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Junge Leute braucht die Berlinale

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Nach Londoner Vorbild umwirbt Berlinale Leiterin Tricia Tuttle die nächste Generation von Kinoliebhabern.



Die Berlinale 2026 wirft ihre Schatten voraus. Während der Kinostartplan zu Spekulationen über mögliche deutsche Wettbewerbsbeiträge und Gala-Premieren einlädt, zeichnen sich einige organisatorische Veränderungen ab. Das Festival muss mit zwei Millionen Euro weniger aus dem Bundeshaushalt auskommen. Trotzdem will Tricia Tuttle weiter auf die jungen Zuschauer zugehen.

Zu ihrem ersten Berlinale Jahrgang 2025 zog Berlinale Leiterin Tricia Tuttle heute in Berlin eine positive Bilanz. Berlin sei nach wie vor das größte Publikumsfestival der Welt. 340.972 Tickets wurden für die 947 Screenings von 243 Filmen verkauft, das ist ein neuer Rekord. Insgesamt verzeichnete das Event 455.742 Kinobesucher, die restlichen Karten gingen an die 17.134 Akkreditierten aus dem Fachpublikum und vom EFM sowie an 2429 berichtende Journalisten.

Vorstellungen im eWerk und im Arsenal

Nach der endgültigen Schließung des Arsenals wollte das Forum ins Silent Green umziehen, doch dort wird das noch im Bau befindliche Kino erst im April 2026 eröffnen. Das Forum wird daher mit einem Teil des Programms ins Cinema Paris ausweichen. Das alte Kino Arsenal am Potsdamer Platz wird reaktiviert, allerdings nur für Vorstellungen für Akkreditierte und nicht für das Publikum. Die Retrospektive zeigt ihr Programm künftig im neuen Standort der Kinemathek im eWerk.

Besonderes Augenmerk legt Tricia Tuttle auf das junge cinephile Publikum. Die Instagram-Präsenz des Festivals wurde ausgebaut, der im vergangenen neu gestarteten TicToc-Kanal der Berlinale hatte innerhalb weniger Tage bereits mehr als 60.000 Follower. Das Pilotprojekt mit einem Special-Badge für Zuschauer zwischen 14 und 25 für den Besuch der Vorstellungen des Generationen-Programms ist offenbar so gut angenommen worden, dass das Angebot nicht nur verstetigt wird. Dazu kommt ein Kartenkontingent für den ermäßigten Preis von sechs Euro je Karte für viele Vorstellungen aus dem Gesamtprogramm für die jungen Leute.

Neben dem bewährten Talent Campus wird es im kommenden Festivaljahrgang ein weiteres Angebot für den Filmnachwuchs geben. Innerhalb des Marktes organisiert die Berlinale an einem Tag ein Filmschool Programm.

Stabile Partnerschaften bei den Sponsoren

Tricia Tuttle leistet sich dies, obwohl sie wohl sparen muss. Der Zuschuss aus dem Etat von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bleibt bei 10,9 Millionen Euro. Er wird nicht wie seine Vorgängerin Claudia Roth zwei Millionen Euro draufpacken. Ob Berlin wieder einen Zuschuss von einer Million Euro gibt, war am Vormittag über die Pressestelle der Berlinale noch nicht zu erfahren. Dort wird auch beruhigt. Die Sponsoring- und Werbepartner der Berlinale seien ihr trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds treu geblieben.

NACHTRAG:

Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat heute im Laufe des Tages den Doppelhaushalt 2026/27 beschlossen.
Er sieht tatsächlich einen Zuschuss von einer Million Euro vom Land Berlin an die Berlinale vor.
In den kommenden Tagen soll der Etat vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden. 


Katharina Dockhorn



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