hollywoods. Seinen Legendenstatus hatte er durch eine Vielzahl von Rollen für die Ewigkeit erworben. Seine wohl bekannteste ist die des Titelhelden in "Spartacus" (1960), Stanley Kubricks Film über den Anführer des Sklavenaufstands im antiken Rom. Douglas arbeitete mit einigen der größten Hollywood-Regisseure zusammen und wirkte in mehr als 80 Filmen mit, u.a. im Biopic "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft" und dem Western "Zwei rechnen ab".

Raphaël Coleman 6. Februar 2020
Völlig unerwartet ist der ehemalige Kinderstar Raphaël Coleman auf einer seiner vielen Reisen beim Joggen zusammengebrochen und verstarb im Alter von nur 25 Jahren. Gesundheitliche Probleme sollen zuvor nicht bekannt gewesen sein. Coleman wurde im September 1994 in Wandsworth, England geboren. Bekannt wurde er durch seine Rolle als Eric in der Komödie "Eine zauberhafte Nanny" (2005), in der er an der Seite von Emma Thompson (60) und Colin Firth (59) spielte. Auch später war er noch in anderen Filmen zu sehen. Coleman war zuletzt als Klimaaktivist für "Extinction Rebellion" sehr engagiert und reiste deshalb in der ganzen Welt viel umher.

Orson Bean 7. Februar 2020
Wie das Büro der Gerichtsmedizin im Bezirk Los Angeles County bestätigte, ist der 91-Jährige US-Schauspieler und Komiker Orson Bean bei einem Verkehrsunfall gestorben. Er wollte in Venice Beach zu Fuß die Straße überqueren und wurde dabei von zwei Autos erfasst. Bean spielte nicht nur in TV-Sendungen wie "Desperate Housewives" und "Dr. Quinn - Ärztin aus Leidenschaft" mit, sondern auch im Kult-Film "Being John Malkovich". Für seine Darstellung im Musical "Subways are for Sleeping" im Jahr 1962 bekam er den renommierten Theaterpreis Tony. In der 1990er-Serie "Dr. Quinn" spielte er den Ladenbesitzer Loren Bray. Kleinere Auftritte hatte er auch in Serien wie "How I Met Your Mother". Noch im letzten Jahr war er in dem Theaterstück "Bad Habits" in Santa Monica zu sehen gewesen.

Volker Spengler 8. Februar 2020
Der mit seiner Hauptrolle im Fassbinder-Film "In einem Jahr mit 13 Monden" bekannt gewordene Schauspieler Volker Spengler verstarb im Alter von 80 Jahren in Berlin. Spengler wirkte auch in Filmen wie "Die Sehnsucht der Veronika Voss", "Die Ehe der Maria Braun" und in der TV-Miniserie "Berlin Alexanderplatz" von Rainer Werner Fassbinder mit. Auch mit Christoph Schlingensief arbeitete er zusammen, darunter im grotesken Mauerfall-Film "Das deutsche Kettensägenmassaker".

Robert Conrad 8. Februar 2020
Robert Conrad geboren als Konrad Robert Falkowski in Chicago war ein US-amerikanischer Schauspieler, der im Alter von 84 Jahren an Herzversagen in seiner Wahlheimat in Malibu, Kalifornien verstarb. Die erste Filmrolle, bei der Conrad im Abspann erwähnt wurde, spielte er im Filmdrama "Thundering Jets" aus dem Jahr 1958. In den Jahren 1965 bis 1969 spielte der "Wild Wild West"-Star in der Fernsehserie "Verrückter wilder Westen" die Hauptrolle des Secret-Service-Agenten James T. West. In dem Western "Die Gesetzlosen" (1967) übernahm er eine der Hauptrollen, außerdem wirkte er als Regisseur und Drehbuchautor mit. Für die Rolle in der Fernsehserie Pazifikgeschwader 214 (1976) war Conrad 1978 für einen Golden Globe Award nominiert. Im Actionfilm "Sudden Death" (1977) übernahm er die Hauptrolle, eine weitere Hauptrolle hatte er in dem Gangsterfilm "Die Frau in Rot" aus dem Jahr 1979. In der schwarzen Komödie "Flammen am Horizont" (1982) spielte er an der Seite von Sean Connery eine größere Rolle. Zuletzt war Conrad 2002 in dem Film "Dead Above Ground" zu sehen. Sein Schaffen umfasst 80 Film- und Fernsehproduktionen.

Eckart Lottmann 9. Februar 2020
Der 1950 in Hamburg geborene Dokumentarfilmer Eckart Lottmann sei nach einem schönen Nachmittag nachts ganz friedlich eingeschlafen, schreibt in einem Nachruf die AG DOK, bei der der Dokumentarist seit dem Jahr 2000 Mitglied war. Nach einem Studium der Soziologie mit anschließendem Hauptfach in Publizistik gründete Lottmann 1977 mit Gleichgesinnten die MedienOperative Berlin e.V., ein Zentrum für unabhängige Videoarbeit. Dort entstanden Videos zu sozialen und kulturellen Themen im Sinne einer Gegenöffentlichkeit. Ab 1992 arbeitete er als freier Journalist und Filmemacher für den SFB, später für den rbb. Die Schwerpunkte seines filmischen Schaffens waren historisch-politische Dokumentationen über die Berufsfeuerwehr Berlins, über die Geschichte der Binnenschifffahrt sowie über die West-Berliner Polizei und über Hausbesetzungen. Ab 2014 zeigten sich bei Eckart erste Anzeichen einer Erkrankung, die sich bis 2016 so verstärkten, dass er eine geplante filmische Dokumentation über seine Familie absagen musste.

Joseph Vilsmaier 11. Februar 2020
Der in München geborene bayerische Regisseur, Produzent und Kameramann Joseph Vilsmaier verstarb im Alter von 81 Jahre friedlich zuhause im Kreise seiner Töchter Janina, Theresa und Josefina. In den Fünfzigerjahren absolvierte er bei Arnold & Richter (ARRI) eine Ausbildung in der kameratechnischen Abteilung und studierte parallel am Münchner Konservatorium Klavier. 1961 erhielt er seine erste Anstellung bei Bavaria Film - zunächst als Kamera-Assistent. Ab 1972 arbeitete er als selbstständiger Kameramann von TV-Filmen wie "Die Stunde des Löwen" (1982), "Tatort: Doppelspiel" (1984) und "Rosinenbomber" (1987). Mit Preisen überschüttet wurde er für seinen ersten Spielfilm "Herbstmilch" als Regisseur. Der niederbayrische Bilderbogen begeisterte über 2,2 Mio. Besucher. Auch das authentisch dargestellte Anti-Kriegs-Epos "Stalingrad" (1992) und die Erich-Kästner-Verfilmung "Charlie & Louise - Das doppelte Lottchen" (1993), fanden großen Anklang und brachten Vilsmaier internationale Anerkennung. Es folgten Hits wie "Schlafes Bruder" (1995) und "Comedian Harmonists" (1997). Mit "Marlene" (2000) setzte er der Marlene Dietrich allerdings ein umstrittenes Denkmal. 2006 realisierte er in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Artur Brauner das Drama "Der letzte Zug"über die Deportation von Juden aus Berlin in das KZ Auschwitz 1943. Im Jahre 2009 realisierte Vilsmaier das Bergdrama "Nanga Parbat"über die Brüder Reinhold und Günther Messner. Letzterer verstarb 1970 beim Aufstieg auf den Achttausender. 2012 folgte der Dokumentarfilm "Bavaria - Traumreise durch Bayern" , in dem Vilsmaier seine Heimat aus der Vogelperspektive präsentierte. 2014 erhielt Vilsmaier die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber. Schließlich ging auch noch sein großer Herzenswunsch, die Regie-Arbeit an seinem letzten Kinofilm "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" abzuschließen, in Erfüllung.

Lynn Cohen 14. Februar 2020
Die Schauspielerin Lynn Cohen, die vor allem für ihre Rolle der »Magda« in "Sex and the City" gefeiert worden war, verstarb im Alter von 86 Jahren in New York City. Die Verstorbene spielte auch in "Tribute von Panem", "Law & Order: Special Victims Unit", "The Marvelous Mrs. Maisel" oder als Golda Meir in Steven Spielbergs "München" mit. Ihr gesamtes Schaffen umfasste mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen.

A. E. Hotchner 15. Februar 2020
Aaron Edward Hotchner, der in St. Louis geborene vielgereister Autor, Dramatiker und Herumtreiber voller Geschichten über seine berühmten Freunde Ernest Hemingway und Paul Newman verstarb im Alter von 102 Jahren in Westport, Connecticut, Vereinigte Staaten. Hotchner schilderte seine Jugend in der Zeit der Weltwirtschaftskrise in dem Buch "The King of the Hill". Das 1972 erschienene Werk wurde 20 Jahre später von Steven Soderbergh verfilmt. Neben seiner Biografie "Papa Hemingway" (1966) über den Mythos des großen amerikanischen Schriftstellers, dem er am Ende wegen dessen Alkoholkonsum und Depressionen beim Schreiben helfen musste, wurden seine Porträts von Doris Day und Sophia Loren Bestseller. Später war Hotchner auch "Cosmopolitan"-Redakteur.

Sonja Ziemann 17. Februar 2020
In den 50er-Jahren wurde die deutsche Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin an der Seite von Rudolf Prack mit der Operettenverfilmung „Schwarzwaldmädel“ berühmt und spielte auch in zahlreichen Heimatfilmen wie „Grün ist die Heide“ mit. Später stand sie auch in internationalen Produktionen vor der Kamera wie „Der achte Wochentag“ (1958), „Hunde, wollt ihr ewig leben“ (1958) oder „Die Brücke von Remagen“ (1969). Sie hatte aber auch Theaterauftritte in Stücken von Frank Wedekind und Tennessee Williams. Nun verstarb die Schauspielerin im Alter von 94 Jahren in einem Münchner Altenheim. Ziemann musste mehrere schwere Schicksalsschläge in ihrem Leben verkraften: Ihr Sohn starb 1970. Ein Jahr zuvor starb ihr Ex-Mann, der polnische Autor Marek Hlasko. 1989 heiratete die Schauspielerin ihren Kollegen Charles Regnier. Er starb im September 2001 nach einem Schlaganfall.

Flavio Bucci 18. Februar 2020
Der in Turin geborene Schauspieler, Flavio Bucci, wurde am Dienstagmorgen in seinem Haus in Passo Oscuro bei Rom tot aufgefunden. Der Darsteller, der fast bis zuletzt in der Filmbranche aktiv war, wurde 72 Jahre alt. Bucci begann seine Karriere beim Theater. Später spielte er mit namhaften Regisseuren für Kino und Fernsehen, etwa in deutsch-italienischen Koproduktionen wie die Literaturverfilmung "Der Zauberberg" aus dem Jahre 1982 von Hans W. Geißendörfer. 1977 spielte er den verwirrten Maler Antonio Ligabue in Salvatore Nocitas Fernseh-Porträt, für das er ein Silbernes Band als bester Darsteller erhielt. 2008 besetzte ihn der Regisseur Paolo Sorrentino als gefolgschaftstreuen Politiker in "Il Divo", einem Biopic über den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti.

Burkhard Driest 27. Februar 2020
Der Schauspieler und Autor Burkhard Driest verstarb nach langer Krankheit in Berlin im Alter von 80 Jahren. Der 1939 in Stettin geborene Driest wurde unter anderem als Schauspieler in Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Reinhard Hauff sowie in Inszenierungen des Regisseurs Peter Zadek bekannt. Auch als Drehbuch- und Theaterautor machte er sich einen Namen, für Filme wie "Endstation Freiheit" und "Falco meets Amadeus". Wegen schweren Bankraubs war Driest drei Jahre in Haft.

Dieter Laser 29. Februar 2020
Wenige Tage nach seinem 78. Geburtstag verstarb der in Kiel geborene, aber in Hamburg aufgewachsene, deutsche Schauspieler Dieter Laser in Berlin. Während seiner nach der erfolgreichen Zwischenprüfung abgebrochenen Schauspielausbildung, arbeitete er als Statist am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und als Hoteldiener. Weil er aber weiterhin heimlich die Proben am Hamburger Schauspielhaus besuchte, wurde er eines Tages von Gustaf Gründgens „entdeckt“ und zunächst mit kleinen, dann größeren Rollen betraut. Später spielte er unter anderem mit Hollywood-Stars wie Burt Lancaster, John Malkowich und Glenn Close. 1975 wurde er für die Titelrolle in seinem ersten Kinofilm "John Glückstadt" nach einer Novelle von Theodor Storm mit dem Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler ausgezeichnet. Im gleichen Jahr war er auch als windiger Zeitungsreporter Tötges in Volker Schlöndorffs "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" zu sehen. 1978 spielte er neben Helmut Griem und Brigitte Fossey in Hans W. Geißendörfers Oscar-nominiertem Filmdrama "Die gläserne Zelle". Zuletzt war er im vergangenen Jahr bei den Bad Hersfelder Theater-Festspielen zu sehen. Dort verkörperter er im Kafka-Klassiker "Der Prozess" unter der Regie von Joern Hinkel die Rolle des Advokaten Huld.

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mit Max von Sydow, der am 8. März 2020 verstarb.

Max von Sydow 8. März 2020
Max von Sydow war einer der besten schwedischen Schauspieler aller Zeiten! Sein letzter Auftritt war im November 2018 in dem französischen Film „Kursk“ des dänischen Filmregisseurs Thomas Vinterberg, wo er den russischen Admiral spielt, der für die Vertuschung der U-Boot-Katastrophe verantwortlich ist. Der schwedische Schauspieler mit deutsch-pommerscher Abstammung hatte seit 2002 eine französische Staatsangehörigkeit. International bekannt wurde Max von Sydow durch sein Mitwirken in Filmen von Ingmar Bergman wie "Das siebente Siegel" (1957) und "Der Exorzist" (1973). Jüngeren Zuschauern ist er unter anderem aus "Game of Thrones" oder "Star Wars: Das Erwachen der Macht" bekannt. Er spielte in über hundert Filmen und TV-Serien mit. In der Verfilmung von Jonathan Safran Foers "Extrem laut und unglaublich nah" verkörperte er 2011 einen Stummen mit einer solchen Intensität, dass er mit 83 Jahren noch für einen Oscar nominiert wurde. Er ging leer aus, wie auch schon 1987, als er für seine Rolle in "Pelle, der Eroberer" nominiert war. Nun verstarb er im Alter von 90 Jahren.

Lorenzo Brino 9. März 2020
Der ehemalige Kinderstar Lorenzo Brino verstarb mit nur 21 Jahren bei einem Autounfall. Demnach habe er die Kontrolle über seinen Toyota Camry verloren und sei im San Bernardino County in einen Mast gefahren. Bekannt wurde der US-Amerikaner Lorenzo vor allem durch die Serie "Eine himmlische Familie". Lorenzo Nathaniel Brino und sein Bruder Nikolas Landon Brino spielten in den 90er-Jahren die Zwillinge Samuel „Sam“ und David Camden. Zwischen 1996 und 2007 wurden insgesamt 243 Folgen in elf Staffeln produziert. Lorenzo und Nikolas wurden im Kaiser Permanente Medical Center in Woodland Hills, einem Stadtteil von Los Angeles, geboren.

Tonie Marshall 12. März 2020
Die französische Schauspielerin, Sängerin, Drehbuchautorin und Filmregisseurin, Tonie Marshall, verstarb im Alter von 68 Jahren in Paris. Ihr Leinwanddebüt gab sie 1973 in Jacques Demys Filmkomödie "Die Umstandshose" an der Seite von Catherine Deneuve und Marcello Mastroianni. "Die Detektivin", ihr erst zweiter Spielfilm als Regisseurin, lief 1994 auf der Berlinale im lief im Wettbewerb um den Goldenen Bären. Später gewann sie als bisher einzige Frau den César für die »Beste Regie« für die dramatische Komödie "Schöne Venus". Der Streifen wurde im Jahr 2000 unter anderem auch als bester Film ausgezeichnet. Ihr Liebesfilm "Dem Paradies ganz nah", in dem Catherine Deneuve und William Hurt die Hauptrollen spielten, konkurrierte 2002 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig um den Goldenen Löwen. Außerdem schrieb sie bittersüße Komödien wie "Er liebt mich, er liebt mich nicht - Toujours l'amour" (2014) mit Sophie Marceau.

Hans Prescher 15. März 2020
Der langjährige Leiter der Abteilung Fernsehspiel und Spielfilm des Hessischen Rundfunks, Dr. Hans Prescher, verstarb im Alter von 89 Jahren in München. Er galt als einer der Mitbegründer der ARD-Krimireihe "Tatort". Prescher scheute nicht vor Großprojekten zurück. Unter seiner Leitung entstand das zwölfteilige TV-Epos „Buddenbrooks“. Die Verfilmung des Romans von Thomas Mann zog in den späten Siebzigerjahren jede Woche tausende Zuschauer vor den Fernseher. Auch die Film- und Kinowelt war dem studierten Theaterwissenschaftler nicht fremd. Er arbeitete mit bedeutenden Regisseuren zusammen und betreute die Realisierung heute historischer Filme. Darunter „Die Blechtrommel“ mit Spielleiter Volker Schlöndorff und „Mephisto“ mit István Szabó, die jeweils mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurden.

Stuart Whitman 16. März 2020
Der 1928 in San Francisco geborene US-Schauspieler Stuart Whitman verstarb im Alter von 92 Jahren auf seiner Ranch nahe Santa Barbara. Whitman spielte in über hundert Film- und Fernsehproduktionen mit und wurde vor allem durch Western-Rollen bekannt. Mit John Wayne drehte Whitman unter der Regie von Michael Curtiz den Western „Die Comancheros“ (1961). In der Western-Serie „Der Marshall von Cimarron“ (1967) hatte er die Hauptrolle eines Gesetzeshüters. An der Seite von Henry Fonda, Sean Connery und Gerd Fröbe wirkte er in dem aufwändigen Kriegsfilm „Der längste Tag“ (1962) mit. Zu seinen über 100 Film- und Fernsehproduktionen zählt auch die britische Komödie „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ (1965). Eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller holte Whitman für das Drama „Gebrandmarkt“ (1961), in dem er einen verurteilten Missbrauchstäter spielte. An seiner Seite wirkte die österreichisch-schweizerische Schauspielerin Maria Schell mit. 1998 wurde Whitman mit einem Stern auf dem Hollywood »Walk of Fame« geehrt.

Lyle Waggoner 17. März 2020
Der US-amerikanische Schauspieler Lyle Waggoner verstarb im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in der Umgebung von Los Angeles an einer Krebserkrankung. In den 70er und 80er Jahren wirkte Waggoner in einigen Kino- und Fernsehfilmen mit, wo der braunhaarige, hochgewachsene Darsteller hauptsächlich als gutaussehender Held oder Liebhaber besetzt wurde. Er übernahm außerdem zahlreiche Gast- und Episodenrollen, unter anderem in den Fernsehserien "Drei Engel für Charlie" (1980), "Golden Girls" (1993) sowie mehrfach in "Love Boat", "Fantasy Island" und "Mord ist ihr Hobby".

Nazzareno Zamperla 19. März 2020
Der italienische Schauspieler Nazzareno Zamperla arbeitete zunächst vor allem als Stuntman in Sandalenfilmen. In den 1960er und 1970er Jahren mehrten sich jedoch seine Auftritte auch als Schauspieler vor der Kamera. Allerdings verlagerte sich sein Fokus nunmehr auf Westernproduktionen, wobei er auch unter dem Pseudonym Nick Anderson auftrat und oftmals die Aufgabe des Waffenmeisters übernahm. Einer seiner bekanntesten Auftritte war 1964 in "Der stärkste Mann der Welt" (Il trionfo di Ercole), der in einer gekürzten Fassung unter dem Titel "Der Triumpf des Herkules" nach Deutschland kam. Nazzareno Zamperla verstarb im Alter von 83 Jahren in Rom. Die Ursache seines Todes wurde nicht kommuniziert.

Gabi Delgado 22. März 2020
Gabriel „Gabi“ Delgado-López, Gründer der deutschen Elektro-Punk-Gruppe Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF, 1978), verstarb mit 61 Jahren in seiner Heimat im spanischen Córdoba. Der größte Hit des Industrial-Duos war „Tanz den Mussolini“, was den Sänger, Textdichter und Frontmann zusammen mit dem Multiinstrumentalisten Robert Görl in die deutschen Charts katapultierte, auch wenn der Song eigentlich nicht mainstreamkompatibel war, sondern vor allem in der Elektroszene gespielt wurde. Der radikale Künstler, der auch als Techno-DJ auftrat, war ein durch und durch politischer Mensch mit antiimperialistischer Anschauung. Deshalb gibt es auch nur wenige Filmaufnahmen von ihm. Es existieren aber einige Videoclips seiner Hits, die heute ebenso zeitgeschichtlichen Wert haben, wie Aufnahmen der Gruppe Kraftwerk.

Lucia Bosè 23. März 2020
Die italienische Schauspielerin Lucia Bosè, eine der ersten Diven des italienischen Nachkriegskinos, verstarb in Zeiten der Corona-Krise im Alter von 89 Jahren an den Folgen von COVID-19 in ihrer Wahlheimat Spanien wie ihr Sohn Miguel auf Twitter mitteilte. Bosè, deren richtiger Name Lucia Borloni war, wurde am 28. Januar 1931 in Mailand als Tochter einer Arbeiterfamilie geboren. Mit 12 Jahren fing sie bereits selbst an zu arbeiten, in dem sie Botengänge für eine Anwaltskanzlei erledigte. 1947 nahm sie an der ersten Wahl zur Miss Italien teil, bei der sie gegen Konkurrentinnen wie Gianna Maria Canale, Eleonora Rossi Drago und Gina Lollobrigida den Titel erringen konnte. Später zog sie nach Spanien, nachdem sie den spanischen Stierkämpfer Luis Miguel Dominguin geheiratet hatte, von dem sie sich jedoch 1967 wieder scheiden ließ. Bosè arbeitete mit großen italienischen Regisseuren zusammen. Sie kam ins Filmgeschäft, nachdem der Regisseur Luchino Visconti sie in einer Konditorei in Mailand entdeckt hatte. Sie spielte in Michelangelo Antonionis "Chronik einer Liebe" von 1950 und in Federico Fellinis "Satyricon" von 1969.

Albert Uderzo 24. März 2020
Der französischer Zeichner und Co-Autor der bekannten Comic-Serie Asterix, Albert Alessandro Uderzo, verstarb im Alter von 92 Jahren. Er sei friedlich an Herzversagen zu Hause eingeschlafen. Mit Autor Goscinny gehörte Uderzo zu den "Vätern" der Comicserie um ein Dorf voller Gallier, die den römischen Besatzern die Stirn bieten. Mit dem Trunk des Druiden Miraculix wurden Asterix und seine Dorfgemeinschaft der Gallier übernatürlich stark. Uderzo zeichnete bis zu seinem Karriereende mit 84 Jahren 34 Asterix-Bände. Sie wurden in ca. 100 Sprachen und Dialekte übersetzt und zum Teil verfilmt.

Mark Blum 25. März 2020
Nur zwei Tage nach Lucia Bosè, der ersten Schauspielerin, die an COVID-19 verstarb, ist auch der "Crocodile Dundee"-Star Mark Blum im Alter von 69 Jahren an den Folgen der gefährlichen Corona Lungeninfektion in New Yorck City verstorben. Die Infektion des Film- und Theaterschauspielers habe zu Komplikationen geführt, denen der Darsteller schließlich erlegen sei, teilte die US-Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild mit. Blum wurde mit Hollywood-Filmen wie "Lovestick", "Desperately Seeking Susan" und "Crocodile Dundee" bekannt. Er spielte regelmäßig in dem New Yorker Off-Broadway-Theater "Playwright Horizons", das auf Twitter der Trauer der Kollegen Ausdruck verlieh. Die Schauspielerei verfolgte Blum schon in seiner Jugendzeit. In den 70er Jahren begann er auf der Theaterbühne zu spielen. Später führte ihn seine Karriere ins Film-Business. Im Fernsehen war er Mitte der 1980er Jahre in der amerikanischen Sitcom "Sweet Surrender" zu sehen. Außerdem spiele er in vielen Stücken am Broadway, wie zum Beispiel in "Lost In Yonkers", "The Best Man" und "The Assembled Parties". Zuletzt verkörperte er in der Netflix-Serie "You", die Rolle des Buchhändlers Ivan Mooney.

Barbara Rütting 28. März 2020
Die deutsche Schauspielerin, Autorin und Politikerin, Barbara Rütting, die in deutschen Filmklassikern zu sehen war, galt als Wegbegleiterin der vegetarischen Ernährung und saß für die Grünen im Bayerischen Landtag. Nun ist Barbara Rütting im Alter von 92 Jahren gestorben im Kreise ihrer engsten Freunde in Marktheidenfeld gestorben. Sie spielte insgesamt 45 Hauptrollen, darunter Antikriegsfilme und gesellschaftskritische Werke wie „Die letzte Brücke“, „Canaris“ und „Stadt ohne Mitleid“ an der Seite von Kirk Douglas. In "Ein wunderbarer Sommer" war sie zusammen mit Maximilian Schell auf der Leinwand zu sehen. Bei der Berliner CCC-Filmgesellschaft stand sie in den Fünfzigerjahren neben Ruth Leuwerik und Maria Schell für ein Rollenbild einer Frau, die sich behutsam in Richtung weiblicher Selbstbehauptung zu wandeln begann, unter Vertrag. Legendär ist ihre Rolle als "Geierwally" aus dem Jahr 1956, ihr preisgekröntes Debüt-Stück. Zudem spielte sie in der Folge an allen wichtigen deutschsprachigen Bühnen und in Tourneen die großen Neurotikerinnen der Weltliteratur von Shakespeares Lady Macbeth über Schillers Eboli, Ibsens Hedda Gabler, Strindbergs Fräulein Julie bis zu Albees Martha in "Wer hat Angst vor Verginia Woolf" und Brechts "Mutter Courage". 1984 hörte sie mit der Schauspielerei auf und betätigte sich als Autorin und Politikerin. Ihr bayerisches Lantagsmandat für Bündnis 90/Die Grünen legte sie im Jahre 2009 aus gesundheitlichen Gründen allerdings wieder nieder.

Krzysztof Penderecki 29. März 2020
Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki verstarb im Alter von 86 Jahren in Krakau. Er galt als wichtigster polnischer Komponist der Gegenwart und war einer der führenden Komponisten der polnischen Avantgarde, der vor allem durch seine Klangkompositionen Aufsehen erregte. Sein Orchesterwerk "Anaklasis" wurde 1960 in Deutschland uraufgeführt und sicherte ihm einen festen Platz in der Neuen Musik. Eine seiner bekanntesten Kompositionen widmete Penderecki den Opfern des Atombombenangriffs von Hiroshima. Seine ausdrucksstarke Musik wurde auch in zahlreichen Filmen verwendet, darunter Horrorklassikern wie "Shining" und "Der Exorzist". Berühmt machten ihn Werke wie "Agnus Dei", das er 1981 für die Totenmesse von Kardinalprimas Stefan Wyszyński schrieb, und "Lacrimosa", das 1980 bei der Enthüllung eines Denkmals für die 1970 erschossenen Danziger Werftarbeiter uraufgeführt wurde. Beide Stücke sind Teil des "Polnischen Requiems". Geboren wurde Penderecki 1933 als Sohn eines musikbegeisterten Anwalts in Debica bei Krakau. Schon in frühen Jahren erhielt er Violin- und Klavierunterricht und studierte später Komposition an der Krakauer Staatsakademie.

Hilary Heath 30. März 2020
Die britische Schauspielerin und Produzentin Hilary Heath, auch Hilary Dwyer erlag mit 74 Jahren den Folgen einer COVID-19-Erkrankung. Ihre Schauspielkarriere begann am Old Vic Theater in Bristol. Später war sie in Fernsehserien zu sehen, bevor sie an der Seite von Vincent Price in den drei Filmen "Der Hexenjäger" (Witchfinder General, 1968), "Im Todesgriff der roten Maske" (The Oblong Box, 1969) und "Der Todesschrei der Hexen" (Cry of the Banshee, 1970) zu sehen war. In den 1980er Jahren produzierte sie Fernsehfilme.

Andrew Jack 31. März 2020
Der 76-Jährige „Star Wars“-Schauspieler Andrew Jack, der bei "Die letzten Jedi" mitspielte und auch in "Das Erwachen der Macht" den General Ematt mimte, erlag zwei Tage nach seiner Einlieferung in eine Londoner Klinik an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung. Jack war auch an der "Herr der Ringe"-Trilogie und zwei der "Avengers"-Filme beteiligt. Seine Frau konnte ihn nicht mehr sehen, weil sie selbst sich in Australien in Quarantäne befand. Andrew Jack und Gabrielle Rogers hatten sich erst im vergangenen Jahr das Jawort gegeben.

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mit Adam Schlesinger, der am 1. April 2020 verstarb.

Adam Schlesinger 1. April 2020
Adam Schlesinger, der US-amerikanische Musiker, Liedermacher und Komponist von Filmmusik, der mehrfach mit dem Grammy und einmal mit dem Emmy ausgezeichnet wurde, sowie für den Tony nominiert war, ist nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus im Alter von nur 52 Jahren verstorben. Der gebürtige New Yorker spielte in den Bands "Ivy" und "Fountains of Wayne" mit. Er komponierte die Musik für zahlreiche Film- und Fernsehserien. Sein Song "That Thing You Do!" für die gleichnamige Komödie mit Tom Hanks brachte Schlesinger eine Oscar-Nominierung ein.

Logan Williams 2. April 2020
Völlig unverhofft ist der junge kanadische Schauspieler Logan Williams gestorben. Er wurde nur 16 Jahre alt. Er ist vielen vor allem aus der Superhelden-Serie "The Flash" bekannt. "Mit seinem Talent und seinem guten Aussehen hätte Logan ein großer Star werden können", so seine Mutter. Der Teenager konnte tatsächlich bereits in seinem jungen Alter auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. Er spielte in Serien wie "Supernatural", "The Whispers" und in der Western-Serie "Janette Oke: Die Coal Valley Saga" mit. Seine berühmteste Rolle war aber die des jungen Barry Allen in der Hit-Serie "The Flash".

Jay Benedict 4. April 2020
Der in Burbank, Kalifornien, geborene US-Schauspieler Jay Benedict verstarb in England im Alter von 68 Jahren nach einer Coronavirus-Infektion. Bekannt wurde er durch seine Rollen in "Aliens", "Batman - The Dark Knight Rises" und "Emmerdale". Kurz vor seinem Tod hatte er noch Auftritte in "Call The Midwife" und "Downton Abbey".

Shirley Douglas 5. April 2020
Die kanadische Schauspielerin Shirley Jean Douglas ist drei Tage nach ihrem 86. Geburtstag gestorben wie ihr Sohn, der in London geborene kanadische Schauspieler und Musiker Kiefer Sutherland via Twitter bekannt gab. Sie sei aber "nicht im Zusammenhang mit Covid-19" gestorben, betonte er, vielmehr hätte sie schon eine ganze Zeit lang mit gesundheitlichen Problemen gekämpft. Shirley Douglas ist die Tochter von Tommy Douglas, einem ehemaligen kanadischen Premierminister, aus deren erster Ehe ein Sohn hervorging. Von 1966 bis 1970 war sie mit Donald Sutherland in zweiter Ehe verheiratet. Aus dieser Beziehung gingen zwei Kinder, die Zwillinge Kiefer und Rachel Sutherland, hervor. Shirley Douglas pendelte als Schauspielerin zwischen ihrem Heimatland Kanada und Hollywood. Sie arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Stanley Kubrick und David Cronenberg zusammen. Sie spielte Rollen unter anderem in "Lolita" und "Die Unzertrennlichen". Darüber hinaus machte sie sich als Bürgerrechtlerin einen Namen. In den 60er Jahren setzte sie sich für die US-Bürgerrechtsbewegung und die Black Panthers ein. Später wurde sie zur prominenten Stimme für das öffentliche Gesundheitssystem in Kanada.

Lee Fierro 5. April 2020
Die US-Schauspielerin Lee Fierro verstarb im Alter von 91 Jahren nach einer Covid-19-Erkrankung. Die aus Martha's Vineyard in Massachusetts stammende Schauspielerin lebte bis zu ihrem Tod in einer Einrichtung für betreute Pflege in Ohio, wo sie sich mit dem Corona-Virus angesteckt hatte. Bekannt wurde sie 1975 durch eine denkwürdige Szene in Stephen Spielbergs Kultthriller "Der weiße Hai", die in die Filmgeschichte einging. Als die Mutter eines Sohnes, der vom weißen Hai angegriffen wurde, geht sie zu dem Polizeichef und schlägt ihm ins Gesicht.

Honor Blackman 6. April 2020
Die unvergessliche Bond-Darstellerin Honor Blackman, die im James Bond-Film "Goldfinger" eines der berühmtesten "Bond-Girls" spielte, ist im Alter von 94 Jahren in ihrem Haus in Lewes, Sussex gestorben. Die Filmlegende verstarb eines natürlichen Todes. Als Pussy Galore spielte sie an der Seite des 007-Agenten Sean Connery. Es war einer ihrer Höhepunkte der beeindruckend langen Karriere. Schon als Jugendliche erhielt die 1925 im englischen Essex geborene Honor Blackman Schauspielunterricht. Nach dem Studium führte ihr Weg vom Theater bis in Kino und Fernsehen. Frühe Filmrollen in den 1950er Jahren zeigten sie etwa im Katastrophen-Spektakel "Die letzte Nacht der Titanic" (1958). Einen ersten Durchbruch feierte die Schauspielerin in der britischen Kultserie "Mit Schirm, Charme und Melone". Als Cathy Gale war sie ab der 2. TV-Staffel (1962) Partnerin des Geheimagenten John Steed (Patrick Macnee). Nachfolgerin Blackmans war 1964 Diana Rigg als Emma Peel. Blackman spielte auch in zahlreichen Kino-Filmen mit, etwa im Fantasy-Epos "Jason und die Argonauten", im Sozialdrama "Ein Platz ganz oben" und noch einmal an der Seite von Connery im Western "Shalako".

James Drury 6. April 2020
Wie das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete, verstarb der amerikanische Schauspieler James Drury im Alter von 85 Jahren zu Hause in Houston/Texas. Der gebürtige New Yorker erhielt 1962 die Hauptrolle in der Western-Serie "Die Leute von der Shiloh Ranch". Drury spielte in allen neun Staffeln den wortkargen Cowboy "Virginian" auf der fiktiven Shiloh Ranch in den 1890er-Jahren in Wyoming. Die Serie zählte mit "Rauchende Colts" und "Bonanza" zu den langlebigsten Westernserien in den USA.

Hal Willner 7. April 2020
Der amerikanische Musikproduzent Hal Willner, in Philadelphia als Sohn eines Holocaust-Überlebenden geboren, verstarb mit 64 Jahren nach einer Coronavirus-Infektion. Als 18-Jähriger kam er in den Siebzigern nach New York. Dort zog er mit Marianne Faithfull um die Häuser und nahm mit Allen Ginsberg sowie Debbie Harry auf. In ihm fanden die zwei einflussreichsten Musikströmungen im Amerika des 20. Jahrhunderts zusammen, das sogenannte "Great American Songbook" zwischen George Gershwin und Irving Berlin sowie die Popmusik von "Tin Pan Alley". Seine bekannteste Aufnahme ist "Amarcord Nino Rota" von 1980, eine Neuinterpretation von Rotas Soundtracks für Filme von Federico Fellini, worauf er vom Meister persönlich zu einer Spritztour durch sein "Roma" eingeladen wurde. Am meisten wird er wahrscheinlich für sein Meisterwerk "Stay Awake" von 1988 in Erinnerung bleiben. Dieses Album ist eine Ode an die Musik von alten Disney-Klassikern.

Florian Schneider-Esleben 7. April 2020
Erst im Mai wurde bekannt, dass der Pionier der elektrischen Musik und Kraftwerk-Mitbegründer Florian Scheider-Esleben im Alter von 73 Jahren an Krebs verstorben war. Vor 50 Jahren schuf er mit Ralf Hütter den legendären Sound von Kraftwerk. Legendär war auch ihr Düsseldorfer Kling-Klang-Studio, das sie gemeinsam gegründet hatten. In ihren Sets verzichteten sie erstmals auf die bis dahin in der Pop-Musik gewohnten Instrumente Gitarre, Bass und Schlagzeug und traten dafür mit Synthies und einer ganz neuen, eigenen Klang-Welt auf. Im Laufe der Jahre gehörten insgesamt 14 Mitglieder zur Kraftwerks-Band. Darunter der Schlagzeuger und Jazz-Pianist Klaus Doldinger, der zusammen mit Michael Rother auch der Krautrock-Legende angehörte. 1998 wird Florian Schneider als Professor an die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe berufen. Er sollte dort "Medienkunst und Performance" lehren. Inzwischen ist der weltweite musikalische Einfluss des Musikers und seiner Gruppe unbestritten. Eine Kraftwerks Retrospektive wurde vor einigen Jahren in einigen der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt aufgeführt. Einer der letzten Auftritte Florian Schneider-Eslebens war 2003 mit dem berühmten Kraftwerks-Quartett des 1983 uraufgeführten Werks "Die Roboter" bei den MTV Europe Awards. Bevor er 2008 die Gruppe endgültig verlies wurden gemeinsam nochmals jene wegweisenden Kraftwerk-Alben gespielt und auf Video gebannt, an denen er beteiligt war. Dazu gehörten Autobahn (1974), Radio-Aktivität (1975), Trans Europa Express (1977), Die Mensch-Maschine (1978) und Tour De France (2003).

Allen Garfield 7. April 2020
Bevor Allan Garfield Schauspieler wurde, arbeitete er als Sportreporter und Amateurboxer bei den Golden Gloves. Die Schauspielerei studierte er anschließend bei Lee Strasberg und Elia Kazan am Actors Studio in New York City. Nach Auftritten beim Fernsehen und auf der Theaterbühne folgten rund 100 Film- und Serienproduktionen in denen er besonders häufig als schmieriger oder korrupter Geschäftsmann, Paranoider oder Politiker besetzt wurde. Zudem wirkte an mehreren Filmklassikern des New-Hollywood-Kinos mit, so an der Seite von Gene Hackman in Francis Ford Coppolas "Der Dialog" (1974) sowie als Ehemann und Manager einer ikonischen Countrysängerin in Robert Altmans Filmepos "Nashville" (1975). Bekannt sind auch seine Auftritte in den Wim-Wenders-Filmen "Der Stand der Dinge" (1982) und "Bis ans Ende der Welt" (1991). Nach einem schweren Schlaganfall im Jahr 2004 musste Garfield sich von der Schauspielerei zurückziehen und lebte seitdem im Motion Picture & Television Country House, einem Alters- und Pflegeheim speziell für Filmschaffende. Dort starb er im Alter von 80 Jahren während der COVID-19-Pandemie an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.

Wolfram Guenther 8. April 2020
Nach mehr als 70 Jahren auf der Bühne ist der Schauspieler Wolfram A. Guenther im Alter von 90 Jahren in einer Münchener Klink verstorben. Er sei nach einem Autounfall Mitte März eigentlich schon auf dem Weg der Besserung gewesen, als es Komplikationen gegeben habe. Geboren am 7. Juli 1929 in Dresden, war Guenther nach ersten Anfängen in Deutschland 1954 nach Brasilien ausgewandert, wo er das Deutsche Theater leitete und viel im Theater und Fernsehen auftrat. 1968 kehrte er nach Deutschland zurück und wirkte in zahlreichen Filmproduktionen mit, darunter in "Derrick", "Der Alte" und im "Forsthaus Falkenau". Auch dem Theater blieb er treu. Bis zuletzt zählte er zum Ensemble der Komödie München, wo er über Jahre hinweg als Lehrer Schnauz in der «Feuerzangenbowle» begeistert hatte.

Ernst-Georg Schwill 9. April 2020
Der Schauspieler Ernst-Georg Schwill verstarb im Alter von 81 Jahren in einem Berliner Krankenhaus an einem Herzinfarkt wie die Eulenspiegel-Verlagsgruppe mitteilte. Der Ur-Berliner spielte in der DDR in zahlreichen DEFA-Filmen mit, unter anderen in dem Streifen "Berlin – Ecke Schönhauser". Nach dem Mauerfall war er in TV-Krimis wie dem ARD-Tatort zu sehen. In etlichen Folgen, die der RBB verantwortete, sorgte Schwill als unverzichtbarer Assistent Lutz Weber mit unverkennbarer "Berliner Schnauze" für Lokalkolorit. Auch in der Romanverfilmung "Der Turm" nach dem Buch von Uwe Tellkamp spielte Schwill mit. In seiner 2008 veröffentlichten Autobiografie beschrieb er seinen schwierigen Neustart nach dem Ende der DDR.

Nobuhiko Obayashi 10. April 2020
Der japanische Regisseur und Filmemacher Nobuhiko Obayashi verstarb im Alter von 82 Jahren, wie es auf der offiziellen Website seines jüngsten Films "Labyrinth of Cinema" hieß. Obayashi war einer von Japans produktivsten Filmemachern, dessen Werk sich auf die Darstellung des Schreckens von Krieg konzentrierte. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören neben der Horrorkomödie "House" aus dem Jahr 1977 auch "Miss Lonely" (1985) und "Hanagatami" (2017). 2016 wurde bei Obayashi Krebs im Endstadium diagnostiziert.

Tim Brooke-Taylor 12. April 2020
Einer der berühmtesten BBC-Radiomoderatoren, der britische „Willy Wonka“ Darsteller, Tim Brooke-Taylor, aus Tim Burtons "Charlie und die Schokoladenfabrik", verstarb im Alter von 79 Jahren an den Folgen seiner Covis-19 Erkrankung. Der Schauspieler, der auch als Teil des Komiker-Trios „The Goodies“ auftrat, veröffentlichte außerdem zahlreiche Bücher, DVDs und auch CDs. In seiner Filmografie wird zudem die 1969 erschienene Filmkomödie "Zwölf plus eins" basierend auf dem russischen Roman "zwölf Stühle", erwähnt.

Ann Sullivan 13. April 2020
"Arielle, die Meerjungfrau", "Der König der Löwen" und "Pocahontas" stammten aus der Feder von Ann Sullivan. Nun verstarb die talentierte Disneyzeichnerin in einem kalifornischen Pflegeheim an den Folgen ihrer Coronavirus-Erkrankung drei Tage nach ihrem 91. Geburtstag. Sie ist nicht die erste Coronapatientin, die im berühmten Hollywood-Pflegeheim des Motion Picture und Television Fund (MPTF) an den Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung verstarb. Zuvor war auch Schauspiellegende Allen Garfield (80) an der von dem Sars-CoV-2-Erreger hervorgerufenen Lungenkrankheit gestorben. Weitere 13 Bewohner wurden positiv auf das Virus getestet. Insgesamt leben 250 Menschen auf dem "Wasserman Campus".

Lee Konitz 15. April 2020
Der Altsaxophonisten Lee Konitz verstarb im Alter von 92 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Er spielte an der Seite von Miles Davis sowie anderen Größen und prägte die Musikgeschichte als einer der wichtigsten Improvisatoren des Genres. Dabei geriet er zum stilbildenden Erfinder des "Cool Jazz". Sein feiner Ton mit wenigen Obertönen, praktisch keinem Vibrato und ohne die rhythmischen Gegenakzente des Bebop, mit seiner gleichsam metronomischen Präzision und einem diskreten Gespür für Swing hat großen Einfluss auf Jazzsaxophonisten der amerikanischen Westküste wie Art Pepper, Bud Shank oder auch Paul Desmond ausgeübt. Eine seiner inspirierenden Aufnahmen – „Live at Birdland“– hat er 2009 mit dem Pianisten Brad Mehldau, dem Bassisten Charlie Haden und dem Schlagzeuger Paul Motian herausgebracht. Seit den sechziger Jahren hat der aus einer jüdischen Familie mit österreichisch-russischem Hintergrund in Chicago geborene und klassisch ausgebildete Klarinettist lange in Europa gelebt und gearbeitet. Filmisch ist er nicht in den Vordergrund getreten, aber es existieren unzählige Videomittschnitte von Konzerten mit Künstlern wie Bill Evans, Joe Henderson, Jimmy Giuffre, Paul Bley, Dave Brubeck, Gil Evans, Martial Solal und auch vielen deutschen Musikern der Frankfurter Schule um den Posaunisten Albert Mangelsdorff und dem Tenorsaxophonisten Heinz Sauer.

Allen Daviau 15. April 2020
Allen Daviau, US-amerikanischer Kameramann bei "E.T. - Der Außerirdische" und anderen Filmen von Starregisseur Steven Spielberg, verstarb im Alter von 77 Jahren in Los Angeles nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Für seine Kameraarbeit war er fünfmal für den Oscar nominiert worden. Seine Karriere begann er in den 1960er Jahren als Kameramann bei Werbefilmen für Musiker, darunter Jimi Hendrix und The Who. Eine seiner ersten Arbeiten an der Seite von Spielberg, war dessen Kurzfilm "Amblin". Später stand er u.a. auch für Spielbergs "Das Reich der Sonne" und "Die Farbe Lila" hinter der Kamera. Zudem wirkte der Kameramann an Streifen wie "Avalon", "Bugsy", "Rendezvous im Jenseits" oder "Fearless - Jenseits der Angst" mit.

Brian Dennehy 15. April 2020
Der US-amerikanische Schauspieler Brian Dennehy, der an der Seite von Sylvester Stallone durch den Actionfilm "Rambo" als übereifriger Sheriff bekannt wurde, verstarb nach Angaben seiner Tochter eines natürlichen Todes im US-Staat Connecticut. Dennehy wurde 81 Jahre alt. Der Schauspieler, der in den 70er und 80er Jahren in Fernseh-Serien wie "Kojak", "Dallas" und "Der Denver-Clan" Auftritte hatte, wirkte im Kino als Charakterdarsteller in Filmen wie "Gorky Park", "Silverado", "Staatsanwälte küsst man nicht" und "Aus Mangel an Beweisen" mit. Dennehy stand auch häufig auf der Theaterbühne. Der zweifache Tony-Preisträger spielte in Broadway-Produktionen wie "Tod eines Handlungsreisenden" und "Eines langen Tages Reise in die Nacht" mit. Ende 2020 ist er noch einmal in dem 2019 gedrehten US-Independent-Film "Driveaway" unter der Regie des Koreaners Andrew Ahn als grummeligen Senior zu sehen, der noch einmal den Spaß am Leben entdeckt.

Gene Deitch 16. April 2020
Der US-amerikanische Zeichentrick-Regisseur Eugene Merril Deitch verstarb in seiner Wahlheimat Prag im Alter von 95 Jahren. Für den animierten Kurzfilm "Munro" hatte er 1961 einen Oscar bekommen. Er handelt von einem kleinen Jungen, der versehentlich zum Armeedienst eingezogen wird. Verantwortlich war Deitch auch für mehr als ein Dutzend „Tom und Jerry“-Folgen. 1967 drehte er eine erste Filmadaption des Fantasyromans „Der kleine Hobbit“, die aber nie in die Kinos kam. Als Deitch 1959, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs, zu Geschäftsverhandlungen nach Prag reiste, um dort das vom New Yorker Produzent William L. Snyder gegründete Zeichentrickstudio künstlerisch zu leiten, traf er seine zukünftige Ehefrau, die Animatorin Zdenka Najmanova - und blieb für immer, denn die Produktion von arbeitsaufwendigen Animationsfilmen für den westlichen Markt gab es zu günstigen Tarifen nur im Ostblock. Deitch selbst bezeichnete sich als einzigen freien, weil finanziell unabhängigen, US-Amerikaner, der über drei Jahrzehnte in der damaligen sozialistischen Tschechoslowakei lebte. Seine Erlebnisse hinter dem Eisernen Vorhang beschrieb Deitch in der 1997 erschienen Autobiografie „For the Love of Prague“ (Aus Liebe zu Prag).

Tom Lester 20. April 2020
Der US-amerikanische Schauspieler Tom Lester, der an der Seite von Eva Gabor in der TV-Serie "Green Acres" bekannt wurde, verstarb nach Angaben seiner Familie in Nashville an den Folgen von Parkinson. Er wurde 81 Jahre alt. Lester war der letzte noch lebende Schauspieler der sehr erfolgreichen Sitcom "Green Acres", die in den USA von 1965 bis
1971 im TV lief. Lester mimte in der populären Serie einen schlaksigen, anhänglichen Knecht.

Dimitri Diatchenko 20. April 2020
Mit Serien wie "Sons of Anarchy" oder Filmen wie "Chernobyl Diaries" wurde Dimitri Diatchenko berühmt. Im Alter von 52 Jahren verstarb er an den Folgen eines Arbeitsunfalls. Der Schauspieler soll einen Stromschlag erlitten haben. Man fand ihn am 22. April tot in seinem Haus in Daytona Beach im US-Bundesstaat Florida. Sein Tod soll jedoch bereits ein bis zwei Tage zuvor eingetreten sein. Dimitri Diatchenko hatte Mitte der Neunzigerjahre mit der Schauspielerei angefangen. Damals war er 28 Jahre alt. Für den Film "Die Akte Jane" stand er 1996 zum ersten Mal vor der Kamera. Es folgten mehrere Episodenrollen in Serien wie "Alias – Die Agentin", "CSI: Miami", "2 Broke Girls" oder auch "How I Met Your Mother". Vor allem für seine Darstellung des ukrainischen Reiseführers Juri in dem Kinofilm "Chernobyl Diaries" aus dem Jahr 2012 wurde er von deutschen und amerikanischen Filmkritiker gelobt. Der US-amerikanische Schauspieler und Musiker, Sohn eines ukrainischen Vaters und einer Mutter mit schwedisch-griechischen Wurzeln, spielte aufgrund seines makellosen russischen Akzents häufig russischsprachige Charaktere in US-amerikanischen Filmen. Zuletzt war der 52-Jährige 2016 in der Horror-Komödie "They're Watching" zu sehen. Neben der Schauspielerei arbeitete Dimitri Diatchenko auch als Sprecher für Computerspiele.

Leon Boden 21. April 2020
Der "Tatort"-Schauspieler und Synchronsprecher Leon Boden verstarb überraschend im Alter von 61 Jahren an einem Krebsleiden. Boden trat erstmals als TV-Darsteller Anfang der Neunziger in der Erfolgsserie "Freunde für's Leben" in Erscheinung. Bekanntheit erreicht er als Striplokal-Besitzer Jonny Roland in dem Straßenfeger "Die Rote Meile". Es folgen Rollen in TV-Erfolgen wie "Die Rosenheim-Cops" oder "Alarm für Cobra 11". Als begehrter Sprecher synchronisierte er viele Jahre lang Hollywood-Stars wie Denzel Washington (65), Will Smith (51), Wesley Snipes (57), und Samuel L. Jackson (71). Seine letzten Sprechaufträge erfüllte er für die Action-Blockbuster "John Wick: Kapitel 3 – Parabellum" und "Fast & Furious: Hobbs & Shaw", bei dem er Hauptdarsteller Jason Statham seine unvergessene Stimme lieh.

Heidi Hetzer 21. April 2020
Die deutsche Unternehmerin Heidi Hetzer, ehemals Inhaberin des gleichnamigen Opel Autohauses sowie erfolgreiche Opel Ralleyfahrerin, die auch als unerschrockene Weltenbummlerin galt, wurde nach einer Krebserkrankung im Alter von 81 Jahren, in ihrer Wohnung in Berlin-Charlottenburg tot aufgefunden. Mit ihrem Oldtimer "Hudo" hatte sie 2014 von Berlin aus eine Fahrt um die Erde begonnen, die sie erst 2017 unter großem Medienrummel am Brandenburger Tor beendete. Alle Reiseetappen mit zahlreichen Hoch- und Tiefpunkten wurden von Kameraleuten begleitet und im Fernsehen des RBB ausgestrahlt. Nach ihrer Rückkehr plante sie - trotz betagtem Alter - eine weitere Weltreise, zu der es aber nicht mehr kommen sollte.

Shirley Knight 22. April 2020
Die US-amerikanische Schauspielerin Shirley Enola Knight, die in den 1960er Jahren zweifach für den Oscar nominiert war, verstarb nach Angaben ihrer Tochter im Alter von 83 Jahren im texanischen San Marcos. Mit einer Nebenrolle in dem Drama "Das Dunkel am Ende der Treppe" holte Knight ihre ersten Nominierungen für einen Oscar sowie den Golden Globe Award. Die zweite Oscar Nominierung folgte an der Seite von Paul Newman in "Süßer Vogel Jugend". Zudem gewann sie drei Emmy-Trophäe für TV-Rollen, darunter in "Desperate Houswives". Im Filmdrama "Liebe niemals einen Fremden" von Francis Ford Coppola spielte sie neben James Caan eine der Hauptrollen.

Otto Mellies 26. April 2020
Der in Pommern geborene Schauspieler Otto Mellies, langjähriges Ensemblemitglied im Deutschen Theater in Berlin, verstarb im Alter von 89 Jahren. Mellies war von 1956 bis 2006 eine der zentralen Figuren des Deutschen Theaters, mit mehr als 300 Aufführungen in Lessings "Nathan der Weise" schrieb er Bühnengeschichte. Ans Ost-Berliner Flaggschiff DT holte ihn 1956 Wolfgang Langhoff. Schnell wird er zum prägenden Darsteller, aber auch im DDR-Fernsehen wurde ihm große Popularität zuteil durch die Titelrolle "Dr. Schlüter". Kurz nach der Wende nahm der geschulte Sprecher beim RIAS-Berlin auch Hörspiele auf. Bis zuletzt stand Mellies vor der Kamera, unter anderem 2019 für einen Berliner "Tatort". Für seine Rolle in Andreas Dresens Film "Halt auf freier Strecke" wurde er 2012 mit dem Deutschen Filmpreis als bester männlicher Nebendarsteller geehrt.

Troy Sneed 27. April 2020
Der Grammy nominierte Gospel-Sänger Troy Sneed verstarb nach einer Infektion mit dem Corona-Virus im Alter von 52 Jahren in Jacksonville, Florida an den Folgen von Covid-19. Bevor er seine eigene Musikkarriere auf der Bühne beendete, trat er noch einmal im Jahre 1996 in Denzel Washingtons Film "The Preacher's Wife" auf. Sneed war ein profilierte Musikproduzent, der mit seine Frau Emily ein eigenes Label betrieb. Seine größten Gospel-Chart-Hits waren “My Heart Says Yes” (2011) und “Work It Out” (2008).

Irrfan Khan 29. April 2020
Der mit Kino-Hits wie „Slumdog Millionaire“ und „Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“ international bekannt gewordene indische Schauspieler Irrfan Khan verstarb im Alter von 53 Jahren zwei Jahre nach seiner Krebsdiagnose. Khan hatte schon früh seine Schauspiel-Leidenschaft entdeckt und an der renommierten National School of Drama studiert. Danach spielte er in fast einhundert Filmen mit, zunächst in Bollywoodstreifen mit Sing- und Tanzeinlagen. Allerdings ließen ihn die Bollywood-Produzenten immer wieder wissen, dass er zu ungewöhnlich für eine Hauptrolle aussehe. Als Khan schon ans Aufhören dachte, bekam er international viel Lob für seine schauspielerische Leistung in „The Warrior“ des britischen Regisseurs Asif Kapadia. Darauf folgten Rollen in vielen Hollywood-Erfolgen wie „The Amazing Spider Man“ (2012), „Jurassic World“ (2015) oder „Inferno“ mit Tom Hanks.

Sam Lloyd 30. April 2020
Samuel „Sam“ Lloyd war ein US-amerikanischer Schauspieler und Musiker walisischer Herkunft. Zwischen 1989 und 2019 stand er für rund 70 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, meist als Nebendarsteller. Zu einer seiner bekanntesten Rollen zählte der labile Krankenhausanwalt Theodore „Ted“ Buckland in der TV-Erfolgsserie "Scrubs – Die Anfänger".

Rishi Kapoor 30. April 2020
Nur einen Tag nach dem Tod des Bollywood-Stars Irrfan Khan verstarb mit Rishi Kapoor ein weiterer indischer Schauspieler an Krebs. Kapoor verlor den langen Kampf gegen Leukämie nachdem er wegen Atemschwierigkeiten in ein Krankenhaus in Mumbai gebracht worden war. Die Diagnose des Blutkrebs kam 2018. Dann wurde er fast ein Jahr in New York behandelt und kehrte im vergangenen Sommer ins Bollywood-Mekka Mumbai zurück. Er wurde 67 Jahre alt. Seine ersten Schritte als Schauspieler unternahm Kapoor 1955 in einem Film seines Vaters, "Shree 420". Ab den 70er-Jahren mimte er oft den romantischen Helden, ab den späten 90ern begann er - wie sein Vater - Regie zu führen. Im Jahr 2008 wurde Rishi Kapoor mit dem Filmfare Award für sein filmisches Lebenswerk ausgezeichnet.

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mit Shady Habash, der am 1. Mai 2020 verstarb.

Shady Habash 1. Mai 2020
Im ägyptischen Gefängnis verstarb der erst 24-jährige Filmemacher Shady Habash, nachdem sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert hatte. Er war bereits im März 2018 inhaftiert worden, weil er in einem Musikvideo Staatschef Fattah el-Sisi kritisiert hatte und darin angeblich Falschinformationen verbreitet habe. Sein Tod ist eine späte und traurige Erinnerung an die revolutionäre Bewegung in Ägypten, von der in den letzten Jahren nur noch wenig zu hören war. Der eigentliche Grund für die Festnahme war wohl die Zusammenarbeit mit kritischen Künstlern wie dem oppositionellen Sänger Ramy Essam, zu dessen Videoclip Habash Regie geführt hatte. Der Titel des Songs – „Balaha“ („Dattel“) – ist ein Spitzname für den ehemaligen Militärchef Sisi, den seine KritikerInnen in Anlehnung an eine Figur in einem ägyptischen 80er-Jahre-Film für den Präsidenten verwenden. Der Film handelt von einem notorischen Lügner.

Roy Horn 8. Mai 2020
Der in Bremen geborene Roy Uwe Ludwig Horn vom Magier- und Dompteur-Duo "Siegfried & Roy" verstarb im Alter von 75 Jahren in einem Las Vegas Krankenhaus an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Seit einer Attacke im Oktober 2003 durch einen weißen Tiger bei der Show im Mirage Hotel in Las Vegas, war der Zauberkünstler halbseitig gelähmt und trat nicht mehr mit seinem Partner, dem in Rosenheim geborenen, inzwischen 80-jährigen Siegfried Fischbacher auf. Es gibt aber zahlreiche Videomitschnitte der legendären Shows aus vergangenen Zeiten. Schon als Kind im Nachkriegsdeutschland hatte Horn seine Liebe zu exotischen Tieren entdeckt, darunter einem Geparden namens "Chico" im Bremer Zoo. Später heuerte er als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff an, wo er Fischbacher traf. Mit Zauber- und Tiertricks arbeiteten sie sich nach oben.

Little Richard 9. Mai 2020
Mit einem einzigen unverständlichen Schrei katapultierte Little Richard vor 65 Jahren die Musikwelt in den Rock'n 'Roll: "A wop bop a loo lop a lop bam boo", rief der Musiker 1955 bei den Aufnahmen zu seinem längst legendären Song "Tutti Frutti" in einem Tonstudio in New Orleans ins Mikrofon. Ein Schlagzeug-Rhythmus hatte den Rock'n-Roll-Pionier inspiriert, der nun im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Damals folgten eine Reihe weiterer Hits wie "Long Tall Sally", "Rip It Up", "Lucile" oder "Good Golly Miss Molly". Zahlreiche Bands nahmen Cover-Versionen von den Songs des bis dahin unbekannten Musikers auf, der zum Superstar avancierte. Neben den Beatles spielten Elvis Costello sowie Elvis Presley und die Scorpions eigene Versionen ein und entwickelten sie weiter. Little Richard, der 1957 plötzlich alles hinschmiss, um Priester zu werden, verhalf zuvor noch Jimi Hendrix zum Karrierestart und tourte mit den damals noch weitgehend unbekannten Rolling Stones durch Europa. Er versuchte sich auch als Schauspieler und veröffentlichte grundsteinlegende Funk- und Soul-Alben. Aber immer wieder zog er sich auch in seine religiöse Welt und den Gospel zurück.

Jerry Stiller 11. Mai 2020
Der aus US-Sitcoms bekannte Schauspieler Gerald Isaac „Jerry“ Stiller verstarb laut seinem Sohn, dem Schauspieler Ben Stiller, im Alter von 92 Jahren eines natürlichen Todes. Die Großeltern von Gerald Isaac „Jerry“ Stiller waren väterlicherseits österreichisch-jüdische Immigranten und seine Großeltern mütterlicherseits waren russische Juden. Bekannt wurde Jerry Stiller vor allem durch seine Rolle als kauziger alter Schwiegervater Arthur Spooner in der Sitcom "King of Queens" (1998-2007). Außerdem war er auch in der 90er-Jahre-Serie "Seinfeld" häufig zu sehen. Er wirkte aber auch in etlichen Kinofilmen mit, darunter "Zoolander" (2001) und "Airport 2" (1974).

Astrid Kirchherr 12. Mai 2020
Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb im Alter von 81 Jahren in Hamburg die Fotografin Astrid Kirchherr. Bekannt wurde Kirchherr, weil sie die Beatles in frühen Jahren fotografierte. Die Band hatte bei ihrer Ankunft 1960 in der Hansestadt fünf Mitglieder: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Pete Best und Stuart Sutcliffe. Der damals 20-jährige Bassist Sutcliffe verliebte sich in Kirchherr und blieb bei ihr, als die Band nach England zurückging. Er starb allerdings schon 1962 im Alter von nur 21 Jahren an einer Gehirnblutung in den Armen seiner Freundin. 1964 beauftragte der "Stern" die Fotografin damit, die Beatles bei den Dreharbeiten zum Film "Yeah, Yeah, Yeah" zu fotografieren. 1994 musste sie noch einmal ihre tragische Beziehung zu Stuart Sutcliffe in Erinnerung rufen, als sie den Regisseur Iain Softley bei der Entstehung des Kinofilms "Backbeat" beriet, der von den Anfängen der Beatles handelt.

Michel Piccoli 12. Mai 2020
Die französische Schauspiel-Legende Michel Piccoli verstarb im Alter von 94 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Mehr als 60 Jahre stand Michel Piccoli vor der Kamera und auf der Bühne. Er hat in mehr als 220 Filmen mitgewirkt, darunter in Klassikern wie "Tagebuch einer Kammerzofe", "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" und "Das große Fressen". Piccoli spielte und drehte mit allen Großen des Weltkinos. Regisseure wie Alfred Hitchcock, Luis Bunuel, Jean-Luc Godard, Claude Sautet und Costa-Gavras holten ihn vor die Kamera. Zu seinen Partnerinnen gehörten Brigitte Bardot, Catherine Deneuve, Sophia Loren, Jeanne Moreau und Ornella Muti. Häufig trat Piccoli an der Seite von Romy Schneider auf. Mit ihr zusammen drehte er "Trio Infernal", "Die Dinge des Lebens" und "Die Spaziergängerin von Sans-Souci". Zeitgleich zu seiner Filmkarriere feierte er große Erfolge auf der Bühne. Furore machte er unter anderem in Arthur Schnitzlers Tragikomödie "Das weite Land", die der Schweizer Theaterregisseur Luc Bondy mit Piccoli auch erfolgreich verfilmte. Gespielt hat Piccoli fast alles: den leidenschaftlichen Liebhaber, romantischen Verführer, kalten Zyniker oder den Mörder, der Polizisten am Spieß brät ("Themroc"), den verzweifelten Künstler in "Die schöne Querulantin" und den Papst in "Habemus Papam" von Nanni Moretti. Piccoli wurde am 27. Dezember 1925 in
Paris in eine Musikerfamilie italienischer Herkunft geboren. Sein Vater war Violinist, seine Mutter Pianistin. Piccoli war mehrmals verheiratet, unter anderem mit der französischen Chansonsängerin Juliette Greco.

Rolf Hochhuth 13. Mai 2020
Der im nordhessischen Eschwege geborene Dramatiker und maßgeblicher Präger des Dokumentartheaters verstarb im Alter von 89 Jahren in seiner Wahlheimat Berlin. Mit Politikerrücktritten, Aufführungsverboten und Verfilmungen seiner Theaterstücke war Rolf Hochhuth einer der seltenen Autoren, die wirklich etwas erreicht haben. Sein erstes und bekanntestes Werk, "Der Stellvertreter" aus dem Jahre 1963, in dem sich der Autor über Papst Pius XII. mokiert und die Haltung des Vatikans zum Holokaust anklagt, weil es dieser unterlassen hatte, sich für die verfolgten Juden einzusetzen, als diese 1943 aus Rom nach Auschwitz deportiert wurden, ist von Constantin Costa-Gavras in Frankreich im Jahre 2002 verfilmt worden. Auch in mehreren anderen Werken setzte er sich mit dem Nationalsozialismus auseinander. Zudem bezog er in weiteren Stücken wie "Soldaten, Nekrolog auf Genf"über den englischen Premier Winston Churchill, "Unbefleckte Empfängnis", "Wessis in Weimar" oder"McKinsey kommt"über Massenentlassungen zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung. Als rotes Tuch galt Hochhuth vor allem den Konservativen. Seine Recherchen zu dem Stück "Juristen"über die Rolle früherer Nazi-Richter in der Bundesrepublik führten 1978 zum Rücktritt des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten und früheren Marine-Richters Hans Filbinger. Im Laufe seines Schaffens erhielt er neun hochrangige Auszeichnungen und Kunstpreise für seine zahlreichen Werke und Taten, darunter für die Herausgabe sämtlicher Wilhelm Busch Werke mit einer Auswahl an Skizzen und Gemälden in zwei Bänden.

Gregory Tyree Boyce 13. Mai 2020
Der mit den Filmen der "Twilight"-Saga bekannt gewordene US-Schauspieler Gregory Tyree Boyce ist im Alter von nur
30 Jahren zusammen mit seiner Freundin tot in einer Wohnung in Las Vegas aufgefunden worden. Die Todesursache war zunächst noch ungeklärt. Später verkündete die Staatsanwaltschaft von Las Vegas, dass die beiden durch eine versehentliche Drogenüberdosis ums Leben gekommen waren. Boyce war nach Las Vegas gezogen, ums sich dort um seine Mutter zu kümmern. Allerdings reiste er auch immer wieder nach Los Angeles für berufliche Vorsprechen, und um sich um seinen zehnjährigen Sohn zu kümmern. In "Twilight - Biss zum Morgengrauen" war er 2008 in einer der berühmtesten Szenen der Filmreihe zu sehen. Boyce hatte die Nebenrolle des Tyler Crowley gespielt, einen Mitschüler der Hauptfiguren Bella und Edward, der in dem Auto am Steuer saß, dass beinahe die Hauptprotagonistin Bella Swan (Kristen Stewart) überrollt hätte, wenn nicht Edward Cullen (Robert Pattinson) zur Rettung geeilt wäre.

Fred Willard 15. Mai 2020
Der US-Schauspieler und Komiker Fred Willard, aus vielen Filmen und Serien wie "Alle lieben Raymond" und "Modern Family" bekannt, verstarb im Alter von 86 Jahren in Los Angeles. Er sei "sehr friedlich" eingeschlafen, teilte
Willards Tochter Hope US-Medien mit. Er habe bis zum Ende gearbeitet und sie alle glücklich gemacht. Jamie Lee Curtis würdigte ihren Kollegen auf Instagram. Er habe mit seiner "großartigen Begabung" für so viele Lacher gesorgt, schrieb die Schauspielerin.

Peter Thomas 17. Mai 2020
Der in Berlin aufgewachsene Filmkomponist Peter Thomas verstarb im Alter von 94 Jahren in Lugano in der Schweiz. Zu Thomas' bekanntesten Werken gehört die Titelmelodie der Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille Orion“ (1966). Seine Musik war auch in den Krimi-Serien „Der Kommissar“, „Derrick“ und „Der Alte“ zu hören, für letztere schrieb er auch die Titelmusik. Vor elf Jahren erhielt er für sein Lebenswerk den 1. Deutschen Musikautorenpreis der Gema. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand er als Pianist in Clubs der geteilten Stadt Beschäftigung. 1953 machte er seinen Universitätsabschluss in den Fächern Dirigieren, Tonsatz, Kontrapunkt und Blasmusik. Nach dem Studium schrieb er erste Arrangements für ein Radio-Orchester, 1958 folgten erste Arbeiten für das Fernsehen.

Peter Braun 24. Mai 2020
Peter Braun, Unternehmensgründer von MAT – Mad About Technology und langjähriges außerordentliches Mitglied des Berufsverband Kinematografie (BVK), ist nach langer Krebserkrankung im Alter von 69 Jahren verstorben. Die Berliner Film + TV Camera Technology GmbH wird den Geschäftsbetrieb von Teleskopkränen, Liftcams - der Eigenkonstruktion eines völlig neuartigen, vertikalen Schienensystems sowie der Towercams - einer teleskopischen Kamerasäule für senkrechte Fahrten in Treppenhäusern, nicht weiterführen. Für diese filmtechnischen Innovationen ehrte die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences Peter Braun 2015 mit einem „Technical Achievement Award“, dem Technik-Oscar. Peter Braun begann seine Laufbahn in der Medienbranche als Requisiteur beim NDR. Im Alter von 25 Jahren wechselte er 1976 in die Selbstständigkeit und gründete die Firma MAT, um sich fortan der technologischen Weiterentwicklung der Kamerabewegung zu widmen.

Renate Krößner 25. Mai 2020
Ihre Auftritte in DEFA-Filmen wie "Feuer unter Deck" (1977), "Bis dass der Tod euch scheidet" (1978) und natürlich in "Solo Sunny" (1979) waren legendär. Wenige Tage nach ihrem 75. Geburtstag verstarb die Schauspielerin Renate Krößner in ihrem Wohnort Mahlow bei Berlin. Durch die Hauptrolle in Konrad Wolfs letztem Film „Solo Sunny“ wurde sie unsterblich.

Richard Herd 26. Mai 2020
Der US-Schauspieler Richard Herd, der unter anderem in der TV-Serie "Seinfeld" mitspielte, verstarb im Alter von 87 Jahren in Los Angeles an Krebs. Der in Boston geborene Herd begann in der Schule mit der Schauspielerei und hatte 1970 seine erste Rolle neben Arnold Schwarzenegger in "Herkules in New York". Danach war er auch in der TV-Serie "Star Trek: Rumschiff Voyager" und Filmen wie "Die Unbestechlichen" oder "Get Out" zu sehen.

Irm Hermann 26. Mai 2020
Die Schauspielerin Irm Hermann, die Grande Dame des deutschen Films, verstarb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren in Berlin. Sie war nicht nur die Muse von Rainer Werner Fassbinder, sie spielte auch in zahlreichen seiner Filme. Mit Werner Herzog drehte sie "Woyzeck" neben Klaus Kinski, Hans W. Geissendörfer verpflichtete sie für "Ediths Tagebuch". Mit Christoph Schlingensief drehte sie "Das deutsche Kettensägenmassaker". Den Deutschen Filmpreis bekam Hermann für die Rolle der Mitgefangenen von Sophie Scholl in Percy Adlons "Fünf letzte Tage". Die in München geborene Irmgard Hermann arbeitete in ihrer Heimatstadt zunächst als Sekretärin. Dort lernte sie 1966 Rainer Werner Fassbinder kennen. Der Kurzfilm "Stadtstreicher" war die erste Zusammenarbeit der beiden. Mit Fassbinder und der Schauspielerin Hanna Schygulla gründete sie das "Action-Theater". Bis zu ihrem Wechsel nach Berlin 1975 spielte sie zahlreiche Rollen in Fassbinder-Filmem ("Katzelmacher", "Acht Stunden sind kein Tag", "Angst essen Seele auf", "Lili Marleen", "Berlin Alexanderplatz"). Auch für Ulrike Ottinger stand sie in "Johanna D'Arc of Mongolia" vor der Kamera. Mehrmals betrat sie ab 1979 die Theaterbretter der Berliner Volksbühne sowie beim Berliner Ensemble und im Hamburger Schauspielhaus. Ihr komisches Talent zeigte sie in Loriots "Pappa ante portas".

Peggy Pope 27. Mai 2020
Die US-amerikanische TV- und Filmschauspielerin Peggy Pope verstarb nach Angaben ihrer Familie im US-Bundesstaat Colorado mit 91 Jahren. Bekannt wurde sie aus mehreren TV-Serien darunter "Golden Girls" und "Soap Trautes Heim". Ihre schauspielerische Karriere begann Pope Mitte der 1950er Jahre in New York. Dort wirkte sie in zahlreichen Off-Broadway-Aufführungen wie The Rose Tattoo mit. 1968 wurde sie für ihre Rolle in Mama mit dem Obie Award ausgezeichnet. Ende der 1960er Jahre verließ sie New York und zog nach Kalifornien wo sie kleine Rollen in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen übernahm. Ihre bekannteste Filmrolle ist die der Margaret Foster in der Komödie "Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?".

Lennie Niehaus 28. Mai 2020
Der US-Jazzmusiker und Komponist Lennie Niehaus, der über ein Dutzend Filme für Clint Eastwood vertonte, verstarb nach Angaben seiner Familie im Alter von 90 Jahren im kalifornischen Redlands. Der Sohn eines Geigers, der als Saxofonist und Arrangeur in der Band der Jazzgröße Stan Kenton spielte, hatte den Musikliebhaber Eastwood in den 1950er Jahren beim Militärdienst kennengelernt. Im Laufe seiner Karriere komponierte er für ihn zahlreiche Filmmusiken.

Christo Jawaschew 31. Mai 2020
Der Künstler Christo, der vor 25 Jahren mit seiner Frau Jeanne-Claude den Reichstag in Berlin verhüllte, verstarb am Pfingstsonntag im Alter von 84 Jahren in seiner Wohnung New York. Zu den berühmtesten seiner weltweiten Projekte zählten die safranfarbenen Tore im New Yorker Central Park ("The Gates"), die schwimmenden, mit Nylongewebe bezogenen Stege auf dem Wasser des Iseo-Sees in der Lombardei ("Floating Piers") sowie der 1995 verhüllte Berliner Reichstag und die verpackte Pont Neuf in Paris. Die Installationen wie die Riesen-Sonnenschirme in Japan und Kalifornien ("The Umbrellas") waren teils aus großer Entfernung sichtbar. Stets war es ein Spiel aus Form und Farbe, wenn der am 13. Juni 1935 als Christo Vladimiroff Javacheff im bulgarischen Gabrovo geborene Künstler wieder ein Stück Welt mit Kunststoffbahnen überzog. "Es ist total irrational und sinnlos", sagte der bulgarisch-amerikanische Verpackungskünstler 2014 über seine Arbeiten. Doch die Schönheit seiner in abstrakte Objekte verwandelten Gebäude und Landschaften faszinierte Millionen. Die Ehe mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude war auch eine aus Sozialismus und Kapitalismus: Der in Bulgarien marxistisch geschulte Christo, der weder Gelder von Sponsoren noch staatliche Subventionen akzeptierte, konnte die kostenlose Kunst für Millionen erst durch den Unternehmergeist seiner 1958 in Paris kennengelernten Frau verwirklichen, die Foto-, Film- und Fernsehrechte vermarktete und seine Zeichnungen in alle Welt verkaufte. Die finanzielle Unabhängigkeit verschaffte Christo viel Freiraum in seinen Bemühungen, ein Projekt teils gegen Widerstand von Umweltschützern und trotz Auflagen von Behörden umzusetzen. Die seit 1962 geplante Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris wird auf Herbst 2021 verschoben und postum unter den Augen seines 1960 geborenen Sohn Cyril vollendet.

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mit Christiane Oehlmann, die am 4. Juni 2020 verstarb.

Christiane Oehlmann 4. Juni 2020
Hinter Christiane Oehlmann lagen viele Jahre Berufserfahrung als Journalistin, Autorin, Regisseurin, Produzentin, Übersetzerin, Biografin u.v.a. Auch im Vorstand des BAF e.V. war die diplomierte Soziologin nach der Jahrtausendwende eine Zeit lang tätig, bevor Sie sich großstadtmüde erst ein paar Jahre in Italien und anschließend in Kleinmachnow bei Berlin niederließ, nahe bei ihren Pferden, denn sie war eine passionierte Reiterin, die die Natur und den Ausritt ins Brandenburger Umland liebte. Schreiben war ihr zweites Hobby. Sowohl für die Bildsprache als auch für den Text braucht man Rhythmus und Ästhetik, insofern konnte Christiane Oehlmann dem BAF e.V. auch ohne Film treu bleiben. Dabei griff sie Themen wie Krieg, Verbrechen, Tod und Ungerechtigkeiten auf und half anderen bei der Textkorrektur oder der Übersetzung ins Englische oder Italienische. Zuletzt hatte sie noch ein eigenes Drehbuch verfilmen wollen. Doch dazu kam es nicht mehr. Im Alter von 69 Jahren verlor sie den Kampf gegen den Krebs.

Igor Luther 7. Juni 2020
Igor Luther, der slowakischer Kameramann, der überwiegend in Deutschland tätig war, verstarb im Alter von 77 Jahren in Kroatien. Igor Luther wurde an der Filmhochschule in Prag ausgebildet und war ab 1967 als Chefkameramann verantwortlich tätig. 1968 kam er in die Bundesrepublik Deutschland. Sehr rasch avancierte er zu einem der führenden Bildgestalter des neuen deutschen Films, der geniale und manchmal unergründliche Kamerabewegungen erfand. Er arbeitete für Regisseure wie Michael Verhoeven, Ulrich Schamoni, Volker Schlöndorff, Douglas Wolfsperger und Andrzej Wajda. Entdeckt wurde der Cinemathograph als kongenialer Partner von Michael Verhoeven für den 1970-er Berlinale-Festivalkiller "o.k". Den Deutschen Filmpreis in der Kategorie »Beste Kamera« gewann Luther 1972 für "Eins" von Ulrich Schamoni und 1977 für "Die Eroberung der Zitadelle" von Bernhard Wicki sowie für "Der Fangschuß" von Volker Schlöndorff, dessen "Die Blechtrommel" von 1979 war Luthers absoluter Coup, spätestens da wurde die ganz große Filmwelt auf ihn aufmerksam. Insgesamt war Luther an mehr als 100 Produktionen für Film und Fernsehen beteiligt.

Marion Hänsel 8. Juni 2020
Die 1949 in Marseille geborene und in Antwerpen aufgewachsene belgische Autorenfilmerin Marion Hänsel verstarb im Alter von 71 Jahren. Der Filmverleih Salzgeber brachte zuletzt ihre Filme "Schwarzer Ozean" sowie "Zärtlichkeit" ins Kino und erinnert an ihre "Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit und ihren poetischen Blick auf die Welt". Große Erfolge feierte sie vor allem in den achtziger und neunziger Jahren. Für „Dust“, eine Adaption des Coetzee-Romans „Im Herzen des Landes“ mit Jane Birkin und Trevor Howard, wurde sie 1985 in Venedig mit einem Silbernen Löwen für den besten Nachwuchsfilm ausgezeichnet. Mit dem Film „Between the Devil and the Deep Blue Sea“über die Freundschaft eines Matrosen mit einem zehnjährigen Mädchen nahm sie 1995 am Wettbewerb in Cannes teil. Ein gutes Dutzend Filme hat Marion Hänsel gedreht. In "Schwarzer Ozean" (2010) zeigt sie z.B. das Paradies des Mururoa-Atolls und dessen Gefährdung durch die dortigen Atombombentests. Noch in diesem Jahr, im Januar, hatte das Filmfestival in Rotterdam Marion Hänsel mit einer Retrospektive gewürdigt.

Sushant Singh Rajput 14. Juni 2020
Der indische Film- und Fernseh-Schauspieler Sushant Singh Rajput wurde tot in seiner Wohnung in Mumbai aufgefunden. Eine Haushaltshilfe habe ihn gefunden, teilte die Polizei mit. Laut Polizei wurde ein möglicher Suizid des 34-Jährigen in Betracht gezogen. Die Ermittlungen gingen aber in alle Richtungen. Seine Karriere begann mit Auftritten in TV-Serien. Sein Debüt gab er in "Kis Desh Mein Hai Meraa Dil" im Jahr 2008. Daraufhin ergatterte er eine Rolle in der Soap "Pavitra Rishta". 2013 folgte der erste Filmauftritt in dem Bollywood-Movie "Kai Po Che!". Es folgten Filme wie "PK" (2014) oder "Kedarnath" (2018). Viel Zuspruch erhielt er 2016 für seine Hauptrolle in einem Biopic "M.S. Dhoni: The Untold Journey"über den berühmten Kricket-Spieler Mahendra Singh Dhoni, in dem er den ehemaligen Kapitän der indischen Cricket-Mannschaft verkörperte. Zuletzt sah man Sushant Singh Rajput im Netflix-Film "Drive" (2019).

Vera Lynn 18. Juni 2020
Die britische Musik-Ikone Vera Lynn verstarb im Alter von 103 Jahren in Ditchling, Vereinigtes Königreich. Ihre Auftritte vor britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg brachten der Sängerin den Spitznamen "Forces Sweetheart" ein. Songs wie "We'll Meet Again" und "The White Cliffs of Dover" wurden zu Klassikern, die während der diesjährigen Corona-Pandemie wieder aufgegriffen wurden. Lynns erfolgreichster Hit wurde 1952 "Auf Wiederseh'n, Sweetheart". Berühmt wurde Lynn mit einer BBC-Sendung und mehreren Filmauftritten.

Carlos Ruiz Zafón 19. Juni 2020
Der in Barcelona geborene spanische Bestseller-Autor Carlos Ruiz Zafón ist tot. Der Schriftsteller starb im Alter von 55 Jahren an Krebs. Mit Romanen wie "Der Schatten des Windes", "Das Spiel des Engels" oder "Der Fürst des Nebels" war der Autor auch in Deutschland populär. In seinem Werk spielte seine katalanische Heimatstadt Barcelona eine zentra
le Rolle. Zafon arbeitete als Werbetexter und später als Drehbuchautor in den USA. Der Roman "Der Friedhof der vergessenen Bücher" wurde in über 30 Sprachen übersetzt und 15 Mio.Mal verkauft.

Ian Holm 19. Juni 2020
Der zum Ritter ernannte britische Darsteller Sir Ian Holm Cuthbert verstarb im Alter von 88 Jahren im Kreise seiner Familie in einem Krankenhaus in London. Seine wohl bekannteste Rolle war die des Bilbo Beutlin in der legendären „Herr der Ringe“-Fim-Trilogie von Peter Jackson, basierend auf den Büchern von J.R.R. Tolkien sowie in der Verfilmung von "Der Hobbit". Vor seiner Karriere als Film- und Fernsehdarsteller war Holm Mitglied der Royal Shakespeare Company. Für "Die Stunde des Siegers" von 1981 erhielt er eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller. Auch in den Filmen "The Day After Tomorrow", "Aviator", "From Hell", "Das fünfte Element" und "Lebe lieber ungewöhnlich" war er auf der Leinwand zu sehen.

Claus Biederstaedt 21. Juni 2020
Der Schauspieler Claus Biederstaedt verstarb kurz vor seinem 92. Geburtstag in Fürstenfeldbruck. 1952 gab Biederstaedt sein Filmdebüt in "Die große Versuchung" und erhielt dafür den Deutschen Filmpreis als bester Nachwuchs-Schauspieler. In späteren Jahren trat er vor allem in TV-Serien wie "Derrick", "Die Schwarzwaldklinik" und "Der Alte" auf. Seit 1960 arbeitete er auch als Synchronsprecher. Er lieh seine Stimme Marlon Brando, James Garner und Peter Falk. Am Theater stand er mehr als 1000 Mal im "Neurosenkavalier" auf der Bühne und inszenierte Stücke.

Jürgen Holtz 21. Juni 2020
Der Berliner Schauspieler Jürgen Holtz erlag im Alter von 87 Jahren den Folgen einer Krebserkrankung. Holtz hatte an mehreren großen deutschen Theatern gearbeitet und wurde im Fernsehen als nörgelnder "Motzki" bekannt. In der ARD-Serie nahm er satirisch die deutsch-deutsche Vereinigung in den Blick. Noch im vergangenen Jahr hatte Holtz eine große Theaterrolle
übernommen. Am Berliner Ensemble spielte er Anfang 2019 im Drama von Bertolt Brecht den Physiker Galileo Galilei.

Steve Bing 22. Juni 2020
Der US-Geschäftsmann und Filmproduzent Steve Bing, der Filme wie "Der Polarexpress" mit rund 89 Millionen Euro finanziell gefördert hat, verstarb im Alter von nur 55 Jahren. Die Behörden gehen davon aus, dass der 55-Jährige am Montag Suizid begangen und sich von seinem Wohnhauskomplex in Los Angeles gestürzt hat. Wie zudem aus seinem näheren Umfeld bekannt wurde, soll Bing unter Depressionen gelitten haben. Der reiche Geschäftsmann und Gründer von "Shangri-La Entertainment", der rund 532 Millionen Euro von seinem Großvater geerbt hat, hinterlässt zwei Kinder: Tochter Kira Bonder und Sohn Damian Hurley. Letzterer stammt aus Bings Beziehung vor 20 Jahren mit dem seinerzeit 35-jährigen britischen Supermodel Liz Hurley. Die wilde Ehe mit dem Multimillionär endete jedoch dramatisch nach nur 18 Monaten.

Joel Schumacher 22. Juni 2020
Mit Joel Schumacher verstarb einer der erfolgreichsten Hollywoodregisseure der Neunzigerjahre. Der in New York City geborene US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent wurde 80 Jahre alt. Der Regisseur von Thrillern und Horrorfilmen wie "Falling Down", "8 mm" oder "Flatliners" war ein Grenzgänger, der in seinen Filmen die zweifelhaften Sehsüchte des Publikums sowie die Gewalt in Amerika nachspürte und die Grenzen zwischen Leben und Tod überschritt. Dass der studierte Kostümdesigner aus der Modeindustrie kam, merkte man seinen Filmen an. Er schrieb das Drehbuch für den Film "Car Wash – Der ausgeflippte Waschsalon" und verfasste auch das Script für "The Wiz – Das zauberhafte Land". Woody Allen beauftragte ihn 1973 mit dem costume design für "Sleeper" und später auch für "Interiors". Obwohl Schumacher homosexuell war, wurden die beiden Freunde und feierten gemeinsam auf wilden Partys. In den Achtzigerjahren drehte er Teenagerfilme wie "The Lost Boys" und wurde zum entscheidenden Förderer von Demi Moore, Colin Farrell, Matthew McConaughey, und besonders von: Julia Roberts, die mit "Pretty Women" 1991 ihren Durchbruch feierte. Das Operettenhafte seiner Blockbuster wie "Batman und Robin", 1997, passte perfekt zum Look der hedonistischen Neunzigerjahre und hebt ihn ab vom seinerzeit üblichen Actionkino.

Linda Cristal 27. Juni 2020
Die argentinische Schauspielerin Linda Crystal, die zwischen 1967 und 1971 in allen 98 Episoden der Westernserie "The High Chaparral" die mexikanische Ehefrau des knorrigen Viehzüchters verkörperte, verstarb im Alter von 89 Jahren in Beverly Hills. Mit "Comanche" 1956 drehte sie ihren ersten Western in Amerika. Schon 1959 wurde sie für ihre Rolle in "Urlaubschein nach Paris" mit dem Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Daraufhin wählte sie John Wayne persönlich für eine der weiblichen Hauptrollen in seinem Western-Epos "Alamo" (1960) aus. Ein Jahr später war sie in "Zwei ritten zusammen" die Partnerin von James Stewart. Ihre letzte große Rolle spielte sie 1985 in der argentinischen TV-Serie "Rossé".

Carl Reiner 29. Juni 2020
Der als Kind österreichischer Einwanderer in New York geborene US-Regisseur und Schauspieler Carl Reiner verstarb im Alter von 98 Jahren in Los Angeles. Die Hollywood-Legende begeisterte seit mehreren Jahrzehnten die Filmwelt mit seinen Streifen, in denen er entweder einen zum Lachen brachte oder überzeugend einen Gauner verkörperte. Große Erfolge feierte er unter anderem mit „Oh Gott...“ (1977), „Reichtum ist keine Schande“ (1979), „Solo für 2“ (1984) und "Tote tragen keine Karos". Zuletzt kehrte noch einmal als Schauspeiler zurück auf die Leinwand. In den Gaunerkomödien "Ocean's Eleven", "Ocean's 12″ und "Ocean's 13″ spielte er an der Seite von George Clooney und Julia Roberts den Trickbetrüger. Reiner hatte drei Kinder, einer davon war der Regisseur Rob Reiner, der unter anderem „Harry und Sally“ drehte.

Gernot Endemann 29. Juni 2020
Der Schauspieler Gernot Endemann war Generationen von Kindern über 12 Jahre lang als "Taxifahrer Thomas Sauer" und als "Fahrradhändler Schorsch" aus der "Sesamstraße" bekannt. Im Alter von 77 Jahren verstarb der in Essen geborene Endemann an den Folgen eines Herzinfarktes in seiner Wahlheimat Hannover. In den in den 60er und 70er Jahren schaffte es Endemann auch in TV-Serien wie "Die Unverbesserlichen" und "Die Grashüpfer" zu Ruhm. Abseits des Kinderfernsehens war Gernot Endemann unter anderem 1999 in einem ARD "Tatort" zu sehen. Der Schauspieler war aber auch in der Hörspielserie "Commander Perkins" sowie in "Perry Rhodan"-Produktionen zu hören. Seine Karriere hatte der TV-Star am Theater begonnen, stand unter anderem in Oberhausen, Köln und Hamburg auf der Bühne.

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mit Tilo Prückner, der am 2. Juli 2020 verstarb.

Tilo Prückner 2. Juli 2020
Trotz seines Alters zählte Tilo Prückner zu den Vielbeschäftigten unter Deutschlands Schauspielern. Und fraglos auch zu den beliebtesten. Durch verschiedene Kriminalreihen und -serien wie "Rentnercops", "Kommissarin Lucas" oder die Kluftinger-Krimis und die "Krause"-Reihe mit Horst Krause war er einem großen Fernsehpublikum ein guter, alter Bekannter. An der Seite Robert Atzorns brachte es der gebürtige Augsburger zudem zum "Tatort"-Kommissar. Schon in jungen Jahren prägte er Filme wie "Bomber und Paganini" (1976, mit Mario Adorf) oder den "Willi-Busch-Report" (1979) durch seine markante Art. Für seinen Paganini-Part erhielt er den Deutschen Darstellerpreis. Anfang Juli ist der deutsche Schauspieler und Autor Tilo Prückmer völlig überraschend im Alter von 79 Jahren gestorben, wie seine Familie bekanntgab. Ein letzter Mal sieht man ihn in dem Kneipenfilm "LEIF IN CONCERT VOL. 2" an der Seite der Barfrau Luise Heyer, der trotz Corona-Krise Mitte Juli im Kino starten sollte.

Earl Cameron 3. Juli 2020
Der britische TV- und Filmstar Earl Cameron, der als einer der ersten schwarzen Schauspieler in Großbritannien Erfolge feiern konnte, verstarb im Alter von 102 Jahren friedlich in seinem Zuhause, umgeben von seiner zweiten Ehefrau und seinen 6 Kindern aus erster Ehe. Cameron soll die letzten Wochen seines Lebens in häuslicher Isolation verbracht haben, um sich vor der Coronavirus-Pandemie zu schützen, dennoch habe er zuletzt mit Atemproblemen zu kämpfen gehabt. Der 1917 im britischen Überseegebiet Bermuda geborene Cameron startete seine Leinwandkarriere 1951 mit einer Hauptrolle im Film "Unterwelt (Pool of London)". 1965 übernahm er einen Part an der Seite von Sean Connery (89) in "James Bond 007 - Feuerball". 1973 war er in dem Film "A Warm December" des Regisseurs Sidney Poitier zu sehen. Auch in der populären britischen TV-Serie "Doctor Who" wirkte er mit. Zudem war er zuletzt 2010 im hochgelobten Mystery-Thriller "Inception" von Christopher Nolan (49) in einer kleinen Rolle zu sehen.

Nick Cordero 5. Juli 2020
Der US-Broadway-Star und Schauspieler Nick Cordero verstarb mit nur 41 Jahren an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Während seines Krankenhausaufenthalts hatte es immer wieder Komplikationen gegeben. Bereits Ende März wurde Cordero in ein Krankenhaus in Los Angeles eingeliefert. 95 Tage verbrachte er in dem Krankenhaus. Immer wieder erlitt Cordero in dieser Zeit kleinere Schlaganfälle durch Blutgerinnsel. Schließlich musste sogar sein rechtes Bein amputiert werden. Zudem musste der Schauspieler sogar künstlich beatmet werden und habe eine neue Lunge benötigt. Cordero wurde bekannt durch seine Auftritte in den Musicals "Waitress", "A Bronx Tale" und "Bullets over Broadway". Auch in diversen TV-Serien hatte er immer wieder kleinere Rollen. Von 2005 bis 2019 war Cordero bei Film und Fernsehen insgesamt in zehn Produktionen zu sehen gewesen.

Ennio Morricone 6. Juli 2020
Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone verstarb im Alter von 91 Jahren in einer Klinik in Rom an den Folgen eines Sturzes. Der gebürtige Römer Morricone gilt als einer der größten Komponisten der Filmgeschichte mit Titelmelodien für Kultfilme wie "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Für eine Handvoll Dollar" oder für Klassiker wie Brian De Palmas "The Untouchables - Die Unbestechlichen" oder "Cinema Paradiso" aus dem Jahr 1988, geschrieben und gedreht von Giuseppe Tornatore. Er komponierte Soundtracks für mehr als 500 Filme und sorgte für Gänsehaut, für Spannung, für die ganz großen Moment im italienischen und im Weltkino - vor allem Italo Western. Zweimal wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet, 2007 für sein Lebenswerk. Erst 2016, im Alter von 87 Jahren, bekam er einen Oscar für seine Filmmusik, nämlich zu Quentin Tarantinos Western "The Hateful Eight".

Pavel Fieber 6. Juli 2020
Völlig überraschend verstarb der deutsch-österreichische Schauspieler, Sänger und Theaterregisseur Pavel Fieber. Der frühere Ulmer Theaterintendant sei im Alter von 78 in Würzburg gestorben. Der 1941 im tschechische Landesteil Schlesiens geborene Künstler war an zahlreichen deutschen Bühnen und in Österreich tätig. Er inszenierte Schauspiel, Oper und Musical. Hin und wieder übernahm er auch Fernsehrollen, etwa in der Serie "Dahoam ist dahoam", und in der ZDF-Serie "Die Rosenheim-Cops" sowie zuletzt in der Netflix-Serie "Freud".

Naya Rivera 8. Juli 2020
Die US-Schauspielerin Naya Rivera wurde nach einem Bootstrip im Lake Piru, nordwestlich von Los Angeles, vermisst. Ihr vierjähriger Sohn wurde alleine schlafend an Bord gefunden. Der Junge habe eine Schwimmweste getragen und sei wohlauf, während seine Mutter ohne Schwimmweste in der Mitte des Sees ins Wasser gesprungen sei und nicht wieder auftauchte. Kurz vor dem Bootsausflug hatte Rivera auf Twitter und Instagram ein rührendes Bild mit ihrem Sohn geteilt, der seiner Mama einen Kuss auf die Wange gibt. Ob dies ein Abschiedsfoto zu einem geplanten Suizide war, oder tatsächlich ein Badeunfall war, bleibt wohl offen. Erst am 13. Juli fand man ihre Leiche nach tagelanger Suche im See. Sie wurde 33 Jahre alt. Die in Kalifornien geborene Darstellerin spielte in der populären Musical-Serie "Glee", die zwischen 2009-2015 ausgestrahlt wurde, die Cheerleaderin Santana Lopez. Sie war eine der Hauptdarstellerinnen in der Ryan-Murphy-Produktion und feierte mit der Serie ihren persönlichen Durchbruch.

Kelly Preston 12. Juli 2020
Die Ehefrau von John Travolta blickte selbst auf eine lange Hollywood-Karriere zurück. Nachdem sie als Model erste Jobs in Werbespots an Land ziehen konnte, stand sie in Serien wie „Quincy“ vor der Kamera. Filme wie „Christine“, „Twins – Zwillinge“ und „From Dusk Till Dawn“ folgten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann ist sie in einer ihrer letzten Rollen in „Gotti“ zu sehen. Im Alter von 57 Jahren erlag Kelly Preston ihrer Brustkrebs-Erkrankung.

Haruma Miura 18. Juli 2020
Der beliebte japanische Schauspieler Haruma Miura nahm sich im Alter von nur 30 Jahren das Leben. Miura wurde leblos in seiner Wohnung in Tokyo aufgefunden. Die Polizei geht von Suizide aus. Dem Bericht zufolge habe Miuras Manager nach ihm gesehen, nachdem der Schauspieler nicht zur Arbeit erschienen war. Miura wurde von den herbeigerufenen Rettungskräften sofort in ein Krankenhaus gebracht. Dort konnte allerdings nur noch sein Tod festgestellt werden. In der Wohnung des Schauspielers soll ein Abschiedsbrief gefunden worden sein. Haruma Miura feierte bereits mit sieben Jahren im TV-Drama "Agri" sein Schauspieldebüt. Später wirkte er auch in Filmen wie "Attack on Titan" oder "Kimi Ni Todoke" mit. Auch als Sänger war Miura immer wieder in Erscheinung getreten.

John Saxon 25. Juli 2020
Der US-Schauspieler John Saxon ("Nightmare on Elm Street") verstarb im Alter von 83 Jahren durch eine Lungenentzündung zu Hause in Murfreesboro im US-Staat Tennessee. Neben seinen Auftritten in mehreren "Nightmare"-Horrorfilmen ist er bekannt für seine Darstellung in "Der Mann mit der Todeskralle" an der Seite von Bruce Lee. Der Golden-Globe-Gewinner hatte Rollen in über 80 Filmen inne. Hinzu kamen mehr als 100 Fernsehauftritten in sieben Jahrzehnten, darunter in der Western-Kultserie "Bonanza" als Indiana-Häuptling sowie Auftritte in sechs Folgen von "Der Denver-Clan". Zu seinen wohl bekanntesten Werken zählen "Südwest nach Sonora" an der Seite von Marlon Brando, das ihm eine Golden-Globe-Nominierung einbrachte. Für seine Leistung in "Männer über Vierzig" wurde er 1958 mit einem Golden Globe als bester Nachwuchsdarsteller bedacht.

Olivia de Havilland 26. Juli 2020
Die Filmlegende und Oscar-Gewinnerin Olivia de Havilland verstarb friedlich an natürlichen Umständen mit 104 Jahren in Paris. De Havilland gehörte zu den letzten großen Stars der Filmstudio-Ära in Hollywood. Sie war außerdem die letzte überlebende Darstellerin des Filmklassikers "Vom Winde verweht" von 1939, in dem sie die Rolle der stillen und großherzigen Melanie Wilkes spielte. Das Bürgerkriegsepos gilt bis heute als einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, wird wegen seiner glorifizierenden Darstellung der Sklaverei aber kritisch gesehen. Als Kind britischer Eltern in Tokio geboren, zog Olivia de Havilland noch als Kleinkind nach Kalifornien. Der österreichische Theatermann Max Reinhardt entdeckte die 19-Jährige in der Rolle der Hermia von Shakespeares "Sommernachtstraum". Das Filmstudio Warner Brothers nahm sie gleich für sieben Jahre unter Vertrag und brachte sie an der Seite von Eroll Flynn groß heraus. Acht Filme drehte sie mit dem Herzensbrecher. Ihre Oscars als beste Schauspielerin holte de Havilland allerdings nicht mit dem Südstaatenepos, sondern für ihre Hauptrolle in "To Each His Own" ("Mutterherz"/1946) und in William Wylers "The Heiress" ("Die Erbin"/1949). Viel Anerkennung wurde ihr auch als neurotische Exzentrikerin in "Der dunkle Spiegel" und "Die Schlangengrube" zuteil. Daphne du Maurier schlug sie 1952 für die Hauptrolle in "Meine Cousine Rachel" vor. Das Stück wurde ein weltweiter Erfolg. Mit ihrer langjährigen Freundin Bette Davis spielte sie in "Wiegenlied für eine Leiche". De Havilland wurde wegen ihrer Schönheitoft für süße und romantische Rollen verpflichtet. Sie selbst sehnte sich aber nach herausfordernderen Rollen. 1943 verklagte Warner Bros., das sie nach dem Auslaufen ihres Vertrags zu weiteren Produktionen zwingen wollte. Sie bekam recht. Bis heute wird die Entscheidung inoffiziell "De-Havilland-Gesetz" genannt. Eine lebenslange Rivalität lebte sie mit ihrer 15 Monate jüngeren Schwester, Joan Fontaine. Diese war noch vor ihr mit dem Oscar prämiert worden, nämlich 1942 für den Hitchcock-Film "Verdacht".

Alan Parker 31. Juli 2020
Einer der erfolgreichsten britischen Drehbuchautoren, der Autor und Filmregisseur Sir Alan William Parker verstarb im Alter von 74 Jahren in London. Alan Parker war zunächst erfolgreicher Werbefilmer. Sein Spielfilmdebüt gab er 1976 mit einem Novelty-Act, einem Gangsterfilm zur Prohibitionszeit, der mit über 200 Kindern besetzt war. Star von “Bugsy Malone” war schon damals die erst 14-jährige Jodie Foster, eine Entdeckung Martin Scorseses, die im selben Jahr auch in “Taxi Driver” zu sehen war. Ein Höhepunkt seines Schaffens war "Angel Heart" (1987) mit Mickey Rourke, Robert De Niro und Lisa Bonet in den Hauptrollen. Nach mehrfachen Nominierungen für den Oscar (u.a. für "12 Uhr nachts – Midnight Express"), erhielt sein Regiefilm "Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses" (1988) einen Oscar für beste Kameraführung. Das engagierte Werk um Bürgerrechte in den Vereinigten Staaten nach Ende der Rassentrennung beruht auf einer wahren Geschichte. Gene Hackman und Willem Dafoe spielen die Hauptrollen. Auch zur Musik zog es Parker immer wieder. 1980 drehte er “Fame – Wege zum Ruhm”. 1981 führte er Regie bei "Pink Floyd – The Wall", der Spielfilmadaption des erfolgreichen Rockalbums The Wall der britischen Rockgruppe Pink Floyd. Viermal gewann er den British Academy Film Award (u.a. für "Bugsy Malone") sowie den „Großen Preis der Jury“ bei den Filmfestspielen von Cannes 1985 (mit "Birdy"). Am Neujahrstag 2002 wurde Parker von der britischen Königin zum Ritter geschlagen. 2013 wurde ihm in Anerkennung seines Lebenswerkes der Ehrenpreis der British Academy of Film and Television Arts, die Academy Fellowship, zugesprochen.

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mit Reni Santoni, der am 1. August 2020 verstarb.

Reni Santoni 1. August 2020
Viele Zuschauer kennen Reni Santoni aus dem Film "Dirty Harry" oder der Serie "Seinfeld". Im Alter von 81 Jahren verstarb der US-Schauspieler nach mehrmonatigem Aufenthalt in einem Hospiz in Los Angeles eines natürlichen Todes. Bekannt war Reni Santoni vor allem für seine Rolle des Inspector Chico Gonzalez in dem Neo-noir-Action-Thriller "Dirty Harry" von 1971. Damals spielte er an der Seite des heute 90-jährigen Clint Eastwood. Er war der junge mexikanische Partner, der dem widerwilligen Inspector Harry Callahan (gespielt von Eastwood) unfreiwillig zugeteilt wurde. In seiner Filmografie finden sich zudem Eddie Murphys "Doctor Dolittle" von 1998, Sylvester Stallones "Cobra" von 1986, Sean Penns "Bad Boys" von 1983 und einige mehr. Zu Santonis letzten Filmauftritten gehörte eine Gastrolle in "Franklin & Bash" im Jahr 2012. Zuvor war er in vier Episoden der erfolgreichen US-Serie "Seinfeld" als Pizzabäcker Poppie zu sehen sowie in Fernsehserien wie "Grey's Anatomy", "CSI", "Judging Amy" und "The Practice".

Ruth Gassmann 7. August 2020
Die Schauspielerin Ruth Gassmann, die in den 1960er-Jahren als Hauptdarstellerin in den "Helga"-Aufklärungsfilmen bekannt wurde, verstarb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren in München. Die gebürtige Augsburgerin hatte Sport und Chemie studiert und kam als Fotomodell zur Schauspielerei. In den USA spielte sie in einem Dutzend Folgen der TV-Serie "Rauchende Colts" mit. Schlagartig berühmt wurde sie in der Bundesrepublik 1967 mit dem Kinofilm "Helga - Vom Werden des menschlichen Lebens".

Lorenzo Soria 7. August 2020
Der Verband der Hollywood-Auslandspresse (HFPA), der alljährlich die Golden Globes verleiht, trauert um seinen Vorsitzenden. Laut einer Twitter-Mitteilung sei Lorenzo Soria friedlich in seinem Haus in Los Angeles verstorben. Der gebürtige Argentinier wurde 68 Jahre alt. Nach Angaben des Portals "Hollywood Reporter" litt er an Lungenkrebs. Soria war zuletzt im Juni 2019 zum Vorsitzenden gewählt worden. Seit 2003 hielt er diese Position mehrere Male inne. Seit den 1980er Jahren berichtete der Journalist aus Hollywood.

Trini Lopez 11. August 2020
Der Sänger und Gitarrist Trini Lopez ("If I Had a Hammer") sei in einem Krankenhaus in Palm Springs mit 83 Jahren
an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Als Trinidad Lopez III. war er in ärmlichen Verhältnissen in Texas aufgewachsen. Bei einem Auftritt entdeckte ihn Frank Sinatra und nahm ihn unter Vertrag. Lopez spielte auch in Hollywoodfilmen mit, darunter in Robert Aldrichs "Das dreckige Dutzend" (1967).

Ben Cross 18. August 2020
Der britische Schauspieler Ben Cross verstarb 72-jährig in Österreich. Noch kurz vor seinem Tod habe er die Dreharbeiten zu dem Thriller "The Devil's Light" beendet, teilten Vertreter der Familie mit. Dem österreichischen "Kurier" zufolge war Cross in Wien wegen Krebs behandelt worden. Cross ist vor allem aus dem Filmdrama "Die Stunde des Siegers" (1981) bekannt, in dem er den jüdischen Olympia-Athleten Harold Abrahams spielte. Der Film war mit mehreren Oscars prämiert
worden. Er trat auch in "Star Trek" auf, wo er den Vater von Mister Spock gab.

Horst Urbschat 20. August 2020
Der Fotograf Horst Urbschat, Gründer des legendären, gleichnamigen Fotostudios am Kurfürstendamm verstarb laut Mitteilung der Familie mit 92 Jahren in seiner Heimatstadt Berlin. Seine in einem Buch festgehaltenen Streifzüge durch die vom Krieg ruinierte Stadt Berlin im Jahre "Null", zählen in ihrer gesellschaftlichen und sozialen Aussagekraft zu den eindringlichsten Bilddokumenten zwischen 1945 und 1949. Neben Straßenszenen, zerstörten Gebäuden oder Platzanlagen rücken immer wieder Menschen in den Mittelpunkt. Und immer wieder Menschen, die versuchen, ihren Alltag zu meistern: unpathetisch und mit großem Selbstbehauptungswillen. So entsteht ein Panorama der Nachkriegszeit, die so lange vorbei zu sein scheint und gerade einmal ein halbes Jahrhundert zurückliegt. 1969 übernahm Horst Urbschat von der Familie Dürkoop den schon seit den 1920er Jahren bestehenden Fotosalon und machte daraus den traditionsreichsten Fotobetrieb am Berliner Kurfürstendamm mit Schulungen für Fotografie, Mediendesign und Make-up-Artist. Bis heute ist es ein Familienbetrieb geblieben: Die Töchter Daniela und Nicole sowie ein Enkelsohn sind in Urbschats Fußstapfen getreten. Inzwischen leitet Danielas Tochter Yvonne Huber die Geschäfte. Zu den Kunden gehörten Schauspieler wie Katharina Thalbach und Dieter Hallervorden, Ex-Berlinale-Chef Dieter Kosslick und Playboy-Veteran Rolf Eden. Aber auch der frühere US-Präsident Bill Clinton oder der Schauspieler Arnold Schwarzenegger ließen sich im Fotostudio Urbschat ablichten.

Allan Rich 22. August 2020
Der US-Charakter-Darsteller Allan Rich, der in Filmen wie "Serpico" und "Amistad" mitspielte, verstarb im Alter von 94 Jahren nach Komplikationen aufgrund seiner fortschreitenden Demenz in einem Seniorenheim im US-Staat New Jersey. In dem Kriminalfilm "Serpico" spielte er 1973 an der Seite von Al Pacino einen Staatsanwalt. In "Enthüllung" (1994) mimte er den Anwalt von Demi Moores Hauptfigur. Steven Spielberg holte ihn 1997 in der Rolle eines Richters für "Amistad" vor die Kamera. Als Jungschauspieler gab er 1943 sein Broadway-Debüt und spielte in mehreren Theaterstücken mit. Doch in den 1950er Jahren brach seine Karriere ein, nachdem der liberale Aktivist als Kommunist geächtet wurde und damit praktisch einem Arbeitsverbot unterlag. Erst ab Mitte der 60er Jahre trat er wieder vor die Kamera und spielte als Charakterdarsteller in Dutzenden Filmen. Er war auch in TV-Serien wie "Detektiv Rockford - Anruf genügt", "Kojak" und "New York Cops - NYPD Blue" zu sehen.

Joe Ruby 26. August 2020
Der Trickfilmzeichner und Miterfinder der Zeichentrickserie "Scooby-Doo", Joe Ruby verstarb im Alter von 87 Jahren im US-Bundesstaat Kalifornien. Der in Los Angeles geborene Ruby hatte nach einer Zeit bei der Armee seine gesamte Karriere in der Film- und Fernsehbranche verbracht. Seine Karriere begann Ruby bei Walt Disney Productions, später war er Herausgeber und Produzent bei Hanna-Barbera Productions, wo er Ende der 60er Jahre gemeinsam mit seinem Partner Ken Spears (82) die Geschichten rund um die Figuren Freddy Jones, Velma Dinkley, Shaggy Rogers, Daphne Blake und die gepunktete Dogge Scooby Doo entwarf, die zahlreiche Kinderaugen zum Strahlen brachten. 2002 und 2004 erschienen Realverfilmungen der animierten Zeichentrickserie um den Hund "Scooby-Doo" und die vier Detektive bei Warner Bros., die schnell zu Kindheitshelden wurden und immer noch weltweit erfolgreich laufen. "Er war einer der produktivsten Köpfe unserer Branche, der uns einige der wertvollsten Charaktere geschenkt hat", schrieb der Produzent Sam Register, Präsident von Warner Bros. Animation, in einem Statement.

Chadwick Boseman 28. August 2020
Mit nur 43 Jahren verstarb der US-amerikanische Schauspieler Chadwick Aaron Boseman an Darmkrebs. Berühmt machte den schwarzen Darsteller mit westafrikanischen Wurzeln die Hauptrolle des Superhelden "Black Panther" im Film "The First Avenger" aus dem Marvel Cinematic Universe. Ursprünglich wollte Boseman kein Schauspieler werden, sondern als Drehbuchautor oder Regisseur arbeiten. Um zu wissen was Schauspieler eigentlich machen und wie man mit ihnen kommuniziert, studierte Boseman an der Howard University und schloss diese mit einem Bachelor of Fine Arts ab. Des Weiteren besuchte er die British American Dramatic Academy in Oxford. Seine ersten Auftritte hatte er ab 2003 im Fernsehen in Serien wie "Law & Order", "Emergency Room" oder "Cold Case". Trotz seiner vor vier Jahren entdeckten schweren Erkrankung arbeitete er sich als Darsteller in die oberste Riege Hollywoods vor und spielte u.a. schwarze Ikonen wie den Baseballspieler Jackie Robinson in "42" und den Musiker James Brown in "Get on Up". Zuletzt war er in "Da 5 Bloods" von Spike Lee zu sehen. 2022 sollte eine Fortsetzung von "Black Panther" folgen, die mit ihm nun nicht mehr möglich ist.

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mit Birol Ünel, der am 3. September 2020 verstarb.

Birol Ünel 3. September 2020
Wie die Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Shermin Langhoff, bestätigte, verstarb der Schauspieler Birol Ünel im
Alter von nur 59 Jahren nach einem Krebsleiden. Ünel hatte aserbaidschanische und persische Herkunft, wurde aber in der Türkei geboren und wuchs ab dem 7. Lebensjahr in Bremen bei seinen Eltern auf, die dort als Gastarbeiter ihr Geld verdienten. Nach einer Ausbildung zum Parkettleger absolvierte er seine schauspielerische Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und spielte später in mehreren Filmen des Hamburger Regisseurs Fatih Akin mit. 2004 gewann er den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller im Kinofilm "Gegen die Wand", wo er an der Seite von Sibel Kekilli spielte. Fatih Akins Film gewann zudem den Goldenen Bären der Berlinale. Privat hatte Ünel mit Alkoholismus und in seinen letzten Lebensjahren auch mit Obdachlosigkeit zu kämpfen.

Jiří Menzel 5. September 2020
Der Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Jiří Menzel, 1966 für "Liebe nach Fahrplan" mit dem Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film, dem sogenannten Auslands-Oscar, ausgezeichnet, verstarb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in seinem Geburtsort Prag. Er gilt als einer der bekanntesten und erfolgreichsten tschechischen Regisseure aller Zeiten. Der Künstler drehte mehr als zwei Dutzend Kinofilme, darunter die Komödie "Heimat, süße Heimat", die 1987 für einen Oscar nominiert war. Schon Menzels erster Langfilm, "Liebe nach Fahrplan", schildert in für ihn typischer Weise, wie sich ein schüchterner Bahnpraktikant während des Zweiten Weltkriegs in eine junge Partisanin verliebt und Widerstand gegen die deutschen Besatzer leistet. Bereits in der Schulzeit verliebte sich Menzel in Filme von Chaplin, Jean Renoir und René Clair. Im Räderwerk der Geschichte gefangen wie der legendäre Schweijk aus Jaroslav Haseks "Der brave Soldat Schwejk", mit subversivem und hintergründigem Humor, zeigen Menzels Filme im Spannungsverhältnis von Politik, Moral und Sexualität den tschechischen Nationalcharakter von Menschen, die Bier und Huren lieben, mit Geld um sich werfen und alle drei Lebensqualitäten feiern. Jiří Menzel gilt filmhistorisch als treibende Kraft der tschechoslowakischen Nouvelle Vague, die Mitte der 60er-Jahre mit Filmen von Milos Forman ("Die Liebe einer Blondine"), Véra Chytilova ("Tausendschönchen"), Jaromil Jires und anderen den europäischen Film mit avantgardistischer Vielfalt bereicherte. Während des Prager Frühlings 1968 gedreht, wurde Menzels dritter Film, die Politsatire "Lerchen am Faden", die die Umerziehung dreier "bourgeoiser Elemente" auf einem riesigen Schrottplatz schildert, verboten und lagerte zwanzig Jahre im Giftschrank, bevor er bei der Uraufführung 1990 mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnet wurde.

Diana Rigg 10. September 2020
Die britische Schauspielerin Dame Enid Diana Elizabeth Rigg, die mit ihrer Rolle der Agentin Emma Peel in der Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ in den 60er Jahren berühmt wurde, verstarb im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Gemeinsam mit ihrem Schauspielkollegen Patrick Macnee (†93 / 2015) alias „John Steed" machte Rigg die Serie zu einem Dauerbrenner. Im Kino war sie 1969 als Teresa di Vicenco in "James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät" als erstes und einziges Bond-Girl zu sehen, das an der Seite des australischen Dressman und Schauspieler George Lazenby, alias 007, vor den Altar geführt wurde. Lazenby erhielt für seine Leistung zwar eine Golden-Globe-Nominierung als bester Nachwuchsdarsteller, konnte aber dennoch nur einmal die Rolle des Geheimagenten 007 einnehmen, die auf den Romanen des britischen Autors Ian Fleming basieren. Ihr Comeback feierte Rigg, die mit nur 17 Jahren die Zulassung an der prestigeträchtigen Royal Academy of Dramatic Art in London zur klassischen Schauspielerausbildung absolviert hatte, mit 75 Jahren als manipulative Großmutter Olenna Tyrell in der dritten bis siebten Staffel der TV-Serie „Game of Thrones“ des US-Kabelsenders HBO, die erstmals zwischen 2013 - 2017 ausgestrahlt wurde.

Sabine Hahn 12. September 2020
Im Alter von 83 Jahren verstarb nach kurzer schwerer Krankheit die Schauspielerin Sabine Hahn in Hamburg. Die in Breslau (heute Wroclaw) geborene Schauspielerin spielte ab 1953 an verschiedenen Bühnen, darunter am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg in über 120 Aufführungen. Mit gerade mal 18 Jahren übernahm sie in der romantischen Komödie "Königswalzer" die Rolle der Anni Tomasoni. Es folgten Kinofilme wie "Der letzte Mann" mit Romy Schneider und Hans Albers, "Bonjour, Kathrin" mit Caterina Valente und Peter Alexander oder "Alle Wege führen heim" mit Christian Doermer. Aber auch in weiteren Kino- und Fernsehfilmen zu sehen, darunter "Liebe, Krach und Himmelbett", "Angst heiligt die Mittel" und "Ihr letzter Wille kann mich mal!" trat sie ebenso auf wie in Nebenrollen der Krimi-Reihen "Tatort" oder "Großstadtrevier".

Winston Groom 16. September 2020
Der US-Autor Winston Groom, dessen Roman "Forrest Gump" als Grundlage für Robert Zemeckis gleichnamigen, mit insgesamt sechs Oscars prämierten Hollywood-Klassiker aus dem Jahre 1994 diente, verschied im Alter von 77 Jahren in Fairhope im Süden von Alabama. Grooms Roman war eine Erzählung über einen geistesschwachen Mann, der zum Akteur bei wichtigen Ereignissen des 20. Jahrhunderts wird. Der Hollywoodfilm mit Tom Hanks in der Hauptrolle wurde zu einem Stück Popkultur.

Michael Lonsdale 21. September 2020
Der französisch-britische Schauspieler Michael Lonsdale, Sohn einer französischen Mutter und eines englischen Offiziers, verstarb im Alter von 89 Jahren in Paris. Der Darsteller spielte unter anderem mit in "Der Name der Rose" von Jean-Jacques Annaud und in dem James Bond-Film "Moonraker". In seiner rund 60-jährigen Karriere trat Lonsdale in etwa 200 Kino- und TV-Filmen und Theaterstücken auf. Lonsdale drehte unter anderem mit Orson Welles, Michel Deville und François Truffaut. Den Durchbruch schaffte er mit den Truffaut-Filmen "Die Braut trug Schwarz" und "Geraubte Küsse", beide aus dem Jahr 1968. Der amerikanische Regisseur Steven Spielberg holte ihn in seinem Politik-Thriller „München” vor die Kamera, der von einer israelischen Vergeltungsaktion für den Anschlag auf die olympische Mannschaft Israels durch eine palästinensische Terrorgruppe im Jahr 1972 handelt.

Michael Gwisdek 23. September 2020
Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb der im Ost-Berliner Stadtteil Weißensee geborene deutsche Schauspieler und Regisseur, Michael Gwisdek, im Alter von 78 Jahren. Mit Filmen wie "Good Bye, Lenin!", "Boxhagener Platz", "Nachtgestalten" und "Oh Boy" war er ein Publikumsliebling. 1999 gewann er auf der Berlinale einen Silbernen Bären – als bester Schauspieler für seine Rolle als gestresster Angestellter in Andreas Dresens Episodenfilm "Nachtgestalten". Weitere Trophäen sollten folgen. Dazu zählten der Deutsche Filmpreis, Deutscher Fernsehpreis und der Grimme-Preis. Aber bereits zu DDR-Zeiten war er ein Star, erst am Theater, dann im Kino. Das Schauspielhandwerk lernte der Sohn eines Gastwirtehepaars an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Schon mit 16 Jahren - während und nach seiner schulischen Ausbildung zum Plakatmaler und Dekorateur - fand Gwisdek Interesse am Schauspiel. In den 60er und 70er Jahren spielte er an verschiedenen Theatern in der DDR, bevor er 1973 ins Ensemble der Ostberliner Volksbühne kam. Zehn Jahre später wechselte Gwisdek ins Deutsche Theater und wurde in den 80er Jahren auch in der Bundesrepublik bekannt. Nach der Wende war er auch im Fernsehen oft zu sehen: ob im "Tatort", bei "Bella Block" oder in "Donna Leon". Gwisdek sagte: "Komödie ist das Schwerste." Doch genau sein komödiantisches Talent brachte ihm bald Rollen im Kino ein. Entscheidend waren zwei Arbeiten: Die Literaturverfilmung "Dein unbekannter Bruder" (1982) und das Boxer-Drama "Olle Henry" (1983). Beide Filme gefielen den Zensoren in der DDR nicht, dafür aber dem Publikum, das die Filme feierte. Sein Regiedebüt gab Gwisdek 1988 mit dem Film "Treffen in Travers" mit seiner damaligen Frau Corinna Harfouch in der Hauptrolle. Weitere Regiearbeiten waren "Abschied von Agnes" und "Das Mambospiel". 2003 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie.

Juliette Greco 23. September 2020
Die französische Chanson-Legende und Schauspielerin Juliette Greco verstarb 93-jährig zu Hause im Kreis ihrer Familie in Ramatuelle an der Côte d’Azur nahe Marseille. Greco wurde in den 50er und 60er Jahren mit Chansons wie "L'accordeon", "La Javanaise" und "Deshabillez-moi" weltberühmt. Entdeckt wurde die zierliche Frau mit der tiefen Stimme kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Philosophen Jean-Paul Sartre, der sie in einer Pariser Kellerbar traf und einen der ersten Liedtexte für sie schrieb. Danach wurde die Interpretin von Chansons als "Muse" der Existenzialisten international bekannt. Mit ihrer markanten dunklen Stimme und ihrer schwarzen Kleidung prägte sie ab Ende der 40er Jahre eine ganze Generation. Greco wirkte auch als Filmschauspielerin und war drei Mal verheiratet, neben anderen mit dem Schauspieler Michel Piccoli. Aus erster Ehe mit dem Schauspieler Philippe Lemaire hat sie eine Tochter. Zu den frühen Liebschaften gehörte der legendäre Jazz-Trompeter Miles Davis. Ihren Abschied von der Musikwelt hatte sie gut vorbereitet. Mit einer Tournee, die sie 2015 begann, bedankte sie sich bei ihren treuen Fans. Ihre Abschiedstournee "Merci" hatte sie vor fünf Jahren im Alter von 88 Jahren auch nach Deutschland geführt.

Goran Paskaljević 25. September 2020
Der in Belgrad geborene serbische Regisseur verstarb im Alter von 73 Jahren in Paris. Goran Paskaljević galt als wichtiger Regisseur des serbischen Autorenfilms. Unter anderem drehte er "Tango Argentino" (1992) und "Paradies, Brooklyn" (1995). Für die Verfilmung "Das Pulverfass" (1998, original Titel: "Cabaret Balkan"), des gleichnamigen Theaterstücks des mazedonischen Autors Dejan Dukovski, erhielt er den Europäischen Preis der internationalen Filmkritiker-Vereinigung Fipresci. Die Kritik würdigte seine einfühlsame Darstellung von Menschen in ihrer Verletzlichkeit, Verzweiflung und Abgründigkeit. 2002 wurde Paskaljević in München mit dem Bernhard-Wicki-Filmpreis geehrt. Zu Beginn der jugoslawischen Zerfallskriege 1991 hatte er den serbischen Nationalismus unter dem damaligen Präsidenten Slobodan Milošević (1941-2006) öffentlich kritisiert. Nach einer Hetzkampagne der von Milošević gesteuerten Medien erhielt er Morddrohungen und emigrierte nach Frankreich. Zuletzt lebte er abwechselnd in Paris und in Belgrad. Paskaljevic drehte über 30 Dokumentarfilme und 13 Spielfilme. Er gewann viele renommierte Preise. Für "Time of Miracles" sicherte er sich 1990 den San Sebastian Critics Award. Im Jahr 2001 ernannte ihn das Variety Magazine zu einem der fünf besten Regisseure des Jahres, zusammen mit Laszlo Hallstrom, Neil Jordan, Steven Soderbergh und Edward Young.

Frank Windsor 30. September 2020
Der beliebte britische Film- und Fernsehstar Frank Windsor verstarb im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in London. Frank Windsor blickt auf eine über 50 Jahre lange Film- und Fernsehkarriere zurück. Windsor begann seine Karriere 1957 mit einer Nebenrolle im britischen Fernsehfilm "A Man for All Seasons". 1962 erhielt er die Rolle des Detective Sergeant John Watt in der Polizeiserie "Z Cars", durch die er beim britischen Fernsehpublikum bekannt wurde. Dem deutschen Publikum dürfte Frank Windsor vor allem durch seiner Darstellung des Colin Campbell im ZDF-Abenteuervierteiler "Die Abenteuer des David Balfour" aus dem Jahr 1978 mit Ekkehardt Belle in der Titelrolle bekannt sein. Neben seinen großen Erfolgen als Fernsehschauspieler hatte Windsor auch Auftritte in Spielfilmen. So spielte er unter anderem Nebenrollen in John Schlesingers Filmdrama "Sunday, Bloody Sunday" mit Peter Finch, in der Filmkomödie "Die Schlemmerorgie" mit George Segal, Jacqueline Bisset, Robert Morley und Philippe Noiret sowie in dem Abenteuerfilm "Revolution" mit Al Pacino und Donald Sutherland.

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mit Maud Hansson, die am 1. Oktober 2020 verstarb.

Maud Hansson 1. Oktober 2020
Die schwedische Schauspielerin, welche Anfang der 70er-Jahre die schlichte, aber etwas nervige Magd Lina in den Verfilmungen von Astrid Lindgrens Kinderserie „Michel aus Lönneberga“ spielte, verstarb im Alter von 82 Jahren. Ihr Filmdebüt gab Hansson 1956 in dem schwedischen Spielfilm "Tarps Elin". Im folgenden Jahr arbeitete sie mit dem berühmten Regisseur Ingmar Bergmann zusammen und übernahm kleinere Nebenrollen Bergmans Filmklassikern „Das siebente Siegel“ und „Wilde Erdbeeren“. Neben dem Film spielte die 1937 in Stockholm geborene Hansson auch immer wieder am Theater u.a. unter der Regie von Ingmar Bergman 1956 bei Ibsens "Peer Gynt" und 1958 bei Goethes "Faust". Ihre letzte bekannte Rolle übernahm sie 1991 im schwedischen Fernsehfilm „Basaren“. Danach zog sie sich aus dem Schauspielgeschäft zurück.

Thomas Jefferson Byrd 3. Oktober 2020
Der 70-jährige schwarze US-amerikanische Schauspieler Thomas Jefferson Byrd wurde in Atlanta im Bundesstaat Georgia durch mehrere Schüsse in den Rücken tödlich getroffen. Als Beamte Byrd in der Nacht zum 3. Oktober auf der Straße fanden, sei er „nicht ansprechbar“ gewesen. Die genauen Hintergründe blieben zunächst unklar. Byrd war in mehreren Filmen des Regisseurs Spike Lee zu sehen, darunter in "Clockers" und "Auf engstem Raum". Der 2003 mit einem Tony Award nominierte Broadway-Schauspieler besuchte das Morris Brown College für freie Künste in Atlanta mit einem Abschluss in Pädagogik. Anschließend machte er einen Master of Fine Arts in Tanz am California Institute of the Arts. Anschließend war er in mehreren regionalen Theaterproduktionen am San Diego Repertory Theatre zu sehen.

Clark Middleton 4. Oktober 2020
Der aus Serien wie dem Netflix-Hit "The Blacklist" und Filmen wie Quentin Tarantinos "Kill Bill - Volume 2" bekannte Schauspieler und Regisseur Clark Middleton verstarb im Alter von 63-Jahren am West-Nil-Fieber, einer Infektionskrankheit, die vor allem in Afrika und Nordamerika durch Mücken übertragen werden kann, aber auch in südöstlichen Ländern des Mittelmeerraums vorkommt. Zu Middletons Rollen gehörten auch Auftritte in Serien wie "Law & Order", im 2015 oscarprämierten Film "Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" oder dem David-Lynch-Revival "Twin Peaks" von 2017, wo er als Charlie zu sehen war. Er arbeitete mit weiteren bekannten Regisseuren zusammen, wie mit Ang Lee in "Taking Woodstock", oder Bong Joon-ho in "Snowpiercer" und Frank Miller und Robert Rodriguez in "Sin City".

Margaret Nolan 5. Oktober 2020
Margaret Nolan war das goldbemalte Model in der Titelsequenz des James-Bond-Films "Goldfinger" aus dem Jahre 1964 sowie im Film die persönliche Masseurin des Agenten 007 (Sean Connery). Im Alter von nur 76 Jahren verstarb die britische Künstlerin und Schauspielerin in London. Begonnen hatte sie ihre Karriere als Model, bevor sie 1963 ihren ersten Auftritt als Schauspielerin in einer Folge von Simon Templar hatte.Im darauffolgenden Jahr spielte sie bereits in mehreren Filmen mit, darunter in einer Nebenrolle in dem Beatles-Film "Yeah Yeah Yeah". Es folgten Rollen in Fernsehshows, Theaterproduktionen und weiteren Filmen. Noch im vergangenen Jahr hatte sie mit dem Regisseur und Schauspieler Edgar Wright (46, "Star Wars: Die letzten Jedi") in seinem für 2021 geplanten Film "Last Night in Soho" zusammengearbeitet.

Johnny Nash 6. Oktober 2020
John Lester Nash Jr., besser bekannt als US-amerikanischer Reggaemusiker Johnny Nash, der aber auch Schauspieler war, verstarb im Alter von von 80 Jahren in Houston, wie sein Sohn mitteilte. Nash war vor allem durch den Hit "I Can See Clearly Now" aus dem Jahre 1972 bekanntgeworden. Der Song handelt von der Überwindung harter Zeiten und entstand während sich Nash von einer Augenoperation erholte. Bis heute wurde der Song von zahlreichen Künstlern wie Ray Charles, Donny Osmond und Jimmy Cliff gecovert. Außerdem tauchte das Stück im Soundtrack zu dem Film "Thelma und Louise" (1991) auf. Nash war aber auch als Schauspieler bereits in jungen Jahren erfolgreich und spielte in den Filmen "Take a Giant Step" und "Key Witness" in Hauptrollen sowie in "Die Wölfe von Los Angeles" (1960). Der in Houston geborene Nash bekam schon in den 1950er Jahren mit 13 Jahren eine eigene TV-Show und machte sich ebenso als Sänger einen Namen. Bob Marley verhalf ihm zum internationalen Durchbruch, indem er dessen Stück "Stir It Up" coverte. Mit seiner Version des Doris-Day-Titels "A Very Special Love" (1958) gelang ihm der Einzug in die US-Billboard-Charts. In den 1960-ern begann Nash zunächst mit Rythm and Blues, ehe er auf einer Jamaika-Reise Bob Marley und andere Reggae-Musiker kennenlernte, um gemeinsam mit ihnen bei einem Konzert in London zu spielen und Aufnahmen auf einem gemeinsam gegründeten Plattenlabel zu veröffentlichen.

Herbert Feuerstein 6. Oktober 2020
Der in Österreich geborene Satiriker Herbert Feuerstein der lange Zeit beim WDR als TV-Humorist beschäftigt war, verstarb im
Alter von 83 Jahren in Erftstadt bei Köln. 20 Jahre lang war Feuerstein Chef des Satire-Magazins "MAD". 1973 bekam er mit "Wild am Sonntag" seine erste eigene TV-Sendung im Ersten. 1990 folgte die Ratesendung "Psssst..." mit Harald Schmidt. Das Duo wurde wenig später zum Kult: In "Schmidteinander" (WDR) gab Feuerstein den Prügelknaben für den Moderator - das Konzept für die Show stammte von ihm selbst.

Erich Gusko 10. Oktober 2020
Der in Dresden geborene DEFA-Pioneer Erich Gusko verstarb im Alter von 90 Jahren in Potsdam. Gusko war einer der prägenden Kameramänner der Defa. Zudem galt er als einer der ersten, der bei der Defa mit Farbfilm experimentierte. Bekannt wurde Gusko durch seine Kameraarbeit an an dem legendären Verbotsfilm „Das Kaninchen bin ich“ unter der Regie von Kurt Maetzig aus dem Jahr 1965, der zu DDR-Zeiten nie aufgeführt wurde, sondern zu einem von zwölf Filmen gehörte, die auf dem 11. Plenum des ZK der SED verboten wurden. Anlass zur Kontroverse war der Inhalt des Films: Eine junge Frau (Angelika Waller) kommt mit der DDR-Justiz in Konflikt, weil ihr Bruder wegen „staatsgefährdender Hetze“ in Haft ist. Der Film konnte erst 1990, also nach der Wende, in den Kinos gezeigt werden. Und er gab einem ganzen Genre einen Namen: „Kaninchen-Filme“ hießen jene Defa-Arbeiten, die der Zensur zum Opfer fielen. Im Jahre 1974 entickelte Gusko für „Die Schlüssel“ von Egon Günther 1974 eine ganz eigene, völlig Defa-untypische Bildsprache, die auf den Improvisationen der Schauspieler beruhte. Jutta Hoffmann spielte in „Die Schlüssel“ die Hauptrolle: ein Arbeitermädchen, das mit ihrem Liebsten, einem Studenten (Jaecki Schwarz), nach Krakau reist. Dort gerät sie in wild feiernde Studentenscharen, filmisch beeindruckend festgehalten, und stirbt einen tragischen Unfalltod. Auch in einem anderen, wichtigen Gusko-Film stand Jutta Hoffmann im Mittelpunkt: „Der Dritte“ (1972) von Egon Günther erzählt die Emanzipationsgeschichte einer Mathematikerin zwischen drei Männern, jenseits aller Rollenklischees.

Conchata Ferrell 12. Oktober 2020
Die US-amerikanische Schauspielerin Conchata Ferrell, die in der Sitcom "Two And A Half Men" die Haushälterin Berta spielte, verstarb in einem Krankenhaus in Los Angeles im Alter von 77 Jahren. Nach einem Herzinfarkt im Mai befand sich die Schauspielerin in einem Pflegeheim. Conchata Ferrell studierte an der West Virginia University und absolvierte in Sozial- und Erziehungswissenschaften an der Marshall University. Sie trat in dem Off-Broadway-Theaterstück The Sea Horse auf und gewann für ihre Rolle 1974 einen Drama Desk Award und einen Obie Award.

Rhonda Fleming 14. Oktober 2020
Die US-Schauspielerin Rhonda Fleming, eine Filmgröße der goldenen Ära Hollywoods, verstarb im Alter von 97 Jahren in einem Krankenhaus in Santa Monica bei Los Angeles. Die Kalifornierin drehte in den 40er und 50er Jahren zahlreiche Hollywood-Western und Abenteuerfilme und arbeitete mit Schauspielern wie Glenn Ford, Ronald Reagan und Kirk Douglas zusammen. Eine ihrer ersten bedeutenden Rollen hatte sie im Jahr 1945 in Alfred Hitchcocks Psychothriller "Ich kämpfe um dich", wo sie an der Seite von Ingrid Bergman und Gregory Peck die männerhassende Patientin eines Sanatoriums spielte. Daraufhin wurde sie in zahlreichen Filmen der Schwarzen Serie besetzt, darunter als ermordete Sekretärin in Robert Siodmaks "Die Wendeltreppe" sowie als Femme Fatale in Jacques Tourneurs "Goldenes Gift". Besonders oft wurde Fleming als sexy Amerikanerin in Technicolor-Filmen gecastet, da diese ihre roten Haare zum Einsatz brachten. Gemeinsam mit der ebenfalls rothaarigen Maureen O’Hara trug sie daher den Spitznamen Queen of Technicolor. Anfang der sechziger Jahre wandte sie sich der Fernsehkarriere zu und spielte bis in die achtziger Jahre in Serien wie "Die Leute von der Shiloh Ranch" und "Love Boat".

David Slama 15. Oktober 2020
Der in den tschechoslowakischen Film- und Fernsehstudios Prag ausgebildete Kameramann und vielfach preisgekrönte Bildgestalter David Slama verstarb im Alter von 74 Jahren, wie seine Witwe bekanntgab. Nach seiner Emigration 1968 studierte er in Berlin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) bei Michael Ballhaus und Peter Stein. Zuletzt lehrte er selbst als Professor an der Internationalen Filmschule Köln (ifs). In mehr als 80 Filmen führte Slama die Kamera. Immer wieder drehte er mit Regisseur Adolf Winkelmann, etwa den Zweiteiler "Contergan - Eine einzige Tablette" (WDR, 2006), das Fußball-Drama "Nordkurve" (1991) oder den Spielfilm "Die Abfahrer" (1978). Für Winkelmanns "Jede Menge Kohle" gewann er 1981 den Deutschen Filmpreis und 1997 für "Der letzte Kurier" den Grimme-Preis in Gold sowie den Deutschen Kamerapreis. Ab 2011 wurde er mehrmals mit den Deutschen Fernsehpreis für seine Kameraarbeit in "Romy", "Spuren des Bösen", "Die Hindenburg" und "Unsere Mütter, unsere Väter" ausgezeichnet. Zusammen mit Mentor Michael Ballhaus arbeitete Slama auch für Martin Scorsese, etwa beim Bibelfilm "Die letzte Versuchung Christi" (1988). Seine letzte Kameraarbeit absolvierte er 2018 bei "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm".

Anthony Chrisholm 16. Oktober 2020
Der US-amerikanische Theater-Schauspieler und Seriendarsteller Anthony Chisholm verstarb im Alter von 77 Jahren. Der für einen Tony Award - dem wichtigsten Theater- und Musicalpreis der USA - nominierte schwarze Schauspieler war ein Geschichtenerzähler wie kein zweiter. In seiner Kunst habe er "Loyalität, Hingabe und Mitgefühl" verkörpert, so seine Agentur. International bekannter als für seine ausgezeichnete Rolle im Theaterstück "Radio Golf", dürfte er aber für sein Spiel im Film "Chi-Raq" und in der HBO-Serie "Oz - Hölle hinter Gittern" gewesen sein.

James Redford 16. Oktober 2020
Der Filmemacher James Redford, Sohn von Hollywood Veteran Robert Redford (84), verstarb im Alter von 58 Jahren an einer Leberkrebserkrankung. "Sein Erbe lebe in seinen Kindern, seiner Kunst sowie der Leidenschaft für Naturschutz und Umwelt weiter", so der trauernde Vater. Die Familie und bittet um Privatsphäre, denn "der Verlust eines Kindes sei unermesslich", hieß es in einer Stellungnahme der Pressesprecherin in New York. Nach seinem Regiedebüt mit dem Familiendrama "Spin" von 2003 und einem Kurzfilm 2010 widmete sich James Redford anschließend nur noch der dokumentarischen Form als Regisseur. Für sechs Werke war er laut Angaben der IMDb verantwortlich, an einem siebten arbeitete er zum Zeitpunkt seines Todes. Weitere Titel brachte er zudem als Produzent auf den Weg. Mehrmals wurde er für Filmpreise nominiert, beim Heartland International Film Festival sowie dem Chicago Alt.Film Fest wurde Redford mit Auszeichnungen gewürdigt. 2013 drehte und produzierte Janes Redford zusammen mit Kirby Walker den Dokumentarfilm "Toxic Hot Seat" für den US-Sender HBO. Darin deckten beide die Nutzung krebserregender Brandschutzmittel innerhalb der Chemieindustrie auf. "Es sei "extrem ironisch", dass Kirby erst 2019 an Krebs verstorben ist und nun Redford, heißt es auf der Facebook-Seite der San Francisco Firefighters Cancer Prevention Foundation.

Sean Connery 31. Oktober 2020
Der britische Schauspieler, Filmproduzent und Oscar-Preisträger Sean Connery sei im Alter von 90 Jahren friedlich im Schlaf auf den Bahamas verstorben, wie sein Sohn Jason der BBC mitteilte. Sein Vater habe sich seit einiger Zeit unwohl gefühlt. Connery galt als einer der größten Filmstars der Welt. Seine Paraderolle war die des Geheimagenten James Bond 007, den er insgesamt sieben Mal verkörperte. Letztmalig spielte er den Agenten 1982 in "Sag niemals nie". Der 1930 in Edinburgh geborene Connery war der erste James-Bond-Darsteller. Der Schotte spielte den Geheimagenten zwischen 1962 und 1983 sieben Mal. Den Anfang machte der Film „James Bond jagt Dr. No“ Connery legte aber großen Wert darauf, nicht auf diese Rolle festgelegt zu werden. Oft gab er danach den älteren Lehrmeister und Mentor, etwa im Film "Highlander", an der Seite von Harrison Ford als Vater von Indiana Jones. Dem europäischen Publikum blieb Sean Connery auch als William von Baskerville in der Verfilmung des Umberto-Eco-Romans "Der Name der Rose" in Erinnerung. Einen Oscar bekam er 1988 für eine Nebenrolle als erfahrener Cop in Brian de Palmas Mafia-Thriller "Die Unbestechlichen". Im Jahr 2000 wurde Connery von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben und durfte sich seither Sir Sean nennen. Obwohl er meist in Spanien oder auf den Bahamas lebte, blieb er seiner Heimat eng verbunden und trat vehement für die Unabhängigkeit Schottlands ein.

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mit Eddie Hassell, der am 1. November 2020 verstarb.

Eddie Hassell 1. November 2020
Eddie Hassell, der US-amerikanische Serienstar, der im Jahre 2006 für seine Rolle in der Fernsehserie "Surface – Unheimliche Tiefe" für den Young Artist Award nominiert worden war, wurde nur 30 Jahre alt. Laut Aussage seines Managers ist der Schauspieler in Texas vor der Wohnung seiner Freundin in Grand Prairie, einem Vorort von Dallas, von einem Autodieb erschossen worden, als er in der Nacht wegen Geräuschen vor die Tür gegangen war. Hassell stand schon als Kind vor der Kamera und war vor allem bekannt für seine Rolle im Oscar-nominierten Film "The Kids Are All Right" (2010) mit Julianne Moore (59) und Mark Ruffalo (52) in den Hauptrollen.

Carol Arthur DeLuise 1. November 2020
Die Schauspielerin Carol Arthur DeLuise verstarb im Alter von 85 Jahren in Los Angeles nach einem elfjährigen Kampf gegen Alzheimer. DeLuise war die Witwe des 2009 verstorbenen Komikers, Schauspielers und Regisseurs Dom DeLuise. Sie spielte in mehreren Filmen des Regisseurs Mel Brooks mit, darunter in "Robin Hood – Helden in Strumpfhosen", in dem Stummfilm "Mel Brooks’ letzte Verrücktheit: Silent Movie" und in "Der wilde wilde Westen", in dem sie Harriet Johnson spielte, eine Schullehrerin in einer Western-Stadt, die entrüstet ist, als ein schwarzer Sheriff ernannt wird.

Dietrich Adam 2. November 2020
Der Schauspieler Dietrich Adam verstarb im Alter von 67 Jahren in Berlin, wie auf seinem Instagram-Profil bekanntgemacht wurde. Adam war in den vergangenen Jahrzehnten in zahlreichen TV-Serien und -Filmen zu sehen. Vielen ist er bekannt aus der
ARD-Serie "Sturm der Liebe", in der er zwischen 2013 und 2017 mitwirkte. Auch in Liebes- und Familienfilmen der Reihe "Inga Lindström" war er zu sehen. Jüngst spielte er in der ZDF-Reihe "Tonio und Julia" mit.

Fernando Solanas 6. November 2020
Der argentinische Filmregisseur, Drehbuchautor und Politiker Pino Solanas, eigentlich Fernando Ezequiel Solanas verstarb im Alter von 84 Jahren in Paris an den Folgen von COVID-19. Mit seinen Filmen hatte er nach Antworten auf Fragen zu seiner Heimat gesucht, die er während der argentinischen Militärdiktatur verlassen musste, um im Pariser Exil weiter arbeiten zu können. Bereits mit seinem Debüt "La Hora de los Hornos – Die Stunde der Feuer" von 1967 schuf er einen Klassiker des politischen Dokumentarfilms über Neokolonialismus und Gewalt in Lateinamerika. Der Film gewann mehrere internationale Preise und wurde in der ganzen Welt gezeigt. 1988 stellte Solanas in seinem mit Tango-Klängen unterlegten Spielfilm "Süden – Sur" einen Arbeiter in den Mittelpunkt, der nach Ende der Militärdiktatur aus der Haft entlassen wird und durch die Nacht zu irren beginnt. Dieser Film brachte ihm im selben Jahr den Regiepreis der Filmfestspiele von Cannes ein. 2004 erhielt er auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären, wo er zudem "Memoria del saqueo" vorstellte, eine wütende Abrechnung mit dem Neoliberalismus in Argentinien.

Alex Trebek 8. November 2020
Der legendäre TV-Moderator Alex Trebek ist tot. Der 80-Jährige sei im Kreise seiner Familie und enger Freunde friedlich eingeschlafen. Trebek hatte in den USA Kultstatus. Er moderierte die Quizshow "Jeopardy" bereits seit September 1984 bis kurz vor seinem Tod – die lange Laufzeit brachte ihm einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde ein. Trebek wurde für seine Arbeit mit vier Grammys ausgezeichnet und mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood geehrt. Er spielte sich selbst bei Gastauftritten in den TV-Serien "Golden Girls", "Die Nanny" oder "How I Met Your Mother".

Sven Wollter 10. November 2020
Der in Göteborg geborene schwedischer Schauspieler Sven Justus Fredrik Wollter galt als einer der renommiertesten Schauspieler Schwedens, der auch politisch aktiv war. Nun verstarb er an einer Covid-19-Infektion, die er sich auf einer Reise nach Stockholm zu gezogen hatte, im Alter von 86 Jahren. Einem internationalen Publikum bekannt wurde er in der Rolle des Victor in Andrei Tarkowskis Drama "Opfer". Deutsche Fernsehzuschauer kennen ihn als Kommissar Van Veeteren in den Verfilmungen der Kriminalromane des schwedischen Schriftstellers Håkan Nesser.

Sebastian Lybeck 11. November 2020
Der in Helsinki geborene Autor der Kinderbücher über die knuffige Figur Latte Igel, Sebastian Lybeck, verstarb im Alter von 91 Jahren, wie sein Verlag mitteilte. Lybeck nahm seine Leser in mehreren Büchern mit auf die Abenteuer von Latte Igel. Für "Latte Igel und der Wasserstein" wurde er Ende der 50er Jahre mit einem Sonderpreis des Deutschen Jugendbuchpreises ausgezeichnet. Ende 2019 war das Werk als deutsche Produktion mit dem Titel "Latte Igel und der magische Wasserstein" auch in den Kinos.

Gernot Roll 12. November 2020
Der Kameramann und Regisseur Gernot Roll entschlief nach schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren friedlich im Kreise seiner Familie. Gernot Roll war einer der namhaften Kameramänner der letzten Jahrzehnte - verantwortlich für die Bildgestaltung bei Literaturverfilmungen wie Thomas Manns "Buddenbrooks" (2007) oder dem dreiteiligen TV-Dokudrama "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" (2001) sowie bei der vielfach ausgezeichnete "Heimat"-Reihe des Regisseurs Edgar Reitz und Oscar-Gewinnern wie "Nirgendwo in Afrika" (2001) von Caroline Link. Der 1939 in Dresden geborene Roll begann seine Filmkarriere Mitte der 50er Jahre in Potsdam-Babelsberg bei der DEFA. 1960 siedelte Gernot in die Bundesrepublik über arbeitete ab 1961 in den Studios der Bavaria in Geiselgasteig. Über Jahrzehnte war Gernot Roll Mitglied des Berufsverband Kinematografie, dem er bis 2009 die Treue hielt. In dieser Zeit war er für mehr als 120 Kinofilme, Fernsehfilme und Serien als Bildgestalter verantwortlich. Zuletzt engagierte er sich zunehmend als Regisseur. 2014 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet. Zu seinen weiteren Auszeichnungen zählen zahlreiche Adolf-Grimme-Preise und drei Ehrungen mit dem Deutschen Filmpreis.

Fred Berndt 13. November 2020
Der Cottbus geborene Bühnenbildner, Theater- und Opernregisseur Fred Berndt verstarb in Berlin im Alter von 76 Jahren nach einer Herzoperation. Der in der „Lessingstadt“ Kamenz in Sachsen aufgewachsene Theatermann hatte in West-Berlin noch bei der Bühnenbildlegende Willi Schmidt an der damaligen Hochschule der Künste studiert. Später arbeitete er als Bühnenbild- und bald auch Regieassistent für Karl-Ernst Herrmann, Peter Stein, Klaus Michael Grüber und George Tabori. Die eigene Regiekarriere begann Berndt nach seinen Anfängen als Ausstatter unter anderem bei der Freien Volksbühne Berlin und beim Frankfurter Theater am Turm ,1975 am Nationaltheater Mannheim, wo er Brechts „Kleinbürgerhochzeit“ inszenierte. 1979 wurde er zusammen mit dem Kamerakünstler Michael Ballhaus als Setdesigner bei Peter Steins TV-Verfilmung seiner Berliner Uraufführung von Botho Strauß’ Stationendrama „Groß und klein“ engagiert. Stein holte Berndt dann auch an die Berliner Schaubühne, wo er 1982 im gerade bezogenen Mendelsohnbau am Kurfürstendamm die Neuübersetzung von Eduardo De Filippos Volkstheaterstück „Die Kunst der Komödie“ inszenierte. Danach hat Berndt bis 2019 landauf, landab inszeniert, Klassik und Moderne, Oper, Schauspiel und eigenes Raumtheater. Berndt gestaltete zudem Ausstellungen mit, unter anderem am Jüdischen Museum Berlin und am Deutschen Hygiene-Museum Dresden.

Udo Walz 20. November 2020
Der wohl bekannteste Haarstylist, Promi-Friseur und Medien-Star Udo Walz verstarb friedlich in Berlin mit 76 Jahren. 14 Tage zuvor war er Aufgrund eines diabetischen Schocks ins Koma gefallen aus dem er nicht mehr aufwachte, wie sein 50-jähriger Ehemann Carsten Thamm mitteilte. Walz litt seit rund 30 Jahren an Diabetes. Nach einer Fuß-OP war er seit Ende September zudem auf einen Rollstuhl angewiesen, mit dem er sich am Berliner Kurfürstendamm in dem größten seiner insgesamt neun Salons fortbewegte. Der Schock über den plötzlichen Tod sitzt auch bei zahlreichen Prominenten tief. Nicht nur Bundeskanzlerin Merkel lies sich regelmäßig von ihm frisieren. Auch Topmodels wie Naomi Campell, Claudia Schiffer oder Heidi Klum sowie Filmstars wie Mario Adorf und Romy Schneider waren seine Kunden. Bereits im Alter von 18 Jahren frisierte der ursprünglich aus Waiblingen bei Stuttgart stammende Coiffeur die Kino-Legende Marlene Dietrich. Über Zürich und St.Moritz kam er 1963 nach Berlin, wo er zuletzt sich allerdings nur noch aufs Beraten beschränkte und seine 65 Mitarbeiter für ihn schneiden ließ. Darüber hinaus interessierte er sich für Entwicklungen in der Mode, tauchte regelmäßig bei der Berliner Fashion Week auf und besuchte die Schauen von Karl Lagerfeld, weil da die Frisuren immer eine besondere Rolle spielten.

Karl Dall 23. November 2020
Der bekannte Komiker und Schauspieler Karl Dall verstarb nach einem zwei Wochen zuvor bei Dreharbeiten in Lüneburg erlittenen Schlaganfall im Alter von 79 Jahren. Zuletzt hatte er für die ARD-Telenovela "Rote Rosen" vor der Kamera gestanden. 15 Folgen lang sollte er als Alt-Rockers "Richie Sky" zu sehen sein. Trotz Einsatz aller technologischen und intensivmedizinischen Maßnahmen ist er friedlich eingeschlafen, ohne vorher noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Dall hatte seine Karriere mit der Gruppe Insterburg & Co begonnen. Später moderierte er als Blödelbarde und Kalauer-König im Fernsehen Talkshows und stand als Schauspieler in zumeist kleineren Rollen für diverse Komödien vor der Kamera. Eine eigene TV-Sendung wie einst die Kult-Formate «Dall-As» (1985-1991 auf RTL) und «Jux und Dallerei» (1992-1994) auf Sat.1 hatte der Entertainer seit längerem nicht mehr.

Günter Rittner 23. November 2020
Günter Rittner, einer der bedeutendsten deutschen Porträtmaler der Gegenwart verstarb im Alter von 93 Jahren friedlich in einem Münchner Seniorenheim, wie sein Sohn bestätigte. Der Künstler hatte Berühmtheiten wie die Schauspieler Heinz Rühmann oder Curd Jürgens und Politiker wie Walter Scheel oder Franz Josef Strauß gemalt. Die Menschen, deren Gesicht er malte, hatten ein bewegtes Leben. Für ihn aber hielten sie inne und saßen still. "Ich habe die Gabe, mich in Menschen einzufühlen und das Wesen des anderen etwas anzunehmen - für eine Weile", hatte der gebürtige Schlesier der dpa erzählt.

Jeff Thrasher ~ 24. November 2020
Der Regisseur und Produzent Jeff Thrasher ("The Amazing Race Canada") verstarb im Alter von nur 56 Jahren, wie seine Mutter Linda Gray (80), die ehemalige "Dallas"-Darstellerin, auf Instagram verkündete. Jeff war ihr ältestes Kind, das sie von ihrem Ex-Ehemann, dem Fotografen und Grafiker Ed Thrasher (1932-2006), empfangen hatte. Die beiden bekamen ein weiteres Kind, Tochter Kehly Sloane. Linda Gray ist vor allem für ihre Rolle der Sue Ellen Ewing in der US-Fernsehserie "Dallas", die sie von 1978 bis 1989 und 1991 spielte, international bekannt.

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Quellen: DW | Teleschau | Tagesspiegel | MSN | IMDb | dpa | ARD-Text | Wikipedia | SZ | T-Online | Focus | Spiegel | Die Zeit | FAZ | Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | RP-Online | Vip.de | Stern | u.a.

Eine umfassende Übersicht von weiteren verstorbenen Persönlichkeiten listet Wikipedia unter dem Eintrag Nekrolog 2020 auf.

Berlins roter Kultursenator sieht schwarz für die kommende Berlinale

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Klaus Lederer ist wegen der Corona-Pandemie skeptisch, ob die Berlinale im üblichen Format stattfinden kann.



Berlins Kultursenator Klaus Lederer ('Die Linke') glaubt nicht, dass bei den derzeitigen Corona-Zahlen Berlin im Februar 2021 volle Kinosäle über die ganze Stadt hinweg haben wird.

Zudem bekräftigte er, dass Kulturorte bis Mitte Januar 2021 geschlossen bleiben sollen. "Ich glaube sogar, es wird noch etwas länger gehen", hatte der Senator dazu zuletzt gesagt.


Die Berliner Internationalen Filmfestspiele zählen neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt und gelten zudem als Festival mit dem meisten Publikumsandrang. Erste Details für die kommende 71. Ausgabe der Berlinale, die vom 11. bis 21. Februar 2021 geplant ist, stehen bereits fest.

So soll die Retrospektive den US-Schauspielerinnen Mae West, Rosalind Russell und Carole Lombard gewidmet werden.

Die 70. Jubiläumsedition des Festivals war Anfang 2020 eine der letzten Großveranstaltungen, die stattgefunden hatten. Danach wurden viele Events abgesagt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Auch die 71. Ausgabe, sofern sie stattfinden kann, wird im Februar 2021 nur mit einer Belegung von 25 Prozent in den Sälen durchgeführt werden können, betonte gestern Geschäftsführerin Mariette Rissenbeck gegenüber der Berliner Morgenpost. Man sei jedoch bestens präpariert wie man die Vorschriften bei den Ein- und Auslässen in Multiplexkinos einhalten kann, wo mehrere Säle auf einen Gang münden.

Nur beim Filmmarkt, der wie immer im Martin-Gropius-Bau stattfindet, jedoch diesmal abgeschottet ist und nicht mehr für jeden akkreditierten Besucher frei zugänglich sein soll, sind Online-Vorführungen vorgesehen. Der Wettbewerb und die anderen Sektionen sollen dagegen rein physisch stattfinden.

Die eingeschränkte Kapazität in den Kinos wirkt sich natürlich auf die geringere Anzahl der Ticketverkäufe aus, wodurch das Festival einen größeren Finanzbedarf haben wird. Zusammen mit der Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird gerade besprochen, ob der Berlinale mehr Geld zur Verfügung gestellt werden kann.

Für die zahlreichen akkreditierte Gäste werden darüber hinaus ein paar einschneidende Maßnahmen eingeführt. Die Kinokarten werden diesmal personalisiert und müssen soweit verfügbar, online vorab bestellt werden.

Die Organisatoren der Berlinale hatten zuletzt auf der Internetseite betont, es sei nach wie vor ihr Wunsch, die Berlinale als physisches Festival durchzuführen, um so „auch 2021 einen Ort des Austauschs und der Begegnung zu bieten“.

Die Berlinale verfolge „die Covid-19-Situation seit Monaten sehr genau“, teilte die Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek mit. „Wir prüfen aktuell die Durchführbarkeit des Festivals im Februar.“


Die Festivalleitung hat schon sehr früh klargemacht, dass es keine Online-Vorführungen von Filmen anbieten will. Dennoch haben sich viele bereits akkreditiert. Aber natürlich gibt es auch viele, die sich einen Besuch bei den derzeitigen Quarantäneregeln noch nicht recht vorstellen können, wozu auch Mitglieder des BAF gehören.

Link: www.berlinale.de
Quellen: B.Z. | Süddeutsche Zeitung | Berliner Morgenpost

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FilmFestival Cottbus findet nur digital im Stream statt.

Weil die Kinos in Deutschland bleiben weiterhin geschlossen bleiben, findet das Festival des osteuropäischen Films vom 8. bis 13. Dezember 2020 für seine akkreditierten Gäste nur als Online-Angebot statt.

Rund 150 Filme des 30. FilmFestival Cottbus stehen in Originalsprache mit wahlweise deutschen oder englischen Untertiteln stehen ohne Geoblocking jeweils mit persönlicher Ticket-ID zum digitalen Abruf zur Verfügung.

Link: www.filmfestivalcottbus.de


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Anhebung der Mittel für das Programm Creative Europe beschlossen

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"Kunst- und Kulturszene leidet wie kaum ein anderer Bereich"



Derzeit hat Deutschland noch den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft, der im ersten Halbjahr 2021 aber von Portugal übernommen wird. Bei der abschließenden informellen Ratssitzung für Kultur und Medien unter deutschem EU-Ratsvorsitz standen selbstverständlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Zentrum der Besprechungen.

Unter dem Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters trafen sich am Dienstag, den 1. Dezember 2020, die EU-Minister*innen für Kultur und Medien per Videokonferenz zu einer Aussprache unter der Überschrift:

"Vorbereiten auf die Zukunft - Erholung für den Kultur- und Mediensektor".


Als Vorsitzende betonte Kulturstaatsministerin Monika Grütters dabei nicht zuletzt, wie wichtig es sei, den besonders hart getroffenen Kultursektor an den geplanten europäischen Wiederaufbaumaßnahmen teilhaben zu lassen.

Zu den Ergebnissen des Austauschs erklärte Grütters: "Wir sind uns einig, dass dem Kultur- und Mediensektor eine Schlüsselrolle für eine innovative, vitale und resiliente Europäische Union zukommt. Das Engagement und die Kreativität seiner Beschäftigten haben schon immer maßgeblich zum Zusammenwachsen Europas, aber auch zu seiner wirtschaftlichen Dynamik beigetragen. Durch die Pandemie wird dies nun umso offensichtlicher. Wie kaum ein anderer Bereich leidet die Kunst- und Kulturszene unter den Folgen der Pandemie, vielfach durchgehend seit dem Frühjahr. Deshalb ist es wesentlich, dass der hart getroffene Sektor an den europäischen Wiederaufbaumaßnahmen teilhaben wird - auch, um die kulturelle und mediale Infrastruktur erhalten zu können."


Eine gute Nachricht der vergangenen Wochen war die zumindest im Grundsatz beschlossene Anhebung der Mittel für das Programm Creative Europe, demnach soll der Topf für die Finanzperiode 2021 bis 2027 um rund 800 Mio. Euro auf 2,24 Mrd. Euro aufgestockt werden.

Eine endgültige Einigung ist jedoch noch nicht erzielt, ebenso ist derzeit noch offen, welcher Teil der Gelder in das Unterprogramm MEDIA fließen soll. Dennoch begrüßte Grütters auch im Namen ihrer Kolleg*innen den Beschluss als "klares Zeichen der Anerkennung und Solidarität für den Kultur- und Kreativsektor". Wichtig sei nun aber, dass bald eine endgültige Einigung gefunden werde und der mehrjährige Finanzrahmen der EU bald in Kraft treten könne.

Zur Beratung standen bei der Konferenz auch zwei Grundsatzdokumente an, die unter der deutschen Ratspräsidentschaft erarbeitet wurden - eines zur Geschlechtergerechtigkeit in der Kultur, ein weiteres zur Sicherung eines freien und pluralistischen Mediensystems

Dazu die Kulturstaatsministerin Grütters: "Geschlechtergerechtigkeit und kulturelle Vielfalt sind Kennzeichen fortschrittlicher, dynamischer Gesellschaften und fördern den Zusammenhalt in Europa. Gerade die Kultur kann hier einen für alle sichtbaren Beitrag leisten. Mehr Geschlechtergerechtigkeit bedeutet zugleich einen Gewinn an Kreativität, an Perspektiven und an Vielfalt.

Beim Papier zum pluralistischen Mediensystem wiederum gehe es um Fragen wie die nachhaltige Finanzierung der Medien, um die Stärkung einer pluralistischen Medienlandschaft in Europa in Zeiten der Plattformökonomie, aber auch darum, wie der Verbreitung von Desinformation entgegen gewirkt werden könne. Die EU-Kommission werde bei den anstehenden Dossiers - wie dem Aktionsplan für Medien und Audiovisuelles, dem Europäischen Aktionsplan für Demokratie oder auch dem bereits im Vorfeld viel diskutierten Legislativpaket digitale Dienste - Positionen und Impulse des Rates aufgreifen"
, erläuterte Grütters weiter.


Link: creative-europe-desk.de/media