An diesem beweglichen Feiertag der evangelischen Kirchen, dem letzten Sonntag vor Advent, gedenken wir immer der Verstorbenen aus der Medienbranche.
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Seit 2010 erinnern wir am Totensonntag in unserem BAF-Filmtagebuch an jene Personen aus der Schauspiel-, Film-, Fernseh- und Medienbranche, die von uns gegangen sind. Diese Tradition des bereits 1974 gegründeten Filmverbandes unabhängiger Filmemacher wollen wir 2025 fortsetzen. Die zahlreichen Nachrufe auf verstorbene Prominente erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden aber nach bestem Wissen erstellt. Auch in diesem Jahr haben wir wieder eine Fülle an Informationen und Daten, sodass wir die Einträge erneut zum Umblättern auf 12 Seiten aufgeteilt haben, entsprechend der Anzahl der Monate im Jahr.
Ältere Einträge finden Sie unter dem 21. November 2010 und 20. November 2011 und 25. November 2012 und 24. November 2013 und 23. November 2014 und 22. November 2015 und 20. November 2016 und 26. November 2017 und 25. November 2018 und 24. November 2019 und 22. November 2020 und 21. November 2021 und 20. November 2022 und 26. November 2023 sowie zuletzt unter dem 24. November 2024.
Am Ende der nachfolgenden Auflistung sind in der erweiterten Ansicht detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.
Sie ruhen in Frieden
Jeff Baena 3. Januar 2025
Dalyce Curry ~ 8. Januar 2025
Otto Schenk 9. Januar 2025
Rory Sykes ~ 10. Januar 2025
Oliviero Toscani 13. Januar 2025
David Lynch 16. Januar 2025
Joan Plowright 16. Januar 2025
Bertrand Blier 20. Januar 2025
Horst Janson 28. Januar 2025
Max Schautzer 29. Januar 2025
Marianne Faithful 30. Januar 2025
Lee Joo-sil 2. Februar 2025
Tony Roberts 7. Februar 2025
Souleymane Cissé 19. Februar 2025
Ernst Hilbich 20. Februar 2025
Gene Hackman ~ 24. Februar 2025
Roberto Orci 25. Februar 2025
Michelle Trachtenberg 26. Februar 2025
Eleonora Giorgi 3. März 2025
Wolfgang Engel 7. März 2025
Hans Peter Korff 9. März 2025
Simon Fisher-Becker 9. März 2025
Bruce Glover 12. März 2025
Peggy Parnass 13. März 2025
Rolf Schimpf 22. März 2025
Richard Chamberlain 29. März 2025
Val Kilmer 1. April 2025
Mario Vargas Llosa 13. April 2025
Jean Marsh 13. April 2025
Sophie Nyweide 14. April 2025
Nora Aunor 16. April 2025
Edda Loges 16. April 2025
Lar Park-Lincoln 22. April 2025
Waltraut Haas 23. April 2025
Hans-Günther Bücking 24. April 2025
Cora Sue Collins 27. April 2025
Priscilla Pointer 28. April 2025
Dietmar Mössmer 2. Mai 2025
Helmut Thoma 3. Mai 2025
James Foley 6. Mai 2025
Joe Don Baker 7. Mai 2025
Margot Friedländer 9. Mai 2025
Carl Hegemann 9. Mai 2025
Robert Benton 11. Mai 2025
Giovanni Arvaneh 14. Mai 2025
Charles Strouse 15. Mai 2025
Elisabeth Orth 17. Mai 2025
Kathleen Hughes 19. Mai 2025
Karl-Ulrich Meves 20. Mai 2025
Sebastião Salgado 23. Mai 2025
Marcel Ophüls 24. Mai 2025
Presley Chweneyagae 27. Mai 2025
Per Nørgård 28. Mai 2025
George E. Smith 28. Mai 2025
Alf Clausen 29. Mai 2025
Loretta Swit 30. Mai 2025
Ulrich Häusler 30. Mai 2025
Jonathan Joss 1. Juni 2025
Nicole Croisille 4. Juni 2025
Frederick Forsyth 9. Juni 2025
Harris Yulin 10. Juni 2025
Elisabeth Nagy 13. Juni 2025
Lalo Schifrin 26. Juni 2025
Rick Hurst 26. Juni 2025
Kenneth Colley 30. Juni 2025
Monika Hansen 26. Juni 2025
Julian McMahon 2. Juli 2025
Anita Kupsch 3. Juli 2025
Michael Madsen 3. Juli 2025
Mark Snow 4. Juli 2025
Claus Peyman 16. Juli 2025
Alan Bergman 17. Juli 2025
Jimmy Hunt 18. Juli 2025
Tom Troupe 20. Juli 2025
Malcolm-Jamal Warner 20. Juli 2025
Dan Ziskie 21. Juli 2025
Ozzy Osbourne 22. Juli 2025
Doris Gercke 25. Juli 2025
Lutz Mommartz 26. Juli 2025
Alon Aboutboul 29. Juli 2025
Robert Wilson 31. Juli 2025
Jonathan Kaplan 1. August 2025
Kelley Mack 2. August 2025
Loni Anderson 3. August 2025
Song Young-kyu 4. August 2025
Danielle Spencer 11. August 2025
Terence Stamp 17. August 2025
Joe Caroff 17. August 2025
Torsten Michaelis 17. August 2025
Jerry Adler 23. August 2025
Arthur Brauss ~ 28. August 2025
Graham Greene 1. September 2025
Giorgio Armani 4. September 2025
Horst Krause 5. September 2025
Robert Redford 16. September 2025
Claudia Cardinale 23. September 2025
Hartmut Bitomsky 24. September 2025
Georg Stefan Troller 27. September 2025
Jane Goodall 1. Oktober 2025
Wanda Perdelwitz ~ 8. Oktober 2025
Diane Keaton 11. Oktober 2025
Nasser Taghvai 14. Oktober 2025
Klaus Doldinger 16. Oktober 2025
Jack White ~ 16. Oktober 2025
June Lockhart 23. Oktober 2025
Björn Andrésen 26. Oktober 2025
Jack DeJohnette 26. Oktober 2025
Dieter Wiedemann 30. Oktober 2025
Tchéky Karyo 31. Oktober 2025
Dieter Weidenfeld 1. November 2025
Diane Ladd 3. November 2025
Pauline Collins 6. November 2025
Felix Eitner 8. November 2025
Sally Kirkland 11. November 2025
Homayoun Ershadi 11. November 2025
Hark Bohm 14. November 2025
Alice & Ellen Kessler 17. November 2025
Spencer Lofranco 18. November 2025
Ornella Vanoni 21. November 2025
Im nachfolgenden Link der erweiterten Ansicht sind detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.
Jeff Baena 3. Januar 2025
Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Jeff Baena, Ehemann der Schauspielerin Aubrey Plaza, nahm sich mit 47 Jahren in Los Angeles das Leben. Baena schrieb Drehbücher und führte Regie bei düster-komödiantischen Independentfilmen, in denen auch seine Ehefrau Aubrey Plaza mitspielte. Zusammen mit Regisseur David O. Russell ("Silver Linings", "American Hustle") schrieb er das Skript für die bissige Komödie "I Heart Huckabees"über Sinnsuche und Lebenskrisen. Sie wurde mit Isabelle Huppert, Naomi Watts, Dustin Hoffman und Jude Law verfilmt. Baena, Sohn einer Lehrerin und eines Anwalts, wuchs in Miami auf und besuchte die Filmschule der New York University. In einem Interview mit dem Comedian und Podcaster Marc Maron im Jahr 2017 erzählte er, dass sein Interesse am Kino geweckt worden sei, nachdem er als Kind Stanley Kubricks "Uhrwerk Orange" und Federico Fellinis "Achteinhalb" gesehen hatte. Nach zehnjähriger Beziehung heiratete er 2017 seine Frau Aubrey Plaza, die aus der populären Serie "The White Lotus" und dem Coppola-Film "Megalopolis" bekannte wurde. Sie spielte auch in mehreren Filmen mit, bei denen Jeff Baena Regie führte – darunter "Life After Beth" (2014), "The Little Hours" (2017) und "Spin Me Round" (2022). International erfolgreich wurden seine Filme jedoch nicht.
Dalyce Curry ~ 8. Januar 2025
Die 95-jährige farbige US-Schauspielerin Dalyce Curry kam bei dem verheerenden Brand in Los Angeles ebenso ums Leben, wie weit über 20 weitere Personen, die vor den lodernden Flammen nicht schnell genug fliehen konnten. Über 10.000 Gebäude mit mehr als 30.000 Bewohnern wurden bis dahin bei dem Brand zerstört, der noch wochenlang anhielt. Die Überreste der Schauspielerin wurden erst Tage später in ihrem Anwesen in Altadena gefunden. Dalyce Curry war in den 1950er Jahren Teil der afroamerikanischen Gemeinschaft in Hollywood. Sie trat als Komparsin in Filmen wie "Blues Brothers" und "Die zehn Gebote" auf. Das letzte Mal wurde sie am 7. Januar 2025 lebend gesehen, als sie nach einem Krankenhausbesuch nach Hause zurückkehrte. Ihre Enkelin, Dalyce Kelley, die den Tod ihrer Großmutter über soziale Medien bestätigte, konnte nicht bei ihr bleiben, was sich als tragisch erwies. Mit den Bränden in Pacific Palisades, gelegen zwischen Malibu und Santa Monica wurden Teile von Los Angeles verwüstet. Dort standen zahlreiche Villen-Viertel, die fast vollständig zerstört wurden. Starke Santa-Ana-Winde fachten die Flammen an und erschwerten über Wochen die Rettungsmaßnahmen. Zu weiteren Betroffenen zählen bekannte Schauspieler wie Harrison Ford und James Woods, die auf Geheiß der örtlichen Behörden ihr Anwesen verlassen mussten. Den Ursprung des Ortes im Westen von L.A. bildete das Filmstudio Inceville, das vom Filmpionier Thomas Harper Ince zwischen 1911 und 1922 betrieben wurde. Durch den später kultivierten Ort führt der Sunset Boulevard mit einer Reihe von Restaurants, Geschäften, Banken und Büros, von denen nur noch Ruinen mit ausgebrannten Autos übrig sind, umrahmt von einer noblen Villengegend, die ebenfalls in Schutt und Asche liegt.
Otto Schenk 9. Januar 2025
Der in Wien geborene österreichische Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Intendant Otto Schenk verstarb Im Alter von 94 Jahren in seinem Haus am Irrsee. Mehr als 70 Jahre stand Schenk auf der Bühne und realisierte etwa 150 bis 200 Inszenierungen. Zwischen 1955 und 2019 war er aber auch in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen zu sehen, wie z.B. 1960 als Arzt in der Artur Brauner Produktion "Der brave Soldat Schwejk" mit Hauptdarsteller Heinz Rühmann. Als Sohn eines Vaters jüdischer Herkunft war seine Jugend von den Gräueltaten des Nationalsozialismus geprägt. Nach dem Abbruch des Jurastudiums absolvierte Schenk das Max Reinhardt Seminar und trat anschließend als Schauspieler und Kabarettist auf. Schenk hat über Österreich hinaus auch in Deutschland und anderen Ländern zahlreiche Inszenierungen verantwortet. Stationen waren die Opern und Theater in München, Düsseldorf, Berlin, Köln und Hamburg. An der Metropolitan Opera in New York inszenierte er den gesamten "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner.
Rory Sykes ~ 10. Januar 2025
Rory Callum Sykes, ein ehemaliger Kinderfernsehstar, kam bei den verheerenden Bränden in Los Angeles im Alter von nur 32 Jahren ums Leben. Die Medien berichten über die dramatischen Umstände des Vorfalls und die Worte seiner Mutter, die trotz ihrer Verletzungen versuchte, ihren Sohn zu retten. Sykes war bekannt aus der britischen Kindersendung "Kiddy Kapers", die 1998 ausgestrahlt wurde. Der Junge war ein gutes Beispiel dafür, dass eine Behinderung niemanden ausschließen muss. Er war blind und litt an einer zerebralen Lähmung, konnte sich jedoch die Sympathien der Zuschauer gewinnen. Trotz der Schmerzen, die er ständig verspürte, bemühte er sich, das Leben und das Reisen zu genießen, doch die Brände in Los Angeles verschonten das Haus, in dem er lebte, nicht. Das Feuer brach unbemerkt aus, als die Glut das Dach zu ergreifen begann, versuchte die Mutter von Rory Callum Sykes, ihn sofort zu retten, doch aufgrund ihrer Verletzung mit einem gebrochenen Arm fiel es ihr schwer, ihren behinderten Sohn nach draußen zu bringen. Zudem war das Wasser abgestellt worden und auch die Notrufleitung funktionierte nicht. In der nahezu ausweglosen Situation machte sich die Frau allein auf die Suche nach Feuerwehrleuten in der Nähe. Die herbeigeeilten Einsatzkräfte fanden leider nur noch das niedergebrannte Haus, in dem Sykes durch eine Kohlenmonoxidvergiftung ums Leben kam. Die Brände in L.A. haben viele amerikanische Prominente getroffen, die luxuriöse Häuser in diesem Teil Kaliforniens hatten — unter ihnen Paris Hilton und Mel Gibson. Beide verloren ihre Anwesen.
Oliviero Toscani 13. Januar 2025
Der italienische Star-Fotograf Oliviero Toscani verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in der Toscana in der Nähe von Livorno, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf eine Mitteilung der Familie des Künstlers. Toscani war vor allem durch seine umstrittenen Fotos für die Werbekampagnen der Textilfirma Benetton in den 1980er und 1990er Jahren international bekannt geworden, darunter etwa die Plakate unter dem Slogan "All the colours of the world" mit in bunten Benetton-Pullovern gekleideten Kindern aller Hautfarben. Generell nutzte Toscani für die Kampagnen regelmäßig sozialkritische und kontroverse Bilder wie z.B. die Magersuchtskampagne eines Mannequins, oder die Aufnahme eines blutigen Hemds mit Einschussloch eines gefallenen Soldaten im Bosnienkrieg. Nach einer weiteren Kampagne im Jahr 2000, die Porträtaufnahmen von zum Tode verurteilten Gefängnisinsassen in den USA zeigte, distanzierte sich Benetton-Mitgründer Luciano Benetton von ihm und entließ ihn. Von Ende 2017 bis Anfang 2020 arbeitete Toscani jedoch erneut für die Firma. Zwischendurch fotografierte er auch Werbekampagnen für Chanel, Toyota und Esprit sowie für zahlreiche weitere Marken.
David Lynch 16. Januar 2025
David Keith Lynch, der legendäre US-amerikanische Filmemacher, Regisseur, Produzent, Drehbuchautor, Schauspieler, Maler, Fotograf, Lithograf, Bildhauer, Möbeldesigner und Komponist, verstarb im Alter von 78 Jahren, vier Tage vor seinem 79. Geburtstag. Lynch war ein einflussreicher Regisseur und Künstler, der ein bedeutendes Film-Erbe hinterlässt, das unvergessen bleibt. Sein einzigartiger Stil, der Filme wie "Blue Velvet" und "Mulholland Drive" prägte die Filmwelt. Er war bekannt für seine albtraumhaften und surrealistischen Erzählungen. Jeder neue Film von David Lynch war eine Einladung in einen Fiebertraum, bei dem es niemals darum ging, das Gezeigte zu verstehen, sondern das Fühlen, das Erleben und das Verschwinden im Vordergrund standen. Zudem hat er mit Werken wie "Twin Peaks" die Popkultur nachhaltig beeinflusst. Lynch bekam 1990 die Goldene Palme von Cannes für "Wild at Heart" verliehen. Des Weiteren wurde er viermal für den Oscar nominiert. Nach einem Studium von 1964–1970 an der Pennsylvania Academy of Fine Arts nahm er von 1970–1979 ein Filmstudium am neuen Center for Advanced Filmstudies (AFI) in Los Angeles auf, wo sein erster Horror-Spielfilm "Eraserhead" entstand, der 1977 nach einem beschwerlichen Start in New York City bald zu einem Mitternachts-Underground-Geheimtipp wurde und bis 1982 in 17 US-amerikanischen Städten gezeigt wurde. 1980 folgte "Der Elefantenmensch", der auf der realen Geschichte von Joseph Merrick basiert, der von Geburt an einem völlig entstellten Gesicht litt. Der Film wurde für acht Oscars nominiert. Lynch galt folglich als eines der „vielversprechendsten neuen Talente des Hollywood-Establishments“, um den sich Regisseure wie Francis Ford Coppola, George Lucas und Dino De Laurentiis bemühten. Letzterer lies Lynch das Drehbuch zu "Dune" verfassen und bot ihm einen Vertrag über vier weitere Filme: "Blue Velvet", "Ronnie Rocket", "Dune II" und "Dune III" an. Für Lynch wurde der Science-Fiction-Film "Dune - Der Wüstenplanet" der erste Spielfilm in Farbe, dessen Kosten sich auf 52 Millionen US-Dollar beliefen – der teuerste Lynch-Film, der je gedreht wurde. Einen Rückschlag musste Lynch jedoch 1992 bei der Spielfilmfassung seiner erfolgreichen Fernsehserie "Twin Peaks" verkraften, der sich zu sehr von deren Inhalt und Form der TV-Serie abhob und vom Kinopublikum auf den Filmfestspielen von Cannes ausgebuht wurde. Lynchs letzter Kinofilm "Inland Empire", der Anfang September 2006 in Venedig seine Premiere feierte, wurde komplett mit einer digitalen Handkamera gedreht und zum Teil improvisierend ohne Drehbuch gefilmt hatte. Bei diesen Filmfestspielen wurde Lynch zudem der Goldene Löwe für sein Lebenswerk verliehen.
Joan Plowright 16. Januar 2025
Die britische Film- und Theaterschauspielerin Joan Plowright verstarb im Alter von 95 Jahren in London. Plowright war mit Schauspiellegende Laurence Olivier verheiratet und stand jahrzehntelang auf der Bühne. Zudem war sie für ihre Rolle in dem Kinofilm "Verzauberter April" aus dem Jahre 1991 unter der Regie von Mike Newell für einen Oscar nominiert worden. Plowright spielte etwa auch 1996 in "101 Dalmatiner" und 1999 in "Tee mit Mussolini" mit. Da sie langsam erblindete, verabschiedete sie sich bereits 2009 in den Ruhestand. Zuletzt war sie noch einmal 2019 in dem Dokumentarfilm "Tea with the Dames – Ein unvergesslicher Nachmittag" (Nothing Like a Dame) an der Seite von den ebenfalls geadelten drei Darstellerinnen Judi Dench, Maggie Smith und Eileen Atkins vor der Kamera zu sehen. 1960, am Anfang ihrer Karriere spielte sie in den Stücken und Verfilmungen der sogenannten »Angry Young Men« wie John Osbornes Drama "Der Komödiant" (The Entertainer), war Zeitgenossin einer neuen, aus der Arbeiterklasse stammenden Schauspielergeneration, zu der Albert Finney, Alan Bates und Anthony Hopkins zählten. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen mehr als 75 Film- und Fernsehproduktionen.
Bertrand Blier 20. Januar 2025
Bertrand Blier, der französische Regisseur und Drehbuchautor, bekannt für seine provokanten Filme und Skandale, verstarb im Alter von 85 Jahren in Paris. Seine Werke prägten das französische Kino der 1970er und 1980er Jahre und machten Stars wie Gérard Depardieu, Miou-Miou, Isabelle Huppert oder Josiane Balasko berühmt. Der Regisseur, der auch mit der Komödie "Die Ausgebufften" von 1974 bekannt wurde, der Blier den Ruf eines Skandalregisseurs einbrachte, war für seinen schwarzen Humor bekannt. In seinen Filmen setzte sich Bertrand Blier intensiv mit Themen wie Begierde, menschlichen Trieben und sozialen Schichten auseinander. Für den Streifen "Frau zu verschenken" gewann er 1979 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Als Regisseur verantwortete er rund 20 Produktionen, als Autor war er an zwei Dutzend Filmen beteiligt.
Horst Janson 28. Januar 2025
Der in Mainz geborene Film- und Fernsehdarsteller Horst Janson verstarb nach gesundheitlichen Problemen im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München. Als Heranwachsender wirkte er in Theateraufführungen seiner Schule mit. Sein Schauspieldebüt erlebte er am Wiesbadener Staatstheater. Erste breitere Bekanntheit erlangte er 1969 mit der ARD-Fernsehserie "Salto Mortale". Nach einer Rolle im Jahre 1970 an der Seite der Filmlegenden Charles Bronson und Tony Curtis im britischen Kinofilm "Zwei Kerle aus Granit", wurde die ZDF-Fernsehserie "Der Bastian" ab 1973 zu seinem größten Erfolg. Obwohl er selbst zu der Zeit schon Ende 30 war, überzeugte Janson in der Rolle des ewigen Studenten. In den 1980er Jahren wurde er als Freund von Tiffy und Samson in der "Sesamstraße" zum Idol einer ganzen Kindergeneration. Er spielte auch in Serien wie "Forsthaus Falkenau" und "Immenhof". 1998 gab er bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg den Old Shatterhand und 2001 den Old Firehand. Bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen in Dasing spielte er von 2006-2009 erneut Old Shatterhand in "Der Schatz im Silbersee". Bis vor wenigen Jahren spielte Janson erneut in verschiedenen Filmen und Fernsehserien mit und hatte darüber hinaus auch wieder einige Theaterengagements. Vor der Kamera wirkte Janson insgesamt von 1959 bis zum Jahr 2022 in über 160 Film- und Fernsehproduktionen mit. Obwohl Janson auch an der Seite von Weltstars wie Franco Nero, Peter O'Toole oder Roger Moore spielte und somit mehrmals recht gut verdiente und sich ein eigenes Haus für die Familie leistete, stand er eine Zeit lang vor dem finanziellen Ruin, wodurch eine der beiden Töchter, mittlerweile 39 Jahre alt, damals psychisch so stark litt, dass sie vorübergehend lebensgefährliche Essstörungen bekam.
Max Schautzer 29. Januar 2025
Der in Klagenfurt geborene österreichische Entertainer, TV-Moderator und Schauspieler Max Schautzer, verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Kölner Krankenhaus. Seine Karriere war geprägt von zahlreichen ikonischen Fernsehsendungen, darunter die legendäre Quizshow "Allein gegen alle" und die unterhaltsame Reihe "Pleiten, Pech und Pannen", die er selbst konzipiert hatte. Schautzer moderierte auch beliebte Shows wie das "ARD-Wunschkonzert", "Immer wieder sonntags" und die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne". Schautzer hat die Schauspielschule am Konservatorium Wien besucht, später auch die Schauspielschule der Keller in Köln, wo er danach zunächst als Conferencier bei öffentlichen Rundfunkveranstaltungen des WDR tätig wurde. Zudem wirkte er an der Seite von Frank Elstner für RTL am Aufbau des deutschsprachigen Programms. 2004 wurde Schautzer wegen seines fortgeschrittenen Alters als Moderator von der ARD entlassen. Danach konnte man ihn endlich wieder auf der Theaterbühne bei Tourneen durch Deutschland, Luxemburg und die Schweiz erleben. 2015 und 2020 war er auch für Hörspielproduktionen tätig.
Marianne Faithful 30. Januar 2025
Die mit österreich-ungarische Wurzeln in London geborene britische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Marianne Faithfull verstarb im Alter von 78 Jahren. Sie sei friedlich im Kreise ihrer Familie eingeschlafen. Faithfull war durch den Song »As Tears Go By« berühmt geworden. Zudem übernahm sie als Schauspielerin mehrere Filmrollen wie etwa 1969 die Ophelia in Tony Richardsons Hamlet-Verfilmung an der Seite von Anthony Hopkins. 1994 spielte sie in "Shopping" mit Sadie Frost, Jason Isaacs und Jude Law. Sie hinterlässt einen 1965 geborenen Sohn aus der 1970 geschiedenen Ehe mit dem Künstler und Kunstmagnaten John Dunbar. In den 1960er-Jahren war Faithfull eines der Gesichter des Swinging London, eine bewunderte Stilikone an der Seite ihres Lebensabschnittsgefährten Mick Jagger. Sie galt als Muse der Rolling Stones. Der Fotograf Charles Wilp engagierte sie in dieser Zeit auch als Modell für seine Werbekampagne für Afri-Cola. Die 70er erlebte die Britin als Junkie, ganz tief unten und dann doch noch triumphierend mit dem Trotz-und-Wut-Album »Broken English« (1979). Als Faithfull clean war, folgten weitere große Werke wie »Strange Weather« (1987) und »Before The Poison« (2005). Zwischendurch reüssierte sie als Kurt-Weill-Interpretin - und als Charakterdarstellerin im Kino, etwa mit der Tragikomödie „Irina Palm“ (2007). Vor wenigen Jahren machte Faithfull noch aktiv Musik, bis sie eine schwerwiegende Corona-Erkrankung stoppte. Für das Album »The Faithful: A Tribute to Marianne Faithfull« taten sich 2023 einige Stars zusammen, um der Sixties-Ikone die Ehre zu erweisen und sie finanziell zu unterstützen.
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mit Lee Joo-sil, die am 2. Februar 2025 verstarb.
Lee Joo-sil 2. Februar 2025
Die südkoreanische Schauspielerin Lee Joo-sil, die nach mehr als 35 Filmauftritten erst im hohen Alter im Jahre 2024 durch ihre Rolle in der Netflix-Serie "Squid Game" internationale Bekanntheit erlangte, verstarb mit 81 Jahren an einem Herzinfarkt in ihrem Haus in Uijeongbut, wenige Kilometer nördlich der Hauptstadt Seoul. Drei Monate zuvor war bei ihr Magenkrebs diagnostiziert worden. Lee Joo-sil kämpfte schon einmal gegen eine Krebserkrankung. In ihren Fünfzigern wurde bei ihr demnach Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Damals gaben ihr die Ärzte weniger als ein Jahr Lebenszeit. Doch 13 Jahre später galt sie als geheilt. Die Schauspielerin gab ihr Theaterdebüt bereits im Jahr 1965. In den folgenden Jahrzehnten spielte sie in vielen prestigeträchtigen heimischen Kinoproduktionen. Auch im preisgekrönten „Train to Busan“ (2016) hatte Lee eine kleine Nebenrolle. In der zweiten Staffel des Netflix-Hits "Squid Game", einer Serie, in der hoch verschuldete Menschen an einen geheimen Ort gebracht werden, um dort mit der Aussicht auf Reichtum in einem blutigen Wettstreit gegeneinander anzutreten, spielte Lee die Rolle der Mutter des Undercoverdetektivs Hwang Joon-ho, der seinen vermissten Bruder sucht.
Tony Roberts 7. Februar 2025
Der amerikanische Schauspieler und langjährige Weggefährte von Woody Allen, Tony Roberts, verstarb mit 85 Jahren, wie seine Tochter Nicole Burley mitteilte. Der Schauspieler war in mehreren Filmen Allens zu sehen, oft als dessen bester Freund. Er war aber auch ein vielseitiger Theater- und Musicaldarsteller. Roberts gab sein Debüt am Broadway 1962. Wenig später traf er Allen und erhielt schließlich 1966 eine Rolle in dessen Broadway-Komödie "Don't Drink the Water" sowie in der gleichnamigen Filmversion von 1969. Andere Allen-Filme, in denen Roberts auftrat, waren „Mach's noch einmal, Sam“ (1972), „Der Stadtneurotiker“ (1977), „Stardust Memories“ (1980), „Eine Sommernachts-Sexkomödie“ (1982), „Hannah und ihre Schwestern“ (1986) und „Radio Days“ (1987). Zu seinen weiteren Filmen zählten „Serpico“ von 1973 und „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ ein Jahr später. Roberts wurde zweimal für den Theaterpreis »Tony« nominiert – für „How Now, Dow Jones“ und „Play It Again, Sam“. Zu Roberts‘ Fernsehauftritten zählten die kurzlebigen Serien „The Four Seasons“ (1984) und „The Lucie Arnaz Show“ (1985) sowie Gastauftritte in so bekannten Sendungen wie „Mord ist ihr Hobby“ und „Law & Order“.
Souleymane Cissé 19. Februar 2025
Der malische Regisseur Souleymane Cissé, der sein ganzes Leben seinem Land, dem Kino und der Kunst gewidmet hat, verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Bamako. Cissé galt als einer der wichtigsten Filmschaffenden des afrikanischen Kinos und war u.a. für seinen Film "Yeelen" ('Das Licht') bekannt geworden, der das Erwachsenwerden eines jungen Mannes aus der Ethnie der Bambara erzählt. 1987 erhielt er dafür den Preis der Jury in Cannes. 2023 wurde Cissé bei dem Festival mit dem Regiepreis "Goldenes Gespann" ausgezeichnet. Cissé ging von seinem siebten Lebensjahr an regelmäßig ins Kino und sah sich eine Vielzahl verschiedener Filme an. Er besuchte das Gymnasium in Dakar und kehrte 1960 nach Mali zurück, als sein Land unabhängig wurde. Nachdem Cissé einen Dokumentarfilm über die Verhaftung Lumumbas gesehen hatte, entschloss er sich, Filmemacher zu werden. Er erhielt ein Stipendium, das es ihm erlaubte, sich in Moskau zunächst zum Filmvorführer, dann zum Filmemacher ausbilden zu lassen.
Ernst H. Hilbich 20. Februar 2025
Der in Siegburg geborene deutsche Schauspieler, Kabarettist und Hörspielsprecher Ernst Herbert Hilbich verstarb im Alter von 93 Jahren in Köln an den Folgen einer Lungenentzündung. Den Tod seiner geliebten Frau Lotti Krekel im April 2023, der Volksschauspielerin und Sängerin, die mit mit 81 Jahren verstarb, hat er nie wirklich überwunden, sagte seine Nichte Miriam Krekel. Es bereite ihr Trost zu wissen, dass "die beiden nun wieder zusammen sein dürfen." Hilbichs Karriere begann am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wo er von 1958 bis 1971 arbeitete. Ab den 1970er-Jahren wirkte er in zahlreichen Filmkomödien und Fernsehshows mit und lieh vielen Figuren der Augsburger Puppenkiste seine Stimme. Von 1998 bis 2010 spielte er eine der Hauptrollen in der WDR-Fernsehserie "Die Anrheiner". Darüber hinaus hatte in zahlreichen TV- und Kinoproduktionen mitgewirkt und spielte vor allem in den 70er Jahren in Spielfilmen mit, etwa "Trubel um Trixie" mit Uschi Glas (80) oder in "Kinderarzt Dr. Fröhlich" an der Seite von Roy Black (1943-1991).
Gene Hackman ~ 24. Februar 2025
Die Filmlegende Eugene Allen „Gene“ Hackman (95) und seine zweite Ehefrau Betsy Arakawa (63) wurden am 26. Februar 2025 in seinem Haus im ländlichen Santa Fe, New Mexico in verschiedenen Räumen tot aufgefunden. Eine Person zeigte bereits erste Verwesungserscheinungen. Gene Hackman ist nach Behördenangaben im Alter von 95 Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sowie an den Folgen von Alzheimer verstorben, während seine Frau bereits etwa eine Woche vor ihm am seltenen Hantavirus verstarb, einer Infizierung, die durch Kot von Nagetieren wie Mäusen und Ratten ausgelöst wird und mit Schwindel und tödlichen Blutungen endet. Auf dem ungepflegten Grundstück - fernab von der Traumfabrik Hollywood - wurden in Nebengebäuden mehrere Lebendfallen, verendete Nagetiere und ein toter Hund gefunden. Seine erste größere Rolle spielte Hackman 1964 in dem Streifen "Lilith" mit Warren Beatty, der ihn drei Jahre später für "Bonnie and Clyde" engagierte. Als Clydes Gangster-Bruder erhielt Hackman seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Der US-amerikanische Schauspieler wurde 1971 für die Rolle des unkonventionellen Drogenfahnders Jimmy „Popeye“ Doyle in "French Connection – Brennpunkt Brooklyn" mit einem Oscar ausgezeichnet. Gene Hackman war einer der bekanntesten, beliebtesten und meist-ausgezeichneten Schauspieler. Er brillierte auch in "Der Dialog", "Die Brücke von Arnheim", "Staatsfeind Nummer 1" und in Clint Eastwoods Western "Erbarmungslos" für den er als bester Nebendarsteller 1992 einen zweiten Oscar erhielt. Dass die Bandbreite seines schauspielerischen Könnens sich nicht nur auf die Verkörperung fieser oder harter Figuren beschränkt, bewies Hackman in Filmen wie der Gaunerkomödie "Get Shorty" (deutsch: 'Schnappt Shorty') oder "The Royal Tenenbaums"– für seine Darstellung des schurkischen Anwalts Royal O'Reilly Tenenbaum erhielt er 2002 den Golden Globe als bester Komödiendarsteller.
Roberto Orci 25. Februar 2025
Der in Mexiko-Stadt geborene Hollywood-Drehbuchautor Roberto Orci erlag im Alter von 51 Jahren in seinem Zuhause in Los Angeles an einer Nierenerkrankung. Zu seinen den bekanntesten Arbeiten zählt die Mitarbeit an den Drehbüchern für die 2009, 2013 und 2016 erschienenen „Star Trek“-Kinofilme. Auch an weiteren Blockbustern wie „Transformers: Die Rache“ oder „Alias“ und "Mission: Impossible III" wirkte er mit, daneben produzierte er Fernsehserien wie „Fringe: Grenzfälle des FBI“ und „Hawaii Five-O“. Die Fantasy-Serien „Xena: Die Kriegerprinzessin“ und „Herkules“ in den späten 1990ern waren seine Anfänge in der Fernsehproduktion. 2024 war Orci mit gerichtlichen Auseinandersetzungen mit seiner getrenntlebenden Ehefrau, der Schauspielerin Adele Heather, in die Schlagzeilen geraten.
Michelle Trachtenberg 26. Februar 2025
Die aus Serien wie "Buffy" und "Gossip Girl" bekannte US-amerikanische Schauspielerin Michelle Christine Trachtenberg wurde tot in ihrer Wohnung in Manhattan aufgefunden. Sie verstarb im Alter von 39 Jahren. Details zur Todesursache gab es zunächst nicht. Drei Monate später ergab das Untersuchungsergebnis, dass die Schauspielerin an Diabetes verstarb. Trachtenberg die in eine jüdische Familie russisch-deutscher Herkunft geboren wurde, hatte schon als kleines Kind vor der Kamera gestanden. Bekannt wurde sie durch die Rolle der Dawn Summers in der Fernsehserie "Buffy – Im Bann der Dämonen". 2004 war sie in mehreren Folgen der Serie "Six Feet Under" als Celeste zu sehen. Weitere Film- und vor allem Fernsehauftritte schlossen sich an, ihr Schaffen umfasst mehr als 60 Produktionen. Zuletzt lebte sie in Los Angeles.
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mit Eleonora Giorgi, die am 3. März 2025 verstarb.
Eleonora Giorgi 3. März 2025
Die italienische Schauspielerin Eleonora Giorgi verstarb im Alter von 71 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem Krankenhaus in Rom. Die meist tödliche Diagnose der aggressiven Krebsart hatte sie 2023 veröffentlicht, um das Leben auszukosten, solange es geht. Giorgi wurde vor allem in Filmen der Siebziger und Achtziger berühmt, darunter 1972 "Fellinis Roma". Oft hatten diese Filme eine erotische Note. Später war die gebürtige Römerin auch in Kriminalfilmen und Komödien gesetzt. 1982 gewann sie den bedeutendsten italienischen Filmpreis »David di Donatello« für ihre Rolle in "Borotalco" von Carlo Verdone. Ein Film, der wie die meisten ihrer Werke, in Deutschland jedoch nicht erschienen ist. 2003 debütierte sie als Regisseurin. 1974 war Giorgi im »Playboy« zu sehen, 2018 war sie Teilnehmerin des Reality-TV-Wettbewerbs »Ballando con le Stelle«, der italienischen Version von »Let's Dance«.
Wolfgang Engel 7. März 2025
Mit Theaterregisseur Wolfgang Engel verstarb einer der bedeutendsten Theatermacher der DDR im Alter von 81 Jahren. Seinen Durchbruch schaffte der gebürtige Schweriner am Staatsschauspiel Dresden, wohin der Meister der politischen Metapher 1980 wechselte. Engel machte sich einen Namen, indem er Klassiker neu inszenierte und Heiner-Müller-Werke aufführte. Seine Version von Samuel Becketts "Warten auf Godot" wurde ein Publikumsrenner. In Leipzig, wo er auch verstarb, war Engel von 1995 bis 2008 Intendant. Engels Karriere begann mit einer Schauspielausbildung am Mecklenburgischen Staatstheater. 1974 wechselte er zunächst nach Radebeul in Sachsen, dann ans Staatsschauspiel in Dresden. Dort reihte sich Engel in die erste Reihe der DDR-Regisseure ein. 1989 lehnte er den DDR-Nationalpreis ab. In den 80ern schafften es einige seiner Produktionen in den Westen: In Saarbrücken stand 1983, 1984 und 1986 je eine Dresdner Engel-Inszenierung auf dem Programm. 1988 begeisterten seine "Nibelungen" in Düsseldorf, wo sie "als eine andere Form der Aufarbeitung deutscher Geschichte" gefeiert wurden. Nach dem Fall der Mauer ging Engel zunächst ganz in den Westen - als Spielleiter am Schauspiel in Frankfurt/Main. Doch Mitte der 90er Jahre kehrte der Regisseur wieder nach Sachsen zurück und wurde Intendant am Schauspiel Leipzig. Zum Einstand gab es Peter Handkes "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten". Mit zwei Eventinszenierungen- einem siebenstündigen "Faust" und einem achtstündigen "Wallenstein" sorgte Engel für ausverkaufte Säle in Leipzig. Doch in vielen anderen Vorstellungen blieben Zuschauer aus. Im Jahr 2008 - im Alter von 65 Jahren - verabschiedete er sich als Intendant. Allerdings hatte er in den 13 Jahren seines Schaffens das Haus komplett umgekrempelt - ganz im Stil der Berliner Volksbühne, samt eigenem Hausphilosophen. Nach seinem Abschied in Leipzig war Engel freier Regisseur und kehrte u.a. vor rund zehn Jahren zum Staatsschauspiel Dresden zurück, um ein Jahr lang als Interims-Chef zu wirken. Darüber hinaus lehrte er als Dozent an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 2011 wurde Engel für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Theaterpreis "Der Faust" geehrt.
Hans Peter Korff 9. März 2025
Der Schauspieler und Hörspielsprecher Hans Peter Korff verstarb mit 82 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg. Seine Schauspielkarriere in Theater, Film und Fernsehen begann 1959 und umfasste über 160 Film- und Fernsehproduktionen. Jahrelang trat er auf im Ernst Deutsch Theater, Hamburger Schauspielhaus, aber auch im Württembergischen Staatstheater und im Düsseldorfer Schauspielhaus. Korff gehörte zu den meistbeschäftigten Schauspielern in Deutschland und blieb bis ins hohe Alter aktiv. Noch 2023 wirkte er beim Hörspielstudio Europa als Sprecher in der Serie "Die drei ???" mit. Zu seinen bekanntesten Rollen zählten der Briefträger »Onkel Heini« aus der ZDF-Kinderserie "Neues aus Uhlenbusch" und der Familienvater Siegfried »Sigi« Drombusch aus der ZDF-Serie "Diese Drombuschs". Auch als Onkel Hellmuth im Loriot-Kinofilm "Pappa ante portas" ist er vielen Menschen in Erinnerung.
Simon Fisher-Becker 9. März 2025
Der in London geborene übergewichtige Bühnenschauspieler sowie Fernseh- und Filmdarsteller verstarb ebenda im Alter von 63 Jahren. Weltberühmt wurde der britische Darsteller durch seine Rollen in der BBC-Science-Fiction-Serie "Doctor Who" und als der "fette Mönch" in "Harry Potter und der Stein der Weisen", der ersten Folge des Kino-Franchise über den gleichnamigen Zauberlehrling von der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling. Einen kleineren Auftritt hatte er auch im Oscar-prämierten Film "Les Misérables" von 2012. Zudem wirkte als Autor, Geschichtenerzähler und großartiger Redner auf der Bühne von Klassikern wie "One Foot in the Grave", "The Bill", "Love Soup" und "Afterlife".
Bruce Glover 12. März 2025
Der in Chicago, Illinois geborene US-amerikanischer Schauspieler verstarb im Alter von 92 Jahren. Er war der Mann für die eigenwilligen Rollen: Bruce Glover wurde mit seiner Darstellung des eiskalten Killers Mr. Wint im James-Bond-Film "Diamantenfieber"(1971) berühmt. Zudem war er bis ins hohe Alter in Filmen wie Polanskis "Chinatown" und "Ghost World" zu sehen. Nach seinem Dienst in der US-Armee war Glover zunächst als Bühnenschauspieler tätig, bevor in den späten 1950er Jahren zum Fernsehen kam und zunächst in verschiedenen Serien auftrat. Sein Kinodebüt gab er 1959 in einer kleinen Nebenrolle in der Komödie "Never Steal Anything Small" neben James Cagney. Sein Schaffen umfasst mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen bis zum Jahr 2021. Darüber hinaus arbeitete er auch als Schauspiellehrer.
Peggy Parnass 13. März 2025
Die in Hamburg geborene deutsch-schwedische Schauspielerin und Autorin Ruth Peggy Sophie Parnass verstarb im Alter von 97 Jahren ebenda. Sie galt als Kämpferin für Gerechtigkeit und die Aufklärung von NS-Verbrechen und Ikone der Schwulenbewegung im Hamburger Stadtteil St. Georg. Als Journalistin, Autorin und Publizistin setzte sie sich immer wieder für die Rechte von Minderheiten ein. Ihre Eltern waren jüdischer Herkunft und wurden von den Nationalsozialisten im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Parnass und ihr Bruder kamen mit einem Kindertransport nach Schweden und lebten dort in Waisenhäusern und Pflegefamilien, bevor ein Onkel in England sie kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs aufnahm. Peggy ging später zurück nach Schweden und wurde schwedische Staatsbürgerin. Als Aktivistin scheute sich Peggy Parnass in der Bundesrepublik nicht, mutig auch die Wahrheiten auszusprechen, die nicht gern gehört wurden. Sie habe als Gerichtsreporterin auf die Aufarbeitung der NS-Verbrechen gedrängt und sei zur moralischen und antifaschistischen Instanz geworden. Parnass studierte in Stockholm, London, Hamburg und Paris und arbeitete als Sprachlehrerin, Filmkritikerin, Kolumnistin und Dolmetscherin für die Kriminalpolizei. Außerdem schrieb Parnass Bücher, trat als Sängerin in Theatern auf und spielte in zahlreichen Filmen von Roland Klick, Udo Lindenberg, Helke Sander und zuletzt 1994 in "Keiner liebt mich" von Doris Dörrie mit.
Rolf Schimpf 22. März 2025
Bis ins hohe Alter ging Rolf Schimpf als Hauptkommissar Leo Kress für das ZDF in der Serie "Der Alte" 21 Jahre lang auf Verbrecherjagd in München. Er war ein Ermittler ohne Starallüren und Actiongehabe - aber mit seiner trockenen Art höchst beliebt. Die international erfolgreiche Krimiserie machte ihn weltweit bekannt, von Italien oder Frankreich bis nach Abu Dhabi, Brasilien und Südafrika. Erst 2007 hörte er mit 82 Jahren nach 222 Folgen auf. Als Schimpf 1986 als „Der Alte“ anfing, hatte er bereits reichlich Schauspielerfahrung gesammelt. Seit den 1950er Jahren stand er bereits auf der Bühne und vor der Kamera. In der ARD-Krimireihe „Tatort“ spielte er ebenso mit wie in fast 50 Folgen der Krimi-Serie „SOKO 5113“. Seinen 100. Geburtstag feierte er noch im kleinen Rahmen im November letzten Jahres. Vier Monate später verstarb er in einem Pflegeheim in München.
Richard Chamberlain 29. März 2025
Nur zwei Tage vor seinem Geburtstag verstarb der US-amerikanischer Schauspieler und Sänger George Richard Chamberlain im Alter von 90 Jahren nach einem Schlaganfall auf Hawaii. Chamberlain feierte vor allem mit dem TV-Vierteiler "Die Dornenvögel" weltweit Erfolge. Jahrzehntelang galt der 1934 in Los Angeles geborene Chamberlain als TV-Herzensbrecher und Hollywoods "Prinz Charming". Richard Chamberlain studierte zunächst Kunst, begann sich dann aber für die Schauspielerei zu interessieren. In den 1960er Jahren bekam er als eines seiner ersten Engagements gleich die Hauptrolle in der Arztserie "Dr. Kildare", die ihm 1963 seinen ersten Golden Globe einbrachte. Als strahlender Titelheld der Serie wurde er 1961 über Nacht zum Teenager-Idol. "Alle meine Träume gingen damals in Erfüllung", erzählte der Kalifornier 2019 dem Radiosender KCCA. Die Schule habe er nicht gemocht, am liebsten sei er ins Kino gegangen. Es folgten herausragende Rollen u.a. in der Abenteuer-Serie "Shogun", für die er mit seinem zweiten Golden Globe als bester TV-Drama-Darsteller dekoriert wurde (1980). Den dritten Globe gab es vier Jahre später für "Die Dornenvögel". In dem TV-Vierteiler spielte Chamberlain den charismatischen Pater Ralph de Bricassart, der sich gegen alle Konventionen in die schöne Farmerstochter Meggie verliebt. Mehr als 200 Millionen Zuschauer hingen gebannt am Bildschirm, vor allem weibliche Fans waren von dem verführerischen Star hingerissen. Zahlreiche Affären wurden dem attraktiven Junggesellen damals nachgesagt - etwa mit seiner "Dornenvögel"-Partnerin Rachel Ward oder mit "Denver"-Star Linda Evans. Erst viel später, 2003, machte Chamberlain als fast 70-Jähriger in seiner Biografie "Shattered Love" seine Homosexualität öffentlich. Chamberlain, der auch Kunst und Gesang studiert hatte, zog es auch immer wieder auf Musical-Bühnen am Broadway. Häufig spielte er auch klassisches Theater. Neben seinen Engagements im Fernsehen trat er aber immer wieder vor die Filmkamera, etwa in "Die drei Musketiere" oder "Flammendes Inferno". Diese Rolle des Bösewichts sei einer seiner liebsten Filmauftritte gewesen, erzählte er.
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mit Val Kilmer, der am 1. April 2025 verstarb.
Val Kilmer 1. April 2025
Der in Los Angeles geborene US-amerikanische Schauspieler und Sänger Val Edward Kilmer verstarb im Beisein seiner Familie ebenda mit 65 Jahren an einer Lungenentzündung. Zudem war bei ihm 2014 Kehlkopfkrebs festgestellt worden. Kilmer war insbesondere in den 1980er- und 1990er-Jahren durch Filme wie "Top Gun", "The Doors", "Tombstone", "Heat" und "Batman Forever" ein gefragter Hollywood-Star. Von 1989 bis 1996 war er mit der Schauspielerin Joanne Whalley verheiratet. Aus der Ehe stammen die beiden Kinder Mercedes und Jack. Berühmt wurde Val Kilmer mit der Rolle des Kampfpiloten Tom "Iceman" Kazansky in dem Actionfilm "Top Gun" (1986) an der Seite von Tom Cruise. Kilmer und Cruise spielten erbitterte Konkurrenten, die sich bei riskanten Kampfflügen überbieten. In den 80er und 90er Jahren zählte Kilmer zu Hollywoods Topverdienern. Im Kultfilm "Willow" (1988) spielte er an der Seite der britischen Schauspielerin Joanne Whalley, die er später heiratete. Oliver Stone holte ihn 1991 für "The Doors" in der Rolle von Jim Morrison vor die Kamera. In "Tombstone" (1993) spielte er den Westernhelden Doc Holliday, in Joel Schumachers "Batman Forever" (1995) schlüpfte er in den ikonischen Fledermausanzug. Mit der Filmlegende Marlon Brando drehte er 1996 "DNA - Die Insel des Dr. Moreau". Spätere Filme floppten, auch sein Ruf als streitlustiger Mensch kostete ihn in Hollywood Rollen. In der Doku "Val" schaute er 2021 auf sein Leben zurück - sichtbar angeschlagen von seiner Krebsbehandlung. In einer Szene spricht er mit krächzender, kaum verständlicher Stimme. Sein Handwerk lernte der gebürtige Kalifornier an der renommierten Julliard School in New York, wo er als 17-Jähriger zu den jüngsten Talenten zählte. Seine Vorliebe galt zunächst klassischen Theaterstücken wie "Heinrich IV." und "Wie es euch gefällt" von William Shakespeare, doch dann wurde Hollywood auf den blonden Schauspieler mit dem kantigen Gesicht aufmerksam. Sein Spielfilm-Debüt gab Kilmer 1984 in dem Spionage-Klamauk „Top Secret!“ von Jim Abrahams und Jerry Zucker, in der er eine Parodie auf den Rock-’n’-Roll-Sänger Elvis Presley ablegte.
Mario Vargas Llosa 13. April 2025
Der 2010 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete peruanischer Schriftsteller, Politiker und Journalist Jorge Mario Pedro Vargas Llosa, der seit 1993 auch die spanische Staatsbürgerschaft besaß, verstarb im Alter von 89 Jahren in der peruanischen Hauptstadt Lima. Vargas Llosa galt als einer der großen Namen der lateinamerikanischen Literaturbewegung der 1960er und 1970er Jahre, der auch der Kolumbianer Gabriel García Márquez und der Argentinier Julio Cortázar angehörten. Bekannt wurde der Autor vor allem für seine Werke wie "Der Krieg am Ende der Welt" und "Das Fest des Ziegenbocks". Sein Schaffen umfasst neben dem „Standardroman“ auch die Genres der Kriminalgeschichte, des Politischen Thrillers, des Historischen Romans, der Komödie sowie Theaterstücke, Essays, politische Schriften und literaturwissenschaftliche Abhandlungen. Viele seiner Schriften haben autobiographischen Charakter. Insgesamt fünf seiner Bücher wurden zwischen 1985 und 2006 verfilmt. Darunter "Die Stadt und die Hunde", "Der Jaguar", "Julia und ihre Liebhaber" und "Das Fest des Ziegenbocks". Vargas Llosa kritisierte häufig undemokratische und korrupte links- oder rechtsgerichtete Systeme, die niedrige Schwelle zur Gewaltbereitschaft und die teilweise rassistische Klassenordnung in Peru und allgemein in Lateinamerika. Zudem war er Mitunterzeichner des am 3. März 2022 veröffentlichten Aufrufs zum Frieden angesichts des von russischem Boden ausgehenden Krieges gegen die Ukraine. Andererseits trat er aber auch vermehrt für extrem rechte Politiker ein, wie beispielsweise für Jair Bolsonaro bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien 2022 und für Javier Milei bei der Präsidentschaftswahl in Argentinien 2023 oder für Keiko Fujimori bei der peruanischen Präsidentschaftswahl 2021, da dieser im Vergleich zum marxistisch-leninistischen Gegenkandidaten Pedro Castillo „das kleinere Übel“ sei.
Jean Marsh 13. April 2025
Die in London geborene britische Film- und Theaterschauspielerin sowie Drehbuchautorin Jean Lyndsay Torren Marsh verstarb ebenda in ihrem Haus an den Folgen einer Demenzerkrankung im Alter von 90 Jahren. Jean Marsh wuchs in einer Mittelstandsfamilie auf. Sie studierte erst als Erwachsene Schauspiel und gab 1953 mit dem britischen Kriminalfilm "The Limping Man" ihr Debüt als Schauspielerin. 1959 zog sie für knapp drei Jahre in die USA, wo sie in John Gielguds Adaption von "Viel Lärm um nichts" am Broadway auf der Bühne stand. Ab den 1960er Jahren trat sie in Gastrollen zahlreicher bekannter Fernsehserien wie "Simon Templar" oder "Die 2" auf. Zu ihrem bekanntesten Film in jener Zeit zählt der 1963 produzierte Monumentalfilm "Cleopatra", in dem Marsh in einer Nebenrolle zu sehen ist. Das Hausmädchen Rose in der ab 1971 produzierten britischen Fernsehserie "Das Haus am Eaton Place" wurde wohl ihre international bekannteste Rolle. Die Serie handelt von einer aristokratischen Familie und ihren Angestellten im frühen 20. Jahrhundert. Danach war sie 1972 in Alfred Hitchcocks "Frenzy" als Monica Barling zu sehen. Später trat sie noch in "Die Waltons" (1977), "Hawaii Fünf-Null" (1978) oder in "Mord ist ihr Hobby" (1993) auf sowie in den Fantasy-Kinofilmen "Oz – Eine fantastische Welt" (Return to Oz, 1985) und "Willow" (1988). Im Jahr 2012 erhielt Marsh einen Ritterorden für ihre Verdienste um die Schauspielkunst.
Sophie Nyweide 14. April 2025
Der ehemalige Kinderstar Sophie Nyweide verstarb mit 24 Jahren im US-Bundesstaat Vermont, wie ihre Mutter, die ehemalige Schauspielerin Shelly Gibson, dem Branchenblatt Hollywood Reporter mitteilte. Tot aufgefunden wurde sie demnach an einem Flussufer. Allerdings sei sie zum Zeitpunkt ihres Todes nicht allein gewesen, sodass ein mögliches Fremdverschulden nicht ausgeschlossen sei. Ein angeblich selbst gemixter Cocktail aus verschiedenen Medikamenten wurde ihr offenbar zum Verhängnis. Die Person, die bei ihr war, hatte den Notruf gewählt. Die Familie deutete an, dass Nyweide psychische Probleme plagten. Nach einer Autopsie wurde bekannt, dass sie wohl schwanger war. Laut Angaben ihrer Familie hatte Sophie in der Vergangenheit gelegentlich auch Drogen konsumiert, um mit traumatischen Erlebnissen, wie einer Vergewaltigung, umzugehen. Sophie Nyweide war zuletzt 2015 auf der Leinwand zu sehen. Ihr Filmdebüt gab sie 2006 als Titelfigur im Film "Bella". 2009 spielte sie die Tochter von Michelle Williams und Gael García Bernal im Film "Mammoth". 2014 war sie in Darren Aronofskys Bibelepos "Noah" mit Russell Crowe, Jennifer Connelly, Anthony Hopkins und Emma Watson zu sehen.
Nora Aunor 16. April 2025
Der philippinische Filmstar Nora Cabaltera Villamayor, die auch als Sängerin bekannt wurde, verstarb im Alter von 71 Jahren, wie ihre Familie bekannt gab. Aunor, die in ihrer jahrzehntelangen Karriere in 170 Filmen mitspielte, soll nach Angaben der Regierung mit einem Staatsbegräbnis geehrt werden. Aunor wuchs als Nora Villamayor in einer armen Familie auf und verkaufte als Kind Snacks und Wasser an einem Bahnhof. Ihre Großmutter brachte ihr das Singen bei und mit 14 Jahren gewann sie einen Gesangswettbewerb. Ihren Durchbruch als Schauspielerin hatte sie 1967 mit einer Rolle in der Teenie-Komödie "All Over the World". Bekannt wurde sie dann vor allem als Filmpartnerin des Schauspielers Tirso Cruz III., mit dem sie zahlreiche Filme drehte und auch in Fernsehsendungen auftrat. Kritikerlob bekam sie für ihre Rollen in den Filmdramen "Drei Jahre ohne Gott" und "Einmal im Monat", die beide 1976 in die Kinos kamen. Aunor nahm zahlreiche Lieder auf, darunter der Hit "Pearly Shells" aus dem Jahr 1971. Im Jahre 2022 wurde sie als philippinische "Nationalkünstlerin" ausgezeichnet.
Edda Loges 16. April 2025
Die in Bremen aufgewachsene Schauspielerin des Ohnsorg-Theaters Hamburg, verstarb im Alter von 82 Jahren. Edda Loges war langjähriges Ensemblemitglied der plattdeutschen Bühne in Hamburg und Bremen, aber auch Hörspielsprecherin, die zudem in Kabarettprogrammen von Bremen mitwirkte. Loges spielte auf der Bühne und im Fernsehen sowie im Rundfunk bei diversen Hörspielen beim WDR, NDR und Radio Bremen. Obwohl sie überwiegend auf der Bühne auftrat, wurde sie auch im Fernsehen bekannt durch Filme wie "Das Winterhaus" unter der Regie von Hilde Lehrmann und der Fernsehserie "Nicht von schlechten Eltern" (1992-1996) des schleswig-holsteinischen Regisseurs Rainer Boldt, der an der Berliner dffb studiert hatte.
Lar Park-Lincoln 22. April 2025
Die als Laurie Jill Park in Dallas Texas geborene US-amerikanische Schauspielerin verstarb im Alter von 63 Jahren. Lar Park-Lincoln galt als eine der Musen der kultigen Horrorserie "Freitag der 13." von Sean S. Cunningham. Im siebten Teil der Saga, die bisher 12 Filme umfasst, spielte sie 1988 unter der Regie von Regisseur John Carl Buechler die Tina Shepard, die erste Protagonistin der Reihe mit übersinnlichen Fähigkeiten, wodurch sie als »Scream Queen« in die Geschichte einging, was ihr eine große Bekanntheit im Horrorgenre bescherte. Begonnen hat Park-Lincolns Karriere 1985 in dem Fernsehfilm "Children of the Night" des Regisseurs Robert Markowitz. Darüber hinaus hat Lar Park-Lincoln die Schauspielschule Actors Audition Studios gegründet und geleitet. Durch ihre jahrzehntelange Arbeit als Dozentin und Coach prägte sie eine neue Generationen von Künstlern. Lar Park-Lincoln hinterlässt ihre zwei Söhne Piper und Trevor sowie vier Enkelkinder und ihren geliebten Hund Charlie.
Waltraut Haas 23. April 2025
Die österreichische Schauspielerin Waltraut Haas ist in den frühen Morgenstunden eines Mittwochs im Alter von 97 Jahren in Wien verstorben. Mit Haas verliert Österreich eine der beliebtesten Schauspielerinnen des Landes, eine Grande Dame des heimischen Films und Theaters, deren charmante Ausstrahlung, unverwechselbare Stimme und lebensfrohes Wesen über Generationen hinweg das Publikum berührten. Die Darstellerin wurde mit Heimatfilmen und der Operetten-Verfilmung "Im weißen Rössl" (1960) oder in Komödien mit Heinz Rühmann wie "Wenn der Vater mit dem Sohne" berühmt. In Filmen wie "Der Hofrat Geiger" oder "Hallo Dienstmann" wurde Haas zu einer Ikone des österreichischen Nachkriegskinos. Besonders ihre langjährige Zusammenarbeit mit Regisseur Franz Antel prägte eine ganze Ära des heimischen Filmschaffens. Dem österreichischen Publikum war Haas vor allem als Mariandl in ihrem ersten Film "Der Hofrat Geiger" aus dem Jahr 1947 bekannt. In dem Streifen spielte sie an der Seite von Paul Hörbiger. Im Lauf ihrer Karriere spielte Haas in rund 70 Filmen mit. Als sie in ihrer Glanzzeit in den 1960er Jahren von Peter Alexander laut Drehbuch geküsst werden sollte, konnte ein Film-Kuss allerdings noch heikel sein. Doch Haas stellte ihre künstlerische Vielseitigkeit immer wieder auf der Bühne unter Beweis und blieb auch im hohen Alter der Bühne und dem Fernsehen treu, wo sie zuletzt 2020 zu sehen war. Ab 1966 war Waltraut Haas mit dem Schauspieler Erwin Strahl (1929-2011) verheiratet.
Hans-Günther Bücking 24. April 2025
Der aus Thüringen stammende deutsche Kameramann und Regisseur Hans-Günther Bücking verstarb im Alter von 73 Jahren wie seine Witwe, die Schauspielerin Marion Mitterhammer, mitteilte. Als Teenager war Bücking mit seiner Familie 1961 nach Westdeutschland geflüchtet. Erste filmische Erfahrung als Kameraassistent und Beleuchter sammelte er in Produktionen von Rainer Werner Fassbinder, Roland Klick und Margarethe von Trotta, bevor er selbst begann zu drehen und zu inszenieren. Seit Anfang der 1980er-Jahre drehte Bücking mehr als 60 Filme als Kameramann, 20 Mal führte er auch Regie. Zu seinen Regiearbeiten zählen u.a. zehn Krimis der quotenstarken ZDF-Reihe "Wilsberg" mit Leonard Lansink, das Drama "Jennerwein" mit Fritz Karl und die Komödie "Die Häupter meiner Lieben" mit Heike Makatsch. Hinter der Kamera stand er u.a. bei "Schneeland" (2005), "Solo für Klarinette" (1998), "Todesspiel" (1997) und "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" (1998). Bücking erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis und den Deutschen Kamerapreis.
Cora Sue Collins 27. April 2025
Cora Sue Collins, einst eine der bekanntesten Kinderschauspielerinnen Hollywoods, verstarb mit 98 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls in ihrem Haus in Beverly Hills, wie ihre Tochter Susie Krieser mitteilte. In der Komödie "Der unerwartete Vater" von 1932 mit ZaSu Pitts und Slim Summerville spielte die 1927 in West Virginia geborene Schauspielerin ihre erste Rolle im zarten Alter von vier Jahren. Zwei Jahre später unterzeichnete ihre Mutter einen Vertrag für sie mit MGM über 250 Dollar pro Woche. Im gleichen Jahr trat Collins in zehn Filmen auf, darunter "Black Moon" mit Fay Wray, "Der scharlachrote Buchstabe" mit Colleen Moore, "Die Welt klagt an" mit Dickie Moore und "Die Schatzinsel" mit Jackie Cooper. In den 1930er und 1940er Jahren war Cora Sue Collins ein begehrtes Gesicht für Hollywoodfilme. So stand sie neben Legenden wie Greta Garbo, William Powell, Bette Davis, Myrna Loy und Lana Turner vor der Kamera. Collins verkörperte etwa die jüngere Version von Frances Dee in "Der seltsame Fall der Clara Deane" (1932) und "Keep 'Em Rolling" (1934), Loretta Young in "Caravan" (1934) sowie Lynn Bari in "König der Toreros" (1941). Die MGM-Vertragsschauspielerin spielte außerdem die Tochter von William Powell und Myrna Loy in "Ich kämpfe für dich" (1934) und verkörperte Amy Lawrence im Technicolorfilm "Die Abenteuer des Tom Sawyer" (1938). Ein besonders herzliches Verhältnis verband sie mit Greta Garbo: Sie wählte Collins persönlich für die Rolle ihres jüngeren Ichs in "Königin Christina" (1933) aus, in "Anna Karenina" (1935) traten die beiden erneut gemeinsam auf. Die zurückgezogen lebende Schauspiellegende lud das damals ca. 7-jährige Mädchen oft zum Nachmittagstee in ihre luxuriöse Suite auf dem MGM-Gelände ein, wo Collins immer Milch trank. Sie beiden blieben bis zu Garbos Tod 1990 befreundet. Mit 18 Jahren beendete Cora Sue Collins ihre Schauspielkarriere und wendete sich dem Privatleben zu. Sie bekam drei Kinder von ihrem zweiten Ehemann James McKay, der 1962 an einer Lungenentzündung verstarb. Anschließend war sie in dritter Ehe mehr als 33 Jahre lang mit Kinobesitzer Harry Nace verheiratet, der 2002 verstarb.
Priscilla Pointer 28. April 2025
Der in New York City geborene "Dallas"-Star Priscilla Pointer verstarb im Alter von 100 Jahren im US-Bundesstaat Connecticut. Die US-amerikanische Schauspielerin, deren Anfänge in den 1940ern lagen, war sie hauptsächlich als Bühnenschauspielerin tätig. Ab den 1950er-Jahren übernahm sie jedoch auch gelegentliche Auftritte in Fernsehserien. Ihr Kinodebüt gab Pointer hingegen erst 1976 (mit über 50 Jahren) in der Stephen-King-Verfilmung "Carrie – Des Satans jüngste Tochter". Darin verkörperte sie die Mutter der Schülerin Sue Snell, die von ihrer echten Tochter Amy Irving dargestellt wurde. Anschließend trat sie noch häufiger in Filmen an der Seite ihrer Tochter auf. In David Lynchs Kultfilm "Blue Velvet" (1986) verkörperte sie die Mutter der von Kyle MacLachlan gespielten Hauptfigur, und in "Nightmare III – Freddy Krueger lebt" (1987) spielte sie die Psychiaterin Dr. Elizabeth Simms. Zudem war sie von 1981 bis 1983 in der Fernsehserie "Dallas" in einer wiederkehrenden Rolle als Rebecca Wentworth, die Mutter der von Victoria Principal dargestellten Hauptfigur Pam Ewing, zu sehen sowie in zahlreichen Gastrollen, wie zum Beispiel "Kojak – Einsatz in Manhattan", "Cannon" oder "Quincy". Ihr filmisches Schaffen zwischen 1954 und 2008 umfasste mehr als 90 Film- und Fernsehproduktionen.
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mit Dietmar Mössmer, der am 2. Mai 2025 verstarb.
Dietmar Mössmer 2. Mai 2025
Nach über vierzigjähriger Schauspielkarriere verstarb der aus Tirol stammende österreichische Schauspieler Dietmar Mössmer im Alter von 69 Jahren nach einer längeren Erkrankung. Bereits als Kind litt er an einer schweren Herzerkrankung – die behandelnden Ärzte gaben ihm damals keine hohe Lebenserwartung. Bekannt wurde Mössmer als Gesicht des Sergente Alvise in den „Commissario Brunetti“-Krimis nach den Romanen von Donna Leon. An der Seite von Joachim Król, Uwe Kockisch, Barbara Auer und Julia Jäger spielte er über 19 Jahre hinweg in 26 Episoden den „ungelenken und etwas sinistren Assistenten Alvise“, wie es der ORF in seinem Nachruf formulierte. Seine Rolle stilisierte er zur Kultfigur. Seine große Wandlungsfähigkeit machte ihn zu einem geschätzten Darsteller in zahlreichen deutschen und österreichischen Fernseh- und Hörspielproduktionen. Er war unter anderem in Serien wie „SOKO München“, „Der Alte“, „Polizeiruf 110“, „Tatort“, „Die Rosenheim-Cops“, „Der Bergdoktor“ und „Der Bulle von Tölz“ sowie zuletzt im ARD-Film „Mein Vater, der Esel und ich“ und in einer Folge der ZDF-Erfolgsserie „Frühling“ zu sehen. Mössmer begann seine Karriere in den 1980er- und 1990er-Jahren auf verschiedenen Theaterbühnen. Er war unter anderem festes Ensemblemitglied am Münchner Volkstheater sowie am Künstlerhaus Wien. Er hinterlässt seine Tochter, die Schauspielerin Daria Trenkwalder, sowie seine Lebensgefährtin, die Autorin Petra Lange.
Helmut Thoma 3. Mai 2025
Der als erster Chef des deutschen Privatsenders RTL bekannt gewordene Medienmanager und Jurist Helmut Thoma verstarb am Tag seines Geburtstags in Wien an Herzversagen, wie seine Familie mitteilte. Er wurde 86 Jahre alt. Thoma hatte 1984 die Direktion des Privatfernsehens von RTLplus in Luxemburg übernommen und wurde 1991 alleiniger RTL-Geschäftsführer. Mit dem RTL-Umzug von Luxemburg nach Köln und dem Einstieg von Bertelsmann begann der Aufstieg des Senders. In rasantem Tempo baute er eine TV-Macht auf und nahm dabei Zuschauer-Magneten wie Thomas Gottschalk, Hans-Joachim Kulenkampff und Karl Dall unter Vertrag, sodass RTL unter dem Österreicher zum erfolgreichsten Privatsender in Deutschland wurde. Kritiker bemängelten Klamauk, Gewalt und Sex im RTL-Programm weshalb Thoma das Informationsangebot verstärkte, um Image-Probleme abzuwenden. 1998 musste er allerdings gegen seinen Willen die RTL-Geschäftsführung aufgeben. Thoma war über Umwege in die Medienbranche gekommen. Der gebürtige Wiener absolvierte in Österreich zunächst eine Molkereilehre, holte dann an einem Abendgymnasium das Abitur nach, studierte anschließend Jura und stieg als Justiziar beim Österreichischen Rundfunk (ORF) ein. Ungeachtet der vielen kritischen Stimmen wurde der RTL-Chef 1989 zum "Medienmann des Jahres" gekürt. 1990 erhielt er die Goldene Kamera, zwei Jahre später den Deutschen Medienpreis.
James Foley 6. Mai 2025
Der in Brooklyn, New York geborene US-amerikanische Regisseur Film- und Video-Regisseur verstarb in Los Angeles im Alter von 71 Jahren an einem Hirntumor. Der Regisseur war bekannt für seine Arbeit an den "Fifty Shades of Grey"-Erotik-Fortsetzungen mit Dakota Johnson und Jamie Dornan sowie durch zahlreiche Musikvideos mit Popikone Madonna wie "Live to Tell", "Papa Don't Preach", "True Blue" und "Dress You Up". Zudem inszenierte er den Film "Who's That Girl" mit Madonna und den Konzertfilm "Madonna Live: The Virgin Tour". Sein Regiedebüt gab Foley 1984 mit der romantischen Komödie "Reckless" mit Aidan Quinn und Daryl Hannah. 1986 folgte der Krimi-Thriller "At Close Range" mit den Star-Schauspielern Sean Penn und Christopher Walken, der beim Berliner Filmfestival für den Goldenen Bären nominiert wurde, nach einem Patt dem Werk "Stammheim" von Reinhard Hauff aber unterlag. Seine größten Erfolge bei Kritikern erzielte Foley jedoch für das 1992 erschienene Drama "Glengarry Glen Ross" mit einem starbesetzten Cast um Al Pacino, Jack Lemmon, Alec Baldwin, Kevin Spacey, Alan Arkin und Ed Harris. Pacino wurde darin für seine Darstellung des Immobilienmaklers Richard "Ricky" Roma für einen Oscar als Bester Nebendarsteller nominiert. Im Fernsehbereich inszenierte er zwölf Episoden der Emmy-prämierten Netflix-Serie "House of Cards", wo er erneut mit Kevin Spacey zusammenarbeitete. Zu seinen weiteren TV-Arbeiten zählten Regiearbeiten für eine Episode der Mysteryserie "Twin Peaks" (1991), eine Folge der Horrorserie "Hannibal" (2013) sowie Episoden von "Wayward Pines" und dem Justizdrama "Billions".
Joe Don Baker 7. Mai 2025
Der in Texas geborene US-amerikanische Schauspieler Joe Don Baker verstarb mit 89 Jahren. International bekannt wurde Baker durch seine Rollen in drei James-Bond-Filmen: Als böser Waffenhändler Brad Whitaker in "Der Hauch des Todes" (1987) sowie später als guter, cleverer CIA-Agent Jack Wade in "Goldeneye – Der Mann, der James Bond war" (1995) und in "Der Morgen stirbt nie" (1997). Erste Erfahrungen als Schauspieler sammelte Baker bereits während seiner Zeit am North Texas State College. 1967 spielte er in „Der Unbeugsame“ mit, 1969 in „Die Rückkehr der glorreichen Sieben“. Zudem spielte er einen der Söhne von Karl Malden in Blake Edwards’ „Wild Rovers“ (1971). Zwei Jahre später erschien er neben Robert Duvall und Karen Black in „The Outfit“ (1973), um ein Verbrechersyndikat zu zerschlagen. Auch in anderen großen Produktionen wie in "Walking Tall" (1973), "Charley Varrick" (1973), "Mitchell" (1975), "The Natural" (1984) und "Cape Fear" (1991) war er zu sehen. Für seine Rolle in der BBC-Miniserie "Edge of Darkness" (1985) wurde er für den BAFTA TV Award als Bester Schauspieler nominiert. In Tim Burtons Science-Fiction-Klassiker „Mars Attacks!“ trat er 1996 neben seinem Bond-Kollegen Pierce Brosnan auf. Nach seinem Erscheinen in dem Film „Mud – Kein Ausweg“ im Jahr 2012 wurde es ruhig um den texanischen Schauspieler.
Margot Friedländer 9. Mai 2025
Im Alter von 103 Jahren verstarb die überlebende Jüdin des Holocaust, Margot Friedländer, in Berlin, in der Stadt in die sie nach Jahrzehnten als Emigrantin in New York im hohen Alter nach Deutschland zurückgekehrt war. 1921 wurde sie in Berlin als Anni Margot Bendheim geboren. Bekanntgemacht wurde ihr Tod live im ZDF-Fernsehstream durch den russischen Pianisten und politischen Aktivisten Igor Levit, der eigentlich während der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2025 den Musikpreis der Deutsche Filmakademie im Theater am Potsdamer Platz, der auch als Berlinale Palast bekannt geworden ist, verkünden wollte. Ein Jahr zuvor stand Friedländer noch selbst im Alter von stolzen 102 Jahren auf der Bühne des 74. Deutschen Filmpreises, um einen Appell für gesellschaftliches Miteinander zu verkünden. Die Berliner Ehrenbürgerin und Trägerin des Bundeverdienstkreuzes am Bande engagierte sich unermüdlich gegen das Vergessen, besonders die junge Generation lag ihr am Herzen. Ihre Geschichte wurde 2005 durch die Dokumentarfilme "Don’t Call It Heimweh" (2004) und "Ich bin! Margot Friedländer" (2023) sowie durch ihre Memoiren bekannt. Einen Tag vor ihrem Tod, dem 80. Gedenktag an das Ende des Zweiten Weltkrieges, sprach sie noch mit fasst ersterbender Stimme: "bleibt menschlich!". Wer ihr zuhörte in ihrem geradezu biblischen Alter, der konnte spüren, wie sehr diese zarte, energische Frau darunter litt, dass Judenhass, Krieg, Verfolgung wieder zunehmen in unserer Welt.
Carl Hegemann 9. Mai 2025
Der in Paderborn geborene Theaterschaffende, Autor und Hochschullehrer, der in Berlin lebte und zuletzt selbst auf der Bühne bei den Münchner Kammerspielen stand sowie als Chefdramaturg am Berliner Ensemble (1996/97), an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (1992–1995, 1998–2006 und 2015–2017), bei den Bayreuther Festspielen (2004–2007 und 2011–2014) und zugleich auch als Dramaturg am Thalia Theater Hamburg tätig war, verstarb im Alter von 76 Jahren an einem Herzinfarkt. 1979 promovierte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main in Philosophie, Gesellschafts- und Literaturwissenschaften. Als Professor unterrichtete er Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig sowie an Universitäten in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Wien und Zürich. Legendär war jedoch seine Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief und Frank Castorf, für die er Filmabende in der Berliner Volksbühne veranstaltete.
Robert Benton 11. Mai 2025
Der dreifache Oscar-Preisträger Robert Benton verstarb im Alter von 92 Jahren in seiner Wohnung in Manhattan, New York. Bekannt wurde er als Regisseur und Drehbuchautor von Klassikern wie „Kramer gegen Kramer“. Für das Drama über die emotionalen Auswirkungen einer Scheidung gewann er zwei Oscars für den besten Film sowie für die Schauspieler Dustin Hoffman und Meryl Streep. Ihr gemeinsamer Filmsohn Justin Henry, damals sieben Jahre alt, erhielt eine Oscar-Nominierung. Robert Benton selbst war ebenfalls für einen Academy Award nominiert, unter anderem 1968 für "Bonnie und Clyde" mit Warren Beatty und Faye Dunaway, wo er für das Skript mitverantwortlich zeichnete. Ein weiterer Oscar folgte für das Drehbuch von „Ein Platz im Herzen“. Auch beim Film "Superman" von 1978 mit Christopher Reeve in der Hauptrolle war Robert Benton einer der Drehbuchautoren. Als Regisseur arbeitete er ab Anfang der 1970er Jahre und inszenierte neben "Kramer gegen Kramer" unter anderem auch "Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich" mit Paul Newman. Für den Film "Im Zwielicht" von 1998 standen neben Paul Newman auch Susan Sarandon, Reese Witherspoon und Gene Hackman vor der Kamera, der gerade zweieinhalb Wochen zuvor verstorben war. Zuletzt inszenierte Robert Benton "Der menschliche Makel" (2003) mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman und "Zauber der Liebe" (2007) mit Morgan Freeman und Radha Mitchell. In seiner langen Karriere arbeitete er mit zahlreichen Hollywood-Größen zusammen.
Giovanni Arvaneh 14. Mai 2025
Der deutsche Schauspielstar Giovanni Arvaneh, der als Sohn eines iranischen Vaters und einer italienischen Mutter in München geboren wurde, verstarb im Alter von 61 Jahren an den Folgen seiner langjährigen Nierenkrebserkrankung. Arvaneh, der von 1987 bis 1990 an der Neuen Münchner Schauspielschule studiert hatte, spielte von 1994 bis 2010 mit Unterbrechungen die Rolle des Sülo Özgentürk in der ARD-Serie "Marienhof", die von 1992 bis 2011 ausgestrahlt wurde. Er übernahm auch Rollen in Serien wie "Unser Charly", "SOKO 5113" oder "St. Angela". 2011 drehte er in Istanbul den mehrfach preisgekrönten Spielfilm "Zenne Dancer" und lernte im Anschluss die türkische Sprache. Danach drehte er weitere Fernsehfilme und Serien in der Türkei. 2013 eröffnete er mit einigen Kollegen seine Firma »Home of Coaching« in Berlin, mit Filialen in Frankfurt und Düsseldorf. Zudem gehörte Arvaneh in der Zeit um 2013 zum Ensemble des Theaters der Altmark in der Hansestadt Stendal in Sachsen-Anhalt. Im Februar 2021 outete er sich öffentlich als homosexuell im Rahmen der Initiative "actout" und machte zwei Jahre später auch seine Krebserkrankung öffentlich.
Charles Strouse 15. Mai 2025
Der US-amerikanische Komponist und Liedtexter Charles Louis Strouse, Absolvent der Eastman School of Music, verstarb im Alter von 96 Jahren in seinem Haus in New York. Er komponierte zahlreiche Musicals und schrieb die Musik zu mehreren Filmen darunter auch für den Filmklassiker „Bonnie und Clyde“ sowie zu "Die Nacht, als Minsky aufflog". Zudem gewann er drei Tony Awards: 1961 für das Musical "Bye Bye Birdie", 1970 für "Applause" und 1977 für den Broadway-Hit "Annie" mit den Songs „Tomorrow“ und „It“s a Hard Knock Life“über ein Waisenkind. Seine Karriere erstreckte sich über sieben Jahrzehnte in denen er auch Werke wie "Golden Boy" und "Charlie & Algernon" schrieb. Im Jahr 1985 wurde Strouse in die »Songwriters Hall of Fame« aufgenommen. Strouse war mit der Regisseurin und Choreographin Barbara Siman verheiratet, die 2023 verstarb. Gemeinsam hatten sie vier gemeinsame Kinder sowie acht Enkelkinder.
Elisabeth Orth 17. Mai 2025
Die österreichische Kammerschauspielerin Elisabeth Orth, bürgerlich Elisabeth Hörbiger, Absolventin des Wiener Max-Reinhardt-Seminars und ältestes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters sowie Film- und Fernsehdarstellerin und Hörspielsprecherin, verstarb im Alter von 89 Jahren in ihrem Geburtsort Wien. Sie ist die Tochter des bekannten Schauspiel-Ehepaars Attila Hörbiger und Paula Wessely. Um nicht mit dem aus der NS-Vergangenheit belasteten Namen Hörbiger Karriere zu machen, nahm sie, nach einem Volontariat als Cutterin bei der Wien-Film, den Familiennamen ihrer Großmutter mütterlicherseits an. Erste Engagements hatte Orth am Wiener Volkstheater sowie am Münchner Residenztheater und 1964 bei den Bad Hersfelder Festspielen. Am Wiener Burgtheater debütierte sie 1965 als Luise in Schillers "Kabale und Liebe". Ab 1968 wurde sie dort zum dauerhaften Ensemblemitglied sowie regelmäßiger Gast bei den Salzburger Festspielen. Neben zahlreichen Theaterrollen, darunter von 1995 bis 1999 ein Engagement an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, war Elisabeth Orth zwischen 1958 und 2022 auch in über 50 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Unter anderem 2009 in Urs Odermatts Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks "Mein Kampf" mit Götz George und Tom Schilling als jungem Adolf Hitler. 2015 erhielt sie den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie »Beste Schauspielerin« und 2022 für das Lebenswerk. Orth war die ältere Schwester von Filmstar Christiane Hörbiger und dreimal verheiratet. Aus der letzten Ehe ging ihr Sohn Cornelius Obonya hervor, der ebenfalls Schauspieler wurde und von bei den Salzburger Festspielen von 2013 bis 2016 den "Jedermann" spielte.
Kathleen Hughes 19. Mai 2025
Die in Hollywood geborene US-amerikanische Schauspielerin Kathleen Hughes (geboren als Elizabeth Margaret von Gerkan) verstarb im Alter von 96 Jahren. Sie trat erstmals während des Goldenen Zeitalters Hollywoods auf und wurde mit ihrem legendären Schrei für den ersten 3D-Streifen "Gefahr aus dem Weltall" und dem dazu passenden ikonischen Werbefoto in den 1950ern zur Kultfigur des Science-Fiction-Kinos. Kathleen Hughes arbeitete als Vertragsschauspielerin erst bei Fox, dann bei Universal. Für den Film "For Men Only" (1952) hatte sie sich ihre dunklen Haare blond gefärbt. Ihr Look ähnelte damit fortan dem von Marilyn Monroe (1926-1962). Sie spielte auch im Abenteuerfilm "Die goldene Klinge" (1953) und in "Drei böse Schwestern" (1956). In den 1960er und 1970er Jahren wechselte Hughes erfolgreich zum Fernsehen. Sie war in Serien wie "The Ghost and Mrs. Muir" oder "Bracken’s World" zu sehen und trat unter anderem in beliebten Shows wie "Mission: Impossible" oder "M.A.S.H." auf. Die Schauspielerin war 59 Jahre lang mit 2014 verstorbenen Drehbuchautor und Produzent Stanley Rubin verheiratet, mit dem sie vier Kinder bekam.
Karl-Ulrich Meves 20. Mai 2025
Der Schauspieler Karl-Ulrich Meves verstarb mit stolzen 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg. Bekannt wurde er als Hörspiel-Sprecher der blauen Zottelfigur "Grobi" in der Fernsehsendung Sesamstraße mit der mehrere Kindergenerationen aufwuchsen und vermutlich sofort die raue Stimme von Meves mit dem Zotteltier assoziierten. Der Hamburger war seit den ersten Folgen in Deutschland 1973 mit dabei und wurde erst nach drei Jahrzehnten abgelöst. Meves stand auch als klassischer Schauspieler oft vor Kameras und auf Theaterbühnen, er spielte in mehr als 115 Produktionen mit - von „Sonderdezernat K1“ bis zum „Tatort“. In der Loriot-Komödie „Pappa ante portas“ war er ein Lebensmittelhändler.
Sebastião Salgado 23. Mai 2025
Der weltweit bekannte brasilianische Fotograf, Fotoreporter und Umweltaktivist Sebastião Salgado verstarb im Alter von 81 Jahren in seiner gewählten Heimatstadt Paris. Salgado sei ein "großer Zeuge der menschlichen Verfassung und des Zustands des Planeten" gewesen, würdigte die französische Akademie der Schönen Künste sein Schaffen. Der Fotograf, der auch die französische Staatsbürgerschaft besaß, wurde mit seinen Schwarz-Weiß-Bildern weltberühmt. Salgado studierte von 1963-67 an der Universität von São Paulo Wirtschaftswissenschaft. Nach ersten Foto-Aufnahmen mit der Leica seiner Frau, der Pianistin Lélia Deluiz Wanick, begeisterte ihn das Fotografieren so sehr, dass er sich 1973 als Fotojournalist selbständig machte und in ausgewählten Langzeitprojekten vor allem das Leben der Menschen aus der sogenannten Dritten Welt dokumentierte, wofür er 1979 in die angesehene Agentur Magnum Photos aufgenommen wurde. Der Filmregisseur Wim Wenders porträtierte ihn im Jahr 2014 in dem für den Oscar nominierten Dokumentarfilm "Das Salz der Erde". Salgado war als Umweltaktivist ein ausgesprochener Gegner des rechtsradikalen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der den Amazonas Regenwald für die Landwirtschaftsindustrie und den Bergbau geöffnet hatte. Der Ausnahme-Fotograf gründete daraufhin selbst eine Umweltschutzorganisation namens »Instituto Terra«, um die Abholzung der Wälder in seinem Heimat-Bundesstaat Minas Gerais zu stoppen. Für seine Arbeit und sein Engagement erhielt er viele Auszeichnungen, unter anderem 2019 als erster Fotograf und Dokumentarfilmer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Marcel Ophüls 24. Mai 2025
Der in Frankfurt am Main geborene Oscar-prämierter Filmregisseur und Dokumentarfilmer verstarb im hohen Alter von 97 Jahren in seiner Wahlheimat Südfrankreich. Als Sohn des bekannten deutsch-jüdischen Regisseurs Max Ophüls musste er im Kindealter zweimal vor den Nazis fliehen. Mit dieser einprägenden Erfahrung widmete er sich später in seiner Filmkarriere der Auseinandersetzung mit Kriegsgräueln und Konflikten auf der ganzen Welt. Ophüls absolvierte die High School und das College in Los Angeles und diente 1946 in einer Theatereinheit der US-Armee in Japan. Die Familie zog 1950 wieder nach Frankreich, wo Marcel Ophüls an der Sorbonne in Paris studierte sowie als Assistent seines Vaters und der Filmemacher John Huston, Julien Duvivier und Anatole Litvak arbeitete. Unter Anleitung von François Truffaut inszenierte Ophüls 1962 einen Teil seines Films "Liebe mit zwanzig" sowie 1964 den Kriminalfilm "Heißes Pflaster" mit Jeanne Moreau und Jean-Paul Belmondo. Ab Mitte der 1960er-Jahre machte sich Ophüls vor allem als Dokumentarfilmer einen Namen und drehte 1967 die Doku "Hundert Jahre ohne Krieg - Das Münchner Abkommen von 1938". 1969 reichte er seinen viereinhalb Stunden langen Streifen "Das Haus nebenan – Chronik einer französischen Stadt im Kriege" beim staatlichen französischen Fernsehsender ein, der das Ausmaß der französischen Kollaboration mit den Nazis enthüllte. Der Sender weigerte sich jedoch, die Auftragsarbeit auszustrahlen. Der Film wurde in Frankreich sogar verboten, jedoch 1972 bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin in voller Länge gezeigt. Für sein Meisterwerk "Hôtel Terminus: Zeit und Leben des Klaus Barbie"über den auch als "Schlächter von Lyon" bekannt gewordenen Nazi-Kriegsverbrecher erhielt Ophüls 1989 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm. 1990 folgte der Dokumentarfilm "Novembertage"über den Mauerfall in Berlin für den er Film-Ausschnitte von Fernsehberichten verwendete. Die Menschen, die darin sein Interesse weckten, suchte er nach langer Recherche in ihrer eigenen Umgebung auf und sprach mit ihnen darüber, was sie damals und in der Zwischenzeit erlebt hatten. Gleichzeitig befragte er Politiker und Schriftsteller, wie sie die Umbrüche wahrnahmen und später interpretierten. Marcel Ophüls drehte noch bis ins hohe Alter Filme. Seine letzten Jahre verbrachte der Regisseur in Südfrankreich. 2015 nahm er bei der 65. Berlinale die Auszeichnung "Berlinale Kamera" entgegen.
Presley Chweneyagae 27. Mai 2025
Der aus dem Film "Tsotsi: Ein Junge aus dem Getto" bekannt gewordene schwarze südafrikanische Schauspieler Presley Chweneyagae verstarb im Alter von 40 Jahren. "Tsotsi" war 2006 mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet worden. Mit seiner Darstellung eines jungen Autodiebs wurde der Schauspieler international bekannt. Chweneyagae war auch Autor und Regisseur und verfasste mit Paul Grootboom das gefeierte Bühnenstück "Relativity".
Per Nørgård 28. Mai 2025
Der dänische Komponist Per Nørgård verstarb im Alter von 92 Jahren in Kopenhagen. Nørgård gilt in Dänemark als der größte Komponist seit Carl Nielsen (1865-1931). Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den deutschen Ernst von Siemens Musikpreis. Er hat rund 400 Werke komponiert, darunter acht Symphonien, sechs Opern, Chorwerke sowie Filmmusik. Unter anderem schrieb er die Musik zu dem 1988 mit einem Oscar ausgezeichneten dänischen Film "Babettes Fest" (Originaltitel: "Babettes gästebud"). Nørgård gilt auch als Erfinder der sogenannten Unendlichkeitsreihe - eine mathematische Kompositionsmethode, in der kleine melodische Einheiten in den großen melodischen Einheiten vollständig enthalten sind.
George E. Smith 28. Mai 2025
Der in New York City geborene US-amerikanischer Wissenschaftler und angewandte Physiker George Elwood Smith verstarb in New Jersey im Alter von 95 Jahren. Smith erfand 1969 zusammen mit seinem Kollegen Willard S. Boyle das Charge-Coupled Device. Die Entwicklung dieses CCD-Sensors, der in Kameras, Weltraumteleskopen, Scannern und vielen anderen bildgebenden Verfahren eingesetzt wird, revolutionierte die elektronische Kameratechnik. Dafür wurden die beiden Wissenschaftler im Jahr 2009 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Alf Clausen 29. Mai 2025
Der in Minneapolis, Minnesota geborene US-amerikanischer Komponist von Fernsehserien verstarb mit 84 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Alf Clausen war zuletzt an Parkinson erkrankt. Fast 30 Jahre klang komponierte Clausen die Musik für "Die Simpsons" und schrieb ebenso den Soundtrack zum Album "Songs in the Key of Springfield", welches viele der musikalischen Nummern aus der Serie der Simpsons zusammenstellt. Seine orchestralen Arrangements wurden zu einem Markenzeichen der Serie. Auch für Serien wie "Alf" und "Das Model und der Schnüffler" schrieb er die Musik.
Loretta Swit 30. Mai 2025
Die in New Jersey als Tochter polnischer Immigranten geborene US-amerikanische Schauspielerin Loretta Swit verstarb mit 87 Jahren in ihrer Wohnung im New Yorker Stadtteil Manhattan. Gegen den Willen ihrer Eltern studierte sie Schauspiel an der American Academy of Dramatic Arts in Manhattan und war zunächst als Theaterschauspielerin ab 1975 am Broadway erfolgreich. Daneben spielte sie unter anderem in Fernsehserien wie "Hawaii Fünf-Null" oder "Mannix". Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der Erfolgsserie M*A*S*H, in der sie in den 1980er Jahren in den 11 Staffeln der Serie 240 Auftritte als Major Margaret „Hotlips“ Houlihan hatte und zur Ikone wurde. 1986 spielte sie in einer Hauptrolle der schwarzen Kino-Komödie "Die Bombe fliegt" (Whoops Apocalypse) die US-amerikanische Präsidentin. Swit war im Laufe ihrer Karriere für insgesamt zehn Emmys nominiert. Sie gewann zwei der Fernsehpreise. Die Schauspielerin war in vielen Theateraufführungen und in über 25 Filmen zu sehen.
Ulrich Häusler 30. Mai 2025
Der in Travemünde bei Lübeck geborene Unternehmer, Kunstförderer und Schriftsteller Ulrich Häusler verstarb im Alter von 76 Jahren in Berlin. Ausgehend von seinem Künstlerzirkel rund um die Butte de Montmartre scharte Ulrich Häusler seit Dezember 2006 internationale deutschsprachige Kreative und Kulturinteressierte aus ganz Paris um sich und förderte Künstler u.a. der Pathé-Filmstudios und der bekannten Filmhochschule La fémis. Seine Intention: Art und Business zusammen zu bringen und dabei ganz nonchalant über Gott und die Welt zu philosophieren. Seit 2010 lebte Ulrich Häusler in Berlin und hatte den Schwerpunkt seines Schaffens mit der von ihm gegründete Künstlervereinigung „Les MontmARTrois en Europe“ auch hierhin verlagert. Antreffen konnte man ihn häufig bei Livemusik im Yorkschlösschen. Mit der von ihm gegründeten IVQS-Stiftung setzte er sich außerdem gegen Altersarmut bei Schauspielern ein. Die 2015 gegründete Institution & Interessenvertretung für deutschsprachige qualifizierte Schauspielerinnen und Schauspieler will eine Stimme sein gegenüber Theaterbetreibern, Produzenten, den öffentlich rechtlichen Anstalten sowie der Politik und streitet für faire Gagen, die den Leistungen der Künstler entsprechen.
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mit Jonathan Joss, der am 1. Juni 2025 verstarb.
Jonathan Joss 1. Juni 2025
Der in Texas mit indianischen Wurzeln geborene Nativ American Schauspieler, Musiker und Synchronsprecher Jonathan Joss Gonzales wurde bei einem mutmaßlich homophoben Angriff von einem 56-jährigen Mann aus der Nachbarschaft vor seinem Haus erschossen. Der 59 Jahre alte Schauspieler, der von Comanchen und Apachen abstammt, womit er in zahlreichen Rollen indianische Charaktere als authentische Ureinwohner Amerikas verkörpern konnte, hatte einen Hochschulabschluss in Theater und Sprache. Bekannt wurde er vor allem für seine Rollen als John Redcorn in der Comedyserie "King of the Hill" und als Chief Ken Hotate in der TV-Serie "Parks and Recreation". Seine Karriere als Schauspieler begann unter anderem mit einem Auftritt in der Serie "Walker, Texas Ranger". Daneben trat er in Produktionen wie "Emergency Room", "Friday Night Lights" und "Tulsa King" auf. Dazu absolvierte er Gigs mit seiner Band. Vor seinem Tod war Joss für die Revival-Serie "King of the Hill" erneut engagiert worden und hatte bereits mit den Aufnahmen von vier Folgen begonnen. Joss lebte offen schwul und war mit Tristan Kern de Gonzales seit Februar dieses Jahres verheiratet, der das ganze Drama miterlebt hat. Seinen Angaben zufolge hatten er und Joss draußen im Briefkasten vor dem Haus nach der Post gesehen, als ein Nachbar sie angegriffen habe. »Jonathan und ich waren nicht bewaffnet. Wir haben niemanden bedroht.« Nach seinen Angaben war Joss' Haus, bereits nach einem Brandanschlag im Januar schwer beschädigt worden. Joss Ehemann sieht einen homophoben Hintergrund der Tat: »Da konnte jemand nicht ertragen, dass zwei Männer sich lieben.«
Nicole Croisille 4. Juni 2025
Die französische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Nicole Croisille verstarb nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren in Paris. Berühmt wurde sie vor allem durch den Soundtrack zum Film "Ein Mann und eine Frau" von Claude Lelouch. Das Lied mit dem darin enthaltenen eingängigen Refrain "Chabadabada" wurde später auch von Mireille Mathieu gesungen. In der Politik bezeichnet eine Chabadabada-Wahlliste in Frankreich eine paritätisch besetzte Liste, eine Anspielung auf den Titel "Ein Mann, eine Frau". Croisilles einzigartige Stimme war der Atem ihrer Filme und die Musik ihrer Gefühle. Bereits als Kind tanzte Croisille an der Pariser Oper, gehörte mit 17 zum Ballett der Comédie-Française. Sie studierte bei dem Pantomime-Künstler Marcel Marceau, mit dem sie auf Tournee in die USA ging. Zeitweise war sie Mitglied im Ensemble der französisch-amerikanischen Künstlerin Josephine Baker. Während ihrer langen Karriere veröffentlichte Croisille insgesamt rund 20 Alben. Ihre größten Erfolge waren in den Siebzigerjahren Titel wie "Parlez-moi de lui" und "Téléphone-moi". Zudem spielte sie zwischen 1961 und 2005 in über 20 Filmen mit. Die Französin stand noch weit über das Rentenalter hinaus auf der Bühne, etwa 2019 in einer Komödie von Sacha Guitry. Privat blieb sie unverheiratet und kinderlos.
Frederick Forsyth 9. Juni 2025
Der in der Grafschaft Kent geborene britische Journalist Schriftsteller und Bestsellerautor Frederick Forsyth, dessen mehr als 20 Spionageromane in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 86 Jahren. Der Schriftsteller, der für Thriller wie «Der Schakal» und «Die Akte Odessa» verantwortlich zeichnete, war Pilot bei der Royal Air Force, Reporter der britischen Nachrichtenagentur Reuters und der BBC und arbeitete mehr als 20 Jahre lang für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6, wie er in seiner Autobiografie "Outsider" schilderte. Als Gegenleistung für seine Spionagetätigkeiten erhielt Forsyth nach eigenen Angaben Unterstützung bei den Recherchen für seine Bücher. Der Roman "Der Schakal" erzählt von einem fiktiven Attentatsversuch auf den französischen Präsidenten Charles de Gaulle und wurde 1973 verfilmt. Ein Jahr später folgte die britisch-deutsche Verfilmung von "Die Akte Odessa"über die Jagd eines Hamburger Journalisten auf einen Kriegsverbrecher und ehemaligen KZ-Kommandanten. 1981 kam der Kinofilm "The Dogs of War" und 1987 "The Fourth Protocol" hinzu.
Harris Yulin 10. Juni 2025
Der gebürtige kalifornische Schauspieler Harris Yulin verstarb im Alter von 87 Jahren an einem Herzstillstand. Er war ein vertrautes Gesicht in unzähligen Filmen und Serien in denen er oft Männer mit Macht - Polizisten, Richter oder Sheriffs spielte, etwa in "Der Mitternachtsmann", "Scarface" und "Ghostbusters II". Yulin war aber ebenso auf Theaterbühnen zu Hause und spielte zuletzt unter anderem eine größere Rolle in der Netflix-Serie "Ozark".
Elisabeth Nagy 13. Juni 2025
Die deutsch-ungarische Filmkritikerin Elisabeth Nagy (gesprochen: "nodj") verstarb nach langer schwerer Herzerkrankung in ihrer Heimatstadt Berlin im Alter von nur 60 Jahren. Auf dem Weg zur Apotheke war sie zusammengebrochen. Trotz Reanimation und Notoperation im Krankenhaus konnte ihr keiner mehr helfen. Einen lange geplanten Untersuchungstermin hatte sie wegen eines Streiks bei den öffentlichen Verkehrsmittel der BVG leider nicht wahrgenommen. Ein weiterer Termin sollte erst Ende des Monats folgen. Sie liebte Film über alles, war aber auch an Fotografie und Architektur, Musik sowie neuen Medien und technischem Fortschritt interessiert. Kinder- und Arthouse-Filme sowie Musikdokumentationen waren ihr bevorzugtes Metier. Im Kino musste sie allerdings stets ganz vorne in der ersten Reihe sitzen, weil sie extrem kurzsichtig war und deshalb auch einen behinderten Ausweis hatte. Ihr musikalisches Interesse galt vor allem der ungarischen Gitarrenmusik von Gábor Szabó, dessen Song "Gypsy Queen" sogar ein Hit von Carlos Santana wurde. Lange Zeit hatte sie als Journalistin für die Fachzeitschrift "Der Kameramann" (heute "Film & TV Kamera") gearbeitet. Zuletzt schrieb sie ausschließlich Filmkritiken für unseren Berliner Arbeitskreis Film e.V. (BAF). Neben der BERLINALE war ihr das polnische Filmfestival CAMERIMAGE, das sich ausschließlich der Kameragestaltung widmet, das liebste Filmfest, welches sie jährlich besuchte. Doch von jetzt an gibt es keine Filmkritiken mehr von ihr und auch die von ihr wöchentlich gepflegten Listen der Pressevorführungen werden wir alle schmerzlich vermissen. Dank Elisabeths Übersicht wusste man, ob man am nächsten Morgen zuerst ins Delphi musste oder in den Zoo Palast, ob man eine Einladung verpasst hatte, aus dem Verteiler gerutscht war oder man sich die falsche Startzeit notiert hatte. Zudem warnte Elisabeth uns auch vor geplanten BVG-Streiks oder Sperrungen, wodurch viele Verspätungen vermieden wurden.
Lalo Schifrin 26. Juni 2025
Der mit jüdischer Abstammung in Buenos Aires geborene Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent Lalo Schifrin verstarb im Alter von 93 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. Zu den bekanntesten Kompositionen des legendären US-Komponisten zählen die Titelthemen wie "Mission: Impossible", "Starsky & Hutch" und "Mannix". In seinem Werk verknüpfte der 1932 in Argentinien geborene Künstler die Einflüsse seiner klassischen und symphonischen Ausbildung mit Jazz und modernen Klängen. Der prägnante Beat des im ungewöhnlichen 5/4-Takt geschriebenen Themas der amerikanischen TV-Serie „Mission: Impossible“ (im deutschen Fernsehen „Kobra, übernehmen sie“), die von 1966 bis 1973 lief, wird für immer mit ihm verbunden bleiben. Zur Melodie war eine selbstzerstörenden Uhr auf dem Bildschirm zu sehen, die jeweils den Startschuss für die heiklen Aufträge des Agenten-Teams gab. Darüber hinaus schuf er die Musik für ca.100 Filme, darunter "Bullitt" und "Dirty Harry". Zudem war er ein hochangesehener Orchesterdirigent und Jazzpianist, der auch in der Band von Dizzy Gillespie mitspielte. Lalo Schifrin lernte im Alter von sechs Jahren bei Enrique Barenboim, dem Vater des Dirigenten Daniel Barenboim, Klavier spielen. Mit 20 finanzierte er sein Studium am Conservatoire de Paris, indem er in Pariser Nachtclubs als Jazz-Pianist auftrat. Wieder in Argentinien, gründete er ein Jazz-Orchester, in dem unter anderem Gato Barbieri spielte. Eine Begegnung mit Dizzy Gillespie im Jahre 1958, während eines Konzerts in Buenos Aires, führte dazu, dass er mit 26 Jahren in die USA übersiedelte.
Rick Hurst 26. Juni 2025
Der in Houston, Texas geborene US-amerikanischer Schauspieler Richard Douglas „Rick“ Hurst verstarb nach einer 44 Jahre umfassenden Karriere vor der Kamera mit 79 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Nach einem Studium begann er seine Karriere, zunächst auf der Bühne. Ab Anfang der 1970er Jahre stand er dann vor der Kamera und spielte unter anderem auch in "Karate Kid III - Die letzte Entscheidung", "Magnolien aus Stahl" mit oder stand an der Seite von Clint Eastwood in "In the Line of Fire - Die zweite Chance". Weithin bekannt wurde er jedoch als Hilfssheriff Cletus Hogg durch die TV-Serie "Ein Duke kommt selten allein", die von 1979 bis 1985 produziert wurde.
Monika Hansen 26. Juni 2025
Die deutsche Theater- und Filmschauspielerin Monika Hansen, Tochter der Schauspielerin und Komikerin Claire Schlichting mit der sie gemeinsam während des 2. Weltkriegs vor den Nazis nach Dänemark floh, verstarb im Alter von 83 Jahren in Berlin. Bis 1971 war Hansen mit dem Schauspieler Rolf Becker verheiratet. Aus der Ehe gingen die gemeinsamen Kinder Ben und Meret Becker, beide ebenfalls Schauspieler, hervor. Nach der Scheidung heiratete Hansen den Schauspieler Otto Sander, der 2013 im Alter von 72 Jahren ebenfalls in Berlin verstarb. Monika Hansen wurde durch zahlreiche Film-, Theater- und TV-Produktionen bekannt. Unter anderem arbeitete sie mit Wim Wenders, Luc Bondy und Rosa von Praunheim zusammen. Von 1959 bis 1962 hatte sie an der Otto-Falckenberg-Schule in München Schauspiel studiert. Anschließend spielte sie viele Jahrzehnte Theater, etwa in Berlin an der Schaubühne, am Renaissance-Theater und am Schillertheater, aber auch am Bremer Theater am Goetheplatz und am Deutschen Nationaltheater Weimar. Vor der Kamera stand sie u.a. für Wim Wenders im märchenhaften Film „In weiter Ferne, so nah!“ oder für Margarethe von Trotta im Drama „Das Versprechen“. Ihre letzte Rolle spielte sie 2022 in Rosa von Praunheims Doku-Fernsehfilm "Rex Gildo – Der letzte Tanz". 1999 war sie schon einmal in Praunheims Kino-Spielfilm "Der Einstein des Sex" gemeinsam mit Otto Sander und ihren Kindern Meret und Ben Becker zu sehen gewesen.
Kenneth Colley 30. Juni 2025
Der in Manchester geborene britischer Film- und Fernsehdarsteller Kenneth Colley, der auf mehr als 60 Jahre Schauspielerei zurückblicken konnte, verstarb im Alter von 87 Jahren in London. Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle als Admiral Piett in den Star Wars-Filmen "Das Imperium schlägt zurück" (1980) und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1983) sowie durch seine Rollen in den Filmen von Ken Russell und Monty Python. Einer seiner ersten Auftritte im britischen Fernsehen war die Rolle des Noah Riley in dem Polizeidrama "The Sweeney" in den 1970er Jahren. Nachdem er auch in zwei früheren Monty-Python-Produktion als Nebendarsteller aufgetreten war, spielte er 1979 die tragende Rolle des Jesus in "Monty Python's Life of Brian". Colley spielte auch eine bemerkenswerte Rolle in dem Clint Eastwood-Film "Firefox" von 1982, in dem er einen sowjetischen Oberst spielte, der mit dem Schutz von Firefox und seinen Geheimnissen beauftragt war.
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mit Julian McMahon, der am 3. Juli 2025 verstarb.
Julian McMahon 2. Juli 2025
Der in Sydney geborene australisch-US-amerikanischer Schauspieler Julian Dana William McMahon verstarb im Alter von nur 56 Jahren in Clearwater, Florida nachdem er seinen privaten Kampf gegen den Krebs verloren hatte. Bekannt wurde er vor allem durch seine festen Rollen in den Fernsehserien "Profiler", "Charmed – Zauberhafte Hexen" und "Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis" in der er einen plastischen Chirurgen spielte. Die Serie erhielt 2005 den Golden Globe Award als Beste Serie – Drama. McMahon erhielt eine Nominierung in der Kategorie Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama. Julian McMahon war das zweite Kind von William McMahon, dem früheren Premierminister von Australien. Sein Studium in Rechtswissenschaften an der University of Sydney brach er vorzeitig ab, um eine Karriere als Model verfolgen zu können. Nachdem er sich in der Modebranche erfolgreich profilieren konnte, führte ihn seine Arbeit unter anderem auf Bühnen in Städten wie Mailand, London, New York City, Rom und Paris. Der endgültige Durchbruch als Schauspieler gelang ihm von 1989 bis 1991 in der australischen Seifenoper "Home and Away". Um seine Karriere voranzutreiben, zog McMahon 1994 nach Los Angeles und trat nach zahlreichen weiteren TV-Serien u.a. 2005 in der Marvel-Realverfilmung von "Fantastic Four" auf sowie zwei Jahre später in dessen Fortsetzung. Zudem war er 2007 auch an der Seite von Sandra Bullock im US-Mystery-Thriller "Die Vorahnung" zu sehen und 2010 in "R.E.D. – Älter, Härter, Besser", einer amerikanischen Agenten-Komödie von Robert Schwentke, die auch in den deutschen Kinos anlief.
Anita Kupsch 3. Juli 2025
Die Berliner Volksschauspielerin und Synchronsprecherin Anita Kupsch verstarb im Alter von 85 Jahren in einem Pflegeheim in Berlin, wie ihr Ehemann Klaus-Detlef Krahn bestätigte. Kupsch war zuletzt schwer an Demenz erkrankt, lag nur noch im Bett und konnte sich auch nicht mehr äußern. Als Mädchen tanzte sie im Kinderballett. Später erlernte sie den Beruf der Visagistin, begann dann aber in den 1960ern ihre Schauspielkarriere. Sie arbeitete mit Kollegen wie O.E. Hasse, Helmut Käutner und Rudolf Platte. Neben dem Theater spielte sie auch gerne Kabarett. Besondere Popularität erlangte sie von 1987 bis 1996 an der Seite von Günter Pfitzmann in der ARD-Vorabendserie "Praxis Bülowbogen" in der Rolle der Arzthelferin Gabi Köhler. Darüber hinaus war sie in ihrer mehr als 50 Jahre währenden Karriere in fast 100 weiteren Rollen zu sehen u.a. 1962 auch in Robert Siodmaks US-Fluchtdrama „Tunnel 28“ („Escape from East Berlin“) sowie 1974 in Wolfgang Petersens Thriller "Einer von uns beiden". Erfolge feierte sie auch auf Berliner Theaterbühnen. Unter anderem spielte sie im Schlosspark Theater von Dieter Hallervorden die 80-jährige Maude in "Harold und Maude". In den Stücken "Golden Girls" oder "Männer und andere Irrtümer" soll sie allein 1.700 Mal aufgetreten sein.
Michael Madsen 3. Juli 2025
Der in Chicago, Illinois geborene US-amerikanischer Schauspieler Michael Søren Madsen wurde leblos in seinem Haus in Malibu, Kalifornien aufgefunden. Er verstarb im Alter von 67 Jahren an einem Herzstillstand. Sein langjähriger Anwalt berichtete nach Madsens Tod über gesundheitliche Probleme seines Mandanten, der jahrelang mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte und trotz mehrfachen Aufenthalt in Entzugskliniken es nicht schaffte, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Neben der Sucht belastete Michael Madsen ein erbitterter Scheidungsstreit mit seiner Ehefrau DeAnna Madsen nach mutmaßlicher häuslicher Gewalt gegen sie, für die er sogar kurzzeitig in Haft musste. Beruflich war Madsen das erste Mal bei der Steppenwolf Theatre Company in Chicago als Schauspieler tätig, wo er u. a. mit John Malkovich zusammenarbeitete. Der Charakterdarsteller, der mit seiner herausragenden Präsenz vor allem die Werke von Regisseur Quentin Tarantino prägte, war bekannt durch seine Rollen in "Reservoir Dogs", "Species", "Donnie Brasco", "Sin City" und "Kill Bill", in dessen Vol. 2 er einen abgehalfterten Killer spielte. Auch in "The Hateful Eight" und in "Once Upon a Time in Hollywood" trat er auf. Madsen war seit den Achtziger Jahren in über 300 Produktionen zu sehen. Sogar in "WarGames", "Thelma und Louise", "Free Willy" und im James-Bond-Abenteuer "Stirb an einem anderen Tag" hatte er eine Nebenrolle.
Mark Snow 4. Juli 2025
Der in Brooklyn, New York City, NY als Martin Fulterman geborene Mark Snow war ein US-amerikanischer Komponist für Filmmusik und Fernsehserien, der im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in Connecticut verstarb. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Musik für die Fernsehserie "Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI". Neben der berühmten Titelmusik komponierte Snow ebenfalls die Musik für über 200 Episoden der Kultserie, in der die FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder mysteriöse Fälle klärten. Auch die musikalische Untermalung anderer TV-Serien – darunter "Smallville" oder "Blaues Blut" sowie für einige Videospiele – stammt von Snow. Während Snow anfänglich nur Musik für das große Orchester schrieb, zog er 1974 mit seiner Frau Glynn nach Los Angeles, um sich in der Benutzung elektronischer Synthesizer schulen zu lassen. Mit dieser Soundästhetik traf Snow den Nerv einer neuen TV-Generation, sodass er sich bald ausschließlich darauf spezialisierte. Zuletzt war seine Musik 2020 im Film von "X-Men - The New Mutants" zu hören. Im Laufe seiner Karriere wurde er 15-mal für den Emmy nominiert, allein sechsmal für Musik in "Akte X". Bekommen hat er den US-Fernsehpreis allerdings nie. Darüber hinaus wurde er 2007 für den Score von Alain Resnais' Verfilmung von "Herzen" (Cœurs) nach dem Bühnenstück "Private Fears in Public Places" des britischen Theaterautors Alan Ayckbourn mit dem französischen César in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert.
Claus Peyman 16. Juli 2025
Der in Bremen geborene Theaterregisseur, Intendant, künstlerischer Leiter und zuletzt Geschäftsführer und Alleingesellschafter des Berliner Ensembles, verstarb nach langer Krankheit mit 88 Jahren in Berlin-Köpenick. Er galt als „Theaterpapst“ der deutschen Theaterszene und war nicht nur eine der schillerndsten Hauptfiguren der deutschsprachigen Theatergeschichte, sondern schon zu Lebzeiten eine Legende, berühmt und berüchtigt für seinen Größenwahn, seinen Starrsinn, seine Uraufführungen und Skandale. Nach sieben erfolgreichen Jahren als Intendant am Schauspielhaus Bochum (1979-1986), das er zuvor von Peter Zadek übernommen hatte, wurde Peymann Direktor des Wiener Burgtheaters und damit endgültig ein gekrönter Theaterkönig. Nach 13 Jahren am Burgtheater übernahm Peymann für eine lange Zeit das Berliner Ensemble (1999 bis 2017), das er liebevoll als sein „Traumtheater“ bezeichnete und stets mit einem vollen Haus begeisterte. Uraufführungen zeitgenössischer Autoren wie Thomas Bernhard, Peter Handke oder Peter Turrini, später auch Elfriede Jelinek, bildeten für Peymann von jeher einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Mit seiner typischen Großmäuligkeit wetterte er gegen die Ignoranten der Kulturpolitik, ihre Etat-Kürzungen und ihre Bevormundung, da er 2007 dem ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar ein Praktikum als Bühnentechniker beim Berliner Ensemble angeboten und dessen politische Äußerungen unterstützt hatte. 2010 wurde Peymann im Dokumentarfilm "Unter Linken – der Film" von Jan Fleischhauer interviewt und gab dort an, als Intendant des Berliner Ensembles mehr als 200.000 Euro Brutto im Jahr zu verdienen. 2017 warf Peyman seinem Nachfolger Oliver Reese vor, das Berliner Ensemble zu zerstören, da dieser keine Mitglieder seines vorwiegend jungen Ensembles übernehmen wollte, das er sorgfältig aufgebaut hatte, bevor deren Schauspieler durch Film und Fernsehen bekannt wurden. Den damaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner, der Reese ausgewählt hatte, bezeichnete er als eine kulturpolitische Katastrophe und wünschte sich für Berlin einen Kultursenator, der sich für den Schutz der Künstler einsetze.
Alan Bergman 17. Juli 2025
Der als Sohn jüdischer Eltern in Brooklyn / New York City geborene US-amerikanischer Liedtexter und -komponist sowie Sänger Alan Bergman verstarb mit 99 Jahren zu Hause in Los Angeles. Er arbeitete vornehmlich für Fernseh- und Filmproduktionen. Die zusammen mit seiner Frau Marilyn geschriebenen Lieder, die drei Jahre zuvor im Alter von 93 Jahren verstorben war, wurden dreimal mit einem Oscar ausgezeichnet: Für "The Way We Were" aus dem gleichnamigen Liebesfilm mit Streisand und Robert Redford, für «Windmills of Your Mind» aus dem Film "The Thomas Crown Affair" und für den Soundtrack zu Streisands Film "Yentl". Für Streisand schrieben sie auch Hit-Songs wie «Solitary Moon», «The Same Hello, the Same Goodbye» oder «That Face». Weitere Oscar-Nominierungen gab es unter anderem für die Lieder «It Might Be You» aus "Tootsie", "If we were in Love" aus "Geliebter Giorgio" und zuletzt 1996 für den Song "Moonlight" aus der Filmkomödie "Sabrina". Insgesamt waren sie 16 Mal für einen Oscar nominiert. Das Paar, das seit den 1960er-Jahren eine Arbeitsgemeinschaft bildete, konnte zudem zweimal den Golden Globe Award und dreimal den Emmy gewinnen und zahlreiche weitere Auszeichnungen für sich verbuchen. Als ihre Spezialität galten Balladen für Film, Fernsehen und Musical-Bühne, für die sie Broadway-Einflüsse mit modernem Pop kombinierten. Zu ihren frühesten Arbeiten gehört auch das Thema zu der Literaturverfilmung "In der Hitze der Nacht" von 1967, das sie gemeinsam mit Quincy Jones verfassten, und das von Ray Charles gesungen wurde. Das Ehepaar lieferte Texte für einige der bekanntesten Komponisten der Welt, darunter Marvin Hamlisch, Cy Coleman und Michel Legrand. Die Songs der Bergmans wurden von Stars wie Frank Sinatra, Aretha Franklin, Michael Jackson und Barbra Streisand gecovert. Mit Letzterer war das Songwriter-Ehepaar eng befreundet. Das Ehepaar wurde zudem in die Ruhmeshalle Songwriters Hall of Fame aufgenommen.
Jimmy Hunt 18. Juli 2025
James Walter Hunt, bekannt als ehemaliger Kinderdarsteller Jimmy Hunt, verstarb mit 85 Jahren sechs Wochen nach einem Herzinfarkt in einem Krankenhaus im kalifornischen Simi Valley. Hunts Filmkarriere begann mit acht Jahren in seiner Heimatstadt Los Angeles, als ein Agent von MGM seine Schulklasse besuchte. 1947 feierte der rothaarige und sommersprossige Junge sein Filmdebüt in "Clara Schumanns große Liebe" an der Seite von Superstar Katharine Hepburn (1907-2003). In den folgenden Jahren drehte er mit großen Namen wie Burt Lancaster ("Du lebst noch 105 Minuten"), Robert Mitchum ("Holiday Affair") oder dem späteren US-Präsidenten Ronald Reagan ("Alter schützt vor Liebe nicht"). In "Im Dutzend billiger", dem Original des 2003er-Remakes mit Steve Martin, verkörperte er eines von zwölf Kindern einer Großfamilie. Jimmy Hunts bekanntester Film ist aber "Invasion vom Mars" von 1953 - einer von zahlreichen Filmen der 50er-Jahre, in denen es um die heimliche Invasion der Erde durch Außerirdische geht. In dem Sci-Fi-Kultfilm spielte er anders als sonst nicht nur den Sohn der Hauptfigur, sondern übernahm selbst die Hauptrolle: einen Jungen, der die Landung eines UFOs in seinem Garten beobachtet und bald merkt, dass sich sein Vater seitdem merkwürdig verhält. 1986 hatte Hunt in dem gleichnamigen Remake von "The Texas Chain Saw Massacre"-Regisseur Tobe Hooper (1943-2017) einen Gastauftritt als Polizeichef. Es war sein einziger Auftritt in einem Film als Erwachsener.
Tom Troupe 20. Juli 2025
Nur fünf Tage nach seinem 97. Geburtstag verstarb der beliebte "Star Trek"-Darsteller Tom Troupe in seinem Zuhause in Beverly Hills. Die Rollen des in Kansas City, Missouri geborenen US-amerikanischen Charakterdarstellers waren oft klein, aber prägnant. Schon 1957 stand er als Peter van Daan in "Das Tagebuch der Anne Frank" auf der Broadway-Bühne. Später zog es ihn nach Los Angeles – und vor die Kamera, wo in "Star Trek", "Mission: Impossible" oder "Cagney & Lacey" auftrat. Zwischen den 1960ern und 1990ern war Troupe in Dutzenden Produktionen zu sehen – darunter "The Fugitive", "The Wild, Wild West", "Mary Hartman, Mary Hartman" sowie in Filmen wie "Kelly's Heroes" oder "My Own Private Idaho" von Gus Van Sant. Auch in "Mord ist ihr Hobby", "Knots Landing" oder in der Kult-Sitcom "Cheers" war sein inzwischen bekanntes Gesicht regelmäßig zu sehen. Seine große Liebe und spätere Ehefrau war Schauspielkollegin Carole Cook, mit der er nicht nur das Leben, sondern auch die Bühne teilte. Gemeinsam standen sie in Theaterstücken wie "The Lion in Winter", "Father's Day" oder "The Gin Game" auf der Bühne - bevor sie kurz vor ihrem 99. Geburtstag im Jahre 2023 verstarb.
Malcolm-Jamal Warner 20. Juli 2025
Der in New Jersey geborene schwarze US-amerikanische Schauspieler, Musiker und Poet, Malcolm-Jamal Warner, verstarb bei einem Schwimmunfall vor der Küste von Costa Rica. Der 54-Jährige sei offenbar beim Badeurlaub am Coles Beach in Cahuita „von der Strömung erfasst“ worden und konnte nur noch tot an der Karibikküste geborgen werden. Der Unfall ereignete sich demnach im Bereich des Strandes Playa Grande de Cocles in der Ortschaft Puerto Viejo de Limón. Malcolm-Jamal Warner wurde durch „Die Bill Cosby Show“ berühmt. Er spielte in allen acht Staffeln der Serie mit Bill Cosby in der Hauptrolle des Arztes und Geburtshelfer Dr. Cliff Huxtable dessen Sohn Theo. Warner wurde für seine Darbietung schon als Teenager in der Serie für einen Emmy nominiert und hatte auch mit weiteren Serien Erfolg. Die „Die Bill Cosby Show“ lief über acht Jahre von 1984 bis 1992 und gilt als einer der größten TV-Erfolge aus jener Zeit. Sie schildert das Leben einer schwarzen Familie der Mittelschicht in New York. Warner wirkte auch in Serien wie „Malcolm & Eddie“, „Jeremiah – Krieger des Donners“, „Listen Up“, „Major Crimes“ und „Suits“ mit.
Dan Ziskie 21. Juli 2025
Der in Detroit geborene US-amerikanische Schauspieler Dan Ziskie, der sich auch als Fotograf und Journalist betätigte, verstarb im Alter von 80 Jahren infolge einer Arterienerkrankung. Nach einem Kunst- und Athletikstudium an der University of Michigan schloss er sich zunächst in Chicago der Theatergruppe The Second City an, wo er an der Seite von Comedy-Legenden wie John Belushi lernte. Später zog er nach New York, wo er 1980 sein Broadway-Debüt gab. Bekannt wurde er allerdings für seine brillante Darbietung politischer Charaktere. In "House of Cards" verkörperte er den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Jim Matthews. Doch auch in der Serie "Treme" konnte er als Finanzier C.J. Liguori überzeugen. Weitere bekannte Serien, in denen Dan Ziskie zu sehen war, sind: "Law & Order", "The Blacklist", "Sex and the City" und "Chappelle's Show". Auf der großen Leinwand war er in Filmen wie "Der Schakal" und "Krieg der Welten" zu sehen.
Ozzy Osbourne 22. Juli 2025
Der in Birmingham geborene britische Rockmusiker und Seriendarsteller John Michael „Ozzy“ Osbourne, bekannt geworden 1969 als Leadsänger der legendären Heavy Metal Group "Black Sabbath", verstarb im Alter von 76 Jahren in seiner Heimatstadt nur zwei Wochen nach seinem letzten Auftritt mit der Band. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass die legendäre Band in Originalbesetzung auf der Bühne stand, während der an Parkinson erkrankte Sänger bei seinem Abschiedskonzert in seiner Heimatstadt nur noch wenige Lieder mit seiner nasalen Stimme im Sitzen vortragen konnte. Black Sabbath gelten als Pioniere des Heavy Metal. Die Band verkaufte während ihrer jahrzehntelangen Karriere mehr als 75 Millionen Alben. Für "Ozzy" Osborne war es allerdings nicht das einzige Highlight in seiner Karriere. Auf der Bühne agierte der Showman neben dem eher introvertierten Leadgitarristen und dem fast stoischen Bassisten Geezer Butler oft wie ein Wahnsinniger. Wegen Drogen- und Alkoholproblemen feuerte ihn die Band 1979. Mit Hilfe seiner Managerin Sharon Arden, die er später heiratete, startete Osbourne eine erfolgreiche Solokarriere und erhielt er ab 1980 bis Mitte der 1990er Jahre mehrere Platinauszeichnungen. Sein wildes Auftreten, das Spiel mit der Provokation und mit Horror-Elementen begeisterte die Fans, verschreckte aber besonders in den USA konservative und religiöse Gruppen. Einem jüngeren Publikum ist er vor allem als exzentrischer Familienvater aus der preisgekrönten Doku-Soap "The Osbournes" bekannt. Die in drei Staffeln produzierte Reality-TV-Serie feierte ihre Premiere bei MTV. Osbourne und seine Familie gaben darin Einblicke in ihr Privatleben und wurden innerhalb kürzester Zeit zu weltbekannten Superstars.
Doris Gercke 25. Juli 2025
Die in Greifswald geborene Krimiautorin Doris Gercke, Erfinderin der einstigen ZDF-Ermittlerin "Bella Block", verstarb im Alter von 88 Jahren in Hamburg, wie der Argument Verlag mit Sitz in der Hansestadt unter Berufung auf die Familie mitteilte. Nach einer Verwaltungslehre und Jahren als Hausfrau und Mutter legte sie mit 40 Jahren ein Begabtenabitur ab und studierte Jura. Gleich ihr erster Roman "Weinschröter, du musst hängen" wurde 1988 ein Riesenerfolg und 1993 mit Hannelore Hoger als Bella Block für das Fernsehen verfilmt. Hoger, die im Dezember 2024 starb, verkörperte die unkonventionelle Kommissarin bis zum Ende der ZDF-Reihe 2018. In ihrem Debüt-Buch schilderte die Autorin eine Atmosphäre von Trostlosigkeit, alltäglicher Gewalt und Sexismus. Ursprünglich habe sie sich u.a. von Raymond Chandler inspirieren lassen. Lange fühlte sich Gerke, die als junge Frau der DKP beigetreten war, auch mit Frauen- und Friedensbewegungen sowie dem Kampf gegen Neofaschismus verbunden. Aber auch Kinder- und Jugendbücher sowie Lyrik gehörten zu ihrem Repertoire.
Lutz Mommartz 26. Juli 2025
Der im Rheinland geborene Maler, Filmkünstler und deutsche Experimentalfilmer Lutz Mommartz verstarb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 91 Jahren in Düsseldorf. Der Träger des Bundesfilmpreises in Silber 1977/78 bewegte sich stets an der Schnittstelle von Dokument und Experiment. Als er sich 1967 von der Malerei verabschiedete, begann Mommartz mit dem Drehen von 16-mm-Filmen. Im gleichen Jahr erhielt er mit seinem Film "Selbstschüsse" beim internationalen Experimentalfilmfestival im belgischen Knokke-Heist einen weltweit beachteten Filmpreis. Bei einem Spaziergang hatte er seine 16-Millimeter-Bolex immer wieder in die Luft geworfen und aufgefangen. Aus den Bildern, die dabei unwillkürlich auch den clownesken Charme ihres Urhebers einfingen, montierte er einen Avantgarde-Klassiker. An der Schnittstelle von Dokument und Experiment entstanden in den Folgejahren höchst unterschiedliche Filme, deren verbindendes Merkmal ihre Kompromisslosigkeit war. Aus ihr erwuchs ein konstituierendes Stilmerkmal, ein Austarieren von Grenzen der Technik, der Gesellschaft, der Idee von Individualität und Persönlichkeit. 1968 zeigte der Autodidakt auf der Documenta 4 erstmals das Zweileinwandkino, einen Vorläufer des immersiven Films, bei dem das Publikum sich zwischen zwei Projektionsflächen bewegt und tief in die virtuelle Realität eintaucht. Im Oktober 1975 erhielt er seine erste Professur für Film in der damaligen Abteilung für Kunsterziehung der Kunstakademie Düsseldorf. 1978 wurde er an die heutige Kunstakademie Münster berufen, wo er die von ihm gegründete Filmklasse bis 1999 leitete. 2020 präsentierte er sein letztes Hauptwerk und nannte es "Zeitschneider". Die 24-stündige Videoprojektion unterwirft sein gesamtes bis 1994 geschaffenes Œuvre einer Revision, fragmentiert und dekonstruiert es, um es zugleich zu einer neuen Komposition zu arrangieren.
Alon Aboutboul 29. Juli 2025
Der international bekannte israelische Schauspieler Alon Aboutboul verstarb bei einem Badeunfall aufgrund eines Schwächeanfalls im Alter von 60 Jahren. Wie die „Jerusalem Post“ und weitere israelische Medien meldeten, bekam Aboutboul beim Schwimmen am Strand von Dor-Habonim, südlich der Stadt Haifa im Norden Israels einen Schwächeanfall und wurde von schnell herbeigerufenen Rettungskräften nur noch leblos aufgefunden. Die Rettungskräfte konnten ihn nicht mehr wiederbeleben. Aboutboul gehörte zu Israels bekanntesten Darstellern, seine Karriere führte ihn auch nach Hollywood. Seine bekannteste Rolle spielte Alon Aboutboul in einem "Batman"-Film: Er verkörperte den russischen Nuklearphysiker Dr. Pavel in "The Dark Knight Rises", dem finalen Teil der Trilogie. Aboutboul wurde 1965 in Kiryat Ata als Sohn algerischer und ägyptischer Eltern geboren. Seine Filmkarriere begann 1980 mit israelischen Produktionen. Wegen seines markanten Äußeren wurde Aboutboul auch in Hollywood oft als harter Kerl besetzt, er spielte Soldaten, Machos, Kriminelle oder Mossad-Agenten. Später kamen auch Komödien und Musicals hinzu. Weitere Auftritte hatte Aboutboul in "Rambo 3", in Steven Spielbergs "München" und "Der Mann, der niemals lebte" von Ridley Scott. Er spielte auch Nebenrollen in den Serien "Homeland" und "Snowfall" und zuletzt in "The German". Insgesamt spielte er in mehr als hundert Kino- und Fernsehproduktionen mit.
Robert Wilson 31. Juli 2025
Die Uraufführung der Oper "Einstein on the Beach" machte den vielfach ausgezeichneten Bildervisionär Robert Wilson aus Texas weltbekannt. Der zu den bedeutendsten Regisseuren der Theaterwelt zählende Dramatiker verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren in Water Mill, New York. Wilson inszenierte über Jahrzehnte Theaterstücke und Opern auf den wichtigen Bühnen der Welt und galt vor allem in den Siebziger- und Achtzigerjahren als großer Regie-Erneuerer im Theater wie in der Oper. Zu seinen späten Arbeiten gehörten Inszenierungen von Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" und Samuel Becketts "Endspiel" im Berliner Ensemble. Dabei kombinierte er Tanz, Texttreue und präzise Lichtregie mit surrealistischen Bühnenbildern. Seine Arbeiten für die Bühne, auf Papier, seine Skulpturen und Videoporträts sowie das Watermill Center werden aber als sein künstlerisches Erbe bestehen bleiben, hieß es in der Mitteilung seines Managements. Das Watermill Center auf Long Island unweit von New York hatte Wilson 1992 als Kunstzentrum eingerichtet. Schon als junger Mann machte der im US-Bundesstaat Texas geborene Theaterautor sich nach New York auf und wurde unter anderem von Künstler Andy Warhol und Komponist John Cage beeinflusst. Wilson outete sich als schwul und machte auf der Bühne mit der ungewohnten Kombination von kühler Lichtregie und sensationell meditativen, fast surrealistischen Bühnenbildern, von Tanz, Musik und mitunter fast roboterhafter Personenführung Furore. Die Uraufführung der Philip-Glass-Oper "Einstein on the Beach" im Jahr 1976 in Avignon, die das Musiktheatergenre revolutionierte, gilt als spektakulärste Aufführung seiner langen Karriere und bescherte ihm international den Durchbruch. Geschätzt wurde Wilson in späten Jahren vor allem in Europa und besonders in Frankreich, wo er unter anderem an der Pariser Bastille-Oper inszenierte. 1979 inszenierte Wilson an der Schaubühne Berlin sein Stück Death, Destruction & Detroit, für das er mit einer Einladung zum Berliner Theatertreffen ausgezeichnet wurde. Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete er in mehreren Projekten mit dem Dramatiker Heiner Müller zusammen, den er 1977 auf dessen zweiter Amerikareise kennengelernt hatte. Der auch als bildender Künstler international hochgeachtete Regisseur stellte im Louvre Videoporträts von US-Popstar Lady Gaga und Ballettlegende Mikhail Baryshnikov aus. 2006 wurde auf der Berlinale Katharina Otto-Bernsteins Dokumentarfilm "Absolute Wilson"über Wilsons Arbeit und Leben uraufgeführt. Zusammen mit der großen in Templin, Brandenburg aufgewachsenen Schauspielerin, Angela Winkler, lies er in Berlin Alfred Jarrys Bühnengroteske "König Ubu" als Hörspiel für den RBB einsprechen. 2016 wurde Wilsons zweites Hörspiel "Tower of Babel" unter Mitwirkung u. a. von Edith Clever, CocoRosie, Daniel Libeskind, Jonathan Meese, Christopher Nell, Fiona Shaw und Daniel Hope veröffentlicht. Wilson, der auch Mitglied der Akademie der Künste Berlin war, wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.
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mit Jonathan Kaplan, der am 1. August 2025 verstarb.
Jonathan Kaplan 1. August 2025
Der in Paris geborene US-amerikanische Filmemacher Jonathan Kaplan verstarb mit 79 Jahren in Los Angeles, Kalifornien an Leberkrebs. Kaplan begann seine Karriere in den frühen 70er Jahren mit Blaxploitation-Filmen wie "The Slams" und "Truck Turner" für New World Pictures und machte 1979 Karriere mit dem kultigen Coming-of-Age-Drama "Over the Edge". Einige Jahre später verhalf sein von der Kritik gefeiertes Justizdrama „The Accused“ Jodie Foster zu ihrem ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin. Die Weltpremiere feierte der Film im Wettbewerb um den Goldenen Bären auf der Berlinale 1989. Seit Ende der 1990er Jahre arbeitete Kaplan fast ausschließlich als Produzent und Regisseur für das Fernsehen. Für die mehr als 50 Episoden der Serie "Emergency Room - Die Notaufnahme" wurde er 2001 für den Emmy Award nominiert.
Kelley Mack 2. August 2025
Die US-amerikanische Schauspielerin Kelley Mack, welche die »Addy« in der neunten Staffel von "The Walking Dead" verkörpert hatte, verstarb mit nur 33 Jahren in ihrer Heimatstadt Cincinnati nach einem Kampf gegen ein Gliom des zentralen Nervensystems, eine Art Gehirntumor. Mack war auch bekannt für ihre Rollen in den Fernsehserien "9-1-1" und "Chicago Med" sowie für ihre Auftritte in den Filmen "Broadcast Signal Intrusion" und "Delicate Arch".
Loni Anderson 3. August 2025
Die in Minnesota geborene US-amerikanische Schauspielerin Loni Kaye Anderson verstarb nach langer Krankheit in Los Angeles im Alter von 79 Jahren, drei Tage vor ihrem 80. Geburtstag. Die blonde Ex-Frau von Burt Reynolds, die wegen Ihrer stürmische Ehe die Klatschspalten von 1988 bis 1994 füllte, debütierte in einer Folge der Fernsehserie "S.W.A.T." aus dem Jahr 1975, in der sie Miss Texas spielte. Von 1978 bis 1982 übernahm sie die Hauptrolle der Jennifer Marlowe als brillante Rezeptionistin eines Radiosenders in der Kult-Serie "WKRP in Cincinnati". Darin wurde sie dreimal für den Golden Globe und zweimal für den Emmy nominiert. Zudem spielte sie 1980 im Fernsehfilm "Die Jayne Mansfield Story" das gleichnamige Model und Pin-up-Girl, das an der Seite des damals noch wenig bekannten Arnold Schwarzenegger bei einem Autounfall tödlich verunglückte. Darüber hinaus war sie 1998 in „A Night at the Roxbury“ zu sehen. Für ihre Darstellung in der Actionkomödie "Der rasende Gockel" wurde sie allerdings 1984 an der Seite von Burt Reynolds und Ned Beatty mit dem Schmähpreis der »Goldenen Himbeere« (Razzie Awards) nominiert.
Song Young-kyu 4. August 2025
Der koreanische Schauspieler Song Young-kyu, bekannt unter anderem durch seine Rolle in der Actionkomödie "Extreme Jobs", wurde am 4. August leblos in einem geparkten Auto in der Nähe von Seoul, Südkorea, aufgefunden. Es gab keine Hinweise auf ein Verbrechen oder Selbstmord. Er wurde 55 Jahre alt. Song Young-kyu spielte auch in den Serien "Big Bet" sowie "Narco-Saints" und stand kurz vor der Teilnahme an einer Theaterproduktion von "Shakespeare in Love".
Danielle Spencer 11. August 2025
Die an Magenkrebs erkrankte US-Schauspielerin Danielle Spencer, die die Rolle der Dee in der Sitcom der 1970er Jahre „What's Happening!!" spielte, verstarb mit 60 Jahren an einem Herzstillstand. Der ehemalige Kinderstar erschien in 65 Episoden von „What's Happening!!" und 16 Episoden der Fortsetzung „What's Happening Now!!", immer in der Rolle der jüngsten Schwester von Raj, Dwayne und Rerun. 1993 erwarb sie einen Doktortitel in Veterinärmedizin.
Terence Stamp 17. August 2025
Der in London geborene britische Schauspieler Terence Stamp, der unter anderem als Bösewicht in "Superman"-Filmen bekannt wurde, verstarb im Alter von 87 Jahren. Er stammte aus einer Arbeiterfamilie und begeisterte schon in jungen Jahren mit seiner Rolle in Peter Ustinovs "Die Verdammten der Meere" (englischer Originaltitel: "Billy Budd") von 1962. Darin spielt er einen jungen und naiven Matrosen inmitten einer hartgesottenen Schiffscrew. Für die Rolle wurde Stamp mit einem Golden Globe als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet und für einen Oscar nominiert. Später wurden düstere und rätselhafte Charaktere zu Stamps Spezialität. Dazu zählen seine Rollen als Bösewicht General Zod in den zwei "Superman"-Filmen von 1978 und 1980. Neben seiner Schurkenrolle im berühmten Superhelden-Franchise war Stamp in „The Collector", „Far From the Madding Crowd" (1967) und in Tim Burtons „Big Eyes" zu sehen. 1963 erhielt er seine einzige Oscar-Nominierung für seine Leistung in „Billy Budd". Obwohl er im Laufe der Jahrzehnte mit berühmten Regisseuren wie Peter Ustinov, Pier Paolo Pasolini, Federico Fellini, George Lucas und Ken Loach hauptsächlich für Arthouse- und Independentfilme zusammenarbeitete, spielte er auch immer wieder in vielen kommerziell überaus erfolgreichen Filmen mit, wie etwa in "Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung" von 1999. 2021 war er zuletzt noch einmal in einer Nebenrolle in dem Horrorthriller "Last Night in Soho" zu sehen.
Joe Caroff 17. August 2025
Joe Caroff, der Designer des ikonischen „007" James Bond-Logos, verstarb im Alter von 103 Jahren in seinem Haus in Manhattan, New York. Der verkannte Grafikdesigner schuf die legendären Plakate für "West Side Story" (1961), "A Hard Day's Night" der Beatles und Für eine "Handvoll Dollar" Zudem trug er bei "Der letzte Tango in Paris", "Manhattan" und "Rollerball" (1975) seine typografische Handschrift bei. 2006 ging er in den Ruhestand gegangen, um sich der Malerei zu widmen.
Torsten Michaelis 17. August 2025
Der aus einer Künstlerfamilie stammende und in Berlin geborene Schauspieler und Synchronsprecher Torsten Michaelis verstarb mit 64 Jahren. Seine Ausbildung absolvierte er von 1983–1987 an der renommierten Berliner Schauspielschule "Ernst Busch". Danach war er jahrzehntelang auf deutschen Bühnen und Bildschirmen präsent, wo er zudem in vielen TV-Produktionen zu sehen war. Millionen Zuschauer erlebten ihn als Kriminaldirektor Bitomsky im ARD "Tatort". An der Seite von Maria Furtwängler prägte er eine Rolle, die Fans wegen ihrer ruhigen Autorität schätzten. Mit seiner Stimme begleitete als Synchronsprecher fürs Kino Weltstars wie Benicio del Toro, Jeremy Irons, Martin Lawrence und Wesley Snipes und lieh er unter anderem Sean Bean seine Stimme für Streaming-Produktionen wie „Game of Thrones“. Der Schauspieler war neben "Tatort" auch in weiteren Erfolgsformaten wie „Polizeiruf 110“, „In aller Freundschaft“, „SOKO Leipzig“ zu sehen. Zuletzt stand er für die Serienproduktion „SPÄTI“ (2024, ZDF neo) sowie für „Where’s Wanda?“ (2023, Apple TV+) vor der Kamera. Auch an Kino- und TV-Filmen wie „Trauzeugen“ (2022) oder „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (2019) war er beteiligt.
Jerry Adler 23. August 2025
Der in New York City geborene US-Schauspieler Jerry Adler, der mit der Mafia-Serie "Die Sopranos" bekannt wurde, verstarb im Alter von 96 Jahren ebenda. Adler hatte nach der Schule als Inspizient am Broadway gearbeitet, führte dann bei einigen Produktionen Regie und wurde mit Anfang 60 Schauspieler. Nach einigen kleineren Rollen feierte er in der Mafia-Serie "Die Sopranos" in der Rolle des Herman "Hesh" Rabkin an der Seite von Hauptdarsteller James Gandolfini (Tony Soprano) den Durchbruch. Im Anschluss spielte er weitere kleine Serienrollen. So zum Beispiel in "The Good Wife", einer gefeierten Anwaltsserie. Adler verkörpert darin über mehrere Staffeln einen auf den ersten Blick vertrottelten, dann aber doch gerissenen alten Partner der Anwaltskanzlei. Auch in "Mozart in the Jungle" oder "The Good Fight" hatte er noch Auftritte.
Arthur Brauss ~ 28. August 2025
Der deutsche Schauspieler und Synchronsprecher Arthur Brauss, der als Polizeibeamter Richard Block in Jürgen Rolands ARD-Fernsehserie "Großstadtrevier" bundesweit bekannt wurde, verstarb Ende August im Alter von 89 Jahren in München. In seiner Jugend war er ein talentierter Stabhochspringer. Nach einem Stipendium für Mathematik und Volkswirtschaft in den USA entdeckte er an der dortigen Studentenbühne auch sein Interesse für die Schauspielerei. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gab er 1963 unter dem Künstlernamen »Art Brauss« sein Kinodebüt in Rolf Hädrichs Film "Verspätung in Marienborn". Auch in der ZDF-Kinderserie "Timm Thaler" (1979) trat er unter den Namen »Arthur Brauss« auf einem Schiff als Darsteller des Ersten Offiziers auf. Später lieh Brauss als Synchronsprecher unter anderem Dennis Hopper, Brian Dennehy, Max von Sydow, Stephen McHattie und Robbie Coltrane seine Stimme. Im Laufe der Zeit wirkte Brauss in über 190 Film-und-Fernsehproduktionen mit, darunter allein in neun ARD-"Tatort"- und zehn Krimi-Folgen von "Der Alte" sowie zahlreichen Gastauftritte mit.
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mit Graham Greene, der am 1. September 2025 verstarb.
Graham Greene 1. September 2025
Der Oscar-nominierte kanadische Schauspieler Graham Greene, einer der Stars der Filme "Der mit dem Wolf tanzt", "The Green Mile" und "Wolf Lake" verstarb nach langer Krankheit mit 73 Jahren in einem Krankenhaus von Toronto. Greene wurde im Reservat der Six Nations in Ohsweken geboren. Greene gilt als Wegbereiter für indigene Schauspieler. Er war schon früh als Theaterdarsteller tätig und gab 1979 sein Fernsehdebüt in der kanadischen Serie "The Great Detective". Vier Jahre später startete er mit "Run For Your Life" seine Filmkarriere und wurde einer der bekanntesten indigenen Schauspieler Kanadas, den man weltweit für seine prägnanten Rollen feierte. Seinen Durchbruch hatte er 1990 in "Der mit dem Wolf tanzt" als Kicking Bird an der Seite von Kevin Costner, eine Rolle, die ihm eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller einbrachte. Der Film selbst gewann sieben Oscars, darunter für den Besten Film. Anschließend spielte Greene Rollen in Filmen wie "Maverick - Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel" an der Seite der Oscarpreisträger Mel Gibson und Jodie Foster, "Stirb langsam - Jetzt erst recht" mit Bruce Willis oder im "Twilight"-Film "New Moon - Biss zur Mittagsstunde", wo er mit Kristen Stewart und Robert Pattinson auftrat. Greene habe "Klischees über indigene Charaktere durchbrochen und den Weg für die nächste Generation von Schauspielern geebnet", hieß es in seiner Würdigung für den "Order of Canada", die höchste zivile Auszeichnung Kanadas, die er 2016 erhielt. Neben seiner Oscar-Nominierung erhielt Greene zahlreiche weitere Auszeichnungen: Grammy, Gemini und Canadian Screen Award-Gewinner, sowie eine Nominierung für den Independent Spirit Award. Außerdem wurde er mit einem Stern auf dem kanadischen Walk of Fame geehrt.
Giorgio Armani 4. September 2025
Der italienische Modeschöpfer Giorgio Armani, der auch zahlreiche Filme und etliche Filmstars ausgestattet hatte, verstarb im Alter von 91 Jahren in Mailand im Kreise seiner Angehörigen. Armani hatte als Autodidakt klein angefangen und ab den 1970ern ein Modeimperium aufgebaut, zu dem neben Kleidung auch Schmuck, Parfums, Inneneinrichtung und Luxushotels gehören. Anfänglich machte Armani sich zunächst mit Herrenmode einen Namen. 1976 folgte sein internationaler Durchbruch. Er expandierte und begann, seine Kreationen auch in den USA zu vertreiben. Dort fungierte er zusätzlich als Kostümausstatter für hochrangige Filmproduktionen, wie "The Untouchables – Die Unbestechlichen" (1987) oder "Ein Mann für gewisse Stunden" (1980). Elegant geschnittene und stilvolle Anzüge in gedeckten Farben wurden zu seinem Markenzeichen. Er galt als der Mann, der dem Herrenjackett seine Steifheit durch Entfernen der Schulterpolster nahm. Im Jahr 1980 weitete er sein Sortiment weiter aus und brachte eine erste Damen-Kollektion auf den Markt. Im selben Jahr entwarf er die Uniformen der italienischen Luftwaffe und brachte in Kooperation mit L’Oréal sein erstes Parfüm auf den Markt. Demnächst hätte Armani, der als einer der „größten Modemacher des 20. Jahrhunderts“ galt, bei der Mailänder Fashion Week das 50-jährige Bestehen seines nach ihm benannten Modehauses feiern wollen. Seit Karl Lagerfelds Tod im Februar 2019 war er für viele sogar der bekannteste Modemacher der Welt.
Horst Krause 5. September 2025
Der aus dem "Polizeiruf 110" bekannte Schauspieler Horst Krause verstarb im Alter von 83 Jahren in einem Seniorenheim in Teltow (Kreis Potsdam-Mittelmark), wie seine Familie mitteilte. Eine Besonderheit: Er hieß im echten Leben wie seine bekannteste Fernsehfigur. Horst Krause wurde als kugeliger und brummiger Dorfpolizist Horst Krause bundesweit prominent. Mit seinem Hund als Sozius brauste er auf einem alten Motorrad über Brandenburgs Straßen. Neben dem "Polizeiruf 110" gab es auch die ARD-Serie "Polizeihauptmeister Krause". Der deutsche Schauspieler wurde 1941 als jüngstes von fünf Kindern einer Bauernfamilie in der Nähe von Danzig geboren. Später wuchs er in Ludwigsfelde (Brandenburg) auf. In der Schule soll er der Klassenclown gewesen sein. Ursprünglich lernte er den Beruf des Drehers, ab 1964 studierte er an der Berliner Schauspielschule. Er spielte am Landestheater Parchim, am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt und am Staatsschauspiel Dresden und war ab den 1960er-Jahren auch im DDR-Fernsehen zu sehen, etwa in "Der Staatsanwalt hat das Wort". Einem gesamtdeutschen Publikum wurde Krause 1993 durch die Filmkomödie "Wir können auch anders..." von Detlev Buck bekannt. Gemeinsam mit Joachim Krol erhielt er für seine Rolle als Moritz "Most" Kipp den Deutschen Filmpreis als bester Darsteller. Beim Stockholm International Film Festival wurde er 2003 für die Hauptrolle in "Schultze Gets the Blues" als bester Hauptdarsteller geehrt.
Robert Redford 16. September 2025
Der mit irischen Wurzeln in Santa Monica in Los Angeles geborene ehemalige Hollywood-Schauspieler und Filmproduzent Robert Redford verstarb im Alter von 89 Jahren bei sich zu Hause im US-Bundesstaat Utah im Schlaf. In den 1960er und 1970er-Jahren war er einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler Hollywoods. Bekannt wurde er vor allem mit Hauptrollen in den Filmen "Die Unbestechlichen", "Der Pferdeflüsterer" oder "Zwei Banditen". Im letzteren, einer Western-Komödie aus dem Jahre 1969, (Originaltitel: "Butch Cassidy and the Sundance Kid") raubte er zusammen mit Paul Newman Eisenbahnen und Banken aus. Bekannt wurde er auch als Darsteller am Broadway Theater durch "Sunday in New York" und "Barfuß im Park", was 1967 mit ihm verfilmt wurde. 1974 glänzte er auf der Leinwand als Liebhaber an der Seite von Mia Farrow in "Der große Gatsby" sowie nochmals 1985 an der Seite von Meryl Streep in dem preisgekrönten Melodram "Jenseits von Afrika". Für seinen ersten Film als Regisseur, "Eine ganz normale Familie", bekam er 1981 einen Oscar, zudem erhielt er 2002 einen Oscar für sein Lebenswerk. 1980 gründete er auch das Sundance Institute, das jahrelang das Sundance Film Festival, das größte US-Filmfest für unabhängige Produktionen der Independent-Szene ausrichtete. Redford nutzte seinen Status auch dafür, sich für Umweltbelange wie den Natural Resources Defense Council und die National Wildlife Federation einzusetzen. Er galt als Gegner der Politik von US-Präsident Donald Trump und forderte diesen schon während dessen erster Präsidentschaft zum Rücktritt auf. Schon als junger Mensch wollte er Künstler werden und zog zunächst nach Italien und später nach New York, um Malerei zu studieren. Er schrieb sich dann an einer Schauspielschule ein, um Bühnenbildner zu lernen, wurde jedoch überredet, es als Schauspieler zu versuchen. Noch 2017 spielte er zusammen mit Jane Fonda im Netflix-Drama "Unsere Seelen bei Nacht". Obwohl er nach der Jahrtausendwende kaum noch auf der Leinwand zu sehen war lieferte er 2013 eine letzte bestechende Leistung in "All is lost" ab. Über 100 Minuten war er der einzige Akteur in einem einsamen Überlebenskampf eines gekenterten Seglers. Sein aller letzter Auftritt vor der Filmkamera in einer Nebenrolle als Bösewicht war 2019 in dem Superhelden-Spektakel "Avengers: Endgame". Er hinterlässt seine deutsche Ehefrau, eine Malerin, die er 2009 in Hamburg heiratete.
Claudia Cardinale 23. September 2025
Die 1938 in Tunis, dem damaligen französischen Protektorat Tunesiens, geborene französisch-italienische Schauspielerin Claudia Cardinale, verstarb im Alter von 87 Jahren in Nordfrankreich bei Paris. Sie kam als Tochter sizilianischer Auswanderer zur Welt und wuchs dreisprachig auf: Mit Französisch, Arabisch und dem Sizilianischen. Obwohl im Maghreb geboren fühlte sie sich stets als Italienerin und zählte später zu den herausragenden Filmdiven ihres Landes. Sie spielte Haupt- und Nebenrollen in Filmklassikern wie Blake Edwards' Kriminalkomödie "Der rosarote Panther" mit Peter Sellers (1963), "Achteinhalb" von Federico Fellini (1963), "Der Leopard" von Luchino Visconti (1963), Sergio Leones Italo-Western "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) und Werner Herzogs "Fitzcarraldo" mit Klaus Kinski (1982). In jungen Jahren war Claudia Cardinale auf einem Schönheitswettbewerb in der Hauptstadt Tunis als schönste Italienerin des Landes gekürt worden, womit sie eine Reise zu den Filmfestspielen in Venedig gewann. Dort kam sie auf den Geschmack des Schauspielens und galt fortan als Teil des Dreigestirns der großen Diven des italienischen Kinos. Im Vergleich zu Sophia Loren und Gina Lollobrigida war sie international jedoch etwas weniger bekannt, obwohl sie alles zu bieten hatte, was einen Weltstar ausmacht: Schauspielerisches Talent, Ausstrahlung und eine Karriere in Hollywood. Zu ihren wichtigsten Auszeichnungen für ihr Lebenswerk gehören 1993 der Goldene Löwe der Filmfestspiele von Venedig und 2002 der Goldene Bär der Berlinale. In den letzten Jahren war sie auf der Kinoleinwand nur noch selten zu sehen und wenn doch, dann als Matriarchin oder Großmutter. In der Netflix-Produktion "Rogue City" (2020) und dem Drama "The Island of Forgiveness" (2022), welches das Leben eines Tunesiers italienischer Abstammung behandelt, spielte sie nur noch Nebenrollen. Mehr denn je glänzte sie dafür als Kämpferin für Frauenrechte und unterstützte Bewegungen wie #MeToo oder Time's Up gegen den sexuellen Missbrauch von Frauen.
Hartmut Bitomsky 24. September 2025
Der in Bremen geborene deutsche Filmemacher und Filmproduzent sowie spätere Dozent und Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), verstarb mit 83 Jahren in München. Bitomsky studierte ab 1962 an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik. Im Gründungsjahr 1966 wechselte er an die dffb, wo er im allerersten Studiengang der Akademie gemeinsam mit Wolfgang Petersen, Gerd Conradt, dem Essayfilmer Harun Farocki und der prägenden Persönlichkeit der westdeutschen Frauenbewegung Helke Sander sowie dem späteren RAF-Aktivisten Holger Meins studierte. Er wurde aber zwei Jahre später mit weiteren achtzehn Studenten aus disziplinären Gründen von der Filmakademie verwiesen. Zwar konnten begonnene Arbeiten stillschweigend beendet werden, eine Bewertung mit Zeugnissen gab es jedoch nicht mehr. Grund des Rausschmisses waren ihre Proteste mit großflächigen Plakatierungen am Deutschlandhaus des SFB in Berlin-Westend gegen den US-Vietnamkrieg. Seit 1993 war Bitomsky Dekan und Dozent am Film & Video Department des California Institute of the Arts. Als Nachfolger Reinhard Hauffs wurde er ab Januar 2006 Direktor der dffb, schied aber 2009 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus. Sein filmisches Schaffen umfasst mehr als 40 Werke. Filmgeschichte schrieb er mit zwei Werken Anfang 1970, die er gemeinsam mit seinem Freund und Kommilitonen Harun Farocki zum Thema der politischen Ökonomie von Karl Marx drehte. Die lehrhaft dargestellten Filme feierten ihre Uraufführungen bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen 1970 bzw. im Internationalen Forum des Jungen Films in Berlin 1971. Sein 1975 für das Kino gedrehter einziger Spielfilm "Auf Biegen oder Brechen", mit Jo Bolling und Lisa Kreuzer in den Hauptrollen, der den westdeutschen Klassenkampf mit Western-Motiven nachspielte, erfüllte die Hoffnungen, ein größeres Publikum zu erreichen, leider nicht. Vor allem aber prägte Bitomsky mit seinen „Deutschlandbildern“ ab 1983 eine spezielle Form der Medienarchäologie, die aus dem brachliegenden Bilderfundus der frühen Bundesrepublik bis zurück in die NS-Zeit schöpfte. Die Trilogie zu der auch „Reichsautobahn“ (1986) und „Der VW-Komplex“ (1989) gehören, besteht aus historischen Filmaufnahmen und verfasst eine kritische Kulturgeschichte der Bundesrepublik. Sein Interesse galt naturgemäß stets dem, was hinter den Dingen liegt. Und so widmen sich seine beiden letzten Filme zwei Gegenständen von diametralen Dimensionen: In „B-52“ (2001) erzählt er die Geschichte des amerikanischen Langstreckenbombers, in seinem Essayfilm „Staub“, der 2007 auf dem Festival in Venedig lief, versucht sich Bitomsky an einem dezidiert unfilmischen Sujet. Dabei kommt er schnell vom Hausstaub über Farbpigmente bis zu den Resten vergangener Sonnensysteme. Bitomsky war aber auch ein Cinephiler. Als langjähriger Autor der »Filmkritik« schrieb er zahlreiche Texte über seine Lieblingsregisseure wie John Ford und John Cassavetes, sein Buch „Die Röte des Rots von Technicolor: Kinorealität und Produktionswirklichkeit“ (1972) zeichnet die Verbindungen von der Materialität des Kinos und dessen Entstehungsbedingungen nach. Das Besondere an den Texten und Filmen von Bitomsky ist, wie sie Sinnlichkeit und Analyse verbinden. Seine letzte große Arbeit, die Installation „Shakkei – Geborgte Landschaft“, stellte er 2010 im Neuen Berliner Kunstverein vor.
Georg Stefan Troller 27. September 2025
Der in Wien geborene legendäre österreichisch-amerikanische Schriftsteller, Fernsehjournalist, Drehbuchautor, Regisseur und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, verstarb im stolzen Alter von 103 Jahren in Paris, wo er seinen Lebensmittelpunkt hatte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann er in den USA Anglistik und Theater zu studieren, bevor er an die Sorbonne nach Paris kam. Troller, der jüdischer Herkunft war, galt als bedeutender Fernsehjournalist, der häufig für deutsche Fernsehsender wie ARD oder das ZDF arbeitete und zum Vorbild vieler Journalisten, Dokumentarfilmer und Talkshow-Moderatoren wurde. Dabei prägte er ganze Generationen mit seinem einzigartigen Stil bei Hunderten von Interviews mit bekannten und unbekannten Personen. Er sprach mit Marlene Dietrich, Ingrid Bergmann und Konrad Adenauer und führte rund 2.000 Interviews in seiner typischen unverblümten Direktheit. Zudem schuf er mehr als 170 Filme über Menschen und ihre großen wie kleinen Lebensgeschichten in betont subjektiver Befragungsmethode, sowie zahlreiche Dokumentarfilme über Frankreich. Darin sei es für ihn wie Magie gewesen, die Welt erst durch die Kamera, dann in Filmen zu spüren. Mit der Veröffentlichung seines Erinnerungsbuches "Ein Traum von Paris" gelang es Troller am Ende seines Lebens auch als großer Fotograf anerkannt zu werden.
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mit Jane Goodall, die am 1. Oktober 2025 verstarb.
Jane Goodall 1. Oktober 2025
Die als Valerie Jane Morris-Goodall in London geborene britische Verhaltensforscherin verstarb im Alter von 91 Jahren während einer Vortragsreise in Los Angeles, Kalifornien. Die Wissenschaftspionierin und Umweltschutzaktivistin stellte mit ihren Beobachtungen an wilden Schimpansen in den 1960er Jahren die damalige Forschung auf den Kopf. Um ihre Arbeit der Öffentlichkeit näher zu bringen, arbeitete Goodall mit National Geographic für Filme, Fernsehsendungen und Zeitschriften zusammen. Sie betrachtete die Tiere nicht als anonyme Forschungsobjekte, sondern gab ihnen Namen. Im Laufe ihrer Karriere verlagerte sie ihren Schwerpunkt von Primaten auf Klimaschutz. Angesichts der weit verbreiteten Zerstörung von Lebensraum drängte sie die Welt zum schnelleren Handeln für ein nachhaltigeres Leben. Trotz vieler Rückschläge gab sie sich fast immer hoffnungsvoll. Erst Anfang dieses Jahres wurde ihr die Presidential Medal of Freedom der USA im Weißen Haus von Washington überreicht.
Wanda Perdelwitz ~ 8. Oktober 2025
Die in Ost-Berlin geborene deutsche Schauspielerin Wanda-Colombina Perdelwitz verstarb 10 Tage nach einem Fahrradunfall in Hamburg an ihren schweren Kopfverletzungen in einem Krankenhaus. Sie wurde 41 Jahre alt. Medienberichten zufolge öffnete ein Beifahrer unachtsam die Tür eines haltenden Transporters neben einem Radfahrstreifen, wodurch sie gegen die Tür prallte und stürzte. Sowohl ihre Mutter Heidrun als auch ihr Vater Reinhard Hellmann spielten am Theater. Ihr Vater war auch Regisseur. Mit 16 Jahren stand mit 16 Jahren das erste Mal vor einer Kamera, bevor sie in Rostock Schauspiel studierte und danach an mehreren Theatern wie am Schauspiel Essen arbeitete. Im Jahr 2004 spielte sie als Kira die weibliche Hauptrolle im Kinofilm "Muxmäuschenstill". Nach Beendigung des Schauspielstudiums wurde sie mehrmals festes Ensemblemitglied des Maxim-Gorki-Theater in Berlin und an den Hamburger Kammerspielen. Viele Zuschauer kennen sie jedoch aus dem Fernsehen. Sie spielte im "Großstadtrevier" eine Kommissarin. Es folgten Rollen in "Das Traumschiff" oder "Soko Hamburg". Die Schauspielerin hatte auch Auftritte im "Tatort" und "Polizeiruf 110". Insgesamt wirkte sie in über 40 Film- und Fernsehproduktionen mit. Wanda Pendelwitz hinterlässt einen Sohn.
Diane Keaton 11. Oktober 2025
Die als Diane Hall in Los Angeles, Kalifornien geborene US-amerikanische Schauspielerin, Filmproduzentin und OSCAR-Preisträgerin Diane Keaton verstarb ebenda im Alter von im Alter von 79 Jahren. International bekannt wurde sie durch die Rolle der Kay Adams, der Geliebten und späteren Ehefrau von Michael Corleone, in Francis Ford Coppolas Mafiaepos "Der Pate" (1972) sowie dessen zwei Fortsetzungen. Für ihre Darstellung der Filmfigur Annie Hall in Woody Allens "Der Stadtneurotiker" (1977) wurde sie 1978 als beste Hauptdarstellerin mit einem Oscar und einem Golden Globe ausgezeichnet. Nach der Ausbildung zur Schauspielerin am Neighborhood Playhouse in New York gab Keaton schon mit 22 Jahren ihr Broadway-Debüt im Musical „Hair“, obwohl sie nicht gern auf der Bühne stand, sondern lieber Filme drehte, weil man dort alles wiederholen kann. In ihrer mehr als 50 Jahre dauernden Schauspiel-Karriere erfand Keaton sich immer wieder neu und wurde noch zwei weitere Male als beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert, 1997 in „Marvins Töchter“ an der Seite vom damaligen Jungstar Leonardo DiCaprio und 2004 in „Was das Herz begehrt“, einem Liebesfilm mit Jack Nicholson. Auch als Sprecherin war Keaton tätig und verkörperte 2016 unter anderem die Mutter der Hauptfigur in „Findet Dory“. Ende der 1980er Jahre begann Keaton auch selbst Regie zu führen, wie bei den Komödien "Entfesselte Helden" (1995) oder "Aufgelegt!" (2000). Ihr Schaffen als Schauspielerin umfasst mehr als 70 Produktionen für Film und Fernsehen. Auch im letzten Jahr war sie noch einmal in zwei Produktionen zu sehen.
Nasser Taghvai 14. Oktober 2025
Der iranische Filmregisseur und Drehbuchautor Nasser Taghvai, der 1976 landesweite Popularität mit der Fernsehserie "My Uncle Napoleon" erlangte, verstarb nach einer langen Krankheit im Alter von 84 Jahren in Teheran. Nach der islamischen Revolution von 1979 entschied er sich gegen eine Auswanderung, drehte trotz Repressionen weiter Filme und war mit Werken wie "Tales of Kish" und "Captain Sun" auch auf internationalen Festivals wie Cannes und Locarno vertreten.
Klaus Doldinger 16. Oktober 2025
Der in Berlin geborene deutsche Jazzmusiker Klaus Doldinger verstarb im Alter von 89 Jahren im Kreise seiner Familie. Der Saxophonist wurde vor allem als Komponist von Filmmusik bekannt. Schon 1966 wirkte Doldinger an den Aufnahmen zur Filmmusik des Will-Tremper-Films "Playgirl" mit. 1967 erschien seine erste Musik für das Fernsehen – der Trailer zur Einführung des Farbfernsehens. 1971 gründete er die Band Passport mit der er bis ins hohe Alter auf Tournee ging und internationale Jazz-Geschichte schrieb. Mehr als 5.000 Auftritte absolvierte er mit der Band in gut 50 Jahren und verband in seinen Auftritten mit der Fusion Music immer wieder Jazz, Rock, Blues, Soul sowie elektronische Klänge mit lateinamerikanischen Rhythmen. Zu den zahlreichen Bandkollegen Doldingers gehörte auch Udo Lindenberg, der 1971 der erste Schlagzeuger der Band war. Parallel komponierte Doldinger für Film und Fernsehen, darunter die Titelmusiken zu "Das Boot", "Die unendliche Geschichte" und "Salz auf meiner Haut". Seine "Tatort"-Melodie wurde zum Evergreen.
Jack White ~ 16. Oktober 2025
Der als Horst Nußbaum in Köln geborene Musik-Produzent, Komponist sowie Fußballspieler Jack White, nahm sich im Alter von 85 Jahren in seiner Villa in Berlin Grunewald mit einer Pistole das Leben. Zuletzt wurde bekannt, dass ihn seine Frau Rafaella Anfang Oktober verlassen hatte. Zusammen hatten sie zwei kleine Kinder. Insgesamt hatte er nach vier Ehen sieben Kinder. Mit über einer Milliarde verkauften Tonträgern gehört er zu den erfolgreichsten deutschen Autoren und Musikproduzenten. Unter anderem verfasste er für die deutsche Fußballnationalmannschaft anlässlich der Weltmeisterschaft 1974 den Song "Fußball ist unser Leben". Mit seinen Werken im Schlager- und Pop-Bereich holte er mehr als 400 Gold- und Platin-Auszeichnungen. Zu seinen bekannten Autorenbeteiligungen gehört auch das Lied "Looking for Freedom", das vor allem durch die von David Hasselhoff gesungene Version bekannt wurde. Trotz seiner Erfolge verlor er im August 2007 im Streit mit der "JWP AG" sämtlichen Einfluss auf die nach ihm benannte Firma "White Records" sowie auf den gesamten Katalog der von ihm für diese Firma produzierten Aufnahmen. Ein Neubeginn führte nicht zum gewünschten Erfolg, sodass er 2014 bekannt gab, seine Karriere zu beenden.
June Lockhart 23. Oktober 2025
Die 1925 in New York geborene US-amerikanische Schauspielerin June Kathleen Lockhart verstarb friedlich mit 100 Jahren an Altersschwäche in ihrem Haus in Santa Monica, Kalifornien. Sie stammte aus einer Schauspielerfamilie. Ihr Vater war der renommierte Charakterdarsteller Gene Lockhart (1891-1957), der 1939 für seine Rolle in "Algiers" eine Oscar-Nominierung erhielt und in Klassikern wie "Das Wunder von Manhattan" mitspielte. In den 1950er und 60er Jahren war sie dank ihrer herausragenden Hauptrollen in den Fernsehserien "Lassie" mit der berühmten Collie-Hündin und "Lost in Space" sehr beliebt. Die Serie "Lost in Space" von Produzent Irwin Allen erzählt von der Familie Robinson, die bei einer Kolonialisierungsmission durch einen blinden Passagier vom Kurs abkam und im Weltraum strandete. Die Arbeit an "Lost in Space" weckte Lockharts Faszination für Wissenschaft und Raumfahrt. Sie engagierte sich stark bei der NASA, verbrachte viel Zeit in Houston und an anderen Standorten der Raumfahrtbehörde. Während ihrer Karriere, die sich über fast 80 Jahre erstreckte, erschien Lockhart in mehr als 170 Filmen und Serien, darunter "Rawhide", "Petticoat Junction", "Beverly Hills 90210", "General Hospital", "Happy Days" und "Roseanne". Sie erhielt zwei Sterne auf dem Hollywood Walk of Fame.
Björn Andrésen 26. Oktober 2025
Der 1955 in Stockholm geborene schwedische Schauspieler und Musiker Björn Johan Andrésen verstarb mit 70 Jahren. Berühmtheit erlangte er vor allem durch seine Darstellung des Tadzio in Luchino Viscontis Literaturverfilmung "Tod in Venedig" aus dem Jahre 1971. Zur Premiere nannte Visconti ihn den »schönsten Jungen der Welt«, ein Satz, der Andrésen schlagartig berühmt machte - und für immer verfolgte. Auch die Dokumentarfilmer Kristina Lindström und Kristian Petri wählten 2021 für ihre Doku über den stark gealterten und hageren, aber immer noch langhaarigen Darsteller Andrésen nochmals den Titel „The Most Beautiful Boy in the World”. Andresen war nach langer Casting-Suche zu den im Jahre 1970 begonnenen Dreharbeiten erst fünfzehn Jahre alt gewesen und hatte außer als Nebendarsteller in Roy Anderssons 1969 gedrehtem Coming-of-Age Debütfilm "Eine Schwedische Liebesgeschichte", der auf der Berlinale im Juli 1970 vier Preise gewann, keine Filmerfahrung und war sich über die Tragweite des Filmerfolgs noch nicht bewusst. Nach dem Filmerfolg ging er für einige Zeit nach Japan, wo er als Sänger zum Teenager-Star avancierte. Später folgten Auftritte in schwedischen Filmen und Fernsehserien, wobei er sich mit seiner Rollenwahl meist bewusst von dem Tadzio-Image zu lösen versuchte.
Jack DeJohnette 26. Oktober 2025
Der 1942 in Chicago geborene schwarze US-Musiker Jack DeJohnette, verstarb im Alter von 83 Jahren im Beisein seiner Frau und engen Freunden in Woodstock im US-Bundesstaat New York. DeJohnette gehörte zu den bedeutendsten Jazz-Schlagzeugern seiner Generation und arbeitete auch als Pianist und Komponist. Er spielte mit John Coltrane, Bill Evans, Miles Davis, Herbie Hancock, Keith Jarrett und Charles Lloyd - unter anderem Blues, Bebop, Hard Bop, Soul-Jazz und Rock-Jazz. Ab den 1970er Jahren wurde zum „Hausschlagzeuger“ des Münchner ECM-Labels. Seine Karriere begann 1966 in New York. Er wirkte in dem Ensemble des Jazzsaxophonisten John Coltrane mit, dann mit dem Quartett von Charles Lloyd, zu dem auch der junge Pianist Keith Jarrett gehörte. Mit ihm und dem Bassisten Gary Peacock gründete DeJohnette in den 80er Jahren das berühmte Keith Jarrett Trio von dem es zahlreiche Videoaufnahmen gibt.
Dieter Wiedemann 30. Oktober 2025
Der 1946 im ehemaligen Sudetenland (CSR) geborene Medienwissenschaftler und Medienpädagoge Prof. Dr. sc. Dieter Wiedemann verstarb nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren. Nach einem Studium an der Theaterhochschule in Leipzig forschte Wiedemann an der Universität Leipzig zu Themen der Film- bzw. Kunstwirkung mit einer Promotion 1980 und der Habilitation 1988. Ab 1990 prägte er in Potsdam Babelsberg die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF) bis zu seinem Ruhestand 2012: Zunächst Direktor des Instituts für Medienforschung wurde er 1993 zum Gründungsbeauftragten für den Studiengang "AV-Medienwissenschaft" ernannt und 1995 zum Professor für "AV-Medienwissenschaft" berufen. Im Juli 1995 wurde er einstimmig zum Rektor der Hochschule gewählt und blieb in dieser Position – ab Mai 2000 als Präsident - bis Dezember 2012. In den über 17 Jahren seiner Präsidentschaft hat er die Hochschule erfolgreich mit internationaler Ausprägung im gesamtdeutschen Hochschulsystem platziert. Unter seiner Leitung wurden neue Studiengänge gegründet, der Hochschule 2000 das wissenschaftliche Promotionsrecht verliehen, die Kinderfilmuniversität gegründet, der Neubau an der Marlene-Dietrich-Allee erkämpft und die Integration des Filmmuseums Potsdam in die Hochschule forciert. Sein großen Wunsch die HFF in eine Filmuniversität umzuwandeln, konnte er schließlich 2014 mitfeiern. Zudem verfasste er zahlreiche Publikationen zu Film und Fernsehen und des DEFA-Filmerbes.
Tchéky Karyo 31. Oktober 2025
Der in Istanbul geborene französische Schauspieler Tchéky Karyo verstarb im Alter von 72 Jahren infolge einer Krebserkrankung. Karyo begann am Theater, bevor er sich im französischen Kino der 1980er Jahre einen Namen machte. Erst im Alter von fast 30 Jahren, kam er zu Film und Fernsehen. Trotzdem brachte es Karyo in seiner Karriere auf weit über als 100 Credits in Filmen und Serien. Zu Beginn war er fast ausschließlich in französischen Produktionen zu sehen, unter anderem in Jean-Jacques Annauds "Der Bär" aus dem Jahr 1988 und im Action-Thriller "Nikita" von Luc Besson aus dem Jahr 1990. Durch diese Rolle gelang ihm auch der Sprung über den großen Teich. So ergatterte er beispielsweise eine Rolle in Ridley Scotts Historienepos "1492 – Die Eroberung des Paradieses". International bekannt wurde er als Schurke im James-Bond-Film "GoldenEye", bei dem Pierce Brosnan im Jahr 1995 den berühmten Agenten gab. Es folgten viele weitere Auftritte mit ihm als Gangster in "Bad Boys – Harte Jungs" (1995), dem ersten Teil einer ganzen Reihe, in denen Will Smith als Drogenfahnder auftritt. Auch in großen Produktionen wie "Johanna von Orleans" aus dem Jahr 1999 und ein Jahr später in "Der Patriot" mit Mel Gibson ist Karyo zu sehen. Ab 2014 verkörperte er in der britischen TV-Krimiserie "The Missing" den Ermittler Julien Baptiste.
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mit Dieter Weidenfeld, der am 1. November 2025 verstarb.
Dieter Weidenfeld 1. November 2025
Der in Köln geborene Musikmanager und Produzent Dieter Weidenfeld verstarb im Alter von 95 Jahren in München, wie seine Tochter der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Weidenfeld hat die Karrieren zahlreicher Künstler geprägt. Nach einem Studium in Soziologie begann seine Laufbahn Mitte der 1960er Jahre bei Radio Luxemburg. Später ging er zur Plattenfirma EMI Electrola - wo er dem jungen und noch unbekannten Howard Carpendale zu seinem ersten Plattenvertrag verhalf - und eröffnete schließlich in München sein eigenes Büro. Von dort aus hatte er über Jahrzehnte mit Howard Carpendale sowie Peter Kraus und Udo Jürgens zusammengearbeitet. Zu den von ihm betreuten Künstlern zählten den Angaben nach auch Uri Geller, die Schauspieler Klausjürgen Wussow und Heinz Rühmann sowie die Sänger Rex Gildo, Abi Ofarim, Gilbert Bécaud, Helmut Zacharias und Peter Kraus. Ab 1970 war er mit der Französin Valerie Perrin verheiratet und hatte eine Tochter, Nathalie Weidenfeld, die mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister und Philosophen Julian Nida-Rümelin verheiratet ist. Noch bis 2024 war Weidenfeld als Manager für den Sänger Matthias Reim beruflich tätig gewesen.
Diane Ladd 3. November 2025
Die als Rose Diane Ladner in Mississippi geborene US-Schauspielerin verstarb im Alter von 89 Jahren in ihrem Haus in Kalifornien, wie ihre Tochter, Oscar-Preisträgerin Laura Dern, bekannt gab. Ihre nun verstorbene Mutter war selbst dreimal für einen Academy Award nominiert, etwa für ihre Rolle in David Lynchs "Wild at Heart" aus dem Jahre 1990. Nach einer langen Karriere im Fernsehen und auf der Theaterbühne wurde Diane Ladd 1970 mit dem Film "Alice lebt hier nicht mehr" von Martin Scorsese auf der großen Leinwand bekannt. Ihre Rolle als Kellnerin Flo brachte ihr die erste Oscarnominierungen ein. Sie trat danach in Dutzenden Filmen auf, darunter "Chinatown" von Roman Polański und "Mit aller Macht". Für einen Oscar und für einen Golden Globe nominiert wurde sie auch 1991 für ihre Rolle in "Die Lust der schönen Rose" von Martha Coolidge in dem sie zusammen mit ihrer Tochter Laura Dern auftrat. In ihrer mehr als fünf Jahrzehnte währenden Schauspielkarriere hatte sie Rollen in über 120 Film- und Fernsehproduktionen. Von 1960 bis 1969 war Diane Ladd mit dem Schauspieler Bruce Dern verheiratet, der durch Filme wie "Der große Gatsby" (1974), "Coming Home – Sie kehren heim" (1978) und "Nebraska" (2013) berühmt wurde. Laura Dern wurde 2020 für ihre Rolle als Scheidungsanwältin in dem Ehedrama "Marriage Story" mit einem Oscar ausgezeichnet.
Pauline Collins 6. November 2025
Die britische Theater- und Filmschauspielerin Pauline Collins verstarb im Alter von 85 Jahren in einem Londoner Pflegeheim. Sie litt seit mehreren Jahren an Parkinson. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle im Film „Shirley Valentine". In Deutschland konnte man Pauline Collins vor allem Anfang der 1970er-Jahre in der Fernsehserie "Das Haus am Eaton Place" sehen. Für ihre Leistung als vom tristen Ehealltag frustrierte Hausfrau Shirley Valentine, die Heim, Herd und den lieblosen Gatten von einem Tag auf den anderen verlässt, um ihr Glück auf einer griechischen Insel zu suchen, erhielt die Britin in dem Emanzipationsstück "Shirley Valentine" eine Fülle von Theaterpreisen. Dagegen war Pauline Collins weitgehend filmunerfahren als sie 1988 für die Verfilmung von "Shirley Valentine" (deutscher Titel: "Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann") unter der Regie des Bond-Film-Routiniers Lewis Gilbert verpflichtet wurde. Aber ihre dort gezeigte Leistung überzeugte Hollywood und sie wurde 1990 nicht nur für den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert, sondern im gleichen Jahr auch mit dem British Academy Film Award als beste Darstellerin ausgezeichnet sowie für den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie nominiert. Die von ihrer äußeren Erscheinung unspektakulär und wenig glamourös wirkende Künstlerin unternahm auch weiterhin nur Gastspiele beim Film, nahm aber zahlreiche Rollen bei Fernsehserien an. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen rund 70 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1963 und 2017.
Felix Eitner 8. November 2025
Der bayerische Schauspieler Felix Eitner verstarb überraschend im Alter von nur 58 Jahren, wie die ZAV-Künstlervermittlung München mitteilte. Der aus dem Schweriner „Polizeiruf 110“ als TV-Kommissars Markus Tellheim bekannte ARD-Fernsehstar trat schon als Teenager vor die Kamera. In der Vorabendserie "Alles Klara" war er an der Seite von Wolke Hegenbarth als Hauptkommissar zu sehen. Der gebürtige Freiburger spielte auch im "Tatort" mit und übernahm Rollen in der TV-Reihe "Der Alte" und diversen "Soko"-Serien. „Gern hätte er öfter in guten Komödien mitgespielt“, sagte Eitner noch 2016 in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen – ein Wunsch, der nun unerfüllt bleibt.
Sally Kirkland 11. November 2025
Die in New York City geborene US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Sally Kirkland verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Hospiz in Palm Springs, Kalifornien. Die Schauspielerin, die an der Seite von Robert Redford, Paul Newman, Barbra Streisand, Charles Bronson und Kevin Costner auf der Leinwand zu sehen war, ist vor allem für ihren Auftritt 1973 in "Der Clou" bekannt. Für ihre Hauptrolle im Film "Anna... Exil New York" bekam sie 1987 neben einer Oscar-Nominierung den Golden Globe. Beim Film Forever (1992), in dem sie neben Sean Young spielte, war sie zum ersten Mal auch als Filmproduzentin tätig. In "Bruce Allmächtig" spielte sie 2003 an der Seite von Jim Carrey. Sally Kirklands Karriere lief über sechs Jahrzehnte. Sie spielte in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen mit. Im TV sah man die einst schlanke, blonde Darstellerin in Serien wie „Drei Engel für Charlie“ und „Hawaii Five-O“. 1968 sorgte sie mit einem Nackt-Auftritt am Theater für Aufsehen. Seit einem Jahr litt sie an Demenz und war in den letzten Monaten mehrmals schwer gestürzt. Sie brach sich dabei vier Halswirbel, das rechte Handgelenk und die linke Hüfte. Seitdem war sie beständig auf fremde Hilfe und Pflege angewiesen.
Homayoun Ershadi 11. November 2025
Der in Isfahan geborene iranische Schauspieler und ehemaliger Architekt Homayoun Ershadi erlag im Alter von 78 Jahren einer Krebserkrankung. Nach dem Abschluss seines Studiums der Architektur an der Universität Venedig arbeitete Ershadi für die nächsten 25 Jahre als Architekt im Iran und auch international. Bei einer Autofahrt durch Teheran wurde der oft mit Laiendarstellern arbeitende Regisseur Abbas Kiarostami auf das etwas länger an einer roten Ampel stoppende Fahrzeug von Ershadi aufmerksam, klopfte an dessen Autoscheibe und bot ihm eine Rolle in seinem nächsten Film "Der Geschmack der Kirsche" an, die dieser sofort mit großer Ehre annahm. Der Film hatte seine Uraufführung im Mai 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der zuvor in der Öffentlichkeit unbekannten Quereinsteiger spielte anschließend auch erfolgreich in einigen Hollywood-Produktionen mit, etwa in Marc Forsters Romanverfilmung "Drachenläufer" und im Action-Thriller "Zero Dark Thirty" von Kathryn Bigelow.
Hark Bohm 14. November 2025
Hark Hermann Bohm, der in Hamburg geborene deutsche Schauspieler, Drehbuchautor, Filmregisseur, Produzent und Dozent für Film am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg, verstarb im Alter von 86 Jahren ebenda. Er wuchs mit drei jüngeren Geschwistern auf der Nordseeinsel Amrum auf. Die fünf Wochen zuvor gestartete Premiere seines von Fatih Akın verfilmten gleichnamigen Romans "AMRUM"über seine Jugend in Kriegszeiten, an dessen Drehbuch er maßgeblich mitschrieb, hat er noch erlebt. Durch seinen jüngeren, 2006 verstorbenen Bruder Marquard Bohm, kam Hark Bohm in Kontakt mit der Münchner Filmszene um Rainer-Werner Fassbinder, worauf er sein juristisches Referendariat nach dem bestandenen Ersten Staatsexamen in München abbrach und sich ab 1969 hauptberuflich in verschiedenen Funktionen mit Film befasste. In Rudolf Thomas 1970 gedrehtem Film „Rote Sonne“, in dem Marquard an der Seite von Uschi Obermaier zum Star wurde, spielte Hark einen linken Studenten, und machte auch Ton. Im selben Jahr war er auch in „Der große Verhau“ von Alexander Kluge und in Fassbinders „Der amerikanische Soldat“ zu sehen. 1971 gründete Hark Bohm mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. 1972 debütierte er als Regisseur hinter der Kamera mit dem preisgekrönten Spielfilm „Tschetan, der Indianerjunge“, bei dem Michael Ballhaus die Kamera führte. Sein größter Erfolg wurde wurde jedoch 1977 das Jugend-Sozialdrama "Nordsee ist Mordsee". 1979 war er Mitbegründer des Hamburger Filmbüros und initiierte im selben Jahr auch das Filmfest Hamburg zusammen mit Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders. 1992 folgte seine Professur für Film an der Universität Hamburg, dessen Filmstudium ab 2004 in die Hamburg Media School integriert wurde. Im Jahr 2000 engagierte Bernd Eichinger ihn als Drehbuchautor und Regisseur für den TV-Zweiteiler Vera Brühne mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle. 2003 war Hark Bohm eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie in Berlin. Er und seine zweite Ehefrau Natalia adoptierten vier Kinder und betreuten zwei weitere Pflegekinder, eines davon war der 2022 verstorbene Schauspieler Uwe Bohm, der in über 110 Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte.
Alice & Ellen Kessler 17. November 2025
Die als Kessler Zwillinge in den Fünfziger- und Sechzigerjahren bekannt gewordenen »Königinnen des Tanzes« sind gemeinsam durch einen assistierten Suizid im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München verstorben. Ein Fremdverschulden am Tod des Schwesternpaares Alice & Ellen Kessler wurde ausgeschlossen. Die eineiigen Zwillinge standen mehr als 60 Jahre lang auf der Bühne, unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte. Besonders in den USA, in Frankreich und in Italien wurden die Schwestern gefeiert. Die Kesslers tanzten in New York, Caracas, Monte-Carlo, Barcelona, Buenos Aires oder Sydney, waren zu Gast in internationalen Fernsehshows und traten mehrfach in Kinofilmen auf. Die blonden Schwestern wurden in Sachsen geboren und 1955 vom Direktor des Pariser Lido entdeckt. 1936 nahe Leipzig geboren, flohen sie früh aus der DDR und starteten ihre Karriere als Tänzerinnen in Düsseldorf. Italien wurde ihre zweite Heimat, dort feierten sie große Erfolge und Kultstatus. Als ihren wohl größten Erfolg betrachten sie das Musical "Viola violino viola d'amore", mit dem sie in Italien auf Tour gingen. Privat blieben sie unverheiratet, lebten bis zuletzt zusammen in Grünwald bei München - nur durch eine Schiebetür getrennt. Disziplin, Dankbarkeit und Zweisamkeit nannten sie ihr Erfolgsgeheimnis. Noch mit 80 standen sie auf der Bühne, mit 88 konnten sie noch den Spagat. Alleine hätten sie es wohl nicht geschafft, zusammen ist man stärker. Und so gingen sie auch den letzten Schritt gemeinsam - vereint bis in den Tod.
Spencer Lofranco 18. November 2025
Der in Toronto geborene junge kanadische Schauspieler Spencer Lofranco verstarb sehr überraschend im Alter von nur 33 Jahren in der kanadischen Provinz British Columbia an der Küste des Pazifischen Ozeans. Über die Todesursache wurde bisher noch nichts bekannt. Seine Schauspielkarriere startete er 2013 in der Komödie "At Middleton" von Adam Rogers. Darin wurde er für die Rolle des Highschool-Abiturienten Conrad Hartman beim Denver Filmfestival als bester Nachwuchs-Darsteller ausgezeichnet. Seine erste Hauptrolle hatte er 2014 als der problematischer Teenager James Burns in Trevor Whites biografischem Krimifilm "Jamesy Boy". Im selben Jahr 2014 spielte er als Harry Brooks auch in Angelina Jolies Kriegsdrama "Unbroken" mit. Bis 2018 folgten nur noch drei weitere Spielfilme mit ihm, darunter zum Schluss das Biopic "Gotti" mit John Travolta als hochrangiger New Yorker Mafia-Boss John Gotti.
Ornella Vanoni 21. November 2025
Die italienische Sängerin Ornella Vanoni verstarb im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Mailand. Vanoni gehörte zu den produktivsten Sängerinnen der italienischen Musikszene und galt in Italien als eine Ikone. Die Karriere der gebürtigen Mailänderin ging mehr als sechs Jahrzehnte. Sie verkaufte über die Jahre mehr als 50 Millionen Platten und veröffentlichte rund 40 Studioalben. Vanoni wurde 1934 in eine wohlhabende Mailänder Familie geboren. Anfang der 1960er-Jahre erlangte die stets rothaarige Sängerin durch Fernseh-Musikfestivals erste Bekanntheit. Sie ging zunächst ans Theater, bevor sie sich später vollends der Musik widmete. Sie arbeitete unter anderem mit Musik-Größen wie Gino Paoli, Paolo Conte, Lucio Dalla oder Fabrizio De André. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "Senza Fine" (1961) und "Domani è un altro giorno" (1971). Mit ihrem Lied "L'appuntamento" war sie auch außerhalb Italiens erfolgreich und erlangte internationale Bekanntheit. Ursprünglich im Jahr 1970 veröffentlicht, erlebte das Stück 2004 als Soundtrack des Blockbusters "Ocean's Twelve" von US-Regisseur Steven Soderbergh ein Comeback.
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Bis zum Jahresende ergänzen wir die Liste ggf. hier mit NACHTRÄGEN, um dann ab Januar 2025 erneut wieder alle Meldungen für eine Veröffentlichung zum kommenden Totensonntag 2026 zu sammeln.
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Quellen: MSN | News.de | Gala | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Tagesspiegel | IMDb | dpa | ARD-Text | Wikipedia | T-Online | Focus | Spiegel | Die Zeit | FAZ | Süddeutsche Zeitung | RP-Online | Vip.de | Stern | u.a.
Eine umfassende Übersicht von weiteren verstorbenen Persönlichkeiten listet Wikipedia unter dem Eintrag Nekrolog 2025 auf.

Seit 2010 erinnern wir am Totensonntag in unserem BAF-Filmtagebuch an jene Personen aus der Schauspiel-, Film-, Fernseh- und Medienbranche, die von uns gegangen sind. Diese Tradition des bereits 1974 gegründeten Filmverbandes unabhängiger Filmemacher wollen wir 2025 fortsetzen. Die zahlreichen Nachrufe auf verstorbene Prominente erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden aber nach bestem Wissen erstellt. Auch in diesem Jahr haben wir wieder eine Fülle an Informationen und Daten, sodass wir die Einträge erneut zum Umblättern auf 12 Seiten aufgeteilt haben, entsprechend der Anzahl der Monate im Jahr.
Ältere Einträge finden Sie unter dem 21. November 2010 und 20. November 2011 und 25. November 2012 und 24. November 2013 und 23. November 2014 und 22. November 2015 und 20. November 2016 und 26. November 2017 und 25. November 2018 und 24. November 2019 und 22. November 2020 und 21. November 2021 und 20. November 2022 und 26. November 2023 sowie zuletzt unter dem 24. November 2024.
Am Ende der nachfolgenden Auflistung sind in der erweiterten Ansicht detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.
Sie ruhen in Frieden
Jeff Baena 3. Januar 2025
Dalyce Curry ~ 8. Januar 2025
Otto Schenk 9. Januar 2025
Rory Sykes ~ 10. Januar 2025
Oliviero Toscani 13. Januar 2025
David Lynch 16. Januar 2025
Joan Plowright 16. Januar 2025
Bertrand Blier 20. Januar 2025
Horst Janson 28. Januar 2025
Max Schautzer 29. Januar 2025
Marianne Faithful 30. Januar 2025
Lee Joo-sil 2. Februar 2025
Tony Roberts 7. Februar 2025
Souleymane Cissé 19. Februar 2025
Ernst Hilbich 20. Februar 2025
Gene Hackman ~ 24. Februar 2025
Roberto Orci 25. Februar 2025
Michelle Trachtenberg 26. Februar 2025
Eleonora Giorgi 3. März 2025
Wolfgang Engel 7. März 2025
Hans Peter Korff 9. März 2025
Simon Fisher-Becker 9. März 2025
Bruce Glover 12. März 2025
Peggy Parnass 13. März 2025
Rolf Schimpf 22. März 2025
Richard Chamberlain 29. März 2025
Val Kilmer 1. April 2025
Mario Vargas Llosa 13. April 2025
Jean Marsh 13. April 2025
Sophie Nyweide 14. April 2025
Nora Aunor 16. April 2025
Edda Loges 16. April 2025
Lar Park-Lincoln 22. April 2025
Waltraut Haas 23. April 2025
Hans-Günther Bücking 24. April 2025
Cora Sue Collins 27. April 2025
Priscilla Pointer 28. April 2025
Dietmar Mössmer 2. Mai 2025
Helmut Thoma 3. Mai 2025
James Foley 6. Mai 2025
Joe Don Baker 7. Mai 2025
Margot Friedländer 9. Mai 2025
Carl Hegemann 9. Mai 2025
Robert Benton 11. Mai 2025
Giovanni Arvaneh 14. Mai 2025
Charles Strouse 15. Mai 2025
Elisabeth Orth 17. Mai 2025
Kathleen Hughes 19. Mai 2025
Karl-Ulrich Meves 20. Mai 2025
Sebastião Salgado 23. Mai 2025
Marcel Ophüls 24. Mai 2025
Presley Chweneyagae 27. Mai 2025
Per Nørgård 28. Mai 2025
George E. Smith 28. Mai 2025
Alf Clausen 29. Mai 2025
Loretta Swit 30. Mai 2025
Ulrich Häusler 30. Mai 2025
Jonathan Joss 1. Juni 2025
Nicole Croisille 4. Juni 2025
Frederick Forsyth 9. Juni 2025
Harris Yulin 10. Juni 2025
Elisabeth Nagy 13. Juni 2025
Lalo Schifrin 26. Juni 2025
Rick Hurst 26. Juni 2025
Kenneth Colley 30. Juni 2025
Monika Hansen 26. Juni 2025
Julian McMahon 2. Juli 2025
Anita Kupsch 3. Juli 2025
Michael Madsen 3. Juli 2025
Mark Snow 4. Juli 2025
Claus Peyman 16. Juli 2025
Alan Bergman 17. Juli 2025
Jimmy Hunt 18. Juli 2025
Tom Troupe 20. Juli 2025
Malcolm-Jamal Warner 20. Juli 2025
Dan Ziskie 21. Juli 2025
Ozzy Osbourne 22. Juli 2025
Doris Gercke 25. Juli 2025
Lutz Mommartz 26. Juli 2025
Alon Aboutboul 29. Juli 2025
Robert Wilson 31. Juli 2025
Jonathan Kaplan 1. August 2025
Kelley Mack 2. August 2025
Loni Anderson 3. August 2025
Song Young-kyu 4. August 2025
Danielle Spencer 11. August 2025
Terence Stamp 17. August 2025
Joe Caroff 17. August 2025
Torsten Michaelis 17. August 2025
Jerry Adler 23. August 2025
Arthur Brauss ~ 28. August 2025
Graham Greene 1. September 2025
Giorgio Armani 4. September 2025
Horst Krause 5. September 2025
Robert Redford 16. September 2025
Claudia Cardinale 23. September 2025
Hartmut Bitomsky 24. September 2025
Georg Stefan Troller 27. September 2025
Jane Goodall 1. Oktober 2025
Wanda Perdelwitz ~ 8. Oktober 2025
Diane Keaton 11. Oktober 2025
Nasser Taghvai 14. Oktober 2025
Klaus Doldinger 16. Oktober 2025
Jack White ~ 16. Oktober 2025
June Lockhart 23. Oktober 2025
Björn Andrésen 26. Oktober 2025
Jack DeJohnette 26. Oktober 2025
Dieter Wiedemann 30. Oktober 2025
Tchéky Karyo 31. Oktober 2025
Dieter Weidenfeld 1. November 2025
Diane Ladd 3. November 2025
Pauline Collins 6. November 2025
Felix Eitner 8. November 2025
Sally Kirkland 11. November 2025
Homayoun Ershadi 11. November 2025
Hark Bohm 14. November 2025
Alice & Ellen Kessler 17. November 2025
Spencer Lofranco 18. November 2025
Ornella Vanoni 21. November 2025
Im nachfolgenden Link der erweiterten Ansicht sind detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.
Im Jahre 2025 verstorbene Prominente aus Film und Fernsehen.
Jeff Baena 3. Januar 2025
Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Jeff Baena, Ehemann der Schauspielerin Aubrey Plaza, nahm sich mit 47 Jahren in Los Angeles das Leben. Baena schrieb Drehbücher und führte Regie bei düster-komödiantischen Independentfilmen, in denen auch seine Ehefrau Aubrey Plaza mitspielte. Zusammen mit Regisseur David O. Russell ("Silver Linings", "American Hustle") schrieb er das Skript für die bissige Komödie "I Heart Huckabees"über Sinnsuche und Lebenskrisen. Sie wurde mit Isabelle Huppert, Naomi Watts, Dustin Hoffman und Jude Law verfilmt. Baena, Sohn einer Lehrerin und eines Anwalts, wuchs in Miami auf und besuchte die Filmschule der New York University. In einem Interview mit dem Comedian und Podcaster Marc Maron im Jahr 2017 erzählte er, dass sein Interesse am Kino geweckt worden sei, nachdem er als Kind Stanley Kubricks "Uhrwerk Orange" und Federico Fellinis "Achteinhalb" gesehen hatte. Nach zehnjähriger Beziehung heiratete er 2017 seine Frau Aubrey Plaza, die aus der populären Serie "The White Lotus" und dem Coppola-Film "Megalopolis" bekannte wurde. Sie spielte auch in mehreren Filmen mit, bei denen Jeff Baena Regie führte – darunter "Life After Beth" (2014), "The Little Hours" (2017) und "Spin Me Round" (2022). International erfolgreich wurden seine Filme jedoch nicht.
Dalyce Curry ~ 8. Januar 2025
Die 95-jährige farbige US-Schauspielerin Dalyce Curry kam bei dem verheerenden Brand in Los Angeles ebenso ums Leben, wie weit über 20 weitere Personen, die vor den lodernden Flammen nicht schnell genug fliehen konnten. Über 10.000 Gebäude mit mehr als 30.000 Bewohnern wurden bis dahin bei dem Brand zerstört, der noch wochenlang anhielt. Die Überreste der Schauspielerin wurden erst Tage später in ihrem Anwesen in Altadena gefunden. Dalyce Curry war in den 1950er Jahren Teil der afroamerikanischen Gemeinschaft in Hollywood. Sie trat als Komparsin in Filmen wie "Blues Brothers" und "Die zehn Gebote" auf. Das letzte Mal wurde sie am 7. Januar 2025 lebend gesehen, als sie nach einem Krankenhausbesuch nach Hause zurückkehrte. Ihre Enkelin, Dalyce Kelley, die den Tod ihrer Großmutter über soziale Medien bestätigte, konnte nicht bei ihr bleiben, was sich als tragisch erwies. Mit den Bränden in Pacific Palisades, gelegen zwischen Malibu und Santa Monica wurden Teile von Los Angeles verwüstet. Dort standen zahlreiche Villen-Viertel, die fast vollständig zerstört wurden. Starke Santa-Ana-Winde fachten die Flammen an und erschwerten über Wochen die Rettungsmaßnahmen. Zu weiteren Betroffenen zählen bekannte Schauspieler wie Harrison Ford und James Woods, die auf Geheiß der örtlichen Behörden ihr Anwesen verlassen mussten. Den Ursprung des Ortes im Westen von L.A. bildete das Filmstudio Inceville, das vom Filmpionier Thomas Harper Ince zwischen 1911 und 1922 betrieben wurde. Durch den später kultivierten Ort führt der Sunset Boulevard mit einer Reihe von Restaurants, Geschäften, Banken und Büros, von denen nur noch Ruinen mit ausgebrannten Autos übrig sind, umrahmt von einer noblen Villengegend, die ebenfalls in Schutt und Asche liegt.
Otto Schenk 9. Januar 2025
Der in Wien geborene österreichische Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Intendant Otto Schenk verstarb Im Alter von 94 Jahren in seinem Haus am Irrsee. Mehr als 70 Jahre stand Schenk auf der Bühne und realisierte etwa 150 bis 200 Inszenierungen. Zwischen 1955 und 2019 war er aber auch in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen zu sehen, wie z.B. 1960 als Arzt in der Artur Brauner Produktion "Der brave Soldat Schwejk" mit Hauptdarsteller Heinz Rühmann. Als Sohn eines Vaters jüdischer Herkunft war seine Jugend von den Gräueltaten des Nationalsozialismus geprägt. Nach dem Abbruch des Jurastudiums absolvierte Schenk das Max Reinhardt Seminar und trat anschließend als Schauspieler und Kabarettist auf. Schenk hat über Österreich hinaus auch in Deutschland und anderen Ländern zahlreiche Inszenierungen verantwortet. Stationen waren die Opern und Theater in München, Düsseldorf, Berlin, Köln und Hamburg. An der Metropolitan Opera in New York inszenierte er den gesamten "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner.
Rory Sykes ~ 10. Januar 2025
Rory Callum Sykes, ein ehemaliger Kinderfernsehstar, kam bei den verheerenden Bränden in Los Angeles im Alter von nur 32 Jahren ums Leben. Die Medien berichten über die dramatischen Umstände des Vorfalls und die Worte seiner Mutter, die trotz ihrer Verletzungen versuchte, ihren Sohn zu retten. Sykes war bekannt aus der britischen Kindersendung "Kiddy Kapers", die 1998 ausgestrahlt wurde. Der Junge war ein gutes Beispiel dafür, dass eine Behinderung niemanden ausschließen muss. Er war blind und litt an einer zerebralen Lähmung, konnte sich jedoch die Sympathien der Zuschauer gewinnen. Trotz der Schmerzen, die er ständig verspürte, bemühte er sich, das Leben und das Reisen zu genießen, doch die Brände in Los Angeles verschonten das Haus, in dem er lebte, nicht. Das Feuer brach unbemerkt aus, als die Glut das Dach zu ergreifen begann, versuchte die Mutter von Rory Callum Sykes, ihn sofort zu retten, doch aufgrund ihrer Verletzung mit einem gebrochenen Arm fiel es ihr schwer, ihren behinderten Sohn nach draußen zu bringen. Zudem war das Wasser abgestellt worden und auch die Notrufleitung funktionierte nicht. In der nahezu ausweglosen Situation machte sich die Frau allein auf die Suche nach Feuerwehrleuten in der Nähe. Die herbeigeeilten Einsatzkräfte fanden leider nur noch das niedergebrannte Haus, in dem Sykes durch eine Kohlenmonoxidvergiftung ums Leben kam. Die Brände in L.A. haben viele amerikanische Prominente getroffen, die luxuriöse Häuser in diesem Teil Kaliforniens hatten — unter ihnen Paris Hilton und Mel Gibson. Beide verloren ihre Anwesen.
Oliviero Toscani 13. Januar 2025
Der italienische Star-Fotograf Oliviero Toscani verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in der Toscana in der Nähe von Livorno, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf eine Mitteilung der Familie des Künstlers. Toscani war vor allem durch seine umstrittenen Fotos für die Werbekampagnen der Textilfirma Benetton in den 1980er und 1990er Jahren international bekannt geworden, darunter etwa die Plakate unter dem Slogan "All the colours of the world" mit in bunten Benetton-Pullovern gekleideten Kindern aller Hautfarben. Generell nutzte Toscani für die Kampagnen regelmäßig sozialkritische und kontroverse Bilder wie z.B. die Magersuchtskampagne eines Mannequins, oder die Aufnahme eines blutigen Hemds mit Einschussloch eines gefallenen Soldaten im Bosnienkrieg. Nach einer weiteren Kampagne im Jahr 2000, die Porträtaufnahmen von zum Tode verurteilten Gefängnisinsassen in den USA zeigte, distanzierte sich Benetton-Mitgründer Luciano Benetton von ihm und entließ ihn. Von Ende 2017 bis Anfang 2020 arbeitete Toscani jedoch erneut für die Firma. Zwischendurch fotografierte er auch Werbekampagnen für Chanel, Toyota und Esprit sowie für zahlreiche weitere Marken.
David Lynch 16. Januar 2025
David Keith Lynch, der legendäre US-amerikanische Filmemacher, Regisseur, Produzent, Drehbuchautor, Schauspieler, Maler, Fotograf, Lithograf, Bildhauer, Möbeldesigner und Komponist, verstarb im Alter von 78 Jahren, vier Tage vor seinem 79. Geburtstag. Lynch war ein einflussreicher Regisseur und Künstler, der ein bedeutendes Film-Erbe hinterlässt, das unvergessen bleibt. Sein einzigartiger Stil, der Filme wie "Blue Velvet" und "Mulholland Drive" prägte die Filmwelt. Er war bekannt für seine albtraumhaften und surrealistischen Erzählungen. Jeder neue Film von David Lynch war eine Einladung in einen Fiebertraum, bei dem es niemals darum ging, das Gezeigte zu verstehen, sondern das Fühlen, das Erleben und das Verschwinden im Vordergrund standen. Zudem hat er mit Werken wie "Twin Peaks" die Popkultur nachhaltig beeinflusst. Lynch bekam 1990 die Goldene Palme von Cannes für "Wild at Heart" verliehen. Des Weiteren wurde er viermal für den Oscar nominiert. Nach einem Studium von 1964–1970 an der Pennsylvania Academy of Fine Arts nahm er von 1970–1979 ein Filmstudium am neuen Center for Advanced Filmstudies (AFI) in Los Angeles auf, wo sein erster Horror-Spielfilm "Eraserhead" entstand, der 1977 nach einem beschwerlichen Start in New York City bald zu einem Mitternachts-Underground-Geheimtipp wurde und bis 1982 in 17 US-amerikanischen Städten gezeigt wurde. 1980 folgte "Der Elefantenmensch", der auf der realen Geschichte von Joseph Merrick basiert, der von Geburt an einem völlig entstellten Gesicht litt. Der Film wurde für acht Oscars nominiert. Lynch galt folglich als eines der „vielversprechendsten neuen Talente des Hollywood-Establishments“, um den sich Regisseure wie Francis Ford Coppola, George Lucas und Dino De Laurentiis bemühten. Letzterer lies Lynch das Drehbuch zu "Dune" verfassen und bot ihm einen Vertrag über vier weitere Filme: "Blue Velvet", "Ronnie Rocket", "Dune II" und "Dune III" an. Für Lynch wurde der Science-Fiction-Film "Dune - Der Wüstenplanet" der erste Spielfilm in Farbe, dessen Kosten sich auf 52 Millionen US-Dollar beliefen – der teuerste Lynch-Film, der je gedreht wurde. Einen Rückschlag musste Lynch jedoch 1992 bei der Spielfilmfassung seiner erfolgreichen Fernsehserie "Twin Peaks" verkraften, der sich zu sehr von deren Inhalt und Form der TV-Serie abhob und vom Kinopublikum auf den Filmfestspielen von Cannes ausgebuht wurde. Lynchs letzter Kinofilm "Inland Empire", der Anfang September 2006 in Venedig seine Premiere feierte, wurde komplett mit einer digitalen Handkamera gedreht und zum Teil improvisierend ohne Drehbuch gefilmt hatte. Bei diesen Filmfestspielen wurde Lynch zudem der Goldene Löwe für sein Lebenswerk verliehen.
Joan Plowright 16. Januar 2025
Die britische Film- und Theaterschauspielerin Joan Plowright verstarb im Alter von 95 Jahren in London. Plowright war mit Schauspiellegende Laurence Olivier verheiratet und stand jahrzehntelang auf der Bühne. Zudem war sie für ihre Rolle in dem Kinofilm "Verzauberter April" aus dem Jahre 1991 unter der Regie von Mike Newell für einen Oscar nominiert worden. Plowright spielte etwa auch 1996 in "101 Dalmatiner" und 1999 in "Tee mit Mussolini" mit. Da sie langsam erblindete, verabschiedete sie sich bereits 2009 in den Ruhestand. Zuletzt war sie noch einmal 2019 in dem Dokumentarfilm "Tea with the Dames – Ein unvergesslicher Nachmittag" (Nothing Like a Dame) an der Seite von den ebenfalls geadelten drei Darstellerinnen Judi Dench, Maggie Smith und Eileen Atkins vor der Kamera zu sehen. 1960, am Anfang ihrer Karriere spielte sie in den Stücken und Verfilmungen der sogenannten »Angry Young Men« wie John Osbornes Drama "Der Komödiant" (The Entertainer), war Zeitgenossin einer neuen, aus der Arbeiterklasse stammenden Schauspielergeneration, zu der Albert Finney, Alan Bates und Anthony Hopkins zählten. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen mehr als 75 Film- und Fernsehproduktionen.
Bertrand Blier 20. Januar 2025
Bertrand Blier, der französische Regisseur und Drehbuchautor, bekannt für seine provokanten Filme und Skandale, verstarb im Alter von 85 Jahren in Paris. Seine Werke prägten das französische Kino der 1970er und 1980er Jahre und machten Stars wie Gérard Depardieu, Miou-Miou, Isabelle Huppert oder Josiane Balasko berühmt. Der Regisseur, der auch mit der Komödie "Die Ausgebufften" von 1974 bekannt wurde, der Blier den Ruf eines Skandalregisseurs einbrachte, war für seinen schwarzen Humor bekannt. In seinen Filmen setzte sich Bertrand Blier intensiv mit Themen wie Begierde, menschlichen Trieben und sozialen Schichten auseinander. Für den Streifen "Frau zu verschenken" gewann er 1979 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Als Regisseur verantwortete er rund 20 Produktionen, als Autor war er an zwei Dutzend Filmen beteiligt.
Horst Janson 28. Januar 2025
Der in Mainz geborene Film- und Fernsehdarsteller Horst Janson verstarb nach gesundheitlichen Problemen im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München. Als Heranwachsender wirkte er in Theateraufführungen seiner Schule mit. Sein Schauspieldebüt erlebte er am Wiesbadener Staatstheater. Erste breitere Bekanntheit erlangte er 1969 mit der ARD-Fernsehserie "Salto Mortale". Nach einer Rolle im Jahre 1970 an der Seite der Filmlegenden Charles Bronson und Tony Curtis im britischen Kinofilm "Zwei Kerle aus Granit", wurde die ZDF-Fernsehserie "Der Bastian" ab 1973 zu seinem größten Erfolg. Obwohl er selbst zu der Zeit schon Ende 30 war, überzeugte Janson in der Rolle des ewigen Studenten. In den 1980er Jahren wurde er als Freund von Tiffy und Samson in der "Sesamstraße" zum Idol einer ganzen Kindergeneration. Er spielte auch in Serien wie "Forsthaus Falkenau" und "Immenhof". 1998 gab er bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg den Old Shatterhand und 2001 den Old Firehand. Bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen in Dasing spielte er von 2006-2009 erneut Old Shatterhand in "Der Schatz im Silbersee". Bis vor wenigen Jahren spielte Janson erneut in verschiedenen Filmen und Fernsehserien mit und hatte darüber hinaus auch wieder einige Theaterengagements. Vor der Kamera wirkte Janson insgesamt von 1959 bis zum Jahr 2022 in über 160 Film- und Fernsehproduktionen mit. Obwohl Janson auch an der Seite von Weltstars wie Franco Nero, Peter O'Toole oder Roger Moore spielte und somit mehrmals recht gut verdiente und sich ein eigenes Haus für die Familie leistete, stand er eine Zeit lang vor dem finanziellen Ruin, wodurch eine der beiden Töchter, mittlerweile 39 Jahre alt, damals psychisch so stark litt, dass sie vorübergehend lebensgefährliche Essstörungen bekam.
Max Schautzer 29. Januar 2025
Der in Klagenfurt geborene österreichische Entertainer, TV-Moderator und Schauspieler Max Schautzer, verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Kölner Krankenhaus. Seine Karriere war geprägt von zahlreichen ikonischen Fernsehsendungen, darunter die legendäre Quizshow "Allein gegen alle" und die unterhaltsame Reihe "Pleiten, Pech und Pannen", die er selbst konzipiert hatte. Schautzer moderierte auch beliebte Shows wie das "ARD-Wunschkonzert", "Immer wieder sonntags" und die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne". Schautzer hat die Schauspielschule am Konservatorium Wien besucht, später auch die Schauspielschule der Keller in Köln, wo er danach zunächst als Conferencier bei öffentlichen Rundfunkveranstaltungen des WDR tätig wurde. Zudem wirkte er an der Seite von Frank Elstner für RTL am Aufbau des deutschsprachigen Programms. 2004 wurde Schautzer wegen seines fortgeschrittenen Alters als Moderator von der ARD entlassen. Danach konnte man ihn endlich wieder auf der Theaterbühne bei Tourneen durch Deutschland, Luxemburg und die Schweiz erleben. 2015 und 2020 war er auch für Hörspielproduktionen tätig.
Marianne Faithful 30. Januar 2025
Die mit österreich-ungarische Wurzeln in London geborene britische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Marianne Faithfull verstarb im Alter von 78 Jahren. Sie sei friedlich im Kreise ihrer Familie eingeschlafen. Faithfull war durch den Song »As Tears Go By« berühmt geworden. Zudem übernahm sie als Schauspielerin mehrere Filmrollen wie etwa 1969 die Ophelia in Tony Richardsons Hamlet-Verfilmung an der Seite von Anthony Hopkins. 1994 spielte sie in "Shopping" mit Sadie Frost, Jason Isaacs und Jude Law. Sie hinterlässt einen 1965 geborenen Sohn aus der 1970 geschiedenen Ehe mit dem Künstler und Kunstmagnaten John Dunbar. In den 1960er-Jahren war Faithfull eines der Gesichter des Swinging London, eine bewunderte Stilikone an der Seite ihres Lebensabschnittsgefährten Mick Jagger. Sie galt als Muse der Rolling Stones. Der Fotograf Charles Wilp engagierte sie in dieser Zeit auch als Modell für seine Werbekampagne für Afri-Cola. Die 70er erlebte die Britin als Junkie, ganz tief unten und dann doch noch triumphierend mit dem Trotz-und-Wut-Album »Broken English« (1979). Als Faithfull clean war, folgten weitere große Werke wie »Strange Weather« (1987) und »Before The Poison« (2005). Zwischendurch reüssierte sie als Kurt-Weill-Interpretin - und als Charakterdarstellerin im Kino, etwa mit der Tragikomödie „Irina Palm“ (2007). Vor wenigen Jahren machte Faithfull noch aktiv Musik, bis sie eine schwerwiegende Corona-Erkrankung stoppte. Für das Album »The Faithful: A Tribute to Marianne Faithfull« taten sich 2023 einige Stars zusammen, um der Sixties-Ikone die Ehre zu erweisen und sie finanziell zu unterstützen.
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mit Lee Joo-sil, die am 2. Februar 2025 verstarb.
Lee Joo-sil 2. Februar 2025
Die südkoreanische Schauspielerin Lee Joo-sil, die nach mehr als 35 Filmauftritten erst im hohen Alter im Jahre 2024 durch ihre Rolle in der Netflix-Serie "Squid Game" internationale Bekanntheit erlangte, verstarb mit 81 Jahren an einem Herzinfarkt in ihrem Haus in Uijeongbut, wenige Kilometer nördlich der Hauptstadt Seoul. Drei Monate zuvor war bei ihr Magenkrebs diagnostiziert worden. Lee Joo-sil kämpfte schon einmal gegen eine Krebserkrankung. In ihren Fünfzigern wurde bei ihr demnach Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Damals gaben ihr die Ärzte weniger als ein Jahr Lebenszeit. Doch 13 Jahre später galt sie als geheilt. Die Schauspielerin gab ihr Theaterdebüt bereits im Jahr 1965. In den folgenden Jahrzehnten spielte sie in vielen prestigeträchtigen heimischen Kinoproduktionen. Auch im preisgekrönten „Train to Busan“ (2016) hatte Lee eine kleine Nebenrolle. In der zweiten Staffel des Netflix-Hits "Squid Game", einer Serie, in der hoch verschuldete Menschen an einen geheimen Ort gebracht werden, um dort mit der Aussicht auf Reichtum in einem blutigen Wettstreit gegeneinander anzutreten, spielte Lee die Rolle der Mutter des Undercoverdetektivs Hwang Joon-ho, der seinen vermissten Bruder sucht.
Tony Roberts 7. Februar 2025
Der amerikanische Schauspieler und langjährige Weggefährte von Woody Allen, Tony Roberts, verstarb mit 85 Jahren, wie seine Tochter Nicole Burley mitteilte. Der Schauspieler war in mehreren Filmen Allens zu sehen, oft als dessen bester Freund. Er war aber auch ein vielseitiger Theater- und Musicaldarsteller. Roberts gab sein Debüt am Broadway 1962. Wenig später traf er Allen und erhielt schließlich 1966 eine Rolle in dessen Broadway-Komödie "Don't Drink the Water" sowie in der gleichnamigen Filmversion von 1969. Andere Allen-Filme, in denen Roberts auftrat, waren „Mach's noch einmal, Sam“ (1972), „Der Stadtneurotiker“ (1977), „Stardust Memories“ (1980), „Eine Sommernachts-Sexkomödie“ (1982), „Hannah und ihre Schwestern“ (1986) und „Radio Days“ (1987). Zu seinen weiteren Filmen zählten „Serpico“ von 1973 und „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ ein Jahr später. Roberts wurde zweimal für den Theaterpreis »Tony« nominiert – für „How Now, Dow Jones“ und „Play It Again, Sam“. Zu Roberts‘ Fernsehauftritten zählten die kurzlebigen Serien „The Four Seasons“ (1984) und „The Lucie Arnaz Show“ (1985) sowie Gastauftritte in so bekannten Sendungen wie „Mord ist ihr Hobby“ und „Law & Order“.
Souleymane Cissé 19. Februar 2025
Der malische Regisseur Souleymane Cissé, der sein ganzes Leben seinem Land, dem Kino und der Kunst gewidmet hat, verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Bamako. Cissé galt als einer der wichtigsten Filmschaffenden des afrikanischen Kinos und war u.a. für seinen Film "Yeelen" ('Das Licht') bekannt geworden, der das Erwachsenwerden eines jungen Mannes aus der Ethnie der Bambara erzählt. 1987 erhielt er dafür den Preis der Jury in Cannes. 2023 wurde Cissé bei dem Festival mit dem Regiepreis "Goldenes Gespann" ausgezeichnet. Cissé ging von seinem siebten Lebensjahr an regelmäßig ins Kino und sah sich eine Vielzahl verschiedener Filme an. Er besuchte das Gymnasium in Dakar und kehrte 1960 nach Mali zurück, als sein Land unabhängig wurde. Nachdem Cissé einen Dokumentarfilm über die Verhaftung Lumumbas gesehen hatte, entschloss er sich, Filmemacher zu werden. Er erhielt ein Stipendium, das es ihm erlaubte, sich in Moskau zunächst zum Filmvorführer, dann zum Filmemacher ausbilden zu lassen.
Ernst H. Hilbich 20. Februar 2025
Der in Siegburg geborene deutsche Schauspieler, Kabarettist und Hörspielsprecher Ernst Herbert Hilbich verstarb im Alter von 93 Jahren in Köln an den Folgen einer Lungenentzündung. Den Tod seiner geliebten Frau Lotti Krekel im April 2023, der Volksschauspielerin und Sängerin, die mit mit 81 Jahren verstarb, hat er nie wirklich überwunden, sagte seine Nichte Miriam Krekel. Es bereite ihr Trost zu wissen, dass "die beiden nun wieder zusammen sein dürfen." Hilbichs Karriere begann am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wo er von 1958 bis 1971 arbeitete. Ab den 1970er-Jahren wirkte er in zahlreichen Filmkomödien und Fernsehshows mit und lieh vielen Figuren der Augsburger Puppenkiste seine Stimme. Von 1998 bis 2010 spielte er eine der Hauptrollen in der WDR-Fernsehserie "Die Anrheiner". Darüber hinaus hatte in zahlreichen TV- und Kinoproduktionen mitgewirkt und spielte vor allem in den 70er Jahren in Spielfilmen mit, etwa "Trubel um Trixie" mit Uschi Glas (80) oder in "Kinderarzt Dr. Fröhlich" an der Seite von Roy Black (1943-1991).
Gene Hackman ~ 24. Februar 2025
Die Filmlegende Eugene Allen „Gene“ Hackman (95) und seine zweite Ehefrau Betsy Arakawa (63) wurden am 26. Februar 2025 in seinem Haus im ländlichen Santa Fe, New Mexico in verschiedenen Räumen tot aufgefunden. Eine Person zeigte bereits erste Verwesungserscheinungen. Gene Hackman ist nach Behördenangaben im Alter von 95 Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sowie an den Folgen von Alzheimer verstorben, während seine Frau bereits etwa eine Woche vor ihm am seltenen Hantavirus verstarb, einer Infizierung, die durch Kot von Nagetieren wie Mäusen und Ratten ausgelöst wird und mit Schwindel und tödlichen Blutungen endet. Auf dem ungepflegten Grundstück - fernab von der Traumfabrik Hollywood - wurden in Nebengebäuden mehrere Lebendfallen, verendete Nagetiere und ein toter Hund gefunden. Seine erste größere Rolle spielte Hackman 1964 in dem Streifen "Lilith" mit Warren Beatty, der ihn drei Jahre später für "Bonnie and Clyde" engagierte. Als Clydes Gangster-Bruder erhielt Hackman seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Der US-amerikanische Schauspieler wurde 1971 für die Rolle des unkonventionellen Drogenfahnders Jimmy „Popeye“ Doyle in "French Connection – Brennpunkt Brooklyn" mit einem Oscar ausgezeichnet. Gene Hackman war einer der bekanntesten, beliebtesten und meist-ausgezeichneten Schauspieler. Er brillierte auch in "Der Dialog", "Die Brücke von Arnheim", "Staatsfeind Nummer 1" und in Clint Eastwoods Western "Erbarmungslos" für den er als bester Nebendarsteller 1992 einen zweiten Oscar erhielt. Dass die Bandbreite seines schauspielerischen Könnens sich nicht nur auf die Verkörperung fieser oder harter Figuren beschränkt, bewies Hackman in Filmen wie der Gaunerkomödie "Get Shorty" (deutsch: 'Schnappt Shorty') oder "The Royal Tenenbaums"– für seine Darstellung des schurkischen Anwalts Royal O'Reilly Tenenbaum erhielt er 2002 den Golden Globe als bester Komödiendarsteller.
Roberto Orci 25. Februar 2025
Der in Mexiko-Stadt geborene Hollywood-Drehbuchautor Roberto Orci erlag im Alter von 51 Jahren in seinem Zuhause in Los Angeles an einer Nierenerkrankung. Zu seinen den bekanntesten Arbeiten zählt die Mitarbeit an den Drehbüchern für die 2009, 2013 und 2016 erschienenen „Star Trek“-Kinofilme. Auch an weiteren Blockbustern wie „Transformers: Die Rache“ oder „Alias“ und "Mission: Impossible III" wirkte er mit, daneben produzierte er Fernsehserien wie „Fringe: Grenzfälle des FBI“ und „Hawaii Five-O“. Die Fantasy-Serien „Xena: Die Kriegerprinzessin“ und „Herkules“ in den späten 1990ern waren seine Anfänge in der Fernsehproduktion. 2024 war Orci mit gerichtlichen Auseinandersetzungen mit seiner getrenntlebenden Ehefrau, der Schauspielerin Adele Heather, in die Schlagzeilen geraten.
Michelle Trachtenberg 26. Februar 2025
Die aus Serien wie "Buffy" und "Gossip Girl" bekannte US-amerikanische Schauspielerin Michelle Christine Trachtenberg wurde tot in ihrer Wohnung in Manhattan aufgefunden. Sie verstarb im Alter von 39 Jahren. Details zur Todesursache gab es zunächst nicht. Drei Monate später ergab das Untersuchungsergebnis, dass die Schauspielerin an Diabetes verstarb. Trachtenberg die in eine jüdische Familie russisch-deutscher Herkunft geboren wurde, hatte schon als kleines Kind vor der Kamera gestanden. Bekannt wurde sie durch die Rolle der Dawn Summers in der Fernsehserie "Buffy – Im Bann der Dämonen". 2004 war sie in mehreren Folgen der Serie "Six Feet Under" als Celeste zu sehen. Weitere Film- und vor allem Fernsehauftritte schlossen sich an, ihr Schaffen umfasst mehr als 60 Produktionen. Zuletzt lebte sie in Los Angeles.
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mit Eleonora Giorgi, die am 3. März 2025 verstarb.
Eleonora Giorgi 3. März 2025
Die italienische Schauspielerin Eleonora Giorgi verstarb im Alter von 71 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem Krankenhaus in Rom. Die meist tödliche Diagnose der aggressiven Krebsart hatte sie 2023 veröffentlicht, um das Leben auszukosten, solange es geht. Giorgi wurde vor allem in Filmen der Siebziger und Achtziger berühmt, darunter 1972 "Fellinis Roma". Oft hatten diese Filme eine erotische Note. Später war die gebürtige Römerin auch in Kriminalfilmen und Komödien gesetzt. 1982 gewann sie den bedeutendsten italienischen Filmpreis »David di Donatello« für ihre Rolle in "Borotalco" von Carlo Verdone. Ein Film, der wie die meisten ihrer Werke, in Deutschland jedoch nicht erschienen ist. 2003 debütierte sie als Regisseurin. 1974 war Giorgi im »Playboy« zu sehen, 2018 war sie Teilnehmerin des Reality-TV-Wettbewerbs »Ballando con le Stelle«, der italienischen Version von »Let's Dance«.
Wolfgang Engel 7. März 2025
Mit Theaterregisseur Wolfgang Engel verstarb einer der bedeutendsten Theatermacher der DDR im Alter von 81 Jahren. Seinen Durchbruch schaffte der gebürtige Schweriner am Staatsschauspiel Dresden, wohin der Meister der politischen Metapher 1980 wechselte. Engel machte sich einen Namen, indem er Klassiker neu inszenierte und Heiner-Müller-Werke aufführte. Seine Version von Samuel Becketts "Warten auf Godot" wurde ein Publikumsrenner. In Leipzig, wo er auch verstarb, war Engel von 1995 bis 2008 Intendant. Engels Karriere begann mit einer Schauspielausbildung am Mecklenburgischen Staatstheater. 1974 wechselte er zunächst nach Radebeul in Sachsen, dann ans Staatsschauspiel in Dresden. Dort reihte sich Engel in die erste Reihe der DDR-Regisseure ein. 1989 lehnte er den DDR-Nationalpreis ab. In den 80ern schafften es einige seiner Produktionen in den Westen: In Saarbrücken stand 1983, 1984 und 1986 je eine Dresdner Engel-Inszenierung auf dem Programm. 1988 begeisterten seine "Nibelungen" in Düsseldorf, wo sie "als eine andere Form der Aufarbeitung deutscher Geschichte" gefeiert wurden. Nach dem Fall der Mauer ging Engel zunächst ganz in den Westen - als Spielleiter am Schauspiel in Frankfurt/Main. Doch Mitte der 90er Jahre kehrte der Regisseur wieder nach Sachsen zurück und wurde Intendant am Schauspiel Leipzig. Zum Einstand gab es Peter Handkes "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten". Mit zwei Eventinszenierungen- einem siebenstündigen "Faust" und einem achtstündigen "Wallenstein" sorgte Engel für ausverkaufte Säle in Leipzig. Doch in vielen anderen Vorstellungen blieben Zuschauer aus. Im Jahr 2008 - im Alter von 65 Jahren - verabschiedete er sich als Intendant. Allerdings hatte er in den 13 Jahren seines Schaffens das Haus komplett umgekrempelt - ganz im Stil der Berliner Volksbühne, samt eigenem Hausphilosophen. Nach seinem Abschied in Leipzig war Engel freier Regisseur und kehrte u.a. vor rund zehn Jahren zum Staatsschauspiel Dresden zurück, um ein Jahr lang als Interims-Chef zu wirken. Darüber hinaus lehrte er als Dozent an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 2011 wurde Engel für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Theaterpreis "Der Faust" geehrt.
Hans Peter Korff 9. März 2025
Der Schauspieler und Hörspielsprecher Hans Peter Korff verstarb mit 82 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg. Seine Schauspielkarriere in Theater, Film und Fernsehen begann 1959 und umfasste über 160 Film- und Fernsehproduktionen. Jahrelang trat er auf im Ernst Deutsch Theater, Hamburger Schauspielhaus, aber auch im Württembergischen Staatstheater und im Düsseldorfer Schauspielhaus. Korff gehörte zu den meistbeschäftigten Schauspielern in Deutschland und blieb bis ins hohe Alter aktiv. Noch 2023 wirkte er beim Hörspielstudio Europa als Sprecher in der Serie "Die drei ???" mit. Zu seinen bekanntesten Rollen zählten der Briefträger »Onkel Heini« aus der ZDF-Kinderserie "Neues aus Uhlenbusch" und der Familienvater Siegfried »Sigi« Drombusch aus der ZDF-Serie "Diese Drombuschs". Auch als Onkel Hellmuth im Loriot-Kinofilm "Pappa ante portas" ist er vielen Menschen in Erinnerung.
Simon Fisher-Becker 9. März 2025
Der in London geborene übergewichtige Bühnenschauspieler sowie Fernseh- und Filmdarsteller verstarb ebenda im Alter von 63 Jahren. Weltberühmt wurde der britische Darsteller durch seine Rollen in der BBC-Science-Fiction-Serie "Doctor Who" und als der "fette Mönch" in "Harry Potter und der Stein der Weisen", der ersten Folge des Kino-Franchise über den gleichnamigen Zauberlehrling von der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling. Einen kleineren Auftritt hatte er auch im Oscar-prämierten Film "Les Misérables" von 2012. Zudem wirkte als Autor, Geschichtenerzähler und großartiger Redner auf der Bühne von Klassikern wie "One Foot in the Grave", "The Bill", "Love Soup" und "Afterlife".
Bruce Glover 12. März 2025
Der in Chicago, Illinois geborene US-amerikanischer Schauspieler verstarb im Alter von 92 Jahren. Er war der Mann für die eigenwilligen Rollen: Bruce Glover wurde mit seiner Darstellung des eiskalten Killers Mr. Wint im James-Bond-Film "Diamantenfieber"(1971) berühmt. Zudem war er bis ins hohe Alter in Filmen wie Polanskis "Chinatown" und "Ghost World" zu sehen. Nach seinem Dienst in der US-Armee war Glover zunächst als Bühnenschauspieler tätig, bevor in den späten 1950er Jahren zum Fernsehen kam und zunächst in verschiedenen Serien auftrat. Sein Kinodebüt gab er 1959 in einer kleinen Nebenrolle in der Komödie "Never Steal Anything Small" neben James Cagney. Sein Schaffen umfasst mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen bis zum Jahr 2021. Darüber hinaus arbeitete er auch als Schauspiellehrer.
Peggy Parnass 13. März 2025
Die in Hamburg geborene deutsch-schwedische Schauspielerin und Autorin Ruth Peggy Sophie Parnass verstarb im Alter von 97 Jahren ebenda. Sie galt als Kämpferin für Gerechtigkeit und die Aufklärung von NS-Verbrechen und Ikone der Schwulenbewegung im Hamburger Stadtteil St. Georg. Als Journalistin, Autorin und Publizistin setzte sie sich immer wieder für die Rechte von Minderheiten ein. Ihre Eltern waren jüdischer Herkunft und wurden von den Nationalsozialisten im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Parnass und ihr Bruder kamen mit einem Kindertransport nach Schweden und lebten dort in Waisenhäusern und Pflegefamilien, bevor ein Onkel in England sie kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs aufnahm. Peggy ging später zurück nach Schweden und wurde schwedische Staatsbürgerin. Als Aktivistin scheute sich Peggy Parnass in der Bundesrepublik nicht, mutig auch die Wahrheiten auszusprechen, die nicht gern gehört wurden. Sie habe als Gerichtsreporterin auf die Aufarbeitung der NS-Verbrechen gedrängt und sei zur moralischen und antifaschistischen Instanz geworden. Parnass studierte in Stockholm, London, Hamburg und Paris und arbeitete als Sprachlehrerin, Filmkritikerin, Kolumnistin und Dolmetscherin für die Kriminalpolizei. Außerdem schrieb Parnass Bücher, trat als Sängerin in Theatern auf und spielte in zahlreichen Filmen von Roland Klick, Udo Lindenberg, Helke Sander und zuletzt 1994 in "Keiner liebt mich" von Doris Dörrie mit.
Rolf Schimpf 22. März 2025
Bis ins hohe Alter ging Rolf Schimpf als Hauptkommissar Leo Kress für das ZDF in der Serie "Der Alte" 21 Jahre lang auf Verbrecherjagd in München. Er war ein Ermittler ohne Starallüren und Actiongehabe - aber mit seiner trockenen Art höchst beliebt. Die international erfolgreiche Krimiserie machte ihn weltweit bekannt, von Italien oder Frankreich bis nach Abu Dhabi, Brasilien und Südafrika. Erst 2007 hörte er mit 82 Jahren nach 222 Folgen auf. Als Schimpf 1986 als „Der Alte“ anfing, hatte er bereits reichlich Schauspielerfahrung gesammelt. Seit den 1950er Jahren stand er bereits auf der Bühne und vor der Kamera. In der ARD-Krimireihe „Tatort“ spielte er ebenso mit wie in fast 50 Folgen der Krimi-Serie „SOKO 5113“. Seinen 100. Geburtstag feierte er noch im kleinen Rahmen im November letzten Jahres. Vier Monate später verstarb er in einem Pflegeheim in München.
Richard Chamberlain 29. März 2025
Nur zwei Tage vor seinem Geburtstag verstarb der US-amerikanischer Schauspieler und Sänger George Richard Chamberlain im Alter von 90 Jahren nach einem Schlaganfall auf Hawaii. Chamberlain feierte vor allem mit dem TV-Vierteiler "Die Dornenvögel" weltweit Erfolge. Jahrzehntelang galt der 1934 in Los Angeles geborene Chamberlain als TV-Herzensbrecher und Hollywoods "Prinz Charming". Richard Chamberlain studierte zunächst Kunst, begann sich dann aber für die Schauspielerei zu interessieren. In den 1960er Jahren bekam er als eines seiner ersten Engagements gleich die Hauptrolle in der Arztserie "Dr. Kildare", die ihm 1963 seinen ersten Golden Globe einbrachte. Als strahlender Titelheld der Serie wurde er 1961 über Nacht zum Teenager-Idol. "Alle meine Träume gingen damals in Erfüllung", erzählte der Kalifornier 2019 dem Radiosender KCCA. Die Schule habe er nicht gemocht, am liebsten sei er ins Kino gegangen. Es folgten herausragende Rollen u.a. in der Abenteuer-Serie "Shogun", für die er mit seinem zweiten Golden Globe als bester TV-Drama-Darsteller dekoriert wurde (1980). Den dritten Globe gab es vier Jahre später für "Die Dornenvögel". In dem TV-Vierteiler spielte Chamberlain den charismatischen Pater Ralph de Bricassart, der sich gegen alle Konventionen in die schöne Farmerstochter Meggie verliebt. Mehr als 200 Millionen Zuschauer hingen gebannt am Bildschirm, vor allem weibliche Fans waren von dem verführerischen Star hingerissen. Zahlreiche Affären wurden dem attraktiven Junggesellen damals nachgesagt - etwa mit seiner "Dornenvögel"-Partnerin Rachel Ward oder mit "Denver"-Star Linda Evans. Erst viel später, 2003, machte Chamberlain als fast 70-Jähriger in seiner Biografie "Shattered Love" seine Homosexualität öffentlich. Chamberlain, der auch Kunst und Gesang studiert hatte, zog es auch immer wieder auf Musical-Bühnen am Broadway. Häufig spielte er auch klassisches Theater. Neben seinen Engagements im Fernsehen trat er aber immer wieder vor die Filmkamera, etwa in "Die drei Musketiere" oder "Flammendes Inferno". Diese Rolle des Bösewichts sei einer seiner liebsten Filmauftritte gewesen, erzählte er.
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mit Val Kilmer, der am 1. April 2025 verstarb.
Val Kilmer 1. April 2025
Der in Los Angeles geborene US-amerikanische Schauspieler und Sänger Val Edward Kilmer verstarb im Beisein seiner Familie ebenda mit 65 Jahren an einer Lungenentzündung. Zudem war bei ihm 2014 Kehlkopfkrebs festgestellt worden. Kilmer war insbesondere in den 1980er- und 1990er-Jahren durch Filme wie "Top Gun", "The Doors", "Tombstone", "Heat" und "Batman Forever" ein gefragter Hollywood-Star. Von 1989 bis 1996 war er mit der Schauspielerin Joanne Whalley verheiratet. Aus der Ehe stammen die beiden Kinder Mercedes und Jack. Berühmt wurde Val Kilmer mit der Rolle des Kampfpiloten Tom "Iceman" Kazansky in dem Actionfilm "Top Gun" (1986) an der Seite von Tom Cruise. Kilmer und Cruise spielten erbitterte Konkurrenten, die sich bei riskanten Kampfflügen überbieten. In den 80er und 90er Jahren zählte Kilmer zu Hollywoods Topverdienern. Im Kultfilm "Willow" (1988) spielte er an der Seite der britischen Schauspielerin Joanne Whalley, die er später heiratete. Oliver Stone holte ihn 1991 für "The Doors" in der Rolle von Jim Morrison vor die Kamera. In "Tombstone" (1993) spielte er den Westernhelden Doc Holliday, in Joel Schumachers "Batman Forever" (1995) schlüpfte er in den ikonischen Fledermausanzug. Mit der Filmlegende Marlon Brando drehte er 1996 "DNA - Die Insel des Dr. Moreau". Spätere Filme floppten, auch sein Ruf als streitlustiger Mensch kostete ihn in Hollywood Rollen. In der Doku "Val" schaute er 2021 auf sein Leben zurück - sichtbar angeschlagen von seiner Krebsbehandlung. In einer Szene spricht er mit krächzender, kaum verständlicher Stimme. Sein Handwerk lernte der gebürtige Kalifornier an der renommierten Julliard School in New York, wo er als 17-Jähriger zu den jüngsten Talenten zählte. Seine Vorliebe galt zunächst klassischen Theaterstücken wie "Heinrich IV." und "Wie es euch gefällt" von William Shakespeare, doch dann wurde Hollywood auf den blonden Schauspieler mit dem kantigen Gesicht aufmerksam. Sein Spielfilm-Debüt gab Kilmer 1984 in dem Spionage-Klamauk „Top Secret!“ von Jim Abrahams und Jerry Zucker, in der er eine Parodie auf den Rock-’n’-Roll-Sänger Elvis Presley ablegte.
Mario Vargas Llosa 13. April 2025
Der 2010 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete peruanischer Schriftsteller, Politiker und Journalist Jorge Mario Pedro Vargas Llosa, der seit 1993 auch die spanische Staatsbürgerschaft besaß, verstarb im Alter von 89 Jahren in der peruanischen Hauptstadt Lima. Vargas Llosa galt als einer der großen Namen der lateinamerikanischen Literaturbewegung der 1960er und 1970er Jahre, der auch der Kolumbianer Gabriel García Márquez und der Argentinier Julio Cortázar angehörten. Bekannt wurde der Autor vor allem für seine Werke wie "Der Krieg am Ende der Welt" und "Das Fest des Ziegenbocks". Sein Schaffen umfasst neben dem „Standardroman“ auch die Genres der Kriminalgeschichte, des Politischen Thrillers, des Historischen Romans, der Komödie sowie Theaterstücke, Essays, politische Schriften und literaturwissenschaftliche Abhandlungen. Viele seiner Schriften haben autobiographischen Charakter. Insgesamt fünf seiner Bücher wurden zwischen 1985 und 2006 verfilmt. Darunter "Die Stadt und die Hunde", "Der Jaguar", "Julia und ihre Liebhaber" und "Das Fest des Ziegenbocks". Vargas Llosa kritisierte häufig undemokratische und korrupte links- oder rechtsgerichtete Systeme, die niedrige Schwelle zur Gewaltbereitschaft und die teilweise rassistische Klassenordnung in Peru und allgemein in Lateinamerika. Zudem war er Mitunterzeichner des am 3. März 2022 veröffentlichten Aufrufs zum Frieden angesichts des von russischem Boden ausgehenden Krieges gegen die Ukraine. Andererseits trat er aber auch vermehrt für extrem rechte Politiker ein, wie beispielsweise für Jair Bolsonaro bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien 2022 und für Javier Milei bei der Präsidentschaftswahl in Argentinien 2023 oder für Keiko Fujimori bei der peruanischen Präsidentschaftswahl 2021, da dieser im Vergleich zum marxistisch-leninistischen Gegenkandidaten Pedro Castillo „das kleinere Übel“ sei.
Jean Marsh 13. April 2025
Die in London geborene britische Film- und Theaterschauspielerin sowie Drehbuchautorin Jean Lyndsay Torren Marsh verstarb ebenda in ihrem Haus an den Folgen einer Demenzerkrankung im Alter von 90 Jahren. Jean Marsh wuchs in einer Mittelstandsfamilie auf. Sie studierte erst als Erwachsene Schauspiel und gab 1953 mit dem britischen Kriminalfilm "The Limping Man" ihr Debüt als Schauspielerin. 1959 zog sie für knapp drei Jahre in die USA, wo sie in John Gielguds Adaption von "Viel Lärm um nichts" am Broadway auf der Bühne stand. Ab den 1960er Jahren trat sie in Gastrollen zahlreicher bekannter Fernsehserien wie "Simon Templar" oder "Die 2" auf. Zu ihrem bekanntesten Film in jener Zeit zählt der 1963 produzierte Monumentalfilm "Cleopatra", in dem Marsh in einer Nebenrolle zu sehen ist. Das Hausmädchen Rose in der ab 1971 produzierten britischen Fernsehserie "Das Haus am Eaton Place" wurde wohl ihre international bekannteste Rolle. Die Serie handelt von einer aristokratischen Familie und ihren Angestellten im frühen 20. Jahrhundert. Danach war sie 1972 in Alfred Hitchcocks "Frenzy" als Monica Barling zu sehen. Später trat sie noch in "Die Waltons" (1977), "Hawaii Fünf-Null" (1978) oder in "Mord ist ihr Hobby" (1993) auf sowie in den Fantasy-Kinofilmen "Oz – Eine fantastische Welt" (Return to Oz, 1985) und "Willow" (1988). Im Jahr 2012 erhielt Marsh einen Ritterorden für ihre Verdienste um die Schauspielkunst.
Sophie Nyweide 14. April 2025
Der ehemalige Kinderstar Sophie Nyweide verstarb mit 24 Jahren im US-Bundesstaat Vermont, wie ihre Mutter, die ehemalige Schauspielerin Shelly Gibson, dem Branchenblatt Hollywood Reporter mitteilte. Tot aufgefunden wurde sie demnach an einem Flussufer. Allerdings sei sie zum Zeitpunkt ihres Todes nicht allein gewesen, sodass ein mögliches Fremdverschulden nicht ausgeschlossen sei. Ein angeblich selbst gemixter Cocktail aus verschiedenen Medikamenten wurde ihr offenbar zum Verhängnis. Die Person, die bei ihr war, hatte den Notruf gewählt. Die Familie deutete an, dass Nyweide psychische Probleme plagten. Nach einer Autopsie wurde bekannt, dass sie wohl schwanger war. Laut Angaben ihrer Familie hatte Sophie in der Vergangenheit gelegentlich auch Drogen konsumiert, um mit traumatischen Erlebnissen, wie einer Vergewaltigung, umzugehen. Sophie Nyweide war zuletzt 2015 auf der Leinwand zu sehen. Ihr Filmdebüt gab sie 2006 als Titelfigur im Film "Bella". 2009 spielte sie die Tochter von Michelle Williams und Gael García Bernal im Film "Mammoth". 2014 war sie in Darren Aronofskys Bibelepos "Noah" mit Russell Crowe, Jennifer Connelly, Anthony Hopkins und Emma Watson zu sehen.
Nora Aunor 16. April 2025
Der philippinische Filmstar Nora Cabaltera Villamayor, die auch als Sängerin bekannt wurde, verstarb im Alter von 71 Jahren, wie ihre Familie bekannt gab. Aunor, die in ihrer jahrzehntelangen Karriere in 170 Filmen mitspielte, soll nach Angaben der Regierung mit einem Staatsbegräbnis geehrt werden. Aunor wuchs als Nora Villamayor in einer armen Familie auf und verkaufte als Kind Snacks und Wasser an einem Bahnhof. Ihre Großmutter brachte ihr das Singen bei und mit 14 Jahren gewann sie einen Gesangswettbewerb. Ihren Durchbruch als Schauspielerin hatte sie 1967 mit einer Rolle in der Teenie-Komödie "All Over the World". Bekannt wurde sie dann vor allem als Filmpartnerin des Schauspielers Tirso Cruz III., mit dem sie zahlreiche Filme drehte und auch in Fernsehsendungen auftrat. Kritikerlob bekam sie für ihre Rollen in den Filmdramen "Drei Jahre ohne Gott" und "Einmal im Monat", die beide 1976 in die Kinos kamen. Aunor nahm zahlreiche Lieder auf, darunter der Hit "Pearly Shells" aus dem Jahr 1971. Im Jahre 2022 wurde sie als philippinische "Nationalkünstlerin" ausgezeichnet.
Edda Loges 16. April 2025
Die in Bremen aufgewachsene Schauspielerin des Ohnsorg-Theaters Hamburg, verstarb im Alter von 82 Jahren. Edda Loges war langjähriges Ensemblemitglied der plattdeutschen Bühne in Hamburg und Bremen, aber auch Hörspielsprecherin, die zudem in Kabarettprogrammen von Bremen mitwirkte. Loges spielte auf der Bühne und im Fernsehen sowie im Rundfunk bei diversen Hörspielen beim WDR, NDR und Radio Bremen. Obwohl sie überwiegend auf der Bühne auftrat, wurde sie auch im Fernsehen bekannt durch Filme wie "Das Winterhaus" unter der Regie von Hilde Lehrmann und der Fernsehserie "Nicht von schlechten Eltern" (1992-1996) des schleswig-holsteinischen Regisseurs Rainer Boldt, der an der Berliner dffb studiert hatte.
Lar Park-Lincoln 22. April 2025
Die als Laurie Jill Park in Dallas Texas geborene US-amerikanische Schauspielerin verstarb im Alter von 63 Jahren. Lar Park-Lincoln galt als eine der Musen der kultigen Horrorserie "Freitag der 13." von Sean S. Cunningham. Im siebten Teil der Saga, die bisher 12 Filme umfasst, spielte sie 1988 unter der Regie von Regisseur John Carl Buechler die Tina Shepard, die erste Protagonistin der Reihe mit übersinnlichen Fähigkeiten, wodurch sie als »Scream Queen« in die Geschichte einging, was ihr eine große Bekanntheit im Horrorgenre bescherte. Begonnen hat Park-Lincolns Karriere 1985 in dem Fernsehfilm "Children of the Night" des Regisseurs Robert Markowitz. Darüber hinaus hat Lar Park-Lincoln die Schauspielschule Actors Audition Studios gegründet und geleitet. Durch ihre jahrzehntelange Arbeit als Dozentin und Coach prägte sie eine neue Generationen von Künstlern. Lar Park-Lincoln hinterlässt ihre zwei Söhne Piper und Trevor sowie vier Enkelkinder und ihren geliebten Hund Charlie.
Waltraut Haas 23. April 2025
Die österreichische Schauspielerin Waltraut Haas ist in den frühen Morgenstunden eines Mittwochs im Alter von 97 Jahren in Wien verstorben. Mit Haas verliert Österreich eine der beliebtesten Schauspielerinnen des Landes, eine Grande Dame des heimischen Films und Theaters, deren charmante Ausstrahlung, unverwechselbare Stimme und lebensfrohes Wesen über Generationen hinweg das Publikum berührten. Die Darstellerin wurde mit Heimatfilmen und der Operetten-Verfilmung "Im weißen Rössl" (1960) oder in Komödien mit Heinz Rühmann wie "Wenn der Vater mit dem Sohne" berühmt. In Filmen wie "Der Hofrat Geiger" oder "Hallo Dienstmann" wurde Haas zu einer Ikone des österreichischen Nachkriegskinos. Besonders ihre langjährige Zusammenarbeit mit Regisseur Franz Antel prägte eine ganze Ära des heimischen Filmschaffens. Dem österreichischen Publikum war Haas vor allem als Mariandl in ihrem ersten Film "Der Hofrat Geiger" aus dem Jahr 1947 bekannt. In dem Streifen spielte sie an der Seite von Paul Hörbiger. Im Lauf ihrer Karriere spielte Haas in rund 70 Filmen mit. Als sie in ihrer Glanzzeit in den 1960er Jahren von Peter Alexander laut Drehbuch geküsst werden sollte, konnte ein Film-Kuss allerdings noch heikel sein. Doch Haas stellte ihre künstlerische Vielseitigkeit immer wieder auf der Bühne unter Beweis und blieb auch im hohen Alter der Bühne und dem Fernsehen treu, wo sie zuletzt 2020 zu sehen war. Ab 1966 war Waltraut Haas mit dem Schauspieler Erwin Strahl (1929-2011) verheiratet.
Hans-Günther Bücking 24. April 2025
Der aus Thüringen stammende deutsche Kameramann und Regisseur Hans-Günther Bücking verstarb im Alter von 73 Jahren wie seine Witwe, die Schauspielerin Marion Mitterhammer, mitteilte. Als Teenager war Bücking mit seiner Familie 1961 nach Westdeutschland geflüchtet. Erste filmische Erfahrung als Kameraassistent und Beleuchter sammelte er in Produktionen von Rainer Werner Fassbinder, Roland Klick und Margarethe von Trotta, bevor er selbst begann zu drehen und zu inszenieren. Seit Anfang der 1980er-Jahre drehte Bücking mehr als 60 Filme als Kameramann, 20 Mal führte er auch Regie. Zu seinen Regiearbeiten zählen u.a. zehn Krimis der quotenstarken ZDF-Reihe "Wilsberg" mit Leonard Lansink, das Drama "Jennerwein" mit Fritz Karl und die Komödie "Die Häupter meiner Lieben" mit Heike Makatsch. Hinter der Kamera stand er u.a. bei "Schneeland" (2005), "Solo für Klarinette" (1998), "Todesspiel" (1997) und "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" (1998). Bücking erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis und den Deutschen Kamerapreis.
Cora Sue Collins 27. April 2025
Cora Sue Collins, einst eine der bekanntesten Kinderschauspielerinnen Hollywoods, verstarb mit 98 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls in ihrem Haus in Beverly Hills, wie ihre Tochter Susie Krieser mitteilte. In der Komödie "Der unerwartete Vater" von 1932 mit ZaSu Pitts und Slim Summerville spielte die 1927 in West Virginia geborene Schauspielerin ihre erste Rolle im zarten Alter von vier Jahren. Zwei Jahre später unterzeichnete ihre Mutter einen Vertrag für sie mit MGM über 250 Dollar pro Woche. Im gleichen Jahr trat Collins in zehn Filmen auf, darunter "Black Moon" mit Fay Wray, "Der scharlachrote Buchstabe" mit Colleen Moore, "Die Welt klagt an" mit Dickie Moore und "Die Schatzinsel" mit Jackie Cooper. In den 1930er und 1940er Jahren war Cora Sue Collins ein begehrtes Gesicht für Hollywoodfilme. So stand sie neben Legenden wie Greta Garbo, William Powell, Bette Davis, Myrna Loy und Lana Turner vor der Kamera. Collins verkörperte etwa die jüngere Version von Frances Dee in "Der seltsame Fall der Clara Deane" (1932) und "Keep 'Em Rolling" (1934), Loretta Young in "Caravan" (1934) sowie Lynn Bari in "König der Toreros" (1941). Die MGM-Vertragsschauspielerin spielte außerdem die Tochter von William Powell und Myrna Loy in "Ich kämpfe für dich" (1934) und verkörperte Amy Lawrence im Technicolorfilm "Die Abenteuer des Tom Sawyer" (1938). Ein besonders herzliches Verhältnis verband sie mit Greta Garbo: Sie wählte Collins persönlich für die Rolle ihres jüngeren Ichs in "Königin Christina" (1933) aus, in "Anna Karenina" (1935) traten die beiden erneut gemeinsam auf. Die zurückgezogen lebende Schauspiellegende lud das damals ca. 7-jährige Mädchen oft zum Nachmittagstee in ihre luxuriöse Suite auf dem MGM-Gelände ein, wo Collins immer Milch trank. Sie beiden blieben bis zu Garbos Tod 1990 befreundet. Mit 18 Jahren beendete Cora Sue Collins ihre Schauspielkarriere und wendete sich dem Privatleben zu. Sie bekam drei Kinder von ihrem zweiten Ehemann James McKay, der 1962 an einer Lungenentzündung verstarb. Anschließend war sie in dritter Ehe mehr als 33 Jahre lang mit Kinobesitzer Harry Nace verheiratet, der 2002 verstarb.
Priscilla Pointer 28. April 2025
Der in New York City geborene "Dallas"-Star Priscilla Pointer verstarb im Alter von 100 Jahren im US-Bundesstaat Connecticut. Die US-amerikanische Schauspielerin, deren Anfänge in den 1940ern lagen, war sie hauptsächlich als Bühnenschauspielerin tätig. Ab den 1950er-Jahren übernahm sie jedoch auch gelegentliche Auftritte in Fernsehserien. Ihr Kinodebüt gab Pointer hingegen erst 1976 (mit über 50 Jahren) in der Stephen-King-Verfilmung "Carrie – Des Satans jüngste Tochter". Darin verkörperte sie die Mutter der Schülerin Sue Snell, die von ihrer echten Tochter Amy Irving dargestellt wurde. Anschließend trat sie noch häufiger in Filmen an der Seite ihrer Tochter auf. In David Lynchs Kultfilm "Blue Velvet" (1986) verkörperte sie die Mutter der von Kyle MacLachlan gespielten Hauptfigur, und in "Nightmare III – Freddy Krueger lebt" (1987) spielte sie die Psychiaterin Dr. Elizabeth Simms. Zudem war sie von 1981 bis 1983 in der Fernsehserie "Dallas" in einer wiederkehrenden Rolle als Rebecca Wentworth, die Mutter der von Victoria Principal dargestellten Hauptfigur Pam Ewing, zu sehen sowie in zahlreichen Gastrollen, wie zum Beispiel "Kojak – Einsatz in Manhattan", "Cannon" oder "Quincy". Ihr filmisches Schaffen zwischen 1954 und 2008 umfasste mehr als 90 Film- und Fernsehproduktionen.
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mit Dietmar Mössmer, der am 2. Mai 2025 verstarb.
Dietmar Mössmer 2. Mai 2025
Nach über vierzigjähriger Schauspielkarriere verstarb der aus Tirol stammende österreichische Schauspieler Dietmar Mössmer im Alter von 69 Jahren nach einer längeren Erkrankung. Bereits als Kind litt er an einer schweren Herzerkrankung – die behandelnden Ärzte gaben ihm damals keine hohe Lebenserwartung. Bekannt wurde Mössmer als Gesicht des Sergente Alvise in den „Commissario Brunetti“-Krimis nach den Romanen von Donna Leon. An der Seite von Joachim Król, Uwe Kockisch, Barbara Auer und Julia Jäger spielte er über 19 Jahre hinweg in 26 Episoden den „ungelenken und etwas sinistren Assistenten Alvise“, wie es der ORF in seinem Nachruf formulierte. Seine Rolle stilisierte er zur Kultfigur. Seine große Wandlungsfähigkeit machte ihn zu einem geschätzten Darsteller in zahlreichen deutschen und österreichischen Fernseh- und Hörspielproduktionen. Er war unter anderem in Serien wie „SOKO München“, „Der Alte“, „Polizeiruf 110“, „Tatort“, „Die Rosenheim-Cops“, „Der Bergdoktor“ und „Der Bulle von Tölz“ sowie zuletzt im ARD-Film „Mein Vater, der Esel und ich“ und in einer Folge der ZDF-Erfolgsserie „Frühling“ zu sehen. Mössmer begann seine Karriere in den 1980er- und 1990er-Jahren auf verschiedenen Theaterbühnen. Er war unter anderem festes Ensemblemitglied am Münchner Volkstheater sowie am Künstlerhaus Wien. Er hinterlässt seine Tochter, die Schauspielerin Daria Trenkwalder, sowie seine Lebensgefährtin, die Autorin Petra Lange.
Helmut Thoma 3. Mai 2025
Der als erster Chef des deutschen Privatsenders RTL bekannt gewordene Medienmanager und Jurist Helmut Thoma verstarb am Tag seines Geburtstags in Wien an Herzversagen, wie seine Familie mitteilte. Er wurde 86 Jahre alt. Thoma hatte 1984 die Direktion des Privatfernsehens von RTLplus in Luxemburg übernommen und wurde 1991 alleiniger RTL-Geschäftsführer. Mit dem RTL-Umzug von Luxemburg nach Köln und dem Einstieg von Bertelsmann begann der Aufstieg des Senders. In rasantem Tempo baute er eine TV-Macht auf und nahm dabei Zuschauer-Magneten wie Thomas Gottschalk, Hans-Joachim Kulenkampff und Karl Dall unter Vertrag, sodass RTL unter dem Österreicher zum erfolgreichsten Privatsender in Deutschland wurde. Kritiker bemängelten Klamauk, Gewalt und Sex im RTL-Programm weshalb Thoma das Informationsangebot verstärkte, um Image-Probleme abzuwenden. 1998 musste er allerdings gegen seinen Willen die RTL-Geschäftsführung aufgeben. Thoma war über Umwege in die Medienbranche gekommen. Der gebürtige Wiener absolvierte in Österreich zunächst eine Molkereilehre, holte dann an einem Abendgymnasium das Abitur nach, studierte anschließend Jura und stieg als Justiziar beim Österreichischen Rundfunk (ORF) ein. Ungeachtet der vielen kritischen Stimmen wurde der RTL-Chef 1989 zum "Medienmann des Jahres" gekürt. 1990 erhielt er die Goldene Kamera, zwei Jahre später den Deutschen Medienpreis.
James Foley 6. Mai 2025
Der in Brooklyn, New York geborene US-amerikanische Regisseur Film- und Video-Regisseur verstarb in Los Angeles im Alter von 71 Jahren an einem Hirntumor. Der Regisseur war bekannt für seine Arbeit an den "Fifty Shades of Grey"-Erotik-Fortsetzungen mit Dakota Johnson und Jamie Dornan sowie durch zahlreiche Musikvideos mit Popikone Madonna wie "Live to Tell", "Papa Don't Preach", "True Blue" und "Dress You Up". Zudem inszenierte er den Film "Who's That Girl" mit Madonna und den Konzertfilm "Madonna Live: The Virgin Tour". Sein Regiedebüt gab Foley 1984 mit der romantischen Komödie "Reckless" mit Aidan Quinn und Daryl Hannah. 1986 folgte der Krimi-Thriller "At Close Range" mit den Star-Schauspielern Sean Penn und Christopher Walken, der beim Berliner Filmfestival für den Goldenen Bären nominiert wurde, nach einem Patt dem Werk "Stammheim" von Reinhard Hauff aber unterlag. Seine größten Erfolge bei Kritikern erzielte Foley jedoch für das 1992 erschienene Drama "Glengarry Glen Ross" mit einem starbesetzten Cast um Al Pacino, Jack Lemmon, Alec Baldwin, Kevin Spacey, Alan Arkin und Ed Harris. Pacino wurde darin für seine Darstellung des Immobilienmaklers Richard "Ricky" Roma für einen Oscar als Bester Nebendarsteller nominiert. Im Fernsehbereich inszenierte er zwölf Episoden der Emmy-prämierten Netflix-Serie "House of Cards", wo er erneut mit Kevin Spacey zusammenarbeitete. Zu seinen weiteren TV-Arbeiten zählten Regiearbeiten für eine Episode der Mysteryserie "Twin Peaks" (1991), eine Folge der Horrorserie "Hannibal" (2013) sowie Episoden von "Wayward Pines" und dem Justizdrama "Billions".
Joe Don Baker 7. Mai 2025
Der in Texas geborene US-amerikanische Schauspieler Joe Don Baker verstarb mit 89 Jahren. International bekannt wurde Baker durch seine Rollen in drei James-Bond-Filmen: Als böser Waffenhändler Brad Whitaker in "Der Hauch des Todes" (1987) sowie später als guter, cleverer CIA-Agent Jack Wade in "Goldeneye – Der Mann, der James Bond war" (1995) und in "Der Morgen stirbt nie" (1997). Erste Erfahrungen als Schauspieler sammelte Baker bereits während seiner Zeit am North Texas State College. 1967 spielte er in „Der Unbeugsame“ mit, 1969 in „Die Rückkehr der glorreichen Sieben“. Zudem spielte er einen der Söhne von Karl Malden in Blake Edwards’ „Wild Rovers“ (1971). Zwei Jahre später erschien er neben Robert Duvall und Karen Black in „The Outfit“ (1973), um ein Verbrechersyndikat zu zerschlagen. Auch in anderen großen Produktionen wie in "Walking Tall" (1973), "Charley Varrick" (1973), "Mitchell" (1975), "The Natural" (1984) und "Cape Fear" (1991) war er zu sehen. Für seine Rolle in der BBC-Miniserie "Edge of Darkness" (1985) wurde er für den BAFTA TV Award als Bester Schauspieler nominiert. In Tim Burtons Science-Fiction-Klassiker „Mars Attacks!“ trat er 1996 neben seinem Bond-Kollegen Pierce Brosnan auf. Nach seinem Erscheinen in dem Film „Mud – Kein Ausweg“ im Jahr 2012 wurde es ruhig um den texanischen Schauspieler.
Margot Friedländer 9. Mai 2025
Im Alter von 103 Jahren verstarb die überlebende Jüdin des Holocaust, Margot Friedländer, in Berlin, in der Stadt in die sie nach Jahrzehnten als Emigrantin in New York im hohen Alter nach Deutschland zurückgekehrt war. 1921 wurde sie in Berlin als Anni Margot Bendheim geboren. Bekanntgemacht wurde ihr Tod live im ZDF-Fernsehstream durch den russischen Pianisten und politischen Aktivisten Igor Levit, der eigentlich während der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2025 den Musikpreis der Deutsche Filmakademie im Theater am Potsdamer Platz, der auch als Berlinale Palast bekannt geworden ist, verkünden wollte. Ein Jahr zuvor stand Friedländer noch selbst im Alter von stolzen 102 Jahren auf der Bühne des 74. Deutschen Filmpreises, um einen Appell für gesellschaftliches Miteinander zu verkünden. Die Berliner Ehrenbürgerin und Trägerin des Bundeverdienstkreuzes am Bande engagierte sich unermüdlich gegen das Vergessen, besonders die junge Generation lag ihr am Herzen. Ihre Geschichte wurde 2005 durch die Dokumentarfilme "Don’t Call It Heimweh" (2004) und "Ich bin! Margot Friedländer" (2023) sowie durch ihre Memoiren bekannt. Einen Tag vor ihrem Tod, dem 80. Gedenktag an das Ende des Zweiten Weltkrieges, sprach sie noch mit fasst ersterbender Stimme: "bleibt menschlich!". Wer ihr zuhörte in ihrem geradezu biblischen Alter, der konnte spüren, wie sehr diese zarte, energische Frau darunter litt, dass Judenhass, Krieg, Verfolgung wieder zunehmen in unserer Welt.
Carl Hegemann 9. Mai 2025
Der in Paderborn geborene Theaterschaffende, Autor und Hochschullehrer, der in Berlin lebte und zuletzt selbst auf der Bühne bei den Münchner Kammerspielen stand sowie als Chefdramaturg am Berliner Ensemble (1996/97), an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (1992–1995, 1998–2006 und 2015–2017), bei den Bayreuther Festspielen (2004–2007 und 2011–2014) und zugleich auch als Dramaturg am Thalia Theater Hamburg tätig war, verstarb im Alter von 76 Jahren an einem Herzinfarkt. 1979 promovierte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main in Philosophie, Gesellschafts- und Literaturwissenschaften. Als Professor unterrichtete er Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig sowie an Universitäten in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Wien und Zürich. Legendär war jedoch seine Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief und Frank Castorf, für die er Filmabende in der Berliner Volksbühne veranstaltete.
Robert Benton 11. Mai 2025
Der dreifache Oscar-Preisträger Robert Benton verstarb im Alter von 92 Jahren in seiner Wohnung in Manhattan, New York. Bekannt wurde er als Regisseur und Drehbuchautor von Klassikern wie „Kramer gegen Kramer“. Für das Drama über die emotionalen Auswirkungen einer Scheidung gewann er zwei Oscars für den besten Film sowie für die Schauspieler Dustin Hoffman und Meryl Streep. Ihr gemeinsamer Filmsohn Justin Henry, damals sieben Jahre alt, erhielt eine Oscar-Nominierung. Robert Benton selbst war ebenfalls für einen Academy Award nominiert, unter anderem 1968 für "Bonnie und Clyde" mit Warren Beatty und Faye Dunaway, wo er für das Skript mitverantwortlich zeichnete. Ein weiterer Oscar folgte für das Drehbuch von „Ein Platz im Herzen“. Auch beim Film "Superman" von 1978 mit Christopher Reeve in der Hauptrolle war Robert Benton einer der Drehbuchautoren. Als Regisseur arbeitete er ab Anfang der 1970er Jahre und inszenierte neben "Kramer gegen Kramer" unter anderem auch "Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich" mit Paul Newman. Für den Film "Im Zwielicht" von 1998 standen neben Paul Newman auch Susan Sarandon, Reese Witherspoon und Gene Hackman vor der Kamera, der gerade zweieinhalb Wochen zuvor verstorben war. Zuletzt inszenierte Robert Benton "Der menschliche Makel" (2003) mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman und "Zauber der Liebe" (2007) mit Morgan Freeman und Radha Mitchell. In seiner langen Karriere arbeitete er mit zahlreichen Hollywood-Größen zusammen.
Giovanni Arvaneh 14. Mai 2025
Der deutsche Schauspielstar Giovanni Arvaneh, der als Sohn eines iranischen Vaters und einer italienischen Mutter in München geboren wurde, verstarb im Alter von 61 Jahren an den Folgen seiner langjährigen Nierenkrebserkrankung. Arvaneh, der von 1987 bis 1990 an der Neuen Münchner Schauspielschule studiert hatte, spielte von 1994 bis 2010 mit Unterbrechungen die Rolle des Sülo Özgentürk in der ARD-Serie "Marienhof", die von 1992 bis 2011 ausgestrahlt wurde. Er übernahm auch Rollen in Serien wie "Unser Charly", "SOKO 5113" oder "St. Angela". 2011 drehte er in Istanbul den mehrfach preisgekrönten Spielfilm "Zenne Dancer" und lernte im Anschluss die türkische Sprache. Danach drehte er weitere Fernsehfilme und Serien in der Türkei. 2013 eröffnete er mit einigen Kollegen seine Firma »Home of Coaching« in Berlin, mit Filialen in Frankfurt und Düsseldorf. Zudem gehörte Arvaneh in der Zeit um 2013 zum Ensemble des Theaters der Altmark in der Hansestadt Stendal in Sachsen-Anhalt. Im Februar 2021 outete er sich öffentlich als homosexuell im Rahmen der Initiative "actout" und machte zwei Jahre später auch seine Krebserkrankung öffentlich.
Charles Strouse 15. Mai 2025
Der US-amerikanische Komponist und Liedtexter Charles Louis Strouse, Absolvent der Eastman School of Music, verstarb im Alter von 96 Jahren in seinem Haus in New York. Er komponierte zahlreiche Musicals und schrieb die Musik zu mehreren Filmen darunter auch für den Filmklassiker „Bonnie und Clyde“ sowie zu "Die Nacht, als Minsky aufflog". Zudem gewann er drei Tony Awards: 1961 für das Musical "Bye Bye Birdie", 1970 für "Applause" und 1977 für den Broadway-Hit "Annie" mit den Songs „Tomorrow“ und „It“s a Hard Knock Life“über ein Waisenkind. Seine Karriere erstreckte sich über sieben Jahrzehnte in denen er auch Werke wie "Golden Boy" und "Charlie & Algernon" schrieb. Im Jahr 1985 wurde Strouse in die »Songwriters Hall of Fame« aufgenommen. Strouse war mit der Regisseurin und Choreographin Barbara Siman verheiratet, die 2023 verstarb. Gemeinsam hatten sie vier gemeinsame Kinder sowie acht Enkelkinder.
Elisabeth Orth 17. Mai 2025
Die österreichische Kammerschauspielerin Elisabeth Orth, bürgerlich Elisabeth Hörbiger, Absolventin des Wiener Max-Reinhardt-Seminars und ältestes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters sowie Film- und Fernsehdarstellerin und Hörspielsprecherin, verstarb im Alter von 89 Jahren in ihrem Geburtsort Wien. Sie ist die Tochter des bekannten Schauspiel-Ehepaars Attila Hörbiger und Paula Wessely. Um nicht mit dem aus der NS-Vergangenheit belasteten Namen Hörbiger Karriere zu machen, nahm sie, nach einem Volontariat als Cutterin bei der Wien-Film, den Familiennamen ihrer Großmutter mütterlicherseits an. Erste Engagements hatte Orth am Wiener Volkstheater sowie am Münchner Residenztheater und 1964 bei den Bad Hersfelder Festspielen. Am Wiener Burgtheater debütierte sie 1965 als Luise in Schillers "Kabale und Liebe". Ab 1968 wurde sie dort zum dauerhaften Ensemblemitglied sowie regelmäßiger Gast bei den Salzburger Festspielen. Neben zahlreichen Theaterrollen, darunter von 1995 bis 1999 ein Engagement an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, war Elisabeth Orth zwischen 1958 und 2022 auch in über 50 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Unter anderem 2009 in Urs Odermatts Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks "Mein Kampf" mit Götz George und Tom Schilling als jungem Adolf Hitler. 2015 erhielt sie den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie »Beste Schauspielerin« und 2022 für das Lebenswerk. Orth war die ältere Schwester von Filmstar Christiane Hörbiger und dreimal verheiratet. Aus der letzten Ehe ging ihr Sohn Cornelius Obonya hervor, der ebenfalls Schauspieler wurde und von bei den Salzburger Festspielen von 2013 bis 2016 den "Jedermann" spielte.
Kathleen Hughes 19. Mai 2025
Die in Hollywood geborene US-amerikanische Schauspielerin Kathleen Hughes (geboren als Elizabeth Margaret von Gerkan) verstarb im Alter von 96 Jahren. Sie trat erstmals während des Goldenen Zeitalters Hollywoods auf und wurde mit ihrem legendären Schrei für den ersten 3D-Streifen "Gefahr aus dem Weltall" und dem dazu passenden ikonischen Werbefoto in den 1950ern zur Kultfigur des Science-Fiction-Kinos. Kathleen Hughes arbeitete als Vertragsschauspielerin erst bei Fox, dann bei Universal. Für den Film "For Men Only" (1952) hatte sie sich ihre dunklen Haare blond gefärbt. Ihr Look ähnelte damit fortan dem von Marilyn Monroe (1926-1962). Sie spielte auch im Abenteuerfilm "Die goldene Klinge" (1953) und in "Drei böse Schwestern" (1956). In den 1960er und 1970er Jahren wechselte Hughes erfolgreich zum Fernsehen. Sie war in Serien wie "The Ghost and Mrs. Muir" oder "Bracken’s World" zu sehen und trat unter anderem in beliebten Shows wie "Mission: Impossible" oder "M.A.S.H." auf. Die Schauspielerin war 59 Jahre lang mit 2014 verstorbenen Drehbuchautor und Produzent Stanley Rubin verheiratet, mit dem sie vier Kinder bekam.
Karl-Ulrich Meves 20. Mai 2025
Der Schauspieler Karl-Ulrich Meves verstarb mit stolzen 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg. Bekannt wurde er als Hörspiel-Sprecher der blauen Zottelfigur "Grobi" in der Fernsehsendung Sesamstraße mit der mehrere Kindergenerationen aufwuchsen und vermutlich sofort die raue Stimme von Meves mit dem Zotteltier assoziierten. Der Hamburger war seit den ersten Folgen in Deutschland 1973 mit dabei und wurde erst nach drei Jahrzehnten abgelöst. Meves stand auch als klassischer Schauspieler oft vor Kameras und auf Theaterbühnen, er spielte in mehr als 115 Produktionen mit - von „Sonderdezernat K1“ bis zum „Tatort“. In der Loriot-Komödie „Pappa ante portas“ war er ein Lebensmittelhändler.
Sebastião Salgado 23. Mai 2025
Der weltweit bekannte brasilianische Fotograf, Fotoreporter und Umweltaktivist Sebastião Salgado verstarb im Alter von 81 Jahren in seiner gewählten Heimatstadt Paris. Salgado sei ein "großer Zeuge der menschlichen Verfassung und des Zustands des Planeten" gewesen, würdigte die französische Akademie der Schönen Künste sein Schaffen. Der Fotograf, der auch die französische Staatsbürgerschaft besaß, wurde mit seinen Schwarz-Weiß-Bildern weltberühmt. Salgado studierte von 1963-67 an der Universität von São Paulo Wirtschaftswissenschaft. Nach ersten Foto-Aufnahmen mit der Leica seiner Frau, der Pianistin Lélia Deluiz Wanick, begeisterte ihn das Fotografieren so sehr, dass er sich 1973 als Fotojournalist selbständig machte und in ausgewählten Langzeitprojekten vor allem das Leben der Menschen aus der sogenannten Dritten Welt dokumentierte, wofür er 1979 in die angesehene Agentur Magnum Photos aufgenommen wurde. Der Filmregisseur Wim Wenders porträtierte ihn im Jahr 2014 in dem für den Oscar nominierten Dokumentarfilm "Das Salz der Erde". Salgado war als Umweltaktivist ein ausgesprochener Gegner des rechtsradikalen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der den Amazonas Regenwald für die Landwirtschaftsindustrie und den Bergbau geöffnet hatte. Der Ausnahme-Fotograf gründete daraufhin selbst eine Umweltschutzorganisation namens »Instituto Terra«, um die Abholzung der Wälder in seinem Heimat-Bundesstaat Minas Gerais zu stoppen. Für seine Arbeit und sein Engagement erhielt er viele Auszeichnungen, unter anderem 2019 als erster Fotograf und Dokumentarfilmer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Marcel Ophüls 24. Mai 2025
Der in Frankfurt am Main geborene Oscar-prämierter Filmregisseur und Dokumentarfilmer verstarb im hohen Alter von 97 Jahren in seiner Wahlheimat Südfrankreich. Als Sohn des bekannten deutsch-jüdischen Regisseurs Max Ophüls musste er im Kindealter zweimal vor den Nazis fliehen. Mit dieser einprägenden Erfahrung widmete er sich später in seiner Filmkarriere der Auseinandersetzung mit Kriegsgräueln und Konflikten auf der ganzen Welt. Ophüls absolvierte die High School und das College in Los Angeles und diente 1946 in einer Theatereinheit der US-Armee in Japan. Die Familie zog 1950 wieder nach Frankreich, wo Marcel Ophüls an der Sorbonne in Paris studierte sowie als Assistent seines Vaters und der Filmemacher John Huston, Julien Duvivier und Anatole Litvak arbeitete. Unter Anleitung von François Truffaut inszenierte Ophüls 1962 einen Teil seines Films "Liebe mit zwanzig" sowie 1964 den Kriminalfilm "Heißes Pflaster" mit Jeanne Moreau und Jean-Paul Belmondo. Ab Mitte der 1960er-Jahre machte sich Ophüls vor allem als Dokumentarfilmer einen Namen und drehte 1967 die Doku "Hundert Jahre ohne Krieg - Das Münchner Abkommen von 1938". 1969 reichte er seinen viereinhalb Stunden langen Streifen "Das Haus nebenan – Chronik einer französischen Stadt im Kriege" beim staatlichen französischen Fernsehsender ein, der das Ausmaß der französischen Kollaboration mit den Nazis enthüllte. Der Sender weigerte sich jedoch, die Auftragsarbeit auszustrahlen. Der Film wurde in Frankreich sogar verboten, jedoch 1972 bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin in voller Länge gezeigt. Für sein Meisterwerk "Hôtel Terminus: Zeit und Leben des Klaus Barbie"über den auch als "Schlächter von Lyon" bekannt gewordenen Nazi-Kriegsverbrecher erhielt Ophüls 1989 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm. 1990 folgte der Dokumentarfilm "Novembertage"über den Mauerfall in Berlin für den er Film-Ausschnitte von Fernsehberichten verwendete. Die Menschen, die darin sein Interesse weckten, suchte er nach langer Recherche in ihrer eigenen Umgebung auf und sprach mit ihnen darüber, was sie damals und in der Zwischenzeit erlebt hatten. Gleichzeitig befragte er Politiker und Schriftsteller, wie sie die Umbrüche wahrnahmen und später interpretierten. Marcel Ophüls drehte noch bis ins hohe Alter Filme. Seine letzten Jahre verbrachte der Regisseur in Südfrankreich. 2015 nahm er bei der 65. Berlinale die Auszeichnung "Berlinale Kamera" entgegen.
Presley Chweneyagae 27. Mai 2025
Der aus dem Film "Tsotsi: Ein Junge aus dem Getto" bekannt gewordene schwarze südafrikanische Schauspieler Presley Chweneyagae verstarb im Alter von 40 Jahren. "Tsotsi" war 2006 mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet worden. Mit seiner Darstellung eines jungen Autodiebs wurde der Schauspieler international bekannt. Chweneyagae war auch Autor und Regisseur und verfasste mit Paul Grootboom das gefeierte Bühnenstück "Relativity".
Per Nørgård 28. Mai 2025
Der dänische Komponist Per Nørgård verstarb im Alter von 92 Jahren in Kopenhagen. Nørgård gilt in Dänemark als der größte Komponist seit Carl Nielsen (1865-1931). Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den deutschen Ernst von Siemens Musikpreis. Er hat rund 400 Werke komponiert, darunter acht Symphonien, sechs Opern, Chorwerke sowie Filmmusik. Unter anderem schrieb er die Musik zu dem 1988 mit einem Oscar ausgezeichneten dänischen Film "Babettes Fest" (Originaltitel: "Babettes gästebud"). Nørgård gilt auch als Erfinder der sogenannten Unendlichkeitsreihe - eine mathematische Kompositionsmethode, in der kleine melodische Einheiten in den großen melodischen Einheiten vollständig enthalten sind.
George E. Smith 28. Mai 2025
Der in New York City geborene US-amerikanischer Wissenschaftler und angewandte Physiker George Elwood Smith verstarb in New Jersey im Alter von 95 Jahren. Smith erfand 1969 zusammen mit seinem Kollegen Willard S. Boyle das Charge-Coupled Device. Die Entwicklung dieses CCD-Sensors, der in Kameras, Weltraumteleskopen, Scannern und vielen anderen bildgebenden Verfahren eingesetzt wird, revolutionierte die elektronische Kameratechnik. Dafür wurden die beiden Wissenschaftler im Jahr 2009 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Alf Clausen 29. Mai 2025
Der in Minneapolis, Minnesota geborene US-amerikanischer Komponist von Fernsehserien verstarb mit 84 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Alf Clausen war zuletzt an Parkinson erkrankt. Fast 30 Jahre klang komponierte Clausen die Musik für "Die Simpsons" und schrieb ebenso den Soundtrack zum Album "Songs in the Key of Springfield", welches viele der musikalischen Nummern aus der Serie der Simpsons zusammenstellt. Seine orchestralen Arrangements wurden zu einem Markenzeichen der Serie. Auch für Serien wie "Alf" und "Das Model und der Schnüffler" schrieb er die Musik.
Loretta Swit 30. Mai 2025
Die in New Jersey als Tochter polnischer Immigranten geborene US-amerikanische Schauspielerin Loretta Swit verstarb mit 87 Jahren in ihrer Wohnung im New Yorker Stadtteil Manhattan. Gegen den Willen ihrer Eltern studierte sie Schauspiel an der American Academy of Dramatic Arts in Manhattan und war zunächst als Theaterschauspielerin ab 1975 am Broadway erfolgreich. Daneben spielte sie unter anderem in Fernsehserien wie "Hawaii Fünf-Null" oder "Mannix". Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der Erfolgsserie M*A*S*H, in der sie in den 1980er Jahren in den 11 Staffeln der Serie 240 Auftritte als Major Margaret „Hotlips“ Houlihan hatte und zur Ikone wurde. 1986 spielte sie in einer Hauptrolle der schwarzen Kino-Komödie "Die Bombe fliegt" (Whoops Apocalypse) die US-amerikanische Präsidentin. Swit war im Laufe ihrer Karriere für insgesamt zehn Emmys nominiert. Sie gewann zwei der Fernsehpreise. Die Schauspielerin war in vielen Theateraufführungen und in über 25 Filmen zu sehen.
Ulrich Häusler 30. Mai 2025
Der in Travemünde bei Lübeck geborene Unternehmer, Kunstförderer und Schriftsteller Ulrich Häusler verstarb im Alter von 76 Jahren in Berlin. Ausgehend von seinem Künstlerzirkel rund um die Butte de Montmartre scharte Ulrich Häusler seit Dezember 2006 internationale deutschsprachige Kreative und Kulturinteressierte aus ganz Paris um sich und förderte Künstler u.a. der Pathé-Filmstudios und der bekannten Filmhochschule La fémis. Seine Intention: Art und Business zusammen zu bringen und dabei ganz nonchalant über Gott und die Welt zu philosophieren. Seit 2010 lebte Ulrich Häusler in Berlin und hatte den Schwerpunkt seines Schaffens mit der von ihm gegründete Künstlervereinigung „Les MontmARTrois en Europe“ auch hierhin verlagert. Antreffen konnte man ihn häufig bei Livemusik im Yorkschlösschen. Mit der von ihm gegründeten IVQS-Stiftung setzte er sich außerdem gegen Altersarmut bei Schauspielern ein. Die 2015 gegründete Institution & Interessenvertretung für deutschsprachige qualifizierte Schauspielerinnen und Schauspieler will eine Stimme sein gegenüber Theaterbetreibern, Produzenten, den öffentlich rechtlichen Anstalten sowie der Politik und streitet für faire Gagen, die den Leistungen der Künstler entsprechen.
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mit Jonathan Joss, der am 1. Juni 2025 verstarb.
Jonathan Joss 1. Juni 2025
Der in Texas mit indianischen Wurzeln geborene Nativ American Schauspieler, Musiker und Synchronsprecher Jonathan Joss Gonzales wurde bei einem mutmaßlich homophoben Angriff von einem 56-jährigen Mann aus der Nachbarschaft vor seinem Haus erschossen. Der 59 Jahre alte Schauspieler, der von Comanchen und Apachen abstammt, womit er in zahlreichen Rollen indianische Charaktere als authentische Ureinwohner Amerikas verkörpern konnte, hatte einen Hochschulabschluss in Theater und Sprache. Bekannt wurde er vor allem für seine Rollen als John Redcorn in der Comedyserie "King of the Hill" und als Chief Ken Hotate in der TV-Serie "Parks and Recreation". Seine Karriere als Schauspieler begann unter anderem mit einem Auftritt in der Serie "Walker, Texas Ranger". Daneben trat er in Produktionen wie "Emergency Room", "Friday Night Lights" und "Tulsa King" auf. Dazu absolvierte er Gigs mit seiner Band. Vor seinem Tod war Joss für die Revival-Serie "King of the Hill" erneut engagiert worden und hatte bereits mit den Aufnahmen von vier Folgen begonnen. Joss lebte offen schwul und war mit Tristan Kern de Gonzales seit Februar dieses Jahres verheiratet, der das ganze Drama miterlebt hat. Seinen Angaben zufolge hatten er und Joss draußen im Briefkasten vor dem Haus nach der Post gesehen, als ein Nachbar sie angegriffen habe. »Jonathan und ich waren nicht bewaffnet. Wir haben niemanden bedroht.« Nach seinen Angaben war Joss' Haus, bereits nach einem Brandanschlag im Januar schwer beschädigt worden. Joss Ehemann sieht einen homophoben Hintergrund der Tat: »Da konnte jemand nicht ertragen, dass zwei Männer sich lieben.«
Nicole Croisille 4. Juni 2025
Die französische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Nicole Croisille verstarb nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren in Paris. Berühmt wurde sie vor allem durch den Soundtrack zum Film "Ein Mann und eine Frau" von Claude Lelouch. Das Lied mit dem darin enthaltenen eingängigen Refrain "Chabadabada" wurde später auch von Mireille Mathieu gesungen. In der Politik bezeichnet eine Chabadabada-Wahlliste in Frankreich eine paritätisch besetzte Liste, eine Anspielung auf den Titel "Ein Mann, eine Frau". Croisilles einzigartige Stimme war der Atem ihrer Filme und die Musik ihrer Gefühle. Bereits als Kind tanzte Croisille an der Pariser Oper, gehörte mit 17 zum Ballett der Comédie-Française. Sie studierte bei dem Pantomime-Künstler Marcel Marceau, mit dem sie auf Tournee in die USA ging. Zeitweise war sie Mitglied im Ensemble der französisch-amerikanischen Künstlerin Josephine Baker. Während ihrer langen Karriere veröffentlichte Croisille insgesamt rund 20 Alben. Ihre größten Erfolge waren in den Siebzigerjahren Titel wie "Parlez-moi de lui" und "Téléphone-moi". Zudem spielte sie zwischen 1961 und 2005 in über 20 Filmen mit. Die Französin stand noch weit über das Rentenalter hinaus auf der Bühne, etwa 2019 in einer Komödie von Sacha Guitry. Privat blieb sie unverheiratet und kinderlos.
Frederick Forsyth 9. Juni 2025
Der in der Grafschaft Kent geborene britische Journalist Schriftsteller und Bestsellerautor Frederick Forsyth, dessen mehr als 20 Spionageromane in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 86 Jahren. Der Schriftsteller, der für Thriller wie «Der Schakal» und «Die Akte Odessa» verantwortlich zeichnete, war Pilot bei der Royal Air Force, Reporter der britischen Nachrichtenagentur Reuters und der BBC und arbeitete mehr als 20 Jahre lang für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6, wie er in seiner Autobiografie "Outsider" schilderte. Als Gegenleistung für seine Spionagetätigkeiten erhielt Forsyth nach eigenen Angaben Unterstützung bei den Recherchen für seine Bücher. Der Roman "Der Schakal" erzählt von einem fiktiven Attentatsversuch auf den französischen Präsidenten Charles de Gaulle und wurde 1973 verfilmt. Ein Jahr später folgte die britisch-deutsche Verfilmung von "Die Akte Odessa"über die Jagd eines Hamburger Journalisten auf einen Kriegsverbrecher und ehemaligen KZ-Kommandanten. 1981 kam der Kinofilm "The Dogs of War" und 1987 "The Fourth Protocol" hinzu.
Harris Yulin 10. Juni 2025
Der gebürtige kalifornische Schauspieler Harris Yulin verstarb im Alter von 87 Jahren an einem Herzstillstand. Er war ein vertrautes Gesicht in unzähligen Filmen und Serien in denen er oft Männer mit Macht - Polizisten, Richter oder Sheriffs spielte, etwa in "Der Mitternachtsmann", "Scarface" und "Ghostbusters II". Yulin war aber ebenso auf Theaterbühnen zu Hause und spielte zuletzt unter anderem eine größere Rolle in der Netflix-Serie "Ozark".
Elisabeth Nagy 13. Juni 2025
Die deutsch-ungarische Filmkritikerin Elisabeth Nagy (gesprochen: "nodj") verstarb nach langer schwerer Herzerkrankung in ihrer Heimatstadt Berlin im Alter von nur 60 Jahren. Auf dem Weg zur Apotheke war sie zusammengebrochen. Trotz Reanimation und Notoperation im Krankenhaus konnte ihr keiner mehr helfen. Einen lange geplanten Untersuchungstermin hatte sie wegen eines Streiks bei den öffentlichen Verkehrsmittel der BVG leider nicht wahrgenommen. Ein weiterer Termin sollte erst Ende des Monats folgen. Sie liebte Film über alles, war aber auch an Fotografie und Architektur, Musik sowie neuen Medien und technischem Fortschritt interessiert. Kinder- und Arthouse-Filme sowie Musikdokumentationen waren ihr bevorzugtes Metier. Im Kino musste sie allerdings stets ganz vorne in der ersten Reihe sitzen, weil sie extrem kurzsichtig war und deshalb auch einen behinderten Ausweis hatte. Ihr musikalisches Interesse galt vor allem der ungarischen Gitarrenmusik von Gábor Szabó, dessen Song "Gypsy Queen" sogar ein Hit von Carlos Santana wurde. Lange Zeit hatte sie als Journalistin für die Fachzeitschrift "Der Kameramann" (heute "Film & TV Kamera") gearbeitet. Zuletzt schrieb sie ausschließlich Filmkritiken für unseren Berliner Arbeitskreis Film e.V. (BAF). Neben der BERLINALE war ihr das polnische Filmfestival CAMERIMAGE, das sich ausschließlich der Kameragestaltung widmet, das liebste Filmfest, welches sie jährlich besuchte. Doch von jetzt an gibt es keine Filmkritiken mehr von ihr und auch die von ihr wöchentlich gepflegten Listen der Pressevorführungen werden wir alle schmerzlich vermissen. Dank Elisabeths Übersicht wusste man, ob man am nächsten Morgen zuerst ins Delphi musste oder in den Zoo Palast, ob man eine Einladung verpasst hatte, aus dem Verteiler gerutscht war oder man sich die falsche Startzeit notiert hatte. Zudem warnte Elisabeth uns auch vor geplanten BVG-Streiks oder Sperrungen, wodurch viele Verspätungen vermieden wurden.
Lalo Schifrin 26. Juni 2025
Der mit jüdischer Abstammung in Buenos Aires geborene Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent Lalo Schifrin verstarb im Alter von 93 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. Zu den bekanntesten Kompositionen des legendären US-Komponisten zählen die Titelthemen wie "Mission: Impossible", "Starsky & Hutch" und "Mannix". In seinem Werk verknüpfte der 1932 in Argentinien geborene Künstler die Einflüsse seiner klassischen und symphonischen Ausbildung mit Jazz und modernen Klängen. Der prägnante Beat des im ungewöhnlichen 5/4-Takt geschriebenen Themas der amerikanischen TV-Serie „Mission: Impossible“ (im deutschen Fernsehen „Kobra, übernehmen sie“), die von 1966 bis 1973 lief, wird für immer mit ihm verbunden bleiben. Zur Melodie war eine selbstzerstörenden Uhr auf dem Bildschirm zu sehen, die jeweils den Startschuss für die heiklen Aufträge des Agenten-Teams gab. Darüber hinaus schuf er die Musik für ca.100 Filme, darunter "Bullitt" und "Dirty Harry". Zudem war er ein hochangesehener Orchesterdirigent und Jazzpianist, der auch in der Band von Dizzy Gillespie mitspielte. Lalo Schifrin lernte im Alter von sechs Jahren bei Enrique Barenboim, dem Vater des Dirigenten Daniel Barenboim, Klavier spielen. Mit 20 finanzierte er sein Studium am Conservatoire de Paris, indem er in Pariser Nachtclubs als Jazz-Pianist auftrat. Wieder in Argentinien, gründete er ein Jazz-Orchester, in dem unter anderem Gato Barbieri spielte. Eine Begegnung mit Dizzy Gillespie im Jahre 1958, während eines Konzerts in Buenos Aires, führte dazu, dass er mit 26 Jahren in die USA übersiedelte.
Rick Hurst 26. Juni 2025
Der in Houston, Texas geborene US-amerikanischer Schauspieler Richard Douglas „Rick“ Hurst verstarb nach einer 44 Jahre umfassenden Karriere vor der Kamera mit 79 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Nach einem Studium begann er seine Karriere, zunächst auf der Bühne. Ab Anfang der 1970er Jahre stand er dann vor der Kamera und spielte unter anderem auch in "Karate Kid III - Die letzte Entscheidung", "Magnolien aus Stahl" mit oder stand an der Seite von Clint Eastwood in "In the Line of Fire - Die zweite Chance". Weithin bekannt wurde er jedoch als Hilfssheriff Cletus Hogg durch die TV-Serie "Ein Duke kommt selten allein", die von 1979 bis 1985 produziert wurde.
Monika Hansen 26. Juni 2025
Die deutsche Theater- und Filmschauspielerin Monika Hansen, Tochter der Schauspielerin und Komikerin Claire Schlichting mit der sie gemeinsam während des 2. Weltkriegs vor den Nazis nach Dänemark floh, verstarb im Alter von 83 Jahren in Berlin. Bis 1971 war Hansen mit dem Schauspieler Rolf Becker verheiratet. Aus der Ehe gingen die gemeinsamen Kinder Ben und Meret Becker, beide ebenfalls Schauspieler, hervor. Nach der Scheidung heiratete Hansen den Schauspieler Otto Sander, der 2013 im Alter von 72 Jahren ebenfalls in Berlin verstarb. Monika Hansen wurde durch zahlreiche Film-, Theater- und TV-Produktionen bekannt. Unter anderem arbeitete sie mit Wim Wenders, Luc Bondy und Rosa von Praunheim zusammen. Von 1959 bis 1962 hatte sie an der Otto-Falckenberg-Schule in München Schauspiel studiert. Anschließend spielte sie viele Jahrzehnte Theater, etwa in Berlin an der Schaubühne, am Renaissance-Theater und am Schillertheater, aber auch am Bremer Theater am Goetheplatz und am Deutschen Nationaltheater Weimar. Vor der Kamera stand sie u.a. für Wim Wenders im märchenhaften Film „In weiter Ferne, so nah!“ oder für Margarethe von Trotta im Drama „Das Versprechen“. Ihre letzte Rolle spielte sie 2022 in Rosa von Praunheims Doku-Fernsehfilm "Rex Gildo – Der letzte Tanz". 1999 war sie schon einmal in Praunheims Kino-Spielfilm "Der Einstein des Sex" gemeinsam mit Otto Sander und ihren Kindern Meret und Ben Becker zu sehen gewesen.
Kenneth Colley 30. Juni 2025
Der in Manchester geborene britischer Film- und Fernsehdarsteller Kenneth Colley, der auf mehr als 60 Jahre Schauspielerei zurückblicken konnte, verstarb im Alter von 87 Jahren in London. Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle als Admiral Piett in den Star Wars-Filmen "Das Imperium schlägt zurück" (1980) und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1983) sowie durch seine Rollen in den Filmen von Ken Russell und Monty Python. Einer seiner ersten Auftritte im britischen Fernsehen war die Rolle des Noah Riley in dem Polizeidrama "The Sweeney" in den 1970er Jahren. Nachdem er auch in zwei früheren Monty-Python-Produktion als Nebendarsteller aufgetreten war, spielte er 1979 die tragende Rolle des Jesus in "Monty Python's Life of Brian". Colley spielte auch eine bemerkenswerte Rolle in dem Clint Eastwood-Film "Firefox" von 1982, in dem er einen sowjetischen Oberst spielte, der mit dem Schutz von Firefox und seinen Geheimnissen beauftragt war.
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mit Julian McMahon, der am 3. Juli 2025 verstarb.
Julian McMahon 2. Juli 2025
Der in Sydney geborene australisch-US-amerikanischer Schauspieler Julian Dana William McMahon verstarb im Alter von nur 56 Jahren in Clearwater, Florida nachdem er seinen privaten Kampf gegen den Krebs verloren hatte. Bekannt wurde er vor allem durch seine festen Rollen in den Fernsehserien "Profiler", "Charmed – Zauberhafte Hexen" und "Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis" in der er einen plastischen Chirurgen spielte. Die Serie erhielt 2005 den Golden Globe Award als Beste Serie – Drama. McMahon erhielt eine Nominierung in der Kategorie Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama. Julian McMahon war das zweite Kind von William McMahon, dem früheren Premierminister von Australien. Sein Studium in Rechtswissenschaften an der University of Sydney brach er vorzeitig ab, um eine Karriere als Model verfolgen zu können. Nachdem er sich in der Modebranche erfolgreich profilieren konnte, führte ihn seine Arbeit unter anderem auf Bühnen in Städten wie Mailand, London, New York City, Rom und Paris. Der endgültige Durchbruch als Schauspieler gelang ihm von 1989 bis 1991 in der australischen Seifenoper "Home and Away". Um seine Karriere voranzutreiben, zog McMahon 1994 nach Los Angeles und trat nach zahlreichen weiteren TV-Serien u.a. 2005 in der Marvel-Realverfilmung von "Fantastic Four" auf sowie zwei Jahre später in dessen Fortsetzung. Zudem war er 2007 auch an der Seite von Sandra Bullock im US-Mystery-Thriller "Die Vorahnung" zu sehen und 2010 in "R.E.D. – Älter, Härter, Besser", einer amerikanischen Agenten-Komödie von Robert Schwentke, die auch in den deutschen Kinos anlief.
Anita Kupsch 3. Juli 2025
Die Berliner Volksschauspielerin und Synchronsprecherin Anita Kupsch verstarb im Alter von 85 Jahren in einem Pflegeheim in Berlin, wie ihr Ehemann Klaus-Detlef Krahn bestätigte. Kupsch war zuletzt schwer an Demenz erkrankt, lag nur noch im Bett und konnte sich auch nicht mehr äußern. Als Mädchen tanzte sie im Kinderballett. Später erlernte sie den Beruf der Visagistin, begann dann aber in den 1960ern ihre Schauspielkarriere. Sie arbeitete mit Kollegen wie O.E. Hasse, Helmut Käutner und Rudolf Platte. Neben dem Theater spielte sie auch gerne Kabarett. Besondere Popularität erlangte sie von 1987 bis 1996 an der Seite von Günter Pfitzmann in der ARD-Vorabendserie "Praxis Bülowbogen" in der Rolle der Arzthelferin Gabi Köhler. Darüber hinaus war sie in ihrer mehr als 50 Jahre währenden Karriere in fast 100 weiteren Rollen zu sehen u.a. 1962 auch in Robert Siodmaks US-Fluchtdrama „Tunnel 28“ („Escape from East Berlin“) sowie 1974 in Wolfgang Petersens Thriller "Einer von uns beiden". Erfolge feierte sie auch auf Berliner Theaterbühnen. Unter anderem spielte sie im Schlosspark Theater von Dieter Hallervorden die 80-jährige Maude in "Harold und Maude". In den Stücken "Golden Girls" oder "Männer und andere Irrtümer" soll sie allein 1.700 Mal aufgetreten sein.
Michael Madsen 3. Juli 2025
Der in Chicago, Illinois geborene US-amerikanischer Schauspieler Michael Søren Madsen wurde leblos in seinem Haus in Malibu, Kalifornien aufgefunden. Er verstarb im Alter von 67 Jahren an einem Herzstillstand. Sein langjähriger Anwalt berichtete nach Madsens Tod über gesundheitliche Probleme seines Mandanten, der jahrelang mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte und trotz mehrfachen Aufenthalt in Entzugskliniken es nicht schaffte, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Neben der Sucht belastete Michael Madsen ein erbitterter Scheidungsstreit mit seiner Ehefrau DeAnna Madsen nach mutmaßlicher häuslicher Gewalt gegen sie, für die er sogar kurzzeitig in Haft musste. Beruflich war Madsen das erste Mal bei der Steppenwolf Theatre Company in Chicago als Schauspieler tätig, wo er u. a. mit John Malkovich zusammenarbeitete. Der Charakterdarsteller, der mit seiner herausragenden Präsenz vor allem die Werke von Regisseur Quentin Tarantino prägte, war bekannt durch seine Rollen in "Reservoir Dogs", "Species", "Donnie Brasco", "Sin City" und "Kill Bill", in dessen Vol. 2 er einen abgehalfterten Killer spielte. Auch in "The Hateful Eight" und in "Once Upon a Time in Hollywood" trat er auf. Madsen war seit den Achtziger Jahren in über 300 Produktionen zu sehen. Sogar in "WarGames", "Thelma und Louise", "Free Willy" und im James-Bond-Abenteuer "Stirb an einem anderen Tag" hatte er eine Nebenrolle.
Mark Snow 4. Juli 2025
Der in Brooklyn, New York City, NY als Martin Fulterman geborene Mark Snow war ein US-amerikanischer Komponist für Filmmusik und Fernsehserien, der im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in Connecticut verstarb. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Musik für die Fernsehserie "Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI". Neben der berühmten Titelmusik komponierte Snow ebenfalls die Musik für über 200 Episoden der Kultserie, in der die FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder mysteriöse Fälle klärten. Auch die musikalische Untermalung anderer TV-Serien – darunter "Smallville" oder "Blaues Blut" sowie für einige Videospiele – stammt von Snow. Während Snow anfänglich nur Musik für das große Orchester schrieb, zog er 1974 mit seiner Frau Glynn nach Los Angeles, um sich in der Benutzung elektronischer Synthesizer schulen zu lassen. Mit dieser Soundästhetik traf Snow den Nerv einer neuen TV-Generation, sodass er sich bald ausschließlich darauf spezialisierte. Zuletzt war seine Musik 2020 im Film von "X-Men - The New Mutants" zu hören. Im Laufe seiner Karriere wurde er 15-mal für den Emmy nominiert, allein sechsmal für Musik in "Akte X". Bekommen hat er den US-Fernsehpreis allerdings nie. Darüber hinaus wurde er 2007 für den Score von Alain Resnais' Verfilmung von "Herzen" (Cœurs) nach dem Bühnenstück "Private Fears in Public Places" des britischen Theaterautors Alan Ayckbourn mit dem französischen César in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert.
Claus Peyman 16. Juli 2025
Der in Bremen geborene Theaterregisseur, Intendant, künstlerischer Leiter und zuletzt Geschäftsführer und Alleingesellschafter des Berliner Ensembles, verstarb nach langer Krankheit mit 88 Jahren in Berlin-Köpenick. Er galt als „Theaterpapst“ der deutschen Theaterszene und war nicht nur eine der schillerndsten Hauptfiguren der deutschsprachigen Theatergeschichte, sondern schon zu Lebzeiten eine Legende, berühmt und berüchtigt für seinen Größenwahn, seinen Starrsinn, seine Uraufführungen und Skandale. Nach sieben erfolgreichen Jahren als Intendant am Schauspielhaus Bochum (1979-1986), das er zuvor von Peter Zadek übernommen hatte, wurde Peymann Direktor des Wiener Burgtheaters und damit endgültig ein gekrönter Theaterkönig. Nach 13 Jahren am Burgtheater übernahm Peymann für eine lange Zeit das Berliner Ensemble (1999 bis 2017), das er liebevoll als sein „Traumtheater“ bezeichnete und stets mit einem vollen Haus begeisterte. Uraufführungen zeitgenössischer Autoren wie Thomas Bernhard, Peter Handke oder Peter Turrini, später auch Elfriede Jelinek, bildeten für Peymann von jeher einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Mit seiner typischen Großmäuligkeit wetterte er gegen die Ignoranten der Kulturpolitik, ihre Etat-Kürzungen und ihre Bevormundung, da er 2007 dem ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar ein Praktikum als Bühnentechniker beim Berliner Ensemble angeboten und dessen politische Äußerungen unterstützt hatte. 2010 wurde Peymann im Dokumentarfilm "Unter Linken – der Film" von Jan Fleischhauer interviewt und gab dort an, als Intendant des Berliner Ensembles mehr als 200.000 Euro Brutto im Jahr zu verdienen. 2017 warf Peyman seinem Nachfolger Oliver Reese vor, das Berliner Ensemble zu zerstören, da dieser keine Mitglieder seines vorwiegend jungen Ensembles übernehmen wollte, das er sorgfältig aufgebaut hatte, bevor deren Schauspieler durch Film und Fernsehen bekannt wurden. Den damaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner, der Reese ausgewählt hatte, bezeichnete er als eine kulturpolitische Katastrophe und wünschte sich für Berlin einen Kultursenator, der sich für den Schutz der Künstler einsetze.
Alan Bergman 17. Juli 2025
Der als Sohn jüdischer Eltern in Brooklyn / New York City geborene US-amerikanischer Liedtexter und -komponist sowie Sänger Alan Bergman verstarb mit 99 Jahren zu Hause in Los Angeles. Er arbeitete vornehmlich für Fernseh- und Filmproduktionen. Die zusammen mit seiner Frau Marilyn geschriebenen Lieder, die drei Jahre zuvor im Alter von 93 Jahren verstorben war, wurden dreimal mit einem Oscar ausgezeichnet: Für "The Way We Were" aus dem gleichnamigen Liebesfilm mit Streisand und Robert Redford, für «Windmills of Your Mind» aus dem Film "The Thomas Crown Affair" und für den Soundtrack zu Streisands Film "Yentl". Für Streisand schrieben sie auch Hit-Songs wie «Solitary Moon», «The Same Hello, the Same Goodbye» oder «That Face». Weitere Oscar-Nominierungen gab es unter anderem für die Lieder «It Might Be You» aus "Tootsie", "If we were in Love" aus "Geliebter Giorgio" und zuletzt 1996 für den Song "Moonlight" aus der Filmkomödie "Sabrina". Insgesamt waren sie 16 Mal für einen Oscar nominiert. Das Paar, das seit den 1960er-Jahren eine Arbeitsgemeinschaft bildete, konnte zudem zweimal den Golden Globe Award und dreimal den Emmy gewinnen und zahlreiche weitere Auszeichnungen für sich verbuchen. Als ihre Spezialität galten Balladen für Film, Fernsehen und Musical-Bühne, für die sie Broadway-Einflüsse mit modernem Pop kombinierten. Zu ihren frühesten Arbeiten gehört auch das Thema zu der Literaturverfilmung "In der Hitze der Nacht" von 1967, das sie gemeinsam mit Quincy Jones verfassten, und das von Ray Charles gesungen wurde. Das Ehepaar lieferte Texte für einige der bekanntesten Komponisten der Welt, darunter Marvin Hamlisch, Cy Coleman und Michel Legrand. Die Songs der Bergmans wurden von Stars wie Frank Sinatra, Aretha Franklin, Michael Jackson und Barbra Streisand gecovert. Mit Letzterer war das Songwriter-Ehepaar eng befreundet. Das Ehepaar wurde zudem in die Ruhmeshalle Songwriters Hall of Fame aufgenommen.
Jimmy Hunt 18. Juli 2025
James Walter Hunt, bekannt als ehemaliger Kinderdarsteller Jimmy Hunt, verstarb mit 85 Jahren sechs Wochen nach einem Herzinfarkt in einem Krankenhaus im kalifornischen Simi Valley. Hunts Filmkarriere begann mit acht Jahren in seiner Heimatstadt Los Angeles, als ein Agent von MGM seine Schulklasse besuchte. 1947 feierte der rothaarige und sommersprossige Junge sein Filmdebüt in "Clara Schumanns große Liebe" an der Seite von Superstar Katharine Hepburn (1907-2003). In den folgenden Jahren drehte er mit großen Namen wie Burt Lancaster ("Du lebst noch 105 Minuten"), Robert Mitchum ("Holiday Affair") oder dem späteren US-Präsidenten Ronald Reagan ("Alter schützt vor Liebe nicht"). In "Im Dutzend billiger", dem Original des 2003er-Remakes mit Steve Martin, verkörperte er eines von zwölf Kindern einer Großfamilie. Jimmy Hunts bekanntester Film ist aber "Invasion vom Mars" von 1953 - einer von zahlreichen Filmen der 50er-Jahre, in denen es um die heimliche Invasion der Erde durch Außerirdische geht. In dem Sci-Fi-Kultfilm spielte er anders als sonst nicht nur den Sohn der Hauptfigur, sondern übernahm selbst die Hauptrolle: einen Jungen, der die Landung eines UFOs in seinem Garten beobachtet und bald merkt, dass sich sein Vater seitdem merkwürdig verhält. 1986 hatte Hunt in dem gleichnamigen Remake von "The Texas Chain Saw Massacre"-Regisseur Tobe Hooper (1943-2017) einen Gastauftritt als Polizeichef. Es war sein einziger Auftritt in einem Film als Erwachsener.
Tom Troupe 20. Juli 2025
Nur fünf Tage nach seinem 97. Geburtstag verstarb der beliebte "Star Trek"-Darsteller Tom Troupe in seinem Zuhause in Beverly Hills. Die Rollen des in Kansas City, Missouri geborenen US-amerikanischen Charakterdarstellers waren oft klein, aber prägnant. Schon 1957 stand er als Peter van Daan in "Das Tagebuch der Anne Frank" auf der Broadway-Bühne. Später zog es ihn nach Los Angeles – und vor die Kamera, wo in "Star Trek", "Mission: Impossible" oder "Cagney & Lacey" auftrat. Zwischen den 1960ern und 1990ern war Troupe in Dutzenden Produktionen zu sehen – darunter "The Fugitive", "The Wild, Wild West", "Mary Hartman, Mary Hartman" sowie in Filmen wie "Kelly's Heroes" oder "My Own Private Idaho" von Gus Van Sant. Auch in "Mord ist ihr Hobby", "Knots Landing" oder in der Kult-Sitcom "Cheers" war sein inzwischen bekanntes Gesicht regelmäßig zu sehen. Seine große Liebe und spätere Ehefrau war Schauspielkollegin Carole Cook, mit der er nicht nur das Leben, sondern auch die Bühne teilte. Gemeinsam standen sie in Theaterstücken wie "The Lion in Winter", "Father's Day" oder "The Gin Game" auf der Bühne - bevor sie kurz vor ihrem 99. Geburtstag im Jahre 2023 verstarb.
Malcolm-Jamal Warner 20. Juli 2025
Der in New Jersey geborene schwarze US-amerikanische Schauspieler, Musiker und Poet, Malcolm-Jamal Warner, verstarb bei einem Schwimmunfall vor der Küste von Costa Rica. Der 54-Jährige sei offenbar beim Badeurlaub am Coles Beach in Cahuita „von der Strömung erfasst“ worden und konnte nur noch tot an der Karibikküste geborgen werden. Der Unfall ereignete sich demnach im Bereich des Strandes Playa Grande de Cocles in der Ortschaft Puerto Viejo de Limón. Malcolm-Jamal Warner wurde durch „Die Bill Cosby Show“ berühmt. Er spielte in allen acht Staffeln der Serie mit Bill Cosby in der Hauptrolle des Arztes und Geburtshelfer Dr. Cliff Huxtable dessen Sohn Theo. Warner wurde für seine Darbietung schon als Teenager in der Serie für einen Emmy nominiert und hatte auch mit weiteren Serien Erfolg. Die „Die Bill Cosby Show“ lief über acht Jahre von 1984 bis 1992 und gilt als einer der größten TV-Erfolge aus jener Zeit. Sie schildert das Leben einer schwarzen Familie der Mittelschicht in New York. Warner wirkte auch in Serien wie „Malcolm & Eddie“, „Jeremiah – Krieger des Donners“, „Listen Up“, „Major Crimes“ und „Suits“ mit.
Dan Ziskie 21. Juli 2025
Der in Detroit geborene US-amerikanische Schauspieler Dan Ziskie, der sich auch als Fotograf und Journalist betätigte, verstarb im Alter von 80 Jahren infolge einer Arterienerkrankung. Nach einem Kunst- und Athletikstudium an der University of Michigan schloss er sich zunächst in Chicago der Theatergruppe The Second City an, wo er an der Seite von Comedy-Legenden wie John Belushi lernte. Später zog er nach New York, wo er 1980 sein Broadway-Debüt gab. Bekannt wurde er allerdings für seine brillante Darbietung politischer Charaktere. In "House of Cards" verkörperte er den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Jim Matthews. Doch auch in der Serie "Treme" konnte er als Finanzier C.J. Liguori überzeugen. Weitere bekannte Serien, in denen Dan Ziskie zu sehen war, sind: "Law & Order", "The Blacklist", "Sex and the City" und "Chappelle's Show". Auf der großen Leinwand war er in Filmen wie "Der Schakal" und "Krieg der Welten" zu sehen.
Ozzy Osbourne 22. Juli 2025
Der in Birmingham geborene britische Rockmusiker und Seriendarsteller John Michael „Ozzy“ Osbourne, bekannt geworden 1969 als Leadsänger der legendären Heavy Metal Group "Black Sabbath", verstarb im Alter von 76 Jahren in seiner Heimatstadt nur zwei Wochen nach seinem letzten Auftritt mit der Band. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass die legendäre Band in Originalbesetzung auf der Bühne stand, während der an Parkinson erkrankte Sänger bei seinem Abschiedskonzert in seiner Heimatstadt nur noch wenige Lieder mit seiner nasalen Stimme im Sitzen vortragen konnte. Black Sabbath gelten als Pioniere des Heavy Metal. Die Band verkaufte während ihrer jahrzehntelangen Karriere mehr als 75 Millionen Alben. Für "Ozzy" Osborne war es allerdings nicht das einzige Highlight in seiner Karriere. Auf der Bühne agierte der Showman neben dem eher introvertierten Leadgitarristen und dem fast stoischen Bassisten Geezer Butler oft wie ein Wahnsinniger. Wegen Drogen- und Alkoholproblemen feuerte ihn die Band 1979. Mit Hilfe seiner Managerin Sharon Arden, die er später heiratete, startete Osbourne eine erfolgreiche Solokarriere und erhielt er ab 1980 bis Mitte der 1990er Jahre mehrere Platinauszeichnungen. Sein wildes Auftreten, das Spiel mit der Provokation und mit Horror-Elementen begeisterte die Fans, verschreckte aber besonders in den USA konservative und religiöse Gruppen. Einem jüngeren Publikum ist er vor allem als exzentrischer Familienvater aus der preisgekrönten Doku-Soap "The Osbournes" bekannt. Die in drei Staffeln produzierte Reality-TV-Serie feierte ihre Premiere bei MTV. Osbourne und seine Familie gaben darin Einblicke in ihr Privatleben und wurden innerhalb kürzester Zeit zu weltbekannten Superstars.
Doris Gercke 25. Juli 2025
Die in Greifswald geborene Krimiautorin Doris Gercke, Erfinderin der einstigen ZDF-Ermittlerin "Bella Block", verstarb im Alter von 88 Jahren in Hamburg, wie der Argument Verlag mit Sitz in der Hansestadt unter Berufung auf die Familie mitteilte. Nach einer Verwaltungslehre und Jahren als Hausfrau und Mutter legte sie mit 40 Jahren ein Begabtenabitur ab und studierte Jura. Gleich ihr erster Roman "Weinschröter, du musst hängen" wurde 1988 ein Riesenerfolg und 1993 mit Hannelore Hoger als Bella Block für das Fernsehen verfilmt. Hoger, die im Dezember 2024 starb, verkörperte die unkonventionelle Kommissarin bis zum Ende der ZDF-Reihe 2018. In ihrem Debüt-Buch schilderte die Autorin eine Atmosphäre von Trostlosigkeit, alltäglicher Gewalt und Sexismus. Ursprünglich habe sie sich u.a. von Raymond Chandler inspirieren lassen. Lange fühlte sich Gerke, die als junge Frau der DKP beigetreten war, auch mit Frauen- und Friedensbewegungen sowie dem Kampf gegen Neofaschismus verbunden. Aber auch Kinder- und Jugendbücher sowie Lyrik gehörten zu ihrem Repertoire.
Lutz Mommartz 26. Juli 2025
Der im Rheinland geborene Maler, Filmkünstler und deutsche Experimentalfilmer Lutz Mommartz verstarb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 91 Jahren in Düsseldorf. Der Träger des Bundesfilmpreises in Silber 1977/78 bewegte sich stets an der Schnittstelle von Dokument und Experiment. Als er sich 1967 von der Malerei verabschiedete, begann Mommartz mit dem Drehen von 16-mm-Filmen. Im gleichen Jahr erhielt er mit seinem Film "Selbstschüsse" beim internationalen Experimentalfilmfestival im belgischen Knokke-Heist einen weltweit beachteten Filmpreis. Bei einem Spaziergang hatte er seine 16-Millimeter-Bolex immer wieder in die Luft geworfen und aufgefangen. Aus den Bildern, die dabei unwillkürlich auch den clownesken Charme ihres Urhebers einfingen, montierte er einen Avantgarde-Klassiker. An der Schnittstelle von Dokument und Experiment entstanden in den Folgejahren höchst unterschiedliche Filme, deren verbindendes Merkmal ihre Kompromisslosigkeit war. Aus ihr erwuchs ein konstituierendes Stilmerkmal, ein Austarieren von Grenzen der Technik, der Gesellschaft, der Idee von Individualität und Persönlichkeit. 1968 zeigte der Autodidakt auf der Documenta 4 erstmals das Zweileinwandkino, einen Vorläufer des immersiven Films, bei dem das Publikum sich zwischen zwei Projektionsflächen bewegt und tief in die virtuelle Realität eintaucht. Im Oktober 1975 erhielt er seine erste Professur für Film in der damaligen Abteilung für Kunsterziehung der Kunstakademie Düsseldorf. 1978 wurde er an die heutige Kunstakademie Münster berufen, wo er die von ihm gegründete Filmklasse bis 1999 leitete. 2020 präsentierte er sein letztes Hauptwerk und nannte es "Zeitschneider". Die 24-stündige Videoprojektion unterwirft sein gesamtes bis 1994 geschaffenes Œuvre einer Revision, fragmentiert und dekonstruiert es, um es zugleich zu einer neuen Komposition zu arrangieren.
Alon Aboutboul 29. Juli 2025
Der international bekannte israelische Schauspieler Alon Aboutboul verstarb bei einem Badeunfall aufgrund eines Schwächeanfalls im Alter von 60 Jahren. Wie die „Jerusalem Post“ und weitere israelische Medien meldeten, bekam Aboutboul beim Schwimmen am Strand von Dor-Habonim, südlich der Stadt Haifa im Norden Israels einen Schwächeanfall und wurde von schnell herbeigerufenen Rettungskräften nur noch leblos aufgefunden. Die Rettungskräfte konnten ihn nicht mehr wiederbeleben. Aboutboul gehörte zu Israels bekanntesten Darstellern, seine Karriere führte ihn auch nach Hollywood. Seine bekannteste Rolle spielte Alon Aboutboul in einem "Batman"-Film: Er verkörperte den russischen Nuklearphysiker Dr. Pavel in "The Dark Knight Rises", dem finalen Teil der Trilogie. Aboutboul wurde 1965 in Kiryat Ata als Sohn algerischer und ägyptischer Eltern geboren. Seine Filmkarriere begann 1980 mit israelischen Produktionen. Wegen seines markanten Äußeren wurde Aboutboul auch in Hollywood oft als harter Kerl besetzt, er spielte Soldaten, Machos, Kriminelle oder Mossad-Agenten. Später kamen auch Komödien und Musicals hinzu. Weitere Auftritte hatte Aboutboul in "Rambo 3", in Steven Spielbergs "München" und "Der Mann, der niemals lebte" von Ridley Scott. Er spielte auch Nebenrollen in den Serien "Homeland" und "Snowfall" und zuletzt in "The German". Insgesamt spielte er in mehr als hundert Kino- und Fernsehproduktionen mit.
Robert Wilson 31. Juli 2025
Die Uraufführung der Oper "Einstein on the Beach" machte den vielfach ausgezeichneten Bildervisionär Robert Wilson aus Texas weltbekannt. Der zu den bedeutendsten Regisseuren der Theaterwelt zählende Dramatiker verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren in Water Mill, New York. Wilson inszenierte über Jahrzehnte Theaterstücke und Opern auf den wichtigen Bühnen der Welt und galt vor allem in den Siebziger- und Achtzigerjahren als großer Regie-Erneuerer im Theater wie in der Oper. Zu seinen späten Arbeiten gehörten Inszenierungen von Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" und Samuel Becketts "Endspiel" im Berliner Ensemble. Dabei kombinierte er Tanz, Texttreue und präzise Lichtregie mit surrealistischen Bühnenbildern. Seine Arbeiten für die Bühne, auf Papier, seine Skulpturen und Videoporträts sowie das Watermill Center werden aber als sein künstlerisches Erbe bestehen bleiben, hieß es in der Mitteilung seines Managements. Das Watermill Center auf Long Island unweit von New York hatte Wilson 1992 als Kunstzentrum eingerichtet. Schon als junger Mann machte der im US-Bundesstaat Texas geborene Theaterautor sich nach New York auf und wurde unter anderem von Künstler Andy Warhol und Komponist John Cage beeinflusst. Wilson outete sich als schwul und machte auf der Bühne mit der ungewohnten Kombination von kühler Lichtregie und sensationell meditativen, fast surrealistischen Bühnenbildern, von Tanz, Musik und mitunter fast roboterhafter Personenführung Furore. Die Uraufführung der Philip-Glass-Oper "Einstein on the Beach" im Jahr 1976 in Avignon, die das Musiktheatergenre revolutionierte, gilt als spektakulärste Aufführung seiner langen Karriere und bescherte ihm international den Durchbruch. Geschätzt wurde Wilson in späten Jahren vor allem in Europa und besonders in Frankreich, wo er unter anderem an der Pariser Bastille-Oper inszenierte. 1979 inszenierte Wilson an der Schaubühne Berlin sein Stück Death, Destruction & Detroit, für das er mit einer Einladung zum Berliner Theatertreffen ausgezeichnet wurde. Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete er in mehreren Projekten mit dem Dramatiker Heiner Müller zusammen, den er 1977 auf dessen zweiter Amerikareise kennengelernt hatte. Der auch als bildender Künstler international hochgeachtete Regisseur stellte im Louvre Videoporträts von US-Popstar Lady Gaga und Ballettlegende Mikhail Baryshnikov aus. 2006 wurde auf der Berlinale Katharina Otto-Bernsteins Dokumentarfilm "Absolute Wilson"über Wilsons Arbeit und Leben uraufgeführt. Zusammen mit der großen in Templin, Brandenburg aufgewachsenen Schauspielerin, Angela Winkler, lies er in Berlin Alfred Jarrys Bühnengroteske "König Ubu" als Hörspiel für den RBB einsprechen. 2016 wurde Wilsons zweites Hörspiel "Tower of Babel" unter Mitwirkung u. a. von Edith Clever, CocoRosie, Daniel Libeskind, Jonathan Meese, Christopher Nell, Fiona Shaw und Daniel Hope veröffentlicht. Wilson, der auch Mitglied der Akademie der Künste Berlin war, wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.
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mit Jonathan Kaplan, der am 1. August 2025 verstarb.
Jonathan Kaplan 1. August 2025
Der in Paris geborene US-amerikanische Filmemacher Jonathan Kaplan verstarb mit 79 Jahren in Los Angeles, Kalifornien an Leberkrebs. Kaplan begann seine Karriere in den frühen 70er Jahren mit Blaxploitation-Filmen wie "The Slams" und "Truck Turner" für New World Pictures und machte 1979 Karriere mit dem kultigen Coming-of-Age-Drama "Over the Edge". Einige Jahre später verhalf sein von der Kritik gefeiertes Justizdrama „The Accused“ Jodie Foster zu ihrem ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin. Die Weltpremiere feierte der Film im Wettbewerb um den Goldenen Bären auf der Berlinale 1989. Seit Ende der 1990er Jahre arbeitete Kaplan fast ausschließlich als Produzent und Regisseur für das Fernsehen. Für die mehr als 50 Episoden der Serie "Emergency Room - Die Notaufnahme" wurde er 2001 für den Emmy Award nominiert.
Kelley Mack 2. August 2025
Die US-amerikanische Schauspielerin Kelley Mack, welche die »Addy« in der neunten Staffel von "The Walking Dead" verkörpert hatte, verstarb mit nur 33 Jahren in ihrer Heimatstadt Cincinnati nach einem Kampf gegen ein Gliom des zentralen Nervensystems, eine Art Gehirntumor. Mack war auch bekannt für ihre Rollen in den Fernsehserien "9-1-1" und "Chicago Med" sowie für ihre Auftritte in den Filmen "Broadcast Signal Intrusion" und "Delicate Arch".
Loni Anderson 3. August 2025
Die in Minnesota geborene US-amerikanische Schauspielerin Loni Kaye Anderson verstarb nach langer Krankheit in Los Angeles im Alter von 79 Jahren, drei Tage vor ihrem 80. Geburtstag. Die blonde Ex-Frau von Burt Reynolds, die wegen Ihrer stürmische Ehe die Klatschspalten von 1988 bis 1994 füllte, debütierte in einer Folge der Fernsehserie "S.W.A.T." aus dem Jahr 1975, in der sie Miss Texas spielte. Von 1978 bis 1982 übernahm sie die Hauptrolle der Jennifer Marlowe als brillante Rezeptionistin eines Radiosenders in der Kult-Serie "WKRP in Cincinnati". Darin wurde sie dreimal für den Golden Globe und zweimal für den Emmy nominiert. Zudem spielte sie 1980 im Fernsehfilm "Die Jayne Mansfield Story" das gleichnamige Model und Pin-up-Girl, das an der Seite des damals noch wenig bekannten Arnold Schwarzenegger bei einem Autounfall tödlich verunglückte. Darüber hinaus war sie 1998 in „A Night at the Roxbury“ zu sehen. Für ihre Darstellung in der Actionkomödie "Der rasende Gockel" wurde sie allerdings 1984 an der Seite von Burt Reynolds und Ned Beatty mit dem Schmähpreis der »Goldenen Himbeere« (Razzie Awards) nominiert.
Song Young-kyu 4. August 2025
Der koreanische Schauspieler Song Young-kyu, bekannt unter anderem durch seine Rolle in der Actionkomödie "Extreme Jobs", wurde am 4. August leblos in einem geparkten Auto in der Nähe von Seoul, Südkorea, aufgefunden. Es gab keine Hinweise auf ein Verbrechen oder Selbstmord. Er wurde 55 Jahre alt. Song Young-kyu spielte auch in den Serien "Big Bet" sowie "Narco-Saints" und stand kurz vor der Teilnahme an einer Theaterproduktion von "Shakespeare in Love".
Danielle Spencer 11. August 2025
Die an Magenkrebs erkrankte US-Schauspielerin Danielle Spencer, die die Rolle der Dee in der Sitcom der 1970er Jahre „What's Happening!!" spielte, verstarb mit 60 Jahren an einem Herzstillstand. Der ehemalige Kinderstar erschien in 65 Episoden von „What's Happening!!" und 16 Episoden der Fortsetzung „What's Happening Now!!", immer in der Rolle der jüngsten Schwester von Raj, Dwayne und Rerun. 1993 erwarb sie einen Doktortitel in Veterinärmedizin.
Terence Stamp 17. August 2025
Der in London geborene britische Schauspieler Terence Stamp, der unter anderem als Bösewicht in "Superman"-Filmen bekannt wurde, verstarb im Alter von 87 Jahren. Er stammte aus einer Arbeiterfamilie und begeisterte schon in jungen Jahren mit seiner Rolle in Peter Ustinovs "Die Verdammten der Meere" (englischer Originaltitel: "Billy Budd") von 1962. Darin spielt er einen jungen und naiven Matrosen inmitten einer hartgesottenen Schiffscrew. Für die Rolle wurde Stamp mit einem Golden Globe als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet und für einen Oscar nominiert. Später wurden düstere und rätselhafte Charaktere zu Stamps Spezialität. Dazu zählen seine Rollen als Bösewicht General Zod in den zwei "Superman"-Filmen von 1978 und 1980. Neben seiner Schurkenrolle im berühmten Superhelden-Franchise war Stamp in „The Collector", „Far From the Madding Crowd" (1967) und in Tim Burtons „Big Eyes" zu sehen. 1963 erhielt er seine einzige Oscar-Nominierung für seine Leistung in „Billy Budd". Obwohl er im Laufe der Jahrzehnte mit berühmten Regisseuren wie Peter Ustinov, Pier Paolo Pasolini, Federico Fellini, George Lucas und Ken Loach hauptsächlich für Arthouse- und Independentfilme zusammenarbeitete, spielte er auch immer wieder in vielen kommerziell überaus erfolgreichen Filmen mit, wie etwa in "Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung" von 1999. 2021 war er zuletzt noch einmal in einer Nebenrolle in dem Horrorthriller "Last Night in Soho" zu sehen.
Joe Caroff 17. August 2025
Joe Caroff, der Designer des ikonischen „007" James Bond-Logos, verstarb im Alter von 103 Jahren in seinem Haus in Manhattan, New York. Der verkannte Grafikdesigner schuf die legendären Plakate für "West Side Story" (1961), "A Hard Day's Night" der Beatles und Für eine "Handvoll Dollar" Zudem trug er bei "Der letzte Tango in Paris", "Manhattan" und "Rollerball" (1975) seine typografische Handschrift bei. 2006 ging er in den Ruhestand gegangen, um sich der Malerei zu widmen.
Torsten Michaelis 17. August 2025
Der aus einer Künstlerfamilie stammende und in Berlin geborene Schauspieler und Synchronsprecher Torsten Michaelis verstarb mit 64 Jahren. Seine Ausbildung absolvierte er von 1983–1987 an der renommierten Berliner Schauspielschule "Ernst Busch". Danach war er jahrzehntelang auf deutschen Bühnen und Bildschirmen präsent, wo er zudem in vielen TV-Produktionen zu sehen war. Millionen Zuschauer erlebten ihn als Kriminaldirektor Bitomsky im ARD "Tatort". An der Seite von Maria Furtwängler prägte er eine Rolle, die Fans wegen ihrer ruhigen Autorität schätzten. Mit seiner Stimme begleitete als Synchronsprecher fürs Kino Weltstars wie Benicio del Toro, Jeremy Irons, Martin Lawrence und Wesley Snipes und lieh er unter anderem Sean Bean seine Stimme für Streaming-Produktionen wie „Game of Thrones“. Der Schauspieler war neben "Tatort" auch in weiteren Erfolgsformaten wie „Polizeiruf 110“, „In aller Freundschaft“, „SOKO Leipzig“ zu sehen. Zuletzt stand er für die Serienproduktion „SPÄTI“ (2024, ZDF neo) sowie für „Where’s Wanda?“ (2023, Apple TV+) vor der Kamera. Auch an Kino- und TV-Filmen wie „Trauzeugen“ (2022) oder „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (2019) war er beteiligt.
Jerry Adler 23. August 2025
Der in New York City geborene US-Schauspieler Jerry Adler, der mit der Mafia-Serie "Die Sopranos" bekannt wurde, verstarb im Alter von 96 Jahren ebenda. Adler hatte nach der Schule als Inspizient am Broadway gearbeitet, führte dann bei einigen Produktionen Regie und wurde mit Anfang 60 Schauspieler. Nach einigen kleineren Rollen feierte er in der Mafia-Serie "Die Sopranos" in der Rolle des Herman "Hesh" Rabkin an der Seite von Hauptdarsteller James Gandolfini (Tony Soprano) den Durchbruch. Im Anschluss spielte er weitere kleine Serienrollen. So zum Beispiel in "The Good Wife", einer gefeierten Anwaltsserie. Adler verkörpert darin über mehrere Staffeln einen auf den ersten Blick vertrottelten, dann aber doch gerissenen alten Partner der Anwaltskanzlei. Auch in "Mozart in the Jungle" oder "The Good Fight" hatte er noch Auftritte.
Arthur Brauss ~ 28. August 2025
Der deutsche Schauspieler und Synchronsprecher Arthur Brauss, der als Polizeibeamter Richard Block in Jürgen Rolands ARD-Fernsehserie "Großstadtrevier" bundesweit bekannt wurde, verstarb Ende August im Alter von 89 Jahren in München. In seiner Jugend war er ein talentierter Stabhochspringer. Nach einem Stipendium für Mathematik und Volkswirtschaft in den USA entdeckte er an der dortigen Studentenbühne auch sein Interesse für die Schauspielerei. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gab er 1963 unter dem Künstlernamen »Art Brauss« sein Kinodebüt in Rolf Hädrichs Film "Verspätung in Marienborn". Auch in der ZDF-Kinderserie "Timm Thaler" (1979) trat er unter den Namen »Arthur Brauss« auf einem Schiff als Darsteller des Ersten Offiziers auf. Später lieh Brauss als Synchronsprecher unter anderem Dennis Hopper, Brian Dennehy, Max von Sydow, Stephen McHattie und Robbie Coltrane seine Stimme. Im Laufe der Zeit wirkte Brauss in über 190 Film-und-Fernsehproduktionen mit, darunter allein in neun ARD-"Tatort"- und zehn Krimi-Folgen von "Der Alte" sowie zahlreichen Gastauftritte mit.
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mit Graham Greene, der am 1. September 2025 verstarb.
Graham Greene 1. September 2025
Der Oscar-nominierte kanadische Schauspieler Graham Greene, einer der Stars der Filme "Der mit dem Wolf tanzt", "The Green Mile" und "Wolf Lake" verstarb nach langer Krankheit mit 73 Jahren in einem Krankenhaus von Toronto. Greene wurde im Reservat der Six Nations in Ohsweken geboren. Greene gilt als Wegbereiter für indigene Schauspieler. Er war schon früh als Theaterdarsteller tätig und gab 1979 sein Fernsehdebüt in der kanadischen Serie "The Great Detective". Vier Jahre später startete er mit "Run For Your Life" seine Filmkarriere und wurde einer der bekanntesten indigenen Schauspieler Kanadas, den man weltweit für seine prägnanten Rollen feierte. Seinen Durchbruch hatte er 1990 in "Der mit dem Wolf tanzt" als Kicking Bird an der Seite von Kevin Costner, eine Rolle, die ihm eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller einbrachte. Der Film selbst gewann sieben Oscars, darunter für den Besten Film. Anschließend spielte Greene Rollen in Filmen wie "Maverick - Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel" an der Seite der Oscarpreisträger Mel Gibson und Jodie Foster, "Stirb langsam - Jetzt erst recht" mit Bruce Willis oder im "Twilight"-Film "New Moon - Biss zur Mittagsstunde", wo er mit Kristen Stewart und Robert Pattinson auftrat. Greene habe "Klischees über indigene Charaktere durchbrochen und den Weg für die nächste Generation von Schauspielern geebnet", hieß es in seiner Würdigung für den "Order of Canada", die höchste zivile Auszeichnung Kanadas, die er 2016 erhielt. Neben seiner Oscar-Nominierung erhielt Greene zahlreiche weitere Auszeichnungen: Grammy, Gemini und Canadian Screen Award-Gewinner, sowie eine Nominierung für den Independent Spirit Award. Außerdem wurde er mit einem Stern auf dem kanadischen Walk of Fame geehrt.
Giorgio Armani 4. September 2025
Der italienische Modeschöpfer Giorgio Armani, der auch zahlreiche Filme und etliche Filmstars ausgestattet hatte, verstarb im Alter von 91 Jahren in Mailand im Kreise seiner Angehörigen. Armani hatte als Autodidakt klein angefangen und ab den 1970ern ein Modeimperium aufgebaut, zu dem neben Kleidung auch Schmuck, Parfums, Inneneinrichtung und Luxushotels gehören. Anfänglich machte Armani sich zunächst mit Herrenmode einen Namen. 1976 folgte sein internationaler Durchbruch. Er expandierte und begann, seine Kreationen auch in den USA zu vertreiben. Dort fungierte er zusätzlich als Kostümausstatter für hochrangige Filmproduktionen, wie "The Untouchables – Die Unbestechlichen" (1987) oder "Ein Mann für gewisse Stunden" (1980). Elegant geschnittene und stilvolle Anzüge in gedeckten Farben wurden zu seinem Markenzeichen. Er galt als der Mann, der dem Herrenjackett seine Steifheit durch Entfernen der Schulterpolster nahm. Im Jahr 1980 weitete er sein Sortiment weiter aus und brachte eine erste Damen-Kollektion auf den Markt. Im selben Jahr entwarf er die Uniformen der italienischen Luftwaffe und brachte in Kooperation mit L’Oréal sein erstes Parfüm auf den Markt. Demnächst hätte Armani, der als einer der „größten Modemacher des 20. Jahrhunderts“ galt, bei der Mailänder Fashion Week das 50-jährige Bestehen seines nach ihm benannten Modehauses feiern wollen. Seit Karl Lagerfelds Tod im Februar 2019 war er für viele sogar der bekannteste Modemacher der Welt.
Horst Krause 5. September 2025
Der aus dem "Polizeiruf 110" bekannte Schauspieler Horst Krause verstarb im Alter von 83 Jahren in einem Seniorenheim in Teltow (Kreis Potsdam-Mittelmark), wie seine Familie mitteilte. Eine Besonderheit: Er hieß im echten Leben wie seine bekannteste Fernsehfigur. Horst Krause wurde als kugeliger und brummiger Dorfpolizist Horst Krause bundesweit prominent. Mit seinem Hund als Sozius brauste er auf einem alten Motorrad über Brandenburgs Straßen. Neben dem "Polizeiruf 110" gab es auch die ARD-Serie "Polizeihauptmeister Krause". Der deutsche Schauspieler wurde 1941 als jüngstes von fünf Kindern einer Bauernfamilie in der Nähe von Danzig geboren. Später wuchs er in Ludwigsfelde (Brandenburg) auf. In der Schule soll er der Klassenclown gewesen sein. Ursprünglich lernte er den Beruf des Drehers, ab 1964 studierte er an der Berliner Schauspielschule. Er spielte am Landestheater Parchim, am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt und am Staatsschauspiel Dresden und war ab den 1960er-Jahren auch im DDR-Fernsehen zu sehen, etwa in "Der Staatsanwalt hat das Wort". Einem gesamtdeutschen Publikum wurde Krause 1993 durch die Filmkomödie "Wir können auch anders..." von Detlev Buck bekannt. Gemeinsam mit Joachim Krol erhielt er für seine Rolle als Moritz "Most" Kipp den Deutschen Filmpreis als bester Darsteller. Beim Stockholm International Film Festival wurde er 2003 für die Hauptrolle in "Schultze Gets the Blues" als bester Hauptdarsteller geehrt.
Robert Redford 16. September 2025
Der mit irischen Wurzeln in Santa Monica in Los Angeles geborene ehemalige Hollywood-Schauspieler und Filmproduzent Robert Redford verstarb im Alter von 89 Jahren bei sich zu Hause im US-Bundesstaat Utah im Schlaf. In den 1960er und 1970er-Jahren war er einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler Hollywoods. Bekannt wurde er vor allem mit Hauptrollen in den Filmen "Die Unbestechlichen", "Der Pferdeflüsterer" oder "Zwei Banditen". Im letzteren, einer Western-Komödie aus dem Jahre 1969, (Originaltitel: "Butch Cassidy and the Sundance Kid") raubte er zusammen mit Paul Newman Eisenbahnen und Banken aus. Bekannt wurde er auch als Darsteller am Broadway Theater durch "Sunday in New York" und "Barfuß im Park", was 1967 mit ihm verfilmt wurde. 1974 glänzte er auf der Leinwand als Liebhaber an der Seite von Mia Farrow in "Der große Gatsby" sowie nochmals 1985 an der Seite von Meryl Streep in dem preisgekrönten Melodram "Jenseits von Afrika". Für seinen ersten Film als Regisseur, "Eine ganz normale Familie", bekam er 1981 einen Oscar, zudem erhielt er 2002 einen Oscar für sein Lebenswerk. 1980 gründete er auch das Sundance Institute, das jahrelang das Sundance Film Festival, das größte US-Filmfest für unabhängige Produktionen der Independent-Szene ausrichtete. Redford nutzte seinen Status auch dafür, sich für Umweltbelange wie den Natural Resources Defense Council und die National Wildlife Federation einzusetzen. Er galt als Gegner der Politik von US-Präsident Donald Trump und forderte diesen schon während dessen erster Präsidentschaft zum Rücktritt auf. Schon als junger Mensch wollte er Künstler werden und zog zunächst nach Italien und später nach New York, um Malerei zu studieren. Er schrieb sich dann an einer Schauspielschule ein, um Bühnenbildner zu lernen, wurde jedoch überredet, es als Schauspieler zu versuchen. Noch 2017 spielte er zusammen mit Jane Fonda im Netflix-Drama "Unsere Seelen bei Nacht". Obwohl er nach der Jahrtausendwende kaum noch auf der Leinwand zu sehen war lieferte er 2013 eine letzte bestechende Leistung in "All is lost" ab. Über 100 Minuten war er der einzige Akteur in einem einsamen Überlebenskampf eines gekenterten Seglers. Sein aller letzter Auftritt vor der Filmkamera in einer Nebenrolle als Bösewicht war 2019 in dem Superhelden-Spektakel "Avengers: Endgame". Er hinterlässt seine deutsche Ehefrau, eine Malerin, die er 2009 in Hamburg heiratete.
Claudia Cardinale 23. September 2025
Die 1938 in Tunis, dem damaligen französischen Protektorat Tunesiens, geborene französisch-italienische Schauspielerin Claudia Cardinale, verstarb im Alter von 87 Jahren in Nordfrankreich bei Paris. Sie kam als Tochter sizilianischer Auswanderer zur Welt und wuchs dreisprachig auf: Mit Französisch, Arabisch und dem Sizilianischen. Obwohl im Maghreb geboren fühlte sie sich stets als Italienerin und zählte später zu den herausragenden Filmdiven ihres Landes. Sie spielte Haupt- und Nebenrollen in Filmklassikern wie Blake Edwards' Kriminalkomödie "Der rosarote Panther" mit Peter Sellers (1963), "Achteinhalb" von Federico Fellini (1963), "Der Leopard" von Luchino Visconti (1963), Sergio Leones Italo-Western "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) und Werner Herzogs "Fitzcarraldo" mit Klaus Kinski (1982). In jungen Jahren war Claudia Cardinale auf einem Schönheitswettbewerb in der Hauptstadt Tunis als schönste Italienerin des Landes gekürt worden, womit sie eine Reise zu den Filmfestspielen in Venedig gewann. Dort kam sie auf den Geschmack des Schauspielens und galt fortan als Teil des Dreigestirns der großen Diven des italienischen Kinos. Im Vergleich zu Sophia Loren und Gina Lollobrigida war sie international jedoch etwas weniger bekannt, obwohl sie alles zu bieten hatte, was einen Weltstar ausmacht: Schauspielerisches Talent, Ausstrahlung und eine Karriere in Hollywood. Zu ihren wichtigsten Auszeichnungen für ihr Lebenswerk gehören 1993 der Goldene Löwe der Filmfestspiele von Venedig und 2002 der Goldene Bär der Berlinale. In den letzten Jahren war sie auf der Kinoleinwand nur noch selten zu sehen und wenn doch, dann als Matriarchin oder Großmutter. In der Netflix-Produktion "Rogue City" (2020) und dem Drama "The Island of Forgiveness" (2022), welches das Leben eines Tunesiers italienischer Abstammung behandelt, spielte sie nur noch Nebenrollen. Mehr denn je glänzte sie dafür als Kämpferin für Frauenrechte und unterstützte Bewegungen wie #MeToo oder Time's Up gegen den sexuellen Missbrauch von Frauen.
Hartmut Bitomsky 24. September 2025
Der in Bremen geborene deutsche Filmemacher und Filmproduzent sowie spätere Dozent und Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), verstarb mit 83 Jahren in München. Bitomsky studierte ab 1962 an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik. Im Gründungsjahr 1966 wechselte er an die dffb, wo er im allerersten Studiengang der Akademie gemeinsam mit Wolfgang Petersen, Gerd Conradt, dem Essayfilmer Harun Farocki und der prägenden Persönlichkeit der westdeutschen Frauenbewegung Helke Sander sowie dem späteren RAF-Aktivisten Holger Meins studierte. Er wurde aber zwei Jahre später mit weiteren achtzehn Studenten aus disziplinären Gründen von der Filmakademie verwiesen. Zwar konnten begonnene Arbeiten stillschweigend beendet werden, eine Bewertung mit Zeugnissen gab es jedoch nicht mehr. Grund des Rausschmisses waren ihre Proteste mit großflächigen Plakatierungen am Deutschlandhaus des SFB in Berlin-Westend gegen den US-Vietnamkrieg. Seit 1993 war Bitomsky Dekan und Dozent am Film & Video Department des California Institute of the Arts. Als Nachfolger Reinhard Hauffs wurde er ab Januar 2006 Direktor der dffb, schied aber 2009 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus. Sein filmisches Schaffen umfasst mehr als 40 Werke. Filmgeschichte schrieb er mit zwei Werken Anfang 1970, die er gemeinsam mit seinem Freund und Kommilitonen Harun Farocki zum Thema der politischen Ökonomie von Karl Marx drehte. Die lehrhaft dargestellten Filme feierten ihre Uraufführungen bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen 1970 bzw. im Internationalen Forum des Jungen Films in Berlin 1971. Sein 1975 für das Kino gedrehter einziger Spielfilm "Auf Biegen oder Brechen", mit Jo Bolling und Lisa Kreuzer in den Hauptrollen, der den westdeutschen Klassenkampf mit Western-Motiven nachspielte, erfüllte die Hoffnungen, ein größeres Publikum zu erreichen, leider nicht. Vor allem aber prägte Bitomsky mit seinen „Deutschlandbildern“ ab 1983 eine spezielle Form der Medienarchäologie, die aus dem brachliegenden Bilderfundus der frühen Bundesrepublik bis zurück in die NS-Zeit schöpfte. Die Trilogie zu der auch „Reichsautobahn“ (1986) und „Der VW-Komplex“ (1989) gehören, besteht aus historischen Filmaufnahmen und verfasst eine kritische Kulturgeschichte der Bundesrepublik. Sein Interesse galt naturgemäß stets dem, was hinter den Dingen liegt. Und so widmen sich seine beiden letzten Filme zwei Gegenständen von diametralen Dimensionen: In „B-52“ (2001) erzählt er die Geschichte des amerikanischen Langstreckenbombers, in seinem Essayfilm „Staub“, der 2007 auf dem Festival in Venedig lief, versucht sich Bitomsky an einem dezidiert unfilmischen Sujet. Dabei kommt er schnell vom Hausstaub über Farbpigmente bis zu den Resten vergangener Sonnensysteme. Bitomsky war aber auch ein Cinephiler. Als langjähriger Autor der »Filmkritik« schrieb er zahlreiche Texte über seine Lieblingsregisseure wie John Ford und John Cassavetes, sein Buch „Die Röte des Rots von Technicolor: Kinorealität und Produktionswirklichkeit“ (1972) zeichnet die Verbindungen von der Materialität des Kinos und dessen Entstehungsbedingungen nach. Das Besondere an den Texten und Filmen von Bitomsky ist, wie sie Sinnlichkeit und Analyse verbinden. Seine letzte große Arbeit, die Installation „Shakkei – Geborgte Landschaft“, stellte er 2010 im Neuen Berliner Kunstverein vor.
Georg Stefan Troller 27. September 2025
Der in Wien geborene legendäre österreichisch-amerikanische Schriftsteller, Fernsehjournalist, Drehbuchautor, Regisseur und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, verstarb im stolzen Alter von 103 Jahren in Paris, wo er seinen Lebensmittelpunkt hatte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann er in den USA Anglistik und Theater zu studieren, bevor er an die Sorbonne nach Paris kam. Troller, der jüdischer Herkunft war, galt als bedeutender Fernsehjournalist, der häufig für deutsche Fernsehsender wie ARD oder das ZDF arbeitete und zum Vorbild vieler Journalisten, Dokumentarfilmer und Talkshow-Moderatoren wurde. Dabei prägte er ganze Generationen mit seinem einzigartigen Stil bei Hunderten von Interviews mit bekannten und unbekannten Personen. Er sprach mit Marlene Dietrich, Ingrid Bergmann und Konrad Adenauer und führte rund 2.000 Interviews in seiner typischen unverblümten Direktheit. Zudem schuf er mehr als 170 Filme über Menschen und ihre großen wie kleinen Lebensgeschichten in betont subjektiver Befragungsmethode, sowie zahlreiche Dokumentarfilme über Frankreich. Darin sei es für ihn wie Magie gewesen, die Welt erst durch die Kamera, dann in Filmen zu spüren. Mit der Veröffentlichung seines Erinnerungsbuches "Ein Traum von Paris" gelang es Troller am Ende seines Lebens auch als großer Fotograf anerkannt zu werden.
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mit Jane Goodall, die am 1. Oktober 2025 verstarb.
Jane Goodall 1. Oktober 2025
Die als Valerie Jane Morris-Goodall in London geborene britische Verhaltensforscherin verstarb im Alter von 91 Jahren während einer Vortragsreise in Los Angeles, Kalifornien. Die Wissenschaftspionierin und Umweltschutzaktivistin stellte mit ihren Beobachtungen an wilden Schimpansen in den 1960er Jahren die damalige Forschung auf den Kopf. Um ihre Arbeit der Öffentlichkeit näher zu bringen, arbeitete Goodall mit National Geographic für Filme, Fernsehsendungen und Zeitschriften zusammen. Sie betrachtete die Tiere nicht als anonyme Forschungsobjekte, sondern gab ihnen Namen. Im Laufe ihrer Karriere verlagerte sie ihren Schwerpunkt von Primaten auf Klimaschutz. Angesichts der weit verbreiteten Zerstörung von Lebensraum drängte sie die Welt zum schnelleren Handeln für ein nachhaltigeres Leben. Trotz vieler Rückschläge gab sie sich fast immer hoffnungsvoll. Erst Anfang dieses Jahres wurde ihr die Presidential Medal of Freedom der USA im Weißen Haus von Washington überreicht.
Wanda Perdelwitz ~ 8. Oktober 2025
Die in Ost-Berlin geborene deutsche Schauspielerin Wanda-Colombina Perdelwitz verstarb 10 Tage nach einem Fahrradunfall in Hamburg an ihren schweren Kopfverletzungen in einem Krankenhaus. Sie wurde 41 Jahre alt. Medienberichten zufolge öffnete ein Beifahrer unachtsam die Tür eines haltenden Transporters neben einem Radfahrstreifen, wodurch sie gegen die Tür prallte und stürzte. Sowohl ihre Mutter Heidrun als auch ihr Vater Reinhard Hellmann spielten am Theater. Ihr Vater war auch Regisseur. Mit 16 Jahren stand mit 16 Jahren das erste Mal vor einer Kamera, bevor sie in Rostock Schauspiel studierte und danach an mehreren Theatern wie am Schauspiel Essen arbeitete. Im Jahr 2004 spielte sie als Kira die weibliche Hauptrolle im Kinofilm "Muxmäuschenstill". Nach Beendigung des Schauspielstudiums wurde sie mehrmals festes Ensemblemitglied des Maxim-Gorki-Theater in Berlin und an den Hamburger Kammerspielen. Viele Zuschauer kennen sie jedoch aus dem Fernsehen. Sie spielte im "Großstadtrevier" eine Kommissarin. Es folgten Rollen in "Das Traumschiff" oder "Soko Hamburg". Die Schauspielerin hatte auch Auftritte im "Tatort" und "Polizeiruf 110". Insgesamt wirkte sie in über 40 Film- und Fernsehproduktionen mit. Wanda Pendelwitz hinterlässt einen Sohn.
Diane Keaton 11. Oktober 2025
Die als Diane Hall in Los Angeles, Kalifornien geborene US-amerikanische Schauspielerin, Filmproduzentin und OSCAR-Preisträgerin Diane Keaton verstarb ebenda im Alter von im Alter von 79 Jahren. International bekannt wurde sie durch die Rolle der Kay Adams, der Geliebten und späteren Ehefrau von Michael Corleone, in Francis Ford Coppolas Mafiaepos "Der Pate" (1972) sowie dessen zwei Fortsetzungen. Für ihre Darstellung der Filmfigur Annie Hall in Woody Allens "Der Stadtneurotiker" (1977) wurde sie 1978 als beste Hauptdarstellerin mit einem Oscar und einem Golden Globe ausgezeichnet. Nach der Ausbildung zur Schauspielerin am Neighborhood Playhouse in New York gab Keaton schon mit 22 Jahren ihr Broadway-Debüt im Musical „Hair“, obwohl sie nicht gern auf der Bühne stand, sondern lieber Filme drehte, weil man dort alles wiederholen kann. In ihrer mehr als 50 Jahre dauernden Schauspiel-Karriere erfand Keaton sich immer wieder neu und wurde noch zwei weitere Male als beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert, 1997 in „Marvins Töchter“ an der Seite vom damaligen Jungstar Leonardo DiCaprio und 2004 in „Was das Herz begehrt“, einem Liebesfilm mit Jack Nicholson. Auch als Sprecherin war Keaton tätig und verkörperte 2016 unter anderem die Mutter der Hauptfigur in „Findet Dory“. Ende der 1980er Jahre begann Keaton auch selbst Regie zu führen, wie bei den Komödien "Entfesselte Helden" (1995) oder "Aufgelegt!" (2000). Ihr Schaffen als Schauspielerin umfasst mehr als 70 Produktionen für Film und Fernsehen. Auch im letzten Jahr war sie noch einmal in zwei Produktionen zu sehen.
Nasser Taghvai 14. Oktober 2025
Der iranische Filmregisseur und Drehbuchautor Nasser Taghvai, der 1976 landesweite Popularität mit der Fernsehserie "My Uncle Napoleon" erlangte, verstarb nach einer langen Krankheit im Alter von 84 Jahren in Teheran. Nach der islamischen Revolution von 1979 entschied er sich gegen eine Auswanderung, drehte trotz Repressionen weiter Filme und war mit Werken wie "Tales of Kish" und "Captain Sun" auch auf internationalen Festivals wie Cannes und Locarno vertreten.
Klaus Doldinger 16. Oktober 2025
Der in Berlin geborene deutsche Jazzmusiker Klaus Doldinger verstarb im Alter von 89 Jahren im Kreise seiner Familie. Der Saxophonist wurde vor allem als Komponist von Filmmusik bekannt. Schon 1966 wirkte Doldinger an den Aufnahmen zur Filmmusik des Will-Tremper-Films "Playgirl" mit. 1967 erschien seine erste Musik für das Fernsehen – der Trailer zur Einführung des Farbfernsehens. 1971 gründete er die Band Passport mit der er bis ins hohe Alter auf Tournee ging und internationale Jazz-Geschichte schrieb. Mehr als 5.000 Auftritte absolvierte er mit der Band in gut 50 Jahren und verband in seinen Auftritten mit der Fusion Music immer wieder Jazz, Rock, Blues, Soul sowie elektronische Klänge mit lateinamerikanischen Rhythmen. Zu den zahlreichen Bandkollegen Doldingers gehörte auch Udo Lindenberg, der 1971 der erste Schlagzeuger der Band war. Parallel komponierte Doldinger für Film und Fernsehen, darunter die Titelmusiken zu "Das Boot", "Die unendliche Geschichte" und "Salz auf meiner Haut". Seine "Tatort"-Melodie wurde zum Evergreen.
Jack White ~ 16. Oktober 2025
Der als Horst Nußbaum in Köln geborene Musik-Produzent, Komponist sowie Fußballspieler Jack White, nahm sich im Alter von 85 Jahren in seiner Villa in Berlin Grunewald mit einer Pistole das Leben. Zuletzt wurde bekannt, dass ihn seine Frau Rafaella Anfang Oktober verlassen hatte. Zusammen hatten sie zwei kleine Kinder. Insgesamt hatte er nach vier Ehen sieben Kinder. Mit über einer Milliarde verkauften Tonträgern gehört er zu den erfolgreichsten deutschen Autoren und Musikproduzenten. Unter anderem verfasste er für die deutsche Fußballnationalmannschaft anlässlich der Weltmeisterschaft 1974 den Song "Fußball ist unser Leben". Mit seinen Werken im Schlager- und Pop-Bereich holte er mehr als 400 Gold- und Platin-Auszeichnungen. Zu seinen bekannten Autorenbeteiligungen gehört auch das Lied "Looking for Freedom", das vor allem durch die von David Hasselhoff gesungene Version bekannt wurde. Trotz seiner Erfolge verlor er im August 2007 im Streit mit der "JWP AG" sämtlichen Einfluss auf die nach ihm benannte Firma "White Records" sowie auf den gesamten Katalog der von ihm für diese Firma produzierten Aufnahmen. Ein Neubeginn führte nicht zum gewünschten Erfolg, sodass er 2014 bekannt gab, seine Karriere zu beenden.
June Lockhart 23. Oktober 2025
Die 1925 in New York geborene US-amerikanische Schauspielerin June Kathleen Lockhart verstarb friedlich mit 100 Jahren an Altersschwäche in ihrem Haus in Santa Monica, Kalifornien. Sie stammte aus einer Schauspielerfamilie. Ihr Vater war der renommierte Charakterdarsteller Gene Lockhart (1891-1957), der 1939 für seine Rolle in "Algiers" eine Oscar-Nominierung erhielt und in Klassikern wie "Das Wunder von Manhattan" mitspielte. In den 1950er und 60er Jahren war sie dank ihrer herausragenden Hauptrollen in den Fernsehserien "Lassie" mit der berühmten Collie-Hündin und "Lost in Space" sehr beliebt. Die Serie "Lost in Space" von Produzent Irwin Allen erzählt von der Familie Robinson, die bei einer Kolonialisierungsmission durch einen blinden Passagier vom Kurs abkam und im Weltraum strandete. Die Arbeit an "Lost in Space" weckte Lockharts Faszination für Wissenschaft und Raumfahrt. Sie engagierte sich stark bei der NASA, verbrachte viel Zeit in Houston und an anderen Standorten der Raumfahrtbehörde. Während ihrer Karriere, die sich über fast 80 Jahre erstreckte, erschien Lockhart in mehr als 170 Filmen und Serien, darunter "Rawhide", "Petticoat Junction", "Beverly Hills 90210", "General Hospital", "Happy Days" und "Roseanne". Sie erhielt zwei Sterne auf dem Hollywood Walk of Fame.
Björn Andrésen 26. Oktober 2025
Der 1955 in Stockholm geborene schwedische Schauspieler und Musiker Björn Johan Andrésen verstarb mit 70 Jahren. Berühmtheit erlangte er vor allem durch seine Darstellung des Tadzio in Luchino Viscontis Literaturverfilmung "Tod in Venedig" aus dem Jahre 1971. Zur Premiere nannte Visconti ihn den »schönsten Jungen der Welt«, ein Satz, der Andrésen schlagartig berühmt machte - und für immer verfolgte. Auch die Dokumentarfilmer Kristina Lindström und Kristian Petri wählten 2021 für ihre Doku über den stark gealterten und hageren, aber immer noch langhaarigen Darsteller Andrésen nochmals den Titel „The Most Beautiful Boy in the World”. Andresen war nach langer Casting-Suche zu den im Jahre 1970 begonnenen Dreharbeiten erst fünfzehn Jahre alt gewesen und hatte außer als Nebendarsteller in Roy Anderssons 1969 gedrehtem Coming-of-Age Debütfilm "Eine Schwedische Liebesgeschichte", der auf der Berlinale im Juli 1970 vier Preise gewann, keine Filmerfahrung und war sich über die Tragweite des Filmerfolgs noch nicht bewusst. Nach dem Filmerfolg ging er für einige Zeit nach Japan, wo er als Sänger zum Teenager-Star avancierte. Später folgten Auftritte in schwedischen Filmen und Fernsehserien, wobei er sich mit seiner Rollenwahl meist bewusst von dem Tadzio-Image zu lösen versuchte.
Jack DeJohnette 26. Oktober 2025
Der 1942 in Chicago geborene schwarze US-Musiker Jack DeJohnette, verstarb im Alter von 83 Jahren im Beisein seiner Frau und engen Freunden in Woodstock im US-Bundesstaat New York. DeJohnette gehörte zu den bedeutendsten Jazz-Schlagzeugern seiner Generation und arbeitete auch als Pianist und Komponist. Er spielte mit John Coltrane, Bill Evans, Miles Davis, Herbie Hancock, Keith Jarrett und Charles Lloyd - unter anderem Blues, Bebop, Hard Bop, Soul-Jazz und Rock-Jazz. Ab den 1970er Jahren wurde zum „Hausschlagzeuger“ des Münchner ECM-Labels. Seine Karriere begann 1966 in New York. Er wirkte in dem Ensemble des Jazzsaxophonisten John Coltrane mit, dann mit dem Quartett von Charles Lloyd, zu dem auch der junge Pianist Keith Jarrett gehörte. Mit ihm und dem Bassisten Gary Peacock gründete DeJohnette in den 80er Jahren das berühmte Keith Jarrett Trio von dem es zahlreiche Videoaufnahmen gibt.
Dieter Wiedemann 30. Oktober 2025
Der 1946 im ehemaligen Sudetenland (CSR) geborene Medienwissenschaftler und Medienpädagoge Prof. Dr. sc. Dieter Wiedemann verstarb nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren. Nach einem Studium an der Theaterhochschule in Leipzig forschte Wiedemann an der Universität Leipzig zu Themen der Film- bzw. Kunstwirkung mit einer Promotion 1980 und der Habilitation 1988. Ab 1990 prägte er in Potsdam Babelsberg die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF) bis zu seinem Ruhestand 2012: Zunächst Direktor des Instituts für Medienforschung wurde er 1993 zum Gründungsbeauftragten für den Studiengang "AV-Medienwissenschaft" ernannt und 1995 zum Professor für "AV-Medienwissenschaft" berufen. Im Juli 1995 wurde er einstimmig zum Rektor der Hochschule gewählt und blieb in dieser Position – ab Mai 2000 als Präsident - bis Dezember 2012. In den über 17 Jahren seiner Präsidentschaft hat er die Hochschule erfolgreich mit internationaler Ausprägung im gesamtdeutschen Hochschulsystem platziert. Unter seiner Leitung wurden neue Studiengänge gegründet, der Hochschule 2000 das wissenschaftliche Promotionsrecht verliehen, die Kinderfilmuniversität gegründet, der Neubau an der Marlene-Dietrich-Allee erkämpft und die Integration des Filmmuseums Potsdam in die Hochschule forciert. Sein großen Wunsch die HFF in eine Filmuniversität umzuwandeln, konnte er schließlich 2014 mitfeiern. Zudem verfasste er zahlreiche Publikationen zu Film und Fernsehen und des DEFA-Filmerbes.
Tchéky Karyo 31. Oktober 2025
Der in Istanbul geborene französische Schauspieler Tchéky Karyo verstarb im Alter von 72 Jahren infolge einer Krebserkrankung. Karyo begann am Theater, bevor er sich im französischen Kino der 1980er Jahre einen Namen machte. Erst im Alter von fast 30 Jahren, kam er zu Film und Fernsehen. Trotzdem brachte es Karyo in seiner Karriere auf weit über als 100 Credits in Filmen und Serien. Zu Beginn war er fast ausschließlich in französischen Produktionen zu sehen, unter anderem in Jean-Jacques Annauds "Der Bär" aus dem Jahr 1988 und im Action-Thriller "Nikita" von Luc Besson aus dem Jahr 1990. Durch diese Rolle gelang ihm auch der Sprung über den großen Teich. So ergatterte er beispielsweise eine Rolle in Ridley Scotts Historienepos "1492 – Die Eroberung des Paradieses". International bekannt wurde er als Schurke im James-Bond-Film "GoldenEye", bei dem Pierce Brosnan im Jahr 1995 den berühmten Agenten gab. Es folgten viele weitere Auftritte mit ihm als Gangster in "Bad Boys – Harte Jungs" (1995), dem ersten Teil einer ganzen Reihe, in denen Will Smith als Drogenfahnder auftritt. Auch in großen Produktionen wie "Johanna von Orleans" aus dem Jahr 1999 und ein Jahr später in "Der Patriot" mit Mel Gibson ist Karyo zu sehen. Ab 2014 verkörperte er in der britischen TV-Krimiserie "The Missing" den Ermittler Julien Baptiste.
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mit Dieter Weidenfeld, der am 1. November 2025 verstarb.
Dieter Weidenfeld 1. November 2025
Der in Köln geborene Musikmanager und Produzent Dieter Weidenfeld verstarb im Alter von 95 Jahren in München, wie seine Tochter der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Weidenfeld hat die Karrieren zahlreicher Künstler geprägt. Nach einem Studium in Soziologie begann seine Laufbahn Mitte der 1960er Jahre bei Radio Luxemburg. Später ging er zur Plattenfirma EMI Electrola - wo er dem jungen und noch unbekannten Howard Carpendale zu seinem ersten Plattenvertrag verhalf - und eröffnete schließlich in München sein eigenes Büro. Von dort aus hatte er über Jahrzehnte mit Howard Carpendale sowie Peter Kraus und Udo Jürgens zusammengearbeitet. Zu den von ihm betreuten Künstlern zählten den Angaben nach auch Uri Geller, die Schauspieler Klausjürgen Wussow und Heinz Rühmann sowie die Sänger Rex Gildo, Abi Ofarim, Gilbert Bécaud, Helmut Zacharias und Peter Kraus. Ab 1970 war er mit der Französin Valerie Perrin verheiratet und hatte eine Tochter, Nathalie Weidenfeld, die mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister und Philosophen Julian Nida-Rümelin verheiratet ist. Noch bis 2024 war Weidenfeld als Manager für den Sänger Matthias Reim beruflich tätig gewesen.
Diane Ladd 3. November 2025
Die als Rose Diane Ladner in Mississippi geborene US-Schauspielerin verstarb im Alter von 89 Jahren in ihrem Haus in Kalifornien, wie ihre Tochter, Oscar-Preisträgerin Laura Dern, bekannt gab. Ihre nun verstorbene Mutter war selbst dreimal für einen Academy Award nominiert, etwa für ihre Rolle in David Lynchs "Wild at Heart" aus dem Jahre 1990. Nach einer langen Karriere im Fernsehen und auf der Theaterbühne wurde Diane Ladd 1970 mit dem Film "Alice lebt hier nicht mehr" von Martin Scorsese auf der großen Leinwand bekannt. Ihre Rolle als Kellnerin Flo brachte ihr die erste Oscarnominierungen ein. Sie trat danach in Dutzenden Filmen auf, darunter "Chinatown" von Roman Polański und "Mit aller Macht". Für einen Oscar und für einen Golden Globe nominiert wurde sie auch 1991 für ihre Rolle in "Die Lust der schönen Rose" von Martha Coolidge in dem sie zusammen mit ihrer Tochter Laura Dern auftrat. In ihrer mehr als fünf Jahrzehnte währenden Schauspielkarriere hatte sie Rollen in über 120 Film- und Fernsehproduktionen. Von 1960 bis 1969 war Diane Ladd mit dem Schauspieler Bruce Dern verheiratet, der durch Filme wie "Der große Gatsby" (1974), "Coming Home – Sie kehren heim" (1978) und "Nebraska" (2013) berühmt wurde. Laura Dern wurde 2020 für ihre Rolle als Scheidungsanwältin in dem Ehedrama "Marriage Story" mit einem Oscar ausgezeichnet.
Pauline Collins 6. November 2025
Die britische Theater- und Filmschauspielerin Pauline Collins verstarb im Alter von 85 Jahren in einem Londoner Pflegeheim. Sie litt seit mehreren Jahren an Parkinson. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle im Film „Shirley Valentine". In Deutschland konnte man Pauline Collins vor allem Anfang der 1970er-Jahre in der Fernsehserie "Das Haus am Eaton Place" sehen. Für ihre Leistung als vom tristen Ehealltag frustrierte Hausfrau Shirley Valentine, die Heim, Herd und den lieblosen Gatten von einem Tag auf den anderen verlässt, um ihr Glück auf einer griechischen Insel zu suchen, erhielt die Britin in dem Emanzipationsstück "Shirley Valentine" eine Fülle von Theaterpreisen. Dagegen war Pauline Collins weitgehend filmunerfahren als sie 1988 für die Verfilmung von "Shirley Valentine" (deutscher Titel: "Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann") unter der Regie des Bond-Film-Routiniers Lewis Gilbert verpflichtet wurde. Aber ihre dort gezeigte Leistung überzeugte Hollywood und sie wurde 1990 nicht nur für den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert, sondern im gleichen Jahr auch mit dem British Academy Film Award als beste Darstellerin ausgezeichnet sowie für den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie nominiert. Die von ihrer äußeren Erscheinung unspektakulär und wenig glamourös wirkende Künstlerin unternahm auch weiterhin nur Gastspiele beim Film, nahm aber zahlreiche Rollen bei Fernsehserien an. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen rund 70 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1963 und 2017.
Felix Eitner 8. November 2025
Der bayerische Schauspieler Felix Eitner verstarb überraschend im Alter von nur 58 Jahren, wie die ZAV-Künstlervermittlung München mitteilte. Der aus dem Schweriner „Polizeiruf 110“ als TV-Kommissars Markus Tellheim bekannte ARD-Fernsehstar trat schon als Teenager vor die Kamera. In der Vorabendserie "Alles Klara" war er an der Seite von Wolke Hegenbarth als Hauptkommissar zu sehen. Der gebürtige Freiburger spielte auch im "Tatort" mit und übernahm Rollen in der TV-Reihe "Der Alte" und diversen "Soko"-Serien. „Gern hätte er öfter in guten Komödien mitgespielt“, sagte Eitner noch 2016 in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen – ein Wunsch, der nun unerfüllt bleibt.
Sally Kirkland 11. November 2025
Die in New York City geborene US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Sally Kirkland verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Hospiz in Palm Springs, Kalifornien. Die Schauspielerin, die an der Seite von Robert Redford, Paul Newman, Barbra Streisand, Charles Bronson und Kevin Costner auf der Leinwand zu sehen war, ist vor allem für ihren Auftritt 1973 in "Der Clou" bekannt. Für ihre Hauptrolle im Film "Anna... Exil New York" bekam sie 1987 neben einer Oscar-Nominierung den Golden Globe. Beim Film Forever (1992), in dem sie neben Sean Young spielte, war sie zum ersten Mal auch als Filmproduzentin tätig. In "Bruce Allmächtig" spielte sie 2003 an der Seite von Jim Carrey. Sally Kirklands Karriere lief über sechs Jahrzehnte. Sie spielte in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen mit. Im TV sah man die einst schlanke, blonde Darstellerin in Serien wie „Drei Engel für Charlie“ und „Hawaii Five-O“. 1968 sorgte sie mit einem Nackt-Auftritt am Theater für Aufsehen. Seit einem Jahr litt sie an Demenz und war in den letzten Monaten mehrmals schwer gestürzt. Sie brach sich dabei vier Halswirbel, das rechte Handgelenk und die linke Hüfte. Seitdem war sie beständig auf fremde Hilfe und Pflege angewiesen.
Homayoun Ershadi 11. November 2025
Der in Isfahan geborene iranische Schauspieler und ehemaliger Architekt Homayoun Ershadi erlag im Alter von 78 Jahren einer Krebserkrankung. Nach dem Abschluss seines Studiums der Architektur an der Universität Venedig arbeitete Ershadi für die nächsten 25 Jahre als Architekt im Iran und auch international. Bei einer Autofahrt durch Teheran wurde der oft mit Laiendarstellern arbeitende Regisseur Abbas Kiarostami auf das etwas länger an einer roten Ampel stoppende Fahrzeug von Ershadi aufmerksam, klopfte an dessen Autoscheibe und bot ihm eine Rolle in seinem nächsten Film "Der Geschmack der Kirsche" an, die dieser sofort mit großer Ehre annahm. Der Film hatte seine Uraufführung im Mai 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der zuvor in der Öffentlichkeit unbekannten Quereinsteiger spielte anschließend auch erfolgreich in einigen Hollywood-Produktionen mit, etwa in Marc Forsters Romanverfilmung "Drachenläufer" und im Action-Thriller "Zero Dark Thirty" von Kathryn Bigelow.
Hark Bohm 14. November 2025
Hark Hermann Bohm, der in Hamburg geborene deutsche Schauspieler, Drehbuchautor, Filmregisseur, Produzent und Dozent für Film am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg, verstarb im Alter von 86 Jahren ebenda. Er wuchs mit drei jüngeren Geschwistern auf der Nordseeinsel Amrum auf. Die fünf Wochen zuvor gestartete Premiere seines von Fatih Akın verfilmten gleichnamigen Romans "AMRUM"über seine Jugend in Kriegszeiten, an dessen Drehbuch er maßgeblich mitschrieb, hat er noch erlebt. Durch seinen jüngeren, 2006 verstorbenen Bruder Marquard Bohm, kam Hark Bohm in Kontakt mit der Münchner Filmszene um Rainer-Werner Fassbinder, worauf er sein juristisches Referendariat nach dem bestandenen Ersten Staatsexamen in München abbrach und sich ab 1969 hauptberuflich in verschiedenen Funktionen mit Film befasste. In Rudolf Thomas 1970 gedrehtem Film „Rote Sonne“, in dem Marquard an der Seite von Uschi Obermaier zum Star wurde, spielte Hark einen linken Studenten, und machte auch Ton. Im selben Jahr war er auch in „Der große Verhau“ von Alexander Kluge und in Fassbinders „Der amerikanische Soldat“ zu sehen. 1971 gründete Hark Bohm mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. 1972 debütierte er als Regisseur hinter der Kamera mit dem preisgekrönten Spielfilm „Tschetan, der Indianerjunge“, bei dem Michael Ballhaus die Kamera führte. Sein größter Erfolg wurde wurde jedoch 1977 das Jugend-Sozialdrama "Nordsee ist Mordsee". 1979 war er Mitbegründer des Hamburger Filmbüros und initiierte im selben Jahr auch das Filmfest Hamburg zusammen mit Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders. 1992 folgte seine Professur für Film an der Universität Hamburg, dessen Filmstudium ab 2004 in die Hamburg Media School integriert wurde. Im Jahr 2000 engagierte Bernd Eichinger ihn als Drehbuchautor und Regisseur für den TV-Zweiteiler Vera Brühne mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle. 2003 war Hark Bohm eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie in Berlin. Er und seine zweite Ehefrau Natalia adoptierten vier Kinder und betreuten zwei weitere Pflegekinder, eines davon war der 2022 verstorbene Schauspieler Uwe Bohm, der in über 110 Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte.
Alice & Ellen Kessler 17. November 2025
Die als Kessler Zwillinge in den Fünfziger- und Sechzigerjahren bekannt gewordenen »Königinnen des Tanzes« sind gemeinsam durch einen assistierten Suizid im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München verstorben. Ein Fremdverschulden am Tod des Schwesternpaares Alice & Ellen Kessler wurde ausgeschlossen. Die eineiigen Zwillinge standen mehr als 60 Jahre lang auf der Bühne, unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte. Besonders in den USA, in Frankreich und in Italien wurden die Schwestern gefeiert. Die Kesslers tanzten in New York, Caracas, Monte-Carlo, Barcelona, Buenos Aires oder Sydney, waren zu Gast in internationalen Fernsehshows und traten mehrfach in Kinofilmen auf. Die blonden Schwestern wurden in Sachsen geboren und 1955 vom Direktor des Pariser Lido entdeckt. 1936 nahe Leipzig geboren, flohen sie früh aus der DDR und starteten ihre Karriere als Tänzerinnen in Düsseldorf. Italien wurde ihre zweite Heimat, dort feierten sie große Erfolge und Kultstatus. Als ihren wohl größten Erfolg betrachten sie das Musical "Viola violino viola d'amore", mit dem sie in Italien auf Tour gingen. Privat blieben sie unverheiratet, lebten bis zuletzt zusammen in Grünwald bei München - nur durch eine Schiebetür getrennt. Disziplin, Dankbarkeit und Zweisamkeit nannten sie ihr Erfolgsgeheimnis. Noch mit 80 standen sie auf der Bühne, mit 88 konnten sie noch den Spagat. Alleine hätten sie es wohl nicht geschafft, zusammen ist man stärker. Und so gingen sie auch den letzten Schritt gemeinsam - vereint bis in den Tod.
Spencer Lofranco 18. November 2025
Der in Toronto geborene junge kanadische Schauspieler Spencer Lofranco verstarb sehr überraschend im Alter von nur 33 Jahren in der kanadischen Provinz British Columbia an der Küste des Pazifischen Ozeans. Über die Todesursache wurde bisher noch nichts bekannt. Seine Schauspielkarriere startete er 2013 in der Komödie "At Middleton" von Adam Rogers. Darin wurde er für die Rolle des Highschool-Abiturienten Conrad Hartman beim Denver Filmfestival als bester Nachwuchs-Darsteller ausgezeichnet. Seine erste Hauptrolle hatte er 2014 als der problematischer Teenager James Burns in Trevor Whites biografischem Krimifilm "Jamesy Boy". Im selben Jahr 2014 spielte er als Harry Brooks auch in Angelina Jolies Kriegsdrama "Unbroken" mit. Bis 2018 folgten nur noch drei weitere Spielfilme mit ihm, darunter zum Schluss das Biopic "Gotti" mit John Travolta als hochrangiger New Yorker Mafia-Boss John Gotti.
Ornella Vanoni 21. November 2025
Die italienische Sängerin Ornella Vanoni verstarb im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Mailand. Vanoni gehörte zu den produktivsten Sängerinnen der italienischen Musikszene und galt in Italien als eine Ikone. Die Karriere der gebürtigen Mailänderin ging mehr als sechs Jahrzehnte. Sie verkaufte über die Jahre mehr als 50 Millionen Platten und veröffentlichte rund 40 Studioalben. Vanoni wurde 1934 in eine wohlhabende Mailänder Familie geboren. Anfang der 1960er-Jahre erlangte die stets rothaarige Sängerin durch Fernseh-Musikfestivals erste Bekanntheit. Sie ging zunächst ans Theater, bevor sie sich später vollends der Musik widmete. Sie arbeitete unter anderem mit Musik-Größen wie Gino Paoli, Paolo Conte, Lucio Dalla oder Fabrizio De André. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "Senza Fine" (1961) und "Domani è un altro giorno" (1971). Mit ihrem Lied "L'appuntamento" war sie auch außerhalb Italiens erfolgreich und erlangte internationale Bekanntheit. Ursprünglich im Jahr 1970 veröffentlicht, erlebte das Stück 2004 als Soundtrack des Blockbusters "Ocean's Twelve" von US-Regisseur Steven Soderbergh ein Comeback.
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Bis zum Jahresende ergänzen wir die Liste ggf. hier mit NACHTRÄGEN, um dann ab Januar 2025 erneut wieder alle Meldungen für eine Veröffentlichung zum kommenden Totensonntag 2026 zu sammeln.
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Quellen: MSN | News.de | Gala | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Tagesspiegel | IMDb | dpa | ARD-Text | Wikipedia | T-Online | Focus | Spiegel | Die Zeit | FAZ | Süddeutsche Zeitung | RP-Online | Vip.de | Stern | u.a.
Eine umfassende Übersicht von weiteren verstorbenen Persönlichkeiten listet Wikipedia unter dem Eintrag Nekrolog 2025 auf.