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Channel: Berliner Arbeitskreis Film e.V. - Neuigkeiten
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Filmmaking in troubled times #1

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Fünf FilmemacherInnen im Gespräch - eine Momentaufnahme aus dem kollektiven Filmprojekt docfilmpool anlässlich Corona 2020.



Bevor wir zum CORONA-Video der © paste up production von Angela Zumpe kommen, ein Zitat aus den gestrigen CORONA Brancheninfos #54 der Crew United.

„Die Corona-Pandemie endet, wenn ein Impfstoff für die Bevölkerung zur Verfügung steht.“


Am Mittwochabend, den 3. Juni 2020, hatte sich die Große Koalition auf ein schweres Konjunkturprogramm geeinigt: Rund 130 Milliarden Euro sollen die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder zum Laufen bringen. Eine Milliarde davon ist dezidiert für die Kultur gedacht.

Das ist beinahe ein ganzes Prozent – der Anteil der Branche am Bruttoinlandsprodukt war im vergangenen Jahr viermal so hoch, besagt der Monitoringbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. Dasselbe gilt für den Anteil der Kultur-Beschäftigten unter den 44,8 Millionen Erwerbstätigen im Land, laut Statistischem Bundesamt.

Eine Milliarde für die Kultur! Das gibt’s sonst nirgends auf der Welt, betont die BKM, Monika Grütters, und auch viele Verbände freuen sich. Dennoch sei anzumerken, dass die Kulturbranche weit unter Wert gehandelt wird. Und für ihre Werktätigen ist am Ende doch nur die Grundsicherung vorgesehen.

Aber der Bundesrat hat ein Nachsehen und fordert inzwischen bessere Lösungen, indem er für die Entschließung stimmte, bei der Unterstützung für Selbständige nachzubessern.

Auch von der Kinofront gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Nachdem in Berlin eine angekündigte Pressevorstellung gecancelt werden musste, weil auch für private Veranstaltungen die Kinos nicht vor dem 30. Juni 2020 öffnen dürfen, konnte in Hamburg das gleiche Event, das wir gestern angekündigt hatten, stattfinden.

Aber nicht nur in Berlin, auch die Kinos in Niedersachsen müssen mindestens bis 22. Juni 2020 geschlossen bleiben, ihr Betrieb fällt nicht in die Liste der von Montag ab geltenden Lockerungen der vierten Stufe.

Doch nun zu »Work in Progress« des Vereins docfilmpool, der von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) initiiert wurde, um dem Thema “Covid-19- / Corona-Pandemie” filmisch zu begegnen.

Deren Mitglieder haben eine interaktive Karte zur Corona-Krise mit Kurzfilmen von Dokumentarfilmer*Innen auf der Website CORONOGRAPHY erstellt.

Einer der erst kürzlich entstandenen Videos stammt von Angela Zumpe (Label: Paste UP Production), vormals Professorin für Gestaltung mit Audiovisuelle Medien am Bauhaus Dessau. Dort hat die Berliner Filmemacherin, Mediengestalterin und Malerin von 1998-2019 im Fachbereich Design der Hochschule Anhalt unterrichtet.

In dem Video, das wir hier leider nicht einbinden können, sondern nur auf den Link zu Plattform Vimeo verweisen dürfen, befinden sich anlässlich Corona 2020 fünf Filmemacher*Innen im Gespräch:


Filmmaking in troubled times #1 from angela zumpe on Vimeo.


Link: www.facebook.com/paste.up/


Virtuelles arsenal 3 geht in die letzte Runde - endlich auch neues Autokino in Berlin

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Bevor die Filmtheater in Berlin wieder am 30. Juni 2020 öffnen können, sind Freilichtkinos und Streaming zu Hause die Gewinner.



Alle Online-Angebote der Filmtheater und Streaming-Anbieter konnten wir auf Dauer nicht an dieser Stelle berücksichtigen. Immerhin waren seit dem 13. März 2020 die Kinosäle in Berlin geschlossen.

Doch zumindest das Berliner Arsenal-Kino konnte schon eine Woche später sein virtuelles Kino arsenal 3 der Öffentlichkeit vorstellen. Seither wurden sieben Programme mit jeweils rund 20 Filmen aus der Sammlung des Instituts für film- und videokunst e.V. sowie des vom Goethe-Instituts veranstalteten Latitude-Festivals präsentiert.

Wegen der regen Teilnahme und dem großen Zuspruch für das Online-Kino möchte das arsenal zum Abschluss zu einem großen gemeinsamen Wrap-Up einladen:

Besuchen Sie das derzeit noch kostenlose arsenal 3 virtuell am 30. Juni 2020 auf jitsi (Infos dazu folgen auf der Arsenal Website) und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit. Das Team des Arsenals möchte wissen, ob und wie sich Ihre Idee vom Kino in den letzten Wochen und Monaten verändert hat, was Ihnen an unseren Programmen gefallen oder missfallen hat, und wie es aus Ihrer Sicht weitergehen könnte.


Auch wenn ab 1. Juli 2020 die Kinos arsenal 1 und 2 wieder schrittweise öffnen, bleibt arsenal 3 bestehen, muss sich dann aber neu erfinden. In jedem Fall kann das Programm künftig nicht mehr nur auf Spendenbasis angeboten werden.

Link: www.arsenal-berlin.de

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NEUES AUTOKINO in SCHÖNEFELD

Für Freunde des Mainstreams mit seinen US-Blockbustern war es ärgerlich, dass diese Filme monatelang nicht in Berlin gezeigt werden konnten.

Erst seit geraumer Zeit dürfen wenigstens Freilichtkinos und Autokinos wieder öffnen. Dem bisher einzigen Autokino Berlin am zentralen Festplatz in Tegel war jedoch von den Schaustellern gekündigt worden.

Dafür ist jetzt im Stadtteil Schönefeld Berlins größtes Autokino eröffnet worden. Mit einer Fläche von 20.000 Quadratmetern bietet es bis zu 900 Autos Platz. Auf einer 210 Quadratmeter großen LED-Leinwand werden dort nicht nur Kinofilme wie "Hotel Transsilvanien" , "Once Upon a Time in Hollywood" und "Joker" angeboten, sondern auch Poetry Slams, Comedy Shows, Konzerte von Nico Santos, Revolverheld oder Gentleman und am kommenden Samstag eine 90er-Jahre-Party.

Wegen der weiterhin gültigen Kontakt- und Hygieneregeln, können die Tickets ausschließlich online erworben werden und werden digital kontrolliert, für Getränke und Concessions wird ein kontaktloses Bestellsystem eingesetzt und die Toiletten dürfen nur von maximal zwei Personen gleichzeitig genutzt werden.

Link: www.autokino-berlin.de


Filmmesse Köln abgesagt - Filmkunstmesse Leipzig findet statt

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Film und Medienstiftung NRW berichtet über Absage der Filmmesse Köln im September 2020, dessen Event auf 2021 verschoben wird.



Während die offizielle Website der Filmmesse Köln immer noch am festgezurrten Termin festhält und nichts von irgendwelchen Änderungen verlauten lässt, hat die Film und Medienstiftung NRW bereits vor gut einer Woche am 9. Juni 2020 verkündet, dass die Filmmesse Köln in diesem Jahr abgesagt wird und nicht vom 1. - 4. September 2020 stattfindet.

Das Branchentreffen für Film-Verleiher, Kinobetreiber und kinoaffine Unternehmen wäre normalerweise ein wichtiger Fachmesse-Termin zur Information darüber, was im Herbst 2020 an neuen Filmen anläuft. Dass allerdings einige frühzeitig angekündigte Filme in diesem Jahr gar nicht mehr starten werden, war vor der Corona-Pandemie nicht vorauszusehen gewesen. Beispiele dazu hatten wir gestern mit einigen UPDATES veröffentlicht.

Rund 10 Verleihfirmen zeigen üblicherweise auf der Filmmesse Köln teils, mehrere Monate vor ihrem offiziellen Start, komplette Filme, Szenen-Zusammenschnitte und Trailer von zukünftigen Projekten. Neben den Filmvorführungen präsentieren die Verleiher mit rund 45-minütigen Tradeshows einen kompakten und umfassenden Ausblick auf die kommenden Kinomonate. Ein Catering, Getränke und Musik vom Plattenteller sowie Abendveranstaltungen runden das Angebot der Kölner Film-Messe ab.

Da wegen der Corona-Krise die Auflagen und die Planungssicherheit hinsichtlich des geplanten Programms nur schwer umsetzbar seien, wurde die Filmmesse Köln nach Gesprächen mit der Stadt Köln, Kinobetreiber*innen und Filmverleihern definitiv abgesagt.

Der Termin für die Filmmesse im kommenden Jahr steht unterdessen fest: Sie wird vom 3. - 5. August 2021 im Cinedom in Köln stattfinden.

Link: www.filmstiftung.de

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Die 10 Tage später in Leipzig geplante Filmkunstmesse soll dagegen in ihrem 20. Jubiläumsjahr vom 14. bis 18. September 2020 stattfinden.

Der Irrsinn um individuelle Öffnungen oder Einschränkungen während der Corona-Krise treibt immer neue Blüten. In Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder veranlasst, dass neben der (bundesweit einmaligen) Maskenpflicht im Kino-Saal vor allem eine strikte Begrenzung auf maximal 50 Besucher in Innenräumen eingehalten werden muss. Diese Obergrenze, die ab sofort mit der gleichzeitigen Öffnungsgenehmigung für Kinos einhergeht, stößt nicht nur auf Unverständnis bei den Kinobetreibern, sondern soll sogar nur eine Woche später schon wieder fallen, sodass dann 100 Zuschauer erlaubt sein werden. Bei Freilichtkinos in Bayern werden dann sogar 200 Zuschauer zugelassen.



Zum positiven Öffnungsbescheid der Filmkunstmesse Leipzig äußert sich Christian Bräuer als Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde, die die Filmkunstmesse ausrichtet:

"Wir wollenden Blick wieder nach vorne richten und ein wichtiges Signal an die gesamte Branche geben", so Bräuer. "Nie war eine Standortbestimmung bedeutender als in diesem Jahr, daher freuen wir uns sehr auf die Filme der kommenden Saison und den Austausch sowie die persönlichen Begegnungen nach Wochen der Video- und Telefonkonferenzen."

Geschäftsführer Felix Bruder ergänzt:
"Man werde alles daran setzen, dass die Branche in Leipzig wieder zusammenkommen kann, auch ohne sich zu nahe zu kommen".


Um die notwendigen Hygienevorschriften sowie Abstandsregeln einhalten zu können, soll eine eingeschränkte Kapazitäten in den Kino-Sälen herrschen. Aus diesem Grund wird die Anzahl der möglichen Screenings pro Film erhöht und neben den Passage Kinos und der Schauburg erstmals auch das CineStar Leipzig in die Programmplanung eingebunden. Die kleinere Kinobar Prager Frühling setzt hingegen in diesem Jahr aus.

Die Verleiher haben zudem die Möglichkeit, Filme neben dem Screening in Leipzig zehn Tage allen akkreditierten Fachbesuchern online zugänglich zu machen. So muss niemand enttäuscht sein, falls extra angereiste Besucher bei einem der Säle wegen Überfüllung abgewiesen werden. In diesem Fall besteht immer noch die Möglichkeit, den ausgesuchten Film in einer Presselaunch oder im Hotelzimmer online sehen zu können.

Für persönliche Begegnungen während der Rahmenveranstaltungen soll durch dezentrale Konzepte und Freiluftveranstaltungen ausreichend Platz herrschen. Auch die Kinoprogrammpreisverleihung der MDM sowie die 43. Gilde-Filmpreisverleihung sollen ermöglicht werden.

Darüber hinaus soll natürlich auch der Publikumspreis wieder vergeben werden, denn ähnlich wie die Berlinale ist auch die Filmkunstmesse Leipzig ein Publikumsfest des Arthouse-Kinos. Der Preis in Höhe von 2.000 Euro, gestiftet von ARRI Media, soll dem Marketing des Films zugute kommen und geht an den Verleih. Der Gewinnerfilm wird mit Abstimmungskarten ermittelt und in einer Sondervorstellung in den Passage-Kinos wiederholt.

Link: filmkunstmesse.de


Berlins Stadtmagazin ZITTY gibt auf - Filmkritiker*innen verlieren ihre Arbeit

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Sag zum Abschied leise Servus. Ein persönlicher Nachruf im Zorn von Katharina Dockhorn.



Von Hobo zu zitty.

Berlin 1971, noch vor dem nahezu zeitgleich gegründeten tip Berlin, war das Magazin HOBO (US-Bezeichnung für Wanderarbeiter), das aus einer Kreuzberger Stadtteilzeitschrift hervorging, das erste deutsche Stadtmagazin, das in West-Berlin erschien.

Anfangs noch kostenlos in Szenekneipen und Kinos im kleinen DIN A5-Format ausgelegt, wurde daraus bald ein lukrativer wöchentlicher Verkauf zu 50 Pfennig im größeren DIN A4 Format. Es folgten Höhen und Tiefen sowie die Einrichtung einer Stechuhr, bis die Redaktion meuterte und mit dem "ZITTY" im Jahre 1977 ihr eigenes Magazin gründete.

Nach wechselvollen Jahren und zahlreichen Übernahmen erschienen am 7. Mai 2020 erstmals "zitty" und "tip" Berlin als gemeinsame monatliche Corona-Ausgabe. Nun einen Monat später wurde die Print-Ausgabe des geliebten Magazins "zitty" für immer eingestellt.

Links: www.zitty.de | www.tip-berlin.de

Dazu ein Kommentar von Katharina Dockhorn:

Nach 43 Jahren ist Schluss. In dieser Woche zogen die Eigner des GCM-Verlags die Notbremse und verkündeten den Mitarbeitern das Aus des Berliner Stadtmagazins „zitty“, das konstant die Berlin-Brandenburger Filmszene beleuchtete. Der DJV der Region spricht vom ersten Opfer der Corona-Krise auf dem Printmarkt. Er fürchtet um die Zukunft von Pauschalisten und Freien. Betroffen werden aber wohl vor allem die Freien sein. Die 58 festangestellten Mitarbeiter und Pauschalisten sollen gehalten werden, kündigte Robert Rischke, Geschäftsführer der GCM Go City Media GmbH gegenüber dem „Tagesspiegel“ an. Zusätzlich fürchten sie um noch ausstehende Honorarzahlungen für die vergangenen Monate.

Ich lernte „zitty“ nach dem Fall der Mauer kennen. Bei der Berlinale 1995, damals für uns noch in der Schwangeren Auster, half mit der damalige Filmredakteur Hans-Joachim Neumann mit einer Starthilfe für meine Autobatterie aus. Etliche Monate und Gespräche über den Film weiter, schrieb ich im Oktober 1995 meinen ersten Artikel für die „zitty“. Ich interviewte Josef Vilsmaier und André Eisermann zu „Schlafes Bruder“.

Seitdem bin ich dabei, habe die guten und die schlechten Jahre erlebt. Das Internet stellte das Geschäftsmodell in Frage. Zugleich begannen die Tageszeitungen, täglich eine Seite mit dem Berliner Kulturprogramm zu füllen. Anzeigen blieben zunehmend aus. Eine schwere Verletzung fügte der Holtzbrinck-Verlag dem Magazin in den Jahren zu, in der er dessen Geschicke verantwortete. Um Kosten zu sparen, erschienen die Filmkritiken für ein lächerliches Honorar auch in der Tagesspiegel-Beilage „ticket“ sowie im kostenlosen Stadtmagazin „030“. Eine fatale Entscheidung, denn die Rezensionen zu den Filmstarts waren für die meisten Leser der Hauptgrund, die „zitty“ zu kaufen. Wer zahlt schon für ein Produkt, dass er kostenlos in der gesamten Stadt erhält.

Vor einigen Jahren dann die Zusammenlegung der Redaktionen von „zitty“ und „tip“, die Journalisten erhielten natürlich nur ein Gehalt oder Honorar. Der Berliner DJV sah damals schweigend zu. Für die freien Kollegen ist jetzt die größte Gefahr, dass die Arbeitsverdichtung bei Festen und Pauschalisten zunimmt und versucht wird, Honorare zu reduzieren.

Den letzten Todesstoß versetzte der „zitty“ die Corona-Pandemie. Mit dem Lockdown der Berliner Kulturszene verlor das Stadtmagazin den Gegenstand der Berichterstattung. Das Anzeigenaufkommen brach erneut ein. Aber im Gegensatz zu den Berliner privaten Dudelfunkwellen, die gerne über Hollywood-Premieren, aber niemals über den kleinen Arthouse-Film made in Berlin berichten, erhalten Printmedien keine Hilfe aus dem zweiten Hilfspaket von Monika Grütters. 20 Millionen Euro stellt sie den privaten Hörfunkanbietern fürs Überleben zu Verfügung. Printmedien kommen in ihrem Hilfspaket nicht vor.

Und auch beim Berliner Senat, wo Kultursenator Klaus Lederer ansonsten einen guten Job bei der Rettung der lebendigen Berliner Kulturszene macht, gerieten die Medien ins Abseits. Zuständig ist im Übrigen nicht Lederer, sondern Bürgermeister Michael Müller. In seiner Senatskanzlei wird die Medienpolitik direkt verantwortet.

Das Aus für die „zitty“ wirft ein Schlaglicht auf den falschen Denkansatz in der Bundesregierung, die die Folgen der Corona-Pandemie in alten Industrien mit Milliarden abfedert, aber den zukunftsträchtigen Kultursektor von Anfang an nur stiefmütterlich behandelte. Während sie das Kurzarbeitergeld für oft gut entlohnte Facharbeiter aufstockte, fallen Minijobber von der Kinokasse durch den sozialen Rost. Auch für die vorwiegend Soloselbständigen in der Kultur-und Kunstszene blieb nur Hartz IV, da sich nur wenige Länder wie Berlin entschlossen, ihnen auch Hilfe zum Lebensunterhalt zu gewähren. Von Kulturstaatsministerin Monika Grütters durften sich die Betroffenen im Kulturausschuss des Bundestages bescheinigen lassen, dass sie mit er Grundsicherung oft besser wegkommen als mit ihren Einkünften.

Aber vor allem stört die Schieflage der gerade diskutierten Rettungspakete. Neun Milliarden für die alte Dame Lufthansa, die sofort nach der Kreditgewährung die Entlassung von 22.000 Mitarbeitern ankündigte. Eine Milliarde für die Kultur- und Kreativwirtschaft, ein in den vergangenen Jahren ständig wachsender Sektor, in der vor der Pandemie rund 1,6 Millionen Menschen beschäftigt waren.

So bleibt einmal mehr der Eindruck, die Bedeutung der Medien wird nur in Sonntagsreden beschworen. Mit dieser Erfahrung sind Journalistinnen und Journalisten nicht alleine. So formulierte in dieser Woche eine Altenpflegerin in der ARD, dass sie sich verarscht fühle, wenn die Abgeordneten im Bundestag für ihren Einsatz klatschen. Aber nichts folgt, um endlich ihre finanzielle Situation zu verbessern. Auch der Philosoph Richard David Precht ist mittlerweile pessimistisch, wie er in der Sendung „Lanz“ betonte, dass Corona zu einem Umdenken in der deutschen Gesellschaft führt. Insofern ist das Aus für ein linksalternatives Stadtmagazin wohl auch nur eine logische Folge.

Katharina Dockhorn



Wiedereröffnung des historischen Arthouse-Kino KLICK in Berlin

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Mit der offiziellen Wiedereröffnung der Berliner Filmtheater nach der Corona-Zwangspause kehrt auch das Kino Klick zurück.



Es gibt freudige und traurige Nachrichten aus der Film- und Kinobranche in Berlin. Zwei der Meldungen haben ein wenig mit dem Schauspieler Lars Eidinger zu tun, die andere mit dem verstorbenen Filmproduzenten Artur „Atze“ Brauner.

In beiden Fällen geht es um historische Kinos, die Höhen und Tiefen in den letzten Jahrzehnten erlebten. Bald nach der Wende wurde das Ost-Berliner Premieren-Kino "Colosseum" im Stadtteil Prenzlauer Berg vom West-Berliner Medien-Mogul Atze Brauner vor der Schließung gerettet. Der fast hundertjährige Kinosaal wurde zu einem modernen Multiplextheater erweitert und an UCI-Kinowelt verpachtet.

Allerdings erreichte das Ambiente der UCI-Kinos nie den Qualitätsstandart einer Astor-Filmlounge oder eines heutigen Zoo Palastes, der zuvor ebenfalls in UCI-Besitz war, aber leider von UCI heruntergewirtschaftet wurde. Das Kino „Colosseum“ an der Schönhauser Allee im Bezirk Prenzlauer Berg war dennoch beliebt und bot auch der Berlinale alljährlich eine Bühne.

Die lange Unterbrechung des Spielbetriebes durch die Corona-Zwangspause brachte jedoch bundesweit schon mehrere Kino in Bedrängnis. Und auch das Colosseum, das zu den ältesten Lichtspielhäusern Deutschlands gehört, kämpft mit einer Insolvenz. Wenn es nach dem Willen der Erben von Artur Brauner geht, sollen an Stelle eines Kinos jedoch bald Büros entstehen.

Wegen der Hygiene-Auflagen zum Schutz vor Corona-Infektionen sei ein rentabler Betrieb auf absehbare Zeit nicht mehr möglich, heißt es. Um die Kosten einzuspielen, müssten durchschnittlich 70 Prozent der Plätze belegt sein. Dies sei nicht zu erreichen, wenn Besucher 1,50 Meter Abstand voneinander halten sollen.


Die Berliner Auflagen schreiben vor, dass nur jede zweite Reihe und nur jeder dritte Sitzplatz belegt werden darf, wurde uns vorgestern anlässlich einer ersten Pressevorführung nach dem Lockdown von der Yorck-Kinogruppe mitgeteilt, die etliche Kinos in Berlin am 2. Juli 2020 wieder regulär öffnen wollen. Der größte Saal Nr. 2 im Delphi Lux Art-House Kino mit 137 Sitzplätzen in 12 Reihen, darf beispielsweise nur maximal mit 25 Zuschauern belegt werden.

Am Potsdamer Platz dagegen, werden die ehemaligen CineStar-Kinos nicht wieder öffnen. Derzeit scheint auch das Interesse anderer Kinobetreibern an dem Objekt mit acht großen Sälen, dessen größter Saal Nr. 8 immerhin 519 Plätze fasst, gering zu sein. Bereits zur 70. Berlinale 2020 waren sie geschlossen worden.

Glück gehabt hat jedoch das Klick Kino in der Charlottenburger Windscheidstraße am Stuttgarter Platz. Nach zwei Jahren Schließung kann es seine Türen nun doch wieder öffnen. Zuvor gab es Auseinandersetzungen mit dem Hausbesitzer, der ursprünglich andere Pläne im Sinn hatte.

Kürzlich wurde bekannt, dass auch die gleich um die Ecke gelegenen Gasthäuser Lentz und Leonhardt geschlossen werden. Für den Schauspieler Lars Eidinger, der zum Ensemble der ganz in der Nähe befindlichen Schaubühne gehört, war das Lentz zur Stammkneipe geworden, die er nun vermisst.

Grund genug für Ihn, die Wiedereröffnung des Klick-Kinos zu unterstützen, das in seinem Vorraum wieder ein Café einrichten wird.

Kinobetreiber Christos Acrivulis hat schon Programme für viele Filmfestivals kuratiert, u.a. 10 Jahre lang für den Max Ophüls Preis. Zusammen mit seinem Team, Martina Klier, Alessandro Borrelli und Sascha Grunow hat er das Klick Kino umfassend renoviert und wieder auf die Beine gestellt.


Als „Filmpate“ wird Lars Eidinger mit von ihm ausgewählten Filmen das Kinoprogramm des Monats Juli präsentieren. Das KLICK zeigt folgende Lieblingsfilme von ihm: LE MÉPRIS (Die Verachtung) von Jean-Luc Godard und ANTICHRIST von Lars von Trier. Zudem werden einige Perlen aus Lars Eidingers umfassender Filmografie zu sehen sein, u.a. sein erster großer Erfolg ALLE ANDEREN von Maren Ade oder auch der weniger bekannte Film TABU - ES IST DIE SEELE EIN FREMDES AUF ERDEN von Christoph Stark.

Ab der Wiedereröffnung im Juli 2020 wird jeden Monat eine andere Kinopersönlichkeit als Filmpat*in agieren. Das Kinoprogramm wird zusätzlich außerdem von Retrospektiven, Lesungen, Ausstellungen und Performances bereichert.

Um so vielen Menschen wie möglich Zutritt zum Kino und den renovierten Räumlichkeiten zu geben, wird das KLICK-Kino am 04. Juli 2020 und 05. Juli 2020 ein Wochenende der offenen Tür organisieren.

Link: www.klickkino.de
Quelle: Zoom Medienfabrik



Cineplex Kinos der Rusch-Gruppe öffnen erst im August ihre Filmtheater

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Nach erneuter Verschiebung zweier Blockbuster öffnen einige Kinos in Deutschland erst nach den Sommerferien ihre Filmtheater.



Wie von uns berichtet, lässt Berlin als letztes Bundesland eine Wiedereröffnung der Filmtheater nicht vor dem 30. Juni 2020 zu. In anderen Bundesländern durften die wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Kinos bereits deutlich früher ihr Tore wieder öffnen.

Doch nicht alle Kinos wollten mitziehen. Die Hygiene- und Abstandsregelungen lassen keinen ordnungsgemäßen Kinobetrieb zu. Die erhöhten Sicherheitsanforderungen sind zudem einigen Kinos zu teuer. Außerdem hat sich gezeigt, dass das Publikum derzeit nur geringes Interesse an Vorstellungen in dunklen Kinoräumen hat. Die Furcht sich mit COVOD-19 anzustecken ist immer noch groß.

Freilichtkinos und Autokinos werden dagegen gut angenommen. Diese liegen allerdings oft auch in Feriengebieten und sind meist auf Familienkino mit täglich wechselndem Programm älterer Blockbuster ausgerichtet.

Mainstream-Kinos wie z.B. die Cineplex-Häuser der Rusch-Gruppe, die zahlreiche Filmtheater in Süddeutschland betreibt, hofften dagegen auf aktuelle Blockbuster, die sie mindestens zwei bis drei Wochen lang hintereinander bei vollem Haus durchspielen könnten.

Jedenfalls war angedacht die aktuell geplanten Filmstarts von Disneys "MULAN" und Warner Bros. Sci-Fi-Spektakel "TENET" unter der Regie von Christopher Nolan noch im Juli zeigen zu können. Doch daraus wird nichts!

Wegen der fortwährenden Corona-Krise, aber auch wegen der Sommerferienzeit haben beide Verleiher ihre Filme auf den August verschoben. Demzufolge wollen auch zahlreiche Filmtheater nicht vor dem offiziellen Kinostart dieser Blockbuster ihre Kinos wieder öffnen.

Disneys "MULAN" unter der Regie von Niki Caro, der ursprünglich bereits im März starten sollte und dann aufgrund von Corona in Deutschland auf den 23. Juli 2020 verlegt wurde, ist nun um vier Wochen nach hinten gewandert und soll hierzulande erst am 20. August 2020 in die Filmtheater kommen.

Hier der Trailer:



Für "TENET" von Christopher Nolan liegt ebenfalls bereits ein neuer Deutschlandstart vor – der Film wird nun voraussichtlich zwei Wochen später, am 12. August statt 30. Juli 2020, in den Kinos anlaufen.

Hier ein neuer Trailer:



Die KinoGruppeRusch ist an den Standorten Aichach, Fürth, Germering, Königsbrunn, Leipzig, Meitingen, Memmingen und Penzing vertreten und wird ihre Wiedereröffnungen nach den neuen Kinostarts der Verleiher ausrichten.

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Bayerische Kinobetreiber fordern Lockerungen.

21 Kinobetreiber*innen aus München und Umgebung, die sich schon im Mai mit einem Appell an die bayerische Staatsregierung gewandt gehabt hatten, verlangen erneut Nachbesserungen bei den bestehenden Regelungen zum Kinobetrieb.

Nachdem der Spielbetrieb in den bayerischen Kinos seit 15. Juni 2020 wieder möglich ist, habe die Praxis gezeigt, dass die Regelungen zum Tragen von Masken im Kinosaal sowie die bestehenden Abstandsregelungen unangemessen seien und zwingend nachgebessert werden müssen, um einen attraktiven und rentablen Spielbetrieb zu gewährleisten.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist in Bayern unter anderem das Tragen einer Maske beim Sitzen im Kinosaal Pflicht, deren Aufhebung nun gefordert wird.

Der HDF KINO e.V., die zentrale Interessensgemeinschaft der Kinobetreiber*innen in Deutschland, fordert gar eine Aufhebung des Mindestabstands von 1,5 Metern im Kinosaal und appelliert an die Regierungen der Länder für ein ein bundesweites Signal.

Allerdings meiden vor allem ältere Zuschauer und sogar professionelle Filmkritiker die Vorführungen, um sich keiner Ansteckungsgefahr auszusetzen. Somit wäre eine Aufhebung der Abstandsregelungen, die dafür da sind, um das Vertrauen des Publikums in sichere Vorführungen zurück zu gewinnen, derzeit kontraproduktiv.

Quellen: Filmecho | Blickpunkt:Film


Wim Wenders Stipendium zum 7. Mal ausgeschrieben und weitere Meldungen

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Das renommierte und seit 2014 jährlich vergebene Stipendium ist mit einem Gesamtbudget von rund 100.000 Euro dotiert.



Die Film- und Medienstiftung NRW schreibt in Zusammenarbeit mit der Wim Wenders Stiftung bereits zum siebten Mal das Wim Wenders Stipendium aus.

Anmeldeschluss für Anträge, die bei der Film- und Medienstiftung einzureichen sind, ist der 3. August 2020.


Ein Auswahlgremium unter Vorsitz von Wim Wenders, dem u.a. auch Filmstiftungs-Geschäftsführerin Petra Müller (vormals Medienboard Berlin-Brandenburg) angehört, entscheidet in einem zweistufigen Verfahren über die Bewerbungen.

Das renommierte und seit 2014 jährlich vergebene Stipendium ist mit einem Gesamtbudget von rund 100.000 Euro dotiert. Es unterstützt junge Filmschaffende aus Deutschland und NRW, die mit neuen Mitteln erzählen wollen.

Zu den Stipendiaten zählen u.a. Eibe Maleen Krebs und das intensive Drama „Draußen in meinem Kopf“ (das 2018 den Preis der Jugendjury des Max-Ophüls-Preises erhielt), Erik Schmitt mit dem Großstadtmärchen „Cleo“ (das 2019 die Berlinale-Reihe Generation eröffnete) sowie Valentin Riedl und der Dokumentarfilm „Lost in Face“ (der 2020, ebenfalls beim Max-Ophüls-Preis, mit dem Publikumspreis Dokumentarfilm und dem Preis für die beste Musik in einem Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde).

Vor Antragstellung ist ein Beratungsgespräch mit der Förderreferentin Susanna Felgener erforderlich. (susannafelgener@filmstiftung.de)

Weitere Infos sowie die Statuten und Antragsunterlagen stehen auf der Homepage der Stiftung zum Download bereit.

Link: www.filmstiftung.de

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Jubiläums-Sommer des Film Festival Cologne.

Es gibt wieder Filmfestivals in NRW, allerdings mit strengen Corona-Auflagen.

Das Film Festival Cologne wird dieses Jahr 30 und feiert das Jubiläum seit dem 2. Juli 2020 mit dem großen Jubiläums-Sommer in den Kölner Kinos und als Open-Air-Festival, denn im Freien werden die Abstandsregelungen nicht ganz so streng geahndet. Von Juli bis September wird in 50 Screenings das Beste aus drei Jahrzehnten präsentiert und so das kulturelle Leben zurück in die Stadt und die Menschen zurück in die Kinos gebracht.

In den Reihen KinoKino, Leben, Pop, Normabweicher, Krieg und USA zeigen die Jubliläumsfilme, welche große Rolle Kino und Geschichtenerzählen in unserem Leben und unserer Gesellschaft spielen. Der Jubiläums-Sommer findet im Cineplex Filmpalast statt. Gezeigt wird u.a. am nächsten Dienstag, 7. Juli 2020 um 20:00 Uhr die Doku "BANKSY DOES NEW YORK".

Am 9. Juli 2020 beginnt die Open-Air-Reihe in Odonien mit "EASY LOVE" im Rahmen der Kölner Kino Nächte. Und die Filmreihe »Wild at Heart« wird Ende des Monats mit „Family Romance, LLC“ von Regie-Legende Werner Herzog fortgesetzt.

Als eines der ersten großen Kultur-Events nach dem Corona-Stopp soll das Film Festival Cologne unter geltenden Corona-Auflagen in seinem 30. Jubiläumsjahr vom 1. – 8. Oktober 2020 stattfinden und dann unter dem Motto „Schon jetzt sehen, was morgen wichtig ist“ aktuelle Produktionen zeigen. Dazu finden im Cineplex Filmpalast am Kölner Rudolfplatz Premieren, Screenings und Sessions statt. Die renommierten Film Festival Cologne Awards werden am 8. Oktober 2020 im Kölner Palladium verliehen.

Das gesamte Sommerprogramm und alle Termine unter nachfolgendem

Link: filmfestival.cologne


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Bundestag bewilligt "Neustart Kultur".

Das im Juni auf den Weg gebrachte Programm zur Unterstützung der Kulturlandschaft umfasst eine Milliarde Euro.

Der Deutsche Bundestag hat am 2. Juli 2020 den zweiten Nachtragshaushalt verabschiedet und damit auch das Programm »Neustart Kultur« beschlossen, wodurch eine Milliarde Euro zusätzlich für die kulturelle Infrastruktur bewilligt wird. Das Bundeskabinett hatte dem Paket bereits Mitte Juni grünes Licht erteilt.

Der Kulturetat sei somit noch einmal um rund 50 Prozent erhöht worden, bekräftigte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann.

"Um die Mittel bestmöglich ausgeben zu können, haben wir eine gegenseitige Deckungsfähigkeit der einzelnen Förderprogramme vereinbart", so Connemann.

Auf Bundesebene werde man weiterhin genau hinsehen, wo gegebenenfalls noch nachgesteuert werden müsse, ergänzte die kultur- und medienpolitische Sprecherin Elisabeth Motschmann: "Für die Kulturförderung sind in erster Linie jedoch die Länder und Kommunen zuständig. Diese fordern wir auf, ihre Hilfsinstrumente laufend zu überprüfen und gegebenenfalls einzuführen, wie zum Beispiel ganz konkret den Unternehmerlohn für freischaffende und soloselbständige Künstler."


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Kalifornien ordnet Kino-Schließungen an.

In den USA steigen die Corona-Infektionen im Rekordtempo an. Deshalb hat Kalifornien jetzt seine Lockerungen rückgängig gemacht - zumindest in 19 Bezirken, auch Los Angeles und Hollywood zählen dazu. In dem Staat an der Westküste müssen alle Kinos wieder schließen.

Konkret sagte Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch, dass ab sofort und für drei Wochen lang wieder alle Restaurants, Kinos, Indoor-Sportangebote, Museen und Zoos etc. in Kalifornien geschlossen bleiben müssen. Restaurants dürfen lediglich "to go" anbieten. Man werde hart durchgreifen, wenn die staatlichen Anordnungen missachtet werden würden, so Newsom.

Wie "Variety" nach Zahlen von Comscore berichtet, seien am vergangenen Wochenende lediglich 42 von 518 Kinos in Kalifornien geöffnet gewesen. Die drei größten Ketten, AMC, Cinemark und Regal, haben ihre Wiedereröffnung auf Ende Juli verschoben.

Folglich dürften sehnlichst erwartete neue Filme weiterhin auf die lange Bank verschoben werden, was auch Auswirkungen auf den Nachschub an Hollywood-Produktionen in Europa nach sich ziehen wird.

Wie von uns am 29. Juni 2020 bereits berichtet, wird beispielsweise das von Warner Bros. Studio avisierte Sci-Fi-Spektakel "TENET" unter der Regie von Christopher Nolan erst im August in unsere Kinos kommen.

Hier ein weiterer Trailer:



Synpsis:
In Nolans elftem Spielfilm steht die Welt kurz vor dem Kollaps und alles, was dem Protagonisten (John David Washington) für die Rettung zur Verfügung steht, ist ein einziges Wort: "Tenet". Für seine Mission muss er sich in die dunkle Welt der Spionage begeben, doch er stellt bald fest, dass die Zeit hier anderen Gesetzen folgt.



Große Resonanz beim Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis 2020

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Enorme Steigerung bei der Anzahl der eingereichten Skripte.



Nach der Schließung der Filmtheater wegen der Corona-Pandemie, flehen jetzt die wieder geöffneten Kinos die deutsche Filmbranche an, mehr attraktive Filme auf die Leinwand zu bringen, denn Nachschub aus den USA fehlt fast gänzlich. Viele geplante Veröffentlichungen wurden auf den Herbst verschoben.

An neuen Drehbüchern aus Deutschland soll es dabei nicht mangeln, denn der Deutsche Nachwuchs-Drehbuchpreis 2020, der im vergangenen Jahr von up-and-coming in Hannover initiiert wurde, ist in diesem Jahr auf eine noch größere Resonanz gestoßen.

Allein in den letzten drei Tagen hatten mehr als 150 junge Autor*innen ihre Skripte ins Rennen um den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Preis geschickt. Dieser ist mit insgesamt 4.000 Euro dotiert und mit je einer Autoren-Patenschaft und einer einjährigen Junior-Mitgliedschaft im Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) verbunden.

Die Anzahl der eingereichten Drehbücher stieg im Vergleich zum Vorjahr von 159 auf 231. Die Einreichfrist lief Anfang dies Monats Juli 2020 aus.

Neben Schüler*innen/Jugendlichen (43) und freien Filmemacher*innen (58) sind auch Studierende (130) aller Filmhochschulen beim Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis vertreten. Das Altersspektrum reicht von 12 bis 27 Jahren. Rund ein Drittel der Einreichungen entstammt der Feder junger Autorinnen. Bis zur feierlichen Preisverleihung am 28. November 2020 sind nun die Mitglieder der Jury am Zug. Dazu gehören: Gabriele Graf (freie Produzentin), Melanie Waelde (Autorin, Regisseurin, Filmemacherin) und Dieu Hao Do (chinesisch-deutscher Autor, Regisseur).

Doch vom Drehbuch bis zum fertigen Film ist noch ein langer Weg und dürfte auf absehbare Zeit der Kinobranche kaum helfen.

Deshalb appelliert Kim Ludolf Koch, Geschäftsführer der Cineplex Deutschland GmbH & Co. KG, an Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz, eine Reihe attraktiver deutscher Filme frühzeitiger auf die Leinwände zu bringen, als derzeit geplant.

Die Constantin Film AG, sieht dagegen - ähnlich wie die US-Filmbranche - derzeit kaum eine Chance nennenswerte Umsätze in nicht ausgelasteten Kinos generieren zu können. Wegen der immer noch bestehenden Gefahr an Covid-19 erkranken zu können, müssen die Filmtheater strenge Hygiene und Abstandsregelungen einhalten. Die schreckt natürlich weiterhin Zuschauer ab.

Darüber hinaus wurden in Honkong nach neuen COVID-19-Fälle sämtliche Kinos zum dritten Mal geschlossen. In der Folge davon kommen auch keine neuen US-Filmproduktionen auf den Markt, denn die Länder in Asien gehören normalerweise zu den besten Abnehmern und Umsatzträgern.

Link: drehbuchfestival.up-and-coming.de/drehbuch_festival_2020


Quarantäneregeln werden für Dreharbeiten gelockert - Disney verschiebt Filmstarts

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Trotz Lockerung von Quarantäneregeln für Filmdrehs verschiebt Disney zahlreiche Filmstarts.



In Deutschland werden die im Zuge der Corona-Pandemie verordneten Quarantäneregeln für Schauspieler wieder gelockert, sodass auch Kussszenen bei Dreharbeiten wieder möglich sind. Dies teilte die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse am letzten Donnerstag, den 23. Juli 2020 in einer Erklärung mit, die sich nicht nur an die Filmbranche wendet, sondern für alle Medienunternehmen sowie Kameraleute und Fotografen bereitgestellt wurde.

Bislang mussten sich Schauspieler vor dem Dreh von Kuss- oder Kampfszenen für fünf Tage in Quarantäne begeben. Ab sofort soll diese Maßnahme laut einer Pressemitteilung der BG ETEM durch eine mehrstufige Schutzzeit ersetzt werden. Bei dem neuen drei stufigen Modell könnten je nach Stufe auch Kontaktbeschränkungen und regelmäßige Corona-Tests vorgesehen sein, heißt es in der Erklärung, die speziell für Medienunternehmen bereitgestellt wurde.

Die Produzentenallianz begrüßt diese Lockerungen: "Wir bei der Produzentenallianz sind froh, dass wir durch unseren Input aus der Praxis und durch das von uns in Auftrag gegebene medizinische Gutachten zu der überfälligen Lockerung und Flexibilisierung der bisherigen Handlungshilfe der BG ETEM für Filmproduktionen beitragen konnten."

Oliver Castendyk, der wissenschaftliche Direktor der Produzentenallianz und Mitglied der Geschäftsleitung, schreibt weiter: "Aus unserer Sicht wäre auch eine lediglich auf (häufigen) Tests basierende Variante, wie in vielen anderen Staaten, denkbar und sinnvoll gewesen. Dennoch ist die Filmbranche dankbar dafür, dass die Handlungshilfe zum SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard der BG ETEM einen einheitlichen Standard der Covid-19-Sicherheitsvorkehrungen für Dreharbeiten bietet, an dem sich alle orientieren können." Er fügt hinzu: "Um in Corona-Zeiten drehen zu können, bedarf es neben einheitlichen Standards jedoch noch eines Ausfallfonds, der die trotz aller Sicherheitsvorkehrungen verbleibenden Risiken eines - vorübergehenden oder dauerhaften - Abbruchs der Dreharbeiten absichert. Daran arbeiten wir derzeit intensiv."


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Disney verschiebt weltweit Filmstarts.

In den USA entwickelt sich die Corona-Krise dagegen zu einer sich ausufernden Pandemie, deren Ende nicht absehbar ist. Auch der Schauspiel-Star Nick Cordero starb vor wenigen Tagen im Alter von nur 41 Jahren an einer Covid-19-Infektion. Ein jährlicher Nachruf erfolgt bei uns - in Gedenken an die in diesem Jahr Verstorbenen aus der Medienbranche - immer am Totensonntag im November.

Die Schauspieler Mel Gibson, Tom Hanks und Idris Elba konnten die Krankheit glücklicherweise überwinden.

In Anbetracht der Corona-Pandemie und der brachliegenden US-Filmbranche sowie der weiterhin vielerorts geschlossenen US-Filmtheater, verschiebt das US-Medienunternehmen Disney seine geplanten Blockbuster "Mulan", "Avatar" und "Star Wars".

Die Filme würden nicht wie geplant veröffentlicht, teilte ein Konzernsprecher mit. Die globale Gesundheitskrise mache es
derzeit unmöglich, Filme wie geplant ins Kino zu bringen. Die Blockbuster-Fortsetzungen "Star Wars" und "Avatar" sollen nach Angaben von Disney um ein Jahr verschoben werden, der Kinostart von "Mulan" verzögert sich sogar auf unbestimmte Zeit.

Es scheint, als breche der Kino-Sommer in sich zusammen, denn auch bei Paramount fallen nun die ursprünglich noch für dieses Jahr geplanten Starts von „A Quiet Place 2“ und „Top Gun: Maverick“ der ungebremsten Ausbreitung des Covid-19-Virus in den USA zum Opfer.

John Krasinskis Horrorthriller-Sequel soll jetzt erst im April 2021 in die Filmtheater kommen, während die Fortsetzung des Tom-Cruise-Klassikers um mehr als sechs Monate vom Dezember in den Juli 2021 wandert.



Ebenso verfährt Warner Bros. und verlegt nun den US-Start des Science-Fiction-Action-Spionage-Films "Tenet" des britisch-US-amerikanischen Regisseurs Christopher Nolan vorerst auf einen noch unbestimmten Termin.

Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Filmtheater in Deutschland. Während die meisten kleineren Arthouse-Kinos inzwischen wieder das Programm mit Werken des letzten und vorletzten Jahres aufgenommen haben, bleiben einige größere Mainstream-Kinos weiterhin geschlossen, da sie speziell auf aktuelle, zugkräftige Blockbuster-Ware angewiesen sind, um finanziell tragbar über die Runden zu kommen.

Eine Auslastung von nur ca. einem Viertel der mancherorts bis zu 1000 Personen fassenden Kinosäle macht für diese Kino-Unternehmen meist wenig Sinn, da die Kosten des Unterhalts, samt der Ausgaben für das benötigte Personal, größer sind, als die Einnahmen versprechen würden.

Die Hiobsbotschaft, die oben genannten und lang erwarteten Blockbuster-Filme noch einmal für längere Zeit zu verschieben, dürfte deshalb für einige Unternehmen das "Aus" bedeuten.

In Berlin trifft es vor allem das zuletzt von der UCI-Kinowelt betriebene Kino Colosseum in der Schönhauser Allee 123 in Berlin-Prenzlauer Berg, das Insolvenz anmelden musste und laut Eigner, dem Sohn des verstorbenen Medienmoguls Artur "Atze" Brauner, nicht wieder öffnen wird.

Quellen: ARD Text | UCI | Produzentenallianz | Focus | filmecho


Post-Corona adé - zweite Pandemie-Welle rollt an

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Letzte Woche mehr als 1000 Tote pro Tag in den USA - kein Ende der Corona-Pandemie abzusehen.



Aufgrund des nicht absehbaren Endes der Corona-Krise findet das Filmfestival Ludwigshafen in diesem Jahr im August nur als Open-Air-Veranstaltung auf der Parkinsel statt und bietet daneben bundesweit eine virtuelle Retro-Ausgabe des Festivals an.

Beim angekündigten Open Air, das am 26. August 2020 startet, werden 18 ausgewählte deutsche und internationale Filme 19 Tage lang zu sehen sein. Die LED-Leinwand soll laut Veranstalter direkt am Rheinufer aufgebaut werden. Parallel dazu läuft die Online-Ausgabe "Dahääm/At Home" mit zwölf Publikumsfavoriten, die kostenlos abgerufen werden können.

"Ich freue mich für unser Publikum der ganzen Region und darüber hinaus, dass dieses Freiluftkino auch Dank unserer Sponsoren möglich wird. Zusammen mit dem Online-Rückblick schaffen wir damit, trotz aller Rücksicht auf Corona, wenigstens ein bisschen der vertrauten Festivalatmosphäre! ", sagt Festivalintendant Michael Kötz in der Pressemitteilung.


Tickets gibt es ab 12. August 2020 unter tickets.fflu.de sowie ab 18. August 2020 im Wilhelm Hack Museum. Während des Festivals findet der Verkauf direkt vor Ort statt.

Das Programm gibt es auf der Webseite beim Festival des deutschen Films und hier als PDF:

Link: www.festival-des-deutschen-films.de |

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Nachdem es auch bei uns im entfernteren Bekanntschaftskreis der jüngeren Generation, die sich auf einer Busreise in Frankreich befand, eine größere Corona-Infektionskette gab, müssen wir von weiteren Lockerungen abraten. Ganz im Gegenteil - von einer Post-Corona-Zeit, wie sie fast alltäglich im Frühstücksradio zahlreicher Sender zu hören ist, kann definitiv nicht die Rede sein. Vielmehr meldet die WHO einen weltweiten Rekord bei Corona-Neuinfektionen.

Auch in Deutschland bietet der Trend Anlass zu Sorge. „Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation“, schrieb das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag in seinem Lagebericht.


Zuerst kam die Meldung von wilden Urlauber-Partys am sogenannten "Ballermann", der Bierstraße auf Mallorca, die deswegen inzwischen wieder geschlossen ist. Auch Englands Verkehrsminister, der sich in Spanien aufhielt, muss nun nach seiner Rückkehr in Quarantäne gehen, während Premierminister Boris Johnson ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, denn Großbritannien selbst gehört zu jenen Ländern, die gleichauf mit den USA höchste Infektionszahlen aufweisen.

Von den USA berichteten die Medien letzte Woche sogar von jeweils mehr als 1000 Corona-Toten, vier Tage lang in Folge. Auch in Deutschland steigt der R-Wert wieder auf über 1,2 Punkten, sodass einige Politiker von einer zweiten Pandemie-Welle sprechen, die im Anrollen sei.

Es ist natürlich nicht verwunderlich wenn meist junge Leute an diesem Wochenende es sich nicht nehmen lassen wollten, in Berlins Parkanlagen den Christopher-Street-Day zu feiern. Doch dass damit die Gefahr eines zweiten Lockdowns steigt, sollte jedem klar sein.



Lockerungswünsche werden durch solche Aktionen tatsächlich kaum wahr werden und sogar die Berlinale-Führung macht sich inzwischen Sorgen, wie gegebenenfalls die geltenden Abstandsregelungen in den Kinos auch während der Internationalen Filmfestspiele Berlin eingehalten werden könnten. Dies sollte zu Denken geben!

Schon jetzt gibt es mit dem Wegfall des CineStar am Potsdamer Platz und neuerdings auch mit der Schließung des Colosseums weitere Engpässe unter den großen Festspielhäusern. Man müsste die Berlinale eigentlich deutlich strecken oder nur die Hälfte an Akkreditierten zulassen, um über die Runden zu kommen.

Vorbilder wären Cannes, das ganz ausfiel, oder Venedig, das rigoros z.B. Journalisten in drei Kategorien einteilt und davon diesmal nur zwei Kategorien zum Festival zulässt. Gerüchten zufolge heißt es, dass vor allem ältere, besonders gefährdete Personen über 55 Jahre keine Akkreditierung erhalten sollen.

Wir plädieren dagegen für eine Verlagerung der Berlinale in das Frühjahr, das durchaus in Berlin schon fast sommerlich warm sein kann, um nach der Oscar-Verleihung, die bereits vom Januar in den April verschoben wurde, das 71. Festival in den Berliner Open-Air-Kinos sowie in der Waldbühne als Freiluft-Veranstaltung 2021 zu feiern, anstatt zur Grippe und Hustenzeit, die während der geplanten Berlinale vom 11. - 21. Februar 2021 besonders stark ausgeprägt ist.

Link: www.berlinale.de


Maskenpflicht an Berliner Schulen, aber verringerter Sitzabstand in den Kinos

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Trotz wieder steigender Corona-Zahlen, drängt die Filmwirtschaft auf weniger Sicherheitsabstand in den Kinos.



Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Pandemie. Während man in Spanien sogar schon von einer zweiten-Pandemiewelle spricht und deshalb für Urlaubsrückkehrer die Testpflicht noch diese Woche in Deutschland kommen soll, drängen die Kinobetreiber auf Lockerung der Abstandsregelungen in den Filmtheatern.

Tatsächlich sind wegen der erneuten Hitzewelle derzeit die Besucherzahlen in den Kinos stark rückläufig, sodass eine Verringerung des bisher gewünschten Abstandes von mindestens 1,5 Metern im Umkreis eines besetzten Platzes wohl kaum Anwendung finden müsste.

Ein Problem ist auch, dass zahlreiche geplante Kinostarts kurzfristig abgesagt wurden und somit den Kinos weniger interessante neue Filmkunst zur Verfügung steht, für die sich teure, aufwändige Werbemaßnahmen lohnen würden. Ein Kollege berichtete uns von einigen Neustarts, die nur in ganz wenigen Filmtheatern in der letzten Woche anliefen. An manchen Abenden war er sogar der einzige Kinogast, für den der Projektor extra angeworfen werden musste.

Inzwischen wurde auch die Realverfilmung des Disney-Klassikers Mulan fürs Kino zurückgezogen und soll nur direkt im kürzlich gestarteten Abo-Streaming-Dienst Disney+ zur Verfügung stehen. Um die Kinos nicht zu verärgern, denen die Einnahmen durch vorgezogenen den Online-Abruf verloren gehen, fallen neben dem Bezahlabo für Disney+ weitere 30 US-Dollar an, um den Film freizuschalten.

Wie von uns am Samstag, 1. August 2020, geschrieben verfährt auch der Universal Verleih ähnlich, denn der am letzten Donnerstag geplante Kinostart der US-Dramödie "The King of Staten Island" wurde ebenfalls kurzfristig zurückgezogen, zugunsten eines hochpreisigen Early Access Zugang auf ausgesuchten Video on Demand Portalen (VoD), für die neben den Abogebühren pro Abruf jeweils $ 19,99 zu bezahlen sind.

Eigentlich sollten die überteuerten Einnahmen den Kinos zum Teil zugutekommen, doch diese weigern sich mit Universal weiter zu verhandeln, um gegebenenfalls den Film doch noch zu günstigeren Konditionen in einigen Kinos zeigen zu können. Immerhin war unsere VoD Kritik, die wir am 2. August 2020 veröffentlichten, nicht nur äußerst wohlwollend, sondern fast überschwänglich positiv ausgefallen.

Dennoch glauben wir bei dem hochpreisigen Angebot für Early Adopters nicht an einen durchschlagenden Erfolg der Online-Abrufe, zumal die deutlich preisgünstigere DVD-Variante bereits angekündigt wird.



Berlin passt die Abstandsregeln im Kino an.

Nach Nordrhein-Westfalen und Sachsen will auch Berlin die Kinos stärker unterstützen und sieht deshalb in einer Neuregelung veränderte Abstandsauflagen vor, die sich in vielen europäischen Ländern wie etwa Österreich, der Schweiz, Frankreich, der Niederlande, Dänemark, Finnland, Polen und der Ukraine bewährt haben.

In der Praxis bedeuten dies, dass zwischen Personen bzw. Personengruppen nur noch ein Sitzplatz frei bleiben muss. Mit dem neuen Hygiene-Rahmenkonzept, das in den kommenden Tagen in Kraft treten soll, wird den Berliner Kinos eine Saalauslastung von bis zu zwei Dritteln ermöglicht.

„Die verantwortungsvolle Reduzierung des Mindestabstands im Kinosaal in Berlin ist ein wichtiges Signal für die gesamte Branche,“ so Christian Bräuer, Vorsitzender des Filmkunsttheaterverbands AG Kino – Gilde. „Wir danken Senatskanzleichef Christian Gaebler, dem Berliner Senat und dem Medienausschuss des Abgeordnetenhauses für den intensiven Austausch und die sachliche Auseinandersetzung mit dem Ort Kino. Mit der Anpassung wird anerkannt, dass Kinos über geeignete räumliche, organisatorische und technische Gegebenheiten verfügen, um Hygieneauflagen sehr gut umzusetzen.“


Nach Nordrhein-Westfalen und Sachsen reduziert mit Berlin damit nun das dritte Bundesland die Abstandsauflagen am Sitzplatz.

„Entscheidend ist, dass nun zügig in allen Bundesländern vergleichbare Regelungen umgesetzt werden, um den Kinomarkt in Deutschland sicher ankurbeln zu können und für die Verleiher größere Filmstarts attraktiv zu machen. Idealerweise kommen wir mittelfristig zu bundeseinheitlichen Regelungen zurück,“ so Bräuer.

„Die Kinos haben nach der Wiedereröffnung bewiesen, dass sie um ihre Pflicht wissen, die behördlichen Auflagen sorgfältig und gewissenhaft um Schutz der Gäste und der Beschäftigten umzusetzen.“


Das Publikum erkennt das Engagement der Arthouse-Kinos während der Krise und im Zuge der Wiedereröffnung an. Obwohl die Saalkapazität angesichts der Abstandsauflagen bislang nur etwa ein Fünftel der verfügbaren Plätze beträgt, erreichten sie im Juli mit klug kuratierten Programmen und vielen Events immerhin ein Besucherniveau von rund 50 % des Vorjahres.

„Unser Dank gilt daher unserem Publikum, das uns mit Gutscheinverkäufen und Spenden während der Schließung solidarisch unterstützt hat und nun wiederkommt.", so Bräuer abschließend.


Link: www.agkino.de
Quelle: SteinbrennerMüller Kommunikation


Wieder mehr Zuschauer in den Berliner Kinos erlaubt

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Laut einem Bericht des rbb können Kinobesucher in Berlin demnächst weniger Abstand halten.



Wie Kultursenator Lederer (Linke) am letzten Dienstag, den 11.08.2020 mitteilte, wird der Mindestabstand von 1,50 Meter auf gut einen Meter gesenkt, denn die Kinos sind durch die Corona-Pandemie in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Deshalb sucht Berlin nach Lösungen, um wieder mehr Besucher zuzulassen.

Demnach dürfen künftig Kinobesucher wieder etwas enger zusammenrücken und jeder zweite Platz darf besetzt werden. Voraussetzung sei, dass die Räume gut belüftet seien und die Zuschauer einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieser war bisher auf den Sitzplätzen nicht erforderlich, sondern nur im Kassenbereich und beim Toilettengang, da in vielen Kinos nur jeder dritte Sitzplatz belegt werden durfte und in einigen Kinos sogar jede zweite Reihe gesperrt war.

Mit der neuen Regelung, bei der Berliner Kinos jeden zweiten Platz besetzen dürfen, scheint das Tragen von Masken auch während der Vorführung zur Pflicht zu werden. Das könnte allerdings zahlreiche Zuschauer abhalten, zukünftig ins Kino zu gehen, außer bei Freiluftvorführungen bei denen ein Maskenzwang natürlich nicht zur Anwendung kommt.

Zwar müssen auch Schüler in einigen Berliner Schulen während des Unterrichts Masken tragen, in andern Schulen ist dies aber nur auf den Gängen vorgeschrieben. Wir sind gespannt welche Regelung sich in den Berliner Kinos durchsetzen wird, denn die Corona-Fallzahlen sind wieder deutlich gestiegen, vor allem bei Urlaubsrückkehrern.

Bei den derzeitigen sommerlichen Höchstwerten ist eine Abstandsregelung in geschlossenen Kinos jedoch scheinbar überflüssig, denn es kommen deutlich weniger Zuschauer*innen in die Filmtheater als erwartet. Die Betreiber stöhnen zwar wegen der Einnahmeverluste, viele können dies aber durch Betreiben von eigenen Freiluftvorstellungen oder durch Kooperation mit Open-Air-Kinos ausgleichen, denn diese werden bei nächtlichen Temperaturen von bis zu 25.°C sehr gut angenommen.

Laut Lederer sollen die verringerten Abstandsregelungen für Theater und Konzerthäuser vorerst nicht gelten. Darüber soll entschieden werden, wenn Erfahrungen zu den Folgen der neuen Regelung in den Kinos vorliegen. Offensichtlich müssen Kinobesucher als Versuchsobjekt für nicht ausgereifte Vorschriften herhalten. Wir halten dies für unzumutbar.

Der Senat kommt mit der neuen Regelung einer Forderung der Kino-Betreiber nach, die verlangt hatten, die Abstandsregelung zu reduzieren. Sie hatten argumentiert, sie könnten derzeit nur maximal 20 % ihrer Kapazitäten nutzen, was sich negativ auf die Starttermine neuer Filme auswirke.



Wie der Tagesspiegel schreibt muss auch für eine gute Belüftung in den Kinos gesorgt werden. Das Arthouse-Kino »Filmkunst 66« in der Mommsenstraße in Berlin-Charlottenburg geht da mit guten Beispiel voran. Ein Aushang klärt auf, dass die Klimaanlage nur mit Frischluft betrieben wird, also keine gefilterte oder ungefilterte Umluft erneut in den Zuschauerraum gelangt.

Monatelang hatten die Kinos geschlossen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Nun gelten in jedem Bundesland andere Vorgaben. Wenn in Berlin künftig etwas weniger Abstand erlaubt ist, können mehr Besucher in einen Kinosaal. Die Betreiber könnten also mehr Tickets verkaufen - vorausgesetzt, die Menschen zieht es jetzt im Sommer ins Kino.

Denn ein Problem haben die Filmtheater: Viele Filmstarts sind verschoben. Nicht nur der neue "James Bond" ("NO TIME TO DIE") lief bisher nicht, auch andere Produktionen sind aufgeschoben. Das gilt zum Beispiel für die Neuverfilmung des Disney-Klassikers "MULAN". Der Start war erst unbestimmte Zeit verschoben. Nun soll der Film nicht nur in den USA, sondern womöglich auch bei uns gleich bei einem Streamingdienst erscheinen.

Hier der Trailer:



Verständlicherweise sind die Kinobetreiber empört und wollen im Rahmen einer Aktion sämtliches „Mulan“-Werbematerial inklusive Aufsteller und Sondermaterial mit Paketdiensten an das Disney-Büro in München zurücksenden.

„Nachdem die Kinos schon 2019 bundesweit begonnen haben, bis quasi heute auf Basis eigener Ressourcen und auch Kosten den ‚Disney+ Titel‘ intensiv zu bewerben, wollen und werden mehr als 150 Kinobetriebe sich nicht auch noch um die Entsorgung der Disney-Werbematerialien kümmern!“, heißt es auf Initiative der Nennmann & Thies /Thies Kinobetriebe.


Auch das neue Fantasy-Abenteuer „ARTEMIS FOWL“ auf das einige Kinobesitzer große Hoffnung gesetzt hatten, wird ab diesem Freitag, den 14.08.2020, nur exklusiv auf dem hauseigenen Disney+ Streamingdienst verfügbar sein.

Hier der Trailer:



Basierend auf Eoin Colfers Jugendbuch-Bestseller bietet „Artemis Fowl" ein fulminantes und atemberaubendes Filmerlebnis für Zuschauer aller Altersgruppen, das zum ersten Mal bei Disney+ bequem von zu Hause aus gestreamt werden kann. Star-Regisseur Kenneth Branagh hat ein episches Fantasy-Abenteuer geschaffen, das mit wunderschönen Landschaften und spektakulären visuellen Effekten, die die Zuschauer in neue magische Welten entführen, überzeugt. Der irische Newcomer Ferdia Shaw spielt die Titelrolle neben Lara McDonnell, Josh Gad, Tamara Smart, Nonso Anozie, Josh McGuire, Nikesh Patel und Adrian Scarborough sowie Colin Farrell und Judi Dench.




Die Betreiber glauben dagegen, dass die Verleiher einen neuen Film eher ins Kino bringen würden, wenn wieder mehr Menschen pro Kinosaal zugucken dürfen. Die Neuregelung in Berlin sehe Auflagen vor, die sich in vielen europäischen Ländern bewährt hätten, hatte der Verband AG Kino vergangene Woche erklärt.

Für Spanien und die Balearen dürfte dies wohl kaum zutreffen, weil aufgrund steigender Corona-Zahlen sogar das deutsche Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Barcelona, Madrid und dem Baskenland ausgesprochen hat. Im letzteren sollen im September die Internationalen Filmfestspiele von San Sebastián (SFIFF) vom 18.-26. 09.2020 stattfinden. Das dortige Filmfestival an der schönen Küstenstadt gehört zwar zu den kleineren der großen A-Festspiele, aber ohne internationales Publikum fehlen dennoch die notwendigen Einnahmen.

Überhaupt rafft das Virus der Lungenkrankheit Corona-19 auch immer wieder Stars aus der Filmbranche nieder. Am Dienstag verstarb der texanische Sänger und Gitarrist Trini Lopz ("If I Had a Hammer") im Alter von 83 Jahren in Palm Springs. Frank Sinatra hatte ihn entdeckt und unter Vertag genommen. Lopez spielte aber auch in Hollywoodfilmen mit, darunter in Robert Aldrichs "Das dreckige Dutzend" (1967).

In Frankreich will der Premierminister Jean Castex sogar die Maskenpflicht im Freien ausweiten. Ursprünglich war eine Lockerung bereits für Ende August geplant. Nachdem die Fallzahlen aber wieder steigen hat der französische Premierminister Jean Castex für eine möglichst flächendeckende Maskenpflicht geworben. Es bestehe ein "großes Risiko" für ein Wiederaufflammen der Corona-Pandemie, sagte Castex bei einem Besuch im südfranzösischen Montpellier.

Mehrere Kommunen haben daraufhin die Vorschriften zusätzlich ausgeweitet. So ist etwa in Paris und Nizza das Tragen von Atemschutzmasken rund um Touristen-Hotspots auch im Freien vorgeschrieben, denn Frankreich gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Mehr als 30.000 Menschen starben bereits an den Folgen einer Corona-Infektion. Kein Wunder, dass das Festival de Cannes abgesagt worden war.

Quellen: dpa | rbb | Tagesspiegel | ARD Text


BFFS kritisiert genderneutrale Schauspielpreise der Berlinale

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Deutliche Kritik des Bundesverbands Schauspiel die schauspielerischen Leistungen auf der Berlinale nur noch genderneutral auszuzeichnen.



Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) hat die Entscheidung der Internationalen Filmfestspiele Berlin kritisiert, ab 2021 schauspielerische Leistung genderneutral nur noch in einer Hauptrolle und einer Nebenrolle auszuzeichnen. Die Streichung von Geschlechterkategorien auf der Berlinale trägt nicht dem Thema Diversität Rechnung, sondern geht zu Lasten der Gleichberechtigung von Schauspielerinnen.

Wir hatten dazu die Pressemitteilung der 71. Berlinale 2021 am Dienstag, den 25. August 2020, veröffentlicht. Diese wird vom BFFS nun kritisiert.

„Die Berlinale versucht mit ihrer Entscheidung politisch korrekter zu sein als korrekt und erweist den wichtigen Zielen zur Erreichung von Gender- und Diversitätsgerechtigkeit im wahrsten Sinne des Wortes einen Bärendienst“, so Leslie Malton, Vorstandsvorsitzende des BFFS.

Und sie ergänzt: „Um mehr gendergerechtes Bewusstsein in der Branche zu erreichen und ein Signal zu setzen, müssen die derzeit benachteiligten Geschlechter sichtbarer werden. Aber die Streichung der Geschlechterkategorien führt zum Gegenteil.“


Dazu auch BFFS-Vorstandsmitglied Klara Deutschmann:

„Die Deutsche Filmindustrie hat erst vor wenigen Jahren begonnen, geschlechterspezifische Benachteiligungen von Frauen als Problem anzuerkennen, ist aber von gelebter Gleichberechtigung meilenweit entfernt. Immer noch sind weibliche Rollen in deutschen Filmen halb so präsent wie männliche. In dieser Situation den Preis für weibliche Rollen abzuschaffen, wird dazu führen, dass Schauspielerinnen für ihre Leistungen künftig ähnlich wenig gewürdigt werden, wie es bereits jetzt bei den Frauen in den anderen Kategorien der Fall ist.“


Klara Deutschmann verantwortet gemeinsam mit Antoine Monot, Jr. das Ressort Gleichstellung im BFFS.

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Stellungnahme des HDF zur FFG-Novelle

Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie und ihren noch nicht absehbaren Konsequenzen auf die deutsche Filmwirtschaft soll das Filmförderungsgesetz (FFG) ab 2021 um lediglich zwei – statt regulär fünf – Jahre verlängert werden. Die Novellierung des Gesetzes konzentriert sich deshalb auf rechtlich bzw. förderpolitisch zwingend erforderliche Änderungen.

Der HDF KINO begrüßt grundsätzlich dieses Vorgehen und bringt sich mit zwei Forderungen in die politische Debatte ein: Möglichkeit zur Verwendung von bewilligten Kinoprojektmitteln für unternehmenserhaltende Maßnahmen in Fällen höherer Gewalt sowie Sicherstellung des Kinofensters für alle in Deutschland gestarteten Filme.

Der Verband bekennt sich in seiner Stellungnahme unter dem Punkt „Sicherstellung des Kinofensters für alle in Deutschland gestarteten Filme“ auch dazu, dass die bisherigen Regelungen zur außerordentlichen Verkürzung der Sperrfristen gemäß § 55 FFG sich bekanntlich als krisentauglich manifestiert haben, „weshalb wir keinerlei Anlass für einen gesonderten Zusatz im Gesetzestext für Fälle höherer Gewalt sehen".

Allerdings muss es auch „in unser aller Interesse sein, die nicht aufhaltbaren Veränderungen jetzt aktiv mitzugestalten. Hierbei gilt es zu bedenken, dass die hiesige Filmbranche im Gegensatz zum US-Markt starkmittelständisch geprägt ist und von vorn herein eine deutlich schwächere Verhandlungsposition innehat. Deutschen Unternehmen wird es in Einzelverhandlungen mit Studios und Plattformen kaum gelingen, attraktive Rahmenbedingungen für neue Erlösstrukturen auszuhandeln“.


Der Verband warnt daher vehement davor, die Gestaltungshoheit über neue Geschäftsmodelle anderen zu überlassen, die dem Markt ihre Regeln regelrecht diktieren können. Zugleich appelliert er an die Politik, ordnungspolitische Anreize für ein ganzheitliches Branchenagreement zu setzen.

„Der HDF KINO wäre unter dieser Prämisse bereit, einer Reduzierung des Kinofensters für geförderte Filme im FFG auf vier Monate zuzustimmen, für den Fall das

1.) keine weiteren Verkürzungen im Gesetz vorgesehen sind

2.) parallel eine Branchenvereinbarung geschlossen wird, die für alle in Deutschland gestarteten Kinofilme bindend ist sowie

3.) Verkürzungen der Sperrfristen für die dem Kino nachgelagerte Auswertungskaskade nur gegen finanzielle Ausgleichsleistungen bei deutschen Kinofilmen möglich sind.“

Die vollständige Stellungnahme des Kinoverbandes lesen sie hier.

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Neue Digital-Initiative des BMWi

Der Verband HDF Kino weist daraufhin, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein neues Förderprogramm unter dem Titel „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ aufgelegt hat.

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Höhere Fördermittel für das "Zukunftsprogramm Kino"
Weitere fünf Millionen Euro wegen Corona von der BKM für die Kinos.

Aufgrund der hohen Nachfrage erhöht Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Fördermittel für das "Zukunftsprogramm Kino I" um fünf Millionen Euro aus ihrem Etat. Das Programm, das sich an Arthouse-Kinos und kleinere Kinos im ländlichen Raum richtet, startete bereits am 9. März 2020. Laut einer Mitteilung vom 26.08.2020 werden nun die Fördermittel von 17 Millionen Euro auf 22 Millionen Euro für das laufende Jahr aufgestockt.

Zusätzlich fördert die Kulturstaatsministerin die Kinobranche in Corona-Zeiten seit 1. August mit dem "Zukunftsprogramm II", das sich an Kinos richtet, die die strukturellen oder kulturellen Antragsvoraussetzungen des "Zukunftsprogramm I" nicht erfüllen.

Ziel ist es, Kinos bei pandemiebedingten Umbau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen zu unterstützen. Im Rahmen von Neustart Kultur stehen dafür 40 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt sind hier nun 165 Millionen Euro für die Filmbranche vorgesehen.


FFA erhält 30 Mio. Euro aus "Neustart Kultur"

Im Rahmen des Programms "Neustart Kultur" der Bundesregierung unterstützt BKM Monika Grütters die Filmförderungsanstalt (FFA) insgesamt mit 30 Millionen Euro. 19 Millionen Euro davon fließen direkt in den Haushalt der Filmförderanstalt, 10 Millionen Euro gehen in die Verleihförderung und eine Million wird für die Förderung des Filmvertriebs bereitgehalten. FFA-Präsident Bernd Neumann bedankt sich für diese Hilfsmaßnahme.

Das Programm "Neustart Kultur" stellt insgesamt 165 Mio. Euro für die Filmbranche zur Verfügung.

"Wochenlang hatten die Kinos in Deutschland geschlossen, jetzt können sie aufgrund der Abstandsregeln nur mit geringer Kapazität öffnen. Auch wurden zahlreiche Filmstarts verschoben, und es fehlen aktuell noch immer Filme, die das große Publikum ins Kino ziehen. Darunter leidet die gesamte Filmbranche, auch die Einnahmen der FFA sind durch diese Entwicklung stark zurückgegangen. Wir müssen daher jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir auch in Zukunft ein breites und vielfältiges Angebot an hochwertigen Filmen haben. Weil die FFA bei der Filmförderung eine Schlüsselrolle einnimmt, unterstützen wir sie jetzt direkt und helfen damit der Helferin. Eine starke FFA ist wichtiger denn je", so Grütters.


Die zusätzlichen 11 Millionen Euro für den Verleih und Vertrieb sind Teil eines umfassenden, zeitlich befristeten Maßnahmenprogramms der Kulturstaatsministerin zur Stärkung des Filmabsatzes. Um angesichts der Corona-Krise schnell und effizient Hilfe zu leisten, orientiert sich die Verleih- und Vertriebsförderung des Bundes an den etablierten Strukturen des Filmförderungsgesetzes (FFG). Die Förderung erfolgt in Form von Zuschüssen. Verleihunternehmen können Zuschüsse von bis zu 25 Prozent kumulativ zu der regulären Verleihförderung der FFA beantragen. Vertriebsunternehmen können Zuschüsse von bis zu 50 Prozent beantragen.

FFA-Präsident Bernd Neumann begrüßt die Unterstützung mit den Worten: "Im Namen der Branche und der FFA möchte ich der Bundesregierung und natürlich auch der Kulturstaatsministerin, Monika Grütters, sehr herzlich für diese Hilfe mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro danken. Die Einbrüche bei der Filmabgabe der Kinos führen zu einer empfindlichen Absenkung der Fördermittel, nach der eine gerade in diesen Zeiten effektive Förderarbeit nur noch sehr eingeschränkt möglich wäre. Mit den Mitteln aus dem BKM-Programm 'Neustart Kultur' wird unser Handlungsspielraum wieder erhöht und die FFA kann dazu beitragen, dass die deutsche Film- und Kinowirtschaft während und nach der Corona-Pandemie im Rahmen des Möglichen produktiv und leistungsfähig bleibt."

Und weiter sagt Neumann: "Die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung zur Reduzierung der Pandemieschäden generell, die auch der Filmwirtschaft zu Gute kommen, die verschiedenen Sonderprogramme für die Film- und Produktionswirtschaft im Haushalt von BKM sowie die 19 Millionen Euro zur Stärkung der FFA verdeutlichen, dass die Förderung von Film und Kino auch weiterhin zu den Schwerpunkten der Kulturpolitik von Monika Grütters gehören. Natürlich werden die Schäden der Pandemie nicht folgenlos bleiben, aber jetzt gilt es für die zuständigen Gremien der FFA, die finanziellen Zuwendungen in diesem, aber insbesondere auch im nächsten Jahr, mit Augenmaß und Weitsicht einzusetzen."


Quellen: Filmecho | BFFS | HDF | FFA | Blickpunkt:Film




Eine geplante Wiedereröffnung und eine aktuelle Filmkritik im August, Teil vier

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Die am 05. September geplante Wiedereröffnung des historischen Kinos Intimes wurde auf den 03. Oktober 2020 verschoben.



Dass Kino Wiedereröffnungen manchmal einige Jahre länger dauern können, hat man in Berlin jüngst beim Charlottenburger Klick Kino gesehen, das 13 Jahre im Dornröschenschlaf lag und nach einer kurzen Interimsphase erst seit dem 30. Juni 2020 wieder erfolgreich und dauerhaft geöffnet ist.

Weniger von Erfolg gekrönt war nach aufwändigen Umbau der 2016 erfolgte Neustart des Eiszeit-Kinos im Kreuzberger Wrangelkiez, der bereits zwei Jahre später mit einer Insolvenz endete.

Ein gutes Ende erhofft man sich dagegen für die Modernisierung des Ladenkinos Intimes, das - nach einer vorübergehenden Einstellung des Betriebes im April 2019 - schon seit 1933 an der Ecke von Boxhagenerstraße und Niederbarnimstraße in Berlin-Friedrichshain eines der wenigen ist, das seinen Betrieb fast durchgehend aufrecht erhalten konnte.

Die Eigentümerin des Hauses, eine Mietergenossenschaft, wollte die unternehmerische Entscheidung des Betreibers zur Betriebsschließung nicht akzeptieren und nahm das Zepter zur Renovierung des Filmtheaters selbst in die Hand. Die ursprünglich für den 05. September geplante Wiedereröffnung des historischen Kinos Intimes muss jedoch auf den 03. Oktober 2020 verschoben werden, weil die am Umbau beteiligten Kollegen noch etwas Zeit benötigen, um ihr Werk zu vollenden.

Danach wird die KINOACHSE FRIEDRICHSHAIN mit den Tilsiter Lichtspielen (NW) - Kino Intimes (Mitte) - Kino Zukunft & Freiluftkino Pompeji (SO) wieder vollständig sein.

Wegen der Corona-Abstandsregeln wird das Programm am Eröffnungstag, den 03. Oktober 2020, ein TAG DER OFFENEN TÜR werden, mit eintrittsfreien Kurzfilmvorstellungen auf Spendenbasis.

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"STILL HERE" Thriller von Vlad Feier (USA) um einen Vater auf der Suche nach seiner vermissten Tochter. Mit Johnny Whitworth, Maurice McRae, Afton Williamson u.a. seit 27. August 2020 im Kino. Hier der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Mit Hilfe eines Journalisten sucht ein afroamerikanischer Familienvater nach seiner verschwundenen Tochter.

Seit über zwei Wochen ist die zehnjährige Monique Watson nun schon verschwunden. Routinemäßig hat die Polizei die Nachbarn befragt. Niemand hat das Mädchen gesehen. Laut Statistik werden in den USA eine halbe Million Kinder und Jugendliche vermisst.

Die meisten Fälle bleiben ungeklärt, das öffentliche Interesse ist gering. Erst recht, wenn man so wie die Familie Watson, in einem New Yorker Viertel wohnt, in dem überwiegend Schwarze leben. Jeden Tag läuft Michael Watson das Viertel ab, klebt Plakate mit dem Foto seiner Tochter, verteilt unermüdlich Handzettel, klingelt an den Türen und stellt immer dieselbe verzweifelte Frage, ob jemand sein Kind gesehen hat. Von der Polizei und den Medien im Stich gelassen, ist die Familie allein mit ihrem Schmerz. In seiner Hilflosigkeit besucht er eine Selbsthilfegruppe aber vor lauter Wut und Schmerz, kriegt er kaum ein Wort heraus. Ihm ist klar, dass er in diesem Land ein Bürger zweiter Klasse ist. Seine Frau Tiffany (Afton Williamson) und sein Sohn Andre (Jared Kemp) verbringen die meiste Zeit des Tages vor ihrem Hausaltar und beten inbrünstig.

Ein weißer Journalist von „The Chronicle“, Christian Baker (Johnny Whitworth) hat beschlossen, sich um den Fall zu kümmern. Als er vor Michaels Tür steht, wirft er ihn hinaus. Er glaubt einfach nicht mehr daran, dass ihm jemand Hilfe anbietet und doch wieder nur leere Versprechungen macht. Baker bleibt stur und setzt mit seinen Recherchen die Behörden unter Druck.

Um nicht als tatenlos dazustehen, knöpft sich die Polizei ein Schwarzen vor, den sie unbedingt als Täter vorführen wollen. Bei dem brutalen Verhörmethoden, stammelt er unter Tränen immer wieder, dass er unschuldig ist. Auf der Toilette bringt er sich um. Wieder ein erschütterndes Beispiel dafür, wie rassistische Vorurteile in den Köpfen der amerikanischen Polizei herumspuken.

Für Baker die perfekte Story, um Schlagzeilen zu machen und eine willkommene Abwechslung zu seiner sonstigen drögen Arbeit. Er zeigt zwar Engagement, kann aber die traurigen Lebensumstände der afroamerikanischen Community nicht wirklich verstehen, zeigt sich aber geläutert.

Auch die beiden Polizisten (Jeremy Holm, Danny Johnson), wobei einer von ihnen ein Schwarzer ist, erwidert die Unschuldsbeteuerungen des Suizidopfers, mit dem Satz: „Ich bin doch nicht dein Bruder“. Später haben auch sie haben dumpf begriffen, Fehler gemacht zu haben. Ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer den Regisseur Vlad Feier uns da serviert.

Maurice Mc Rae, in der Rolle des gebrochenen Vaters, liefert ein zu tiefst berührendes Schauspiel. Es sind bewegende Momente in diesem Film.

Ulrike Schirm



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Erfurt vergibt die Spatzen Preise - München sagt Filmball 2021 ab - HDF Kino e.V. mag keine Maskenpflicht

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Preisvergabe beim Kinder- & Jugendmedienfestival GOLDENER SPATZ.



Nach gut einer Woche Laufzeit (20.-26. September 2020) sind beim 28. Kinder- & Jugendmedienfestival GOLDENER SPATZ die Preise in Erfurt vergeben worden.

Die Kinderjury bestimmte in Erfurt "Die Pfefferkönner und der Schatz der Tiefsee" zum besten Langfilm des Wettbewerbs. Regisseur Christian Theede bekam den mit 1.500 Euro dotierten Preis.

Insgesamt wurde 7 Goldene Spatzen vergeben:

Serie/Reihe Animation: "Mighty Mops: Wau Wau Land"
Unterhaltung: "Woozle Goozle: Stille Nacht, woozlige Nacht"
Information/Dokumentation/Dokumentarfilm: "Triff... Harriet Tubman"
Kurzfilm: "Tobi und der Turbobus"
Wettbewerb Digital: "Gute Geschichten": Ratzfatz durch die Mauer

Die Jury des MDR-Rundfunkrates sprach ihren Preis für das beste Drehbuch (4.000 Euro) Beate Völcker und Co-Autor Peter Palatsik für "Fritzi - eine Wendewundergeschichte" zu.

Der Publikumspreis (2.500 Euro) ging an "Auerhaus"über vier junge Freunde, die unter den skeptischen Augen der dörflichen Nachbarn eine Schüler-WG gründen. (Regie: Neele Leana Vollmar). Hier der Trailer:



Link: www.goldenerspatz.de

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Deutscher Filmball fällt 2021 aus.

Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Forscher haben herausgefunden, dass das Coronavirus mutiert ist und noch ansteckender geworden ist.

"Der Deutsche Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte Thomas Negele, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), mit.


Der Deutsche Filmball gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Veranstaltungen der deutschen Filmbranche. 2021 sollte er zum 48. Mal stattfinden. Die Veranstalter hoffen nun darauf, im Jahr 2022 wieder im Münchner Nobelhotel Bayerischer Hof tanzen zu können.

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HDF fordert Abschaffung der Maskenpflicht in Kinos.

CSU-Chef Markus Söder hat seine bisherige Corona-Strategie als alternativlos verteidigt. Zudem plant Söder einen Runden Tisch zur Corona-Strategie. Daran sollten unter anderem Mediziner teilnehmen, aber auch Philosophen, Ethiker und Vertreter der Kirchen, die "alles hinterfragen", um dabei zu helfen, eine eine "andere Perspektive zu zeigen".

"Für mich als Christ ist es ethisch nicht vertretbar, für das Freizeitverhalten vieler das Leben weniger zu Opfern", sagte er am Samstag, den 26.09.2020, in seiner Grundsatzrede bei einer Videokonferenz des ersten großen Online-Parteitags der CSU. Das Virus sei "mit aller Macht, mit aller Wucht wieder da in ganz Europa", sagte Söder weiter. "Diese zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark."


Trotz wieder steigender Covid-19-Fallzahlen werden die Corona-Maßnahmen vor allem von jüngeren Personen in einigen Party-Hotspots nicht mehr allzu ernst genommen. Die Hasenheide in Berlin ist zu einer großen Open-Air-Disko geworden und auch in der Mainmetropole Frankfurt sowie in den Zügen der Kölner Verkehrsbetriebe wird - wie kürzlich noch in den Berliner U-Bahnen geschehen - wieder gefeiert wie vor Pandemie-Zeiten.

Jugendliche feiern irre Corona-Party in der Berliner U-Bahn. Hier ein Clip.



Bei Blockbuster-Filmen in den Mainstream Kinos der Multiplex-Theater wird manchmal bedenklich nah zusammen gerückt, viel miteinander geredet und zwischendurch ziemlich häufig während des knapp einstündigen Werbe-Vorprogramms aufgestanden.

Ganz anders dagegen verlaufen die Vorstellungen in den Arthouse-Kinos. Hier treffen sich ruhige Cineasten meist älteren Semesters. Zudem werden dort größere Abstandsregelungen bevorzugt, was für junge Leute offensichtlich eher unattraktiv ist.

Sogar der Fußball-Bundestrainer Joachim Löw sieht die Zulassung ausgelassener Fans angesichts der steigenden Corona-Zahlen kritisch.

"Ich halte es grundsätzlich ein bisschen für das falsche Signal, dass man Risikogebieten jetzt wieder so viele Zuschauer zulässt", so Löw.


UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sieht dagegen darin ein "Pilotprojekt" bei der Zuschauerrückkehr, ebenso wie Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des Hauptverbandes der Kinobetreiber (HDF Kino), die neben einem möglichst geringem Sitzabstand in den Kinos außerdem für eine komplette Abschaffung der Maskenpflicht während der Film-Vorführungen plädiert.

Angesichts eines drohenden neuen Lock-Downs halten wir die Abschaffung der Maskenpflicht bei noch geringerem Sitzabstand in Kinos, Theatern und Stadien jedoch für ein falsches Signal!

Christopher Nolans Blockbuster "TENET" belegt zwar derzeit den ersten Platz der Kinocharts, gleichwohl werden die erwarteten Umsätze des Blockbusters bei weitem nicht erreicht. Deshalb in den Kinos wieder enger zusammenzurücken, um mehr Zuschauer unterzubringen, würde wahrscheinlich wenig nützen, sondern eher jene abschrecken, die sich trotz der Pandemie ins Kino trauten, weil Kinos wie der Berliner Delphi Palast, wo exklusiv eine 70mm Fassung des Films läuft, einen Sitzabstand von mindestens 1,5 Metern gewährleisten.

Im Berliner Zoo Palast dagegen, wo ebenfalls eine Fassung in 70mm gezeigt wird, wurde der Sitzabstand auf einen Meter verkürzt. Stattdessen herrscht dort aber Maskenpflicht während der gesamten Vorstellung auch am Sitzplatz selber, was bei einem knapp dreistündigen Film nicht jeder verträgt und deshalb nicht mehr ins Kino gehen will.

Bei unseren gestrigen Filmempfehlungen, sind Befürchtungen von zu geringem Sitzabstand und über die Stränge schlagende Besucher allerdings kaum zu erwarten. In den meisten Arthouse-Programmkinos wird maximal jeder dritte Platz und nur jede zweite Reihe belegt. Im Höchstfall sind dies 25% der Besucherkapazität des jeweiligen Kinos.

Für die Kinobetreiber sicherlich schmerzhaft und auf Dauer finanziell nicht tragbar. Doch die Gesundheit der Zuschauer geht vor!

Quellen: dpa | AFP | Filmecho | Zoo Palast | Bild | HDF Kino e.V.