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News, Infos, Berichte aus der Film- und Fernsehbranche vom Berliner Arbeitskreis Film e.V.

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    Konkurrenz zu Babelsberg - Neues Filmstudio in London geplant.



    Im Studio Babelsberg haben am 12. Oktober 2016 die Dreharbeiten für Duncan Jones' mit Spannung erwarteten Sci-Fi-Thriller "Mute" begonnen, der vom Medienboard Berlin-Brandenburg mit 200.000 Euro gefördert wird. Als Hauptdarsteller für den komplett in Babelsberg und an verschiedenen Locations in Berlin produzierten NETFLIX Original Film stehen Alexander Skarsgård, Paul Rudd und Justin Theroux vor der Kamera. Weitere Rollen sind mit deutschen Schauspielern, u.a. mit Newcomerin Seyneb Saleh, besetzt.

    Duncan Jones filmt "Mute" u.a. in der neuen, einzigartigen Außenkulisse von Studio Babelsberg (Neue Berliner Straße) und an dem Ort, den er bereits als Kind kennen lernte:
    "Ich freue mich sehr, für die Dreharbeiten nach Berlin zurückzukehren, eine Stadt, in der ich für eine gewisse Zeit als Kind gelebt habe."

    Produzent Stuart Fenegan ergänzt: "Bei unserem allerersten Treffen vor 13 Jahren gab mir Duncan eine Version von "Mute"– und seitdem wollte ich diesen Film produzieren. Wir mussten vorher nur "Moon", "Source Code" und "Warcraft" machen und in der Zwischenzeit wurde NETFLIX zu dem neuen Ort für Filme. Die perfekte Heimat für "Mute".“

    Das Herzensprojekt des Regisseurs, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, basiert auf einer Geschichte, die er bereits vor 12 Jahren entwickelt hat. Der stumme Leo, gespielt von Alexander Skarsgård, sucht im Berlin des Jahres 2052 nach seiner verschwundenen Freundin und gerät dabei in die Schusslinie zweier durchtriebener Gegner, verkörpert von Paul Rudd und Justin Theroux.

    Produzent des futuristischen Film Noirs ist Jones‘ langjähriger Geschäftspartner Stuart Fenegan mit Liberty Films. Charles J.D. Schlissel zeichnet als Ausführender Produzent verantwortlich, gemeinsam mit den Co-Produzenten Henning Molfenter, Charlie Woebcken und Christoph Fisser von Studio Babelsberg.

    Für das Filmstudio ist der Drehbeginn eine gute Nachricht. Nach der Hauptversammlung im Juni 2016 hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die Auslastung im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen "alarmierend" sei.

    Zudem könnten nach dem Brexit der Engländer die aktuellen Währungsverschiebungen das exportorientierte Projektgeschäft von Studio Babelsberg existenzbedrohend beeinflussen, hieß es in einer Presseerklärung vom 24. Juni 2016. Der Absturz des englischen Pfundes weckte vor allem Begehrlichkeiten beim US Investment-Fonds Venus Grafton, der die in den letzten Jahren gut ausgebauten Londoner Pinewood Filmstudios wohl übernehmen wollte.

    Auch andere Produktionsunternehmen schätzen die derzeit sehr kostengünstigen Produktionsbedingungen Londons, was für Studio Babelsberg weniger gute Nachrichten sind.

    Neues Filmstudio in London geplant.
    Angespornt durch die gut ausgelasteten Pinewood Studios treibt Londons Bürgermeister Sadiq Khan ehrgeizige Pläne für ein neues Film- und TV-Studio voran, das im Osten der City in Dagenham entstehen soll – der erste Studio-Neubau dort seit 25 Jahren.

    Gemeinsam mit Film London, der Agentur zur Unterstützung der lokalen Filmbranche, dem Firmennetzwerk London Local Enterprise Panel LEP sowie der Londoner Gemeinde Barking & Dagenham, wo der neue Studiokomplex entstehen soll, will die Stadt nun eine Machbarkeitsstudie über das Projekt erstellen lassen.

    Eine solche neue Anlage wäre ein Segen für die britische Produktionslandschaft, die seit einigen Jahren boomt. Hollywood-Studios realisieren zunehmend ihre Big-Budget-Produktionen in den bereits vorhandenen Studios in Pinewood, Shepperton sowie in den Warner-Studios in Leavesden. Im vergangenen Jahr investierten internationale Produktionen bei den Filmfirmen in und um London eine Milliarde Pfund. Nur Los Angeles und New York ziehen weltweit mehr Produktionen an.

    Über Netflix.
    Das US-Unternehmen NETFLIX ist dagegen auf einen Produktionsstandort in Deutschland angewiesen, um hier zu expandieren und dadurch Fördergelder generieren zu können.

    Netflix ist mit über 83 Millionen Mitgliedern in mehr als 190 Ländern, die täglich über 125 Millionen Stunden Filme und TV-Serien – darunter auch Originalserien, -dokumentationen und -spielfilme – genießen, der größte Streamingdienst weltweit. Mitglieder können Filme und Serien jederzeit, überall und mit fast jedem beliebigen internetfähigen Endgerät unbegrenzt streamen, ohne dauerhafte Verpflichtungen einzugehen. Die Wiedergabe der ausgewählten Titel kann dabei ganz ohne Werbeunterbrechungen jederzeit gestartet, unterbrochen und fortgesetzt werden.

    Quellen: Medienboard | filmecho


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    International Emmy Kids Award: Märchen können wahr werden.


    Man könnte fast meinen, es sei der Griff nach den Sternen. Tatsächlich ist es kaum zu glauben, aber deutsche Märchenfilme sind auf Erfolgspfaden und könnten schon im nächsten Jahr von der International Academy of Television Arts & Sciences mit den International Emmys Awards belohnt werden.

    Jedenfalls wurden jetzt im Rahmen der MIPCOM in Cannes zwei deutsche Märchenfilme im Rennen um den International Emmy Kids Award für die nächste Ausgabe der Emmys nominiert. Beide Filme werden in der Kategorie TV-Movie/Miniserie allerdings bei der Vergabe am 4. April 2017 in Cannes gegeneinander antreten.

    Es sind Stefan Bühlings "Die weiße Schlange" (ZDF) und Zoltan Spirandellis "Die Salzprinzessin" (ARD/WDR). Sie konkurrieren mit Produktionen aus Großbritannien und den Niederlanden.

    Insgesamt sind in sieben Kategorien 28 Produktionen aus 13 Ländern für die International Emmy Kids Awards nominiert. Das größte Kontingent stellt Großbritannien (sechs) gefolgt von Brasilien (vier) und den Niederlanden (drei).
    Alle Nominierten unter: www.iemmys.tv

    Hier Bühlings ZDF Produktion der weißen Schlange aus dem Jahre 2015 in voller Länge auf YouTube:



    Zum Inhalt:
    Die weiße Schlange“ ist eines der weniger bekannten Grimm’schen Märchen. Darin schlachtet der junge Held, der ein großes Herz für Tiere hat, sein Pferd, um drei Rabenkinder vor dem Verhungern zu bewahren.

    Und hier Spirandellis ARD Produktion, die ebenfalls im letzten Jahr vom WDR gedreht wurde.



    Zum Inhalt:
    Es ist Zeit für König Christoph, das Zepter abzugeben. Eine seiner drei geliebten Töchter soll die Thronfolge antreten und eine ebenso barmherzige Regentin werden wie die verstorbene Königin. Prinzessin Amélie ist zwar die Jüngste, sie wäre aber eine gute Wahl. Als sie wieder einmal den Wald erkundet, entdeckt sie einen prächtig funkelnden Salzkristall - und begegnet dem Prinzen Thabo aus dem fernen Königreich Bokanda. Er verliebt sich in Amélie. Doch bevor er ihren Namen erfahren kann, ist sie schon wieder weg. Bei Hofe hat König Christoph einen Entschluss gefasst: Die Tochter, die ihm die schönste Liebesbekundung macht, soll Königin werden.

    Beim weltgrößten TV-Markt (MIPCOM) findet vom 17.-20. Oktober 2016 der internationale Vertrieb von Fernsehrechten statt. Deutsche TV-Filme spielen eine immer größere Rolle auf der MIPCOM, und sie produzieren Inhalte auf Weltniveau, sagte Messe-Chefin Laurine Garaude der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

    Die MIPCOM in Südfrankreich zeigt, was schon bald in Millionen Wohnzimmern über die Bildschirme flimmert. Die Ware der Messe sind Fernseh- und Filmprogramme. Die Veranstalter erwarten 14.000 Verantwortliche von Sendern, Produktionsfirmen, Programmvertrieben, Internetplattformen und Medienkonzernen aus aller Welt. Sie alle werden die Strandpromenade Croisette und den Palais des Festivals in Cannes bevölkern, um hier geeignete Programme zu suchen und zu finden.

    Auch für das 15 Millionen Euro teure Historienepos „Maximilian und Marie von Burgund“, das in Zusammenarbeit mit ZDF und ORF entstand, stehen die Verkaufschancen gut, ebenso wie für den aufwendigen international produzierten Zweiteiler „Gotthard“ über den Bau des Tunnels Ende des 19. Jahrhunderts. Schon jetzt wird im Programmvertrieb Beta Film die neun Millionen Euro teure Produktion um einen ostdeutschen „Romeo“-Agenten (Tom Schilling) in den 70er Jahren in Berlin unter dem Titel „The Same Sky“ an ausländische Sender verkauft. Unter der Regie von Oliver Hirschbiegel sind auch Ben Becker, Anja Kling und Claudia Michelsen zu sehen. Bei uns wird der Mehrteiler voraussichtlich nächstes Frühjahr im ZDF ausgestrahlt.



    Auch Studio Babelsberg dreht wieder Märchenfilme.
    Gestern fiel die erste Klappe für Dennis Gansels "Jim Knopf". Fast 14 Jahre Vorbereitungszeit wurden benötigt, um Michael Endes Kinderbuch zu verfilmen. Bereits der dritte Teil von Michael Endes "Die Unendliche Geschichte - Rettung aus Phantasien" wurde vor 22 Jahren im Studio Babelsberg gedreht, während Teil I und Teil II noch vor der Wende (1984 & 1989) bei der Bavaria in München verfilmt wurden. Allerdings können noch heute einzelne Requisiten der ersten Teile auch im Filmpark Babelsberg bewundert werden.

    Produzent Christian Becker erfüllt sich mit "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" einen lange gehegten Traum:
    "Nach unglaublichen fast 14 Jahren der Vorbereitung freue ich mich ganz besonders, diesen Kinderbuchklassiker von Michael Ende als Realverfilmung zusammen mit Willi Geike und der Warner Bros. endlich für die große Kinoleinwand umsetzen zu können. Es ist großartig, mit Regisseur Dennis Gansel nicht nur einen international erfolgreichen Regisseur, sondern auch einen Freund, mit dem ich seit dem Studium zusammenarbeite, an Bord zu haben, und zu wissen, dass uns unglaubliche Kulissen erwarten, für die Production Designer Matthias Müsse mit seinem Team verantwortlich zeichnet. Aber das tollste ist, dass wir so einen wunderbaren Cast gefunden haben - allen voran Solomon Gordon als Jim Knopf und Henning Baum als Lukas, der Lokomotivführer - einem väterlichen Freund und Adoptivvater, wie ihn sich wohl jeder Waisenjunge wünschen würde."

    "Das war für mich schon immer der große Fantasy- und Abenteuerstoff. Für mich ist das mein Traumprojekt", erklärte Regisseur Dennis Gansel gestern zu Beginn der Dreharbeiten seiner Realverfilmung "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" in Studio Babelsberg.

    Für Studio Babelsberg kommt die Produktion im rechten Moment. Nach dem Beginn der Dreharbeiten für Duncan Jones' mit Spannung erwarteten NETFLIX-Thriller "Mute" am 12. Oktober 2016 scheint der Studiobetrieb für den Herbst gesichert zu sein. Mitte des Jahres hieß es noch von der Unternehmensleitung, dass die Auslastung im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen "alarmierend" sei, wie wir am 14. Oktober 2016 berichteten.

    Die Märchenfilmproduktion der Rat Pack Filmproduktion in Koproduktion mit Warner Bros. Film Productions Germany, Malao Film, Studio Babelsberg und Bavaria Studios & Production Services wird an über 60 Drehtagen nach einem Drehbuch von Dirk Ahner, Sebastian Niemann und Andrew Birkin in Studio Babelsberg, der Bavaria und in Kapstadt gedreht werden. Warner Bros. plant den Kinostart für 2018, den Weltvertrieb hat Timeless Films / Constantin Film übernommen. Fördermittel gab es vom Medienboard Berlin-Brandenburg, dem FFF Bayern, der MFG Baden-Württemberg, der FFA, dem DFFF und dem German Motion Picture Fund.

    Die Hauptrollen in "Jim Knopf und der Lokomotivführer" spielen Solomon Gordon als Jim Knopf und Henning Baum; weitere Rollen haben Annette Frier, Christoph Maria Herbst, Uwe Ochsenknecht und Rick Kavanian übernommen. Mit der Hollywood-Legende Shirley MacLaine sowie Michael "Bully" Herbig und Milan Peschel sind auch international bekannnte Stars vertreten. Jim Knopf gewann 1960 den Deutschen Jugendbuchpreis. Der Folgeband aus dem Jahr 1962 heißt "Jim Knopf und die Wilde 13". Die Serie wurde erstmals 1961/62 in Schwarz-Weiß gedreht und 1976/77 schon einmal in Farbe komplett neuverfilmt.

    Kurzinhalt:
    Als der König von "Lummerland" den Bahnbetrieb stillzulegen droht, beschließt der kleine schwarze Junge Jim, der auf der Insel als Waisenkind großgezogen wurde, in einer Nacht und Nebel Aktion mit der zum Schiff umgebauten Lokomotive "Emma" die Insel zu verlassen. Nach langer Seereise landen er und Lukas in China, werden aber abgewiesen und versuchen die Krone der Welt zu überwinden. Dabei entkommen die beiden Abenteurer nur ganz knapp dem Tod, da das Gebirge unter den tausendfach reflektierten Schallwellen der fahrenden Lokomotive zusammenbricht. Danach erreichen sie das Land der tausend Vulkane, befreien im weiteren Verlauf der Reise 13 wilde Kinder und fangen auf der Rückfahrt schwimmende Insel ein, die sie zum viel zu kleinen Lummerland bringen.

    Link: www.studiobabelsberg.com
    Quellen: dpa | Focus | Blickpunkt:Film | Medienboard


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    Anhörung im Bundestag: Ausschuss Kultur und Medien - BKM fordert Länder-Engagement beim Filmerbe ein.



    Berlin, 20. Oktober 2016:

    Bereits am 9. Oktober 2016 wiesen wir in einem Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags darauf hin, dass am 19. Oktober 2016 die Expertenanhörung vor dem Bundestagsausschuss Kultur und Medien zum Thema Filmerbe stattfinden wird. Dort hob Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Ihrer Rede hervor, dass die Länder „nun endlich auch beim Filmerbe ihre Verantwortung wahrnehmen müssen“, weil für Kultur in Deutschland die Länder hoheitlich zuständig sind. Auf ein solches Signal und auf einen signifikanten Beitrag warte man schon viel zu lange.

    Monika Grütters weiter: „Der Bund stellt seit Jahren Gelder zur Restaurierung und jeweils 1 Mio. Euro für die Digitalisierung wichtiger Filme zur Verfügung. So konnten bereits Klassiker wie ‚Metropolis‘ restauriert und mehr als 400 Filme digitalisiert werden. Dieses Engagement des Bundes allein reicht aber bei weitem nicht aus.“

    Die Kulturstaatsministerin hat außerdem den Ausbau eines Bestandskatalogs gefördert, der einen öffentlich zugänglichen Überblick über die in den Filmarchiven lagernden Filme ermöglichen und somit die Digitalisierung erleichtern soll. Am 2. Dezember 2016 wird sie zudem für den Landesvorsitz der Berliner CDU kandidieren und sich somit stärker in die Landespolitik Berlins einmischen können.

    Katharina Dockhorn hat für uns nachfolgend die Anhörung zusammengefasst:

    Filmwissenschaftler, Produzenten und Archivare fordern eine Aufstockung der finanziellen Mittel zur Digitalisierung und Rettung des deutschen Filmerbes. "Lasst uns mit dem Anfangen anfangen", fasste Rainer Rother, Direktor der Stiftung Kinemathek, die Appelle der Sachverständigen in einer öffentlichen Anhörung des Kulturausschusses über den Antrag der Fraktion die Linke "Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten" (18/8888) zusammen.

    Das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) als "Jahrhunderaufgabe" bezeichnete Unterfangen kostet nach dem Gutachten "Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes" der Wirtschaftsprüfer von PWC 473,9 Millionen Euro. Um diese Kosten zu schultern, diskutieren Bundesregierung, Bundesländer und die Filmwirtschaft seit mehreren Jahren über ein Bündnis für das Filmerbe. Zehn Millionen Euro sollen jährlich über einen Zeitraum von zehn Jahren für die Digitalisierung ausgegeben werden. Jeder der Partner soll ein Drittel der Kosten tragen. "Anschließend wissen wir, wie wir mit dem Rest der Bestände umgehen", sagte Rother. Er machte auf das Ungleichgewicht der Ausgaben für die Filmförderung, für die die drei Partner 330 Millionen Euro jährlich aufbringen, und die Bewahrung des Filmerbes aufmerksam. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2017 sind für die Digitalisierung eine Millionen Euro eingestellt. Von den Ländern haben bislang Berlin und Brandenburg ihren Anteil nach dem Königsteiner Schlüssel bereitgestellt, sie förderten im vergangenen Jahr Digitalisierungsvorhaben mit 450.000 Euro.

    Die Filmförderungsanstalt unterstützt die Digitalisierung seit 2012 mit einer Million Euro jährlich, in diesem Jahr hat sie auf zwei Millionen aufgestockt. 15.000 Euro stehen je Film für eine Sicherung im 2K-Format bereit, die Rechteinhaber müssen einen Eigenanteil von 20 Prozent erbringen. Die Auswahl der Titel erfolgt nach drei gleichwertigen Kriterien, der kommerziellen Vermarktbarkeit des Films, filmkünstlerischen Gesichtspunkten und dem technischen Zustand des Originalmaterials.

    Christine Grieb, Geschäftsführerin des Verbands der filmtechnischen Betriebe, unterstrich ebenso wie Alice Brauner, Geschäftsführerin der Berliner CCC Filmkunst GmbH, die Dringlichkeit der Erhöhung der finanziellen Mittel. Die professionellen Strukturen, das heißt das personelle Know-how und die technische Infrastruktur, würden verschwinden, wenn der Startschuss für das Bündnis nicht bald erfolgt. "Die Firmen sind in einer dramatischen wirtschaftlichen Situation, da der Markt ihre Leistungen ohne staatliche Unterstützung nicht abruft. Sie werden im kommenden Jahr schließen. Die Kapazitäten können nur mit hohem Aufwand wieder aufgebaut werden," führte Grieb aus.

    Der Filmschatz von 250 Titeln der Produzentenlegende Artur Brauner ist akut gefährdet, darunter die Karl-May-Verfilmung "Im Reich des Silbernen Löwen". Seine Tochter Alice Brauner plädierte für die Digitalisierung im Format 4K Ultra HD. Für die digitale Überarbeitung des Filmklassikers "Es geschah am helllichten Tag" mit Heinz Rühmann gab sie gerade 25.000 Euro aus. "Unter diesem technischen Standard ist eine kommerzielle Auswertung im Kino oder im Fernsehen kaum möglich". Brauner forderte die öffentlich-rechtlichen Sender auf, das deutsche Filmerbe in die Hauptprogramme aufzunehmen.

    Die Experten forderten unisono, auch die analogen Kopien zu pflegen. "Wir wollen auch alle Materialien dauerhaft im Originalzustand erhalten", betonte Michael Hollmann, Direktor des Bundesarchivs, zu dessen Bestand 150.000 Titel in 1,2 Millionen Filmrollen gehören. Mit dem gegenwärtigen Etat des Bundesfilmarchivs könne er diese Doppelstrategie jedoch nicht umsetzen. Die Schließung der eigenen Kopierwerke in Koblenz und Berlin-Hoppegarten ist bereits angekündigt, es sind die letzten am Traditionsstandort Deutschland. Bundesfilmarchiv und die Stiftung Deutsche Kinemathek hoffen, dass die Regierungsparteien ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen, die Zuweisungen für beide Institutionen zu erhöhen.

    Quellen: (hib/DOK) | (www.filmportal.de/news)


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    Geplantes Kurdisches Filmfestival wurde abgesagt.


    Das vom 4.11.-9.11.2016 im Berliner Kino Babylon Mitte sowie an anderen Veranstaltungsorten in Berlin geplante Festival ist abgesagt, heißt es auf Berlin.de

    Mehr dazu als Eilmeldung in unserem BAF-Forum unter ShortLink: fb.me/1GDMceWio


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    In Gedenken an die Verstorbenen 2016 Teil II - ab Mitte Juli und ggf. mit Nachträgen bis Jahresende.



    Seit zehn Jahren existiert nun unser BAF-Filmtagebuch und seit sieben Jahren erinnern wir immer am Totensonntag an jene Personen aus der Schauspiel-, Film-, Fernseh- und Medienbranche, die von uns gegangen sind. Diese Tradition wollen wir auch 2016 fortsetzen. Die zahlreichen Nachrufe erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden aber nach bestem Wissen erstellt. Wegen der Fülle an Daten von 128 Verstorbenen, musste die chronologische Auflistung diesmal in zwei Artikel aufgeteilt werden.

    Ältere Einträge finden Sie unter dem 21. November 2010, unter dem 20. November 2011, unter dem 25. November 2012, unter dem 24. November 2013, unter dem 23. November 2014 und unter dem 22. November 2015.

    Sie ruhen in Frieden Teil II

    Sydney H. Schanberg 9. Juli 2016
    Miriam Pielhau 12. Juli 2016
    Héctor Babenco 13. Juli 2016
    Garry Marshall 19. Juli 2016
    Klaus Spürkel 20. Juli 2016
    Isolde Rinker 23. Juli 2016
    Kussai Abtini 1. August 2016
    David Huddleston 2. August 2016
    Terence Bayler 2. August 2016
    Volker Baer 4. August 2016
    Barry Jenner 8. August 2016
    Kenny Baker 13. August 2016
    Daniel Josefsohn 13. August 2016
    Hermann Kant 14. August 2016
    Arthur Hiller 17. August 2016
    Oliver Rath 18. August 2016
    Gene Wilder 29. August 2016
    Marc Riboud 30. August 2016
    Sigrid Marquart 30. August 2016
    Jon Polito 1. September 2016
    Alexis Arquette 11. September 2016
    Hilmar Thate 14. September 2016
    Kim McGuire 14. September 2016
    Rolf Losansky 15. September 2016
    Tarik Akan 16. September 2016
    Edward Albee 16. September 2016
    Curtis Hanson 20. September 2016
    Michael Altmann 25. September 2016
    Hans Korte 25. September 2016
    Gary Glasberg 28. September 2016
    Andrzej Wajda 9. Oktober 2016
    Patricia Barry 11. Oktober 2016
    Manfred Krug 21. Oktober 2016
    Oleg Popow 2. November 2016
    Leonard Cohen 7. November 2016
    Robert Vaughn 11. November 2016
    Heribert Sasse 19. November 2016

    Teil I von Januar bis Juli 2016 lässt sich hier einsehen.

    Jeweils am Ende der Auflistung sind in der erweiterten Ansicht detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.


    "Nachrufe zum Totensonntag 2016 Teil 2" vollständig lesen

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    In Gedenken an die Verstorbenen 2016 Teil I von Januar bis Juli.



    Seit zehn Jahren existiert nun unser BAF-Filmtagebuch und seit sieben Jahren erinnern wir immer am Totensonntag an jene Personen aus der Schauspiel-, Film-, Fernseh- und Medienbranche, die von uns gegangen sind. Diese Tradition wollen wir auch 2016 fortsetzen. Die zahlreichen Nachrufe erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden aber nach bestem Wissen erstellt. Wegen der Fülle an Daten von 128 Verstorbenen, musste die chronologische Auflistung diesmal in zwei Artikel aufgeteilt werden.

    Ältere Einträge finden Sie unter dem 21. November 2010, unter dem 20. November 2011, unter dem 25. November 2012, unter dem 24. November 2013, unter dem 23. November 2014 und zuletzt unter dem 22. November 2015.

    Sie ruhen in Frieden

    Herbert Huber 3. Januar 2016
    Maja Maranow 4. Januar 2016
    Achim Mentzel 4. Januar 2016
    Michel Galabru 4. Januar 2016
    Pierre Boulez 5. Januar 2016
    Busso von Müller 5. Januar 2016
    Silvana Pampanini 6. Januar 2016
    David Bowie 10. Januar 2016
    Michael Galeota 10. Januar 2016
    David Margulies 11. Januar 2016
    Ruth Leuwerik 12. Januar 2016
    Alan Rickman 14. Januar 2016
    Dan Haggerty 15. Januar 2016
    Ettore Scola 19. Januar 2016
    Abe Vigoda 26. Januar 2016
    Jacques Rivette 29. Januar 2016
    Frank Finlay 30. Januar 2016
    Wolfgang Rademann 31. Januar 2016
    Haro Senft 4. Februar 2016
    Roger Willemsen 7. Februar 2016
    George Gaynes 15. Februar 2016
    Andrzej Żuławski 17. Februar 2016
    Umberto Eco 19. Februar 2016
    Harper Lee 19. Februar 2016
    Ove Verner Hansen 20. Februar 2016
    Douglas Slocombe 22. Februar 2016
    Margit Geissler-Rothemund 22. Februar 2016
    Peter Lustig 23. Februar 2016
    Francois Dupeyron 25. Februar 2016
    Zdeněk Smetana 25. Februar 2016
    Stefan Lisewski 26. Februar 2016
    George Kennedy 28. Februar 2016
    Lee Reherman 29. Februar 2016
    Pat Conroy 4. März 2016
    George Martin 8. März 2016
    Ken Adam 10. März 2016
    Heinz Badewitz 10. März 2016
    Carlo Rola 14. März 2016
    Rudolf Waldemar Brem 17. März 2016
    Larry Drake 17. März 2016
    Rudolf Waldemar Brem 17. März 2016
    Jan Němec 18. März 2016
    Joe Santos 18. März 2016
    Ricardo Larrain 21. März 2016
    Rita Gam 22. März 2016
    Ken Howard 23. März 2016
    Garry Shandling 24. März 2016
    Roger Cicero 24. März 2016
    Patty Duke 29. März 2016
    Tamara Wyss 30. März 2016
    Hendrikje Fitz 7. April 2016
    Erika Rabau 10. April 2016
    Doris Roberts 17. April 2016
    Karl-Heinz von Hassel 19. April 2016
    Ronit Elkabetz 19. April 2016
    Guy Hamilton 20. April 2016
    Prince Rogers Nelson 21. April 2016
    Rudolf Wessely 25. April 2016
    Arne Elsholtz 26. April 2016
    Uwe Friedrichsen 30. April 2016
    Madeleine Lebeau 1. Mai 2016
    Niklaus Schilling 6. Mai 2016
    Werner Kließ 12. Mai 2016
    Darwyn Cooke 14. Mai 2016
    Erika Berger 15. Mai 2016
    Moidele Bickel 16. Mai 2016
    Alan Young 19. Mai 2016
    Velimir Bata Zivojinovic 22. Mai 2016
    Volker Gunske 25. Mai 2016
    Giorgio Albertazzi 28. Mai 2016
    Muhammad Ali 3. Juni 2016
    Christine Wiegand 5. Juni 2016
    Michu Mészáros 13. Juni 2016
    Ann Guilbert 14. Juni 2016
    Ron Lester 17. Juni 2016
    Paul Cox 18. Juni 2016
    Anton Yelchin 19. Juni 2016
    Götz George 19. Juni 2016
    Benoîte Groult 20. Juni 2016
    Andrzej Kondratiuk 22. Juni 2016
    Michael Herr 23. Juni 2016
    Bernie Worrell 24. Juni 2016
    Benjamin Patterson 25. Juni 2016
    Bud Spencer 27. Juni 2016
    Scotty Moore 28. Juni 2016
    Bengt von zur Mühlen 30. Juni 2016
    Michael Cimino 2. Juli 2016
    Noel Neill 3. Juli 2016
    Abbas Kiarostami 4. Juli 2016
    Martina Servatius 4. Juli 2016
    Jacques Rouffio 8. Juli 2016

    Zu Teil II mit Einträgen ab ab 9. Juli 2016 bitte hier klicken.

    Jeweils am Ende der Auflistung sind in der erweiterten Ansicht detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.



    "Nachrufe zum Totensonntag 2016 Teil 1" vollständig lesen

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    21st Century Fox will Bezahlsender Sky komplett übernehmen.



    Der US-Konzern 21st Century Fox des Medienmoguls Rupert Murdoch will den britischen Bezahlsender Sky komplett übernehmen. Murdochs Film- und Fernsehunternehmen Twenty-First Century Fox wurde im Jahr 1979 als News Corporation gegründet. Die verlustreichen Printmedien wurden 2013 in eine neugegründete News Corp. ausgegliedert, wodurch der Unternehmensfokus neben dem Film- und Fernsehgeschäft auch verstärkt auf das Pay-TV ausgerichtet werden konnte. Fox hält bereits 39 Prozent am britischen Sky-Sender und muss sich bis zum 6. Januar 2017 entscheiden, ob er eine bindendes Angebot vorlegen oder von einer Übernahme Abstand nehmen will. Immerhin schossen die Aktien von Sky in London nach der Verkündung um 30% in die Höhe.

    Sky Deutschland, ehemals Premiere, ist auch der führende Bezahlfernsehsender in Deutschland und Österreich. Der 1990 gegründete Sender ging 2005 an die Börse und machte 2008 mit der Pleite des 2011 verstorbenen Münchner Medienunternehmers Leo Kirch eine existenzbedrohende Krise durch. Auf Betreiben von Rupert Murdoch gehört Sky Deutschland nun zur britischen Sendergruppe BSkyB. Der Medientycoon Rupert Murdoch hält über seine News Corporation weiterhin 54,5 Prozent der deutschen Anteile.

    Pay-TV-Riese Sky tritt den Weg ins Free-TV an.
    Wie das Unternehmen kürzlich vermeldete, ist der 24-Stunden-Sportnachrichtensender Sky Sport News HD seit Anfang Dezember über alle Verbreitungswege, d.h. via Satellit, Kabel, IPTV, Web frei empfangbar.

    "Seit dem Senderstart vor viereinhalb Jahren ist Sky Sport News HD als 24-Stunden-Sportnachrichtensender einzigartig im deutschen TV-Markt. Wir sind überzeugt davon, dass sich der Sender auch über den Kreis der Sky Kunden hinaus großer Beliebtheit erfreuen wird und ein großartiges Aushängeschild der Marke Sky als Deutschlands Sportanbieter Nummer 1 sein wird", erklärt Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Sky Deutschland. Der Start des ersten Free-TV-Senders sei "ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung von Sky Deutschland. Auch im Free TV werde Sky Sport News HD im Rolling-News-Prinzip umfassend und topaktuell aus der Welt des Fußballs und des gesamten Sports berichten."

    Die anderen Pay-TV-Kanäle wie Sky-Cinema und weitere Sport- & Spartenkanäle bleiben von der Maßnahme unbenommen und können nur mittels eines extra Sky-Receivers und einer kostenpflichtigen Chipkarte empfangen werden. Darunter befindet sich auch der US Discovery Channel, der kürzlich vom IOC die Verbreitungsrechte der Olympischen Spiele 2018 bis 2024 erworben hat. Demnach werden die nächsten Olympischen Spiele nicht mehr bei ARD & ZDF zu sehen sein. Ein Teil der Sendungen wird aber auf Eurosport frei empfangbar bleiben. Weitere Sport- & Olympiasendungen werden dagegen nur kostenpflichtig auf Eurosport 2 sowie auf den Sky-Sport-Kanälen zu sehen sein.

    Rupert Murdoch wollte auch Time Warner übernehmen.
    Rupert Murdoch hatte schon 2014 versucht, den Rivalen Time Warner Inc. zu schlucken. Diese Übernahme hätte die Medienlandschaft auf den Kopf gestellt. Time Warner wies die Annäherungsversuche damals allerdings zurück. Ein Zusammenschluss wäre die Krönung von Murdochs Karriere gewesen, mit dem er einen weltumspannenden Medienkonzern schaffen wollte. Zu einem fusionierten Branchengiganten würden Fernsehsender wie Fox, TNT oder der in den USA beliebte Bezahlsender HBO gehören. Überdies wären die großen Hollywood-Studios 20th Century Fox und Warner Bros. Teil seines Geschäfts geworden. 

    "Der Verwaltungsrat von Time Warner hat es abgelehnt, auf unser Angebot einzugehen", erklärte Murdochs 21st Century Fox. Time Warner seinerseits erklärte, das Angebot sei "nicht im besten Interesse" des Unternehmens und seiner Anteilseigner. Time Warner sei alleine stärker; zudem berge ein Zusammenschluss dieser Größe viele Risiken und es sei nicht leicht, einen solchen Konzern zu steuern.

    Time Warner Übernahme nun durch AT&T.
    Ende Oktober 2016 wurde bekannt, dass nunmehr der Mobilfunkriese AT&T Time Warner für 85 Milliarden Dollar kaufen will. Geht der Deal über die Bühne, könnte Jeff Bewkes, Chef des US-Medienkonzerns Time Warner, auf einen dicken Millionen-Bonus hoffen. Bis zu 32 Millionen Dollar könnte er einstreichen. Beide Seiten stimmten dem Deal bereits zu. Die geplante Übernahme stieß in den USA allerdings auf Vorbehalte in der Politik unter US-Präsident Barack Obama. Auch die Kartellbehörde FCC hat ein Wörtchen mitzureden. AT&T-Chef Randall Stephenson sagte dagegen, dass er mit einer Genehmigung durch die Behörden rechne, zumal die Megafusion unter dem zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump möglicherweise leichter vonstatten gehen könnte. Die Transaktion solle bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Da das Kerngeschäft stagniert, erschließt sich der Mobilfunker mit dem Deal neue Erlösquellen.

    Time Warner trat zudem Spekulationen über ein konkretes Kaufinteresse anderer Unternehmen entgegengetreten. „Niemand sonst ist wegen eines Deals auf das Unternehmen zugekommen“, sagte Bewkes dem TV-Sender CNBC. Medienberichten zufolge soll aber auch Apple an der Time-Warner-Gruppe, zu der die TV-Sender HBO ("Game Of Thrones", "Sopranos", "Sex And The City", um nur einige Hit-Titel zu nennen) und CNN sowie das Filmstudio Warner Bros gehören, interessiert gewesen sein.

    AT&T schickt DirecTV Now zum Kampfpreis in die Web-TV-Arena.
    Randall Stephenson, CEO von AT&T und der größte Mobilfunk-Anbieter des Landes nach Verizon Wireless, setzte bereits im vergangenen Jahr mit dem Kauf des Satelliten-TV-Anbieter DirecTV für ebenfalls stolze 50 Milliarden Dollar auf das Fernsehgeschäft. Nun will er mit preisaggressivem Web-TV-Angebot den US-Pay-TV-Markt aufmischen. Das webbasierte Live-TV-Paket soll 35 Dollar im Monat kosten und über 100 Kanäle umfassen. AT&T wollte DirecTV Now noch vor Ende des Jahres 2016 launchen, mit an Bord sind Programme von Networks wie Time Warner, Fox und NBCUniversal sowie Kabelsendergruppen wie A+E Networks und Scripps.

    "Das ist kein Müll, den keiner sehen will. Es ist der Premium-Content, den wir kennen, lieben und gerne ansehen", wird Stephenson von »Deadline« zitiert. Man nehme mit dem Angebot 20 Mio. Haushalte ins Visier, die dem Pay-TV-Ökosystem über die letzten Jahre den Rücken zugekehrt haben. "Die Zukunft des Mobil-Geschäfts ist Video, und die Zukunft von Video ist mobil. Die allgegenwärtigen Mobil-Geräte wie Smartphones haben für viele Nutzer erst den PC ersetzt. Jetzt wird über sie auch immer mehr Video geschaut - allein die Zahlen von Facebook sind ein klarer Beleg dafür", so Stephenson.

    Der Preis von 35 Dollar fällt dabei geringer aus als von Analysten erwartet. Darüber hinaus werden AT&T-Kunden offenbar beim Mobilvolumen entlastet. Der AT&T-Chef räumte allerdings augenzwinkernd ein, nicht sonderlich viel Ahnung von der Führung eines Filmstudios oder Premium-TV-Networks zu haben, weshalb er die Fusion mit Time Warner vorantreiben will. AT&T, die bisher nur Telefonie in den USA anboten, könnten durch die Übernahme von Time Warner auf Kabelfernsehangebote von Warner Brothers Pictures Inc. zurückgreifen.

    Der Kabel-TV-Anbieter Comcast ging diesen Weg bereits 2011 mit der damals heftig diskutierten Übernahme von NBCUniversal mit den NBC-TV-Sendern und dem Hollywood-Studio Universal Pictures. Für den Deal musste NBC allerdings die Kontrolle über die Hulu-Website aufgeben, auf dem in den USA Fernsehserien von Fox und Disneys ABC in Internet angesehen werden können - samt Abo-Version mit noch mehr Programmen. Vorheriger Besitzer war der traditionsreiche Mischkonzern General Electric. Das Ziel ist auch, neu zu ordnen, wer und an welcher Stelle das Geld mit Videoinhalten verdient, auch wenn die Deals sehr stark auf die Besonderheiten des US-Marktes zugeschnitten sind. Mit exklusiven Fernsehinhalten wollen die Telekom-Konzerne nun den Kabelfernsehgesellschaften und Internetunternehmen entgegentreten.

    Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an, der auch Europa erfassen wird.
    Die überdimensionale Fusion lässt ahnen, wie sich der Medienmarkt verändern wird. Ein Paradigmenwechsels zur großen mobilen Zukunft aller Bewegtbildinhalte, bei dem Kino und Fernsehen - mit Einschränkungen und einer gewissen Übergangszeit - das Nachsehen haben werden. 16 Jahre ist es her, dass die damalige Internet-Luftblase AOL Time Warner übernahm und damit eines der größten Fusionsdesaster der Mediengeschichte anrichtete, von dem sich Time Warner geradezu vorbildlich erholt hat. Wie wir anlässlich einer Diskussionsrunde beim Berliner Filmfestivals "Around the Wold in 14 Films" berichteten, hat Warner Bros. angekündigt, das Kinofenster in den USA zugunsten von Video on Demand (VoD) bei einigen Filmen streichen oder zumindest kürzen zu wollen.

    Jetzt passiert in den USA im größeren Maßstab das, was auch in Deutschland schon seit geraumer Zeit von den Telefongesellschaften versucht wird. Der Mobilfunkanbieter Vodafone übernahm in Deutschland das Kabelfernsehgeschäft von Kabel Deutschland und den Internetprovider Arcor, womit die Telefongesellschaft nunmehr Kabelfernsehen, Festnetztelefonie und Mobilfunk aus einer Hand anbieten kann. Auch die Telekom hatte dies versucht, scheiterte aber am Kartellamt. Dennoch kann die Telekom mittlerweile ebenfalls alles aus einer Hand anbieten, da sie ihr Telefonnetz für Videostream aufgerüstet hat. Das funktioniert sogar über mit den DSL-Anschlüssen über die zweiadrigen Kupferleitungen relativ gut, auch wenn noch nicht in so hoher Geschwindigkeit wie bei der Kabelkonkurrenz. Zukünftig verlegt auch die Telekom deshalb Glasfaserleitungen ins Haus, um mehr Netzgeschwindigkeit für den Videostream seines Entertain-Angebotes anbieten zu können.

    Quellen: dpa | Reuters | W&W | Handelsblatt | Blickpunkt:Film | Digitalfernsehen.de


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    Kulturförderung sind keine Beihilfen nach dem europäischen Wettbewerbsrecht, sondern Ausdruck nationaler Identität.



    Dem Deutschen Kulturrat dürfte die Meldung gefallen haben, dass Kulturförderung keine Beihilfe nach dem europäischen Wettbewerbsrecht darstellt, sondern Ausdruck nationaler Identität ist. Schon seit geraumer Zeit setzt sich der Deutsche Kulturrat auch bei den Verhandlungen mit den USA um das Freihandelsabkommen TTIP dafür ein, dass die Deutsche Kultur ausgeklammert bleibt, damit nicht fremde Schiedsgerichte über unsere Kulturgüter plötzlich Stimmenoberheit bekommen. Das gilt für die Buchpreisbindung ebenso wie für die Förderung von Filmkunst.

    Laut Pressemeldung ist es Kulturstaatsministerin Monika Grütters gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium und den Ländern gelungen, in mehrjährigen Verhandlungen mit der Europäischen Kommission die kulturpolitischen Interessen Deutschlands mit Erfolg zu verteidigen. Die Sonderrolle der Kultur wird künftig im EU-Beihilferecht umfänglich anerkannt. Die Europäische Kommission folgt damit der von Deutschland vertretenen Auffassung, dass große Teile der staatlichen Kulturförderung keine Beihilfen nach dem europäischen Wettbewerbsrecht darstellen, sondern Ausdruck nationaler Identität und Garant künstlerischer Freiheit sind.

    Die Staatsministerin für Kultur und Medien erklärte am 2.12.2016: „Diese Regelung stellt einen wichtigen kulturpolitischen Erfolg dar. Sie ist zu einem großen Teil dem beharrlichen Einsatz Deutschlands zu verdanken. Wir haben konsequent auf ein modernes und den Besonderheiten der Kulturförderung Rechnung tragendes EU-Beihilferecht hingearbeitet“.

    Seit einigen Jahren schwelte die Debatte darum, ob es sich bei Teilen der öffentlichen Kulturförderung in Deutschland um staatliche Beihilfen im europarechtlichen Sinne gemäß Art. 107 des Vertrages über die Zusammenarbeit der Europäischen Union (AEUV) handelt. Dies hätte in vielen Fällen staatlicher Kulturfinanzierung aufwändige und langwierige Vorab-Genehmigungsverfahren bei der Europäischen Kommission erfordert (sog. Notifizierung).

    Abgewehrt wurde nun etwa das Risiko, dass z.B. der geplante Neubau des Museums der Moderne in Berlin oder die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden als Beihilfe gewertet werden.

    Monika Grütters weiter: “Kulturförderung folgt einem anderen Verständnis als Wirtschaftsförderung. Eine rein wirtschaftliche Betrachtung greift hier deutlich zu kurz. Auch zur Wahrung der Kulturhoheit der EU-Mitgliedstaaten war es mir daher wichtig, dass unsere Kulturpolitik nicht einseitig von der Logik des EU-Binnenmarktes überlagert wird. Dies hat nun auch die EU-Kommission so anerkannt.“

    Maßgeblich für die Bewertung ist künftig insbesondere der Anteil der öffentlichen Finanzierung zur Kulturförderung und zum Erhalt des kulturellen Erbes. Beträgt der öffentliche Förderanteil 50 Prozent oder mehr, liegt keine Beihilfe vor. Die nur regional wirkenden Kulturförderungen sind ebenfalls von einer Anwendung des EU-Beihilferechts ausgenommen. Um diesen Erfolg zu erzielen, von dem Bundes-, Länder- und kommunale Förderungen gleichermaßen profitieren, hat Deutschland auf BKM-Initiative hin beharrlich Lösungen bei der Europäischen Kommission eingefordert, die der Sonderrolle der Kultur gerecht werden. Nicht zuletzt berief sich die BKM dabei auf Artikel 167 des Vertrags über die Zusammenarbeit der Europäischen Union (AEUV), wonach die Europäische Kommission verpflichtet ist, die Entfaltung der Kulturen in den Mitgliedstaaten unter Wahrung der nationalen und regionalen Vielfalt abzusichern.

    Fortsetzung zur Kritik der SPIO am EU-Copyright-Paket folgt:
    Kritik an einigen anderen Vorschlägen der Europäischen Kommission gab es seitens der deutschen Filmwirtschaft nach der Novellierung des europäischen Urheberrechtsrahmens. Dazu haben wir noch einige Ergänzungen recherchiert, sodass wir den bereits vorbereiteten Bericht in überarbeiteter Form erst übermorgen veröffentlichen werden.

    Quellen: filmecho | Blickpunkt:Film


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    Die 89. Oscarverleihung findet am 26. Februar 2017 statt. Die Nominierungen wurden gestern, den 24. Januar 2017, bekannt gegeben. (UPDATE)



    85 Länder hatten sich für das Oscar-Rennen angemeldet.

    Für die Kategorie »Bester Auslandsfilm« haben 85 Staaten ihre Beiträge bei Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) für die diesjährige Oscar-Verleihung eingereicht. Zum ersten Mal hoffte der Jemen auf Oscar-Chancen mit dem Film "I Am Nojoom, Age 10 and Divorced" von Khadija Al-Salami, doch er scheiterte bereits an der Shortlist.

    Für Deutschland hat German Films Maren Ades Vater-Tochter-Tragikomödie "Toni Erdmann" eingereicht. Österreich wollte mit Maria Schraders Stefan-Zweig-Biopic "Vor der Morgenröte" an der Konkurrenz teilnehmen, während die Schweiz mit dem Animationsfilm "Mein Leben als Zucchini" von Claude Barras, Frankreich mit "Elle" von Paul Verhoeven, Großbritannien mit "Under the Shadow" von Babak Anvari, Italien mit dem letztjährigen Berlinale-Gewinner "Seefeuer" von Gianfranco Rosi und Spanien mit "Julieta" von Pedro Almodóvar sich Hoffnungen machen. Russland schickte Andrei Kontschalowskis Film "Paradise" in die Oscar-Auswahl und das boomende Filmland China "Xuan Zang" von Huo Jianqi.

    Der Oscar für den »Besten ausländischen Film« wurde vor 60 Jahren 1956 erstmals vergeben. Aus Anlass des Jubiläums hat die Academy eine komplette Playlist sämtlicher Dankesreden sowie eine Poster-Galerie der bisherigen Gewinnerfilme des Auslands-Oscars erstellt. Die 89. Verleihung der Academy Awards (OSCARS®) findet am Sonntagabend, den 26. Februar 2017 in Hollywood (Ortszeit) statt. Durch die Zeitverschiebung werden die Ergebnisse der Preisvergabe erst neun Stunden später bei uns bekannt sein. Die Nominierungen wurden am 24. Januar 2017 in Los Angeles veröffentlicht und sollen angeblich schon um 14.18 Uhr deutscher Zeit bekanntgegeben werden.

    Die Academy lud mit einer Rekordzahl an neuen Mitgliedern, mehr Vielfalt ein.

    Kaum eine Oscar-Verleihung wurde so kritisiert wie die vergangene: In den wichtigen Kategorien waren keine Afroamerikaner nominiert. Die Academy hat deshalb diesmal Hunderte neue potenzielle Mitglieder vorgestellt, darunter auffällig viele Frauen und auch Nicht-Weiße. Insgesamt hat Cheryl Boone Isaacs, die Präsidentin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, diesmal 683 Einladungen an potenzielle neue Filmschaffende Mitglieder verschickt - so viele wie nie zuvor. Unter den potenziellen neuen Mitgliedern sind etwa der schwule kanadische Filmemacher Xavier Dolan, die deutsche Regisseurin Maren Ade, die englische Schauspielerin Emma Watson, der britische Rapper und Schauspieler Ice Cube und der schwarze Schauspieler Idris Elba, der diesmal bei den Oscars 2017 in der Jury sitzen soll.

    Durch eine neue Zusammensetzung will die Academy dem Anfang letzten Jahres formulierten Ziel, die Anzahl ihrer weiblichen und nicht-weißen Mitglieder bis 2020 zu verdoppeln, nachkommen. Nach Bekanntgabe der letztjährigen Oscarnominierungen war der Academy seinerzeit zum wiederholten Male vorgeworfen worden, die Leistungen farbiger bzw. weiblicher Künstler nicht oder zu wenig zu berücksichtigen. Denn unter den 20 für die beste Haupt- oder Nebenrolle nominierten Schauspielerinnen und Schauspielern waren in den letzten zwei Jahren alle weiß - keine Schwarzen, keine Latinos, niemand mit asiatischen Wurzeln. Auch die Academy selbst - ein Verein mit insgesamt 7000 Mitgliedern aus dem Bereich Film - ist vor allem eines: männlich und weiß. Deren Durchschnittsalter lag 2012 der ‚Los Angeles Times‘ zufolge bei 62 Jahren.

    Um Anerkennung zu betteln oder auch nur darum zu bitten, das beschädige die eigene Würde, sagte damals beispielsweise die schwarze Schauspielerin Jada Pinkett Smith in einem Video auf ihrer Facebook-Seite. Ihr Mann Will Smith hatte im Football-Drama “Erschütternde Wahrheit” mitgespielt - und wurde nicht nominiert. Pinkett Smith kommt zu dem Schluss, dass sie der Verleihung dieses Jahr fernbleiben werde. Und dass die Problematik weit über die Oscars hinaus geht, hat Chris Rock verdeutlicht. Bei der letztjährigen Preisverleihung brachte es der afroamerikanische Schauspieler, Komiker und Moderator der Show auf den Punkt: „Die wahre Frage, die jeder auf der Welt wissen will: Ist Hollywood rassistisch?

    Deutschland tat sich schwer mit der Entscheidung für "Toni Erdmann".

    Welcher Film für Deutschland eingereicht werden sollte, war diesmal eine besonders schwere Entscheidung. Die kleine Fachjury, die sich unter Führung von German Films traf, um den Einen auszuwählen, war nicht zu beneiden, weil sie es keinem Recht machen konnte. Unter den Filmen, die zur Auswahl für die Bewerbung um eine Oscar-Nominierung standen, findet sich auch der sechsfach mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete "Der Staat gegen Fritz Bauer". Natürlich war darunter auch Maren Ades "Toni Erdmann", der vom Publikum mit inzwischen immerhin fast 800.000 Zuschauern honoriert wird. Genannt wurde auch Maria Schraders bewegende und faszinierende Auseinandersetzung mit dem Schicksal des aus dem Land gejagten großen Schriftstellers Stefan Zweig, "Vor der Morgenröte", die nach langem Hin und Her von Österreich eingereicht werden durfte. Auch Hans Steinbichlers kraftvoller und ungewöhnlicher Film über das jüdische Mädchen "Anne Frank", Kai Wessels schmerzvolle Erinnerung an Euthanasie im Nazireich mit "Nebel im August" und David Wnendts von zu vielen Kritikern unterschätzte, genauso eigensinnige Auseinandersetzung mit dem Hitler in uns, "Er ist wieder da" hatten teilweise ein geradezu phänomenalen Erfolg beim Publikum.

    Deutsche Koproduktion wurde von Finnland ins Oscarrennen geschickt.

    Maren Ades "Toni Erdmann" bekam im Rennen um eine Oscarnominierung in der Kategorie »Bester nicht-englischsprachiger Film« Konkurrenz von einem Film, der ebenfalls in Cannes für Furore gesorgt hatte und unter deutscher Beteiligung entstanden ist. Finnland schickte mit Juho Kuosmanens Drama "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki", die Liebesgeschichte um einen jungen Boxer als direkten Konkurrenten von Hollywoods Auslands-Oscars.

    Belgien schickte Robin Pronts "The Ardennes", der im vergangenen Jahr auf dem Toronto International Film Festival seine Premiere gefeiert hatte. Er erzählt die Geschichte zweier Brüder, Dave und Kenneth, die einen Überfall begehen, bei dem Kenneth geschnappt wird. Vier Jahre später wird er aus dem Gefängnis entlassen und bekommt von seinem Bruder, der zwischenzeitlich auf den Pfad der Tugend zurückgefunden hat, jede Unterstützung, die er braucht. Tatenlos muss Dave allerdings auch mitansehen, wie verzweifelt sein Bruder um seine Exfreundin kämpft.

    Südkorea schickte Kim Jee-woos "The Age of Shadows" ins Oscarrennen. Der Spionagefilm feierte am 3. September 2016 in Venedig seine Weltpremiere. Er spielt in der Zeit zwischen 1910 und 1945 und erzählt die Geschichte einer Gruppe koreanischer Unabhängigkeitskämpfer.

    Bosnien-Herzegowina schickte mit Danis Tanovic einen Oscargewinner ins Rennen. Mit "Death in Sarajevo", der im letzten Jahr auf der Berlinale seine Premiere feierte und dort mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet worden war, will Tanovic seinen Coup aus dem Jahr 2002, als er mit "No Man's Land" den Auslandsoscar gewonnen hatte, wiederholen.

    Spaniens "Academia de Cine" schickte Pedro Almodovars jüngstes Frauendrama "Julieta" ins Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film. Das von der Kritik gefeierte Melodram basiert auf drei Kurzgeschichten von Almodovars Lieblingsautorin Alice Munro. Der 66-jährige Spanier hatte bereits im Jahr 2000 die begehrte Statue gewonnen, damals für das Werk "Alles über meine Mutter".

    Der Iran hat Asghar Farhadis "Forushandeh - The Salesman" für eine Nominierung um die Auslands-Oscars vorgeschlagen. Farhadi hatte den Oscar 2012 für "Nader und Simin - Eine Trennung" erstmals in den Iran geholt gehabt. Eine öffentliche Feier in dessen Heimatland am Wochenende nach der Oscarverleihung war jedoch von den zuständigen Behörden verboten worden. Prokino startete den Film am 12. Januar 2017 in den deutschen Kinos. "The Salesman" war auf dem Festival de Cannes in diesem Jahr für das beste Drehbuch (Farhadi) und den besten Darsteller (Shahab Hosseini) ausgezeichnet worden.

    Die deutsche Koproduktion "Unter dem Sand" von Amusement Park Films mit dem deutschen bereits prämierten Jungdarsteller Louis Hoffmann sind Dänemarks große Oscar-Hoffnung. Martin Zandvliets Drama stach u.a. Thomas Vinterbergs "Kommune" bei den dänischen Einreichungen aus. Das von Nordisk Film produzierte Drama um junge deutsche Kriegsgefangene, die zum Minenräumen gezwungen werden, reüssierte beim dänischen Filmpreis Robert mit Auszeichnungen für Regie, Drehbuch und Film. Zandvliet arbeitet gerade am englischsprachigen "The Outsider" mit Jared Leto als ehemaligen US-Soldat, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Yakuza anschließt.

    Frankreichs Komitee wählte aus einer Shortlist von vier Titeln "Elle" von Paul Verhoeven mit Isabelle Huppert aus, der in diesem Jahr zu den Highlights des Wettbewerbs von Cannes zählte. Der Film fuhr zwar ohne Palme nach Hause, Huppert hatte aber als eine der Favoritinnen für den Darstellerinnenpreis gegolten. Es ist das erste Mal, dass der aus Holland stammende Paul Verhoeven mit einem französischen Film ins Oscar-Rennen geht. Vormals war er viermal für die Niederlande vertreten gewesen.

    Die österreichische Einreichung "Vor der Morgenröte" von Maria Schrader wurde zunächst für eine Oscar-Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film von der Academy abgelehnt, da er ursprünglich auch bei German Films für eine Berücksichtigung als Oscar-Kandidat aus Deutschland eingereicht worden war. Nach einer persönlichen Aussprache mit dem österreichischen Fachverband der Film- und Musikwirtschaft schien es, als seien die Bedenken der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgeräumt, doch auf der nachfolgenden Shortlist, auf der nur neun Kandidaten standen, wurde er schon nicht mehr erwähnt.

    Zuletzt waren noch neun Kandidaten auf der "Shortlist" um den Auslands-Oscar.

    "Toni Erdmann" sorgte zuletzt fast im Tagesrhythmus für neue Schlagzeilen. Nun hat der Film Chancen, einen Oscar zu gewinnen. Die gefeierte Vater-Tochter-Geschichte von Regisseurin Maren Ade schaffte es nicht nur auf die »Shortlist«, sondern auch auf die Nominierungsliste der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in der Kategorie »Bester nicht-englischsprachiger Film. Mit insgesamt 14 Nominierungen steht übrigens "La La Land" an der Spitze aller jemals erreichten Nominierungen für die Kategorie »Bester Film«.

    Auf der Liste für den »Besten Film« waren insgesamt 336 Filme aufgeführt. Sie müssen laut den Regularien der Academy eine Laufzeit von mindestens 40 Minuten haben - diese Bedingung erfüllt "Toni Erdmann" mit 162 Minuten spielend. Die Filme müssen außerdem bis zum 31. Dezember 2016 mindestens an sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles County zu sehen gewesen sein. Hier gelang "Toni Erdmann" eine Punktlandung; er startete am 25. Dezember 2016 in den USA.

    Für die Shortlist der Oscar-Sparte »Bester nicht-englischsprachiger Film« hatte die Academy zahlreiche vermeintliche Favoriten bereits aussortiert. Für die endgültige Nominierung bleiben nur noch fünf Kandidaten übrig: Vor allem die Absenz von "Elle" von Paul Verhoeven ist ein Schock - der Thriller mit Isabelle Huppert, die sich selbst eine Nominierung im Darstellerinnenfeld ausrechnen darf, wird von der amerikanischen Presse gefeiert und galt insgeheim als DER Anwärter auf den Fremdsprachen-Oscar. Und dass "Neruda" von Pablo Larrain nicht ausgewählt wurde, war auch eine Riesenüberraschung. Ebenso fällt auf, dass Pedro Almodovar mit seinem "Julieta" nicht mehr vertreten ist, und auch Xavier Dolan, der in Cannes für "Einfach das Ende der Welt" prämiert worden war, gehört nicht mehr zu den Nominierten.

    Der vermutlich stärkste Konkurrent dürfte nun "The Salesman", der neue Film von Asghar Farhadi sein, der schon in Cannes bejubelt worden war. Ebenso hoch angesehen ist auch "Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit", in dem der frisch gebackene deutsche Shooting-Star Louis Hofmann eine Hauptrolle spielt. "Ein Mann namens Ove" wurde zuletzt beim Europäischen Filmpreis mit dem Preis für die beste Komödie bedacht; "Mein Leben als Zucchini" wurde dort als bester Animationsfilm gewürdigt und wurde nun unter fünf anderen Konkurrenten als »Bester animierter Spielfilm« nominiert.

    Hier die Shortlist um den Auslands-Oscar:

    • "Toni Erdmann" (Regie: Maren Ade, Deutschland) *nominiert
    • "Tanna" (Regie: Bentley Dean, Martin Butler, Australien) *nominiert
    • "Einfach das Ende der Welt" (Regie: Xavier Dolan, Kanada)
    • "Unter dem Sand" (Regie: Martin Zandvliet, Dänemark) *nominiert
    • "The Salesman" (Regie: Asghar Farhadi, Iran) *nominiert
    • "The King's Choice" (Regie: Erik Poppe, Norwegen)
    • "Paradies" (Regie: Andrei Konchalovsky, Russland)
    • "Ein Mann namens Ove" (Regie: Hannes Holm, Schweden) *nominiert
    • "Mein Leben als Zucchini" (Regie: Claude Barras, Schweiz)

    Neun *nominierte Filme in der Auswahl um den Besten Film:

    • "Arrival" (Denis Villeneuve)
    • "Fences" (Denzel Washington)
    • "Hacksaw Ridge" (Mel Gibson)
    • "Hidden Figures" (Theodore Melfi)
    • "Hell or High Water" (David Mackenzie)
    • "La La Land" (Damien Chazelle)
    • "Lion" (Garth Davis)
    • "Manchester by the Sea" (K.Lonergan)
    • "Moonlight" (Barry Jenkins)

    Fünf Dokus aus der Shortlist mit 15 Filme gehen in die Oscarnominierung.

    Die Netflix-Doku "The Ivory Game" ist eine der 15 Dokumentationen, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences auf die Shortlist gesetzt worden war, es aber nicht in die Nominierung schaffte. Die Dokumentation über illegalen Elfenbeinhandel wurde von der österreichischen Terra Mater mitproduziert; insgesamt waren 145 Filme eingereicht worden. Dagegen konkurriert "O.J.: Made in America", der bereits von den New York Film Critics und dem National Board of Review als beste Dokumentation des Jahres ausgezeichnet worden war, u.a. mit dem Favoriten der L.A. Film Critics, "I Am Not Your Negro", um einen Oscar bei den nominierten Dokus.

    Der italienische Dokumentarfilm „Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi, der auf der Berlinale 2016 ausgezeichnet worden war, soll für Italien ins Oscar-Rennen gehen.

    Hier die Shortlist der Dokumentarfilme:

    • "Cameraperson"
    • "Command and Control"
    • "The Eagle Huntress"
    • "Fuocoammare - Fire at Sea"*nominiert
    • "Gleason"
    • "Hooligan Sparrow"
    • "I Am Not Your Negro"*nominiert
    • "The Ivory Game"
    • "Life", Animated *nominiert
    • "O.J.: Made in America"*nominiert
    • "13th"*nominiert
    • "Tower"
    • "Weiner"
    • "The Witness"
    • "Zero Days"

    Die Oscarnominierungen wurden am 24. Januar 2017 bekannt gegeben, die Oscarverleihung findet am 26. Februar 2017 statt.

    Die ausgewählten Filme auf den Shortlisten haben wir nachträglich farblich mit *nominiert gekennzeichnet und den vorbereiteten Text dementsprechend angepasst.
    Noch mehr Nominierungen zu Regie und Darstellern sowie zu den Gewerken, haben wir am Ende des Textes in der erweiterten Ansicht eingefügt:

    Links: oscar.go.com | www.oscars.org
    Quellen: Blickpunkt:Film | 3sat | AFP | dpa | filmecho



    "Große Spannung um die Oscar-Nominierungen 2017" vollständig lesen

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    Bauvorhaben der Yorck-Gruppe wird offiziell erst nach der Berlinale im Frühjahr eröffnet.



    Welche kulturelle und soziale Bedeutung ein Kino für einen Ort, eine Region oder ein Stadtviertel haben kann, wurde anlässlich einer Pressekonferenz der Yorck-Kinogruppe wieder eindrucksvoll bestätigt. Sogar Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf hatte sich im Herbst letzten Jahres Zeit für den Termin genommen, bei dem die Pläne für einen Arthouse-Neubau entlang der S-Bahn-Bögen zwischen Bahnhof Zoo und Kantstraße enthüllt wurden. Gegenüber den versammelten Journalisten gab er seiner Zuversicht Ausdruck, dass das "in Teilen durchaus problembehaftete" Areal rund um den Bahnhof Zoo durch das Projekt eine "deutliche Aufwertung" erfahren werde.

    Ein ursprünglich lancierter Eröffnungstermin zum Jahreswechsel war natürlich nicht zu schaffen gewesen, denn welches Bauprojekt in Berlin kann wirklich zielgenau abgeschlossen werden? Der Flughafen "BER" in Schönefeld lässt grüßen! Immerhin sollen im Erdgeschoss direkt neben der S-Bahn an der Fußgängerpassage im sogenannten Yva-Bogen sieben Säle der Delphi-Lux Arthouse Kinos für rund 600 Besucher entstehen. Die 67.Berlinale 2017 rechnet aber insgeheim mit einer provisorischen Einweihung für weitere Screenings des Marketplace, denn es werden immer mehr Kapazitäten benötigt.

    Mit einer offiziellen Einweihung ist höchstwahrscheinlich erst im Frühjahr 2017 zu rechnen, dann sollen die Delphi Lux Programmkinos am Zoo an den Start gehen. Ein Name, der natürlich nicht zufällig gewählt wurde und der laut der Yorck-Kinogruppe für eine klare programmatische und räumliche Verknüpfung zum (ebenfalls von ihr betriebenen) traditionsreichen Delphi Filmpalast am Zoo steht. Als dessen "junges, umtriebiges Schwesterhaus" werde das Delphi Lux nicht nur ein ausgewähltes Arthouse-Programm zeigen, sondern auch den laut seiner Betreiber "in Charlottenburg lange vermissten Raum" für Originalfassungen mit Untertiteln, für Festivals und Kreative sowie nicht zuletzt den filmischen Nachwuchs bieten. Anspruch sei, es an die große Tradition des Delphi anzuknüpfen, aber auch Raum für neue Ideen zu schaffen.

    (Foto: Yorck Kinogruppe)


    Der Namensteil "Lux" stehe dabei als Synonym für Licht, Anspruch und Komfort und sei auch als Referenz an das hochkarätige kulturelle Umfeld im entstehenden Lux-Quartier gedacht. So befindet sich der derzeit im Bau befindliche Umbau einer bis dahin bestehenden Event-Location in einem Haus in der Nachbarschaft von Institutionen wie der Galerie C/O Berlin, der Helmut-Newton-Stiftung und dem Museum für Fotografie. Mit ihrem neuen Filmtheater wolle man "die Kunst des Kinomachens als Schnittstelle zu anderen Künsten neu ausloten" und ihnen ein "ebenso qualitätsvolles Filmangebot zur Seite stellen", so die Yorck-Kino-Gruppe.

    Ambitioniert ist das Projekt allemal. Denn mit sieben Sälen, die vom kleinen Club-Kino bis zum Auditorium mit rund 150 Plätzen reichen werden, wird das Delphi Lux zu einer denkbar exklusiven Gruppe zählen: Laut Erhebungen der Filmförderungsanstalt Berlin (FFA), die das Projekt mit 180.000 Euro fördert, verfügten 2014 gerade einmal gut zwei Prozent der reinen Programmkinos in Deutschland über derart viele Säle. Insgesamt wird das Delphi Lux Platz für 600 Gäste bieten und soll, so das Versprechen, "keine Wünsche an Technik, Sichtverhältnisse, Barrierefreiheit und Komfort" offen lassen. Mit der innenarchitektonischen Gestaltung wurden die international tätigen Architekten Bruzkus/Batek betraut, die unter anderem für die Gestaltung von Tim Raues Brasserie Colette und des Clubs Dean Berlin verantwortlich zeichneten.

    Yorck-Geschäftsführer Georg Kloster jedenfalls sieht gerade an diesem Standort echten Bedarf für ein solches Haus. Denn die aufstrebende City West, dem das Delphi Lux einen neuen kulturellen Mittelpunkt hinzufügen soll, war über viele Jahre von Schließungen traditionsreicher Kinos und Theater geprägt, während sich nach der Wende Stadtentwicklung und Tourismus auf den ehemaligen Ostteil Berlins konzentrierten. Schmerzlich vermisst werde unter anderem das "Broadway", das im Juni 2011 ersatzlos geräumt werden musste. Die vier Arthouse-Säle mit insgesamt 415 Sitzplätzen, direkt neben dem Europa-Center an der "Tauentzienstraße", mussten dem Einzelhandel weichen. So war man bis zum Jahre 2016 auf der Suche nach einem Ersatzstandort in der alten West-City, Nähe Kurfürstendamm.

    Zu den großen Ausnahmen der bisherigen Entwicklung am Ku'damm zählen zwei von Hans-Joachim Flebbe betriebene Häuser: die 2008 an den Start gegangene Astor Film Lounge und vor allem der 2013 nach aufwändiger Modernisierung wiedereröffnete Zoo Palast. Gerade mit diesem Kino sieht Kloster das Delphi Lux aber nicht in einem Konkurrenzverhältnis, denn das dortige Programm sei ausgesprochen Mainstream-geprägt.

    Als größter Kinoverbund Berlins betreibt die Yorck-Kinogruppe bislang zwölf auf das gesamte Stadtgebiet verteilte Filmtheater sowie ein Freiluftkino und erreicht pro Jahr rund 1,2 Mio. Besucher. Nur in der wieder aufstrebenden West-City war man mit den in die Jahre gekommenen Kant-Kinos und dem Delphi Filmpalast ein wenig unterrepräsentiert, obwohl die Berlinale für ihren Filmmarkt auch im Westteil der Stadt, neben dem Zoo Palast, weitere Vorführmöglichkeiten gebrauchen könnte. Sogar die Spielbank Berlin will den Potsdamer Platz verlassen und an den Ku'damm ziehen. Vielleicht geht deshalb der eine oder andere LUX Kinosaal testweise zu Berlinale auch ohne Öffentlichkeit schon mal provisorisch für diverse Sichtungen in Betrieb.

    Das Delphi wird seit 1951 von der Berlinale bespielt.
    Der Delphi Filmpalast am Zoo – kurz: das Delphi – wird seit den Anfangsjahren von der Berlinale bespielt und ist seit 1981 neben dem Arsenal die Hauptspielstätte für das Forum-Programm. Der Bau entstand unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Trümmern eines ehemaligen Tanzpalastes. Schon 1949 eröffnete der Kinobetreiber Walter Jonigkeit den Delphi-Filmpalast als das damals größte und eleganteste Premierenkino der Stadt. Technisch auf dem neuesten Stand vermittelt das Interieur des Delphi auch heute noch den Charme und Glanz eines großen, alten Lichtspieltheaters.

    Weitere neue Kiezkinos zur 67 Berlinale.
    Für die Berlinale ist dieses Jahr neu hinzu gekommen das EISZEIT KINO mit drei Sälen, die erst Mitte 2016 in Berlin-Kreuzberg nach langem Umbau neu eröffnet wurden. Sie gehören zu den sogenannten Kiezkinos der Berlinale. Ebenso wie das WOLF, Berlins jüngstes Kino, das seine Türen mit zwei von drei Sälen erstmals zur diesjährigen Berlinale (9.-19. Februar 2017) in Berlin-Neukölln in der Weserstraße 59 eröffnet. Beide letztgenannten Kinos sind aber unabhängig und gehören nicht zur Yorck-Kino-Gruppe.

    Quellen: Kinokompendium | BZ | Blickpunkt:Film | Berlinale


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    Bundesministerium für Wirtschaft und Industrie veröffentlicht erstmals Studie zur wirtschaftliche Bedeutung der Filmindustrie in Deutschland.



    Um verlässliche Zahlen zur weiteren Förderung der Filmindustrie in Deutschland zu bekommen, hatte das Bundeswirtschaftsministerium im Herbst 2015 eine Studie ausgeschrieben, die erstmals eine umfassende Darstellung der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Filmwirtschaft leisten sollte. Ein Schwerpunkt lag daneben auf dem Vergleich der Filmförderung Deutschlands mit jener in anderen Ländern. Ein Punkt der in letzter Zeit zunehmend gerne zitiert wird, um auf den mit nur noch 50 Millionen Euro zumeist unterfinanzierten deutschen Filmförderfonds (DFFF) von Kulturstaatsministerin Monika Grütters aufmerksam zu machen.

    Der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, heutiger Außenminister, hatte deshalb kurzfristig aus seinem Ressort zusätzlich weitere 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um auch die Serienfilmproduktionen vor allem am damals kriselnden Standort Potsdam-Babelsberg fördern zu können. Der Erfolg dieser Maßnahme sollte durch die Studie belegt werden. Untersucht werden sollten zudem Trends, unter anderem in den Bereichen Kino, Fernsehen und Filmvertrieb.

    Erstellt wurde die Studie schließlich in der Zeit von Januar 2016 bis Januar 2017 von der Goldmedia GmbH Strategy Consulting als Projektleiter in Zusammenarbeit mit dem DIW Econ und der Hamburg Media School. Sie ist hier als PDF abrufbar:

    Die Ergebnisse sprechen mit den Worten von Gabriels Amtsnachfolgerin Brigitte Zypries eine klare Sprache: "Die Filmindustrie ist mehr als eine Industrie der spannenden Geschichten. Sie hat große wirtschaftliche Bedeutung, auch über die über eigene Branche hinaus."

    In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Der Produktionswert des gesamten Clusters der Filmwirtschaft mit seinen rund 161.000 Beschäftigten belief sich im Jahr 2014 auf 24,5 Mrd. Euro. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die Summe der Branchenumsätze sowie im Bereich des Handels mit DVDs und Blu-rays um die entsprechenden Handelsmargen. Rund 13,4 Mrd. Euro des Produktionswertes der gesamten Filmwirtschaft entfallen dabei auf Aktivitäten der Fernsehveranstalter. Der Beitrag der gesamten Filmwirtschaft zur Wirtschaftsleistung (Bruttowertschöpfung) in Deutschland beläuft sich auf rund 13,6 Mrd. Euro - davon entfallen wiederum 7,3 Mrd. Euro auf Fernsehveranstalter.

    Studie deckt auch Missstand in der Filmförderung auf.

    Den Verfechtern einer erheblichen Erhöhung des DFFF oder der Schaffung eines Steueranreizmodells liefert die Studie einmal mehr gute Argumente. Denn sie illustriert nicht nur, wie sehr Deutschland in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich ins Hintertreffen geraten ist. Sondern sie spielt mögliche alternative Szenarien für eine massive DFFF-Aufstockung durch.

    Die Studie verweist auf zahlreiche wirtschaftliche Aktivitäten, die durch Vorleistungsbeziehungen mit der Filmwirtschaft verknüpft seien und nicht zuletzt bei der Bewertung möglicher Hebeleffekte der Filmförderung zum Tragen kämen. Letztere sind natürlich der entscheidende Faktor, wenn es um das Für und Wider großzügig ausgestatteter Anreizsysteme geht. Die Betrachtung eines hypothetischen Anstiegs der Filmförderung durch den DFFF am Beispiel dreier Szenarien illustriert die möglichen Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfung relativ zum Fördervolumen: In der Studie wird ein Hebeleffekt je eingesetztem Euro auf 1,25 bis 7,4 Euro Bruttowertschöpfung errechnet.

    Zwar wird betont: "Welcher Effekt im kausalen Sinne von einer Filmfördermaßnahme ausgeht, wäre zentraler Gegenstand einer umfassenden Evaluierung der Wirksamkeit von Filmförderung und kann im Zuge dieser Untersuchung nicht bewertet werden." Allerdings unterstreicht selbst der hypothetische "worst case", dass es sich bei Anreizförderung wie jener des DFFFnicht um "verlorene Zuschüsse", sondern um Investitionen mit Rendite für die Volkswirtschaft handelt.

    Generell besitzt die Filmwirtschaft "große Strahlkraft", wie es das Bundeswirtschaftsministerium ausdrückt. So werden für jeden Euro an direkter Bruttowertschöpfung, der aus ihren Kernaktivitäten resultiert, insgesamt 1,60 Euro an Wertschöpfung in der Volkswirtschaft realisiert. Jeder direkt in der Filmwirtschaft Beschäftigte ergebe laut der Studie einen Gesamteffekt von 2,1 Erwerbstätigen. Die Verflechtungen der Filmwirtschaft mit der Volkswirtschaft insgesamt seien "signifikant", wie auch der Vergleich mit anderen Dienstleistungssektoren verdeutliche. So könnten sich die Kernaktivitäten der Filmwirtschaft mit ihrem Beschäftigungsmultiplikator mit anderen wichtigen Branchen des Dienstleistungssektors messen: Er sei vergleichbar mit dem Beschäftigungsmultiplikator der Finanzdienstleistungen von 2,2. IT- und Kommunikationsdienstleistungen weisen laut der Studie mit 1,7 beispielsweise einen niedrigeren Beschäftigungsmultiplikator auf. Darüber hinaus gebe es auch positive Ausstrahlungseffekte auf andere Branchen, bspw. für den Tourismus oder das Merchandising.

    Als Filmstandort kann Deutschland laut der Studienresultate an sich punkten: mit vielfältigen Drehorten, finanzkräftigen Fernsehsendern, einer ausgeprägten Festivallandschaft und überwiegend guter allgemeiner sowie digitaler Infrastruktur. In der Filmtechnik übernehme Deutschland (beispielhaft genannt wird hier Arri) sogar eine Vorreiterrolle.

    Im Vergleich zu Frankreich und Großbritannien, spielt der deutsche Film außerhalb Europas und vor allem in den USA mit einer Anzahl von nur 4% laut comScore allerdings nur eine geringe Rolle, wie das hier eingefügte Kreis-Diagramm zeigt. Um zum global Player zu werden müsste die deutsche Filmwirtschaft ganz anders unterstützt werden. Mehr zur aktuellen EU-Vergleichsstudie "The Circulation of European Films Outside Europe"hier als PDF.

    Den "insgesamt hervorragenden und sehr stabilen" deutschen Produktionsbedingungen stünden jedoch nicht gleichermaßen gute Finanzierungsbedingungen gegenüber. "Die Entfaltung des vorhandenen Potenzials wird nach Meinung vieler Unternehmen und Filmschaffenden durch den wachsenden internationalen Wettbewerb gehemmt", so die Verfasser der Studie, die man gemessen an ihren Resultaten durchaus als Handlungsauftrag in Sachen Förderung interpretieren kann - auch wenn das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass damit lediglich eine Diskussionsgrundlage vorgelegt wurde.

    Dem unter Sigmar Gabriel im vergangenen Jahr eingeführten, mit zehn Mio. Euro pro Jahr aber noch recht bescheiden ausgestatteten German Motion Picture Fund (GMPF) wird jedenfalls implizit ein gutes Zeugnis ausgestellt - nicht zuletzt deshalb, weil er sich mit der Unterstützung (auch) von Serien und VFX Sparten widme, die hierzulande im internationalen Vergleich förderseitig noch deutlich unterrepräsentiert seien.

    Selbstverständlich identifiziert die Studie zentrale Veränderungen in der Wertschöpfungskette, die bereits stattgefunden haben und sich mit erhöhter Intensität fortsetzen werden. Insbesondere die Verschiebung der Auswertung von physischen Trägermedien und linearem Fernsehen hin zu non-linearem, zeitautonom genutzten Online-Angeboten werde die Filmwirtschaft weiterhin stark verändern.

    "Die Online-Auswertung von audiovisuellen Inhalten ist der Mega-Trend in der Filmwirtschaft", so das klare Fazit.

    In einem Punkt irrt jedoch die Studie, zumindest an jener Stelle, wo Zahlen aus 2014 zugrunde gelegt werden. Diese sind nämlich längst überholt. Laut Studie würden weitere deutliche Zuwächse bei erstaufgeführten Langfilmen mit deutscher Beteiligung nicht erwartet. Laut ComScore stieg jedoch die Zahl von 236 im Jahre 2015 auf 256 Filme im Jahre 2016 - und diese Zahl schließt bekanntermaßen nur jene Projekte mit ein, an denen deutsche Produzenten majoritär beteiligt waren.

    Dass insgesamt zu viele Filme starten, die nicht mehr alle in den Kinos untergebracht werden können, darüber sind sich 84 Prozent der befragten Kinobetreiber einig. Andererseits wird auch immer wieder betont, dass Tendenzen die NETFLIX und AMAZON anschieben, Filme die exklusiv auf Festivals laufen und danach nur noch online über Streamingdienste zu sehen sind, und somit den Kinos nicht mehr zur Verfügung stehen, nicht gutgeheißen werden, denn den Kinos fehlt das junge zahlungskräftige Publikum, das sich den Streamingdiensten oder dem Abo-Fernsehen wie Sky zunehmend zuwendet und nur noch Serienfilme oder deren neueste Eigenproduktionen bequem zu Hause auf Großbildschirmen online sieht.


    Produzentenallianz: Studie nährt "Hoffnung auf wirkungsvolle filmische Industriepolitik".

    Zur vorgelegten Studie erklärte Alexander Thies, der Vorsitzende der Produzentenallianz:

    "Es sind beeindruckende Zahlen und Schlussfolgerungen, die das Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt hat. Ich hoffe, dass das Engagement des BMWi in dieser Sache dazu beitragen wird, dass unsere Branche als das wahrgenommen wird, das sie ist: einerseits der zentrale Erzeuger von Kultur in unserem Land, andererseits aber eben auch Zukunftsindustrie, Schrittmacher der Digitalisierung und Job-Maschine.". Filmförderung sei eine Investition, "die sich volkswirtschaftlich schnell rentiert - und eben keine verlorene Subvention," so Thies weiter und fährt fort: "Dass dies jetzt auch vom Wirtschaftsministerium bestätigt wird, nährt unsere Hoffnung auf eine wirkungsvolle filmische Industriepolitik, mit der sich die deutsche Filmwirtschaft ihrem Potential gemäß entwickeln kann."

    Deutscher Filmförderfonds soll wieder aufgestockt werden.

    Beim Produzententag am 09. Februar 2017 lies Kulturstaatministerin Monika Grütters dann doch noch die Katze aus dem Sack. Zur allgemeine Überraschung versprach Sie eine signifikante Erhöhung des Deutschen Filmförderfonds bereits im laufenden Jahr und stellte darüber hinaus weitere "substantielle Erhöhungen" ab 2018 in Aussicht. (Zumindest unter der Voraussicht, dass Sie nach der Wahl im Herbst weiterhin das Zepter führt - Anmerkung der Redaktion.)

    Demnach wird der DFFF-Topf in einem "ersten Schritt" um 25 Mio. Euro (oder 50 Prozent) auf dann insgesamt 75 Mio. Euro für das Jahr 2017 aufgestockt. Carl Woebcken, Vorstandsvorsitzender Studio Babelsberg AG bedankte sich für die positive Aussichten bei der Ministerin und freut sich, dass die Politik entsprechende Rahmenbedingen schafft, die uns im europäischen Wettbewerb wieder auf Augenhöhe bringen, denn Deutschland hatte im europäischen Standortwettbewerb den Anschluss verloren.


    Filmförderungsanstalt legte Bilanz des Kinojahres 2016 vor.

    Laut Filmförderungsanstalt (FFA), die ihre Bilanz des Kinojahres 2016 am 07. Februar 2017 vorlegte, wurde zum vierten Mal in Folge die Marke von einer Milliarde Euro am Boxoffice knapp überschritten. Allerdings lieferten die jetzt vorgelegten offiziellen FFA-Zahlen keine eindeutige Aussage über die Zufriedenheit mit dem vergangenen Kinojahr: Zu stark divergiert die historische Einordnung nach Umsätzen bzw. Besucherzahlen - und auch nach Kinotypen.

    Für das Arthouse-Kino war 2016 ein wirklich gutes Jahr, in dem – Klasse statt Masse – endlich auch einmal die kulturelle Wertschätzung des deutschen Films sichtbar wurde. Neben "Toni Erdmann" haben Produktionen wie "Vor der Morgenröte", "Tschick", "Colonia Dignidad", "Wild" oder "Nebel im August" erfolgreich im Kino und auf vielen Festivals gezeigt, wie groß die Vielfalt des deutschen Films in seiner ganzen Breite ist“, betont FFA-Vorstand Peter Dinges.

    Fest steht jedoch, dass insgesamt Rückgänge in der Höhe von 12,4 Prozent beim Boxoffice und 13 Prozent bei den Besuchern gegenüber dem Rekordjahr 2015 zu verzeichnen sind. Die nun vorgelegten Zahlen liegen allenfalls knapp über Prognosen, die Experten bereits zu Beginn des Jahres angestellt hatten, und die wir am 21. Januar 2017 zusammen mit einer Statistik über Besucher deutscher Filme im Fünfjahresvergleich veröffentlicht hatten.

    Den stärksten Anteil am Boxoffice verzeichneten entgegen allen Unkenrufen weiterhin die US-3D-Blockbuster. Allen voran "Star Wars: Das Erwachen der Macht"! Das Kinohighlight zu Weihnachten, das sämtliche Zahlen nach oben puschte. Wer übrigens glaubt, das Geschäft sei gegenüber dem Vorjahr hauptsächlich in den Fußball-EM-Wochen eingebrochen, der irrt, (wie beispielsweise Gerold Marks in seinem Kommentar auf unserer Facebookseite vom 10. Januar 2017). Stärker ins Gewicht fielen sowohl prozentual als auch nach absoluten Zahlen die Rückgänge im April (-32,9 Prozent) und September (-31,9 Prozent). Positiver "Ausreißer" im Kinojahr 2016 war der August als einziger Monat, der mit einem Plus von 19,1 Prozent deutlich über dem Vorjahr lag.

    Auch von "Kinosterben" kann (noch) keine Rede sein. Zwar gingen ganze 58 Säle im Laufe des Jahres verloren. Ihnen standen jedoch 105 Neu- und Wiedereröffnungen gegenüber, der höchste Stand seit 2008. Das Plus bei den Sitzplätzen belief sich jedoch auf weniger als 0,2 Prozent, denn etliche Theaterbesitzer haben Modernisierungen mit breiteren Sitzabständen und bequemeren Sesseln vorgenommen, um die Attraktivität des Kinobesuchs zu steigern. Auch der Trend, mehr, aber kleinere Säle zu bauen, um damit nicht zuletzt eine noch größere programmatische Vielfalt gewährleisten zu können, schlägt sich deutlich in dieser Entwicklung nieder, sodass die Zahl der Säle zuletzt um rund ein Prozent auf insgesamt 4739 stieg. Hierzu bitten wir auch unseren Artikel vom 16.02.2017über geplante Arthouse-Neueröffnungen der Berliner Yorck-Kinogruppe zu beachten.

    Link: www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/bedeutung-filmindustrie.html
    Quellen: BMWi | Blickpunkt:Film | FFA


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    Mit acht Nominierungen hat die Tragikomödie "Die Blumen von gestern" die meisten Chancen mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet zu werden.



    Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Iris Berben (Präsidentin der Deutschen Filmakademie) sowie die neu in den Filmakademie-Vorstand gewählte Schauspielerin Meret Becker gaben am 16. März 2017 in der Deutschen Kinemathek am Potsdamer Platz in Berlin die Nominierungen für den diesjährigen Deutschen Filmpreis bekannt.

    Sechs Wochen vor der feierlichen Preisverleihung gaben die Podiumsteilnehmer sowie Benjamin Herrmann, der Vorstandsvorsitzende der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE, einen kurzen Ausblick auf das diesjährige LOLA FESTIVAL und die Verleihung des DEUTSCHEN FILMPREISES. Ebenfalls anwesend war der Künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek Dr. Rainer Rother.

    Unser Kommentar:

    Dass "Toni Erdmann" nach seiner Nominierung um den besten Auslands-Oscar auch bei der LOLA Auswahl mit insgesamt sechs Nominierungen in der vordersten Linie spielen würde, war abzusehen. Dass aber einige sehr bemerkenswerte Filme, die noch in der Vorauswahl um den besten Film standen, wie z.B. "Die Mitte der Welt" von Jakob M. Erwa mit dem frisch gebackenen »European Shooting Star« Louis Hofmann oder das Euthanasie Drama "Nebel im August" von Kai Wessel mit dem wunderbar und überzeugend spielenden Jungen Ivo Pietzcker in der Hauptrolle, entweder gar nicht mehr berücksichtigt wurden oder bei Letzterem nur in der Kategorie der weiblichen Nebenrolle, ist unverständlich. Gleiches Schicksaal widerfuhr auch Matti Geschonneck's "In Zeiten des abnehmenden Lichts", der ebenfalls nur in einer Nebenkategorie nominiert wurde. Stattdessen wurden künstlerisch zwiespältige Komödien wie "Willkommen bei den Hartmanns" von Simon Verhoeven und Chris Kraus' Tragikomödie "Die Blumen von gestern" auf den Tron gehoben, die zwar Publikumserfolge an den Kinokassen sind, aber mit Arthaus und anspruchsvoller Filmkunst wenig zu tun haben.

    Auch Andreas Busche vom Tagesspiegel schreibt über den Film von Kris Kraus, dass dies eine krude, geschichtspolitisch fragwürdige Vergangenheitsbewältigungskomödie sei, die zudem allein für ihre Nominierung 250.000 Euro an kultureller Filmförderung seitens des Bundes erhält. Mit diesen Nominierungen tut sich die Akademie keinen Gefallen, so sein Fazit.

    Offensichtlich spielen beim Deutschen Filmpreis wieder einmal wirtschaftliche Erfolge eine größere Rolle als künstlerisch wertvolle Werke. Erstere werden belohnt, Letztere haben das Nachsehen, obwohl beispielsweise "Nebel im August" von der Filmbewertungsstelle in Wiesbaden mit dem Prädikat "Besonders Wertvoll" ebenso ausgezeichnet wurde wie "Tschick" oder "Toni Erdmann", während die beiden oben genannten Komödien kein Prädikat erhalten haben.

    Gefreut haben wir uns über die Auswahl von Fatih Akin's "Tschick", an dessen Drehbuch u.a. Hark Bohm mitgearbeitet hat und dessen Handschrift sich seit seinem 1976 gedrehtem Jugenddrama "Nordsee ist Mordsee" hier erneut eindeutig und zum Positiven des Roadmovies widerspiegelt.

    Dass sich unter den besten nominierten Dokumentarfilmen auch das mehrfach auf Festivals ausgezeichnete "No Land's Song" von Ayat Najafi wiederfindet, erfreut uns ebenfalls sehr.


    Nominierungen für den besten deutschen Spielfilm:

    • "24 Wochen"
    Produzent/in: Melanie Berke, Tobias Büchner, Thomas Kufus
    • "Die Blumen von Gestern"
    Produzent/in: Danny Krausz, Kathrin Lemme
    • "Toni Erdmann"
    Produzent/in: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade
    • "Tschick"
    Produzent/in: Marco Mehlitz
    • "Wild"
    Produzent/in: Bettina Brokemper
    • "Willkommen bei den Hartmanns"
    Produzent/in: Quirin Berg, Max Wiedemann, Simon Verhoeven, Michael Verhoeven

    Nominierungen für den besten deutschen Dokumentarfilm:

    • "Berlin Rebel High School"
    Produzent/in: Alexander Kleider, Daniela Michel
    • "Cahier africain"
    Produzent/in: Peter Spoerri, Stefan Tolz
    • "No Land's Song"
    Produzent/in: Gunter Hanfgarn, Rouven Rech, Teresa Renn

    Nominierungen für den besten deutschen Kinderfilm:

    • "Auf Augenhöhe"
    Produzent/in: Martin Richter, Christian Becker
    • "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen"
    Produzent/in: Oliver Berben, Martin Moszkowicz

    Nominierungen für das beste deutsche Drehbuch:

    • "24 Wochen"
    Carl Gerber & Anne Zohra Berrached
    • "Die Blumen von Gestern"
    Chris Kraus
    • "Einsamkeit und Sex und Mitleid"
    Lars Montag & Helmut Krausser
    • "Toni Erdmann"
    Maren Ade

    Nominierungen für die beste deutsche Regie:

    • "24 Wochen", Anne Zohra Berrached
    • "Die Blumen von Gestern", Chris Kraus
    • "Toni Erdmann", Maren Ade
    • "Wild", Nicolette Krebitz

    Nominierungen für die beste weibliche Hauptrolle:

    • "24 Wochen", Julia Jentsch
    • "Toni Erdmann", Sandra Hüller
    • "Wild", Lilith Stangenberg

    Nominierungen für die beste weibliche Nebenrolle:

    • "Die Blumen von Gestern", Sigrid Marquardt
    • "Die Welt der Wunderlichs", Christiane Paul
    • "Einsamkeit und Sex und Mitleid", Eva Löbau
    • "Nebel im August", Fritzi Haberlandt

    Nominierungen für die beste männliche Hauptrolle:

    • "Die Blumen von Gestern", Lars Eidinger
    • "In Zeiten des abnehmenden Lichts", Bruno Ganz
    • "Toni Erdmann", Peter Simonischek

    Nominierungen für die beste männliche Nebenrolle:

    • "Die Welt der Wunderlichs", Martin Feifel
    • "Einsamkeit und Sex und Mitleid", Rainer Bock
    • "Wild", Georg Friedrich

    Nominierungen für die beste Kamera/Bildgestaltung:

    • "Die Blumen von Gestern", Sonja Rom
    • "Paula", Frank Lamm
    • "Tschick", Rainer Klausmann
    • "Wild", Reinhold Vorschneider

    Nominierungen für den besten Schnitt:

    • "Toni Erdmann", Heike Parplies
    • "Tschick", Andrew Bird
    • "Wild", Bettina Böhler

    Nominierungen für das beste Szenenbild:

    • "Die Blumen von Gestern", Silke Buhr
    • "Nebel im August", Christoph Kanter
    • "Paula", Tim Pannen

    Nominierungen für das beste Kostümbild:

    • "Die Blumen von Gestern", Gioia Raspé
    • "Marie Curie", Chris Pidre & Florence Scholtes
    • "Paula", Frauke Firl

    Nominierungen für das beste Maskenbild:

    • "Das kalte Herz", Kathi Kullack
    • "Marie Curie", Waldemar Pokromski
    • "Paula", Astrid Weber & Hannah Fischleder

    Nominierungen für die beste Filmmusik:

    • "Das kalte Herz", Oli Biehler
    • "Marie Curie", Bruno Coulais
    • "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen", Johannes Repka

    Nominierungen für die beste Tongestaltung:

    • "Das kalte Herz"
    Lars Ginzel, Benjamin Hörbe, André Zacher
    • "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen"
    Stefan Busch, Michael Kranz, Peter Schmidt
    • "Tschick"
    Lars Ginzel, Kai Lüde, Kai Tebbel
    • "Wild"
    Rainer Heesch, Christoph Schilling, Martin Steyer

    Der DEUTSCHE FILMPREIS wird am 28. April 2017 im Palais am Funkturm in Berlin verliehen. Das ZDF überträgt die Gala am gleichen Abend.

    Der DEUTSCHE FILMPREIS – die renommierteste und höchstdotierte Auszeichnung für den deutschen Film – ist mit Preisgeldern der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in einer Gesamthöhe von knapp 3 Mio. Euro dotiert und wird nach der Wahl durch die Mitglieder der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters verliehen. Die Verleihung ist eine Veranstaltung der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), produziert von der DFA Produktion GmbH.

    In der erweiterten Ansicht haben wir übrigens nachträglich die Filme der Vorauswahl eingefügt, da diese für manche von Interesse sein dürfte.

    Die Vorauswahlkommissionen »Dokumentarfilm« und »Kinderfilm« hatten die Sichtung aller eingereichten Filme bereits im Dezember abgeschlossen, um den Mitgliedern der Deutschen Filmakademie ein ausreichend großes Zeitfenster zu geben, die Filme zu sichten und bis Mitte März über eine Nominierung abzustimmen. Zu den Kinovorführungen der neunköpfigen Vorauswahlkommission »Kinderfilm« wurden auch nicht-stimmberechtigte, filmbegeisterte Schüler verschiedener Altersstufen eingeladen. Ihre lebhaften Diskussionen im Anschluss an die Filmsichtung flossen in die Entscheidungsfindung zu den sechs vorausgewählten Kinderfilme ein.

    Weitere Informationen finden Sie unter:
    www.deutscher-filmpreis.de | www.deutsche-filmakademie.de


    "Bekanntgabe der Nominierungen für die LOLA 2017" vollständig lesen

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    Immer noch starke Unterrepräsentanz von Frauen in der Medienbranche.



    Eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass das Thema Frauen in Führungspositionen in der liberalen Kultur- und Kreativwirtschaft schon fast ein alter Hut ist. Allerdings sind Frauen in der Geschäftsführung von Werbeagenturen und Filmproduktionen nach wie vor eine Ausnahme, wie die Trendstudie über Frauen im Topmanagement von Agenturen und Filmproduktionen des Stuttgarter Startups Filestage belegt.

    In ihrer Studie “Frauen im Topmanagement von Agenturen und Filmproduktionen” hat das Unternehmen die Geschlechterverteilung in den Führungsetagen untersucht. Außerdem wurde geprüft, ob Unterschiede bei Einkommen, Standort und Fördergeldern bestehen. Auf der Webseite des Blogs wird darüber hinaus in Form spannender Interviews Einblicke in das Leben erfolgreicher Frauen der Film- und Werbebranche gegeben.

    Seit Jahren gibt es immer wieder hitzige Debatten zum Thema der Geschlechtergerechtigkeit in Führungspositionen. Auch in Werbeagenturen und Filmproduktionen sind Frauen in Führungspositionen die Ausnahme.

    So ist das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten in der Medienbranche insgesamt sehr ausgeglichen. Allerdings spiegelt sich das nicht in der Geschäftsführung wieder. Die Filestage Studie zeigt, dass Frauen in der Geschäftsführung an allen wichtigen Kreativstandorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterrepräsentiert sind. In Filmproduktionen liegt der durchschnittliche Frauenanteil in der Geschäftsführung bei etwa 17%. Die Geschäftsleitung der Werbeagenturen ist im Durchschnitt zu 21% mit Frauen besetzt.

    Dazu kommen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. So verdienen Frauen in der Filmbranche im Durchschnitt 22% weniger. In der Werbewirtschaft liegen die Gehaltsunterschiede bei rund 12%. Auch bei den Filmfördermitteln zeigt sich ein ähnliches Bild. Frauen erhalten im Durchschnitt 20% weniger Fördergelder.

    Die Ursachen liegen laut den Autoren unter anderem in der hohen Arbeitsbelastung. “Arbeitswochen mit weit mehr als 40 Stunden. sind nichts Besonderes”, sagt Jasmin Mühlhölzer von Filestage. So wird die freie Zeit zwischen den Drehs oft zur Filmvermarktung genutzt. Die Chance für ein geregeltes Privat-/Familienleben wird somit sehr stark eingeschränkt. Laut der Welt sind es Gesetzeslücken, die Frauen in der Geschäftsführung während der Schwangerschaft nicht vor einer Kündigung schützen.

    Gerade die TV- und Filmbranche wird von Männern dominiert. “Die Vermutung liegt nahe, dass Frauen in diesem Bereich über weniger Qualifikationen verfügen und deshalb weniger vertreten sind. Das ist allerdings schlichtweg falsch”, so Niklas Dorn, Geschäftsführer des Startups Filestage. So zeigt das Branchenblatt Black Box klar auf, dass 42 % aller deutschen Absolventen an Filmhochschulen Frauen sind. Fördermittel oder Anstellungen bekommen dann allerdings nur 15-20%.

    Initiativen wie “Pro Quote Regie” und “Pro Quote” setzen sich für Frauen ein. “Pro Quote” fordert beispielsweise. eine Frauenquote von 30% bis 2017. Diese Quote soll für alle Führungsebenen speziell in den Print-und Onlinemedien, TV und Radio gelten. Die Frauenquote ist im Moment noch nicht im Gesetz verankert. Die Einführung wird auf freiwilliger Basis durchgeführt. Flexible Arbeitszeiten und Gesetzesänderungen können hierfür den Anfang bieten.

    Interessierte können sich die Trendstudie “Frauen in der Kreativbranche” kostenfrei unter blog.filestage.io/trendstudie als PDF herunterladen.

    Über Filestage:
    Die Filestage GmbH wurde 2015 von Niklas Dorn, Maël Frize und Simon Kontschak in Stuttgart gegründet. Seitdem hat sich Filestage zu einem der führenden Software-Anbieter für die Abstimmung von Medieninhalten entwickelt. Mit Filestage vereinfachen Freelancer, Agenturen und Marketingabteilungen ihre tägliche Kommunikation und sparen Zeit und Geld bei der Freigabe von Videos, Designs und Dokumenten. Mit der Studie möchte das junge Unternehmen eine aktive Debatte anregen.

    Filestage GmbH
    Heidehofstr. 9
    70184 Stuttgart
    Web: filestage.io/de


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    Christoph Hochhäusler ist jetzt als leitender Dozent Regie an der DFFB beschäftigt.



    Unter dem neuen Direktor Ben Gibson hat sich die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) in den ersten Monaten des neuen Jahres einen neuen Head of Business Affairs sowie drei neue leitende Dozenten an Bord geholt.

    Als neuer Head of Business Affairs wird Rusta Mizani ab Mai Verwaltungsaufgaben an der DFFB übernehmen. Bis dahin fungiert Mizani noch als Verwaltungsleiter und Prokurist bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Zuvor hatte der studierte Betriebswirt u.a. bei Verleihern wie Polygram, Universal Pictures und Tobis gearbeitet.

    Bereits seit Januar ist Christoph Hochhäusler, Autor und Regisseur von Filmen wie "Milchwald" , "Falscher Bekenner" , "Unter dir die Stadt" und "Die Lügen der Sieger" als leitender Dozent Regie an der DFFB tätig, wo er bereits in den vergangenen Jahren als Dozent tätig war.

    An der DFFB studiert hat die Filmproduzentin Anna de Paoli. Im Anschluss an ihr Studium gründete sie den Filmemacherverbund Schattenkante, aus dem ihre gleichnamige Produktionsfirma hervorging. Zuletzt war Anna de Paoli als Programmkoordinatorin der Abteilung Deutsche Filme sowie als Sichterin und Moderatorin für die Sektion Perspektive Deutsches Kino der Berlinale tätig gewesen. An der DFFB fungiert sie seit Februar als leitende Dozentin für Produktion.

    Leitender Dozent für Drehbuch/Stoffentwicklung an der DFFB ist seit Anfang März der Drehbuchautor Ellis Freeman, der zunächst in London als Journalist für diverse Print- und TV-Medien gearbeitet hatte, bevor er mit dem Schreiben von Drehbüchern begann. Freeman ist seit sechs Jahren regelmäßig als Gastdozent an der DFFB zu finden.

    "Es ist wirklich aufregend, ein so talentiertes und gut passendes Team für 2017 an der DFFB begrüßen zu können. Die drei neuen leitenden Dozenten ergänzen den leidenschaftlichen und einfallsreichen Head of Studies Bodo Knapheide und sein Team, den außergewöhnlichen Kameramann und Head of Cinematography Michael Bertl und mich in der akademischen Gruppe, und bringen große Erfahrungen und Weisheit ein, wenn es um unser großes Anliegen geht, die DFFB als großartige internationale Schule für Filmmitarbeiter und Innovation zu sein", erklärt DFFB-Direktor Ben Gibson.

    Quellen: dffb | Blickpunkt:Film


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    BKM-Förderung für Filmerbe wurde leicht aufgestockt - Bundesfilmarchiv erhält erstmals Mittel für Digitalisierung.



    Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat Anfang April zu der bereits im November 2016 angekündigten Erhöhung des Ansatzes zur Digitalisierung und Bewahrung des deutschen Filmerbes von einer auf zwei Millionen Euro für 2017 weitere Einzelheiten bekanntgegeben. So erhält das Bundesarchiv-Filmarchiv erstmals Mittel für die Digitalisierung seiner Filmbestände in Höhe von bis zu 400.000 Euro.

    Für die vom Bund dauerhaft geförderten Einrichtungen, die Stiftung Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut, sind Projektförderungen in Höhe von jeweils bis zu 550.000 Euro vorgesehen. Darüber hinaus erhalten die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und die DEFA-Stiftung wie in den vergangenen Jahren Digitalisierungsmittel in Höhe von jeweils bis zu 250.000 Euro.

    Monika Grütters: "Mit der Verdopplung der Digitalisierungsförderung im Jahr 2017 für unser Filmerbe ist ein weiterer Schritt geschafft, den finanziellen Anteil an einem gemeinsamen Digitalisierungskonzept mit den Ländern und der Filmwirtschaft zu erbringen."

    Leider ist die bescheidene Fördersumme für das Filmerbe nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sodass auch die Länder stärker in die Pflicht genommen werden müssten, ihre Fördersummen beträchtlich zu erhöhen.

    ++++++++++++

    First Steps Award auch für Drehbuchautoren.




    Bei den First Steps Award gibt es eine neue Kategorie. Wenn der Nachwuchspreis am 18. September 2017 in Berlin zum 18. Mal verliehen wird, wird erstmals auch ein Drehbuchpreis vergeben. Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis wollen die Preisstifter einer Pressemitteilung zufolge zum einen die Anerkennung der Autorenleistung in Abschlussfilmen fördern, zum anderen die Bedeutung von eigenständigen Drehbuchstudiengängen an Filmhochschulen hervorheben.

    Initiiert hatte den First Steps Drehbuchpreis Warner Bros. Willi Geike, President & Managing Direktor Warner Bros. Entertainment: "Eine sorgfältige Stoffentwicklung ist die entscheidende Basis für jeden guten Film. Wir wollen mit diesem Preis den Drehbuchstudierenden eine Chance geben, sich mit ihrem Können und Talent der Branche zu präsentieren. Wir freuen uns sehr darauf, künftig gemeinsam mit unseren First Steps Partnern auch die besonderen Autorentalente eines jeden Jahrgangs im Rahmen der First Steps Awards kennen zu lernen und fördern zu können."

    Für den First Steps Drehbuchpreis können unverfilmte oder verfilmte Drehbücher aller Genres, Formate und Längen eingereicht werden, mit denen ein Drehbuch- oder Filmstudium abgeschlossen wurde. Anmeldeschluss ist der 8. Mai 2017.

    Der mit insgesamt 102.000 Euro dotierte First Steps Award wird in acht Kategorien vergeben. Weitere Informationen unter www.firststeps.de

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    Rund 19,2 Millionen Euro für die FFA-Branchentiger.



    Mit einer glanzvollen Gala wurden am Abend des 6. April 2017 in Berlin die FFA-Branchentiger verliehen. Mehr als 150 Gäste aus Filmwirtschaft und -politik waren in die Bar jeder Vernunft zur Verleihung der FFA-Branchentiger gekommen. Im Rampenlicht der Preisverleihung standen die Macher der erfolgreichsten deutschen Kinofilme 2016, darunter Karoline Herfurth, Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz.

    Freuen konnten sich alle ausgezeichneten Produzenten, Verleiher, Kurzfilmer und Kinobetreiber über eine Förderung in Höhe von insgesamt 19.185.170 Euro. Durch die diesjährige Branchentiger-Verleihung führte NDR-Moderator Yared Dibaba.

    In der Kategorie Verleih errang Warner Bros. mit acht Filmen Platz 1 und erhielt eine Förderung von 772.000 Euro – ausgelöst u.a. durch die Besuchermillionäre "Willkommen bei den Hartmanns" und "Der geilste Tag" Insgesamt wurden 3,2 Millionen Euro Referenzgelder an 60 Verleihfirmen ausgezahlt.

    Erfolgreichster Produzent 2016 war die Münchener Wiedemann & Berg Film. Drei Produktionen, darunter der besucherstärkste deutsche Film 2016 "Willkommen bei den Hartmanns", sorgten für eine Referenzförderung in Höhe von 1,6 Mio. Euro.

    Einen Branchentiger als erfolgreichste Produzentinnen erhielten Maren Ade und Janine Jackowski von Komplizen Film für "Toni Erdmann". Insgesamt wurden im Bereich Produktion 12,8 Mio. Euro für 61 Kinofilme ausgeschüttet.

    Weitere Kategorien der FFA-Referenzförderung sind Kino und Kurzfilme: Spitzenreiter bei der Kinoreferenzförderung war das Hamburger Abaton Kino von Matthias Elwardt, der mit 27.000 Euro belohnt wurde. 235 Kinobetreiber erhielten insgesamt 2,5 Mio. Euro Referenzförderung. Die Referenzförderung errechnet sich aus einem Punktesystem, das auf dem Besuchererfolg im Kino sowie Filmpreis- und Festivalauszeichnungen basiert. In diesem Jahr errechnet sich bei der Referenzfilmförderung pro verkaufter Kinokarte bzw. Festivalpunkt ein Förderbetrag von 45 Cent (Vorjahr: 48 Cent) und in der Referenzverleihförderung von 0,19 Cent (23 Cent) pro Besucher (Quelle: FFA). Die Fördergelder können von den Produzenten und Verleihern innerhalb von drei Jahren ohne Mitsprache von Fördergremien verwendet werden.

    Eine besondere Erwähnung bekam erstmals ein Kino mit dem größten Engagement für Barrierefreiheit. Ausgezeichnet wurde Wolfram Weber, Betreiber von Deutschlands größtem Multiplexkino Cinecittà Nürnberg.

    Bester Kurzfilm 2016 bei Festivals im In-und Ausland war der achtminütige Animationsfilm "Bär" von Pascal Flörks. Hier der Trailer:



    Die vollständigen Listen mit allen Branchentigern und Referenzmittelförderungen finden Sie hier als PDF-Download.

    Quelle: Blickpunkt:Film | FFA | Filmecho


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    Konkurrenz zu Babelsberg - Neues Filmstudio in London geplant.

    Im Studio Babelsberg haben am 12. Oktober 2016 die Dreharbeiten für Duncan Jones' mit Spannung erwarteten Sci-Fi-Thriller "Mute" begonnen, der vom Medienboard Berlin-Brandenburg mit 200.000 Euro gefördert wird. Als Hauptdarsteller für den komplett in Babelsberg und an verschiedenen Locations in Berlin produzierten NETFLIX Original Film stehen Alexander Skarsgård, Paul Rudd und Justin Theroux vor der Kamera. Weitere Rollen sind mit deutschen Schauspielern, u.a. mit Newcomerin Seyneb Saleh, besetzt.

    Duncan Jones filmt "Mute" u.a. in der neuen, einzigartigen Außenkulisse von Studio Babelsberg (Neue Berliner Straße) und an dem Ort, den er bereits als Kind kennen lernte:

    "Ich freue mich sehr, für die Dreharbeiten nach Berlin zurückzukehren, eine Stadt, in der ich für eine gewisse Zeit als Kind gelebt habe."

    Produzent Stuart Fenegan ergänzt: "Bei unserem allerersten Treffen vor 13 Jahren gab mir Duncan eine Version von "Mute"– und seitdem wollte ich diesen Film produzieren. Wir mussten vorher nur "Moon", "Source Code" und "Warcraft" machen und in der Zwischenzeit wurde NETFLIX zu dem neuen Ort für Filme. Die perfekte Heimat für "Mute".“

    Das Herzensprojekt des Regisseurs, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, basiert auf einer Geschichte, die er bereits vor 12 Jahren entwickelt hat. Der stumme Leo, gespielt von Alexander Skarsgård, sucht im Berlin des Jahres 2052 nach seiner verschwundenen Freundin und gerät dabei in die Schusslinie zweier durchtriebener Gegner, verkörpert von Paul Rudd und Justin Theroux.

    Produzent des futuristischen Film Noirs ist Jones‘ langjähriger Geschäftspartner Stuart Fenegan mit Liberty Films. Charles J.D. Schlissel zeichnet als Ausführender Produzent verantwortlich, gemeinsam mit den Co-Produzenten Henning Molfenter, Charlie Woebcken und Christoph Fisser von Studio Babelsberg.

    Für das Filmstudio ist der Drehbeginn eine gute Nachricht. Nach der Hauptversammlung im Juni 2016 hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die Auslastung im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen "alarmierend" sei.

    Zudem könnten nach dem Brexit der Engländer die aktuellen Währungsverschiebungen das exportorientierte Projektgeschäft von Studio Babelsberg existenzbedrohend beeinflussen, hieß es in einer Presseerklärung vom 24. Juni 2016. Der Absturz des englischen Pfundes weckte vor allem Begehrlichkeiten beim US Investment-Fonds Venus Grafton, der die in den letzten Jahren gut ausgebauten Londoner Pinewood Filmstudios wohl übernehmen wollte.

    Auch andere Produktionsunternehmen schätzen die derzeit sehr kostengünstigen Produktionsbedingungen Londons, was für Studio Babelsberg weniger gute Nachrichten sind.

    Neues Filmstudio in London geplant.

    Angespornt durch die gut ausgelasteten Pinewood Studios treibt Londons Bürgermeister Sadiq Khan ehrgeizige Pläne für ein neues Film- und TV-Studio voran, das im Osten der City in Dagenham entstehen soll – der erste Studio-Neubau dort seit 25 Jahren.

    Gemeinsam mit Film London, der Agentur zur Unterstützung der lokalen Filmbranche, dem Firmennetzwerk London Local Enterprise Panel LEP sowie der Londoner Gemeinde Barking & Dagenham, wo der neue Studiokomplex entstehen soll, will die Stadt nun eine Machbarkeitsstudie über das Projekt erstellen lassen.

    Eine solche neue Anlage wäre ein Segen für die britische Produktionslandschaft, die seit einigen Jahren boomt. Hollywood-Studios realisieren zunehmend ihre Big-Budget-Produktionen in den bereits vorhandenen Studios in Pinewood, Shepperton sowie in den Warner-Studios in Leavesden. Im vergangenen Jahr investierten internationale Produktionen bei den Filmfirmen in und um London eine Milliarde Pfund. Nur Los Angeles und New York ziehen weltweit mehr Produktionen an.

    Über Netflix.

    Das US-Unternehmen NETFLIX ist dagegen auf einen Produktionsstandort in Deutschland angewiesen, um hier zu expandieren und dadurch Fördergelder generieren zu können.

    Netflix ist mit über 83 Millionen Mitgliedern in mehr als 190 Ländern, die täglich über 125 Millionen Stunden Filme und TV-Serien – darunter auch Originalserien, -dokumentationen und -spielfilme – genießen, der größte Streamingdienst weltweit. Mitglieder können Filme und Serien jederzeit, überall und mit fast jedem beliebigen internetfähigen Endgerät unbegrenzt streamen, ohne dauerhafte Verpflichtungen einzugehen. Die Wiedergabe der ausgewählten Titel kann dabei ganz ohne Werbeunterbrechungen jederzeit gestartet, unterbrochen und fortgesetzt werden.

    Quellen: Medienboard | filmecho


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    International Emmy Kids Award: Märchen können wahr werden.

    Man könnte fast meinen, es sei der Griff nach den Sternen. Tatsächlich ist es kaum zu glauben, aber deutsche Märchenfilme sind auf Erfolgspfaden und könnten schon im nächsten Jahr von der International Academy of Television Arts & Sciences mit den International Emmys Awards belohnt werden.

    Jedenfalls wurden jetzt im Rahmen der MIPCOM in Cannes zwei deutsche Märchenfilme im Rennen um den International Emmy Kids Award für die nächste Ausgabe der Emmys nominiert. Beide Filme werden in der Kategorie TV-Movie/Miniserie allerdings bei der Vergabe am 4. April 2017 in Cannes gegeneinander antreten.

    Es sind Stefan Bühlings "Die weiße Schlange" (ZDF) und Zoltan Spirandellis "Die Salzprinzessin" (ARD/WDR). Sie konkurrieren mit Produktionen aus Großbritannien und den Niederlanden.

    Insgesamt sind in sieben Kategorien 28 Produktionen aus 13 Ländern für die International Emmy Kids Awards nominiert. Das größte Kontingent stellt Großbritannien (sechs) gefolgt von Brasilien (vier) und den Niederlanden (drei).

    Alle Nominierten unter: www.iemmys.tv

    Hier Bühlings ZDF Produktion der weißen Schlange aus dem Jahre 2015 in voller Länge auf YouTube:

    Zum Inhalt:

    Die weiße Schlange“ ist eines der weniger bekannten Grimm’schen Märchen. Darin schlachtet der junge Held, der ein großes Herz für Tiere hat, sein Pferd, um drei Rabenkinder vor dem Verhungern zu bewahren.

    Und hier Spirandellis ARD Produktion, die ebenfalls im letzten Jahr vom WDR gedreht wurde.

    Zum Inhalt:

    Es ist Zeit für König Christoph, das Zepter abzugeben. Eine seiner drei geliebten Töchter soll die Thronfolge antreten und eine ebenso barmherzige Regentin werden wie die verstorbene Königin. Prinzessin Amélie ist zwar die Jüngste, sie wäre aber eine gute Wahl. Als sie wieder einmal den Wald erkundet, entdeckt sie einen prächtig funkelnden Salzkristall - und begegnet dem Prinzen Thabo aus dem fernen Königreich Bokanda. Er verliebt sich in Amélie. Doch bevor er ihren Namen erfahren kann, ist sie schon wieder weg. Bei Hofe hat König Christoph einen Entschluss gefasst: Die Tochter, die ihm die schönste Liebesbekundung macht, soll Königin werden.

    Beim weltgrößten TV-Markt (MIPCOM) findet vom 17.-20. Oktober 2016 der internationale Vertrieb von Fernsehrechten statt. Deutsche TV-Filme spielen eine immer größere Rolle auf der MIPCOM, und sie produzieren Inhalte auf Weltniveau, sagte Messe-Chefin Laurine Garaude der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

    Die MIPCOM in Südfrankreich zeigt, was schon bald in Millionen Wohnzimmern über die Bildschirme flimmert. Die Ware der Messe sind Fernseh- und Filmprogramme. Die Veranstalter erwarten 14.000 Verantwortliche von Sendern, Produktionsfirmen, Programmvertrieben, Internetplattformen und Medienkonzernen aus aller Welt. Sie alle werden die Strandpromenade Croisette und den Palais des Festivals in Cannes bevölkern, um hier geeignete Programme zu suchen und zu finden.

    Auch für das 15 Millionen Euro teure Historienepos „Maximilian und Marie von Burgund“, das in Zusammenarbeit mit ZDF und ORF entstand, stehen die Verkaufschancen gut, ebenso wie für den aufwendigen international produzierten Zweiteiler „Gotthard“ über den Bau des Tunnels Ende des 19. Jahrhunderts. Schon jetzt wird im Programmvertrieb Beta Film die neun Millionen Euro teure Produktion um einen ostdeutschen „Romeo“-Agenten (Tom Schilling) in den 70er Jahren in Berlin unter dem Titel „The Same Sky“ an ausländische Sender verkauft. Unter der Regie von Oliver Hirschbiegel sind auch Ben Becker, Anja Kling und Claudia Michelsen zu sehen. Bei uns wird der Mehrteiler voraussichtlich nächstes Frühjahr im ZDF ausgestrahlt.

    Auch Studio Babelsberg dreht wieder Märchenfilme.

    Gestern fiel die erste Klappe für Dennis Gansels "Jim Knopf". Fast 14 Jahre Vorbereitungszeit wurden benötigt, um Michael Endes Kinderbuch zu verfilmen. Bereits der dritte Teil von Michael Endes "Die Unendliche Geschichte - Rettung aus Phantasien" wurde vor 22 Jahren im Studio Babelsberg gedreht, während Teil I und Teil II noch vor der Wende (1984 & 1989) bei der Bavaria in München verfilmt wurden. Allerdings können noch heute einzelne Requisiten der ersten Teile auch im Filmpark Babelsberg bewundert werden.

    Produzent Christian Becker erfüllt sich mit "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" einen lange gehegten Traum:

    "Nach unglaublichen fast 14 Jahren der Vorbereitung freue ich mich ganz besonders, diesen Kinderbuchklassiker von Michael Ende als Realverfilmung zusammen mit Willi Geike und der Warner Bros. endlich für die große Kinoleinwand umsetzen zu können. Es ist großartig, mit Regisseur Dennis Gansel nicht nur einen international erfolgreichen Regisseur, sondern auch einen Freund, mit dem ich seit dem Studium zusammenarbeite, an Bord zu haben, und zu wissen, dass uns unglaubliche Kulissen erwarten, für die Production Designer Matthias Müsse mit seinem Team verantwortlich zeichnet. Aber das tollste ist, dass wir so einen wunderbaren Cast gefunden haben - allen voran Solomon Gordon als Jim Knopf und Henning Baum als Lukas, der Lokomotivführer - einem väterlichen Freund und Adoptivvater, wie ihn sich wohl jeder Waisenjunge wünschen würde."

    "Das war für mich schon immer der große Fantasy- und Abenteuerstoff. Für mich ist das mein Traumprojekt", erklärte Regisseur Dennis Gansel gestern zu Beginn der Dreharbeiten seiner Realverfilmung "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" in Studio Babelsberg.

    Für Studio Babelsberg kommt die Produktion im rechten Moment. Nach dem Beginn der Dreharbeiten für Duncan Jones' mit Spannung erwarteten NETFLIX-Thriller "Mute" am 12. Oktober 2016 scheint der Studiobetrieb für den Herbst gesichert zu sein. Mitte des Jahres hieß es noch von der Unternehmensleitung, dass die Auslastung im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen "alarmierend" sei, wie wir am 14. Oktober 2016 berichteten.

    Die Märchenfilmproduktion der Rat Pack Filmproduktion in Koproduktion mit Warner Bros. Film Productions Germany, Malao Film, Studio Babelsberg und Bavaria Studios & Production Services wird an über 60 Drehtagen nach einem Drehbuch von Dirk Ahner, Sebastian Niemann und Andrew Birkin in Studio Babelsberg, der Bavaria und in Kapstadt gedreht werden. Warner Bros. plant den Kinostart für 2018, den Weltvertrieb hat Timeless Films / Constantin Film übernommen. Fördermittel gab es vom Medienboard Berlin-Brandenburg, dem FFF Bayern, der MFG Baden-Württemberg, der FFA, dem DFFF und dem German Motion Picture Fund.

    Die Hauptrollen in "Jim Knopf und der Lokomotivführer" spielen Solomon Gordon als Jim Knopf und Henning Baum; weitere Rollen haben Annette Frier, Christoph Maria Herbst, Uwe Ochsenknecht und Rick Kavanian übernommen. Mit der Hollywood-Legende Shirley MacLaine sowie Michael "Bully" Herbig und Milan Peschel sind auch international bekannnte Stars vertreten. Jim Knopf gewann 1960 den Deutschen Jugendbuchpreis. Der Folgeband aus dem Jahr 1962 heißt "Jim Knopf und die Wilde 13". Die Serie wurde erstmals 1961/62 in Schwarz-Weiß gedreht und 1976/77 schon einmal in Farbe komplett neuverfilmt.

    Kurzinhalt:

    Als der König von "Lummerland" den Bahnbetrieb stillzulegen droht, beschließt der kleine schwarze Junge Jim, der auf der Insel als Waisenkind großgezogen wurde, in einer Nacht und Nebel Aktion mit der zum Schiff umgebauten Lokomotive "Emma" die Insel zu verlassen. Nach langer Seereise landen er und Lukas in China, werden aber abgewiesen und versuchen die Krone der Welt zu überwinden. Dabei entkommen die beiden Abenteurer nur ganz knapp dem Tod, da das Gebirge unter den tausendfach reflektierten Schallwellen der fahrenden Lokomotive zusammenbricht. Danach erreichen sie das Land der tausend Vulkane, befreien im weiteren Verlauf der Reise 13 wilde Kinder und fangen auf der Rückfahrt schwimmende Insel ein, die sie zum viel zu kleinen Lummerland bringen.

    Link: www.studiobabelsberg.com

    Quellen: dpa | Focus | Blickpunkt:Film | Medienboard


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    Anhörung im Bundestag: Ausschuss Kultur und Medien - BKM fordert Länder-Engagement beim Filmerbe ein.

    Berlin, 20. Oktober 2016:

    Bereits am 9. Oktober 2016 wiesen wir in einem Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags darauf hin, dass am 19. Oktober 2016 die Expertenanhörung vor dem Bundestagsausschuss Kultur und Medien zum Thema Filmerbe stattfinden wird. Dort hob Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Ihrer Rede hervor, dass die Länder „nun endlich auch beim Filmerbe ihre Verantwortung wahrnehmen müssen“, weil für Kultur in Deutschland die Länder hoheitlich zuständig sind. Auf ein solches Signal und auf einen signifikanten Beitrag warte man schon viel zu lange.

    Monika Grütters weiter: „Der Bund stellt seit Jahren Gelder zur Restaurierung und jeweils 1 Mio. Euro für die Digitalisierung wichtiger Filme zur Verfügung. So konnten bereits Klassiker wie ‚Metropolis‘ restauriert und mehr als 400 Filme digitalisiert werden. Dieses Engagement des Bundes allein reicht aber bei weitem nicht aus.“

    Die Kulturstaatsministerin hat außerdem den Ausbau eines Bestandskatalogs gefördert, der einen öffentlich zugänglichen Überblick über die in den Filmarchiven lagernden Filme ermöglichen und somit die Digitalisierung erleichtern soll. Am 2. Dezember 2016 wird sie zudem für den Landesvorsitz der Berliner CDU kandidieren und sich somit stärker in die Landespolitik Berlins einmischen können.

    Katharina Dockhorn hat für uns nachfolgend die Anhörung zusammengefasst:

    Filmwissenschaftler, Produzenten und Archivare fordern eine Aufstockung der finanziellen Mittel zur Digitalisierung und Rettung des deutschen Filmerbes. "Lasst uns mit dem Anfangen anfangen", fasste Rainer Rother, Direktor der Stiftung Kinemathek, die Appelle der Sachverständigen in einer öffentlichen Anhörung des Kulturausschusses über den Antrag der Fraktion die Linke "Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten" (18/8888) zusammen.

    Das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) als "Jahrhunderaufgabe" bezeichnete Unterfangen kostet nach dem Gutachten "Ermittlung des Finanzbedarfs zum Erhalt des Filmischen Erbes" der Wirtschaftsprüfer von PWC 473,9 Millionen Euro. Um diese Kosten zu schultern, diskutieren Bundesregierung, Bundesländer und die Filmwirtschaft seit mehreren Jahren über ein Bündnis für das Filmerbe. Zehn Millionen Euro sollen jährlich über einen Zeitraum von zehn Jahren für die Digitalisierung ausgegeben werden. Jeder der Partner soll ein Drittel der Kosten tragen. "Anschließend wissen wir, wie wir mit dem Rest der Bestände umgehen", sagte Rother. Er machte auf das Ungleichgewicht der Ausgaben für die Filmförderung, für die die drei Partner 330 Millionen Euro jährlich aufbringen, und die Bewahrung des Filmerbes aufmerksam. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2017 sind für die Digitalisierung eine Millionen Euro eingestellt. Von den Ländern haben bislang Berlin und Brandenburg ihren Anteil nach dem Königsteiner Schlüssel bereitgestellt, sie förderten im vergangenen Jahr Digitalisierungsvorhaben mit 450.000 Euro.

    Die Filmförderungsanstalt unterstützt die Digitalisierung seit 2012 mit einer Million Euro jährlich, in diesem Jahr hat sie auf zwei Millionen aufgestockt. 15.000 Euro stehen je Film für eine Sicherung im 2K-Format bereit, die Rechteinhaber müssen einen Eigenanteil von 20 Prozent erbringen. Die Auswahl der Titel erfolgt nach drei gleichwertigen Kriterien, der kommerziellen Vermarktbarkeit des Films, filmkünstlerischen Gesichtspunkten und dem technischen Zustand des Originalmaterials.

    Christine Grieb, Geschäftsführerin des Verbands der filmtechnischen Betriebe, unterstrich ebenso wie Alice Brauner, Geschäftsführerin der Berliner CCC Filmkunst GmbH, die Dringlichkeit der Erhöhung der finanziellen Mittel. Die professionellen Strukturen, das heißt das personelle Know-how und die technische Infrastruktur, würden verschwinden, wenn der Startschuss für das Bündnis nicht bald erfolgt. "Die Firmen sind in einer dramatischen wirtschaftlichen Situation, da der Markt ihre Leistungen ohne staatliche Unterstützung nicht abruft. Sie werden im kommenden Jahr schließen. Die Kapazitäten können nur mit hohem Aufwand wieder aufgebaut werden," führte Grieb aus.

    Der Filmschatz von 250 Titeln der Produzentenlegende Artur Brauner ist akut gefährdet, darunter die Karl-May-Verfilmung "Im Reich des Silbernen Löwen". Seine Tochter Alice Brauner plädierte für die Digitalisierung im Format 4K Ultra HD. Für die digitale Überarbeitung des Filmklassikers "Es geschah am helllichten Tag" mit Heinz Rühmann gab sie gerade 25.000 Euro aus. "Unter diesem technischen Standard ist eine kommerzielle Auswertung im Kino oder im Fernsehen kaum möglich". Brauner forderte die öffentlich-rechtlichen Sender auf, das deutsche Filmerbe in die Hauptprogramme aufzunehmen.

    Die Experten forderten unisono, auch die analogen Kopien zu pflegen. "Wir wollen auch alle Materialien dauerhaft im Originalzustand erhalten", betonte Michael Hollmann, Direktor des Bundesarchivs, zu dessen Bestand 150.000 Titel in 1,2 Millionen Filmrollen gehören. Mit dem gegenwärtigen Etat des Bundesfilmarchivs könne er diese Doppelstrategie jedoch nicht umsetzen. Die Schließung der eigenen Kopierwerke in Koblenz und Berlin-Hoppegarten ist bereits angekündigt, es sind die letzten am Traditionsstandort Deutschland. Bundesfilmarchiv und die Stiftung Deutsche Kinemathek hoffen, dass die Regierungsparteien ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen, die Zuweisungen für beide Institutionen zu erhöhen.

    Quellen: (hib - heute im bundestag Nr. 612/DOK) | (www.filmportal.de/news)


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    Geplantes Kurdisches Filmfestival wurde abgesagt.

    Das vom 4.11.-9.11.2016 im Berliner Kino Babylon Mitte sowie an anderen Veranstaltungsorten in Berlin geplante Festival ist abgesagt, heißt es auf Berlin.de

    Mehr dazu in unserem BAF-Forum unter folgendem ShortLink: fb.me/1GDMceWio


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    In Gedenken an die Verstorbenen 2016 Teil II - ab Mitte Juli sowie mit Nachträgen bis Jahresende.

    Seit zehn Jahren existiert nun unser BAF-Filmtagebuch und seit sieben Jahren erinnern wir immer am Totensonntag an jene Personen aus der Schauspiel-, Film-, Fernseh- und Medienbranche, die von uns gegangen sind. Diese Tradition wollen wir auch 2016 fortsetzen. Die zahlreichen Nachrufe erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden aber nach bestem Wissen erstellt. Wegen der Fülle an Daten von mehr als 150 verstorbenen Prominenten, musste die chronologische Auflistung diesmal in zwei Artikel aufgeteilt werden.

    Ältere Einträge finden Sie unter dem 21. November 2010, unter dem 20. November 2011, unter dem 25. November 2012, unter dem 24. November 2013, unter dem 23. November 2014 und unter dem 22. November 2015.

    Sie ruhen in Frieden Teil II

    Noel Neill 3. Juli 2016

    Martina Servatius 4. Juli 2016

    Abbas Kiarostami 4. Juli 2016

    Jacques Rouffio 8. Juli 2016

    Sydney H. Schanberg 9. Juli 2016

    Miriam Pielhau 12. Juli 2016

    Héctor Babenco 13. Juli 2016

    Garry Marshall 19. Juli 2016

    Klaus Spürkel 20. Juli 2016

    Isolde Rinker 23. Juli 2016

    Kussai Abtini 1. August 2016

    David Huddleston 2. August 2016

    Terence Bayler 2. August 2016

    Volker Baer 4. August 2016

    Barry Jenner 8. August 2016

    Kenny Baker 13. August 2016

    Daniel Josefsohn 13. August 2016

    Hermann Kant 14. August 2016

    Arthur Hiller 17. August 2016

    Oliver Rath 18. August 2016

    Gene Wilder 29. August 2016

    Marc Riboud 30. August 2016

    Sigrid Marquart 30. August 2016

    Jon Polito 1. September 2016

    Alexis Arquette 11. September 2016

    Hilmar Thate 14. September 2016

    Kim McGuire 14. September 2016

    Rolf Losansky 15. September 2016

    Tarik Akan 16. September 2016

    Edward Albee 16. September 2016

    Curtis Hanson 20. September 2016

    Michael Altmann 25. September 2016

    Hans Korte 25. September 2016

    Gary Glasberg 28. September 2016

    Andrzej Wajda 9. Oktober 2016

    Patricia Barry 11. Oktober 2016

    Manfred Krug 21. Oktober 2016

    Hans-Joachim Schlegel 30. Oktober 2016

    Oleg Popow 2. November 2016

    Leonard Cohen 7. November 2016

    Robert Vaughn 11. November 2016

    Ilse Aichinger 11. November 2016

    Hans-Joachim Wolfram 16. November 2016

    Heribert Sasse 19. November 2016

    Nachträge:

    Peter Sumner 22. November 2016

    Florence Henderson 24. November 2016

    Jochen Schenck 24. November 2016

    David Hamilton 25. November 2016

    Ron Glass 25. November 2016

    Keo Woolford 28. November 2016

    Gisela May 2. Dezember 2016

    Peter Vaughan 6. Dezember 2016

    Alan Thicke 13. Dezember 2016

    Bernard Fox 14. Dezember 2016

    Zsa Zsa Gabor 18. Dezember 2016

    Michèle Morgan 20. Dezember 2016

    Liz Smith 24. Dezember 2016

    George Michael 25. Dezember 2016

    Ricky Harris 26. Dezember 2016

    Carrie Fisher 27. Dezember 2016

    Debbie Reynolds 28. Dezember 2016

    Knut Kiesewetter 28. Dezember 2016

    Tyrus Wong 30. Dezember 2016

    William Christopher 31. Dezember 2016

    Dietz-Werner Steck 31. Dezember 2016

    Teil I von Januar bis Anfang Juli 2016 lässt sich hier einsehen.

    Am Ende der obigen Auflistung sind in der erweiterten Ansicht nachfolgend detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.

    "Nachrufe zum Totensonntag 2016 Teil 2" vollständig lesen

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