Are you the publisher? Claim or contact us about this channel


Embed this content in your HTML

Search

Report adult content:

click to rate:

Account: (login)

More Channels


Showcase


Channel Catalog


Channel Description:

News, Infos, Berichte aus der Film- und Fernsehbranche vom Berliner Arbeitskreis Film e.V.

older | 1 | 2 | (Page 3) | 4 | 5 | 6 | newer

    0 0

    In Gedenken an die Verstorbenen 2016 Teil I von Januar bis Juli.

    Seit zehn Jahren existiert nun unser BAF-Filmtagebuch und seit sieben Jahren erinnern wir immer am Totensonntag an jene Personen aus der Schauspiel-, Film-, Fernseh- und Medienbranche, die von uns gegangen sind. Diese Tradition wollen wir auch 2016 fortsetzen. Die zahlreichen Nachrufe erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wurden aber nach bestem Wissen erstellt. Wegen der Fülle an Daten von mehr als 150 verstorbenen Prominenten, musste die chronologische Auflistung diesmal in zwei Artikel aufgeteilt werden.

    Ältere Einträge finden Sie unter dem 21. November 2010, unter dem 20. November 2011, unter dem 25. November 2012, unter dem 24. November 2013, unter dem 23. November 2014 und zuletzt unter dem 22. November 2015.

    Sie ruhen in Frieden

    Herbert Huber 3. Januar 2016

    Maja Maranow 4. Januar 2016

    Achim Mentzel 4. Januar 2016

    Michel Galabru 4. Januar 2016

    Robert Stigwood 4. Januar 2016

    Pierre Boulez 5. Januar 2016

    Busso von Müller 5. Januar 2016

    Silvana Pampanini 6. Januar 2016

    David Bowie 10. Januar 2016

    Michael Galeota 10. Januar 2016

    David Margulies 11. Januar 2016

    Ruth Leuwerik 12. Januar 2016

    Alan Rickman 14. Januar 2016

    Dan Haggerty 15. Januar 2016

    Ettore Scola 19. Januar 2016

    Abe Vigoda 26. Januar 2016

    Jacques Rivette 29. Januar 2016

    Frank Finlay 30. Januar 2016

    Wolfgang Rademann 31. Januar 2016

    Haro Senft 4. Februar 2016

    Roger Willemsen 7. Februar 2016

    George Gaynes 15. Februar 2016

    Andrzej Żuławski 17. Februar 2016

    Umberto Eco 19. Februar 2016

    Harper Lee 19. Februar 2016

    Ove Verner Hansen 20. Februar 2016

    Douglas Slocombe 22. Februar 2016

    Margit Geissler-Rothemund 22. Februar 2016

    Peter Lustig 23. Februar 2016

    Francois Dupeyron 25. Februar 2016

    Zdeněk Smetana 25. Februar 2016

    Stefan Lisewski 26. Februar 2016

    George Kennedy 28. Februar 2016

    Lee Reherman 29. Februar 2016

    Pat Conroy 4. März 2016

    George Martin 8. März 2016

    Ken Adam 10. März 2016

    Heinz Badewitz 10. März 2016

    Carlo Rola 14. März 2016

    Rudolf Waldemar Brem 17. März 2016

    Larry Drake 17. März 2016

    Rudolf Waldemar Brem 17. März 2016

    Jan Němec 18. März 2016

    Joe Santos 18. März 2016

    Ricardo Larrain 21. März 2016

    Rita Gam 22. März 2016

    Ken Howard 23. März 2016

    Garry Shandling 24. März 2016

    Roger Cicero 24. März 2016

    Patty Duke 29. März 2016

    Tamara Wyss 30. März 2016

    Hendrikje Fitz 7. April 2016

    Erika Rabau 10. April 2016

    Doris Roberts 17. April 2016

    Karl-Heinz von Hassel 19. April 2016

    Ronit Elkabetz 19. April 2016

    Guy Hamilton 20. April 2016

    Prince Rogers Nelson 21. April 2016

    Rudolf Wessely 25. April 2016

    Arne Elsholtz 26. April 2016

    Uwe Friedrichsen 30. April 2016

    Madeleine Lebeau 1. Mai 2016

    Niklaus Schilling 6. Mai 2016

    Werner Kließ 12. Mai 2016

    Darwyn Cooke 14. Mai 2016

    Ines Rastig 14. Mai 2016

    Erika Berger 15. Mai 2016

    Moidele Bickel 16. Mai 2016

    Alan Young 19. Mai 2016

    Velimir Bata Zivojinovic 22. Mai 2016

    Volker Gunske 25. Mai 2016

    Giorgio Albertazzi 28. Mai 2016

    Muhammad Ali 3. Juni 2016

    Christine Wiegand 5. Juni 2016

    Theresa Saldana 6. Juni 2016

    Michu Mészáros 13. Juni 2016

    Ann Guilbert 14. Juni 2016

    Ron Lester 17. Juni 2016

    Paul Cox 18. Juni 2016

    Anton Yelchin 19. Juni 2016

    Götz George 19. Juni 2016

    Benoîte Groult 20. Juni 2016

    Andrzej Kondratiuk 22. Juni 2016

    Michael Herr 23. Juni 2016

    Bernie Worrell 24. Juni 2016

    Benjamin Patterson 25. Juni 2016

    Bud Spencer 27. Juni 2016

    Scotty Moore 28. Juni 2016

    Bengt von zur Mühlen 30. Juni 2016

    Michael Cimino 2. Juli 2016

    Zu Teil II mit weiteren Einträgen ab ab 3. Juli 2016 bitte hier klicken.

    Am Ende der obigen Auflistung sind in der erweiterten Ansicht nachfolgend detaillierte Nachrufe zu den Verstorbenen vermerkt.

    "Nachrufe zum Totensonntag 2016 Teil 1" vollständig lesen

    0 0

    21st Century Fox will Bezahlsender Sky komplett übernehmen.

    Der US-Konzern 21st Century Fox des Medienmoguls Rupert Murdoch will den britischen Bezahlsender Sky komplett übernehmen. Murdochs Film- und Fernsehunternehmen Twenty-First Century Fox wurde im Jahr 1979 als News Corporation gegründet. Die verlustreichen Printmedien wurden 2013 in eine neugegründete News Corp. ausgegliedert, wodurch der Unternehmensfokus neben dem Film- und Fernsehgeschäft auch verstärkt auf das Pay-TV ausgerichtet werden konnte. Fox hält bereits 39 Prozent am britischen Sky-Sender und muss sich bis zum 6. Januar 2017 entscheiden, ob er eine bindendes Angebot vorlegen oder von einer Übernahme Abstand nehmen will. Immerhin schossen die Aktien von Sky in London nach der Verkündung um 30% in die Höhe.

    Sky Deutschland, ehemals Premiere, ist auch der führende Bezahlfernsehsender in Deutschland und Österreich. Der 1990 gegründete Sender ging 2005 an die Börse und machte 2008 mit der Pleite des 2011 verstorbenen Münchner Medienunternehmers Leo Kirch eine existenzbedrohende Krise durch. Auf Betreiben von Rupert Murdoch gehört Sky Deutschland nun zur britischen Sendergruppe BSkyB. Der Medientycoon Rupert Murdoch hält über seine News Corporation weiterhin 54,5 Prozent der deutschen Anteile.

    Pay-TV-Riese Sky tritt den Weg ins Free-TV an.

    Wie das Unternehmen kürzlich vermeldete, ist der 24-Stunden-Sportnachrichtensender Sky Sport News HD seit Anfang Dezember über alle Verbreitungswege, d.h. via Satellit, Kabel, IPTV, Web frei empfangbar.

    "Seit dem Senderstart vor viereinhalb Jahren ist Sky Sport News HD als 24-Stunden-Sportnachrichtensender einzigartig im deutschen TV-Markt. Wir sind überzeugt davon, dass sich der Sender auch über den Kreis der Sky Kunden hinaus großer Beliebtheit erfreuen wird und ein großartiges Aushängeschild der Marke Sky als Deutschlands Sportanbieter Nummer 1 sein wird", erklärt Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Sky Deutschland. Der Start des ersten Free-TV-Senders sei "ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung von Sky Deutschland. Auch im Free TV werde Sky Sport News HD im Rolling-News-Prinzip umfassend und topaktuell aus der Welt des Fußballs und des gesamten Sports berichten."

    Die anderen Pay-TV-Kanäle wie Sky-Cinema und weitere Sport- & Spartenkanäle bleiben von der Maßnahme unbenommen und können nur mittels eines extra Sky-Receivers und einer kostenpflichtigen Chipkarte empfangen werden. Darunter befindet sich auch der US Discovery Channel, der kürzlich vom IOC die Verbreitungsrechte der Olympischen Spiele 2018 bis 2024 erworben hat. Demnach werden die nächsten Olympischen Spiele nicht mehr bei ARD & ZDF zu sehen sein. Ein Teil der Sendungen wird aber auf Eurosport frei empfangbar bleiben. Weitere Sport- & Olympiasendungen werden dagegen nur kostenpflichtig auf Eurosport 2 sowie auf den Sky-Sport-Kanälen zu sehen sein.

    Rupert Murdoch wollte auch Time Warner übernehmen.

    Rupert Murdoch hatte schon 2014 versucht, den Rivalen Time Warner Inc. zu schlucken. Diese Übernahme hätte die Medienlandschaft auf den Kopf gestellt. Time Warner wies die Annäherungsversuche damals allerdings zurück. Ein Zusammenschluss wäre die Krönung von Murdochs Karriere gewesen, mit dem er einen weltumspannenden Medienkonzern schaffen wollte. Zu einem fusionierten Branchengiganten würden Fernsehsender wie Fox, TNT oder der in den USA beliebte Bezahlsender HBO gehören. Überdies wären die großen Hollywood-Studios 20th Century Fox und Warner Bros. Teil seines Geschäfts geworden. 

    "Der Verwaltungsrat von Time Warner hat es abgelehnt, auf unser Angebot einzugehen", erklärte Murdochs 21st Century Fox. Time Warner seinerseits erklärte, das Angebot sei "nicht im besten Interesse" des Unternehmens und seiner Anteilseigner. Time Warner sei alleine stärker; zudem berge ein Zusammenschluss dieser Größe viele Risiken und es sei nicht leicht, einen solchen Konzern zu steuern.

    Time Warner Übernahme nun durch AT&T.

    Ende Oktober 2016 wurde bekannt, dass nunmehr der Mobilfunkriese AT&T Time Warner für 85 Milliarden Dollar kaufen will. Geht der Deal über die Bühne, könnte Jeff Bewkes, Chef des US-Medienkonzerns Time Warner, auf einen dicken Millionen-Bonus hoffen. Bis zu 32 Millionen Dollar könnte er einstreichen. Beide Seiten stimmten dem Deal bereits zu. Die geplante Übernahme stieß in den USA allerdings auf Vorbehalte in der Politik unter US-Präsident Barack Obama. Auch die Kartellbehörde FCC hat ein Wörtchen mitzureden. AT&T-Chef Randall Stephenson sagte dagegen, dass er mit einer Genehmigung durch die Behörden rechne, zumal die Megafusion unter dem zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump möglicherweise leichter vonstatten gehen könnte. Die Transaktion solle bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Da das Kerngeschäft stagniert, erschließt sich der Mobilfunker mit dem Deal neue Erlösquellen.

    Time Warner trat zudem Spekulationen über ein konkretes Kaufinteresse anderer Unternehmen entgegengetreten. „Niemand sonst ist wegen eines Deals auf das Unternehmen zugekommen“, sagte Bewkes dem TV-Sender CNBC. Medienberichten zufolge soll aber auch Apple an der Time-Warner-Gruppe, zu der die TV-Sender HBO ("Game Of Thrones", "Sopranos", "Sex And The City", um nur einige Hit-Titel zu nennen) und CNN sowie das Filmstudio Warner Bros gehören, interessiert gewesen sein.

    AT&T schickt DirecTV Now zum Kampfpreis in die Web-TV-Arena.

    Randall Stephenson, CEO von AT&T und der größte Mobilfunk-Anbieter des Landes nach Verizon Wireless, setzte bereits im vergangenen Jahr mit dem Kauf des Satelliten-TV-Anbieter DirecTV für ebenfalls stolze 50 Milliarden Dollar auf das Fernsehgeschäft. Nun will er mit preisaggressivem Web-TV-Angebot den US-Pay-TV-Markt aufmischen. Das webbasierte Live-TV-Paket soll 35 Dollar im Monat kosten und über 100 Kanäle umfassen. AT&T wollte DirecTV Now noch vor Ende des Jahres 2016 launchen, mit an Bord sind Programme von Networks wie Time Warner, Fox und NBCUniversal sowie Kabelsendergruppen wie A+E Networks und Scripps.

    "Das ist kein Müll, den keiner sehen will. Es ist der Premium-Content, den wir kennen, lieben und gerne ansehen", wird Stephenson von »Deadline« zitiert. Man nehme mit dem Angebot 20 Mio. Haushalte ins Visier, die dem Pay-TV-Ökosystem über die letzten Jahre den Rücken zugekehrt haben. "Die Zukunft des Mobil-Geschäfts ist Video, und die Zukunft von Video ist mobil. Die allgegenwärtigen Mobil-Geräte wie Smartphones haben für viele Nutzer erst den PC ersetzt. Jetzt wird über sie auch immer mehr Video geschaut - allein die Zahlen von Facebook sind ein klarer Beleg dafür", so Stephenson.

    Der Preis von 35 Dollar fällt dabei geringer aus als von Analysten erwartet. Darüber hinaus werden AT&T-Kunden offenbar beim Mobilvolumen entlastet. Der AT&T-Chef räumte allerdings augenzwinkernd ein, nicht sonderlich viel Ahnung von der Führung eines Filmstudios oder Premium-TV-Networks zu haben, weshalb er die Fusion mit Time Warner vorantreiben will. AT&T, die bisher nur Telefonie in den USA anboten, könnten durch die Übernahme von Time Warner auf Kabelfernsehangebote von Warner Brothers Pictures Inc. zurückgreifen.

    Der Kabel-TV-Anbieter Comcast ging diesen Weg bereits 2011 mit der damals heftig diskutierten Übernahme von NBCUniversal mit den NBC-TV-Sendern und dem Hollywood-Studio Universal Pictures. Für den Deal musste NBC allerdings die Kontrolle über die Hulu-Website aufgeben, auf dem in den USA Fernsehserien von Fox und Disneys ABC in Internet angesehen werden können - samt Abo-Version mit noch mehr Programmen. Vorheriger Besitzer war der traditionsreiche Mischkonzern General Electric. Das Ziel ist auch, neu zu ordnen, wer und an welcher Stelle das Geld mit Videoinhalten verdient, auch wenn die Deals sehr stark auf die Besonderheiten des US-Marktes zugeschnitten sind. Mit exklusiven Fernsehinhalten wollen die Telekom-Konzerne nun den Kabelfernsehgesellschaften und Internetunternehmen entgegentreten.

    Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an, der auch Europa erfassen wird.

    Die überdimensionale Fusion lässt ahnen, wie sich der Medienmarkt verändern wird. Ein Paradigmenwechsels zur großen mobilen Zukunft aller Bewegtbildinhalte, bei dem Kino und Fernsehen - mit Einschränkungen und einer gewissen Übergangszeit - das Nachsehen haben werden. 16 Jahre ist es her, dass die damalige Internet-Luftblase AOL Time Warner übernahm und damit eines der größten Fusionsdesaster der Mediengeschichte anrichtete, von dem sich Time Warner geradezu vorbildlich erholt hat. Wie wir anlässlich einer Diskussionsrunde beim Berliner Filmfestivals "Around the Wold in 14 Films" berichteten, hat Warner Bros. angekündigt, das Kinofenster in den USA zugunsten von Video on Demand (VoD) bei einigen Filmen streichen oder zumindest kürzen zu wollen.

    Jetzt passiert in den USA im größeren Maßstab das, was auch in Deutschland schon seit geraumer Zeit von den Telefongesellschaften versucht wird. Der Mobilfunkanbieter Vodafone übernahm in Deutschland das Kabelfernsehgeschäft von Kabel Deutschland und den Internetprovider Arcor, womit die Telefongesellschaft nunmehr Kabelfernsehen, Festnetztelefonie und Mobilfunk aus einer Hand anbieten kann. Auch die Telekom hatte dies versucht, scheiterte aber am Kartellamt. Dennoch kann die Telekom mittlerweile ebenfalls alles aus einer Hand anbieten, da sie ihr Telefonnetz für Videostream aufgerüstet hat. Das funktioniert sogar über mit den DSL-Anschlüssen über die zweiadrigen Kupferleitungen relativ gut, auch wenn noch nicht in so hoher Geschwindigkeit wie bei der Kabelkonkurrenz. Zukünftig verlegt auch die Telekom deshalb Glasfaserleitungen ins Haus, um mehr Netzgeschwindigkeit für den Videostream seines Entertain-Angebotes anbieten zu können.

    Quellen: dpa | Reuters | W&W | Handelsblatt | Blickpunkt:Film | Digitalfernsehen.de


    0 0

    Kulturförderung sind keine Beihilfen nach dem europäischen Wettbewerbsrecht, sondern Ausdruck nationaler Identität.

    Dem Deutschen Kulturrat dürfte die Meldung gefallen haben, dass Kulturförderung keine Beihilfe nach dem europäischen Wettbewerbsrecht darstellt, sondern Ausdruck nationaler Identität ist. Schon seit geraumer Zeit setzt sich der Deutsche Kulturrat auch bei den Verhandlungen mit den USA um das Freihandelsabkommen TTIP dafür ein, dass die Deutsche Kultur ausgeklammert bleibt, damit nicht fremde Schiedsgerichte über unsere Kulturgüter plötzlich Stimmenoberheit bekommen. Das gilt für die Buchpreisbindung ebenso wie für die Förderung von Filmkunst.

    Laut Pressemeldung ist es Kulturstaatsministerin Monika Grütters gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium und den Ländern gelungen, in mehrjährigen Verhandlungen mit der Europäischen Kommission die kulturpolitischen Interessen Deutschlands mit Erfolg zu verteidigen. Die Sonderrolle der Kultur wird künftig im EU-Beihilferecht umfänglich anerkannt. Die Europäische Kommission folgt damit der von Deutschland vertretenen Auffassung, dass große Teile der staatlichen Kulturförderung keine Beihilfen nach dem europäischen Wettbewerbsrecht darstellen, sondern Ausdruck nationaler Identität und Garant künstlerischer Freiheit sind.

    Die Staatsministerin für Kultur und Medien erklärte am 2.12.2016: „Diese Regelung stellt einen wichtigen kulturpolitischen Erfolg dar. Sie ist zu einem großen Teil dem beharrlichen Einsatz Deutschlands zu verdanken. Wir haben konsequent auf ein modernes und den Besonderheiten der Kulturförderung Rechnung tragendes EU-Beihilferecht hingearbeitet“.

    Seit einigen Jahren schwelte die Debatte darum, ob es sich bei Teilen der öffentlichen Kulturförderung in Deutschland um staatliche Beihilfen im europarechtlichen Sinne gemäß Art. 107 des Vertrages über die Zusammenarbeit der Europäischen Union (AEUV) handelt. Dies hätte in vielen Fällen staatlicher Kulturfinanzierung aufwändige und langwierige Vorab-Genehmigungsverfahren bei der Europäischen Kommission erfordert (sog. Notifizierung).

    Abgewehrt wurde nun etwa das Risiko, dass z.B. der geplante Neubau des Museums der Moderne in Berlin oder die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden als Beihilfe gewertet werden.

    Monika Grütters weiter: “Kulturförderung folgt einem anderen Verständnis als Wirtschaftsförderung. Eine rein wirtschaftliche Betrachtung greift hier deutlich zu kurz. Auch zur Wahrung der Kulturhoheit der EU-Mitgliedstaaten war es mir daher wichtig, dass unsere Kulturpolitik nicht einseitig von der Logik des EU-Binnenmarktes überlagert wird. Dies hat nun auch die EU-Kommission so anerkannt.“

    Maßgeblich für die Bewertung ist künftig insbesondere der Anteil der öffentlichen Finanzierung zur Kulturförderung und zum Erhalt des kulturellen Erbes. Beträgt der öffentliche Förderanteil 50 Prozent oder mehr, liegt keine Beihilfe vor. Die nur regional wirkenden Kulturförderungen sind ebenfalls von einer Anwendung des EU-Beihilferechts ausgenommen. Um diesen Erfolg zu erzielen, von dem Bundes-, Länder- und kommunale Förderungen gleichermaßen profitieren, hat Deutschland auf BKM-Initiative hin beharrlich Lösungen bei der Europäischen Kommission eingefordert, die der Sonderrolle der Kultur gerecht werden. Nicht zuletzt berief sich die BKM dabei auf Artikel 167 des Vertrags über die Zusammenarbeit der Europäischen Union (AEUV), wonach die Europäische Kommission verpflichtet ist, die Entfaltung der Kulturen in den Mitgliedstaaten unter Wahrung der nationalen und regionalen Vielfalt abzusichern.

    Fortsetzung zur Kritik der SPIO am EU-Copyright-Paket folgt:

    Kritik an einigen anderen Vorschlägen der Europäischen Kommission gab es seitens der deutschen Filmwirtschaft nach der Novellierung des europäischen Urheberrechtsrahmens. Dazu haben wir noch einige Ergänzungen recherchiert, sodass wir den bereits vorbereiteten Bericht in überarbeiteter Form erst übermorgen veröffentlichen werden.

    Quellen: filmecho | Blickpunkt:Film


    0 0

    Die 89. Oscarverleihung findet am 26. Februar 2017 statt. Die Nominierungen wurden gestern, den 24. Januar 2017, bekannt gegeben. (UPDATE)

    85 Länder hatten sich für das Oscar-Rennen angemeldet.

    Für die Kategorie »Bester Auslandsfilm« haben 85 Staaten ihre Beiträge bei Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) für die diesjährige Oscar-Verleihung eingereicht. Zum ersten Mal hoffte der Jemen auf Oscar-Chancen mit dem Film "I Am Nojoom, Age 10 and Divorced" von Khadija Al-Salami, doch er scheiterte bereits an der Shortlist.

    Für Deutschland hat German Films Maren Ades Vater-Tochter-Tragikomödie "Toni Erdmann" eingereicht. Österreich wollte mit Maria Schraders Stefan-Zweig-Biopic "Vor der Morgenröte" an der Konkurrenz teilnehmen, während die Schweiz mit dem Animationsfilm "Mein Leben als Zucchini" von Claude Barras, Frankreich mit "Elle" von Paul Verhoeven, Großbritannien mit "Under the Shadow" von Babak Anvari, Italien mit dem letztjährigen Berlinale-Gewinner "Seefeuer" von Gianfranco Rosi und Spanien mit "Julieta" von Pedro Almodóvar sich Hoffnungen machen. Russland schickte Andrei Kontschalowskis Film "Paradise" in die Oscar-Auswahl und das boomende Filmland China "Xuan Zang" von Huo Jianqi.

    Der Oscar für den »Besten ausländischen Film« wurde vor 60 Jahren 1956 erstmals vergeben. Aus Anlass des Jubiläums hat die Academy eine komplette Playlist sämtlicher Dankesreden sowie eine Poster-Galerie der bisherigen Gewinnerfilme des Auslands-Oscars erstellt. Die 89. Verleihung der Academy Awards (OSCARS®) findet am Sonntagabend, den 26. Februar 2017 in Hollywood (Ortszeit) statt. Durch die Zeitverschiebung werden die Ergebnisse der Preisvergabe erst neun Stunden später bei uns bekannt sein. Die Nominierungen wurden am 24. Januar 2017 in Los Angeles veröffentlicht und sollen angeblich schon um 14.18 Uhr deutscher Zeit bekanntgegeben werden.

    Die Academy lud mit einer Rekordzahl an neuen Mitgliedern, mehr Vielfalt ein.

    Kaum eine Oscar-Verleihung wurde so kritisiert wie die vergangene: In den wichtigen Kategorien waren keine Afroamerikaner nominiert. Die Academy hat deshalb diesmal Hunderte neue potenzielle Mitglieder vorgestellt, darunter auffällig viele Frauen und auch Nicht-Weiße. Insgesamt hat Cheryl Boone Isaacs, die Präsidentin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, diesmal 683 Einladungen an potenzielle neue Filmschaffende Mitglieder verschickt - so viele wie nie zuvor. Unter den potenziellen neuen Mitgliedern sind etwa der schwule kanadische Filmemacher Xavier Dolan, die deutsche Regisseurin Maren Ade, die englische Schauspielerin Emma Watson, der britische Rapper und Schauspieler Ice Cube und der schwarze Schauspieler Idris Elba, der diesmal bei den Oscars 2017 in der Jury sitzen soll.

    Durch eine neue Zusammensetzung will die Academy dem Anfang letzten Jahres formulierten Ziel, die Anzahl ihrer weiblichen und nicht-weißen Mitglieder bis 2020 zu verdoppeln, nachkommen. Nach Bekanntgabe der letztjährigen Oscarnominierungen war der Academy seinerzeit zum wiederholten Male vorgeworfen worden, die Leistungen farbiger bzw. weiblicher Künstler nicht oder zu wenig zu berücksichtigen. Denn unter den 20 für die beste Haupt- oder Nebenrolle nominierten Schauspielerinnen und Schauspielern waren in den letzten zwei Jahren alle weiß - keine Schwarzen, keine Latinos, niemand mit asiatischen Wurzeln. Auch die Academy selbst - ein Verein mit insgesamt 7000 Mitgliedern aus dem Bereich Film - ist vor allem eines: männlich und weiß. Deren Durchschnittsalter lag 2012 der ‚Los Angeles Times‘ zufolge bei 62 Jahren.

    Um Anerkennung zu betteln oder auch nur darum zu bitten, das beschädige die eigene Würde, sagte damals beispielsweise die schwarze Schauspielerin Jada Pinkett Smith in einem Video auf ihrer Facebook-Seite. Ihr Mann Will Smith hatte im Football-Drama “Erschütternde Wahrheit” mitgespielt - und wurde nicht nominiert. Pinkett Smith kommt zu dem Schluss, dass sie der Verleihung dieses Jahr fernbleiben werde. Und dass die Problematik weit über die Oscars hinaus geht, hat Chris Rock verdeutlicht. Bei der letztjährigen Preisverleihung brachte es der afroamerikanische Schauspieler, Komiker und Moderator der Show auf den Punkt: „Die wahre Frage, die jeder auf der Welt wissen will: Ist Hollywood rassistisch?

    Deutschland tat sich schwer mit der Entscheidung für "Toni Erdmann".

    Welcher Film für Deutschland eingereicht werden sollte, war diesmal eine besonders schwere Entscheidung. Die kleine Fachjury, die sich unter Führung von German Films traf, um den Einen auszuwählen, war nicht zu beneiden, weil sie es keinem Recht machen konnte. Unter den Filmen, die zur Auswahl für die Bewerbung um eine Oscar-Nominierung standen, findet sich auch der sechsfach mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete "Der Staat gegen Fritz Bauer". Natürlich war darunter auch Maren Ades "Toni Erdmann", der vom Publikum mit inzwischen immerhin fast 800.000 Zuschauern honoriert wird. Genannt wurde auch Maria Schraders bewegende und faszinierende Auseinandersetzung mit dem Schicksal des aus dem Land gejagten großen Schriftstellers Stefan Zweig, "Vor der Morgenröte", die nach langem Hin und Her von Österreich eingereicht werden durfte. Auch Hans Steinbichlers kraftvoller und ungewöhnlicher Film über das jüdische Mädchen "Anne Frank", Kai Wessels schmerzvolle Erinnerung an Euthanasie im Nazireich mit "Nebel im August" und David Wnendts von zu vielen Kritikern unterschätzte, genauso eigensinnige Auseinandersetzung mit dem Hitler in uns, "Er ist wieder da" hatten teilweise ein geradezu phänomenalen Erfolg beim Publikum.

    Deutsche Koproduktion wurde von Finnland ins Oscarrennen geschickt.

    Maren Ades "Toni Erdmann" bekam im Rennen um eine Oscarnominierung in der Kategorie »Bester nicht-englischsprachiger Film« Konkurrenz von einem Film, der ebenfalls in Cannes für Furore gesorgt hatte und unter deutscher Beteiligung entstanden ist. Finnland schickte mit Juho Kuosmanens Drama "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki", die Liebesgeschichte um einen jungen Boxer als direkten Konkurrenten von Hollywoods Auslands-Oscars.

    Belgien schickte Robin Pronts "The Ardennes", der im vergangenen Jahr auf dem Toronto International Film Festival seine Premiere gefeiert hatte. Er erzählt die Geschichte zweier Brüder, Dave und Kenneth, die einen Überfall begehen, bei dem Kenneth geschnappt wird. Vier Jahre später wird er aus dem Gefängnis entlassen und bekommt von seinem Bruder, der zwischenzeitlich auf den Pfad der Tugend zurückgefunden hat, jede Unterstützung, die er braucht. Tatenlos muss Dave allerdings auch mitansehen, wie verzweifelt sein Bruder um seine Exfreundin kämpft.

    Südkorea schickte Kim Jee-woos "The Age of Shadows" ins Oscarrennen. Der Spionagefilm feierte am 3. September 2016 in Venedig seine Weltpremiere. Er spielt in der Zeit zwischen 1910 und 1945 und erzählt die Geschichte einer Gruppe koreanischer Unabhängigkeitskämpfer.

    Bosnien-Herzegowina schickte mit Danis Tanovic einen Oscargewinner ins Rennen. Mit "Death in Sarajevo", der im letzten Jahr auf der Berlinale seine Premiere feierte und dort mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet worden war, will Tanovic seinen Coup aus dem Jahr 2002, als er mit "No Man's Land" den Auslandsoscar gewonnen hatte, wiederholen.

    Spaniens "Academia de Cine" schickte Pedro Almodovars jüngstes Frauendrama "Julieta" ins Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film. Das von der Kritik gefeierte Melodram basiert auf drei Kurzgeschichten von Almodovars Lieblingsautorin Alice Munro. Der 66-jährige Spanier hatte bereits im Jahr 2000 die begehrte Statue gewonnen, damals für das Werk "Alles über meine Mutter".

    Der Iran hat Asghar Farhadis "Forushandeh - The Salesman" für eine Nominierung um die Auslands-Oscars vorgeschlagen. Farhadi hatte den Oscar 2012 für "Nader und Simin - Eine Trennung" erstmals in den Iran geholt gehabt. Eine öffentliche Feier in dessen Heimatland am Wochenende nach der Oscarverleihung war jedoch von den zuständigen Behörden verboten worden. Prokino startete den Film am 12. Januar 2017 in den deutschen Kinos. "The Salesman" war auf dem Festival de Cannes in diesem Jahr für das beste Drehbuch (Farhadi) und den besten Darsteller (Shahab Hosseini) ausgezeichnet worden.

    Die deutsche Koproduktion "Unter dem Sand" von Amusement Park Films mit dem deutschen bereits prämierten Jungdarsteller Louis Hoffmann sind Dänemarks große Oscar-Hoffnung. Martin Zandvliets Drama stach u.a. Thomas Vinterbergs "Kommune" bei den dänischen Einreichungen aus. Das von Nordisk Film produzierte Drama um junge deutsche Kriegsgefangene, die zum Minenräumen gezwungen werden, reüssierte beim dänischen Filmpreis Robert mit Auszeichnungen für Regie, Drehbuch und Film. Zandvliet arbeitet gerade am englischsprachigen "The Outsider" mit Jared Leto als ehemaligen US-Soldat, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Yakuza anschließt.

    Frankreichs Komitee wählte aus einer Shortlist von vier Titeln "Elle" von Paul Verhoeven mit Isabelle Huppert aus, der in diesem Jahr zu den Highlights des Wettbewerbs von Cannes zählte. Der Film fuhr zwar ohne Palme nach Hause, Huppert hatte aber als eine der Favoritinnen für den Darstellerinnenpreis gegolten. Es ist das erste Mal, dass der aus Holland stammende Paul Verhoeven mit einem französischen Film ins Oscar-Rennen geht. Vormals war er viermal für die Niederlande vertreten gewesen.

    Die österreichische Einreichung "Vor der Morgenröte" von Maria Schrader wurde zunächst für eine Oscar-Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film von der Academy abgelehnt, da er ursprünglich auch bei German Films für eine Berücksichtigung als Oscar-Kandidat aus Deutschland eingereicht worden war. Nach einer persönlichen Aussprache mit dem österreichischen Fachverband der Film- und Musikwirtschaft schien es, als seien die Bedenken der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgeräumt, doch auf der nachfolgenden Shortlist, auf der nur neun Kandidaten standen, wurde er schon nicht mehr erwähnt.

    Zuletzt waren noch neun Kandidaten auf der "Shortlist" um den Auslands-Oscar.

    "Toni Erdmann" sorgte zuletzt fast im Tagesrhythmus für neue Schlagzeilen. Nun hat der Film Chancen, einen Oscar zu gewinnen. Die gefeierte Vater-Tochter-Geschichte von Regisseurin Maren Ade schaffte es nicht nur auf die »Shortlist«, sondern auch auf die Nominierungsliste der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in der Kategorie »Bester nicht-englischsprachiger Film. Mit insgesamt 14 Nominierungen steht übrigens "La La Land" an der Spitze aller jemals erreichten Nominierungen für die Kategorie »Bester Film«.

    Auf der Liste für den »Besten Film« waren insgesamt 336 Filme aufgeführt. Sie müssen laut den Regularien der Academy eine Laufzeit von mindestens 40 Minuten haben - diese Bedingung erfüllt "Toni Erdmann" mit 162 Minuten spielend. Die Filme müssen außerdem bis zum 31. Dezember 2016 mindestens an sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles County zu sehen gewesen sein. Hier gelang "Toni Erdmann" eine Punktlandung; er startete am 25. Dezember 2016 in den USA.

    Für die Shortlist der Oscar-Sparte »Bester nicht-englischsprachiger Film« hatte die Academy zahlreiche vermeintliche Favoriten bereits aussortiert. Für die endgültige Nominierung bleiben nur noch fünf Kandidaten übrig: Vor allem die Absenz von "Elle" von Paul Verhoeven ist ein Schock - der Thriller mit Isabelle Huppert, die sich selbst eine Nominierung im Darstellerinnenfeld ausrechnen darf, wird von der amerikanischen Presse gefeiert und galt insgeheim als DER Anwärter auf den Fremdsprachen-Oscar. Und dass "Neruda" von Pablo Larrain nicht ausgewählt wurde, war auch eine Riesenüberraschung. Ebenso fällt auf, dass Pedro Almodovar mit seinem "Julieta" nicht mehr vertreten ist, und auch Xavier Dolan, der in Cannes für "Einfach das Ende der Welt" prämiert worden war, gehört nicht mehr zu den Nominierten.

    Der vermutlich stärkste Konkurrent dürfte nun "The Salesman", der neue Film von Asghar Farhadi sein, der schon in Cannes bejubelt worden war. Ebenso hoch angesehen ist auch "Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit", in dem der frisch gebackene deutsche Shooting-Star Louis Hofmann eine Hauptrolle spielt. "Ein Mann namens Ove" wurde zuletzt beim Europäischen Filmpreis mit dem Preis für die beste Komödie bedacht; "Mein Leben als Zucchini" wurde dort als bester Animationsfilm gewürdigt und wurde nun unter fünf anderen Konkurrenten als »Bester animierter Spielfilm« nominiert.

    Hier die Shortlist um den Auslands-Oscar:

    • "Toni Erdmann" (Regie: Maren Ade, Deutschland) *nominiert

    • "Tanna" (Regie: Bentley Dean, Martin Butler, Australien) *nominiert

    • "Einfach das Ende der Welt" (Regie: Xavier Dolan, Kanada)

    • "Unter dem Sand" (Regie: Martin Zandvliet, Dänemark) *nominiert

    • "The Salesman" (Regie: Asghar Farhadi, Iran) *nominiert

    • "The King's Choice" (Regie: Erik Poppe, Norwegen)

    • "Paradies" (Regie: Andrei Konchalovsky, Russland)

    • "Ein Mann namens Ove" (Regie: Hannes Holm, Schweden) *nominiert

    • "Mein Leben als Zucchini" (Regie: Claude Barras, Schweiz)

    Neun *nominierte Filme in der Auswahl um den Besten Film:

    • "Arrival" (Denis Villeneuve)

    • "Fences" (Denzel Washington)

    • "Hacksaw Ridge" (Mel Gibson)

    • "Hidden Figures" (Theodore Melfi)

    • "Hell or High Water" (David Mackenzie)

    • "La La Land" (Damien Chazelle)

    • "Lion" (Garth Davis)

    • "Manchester by the Sea" (K.Lonergan)

    • "Moonlight" (Barry Jenkins)

    Fünf Dokus aus der Shortlist mit 15 Filme gehen in die Oscarnominierung.

    Die Netflix-Doku "The Ivory Game" ist eine der 15 Dokumentationen, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences auf die Shortlist gesetzt worden war, es aber nicht in die Nominierung schaffte. Die Dokumentation über illegalen Elfenbeinhandel wurde von der österreichischen Terra Mater mitproduziert; insgesamt waren 145 Filme eingereicht worden. Dagegen konkurriert "O.J.: Made in America", der bereits von den New York Film Critics und dem National Board of Review als beste Dokumentation des Jahres ausgezeichnet worden war, u.a. mit dem Favoriten der L.A. Film Critics, "I Am Not Your Negro", um einen Oscar bei den nominierten Dokus.

    Der italienische Dokumentarfilm „Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi, der auf der Berlinale 2016 ausgezeichnet worden war, soll für Italien ins Oscar-Rennen gehen.

    Hier die Shortlist der Dokumentarfilme:

    • "Cameraperson"

    • "Command and Control"

    • "The Eagle Huntress"

    • "Fuocoammare - Fire at Sea"*nominiert

    • "Gleason"

    • "Hooligan Sparrow"

    • "I Am Not Your Negro"*nominiert

    • "The Ivory Game"

    • "Life", Animated *nominiert

    • "O.J.: Made in America"*nominiert

    • "13th"*nominiert

    • "Tower"

    • "Weiner"

    • "The Witness"

    • "Zero Days"

    Die Oscarnominierungen wurden am 24. Januar 2017 bekannt gegeben, die Oscarverleihung findet am 26. Februar 2017 statt.

    Die ausgewählten Filme auf den Shortlisten haben wir nachträglich farblich mit *nominiert gekennzeichnet und den vorbereiteten Text dementsprechend angepasst.

    Noch mehr Nominierungen zu Regie und Darstellern sowie zu den Gewerken, haben wir am Ende des Textes in der erweiterten Ansicht eingefügt:

    Links: oscar.go.com | www.oscars.org

    Quellen: Blickpunkt:Film | 3sat | AFP | dpa | filmecho

    "Große Spannung um die Oscar-Nominierungen 2017" vollständig lesen

    0 0

    Bauvorhaben der Yorck-Gruppe wird offiziell erst nach der Berlinale im Frühjahr eröffnet.

    Welche kulturelle und soziale Bedeutung ein Kino für einen Ort, eine Region oder ein Stadtviertel haben kann, wurde anlässlich einer Pressekonferenz der Yorck-Kinogruppe wieder eindrucksvoll bestätigt. Sogar Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf hatte sich im Herbst letzten Jahres Zeit für den Termin genommen, bei dem die Pläne für einen Arthouse-Neubau entlang der S-Bahn-Bögen zwischen Bahnhof Zoo und Kantstraße enthüllt wurden. Gegenüber den versammelten Journalisten gab er seiner Zuversicht Ausdruck, dass das "in Teilen durchaus problembehaftete" Areal rund um den Bahnhof Zoo durch das Projekt eine "deutliche Aufwertung" erfahren werde.

    Ein ursprünglich lancierter Eröffnungstermin zum Jahreswechsel war natürlich nicht zu schaffen gewesen, denn welches Bauprojekt in Berlin kann wirklich zielgenau abgeschlossen werden? Der Flughafen "BER" in Schönefeld lässt grüßen! Immerhin sollen im Erdgeschoss direkt neben der S-Bahn an der Fußgängerpassage im sogenannten Yva-Bogen sieben Säle der Delphi-Lux Arthouse Kinos für rund 600 Besucher entstehen. Die 67.Berlinale 2017 rechnet aber insgeheim mit einer provisorischen Einweihung für weitere Screenings des Marketplace, denn es werden immer mehr Kapazitäten benötigt.

    Mit einer offiziellen Einweihung ist höchstwahrscheinlich erst im Frühjahr 2017 zu rechnen, dann sollen die Delphi Lux Programmkinos am Zoo an den Start gehen. Ein Name, der natürlich nicht zufällig gewählt wurde und der laut der Yorck-Kinogruppe für eine klare programmatische und räumliche Verknüpfung zum (ebenfalls von ihr betriebenen) traditionsreichen Delphi Filmpalast am Zoo steht. Als dessen "junges, umtriebiges Schwesterhaus" werde das Delphi Lux nicht nur ein ausgewähltes Arthouse-Programm zeigen, sondern auch den laut seiner Betreiber "in Charlottenburg lange vermissten Raum" für Originalfassungen mit Untertiteln, für Festivals und Kreative sowie nicht zuletzt den filmischen Nachwuchs bieten. Anspruch sei, es an die große Tradition des Delphi anzuknüpfen, aber auch Raum für neue Ideen zu schaffen.

    (Foto: Yorck Kinogruppe)

    Der Namensteil "Lux" stehe dabei als Synonym für Licht, Anspruch und Komfort und sei auch als Referenz an das hochkarätige kulturelle Umfeld im entstehenden Lux-Quartier gedacht. So befindet sich der derzeit im Bau befindliche Umbau einer bis dahin bestehenden Event-Location in einem Haus in der Nachbarschaft von Institutionen wie der Galerie C/O Berlin, der Helmut-Newton-Stiftung und dem Museum für Fotografie. Mit ihrem neuen Filmtheater wolle man "die Kunst des Kinomachens als Schnittstelle zu anderen Künsten neu ausloten" und ihnen ein "ebenso qualitätsvolles Filmangebot zur Seite stellen", so die Yorck-Kino-Gruppe.

    Ambitioniert ist das Projekt allemal. Denn mit sieben Sälen, die vom kleinen Club-Kino bis zum Auditorium mit rund 150 Plätzen reichen werden, wird das Delphi Lux zu einer denkbar exklusiven Gruppe zählen: Laut Erhebungen der Filmförderungsanstalt Berlin (FFA), die das Projekt mit 180.000 Euro fördert, verfügten 2014 gerade einmal gut zwei Prozent der reinen Programmkinos in Deutschland über derart viele Säle. Insgesamt wird das Delphi Lux Platz für 600 Gäste bieten und soll, so das Versprechen, "keine Wünsche an Technik, Sichtverhältnisse, Barrierefreiheit und Komfort" offen lassen. Mit der innenarchitektonischen Gestaltung wurden die international tätigen Architekten Bruzkus/Batek betraut, die unter anderem für die Gestaltung von Tim Raues Brasserie Colette und des Clubs Dean Berlin verantwortlich zeichneten.

    Yorck-Geschäftsführer Georg Kloster jedenfalls sieht gerade an diesem Standort echten Bedarf für ein solches Haus. Denn die aufstrebende City West, dem das Delphi Lux einen neuen kulturellen Mittelpunkt hinzufügen soll, war über viele Jahre von Schließungen traditionsreicher Kinos und Theater geprägt, während sich nach der Wende Stadtentwicklung und Tourismus auf den ehemaligen Ostteil Berlins konzentrierten. Schmerzlich vermisst werde unter anderem das "Broadway", das im Juni 2011 ersatzlos geräumt werden musste. Die vier Arthouse-Säle mit insgesamt 415 Sitzplätzen, direkt neben dem Europa-Center an der "Tauentzienstraße", mussten dem Einzelhandel weichen. So war man bis zum Jahre 2016 auf der Suche nach einem Ersatzstandort in der alten West-City, Nähe Kurfürstendamm.

    Zu den großen Ausnahmen der bisherigen Entwicklung am Ku'damm zählen zwei von Hans-Joachim Flebbe betriebene Häuser: die 2008 an den Start gegangene Astor Film Lounge und vor allem der 2013 nach aufwändiger Modernisierung wiedereröffnete Zoo Palast. Gerade mit diesem Kino sieht Kloster das Delphi Lux aber nicht in einem Konkurrenzverhältnis, denn das dortige Programm sei ausgesprochen Mainstream-geprägt.

    Als größter Kinoverbund Berlins betreibt die Yorck-Kinogruppe bislang zwölf auf das gesamte Stadtgebiet verteilte Filmtheater sowie ein Freiluftkino und erreicht pro Jahr rund 1,2 Mio. Besucher. Nur in der wieder aufstrebenden West-City war man mit den in die Jahre gekommenen Kant-Kinos und dem Delphi Filmpalast ein wenig unterrepräsentiert, obwohl die Berlinale für ihren Filmmarkt auch im Westteil der Stadt, neben dem Zoo Palast, weitere Vorführmöglichkeiten gebrauchen könnte. Sogar die Spielbank Berlin will den Potsdamer Platz verlassen und an den Ku'damm ziehen. Vielleicht geht deshalb der eine oder andere LUX Kinosaal testweise zu Berlinale auch ohne Öffentlichkeit schon mal provisorisch für diverse Sichtungen in Betrieb.

    Das Delphi wird seit 1951 von der Berlinale bespielt.

    Der Delphi Filmpalast am Zoo – kurz: das Delphi – wird seit den Anfangsjahren von der Berlinale bespielt und ist seit 1981 neben dem Arsenal die Hauptspielstätte für das Forum-Programm. Der Bau entstand unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Trümmern eines ehemaligen Tanzpalastes. Schon 1949 eröffnete der Kinobetreiber Walter Jonigkeit den Delphi-Filmpalast als das damals größte und eleganteste Premierenkino der Stadt. Technisch auf dem neuesten Stand vermittelt das Interieur des Delphi auch heute noch den Charme und Glanz eines großen, alten Lichtspieltheaters.

    Weitere neue Kiezkinos zur 67 Berlinale.

    Für die Berlinale ist dieses Jahr neu hinzu gekommen das EISZEIT KINO mit drei Sälen, die erst Mitte 2016 in Berlin-Kreuzberg nach langem Umbau neu eröffnet wurden. Sie gehören zu den sogenannten Kiezkinos der Berlinale. Ebenso wie das WOLF, Berlins jüngstes Kino, das seine Türen mit zwei von drei Sälen erstmals zur diesjährigen Berlinale (9.-19. Februar 2017) in Berlin-Neukölln in der Weserstraße 59 eröffnet. Beide letztgenannten Kinos sind aber unabhängig und gehören nicht zur Yorck-Kino-Gruppe.

    Quellen: Kinokompendium | BZ | Blickpunkt:Film | Berlinale


    0 0

    Bundesministerium für Wirtschaft und Industrie veröffentlicht erstmals Studie zur wirtschaftliche Bedeutung der Filmindustrie in Deutschland.

    Um verlässliche Zahlen zur weiteren Förderung der Filmindustrie in Deutschland zu bekommen, hatte das Bundeswirtschaftsministerium im Herbst 2015 eine Studie ausgeschrieben, die erstmals eine umfassende Darstellung der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Filmwirtschaft leisten sollte. Ein Schwerpunkt lag daneben auf dem Vergleich der Filmförderung Deutschlands mit jener in anderen Ländern. Ein Punkt der in letzter Zeit zunehmend gerne zitiert wird, um auf den mit nur noch 50 Millionen Euro zumeist unterfinanzierten deutschen Filmförderfonds (DFFF) von Kulturstaatsministerin Monika Grütters aufmerksam zu machen.

    Der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, heutiger Außenminister, hatte deshalb kurzfristig aus seinem Ressort zusätzlich weitere 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um auch die Serienfilmproduktionen vor allem am damals kriselnden Standort Potsdam-Babelsberg fördern zu können. Der Erfolg dieser Maßnahme sollte durch die Studie belegt werden. Untersucht werden sollten zudem Trends, unter anderem in den Bereichen Kino, Fernsehen und Filmvertrieb.

    Erstellt wurde die Studie schließlich in der Zeit von Januar 2016 bis Januar 2017 von der Goldmedia GmbH Strategy Consulting als Projektleiter in Zusammenarbeit mit dem DIW Econ und der Hamburg Media School. Sie ist hier als PDF abrufbar:

    Die Ergebnisse sprechen mit den Worten von Gabriels Amtsnachfolgerin Brigitte Zypries eine klare Sprache: "Die Filmindustrie ist mehr als eine Industrie der spannenden Geschichten. Sie hat große wirtschaftliche Bedeutung, auch über die über eigene Branche hinaus."

    In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Der Produktionswert des gesamten Clusters der Filmwirtschaft mit seinen rund 161.000 Beschäftigten belief sich im Jahr 2014 auf 24,5 Mrd. Euro. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die Summe der Branchenumsätze sowie im Bereich des Handels mit DVDs und Blu-rays um die entsprechenden Handelsmargen. Rund 13,4 Mrd. Euro des Produktionswertes der gesamten Filmwirtschaft entfallen dabei auf Aktivitäten der Fernsehveranstalter. Der Beitrag der gesamten Filmwirtschaft zur Wirtschaftsleistung (Bruttowertschöpfung) in Deutschland beläuft sich auf rund 13,6 Mrd. Euro - davon entfallen wiederum 7,3 Mrd. Euro auf Fernsehveranstalter.

    Studie deckt auch Missstand in der Filmförderung auf.

    Den Verfechtern einer erheblichen Erhöhung des DFFF oder der Schaffung eines Steueranreizmodells liefert die Studie einmal mehr gute Argumente. Denn sie illustriert nicht nur, wie sehr Deutschland in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich ins Hintertreffen geraten ist. Sondern sie spielt mögliche alternative Szenarien für eine massive DFFF-Aufstockung durch.

    Die Studie verweist auf zahlreiche wirtschaftliche Aktivitäten, die durch Vorleistungsbeziehungen mit der Filmwirtschaft verknüpft seien und nicht zuletzt bei der Bewertung möglicher Hebeleffekte der Filmförderung zum Tragen kämen. Letztere sind natürlich der entscheidende Faktor, wenn es um das Für und Wider großzügig ausgestatteter Anreizsysteme geht. Die Betrachtung eines hypothetischen Anstiegs der Filmförderung durch den DFFF am Beispiel dreier Szenarien illustriert die möglichen Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfung relativ zum Fördervolumen: In der Studie wird ein Hebeleffekt je eingesetztem Euro auf 1,25 bis 7,4 Euro Bruttowertschöpfung errechnet.

    Zwar wird betont: "Welcher Effekt im kausalen Sinne von einer Filmfördermaßnahme ausgeht, wäre zentraler Gegenstand einer umfassenden Evaluierung der Wirksamkeit von Filmförderung und kann im Zuge dieser Untersuchung nicht bewertet werden." Allerdings unterstreicht selbst der hypothetische "worst case", dass es sich bei Anreizförderung wie jener des DFFFnicht um "verlorene Zuschüsse", sondern um Investitionen mit Rendite für die Volkswirtschaft handelt.

    Generell besitzt die Filmwirtschaft "große Strahlkraft", wie es das Bundeswirtschaftsministerium ausdrückt. So werden für jeden Euro an direkter Bruttowertschöpfung, der aus ihren Kernaktivitäten resultiert, insgesamt 1,60 Euro an Wertschöpfung in der Volkswirtschaft realisiert. Jeder direkt in der Filmwirtschaft Beschäftigte ergebe laut der Studie einen Gesamteffekt von 2,1 Erwerbstätigen. Die Verflechtungen der Filmwirtschaft mit der Volkswirtschaft insgesamt seien "signifikant", wie auch der Vergleich mit anderen Dienstleistungssektoren verdeutliche. So könnten sich die Kernaktivitäten der Filmwirtschaft mit ihrem Beschäftigungsmultiplikator mit anderen wichtigen Branchen des Dienstleistungssektors messen: Er sei vergleichbar mit dem Beschäftigungsmultiplikator der Finanzdienstleistungen von 2,2. IT- und Kommunikationsdienstleistungen weisen laut der Studie mit 1,7 beispielsweise einen niedrigeren Beschäftigungsmultiplikator auf. Darüber hinaus gebe es auch positive Ausstrahlungseffekte auf andere Branchen, bspw. für den Tourismus oder das Merchandising.

    Als Filmstandort kann Deutschland laut der Studienresultate an sich punkten: mit vielfältigen Drehorten, finanzkräftigen Fernsehsendern, einer ausgeprägten Festivallandschaft und überwiegend guter allgemeiner sowie digitaler Infrastruktur. In der Filmtechnik übernehme Deutschland (beispielhaft genannt wird hier Arri) sogar eine Vorreiterrolle.

    Im Vergleich zu Frankreich und Großbritannien, spielt der deutsche Film außerhalb Europas und vor allem in den USA mit einer Anzahl von nur 4% laut comScore allerdings nur eine geringe Rolle, wie das hier eingefügte Kreis-Diagramm zeigt. Um zum global Player zu werden müsste die deutsche Filmwirtschaft ganz anders unterstützt werden. Mehr zur aktuellen EU-Vergleichsstudie "The Circulation of European Films Outside Europe"hier als PDF.

    Den "insgesamt hervorragenden und sehr stabilen" deutschen Produktionsbedingungen stünden jedoch nicht gleichermaßen gute Finanzierungsbedingungen gegenüber. "Die Entfaltung des vorhandenen Potenzials wird nach Meinung vieler Unternehmen und Filmschaffenden durch den wachsenden internationalen Wettbewerb gehemmt", so die Verfasser der Studie, die man gemessen an ihren Resultaten durchaus als Handlungsauftrag in Sachen Förderung interpretieren kann - auch wenn das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass damit lediglich eine Diskussionsgrundlage vorgelegt wurde.

    Dem unter Sigmar Gabriel im vergangenen Jahr eingeführten, mit zehn Mio. Euro pro Jahr aber noch recht bescheiden ausgestatteten German Motion Picture Fund (GMPF) wird jedenfalls implizit ein gutes Zeugnis ausgestellt - nicht zuletzt deshalb, weil er sich mit der Unterstützung (auch) von Serien und VFX Sparten widme, die hierzulande im internationalen Vergleich förderseitig noch deutlich unterrepräsentiert seien.

    Selbstverständlich identifiziert die Studie zentrale Veränderungen in der Wertschöpfungskette, die bereits stattgefunden haben und sich mit erhöhter Intensität fortsetzen werden. Insbesondere die Verschiebung der Auswertung von physischen Trägermedien und linearem Fernsehen hin zu non-linearem, zeitautonom genutzten Online-Angeboten werde die Filmwirtschaft weiterhin stark verändern.

    "Die Online-Auswertung von audiovisuellen Inhalten ist der Mega-Trend in der Filmwirtschaft", so das klare Fazit.

    In einem Punkt irrt jedoch die Studie, zumindest an jener Stelle, wo Zahlen aus 2014 zugrunde gelegt werden. Diese sind nämlich längst überholt. Laut Studie würden weitere deutliche Zuwächse bei erstaufgeführten Langfilmen mit deutscher Beteiligung nicht erwartet. Laut ComScore stieg jedoch die Zahl von 236 im Jahre 2015 auf 256 Filme im Jahre 2016 - und diese Zahl schließt bekanntermaßen nur jene Projekte mit ein, an denen deutsche Produzenten majoritär beteiligt waren.

    Dass insgesamt zu viele Filme starten, die nicht mehr alle in den Kinos untergebracht werden können, darüber sind sich 84 Prozent der befragten Kinobetreiber einig. Andererseits wird auch immer wieder betont, dass Tendenzen die NETFLIX und AMAZON anschieben, Filme die exklusiv auf Festivals laufen und danach nur noch online über Streamingdienste zu sehen sind, und somit den Kinos nicht mehr zur Verfügung stehen, nicht gutgeheißen werden, denn den Kinos fehlt das junge zahlungskräftige Publikum, das sich den Streamingdiensten oder dem Abo-Fernsehen wie Sky zunehmend zuwendet und nur noch Serienfilme oder deren neueste Eigenproduktionen bequem zu Hause auf Großbildschirmen online sieht.

    Produzentenallianz: Studie nährt "Hoffnung auf wirkungsvolle filmische Industriepolitik".

    Zur vorgelegten Studie erklärte Alexander Thies, der Vorsitzende der Produzentenallianz:

    "Es sind beeindruckende Zahlen und Schlussfolgerungen, die das Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt hat. Ich hoffe, dass das Engagement des BMWi in dieser Sache dazu beitragen wird, dass unsere Branche als das wahrgenommen wird, das sie ist: einerseits der zentrale Erzeuger von Kultur in unserem Land, andererseits aber eben auch Zukunftsindustrie, Schrittmacher der Digitalisierung und Job-Maschine.". Filmförderung sei eine Investition, "die sich volkswirtschaftlich schnell rentiert - und eben keine verlorene Subvention," so Thies weiter und fährt fort: "Dass dies jetzt auch vom Wirtschaftsministerium bestätigt wird, nährt unsere Hoffnung auf eine wirkungsvolle filmische Industriepolitik, mit der sich die deutsche Filmwirtschaft ihrem Potential gemäß entwickeln kann."

    Deutscher Filmförderfonds soll wieder aufgestockt werden.

    Beim Produzententag am 09. Februar 2017 lies Kulturstaatministerin Monika Grütters dann doch noch die Katze aus dem Sack. Zur allgemeine Überraschung versprach Sie eine signifikante Erhöhung des Deutschen Filmförderfonds bereits im laufenden Jahr und stellte darüber hinaus weitere "substantielle Erhöhungen" ab 2018 in Aussicht. (Zumindest unter der Voraussicht, dass Sie nach der Wahl im Herbst weiterhin das Zepter führt - Anmerkung der Redaktion.)

    Demnach wird der DFFF-Topf in einem "ersten Schritt" um 25 Mio. Euro (oder 50 Prozent) auf dann insgesamt 75 Mio. Euro für das Jahr 2017 aufgestockt. Carl Woebcken, Vorstandsvorsitzender Studio Babelsberg AG bedankte sich für die positive Aussichten bei der Ministerin und freut sich, dass die Politik entsprechende Rahmenbedingen schafft, die uns im europäischen Wettbewerb wieder auf Augenhöhe bringen, denn Deutschland hatte im europäischen Standortwettbewerb den Anschluss verloren.

    Filmförderungsanstalt legte Bilanz des Kinojahres 2016 vor.

    Laut Filmförderungsanstalt (FFA), die ihre Bilanz des Kinojahres 2016 am 07. Februar 2017 vorlegte, wurde zum vierten Mal in Folge die Marke von einer Milliarde Euro am Boxoffice knapp überschritten. Allerdings lieferten die jetzt vorgelegten offiziellen FFA-Zahlen keine eindeutige Aussage über die Zufriedenheit mit dem vergangenen Kinojahr: Zu stark divergiert die historische Einordnung nach Umsätzen bzw. Besucherzahlen - und auch nach Kinotypen.

    Für das Arthouse-Kino war 2016 ein wirklich gutes Jahr, in dem – Klasse statt Masse – endlich auch einmal die kulturelle Wertschätzung des deutschen Films sichtbar wurde. Neben "Toni Erdmann" haben Produktionen wie "Vor der Morgenröte", "Tschick", "Colonia Dignidad", "Wild" oder "Nebel im August" erfolgreich im Kino und auf vielen Festivals gezeigt, wie groß die Vielfalt des deutschen Films in seiner ganzen Breite ist“, betont FFA-Vorstand Peter Dinges.

    Fest steht jedoch, dass insgesamt Rückgänge in der Höhe von 12,4 Prozent beim Boxoffice und 13 Prozent bei den Besuchern gegenüber dem Rekordjahr 2015 zu verzeichnen sind. Die nun vorgelegten Zahlen liegen allenfalls knapp über Prognosen, die Experten bereits zu Beginn des Jahres angestellt hatten, und die wir am 21. Januar 2017 zusammen mit einer Statistik über Besucher deutscher Filme im Fünfjahresvergleich veröffentlicht hatten.

    Den stärksten Anteil am Boxoffice verzeichneten entgegen allen Unkenrufen weiterhin die US-3D-Blockbuster. Allen voran "Star Wars: Das Erwachen der Macht"! Das Kinohighlight zu Weihnachten, das sämtliche Zahlen nach oben puschte. Wer übrigens glaubt, das Geschäft sei gegenüber dem Vorjahr hauptsächlich in den Fußball-EM-Wochen eingebrochen, der irrt, (wie beispielsweise Gerold Marks in seinem Kommentar auf unserer Facebookseite vom 10. Januar 2017). Stärker ins Gewicht fielen sowohl prozentual als auch nach absoluten Zahlen die Rückgänge im April (-32,9 Prozent) und September (-31,9 Prozent). Positiver "Ausreißer" im Kinojahr 2016 war der August als einziger Monat, der mit einem Plus von 19,1 Prozent deutlich über dem Vorjahr lag.

    Auch von "Kinosterben" kann (noch) keine Rede sein. Zwar gingen ganze 58 Säle im Laufe des Jahres verloren. Ihnen standen jedoch 105 Neu- und Wiedereröffnungen gegenüber, der höchste Stand seit 2008. Das Plus bei den Sitzplätzen belief sich jedoch auf weniger als 0,2 Prozent, denn etliche Theaterbesitzer haben Modernisierungen mit breiteren Sitzabständen und bequemeren Sesseln vorgenommen, um die Attraktivität des Kinobesuchs zu steigern. Auch der Trend, mehr, aber kleinere Säle zu bauen, um damit nicht zuletzt eine noch größere programmatische Vielfalt gewährleisten zu können, schlägt sich deutlich in dieser Entwicklung nieder, sodass die Zahl der Säle zuletzt um rund ein Prozent auf insgesamt 4739 stieg. Hierzu bitten wir auch unseren Artikel vom 16.02.2017über geplante Arthouse-Neueröffnungen der Berliner Yorck-Kinogruppe zu beachten.

    Link: www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/bedeutung-filmindustrie.html

    Quellen: BMWi | Blickpunkt:Film | FFA


    0 0

    Mit acht Nominierungen hat die Tragikomödie "Die Blumen von gestern" die meisten Chancen mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet zu werden.

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Iris Berben (Präsidentin der Deutschen Filmakademie) sowie die neu in den Filmakademie-Vorstand gewählte Schauspielerin Meret Becker gaben am 16. März 2017 in der Deutschen Kinemathek am Potsdamer Platz in Berlin die Nominierungen für den diesjährigen Deutschen Filmpreis bekannt.

    Sechs Wochen vor der feierlichen Preisverleihung gaben die Podiumsteilnehmer sowie Benjamin Herrmann, der Vorstandsvorsitzende der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE, einen kurzen Ausblick auf das diesjährige LOLA FESTIVAL und die Verleihung des DEUTSCHEN FILMPREISES. Ebenfalls anwesend war der Künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek Dr. Rainer Rother.

    Unser Kommentar:

    Dass "Toni Erdmann" nach seiner Nominierung um den besten Auslands-Oscar auch bei der LOLA Auswahl mit insgesamt sechs Nominierungen in der vordersten Linie spielen würde, war abzusehen. Dass aber einige sehr bemerkenswerte Filme, die noch in der Vorauswahl um den besten Film standen, wie z.B. "Die Mitte der Welt" von Jakob M. Erwa mit dem frisch gebackenen »European Shooting Star« Louis Hofmann oder das Euthanasie Drama "Nebel im August" von Kai Wessel mit dem wunderbar und überzeugend spielenden Jungen Ivo Pietzcker in der Hauptrolle, entweder gar nicht mehr berücksichtigt wurden oder bei Letzterem nur in der Kategorie der weiblichen Nebenrolle, ist unverständlich. Gleiches Schicksaal widerfuhr auch Matti Geschonneck's "In Zeiten des abnehmenden Lichts", der ebenfalls nur in einer Nebenkategorie nominiert wurde. Stattdessen wurden künstlerisch zwiespältige Komödien wie "Willkommen bei den Hartmanns" von Simon Verhoeven und Chris Kraus' Tragikomödie "Die Blumen von gestern" auf den Tron gehoben, die zwar Publikumserfolge an den Kinokassen sind, aber mit Arthaus und anspruchsvoller Filmkunst wenig zu tun haben.

    Auch Andreas Busche vom Tagesspiegel schreibt über den Film von Kris Kraus, dass dies eine krude, geschichtspolitisch fragwürdige Vergangenheitsbewältigungskomödie sei, die zudem allein für ihre Nominierung 250.000 Euro an kultureller Filmförderung seitens des Bundes erhält. Mit diesen Nominierungen tut sich die Akademie keinen Gefallen, so sein Fazit.

    Offensichtlich spielen beim Deutschen Filmpreis wieder einmal wirtschaftliche Erfolge eine größere Rolle als künstlerisch wertvolle Werke. Erstere werden belohnt, Letztere haben das Nachsehen, obwohl beispielsweise "Nebel im August" von der Filmbewertungsstelle in Wiesbaden mit dem Prädikat "Besonders Wertvoll" ebenso ausgezeichnet wurde wie "Tschick" oder "Toni Erdmann", während die beiden oben genannten Komödien kein Prädikat erhalten haben.

    Gefreut haben wir uns über die Auswahl von Fatih Akin's "Tschick", an dessen Drehbuch u.a. Hark Bohm mitgearbeitet hat und dessen Handschrift sich seit seinem 1976 gedrehtem Jugenddrama "Nordsee ist Mordsee" hier erneut eindeutig und zum Positiven des Roadmovies widerspiegelt.

    Dass sich unter den besten nominierten Dokumentarfilmen auch das mehrfach auf Festivals ausgezeichnete "No Land's Song" von Ayat Najafi wiederfindet, erfreut uns ebenfalls sehr.

    Nominierungen für den besten deutschen Spielfilm:

    • "24 Wochen"

    Produzent/in: Melanie Berke, Tobias Büchner, Thomas Kufus

    • "Die Blumen von Gestern"

    Produzent/in: Danny Krausz, Kathrin Lemme

    • "Toni Erdmann"

    Produzent/in: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade

    • "Tschick"

    Produzent/in: Marco Mehlitz

    • "Wild"

    Produzent/in: Bettina Brokemper

    • "Willkommen bei den Hartmanns"

    Produzent/in: Quirin Berg, Max Wiedemann, Simon Verhoeven, Michael Verhoeven

    Nominierungen für den besten deutschen Dokumentarfilm:

    • "Berlin Rebel High School"

    Produzent/in: Alexander Kleider, Daniela Michel

    • "Cahier africain"

    Produzent/in: Peter Spoerri, Stefan Tolz

    • "No Land's Song"

    Produzent/in: Gunter Hanfgarn, Rouven Rech, Teresa Renn

    Nominierungen für den besten deutschen Kinderfilm:

    • "Auf Augenhöhe"

    Produzent/in: Martin Richter, Christian Becker

    • "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen"

    Produzent/in: Oliver Berben, Martin Moszkowicz

    Nominierungen für das beste deutsche Drehbuch:

    • "24 Wochen"

    Carl Gerber & Anne Zohra Berrached

    • "Die Blumen von Gestern"

    Chris Kraus

    • "Einsamkeit und Sex und Mitleid"

    Lars Montag & Helmut Krausser

    • "Toni Erdmann"

    Maren Ade

    Nominierungen für die beste deutsche Regie:

    • "24 Wochen", Anne Zohra Berrached

    • "Die Blumen von Gestern", Chris Kraus

    • "Toni Erdmann", Maren Ade

    • "Wild", Nicolette Krebitz

    Nominierungen für die beste weibliche Hauptrolle:

    • "24 Wochen", Julia Jentsch

    • "Toni Erdmann", Sandra Hüller

    • "Wild", Lilith Stangenberg

    Nominierungen für die beste weibliche Nebenrolle:

    • "Die Blumen von Gestern", Sigrid Marquardt

    • "Die Welt der Wunderlichs", Christiane Paul

    • "Einsamkeit und Sex und Mitleid", Eva Löbau

    • "Nebel im August", Fritzi Haberlandt

    Nominierungen für die beste männliche Hauptrolle:

    • "Die Blumen von Gestern", Lars Eidinger

    • "In Zeiten des abnehmenden Lichts", Bruno Ganz

    • "Toni Erdmann", Peter Simonischek

    Nominierungen für die beste männliche Nebenrolle:

    • "Die Welt der Wunderlichs", Martin Feifel

    • "Einsamkeit und Sex und Mitleid", Rainer Bock

    • "Wild", Georg Friedrich

    Nominierungen für die beste Kamera/Bildgestaltung:

    • "Die Blumen von Gestern", Sonja Rom

    • "Paula", Frank Lamm

    • "Tschick", Rainer Klausmann

    • "Wild", Reinhold Vorschneider

    Nominierungen für den besten Schnitt:

    • "Toni Erdmann", Heike Parplies

    • "Tschick", Andrew Bird

    • "Wild", Bettina Böhler

    Nominierungen für das beste Szenenbild:

    • "Die Blumen von Gestern", Silke Buhr

    • "Nebel im August", Christoph Kanter

    • "Paula", Tim Pannen

    Nominierungen für das beste Kostümbild:

    • "Die Blumen von Gestern", Gioia Raspé

    • "Marie Curie", Chris Pidre & Florence Scholtes

    • "Paula", Frauke Firl

    Nominierungen für das beste Maskenbild:

    • "Das kalte Herz", Kathi Kullack

    • "Marie Curie", Waldemar Pokromski

    • "Paula", Astrid Weber & Hannah Fischleder

    Nominierungen für die beste Filmmusik:

    • "Das kalte Herz", Oli Biehler

    • "Marie Curie", Bruno Coulais

    • "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen", Johannes Repka

    Nominierungen für die beste Tongestaltung:

    • "Das kalte Herz"

    Lars Ginzel, Benjamin Hörbe, André Zacher

    • "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen"

    Stefan Busch, Michael Kranz, Peter Schmidt

    • "Tschick"

    Lars Ginzel, Kai Lüde, Kai Tebbel

    • "Wild"

    Rainer Heesch, Christoph Schilling, Martin Steyer

    Der DEUTSCHE FILMPREIS wird am 28. April 2017 im Palais am Funkturm in Berlin verliehen. Das ZDF überträgt die Gala am gleichen Abend.

    Der DEUTSCHE FILMPREIS – die renommierteste und höchstdotierte Auszeichnung für den deutschen Film – ist mit Preisgeldern der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in einer Gesamthöhe von knapp 3 Mio. Euro dotiert und wird nach der Wahl durch die Mitglieder der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters verliehen. Die Verleihung ist eine Veranstaltung der DEUTSCHEN FILMAKADEMIE in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), produziert von der DFA Produktion GmbH.

    In der erweiterten Ansicht haben wir übrigens nachträglich die Filme der Vorauswahl eingefügt, da diese für manche von Interesse sein dürfte.

    Die Vorauswahlkommissionen »Dokumentarfilm« und »Kinderfilm« hatten die Sichtung aller eingereichten Filme bereits im Dezember abgeschlossen, um den Mitgliedern der Deutschen Filmakademie ein ausreichend großes Zeitfenster zu geben, die Filme zu sichten und bis Mitte März über eine Nominierung abzustimmen. Zu den Kinovorführungen der neunköpfigen Vorauswahlkommission »Kinderfilm« wurden auch nicht-stimmberechtigte, filmbegeisterte Schüler verschiedener Altersstufen eingeladen. Ihre lebhaften Diskussionen im Anschluss an die Filmsichtung flossen in die Entscheidungsfindung zu den sechs vorausgewählten Kinderfilme ein.

    Weitere Informationen finden Sie unter:

    www.deutscher-filmpreis.de | www.deutsche-filmakademie.de

    "Bekanntgabe der Nominierungen für die LOLA 2017" vollständig lesen

    0 0

    Immer noch starke Unterrepräsentanz von Frauen in der Medienbranche.

    Eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass das Thema Frauen in Führungspositionen in der liberalen Kultur- und Kreativwirtschaft schon fast ein alter Hut ist. Allerdings sind Frauen in der Geschäftsführung von Werbeagenturen und Filmproduktionen nach wie vor eine Ausnahme, wie die Trendstudie über Frauen im Topmanagement von Agenturen und Filmproduktionen des Stuttgarter Startups Filestage belegt.

    In ihrer Studie “Frauen im Topmanagement von Agenturen und Filmproduktionen” hat das Unternehmen die Geschlechterverteilung in den Führungsetagen untersucht. Außerdem wurde geprüft, ob Unterschiede bei Einkommen, Standort und Fördergeldern bestehen. Auf der Webseite des Blogs wird darüber hinaus in Form spannender Interviews Einblicke in das Leben erfolgreicher Frauen der Film- und Werbebranche gegeben.

    Seit Jahren gibt es immer wieder hitzige Debatten zum Thema der Geschlechtergerechtigkeit in Führungspositionen. Auch in Werbeagenturen und Filmproduktionen sind Frauen in Führungspositionen die Ausnahme.

    So ist das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten in der Medienbranche insgesamt sehr ausgeglichen. Allerdings spiegelt sich das nicht in der Geschäftsführung wieder. Die Filestage Studie zeigt, dass Frauen in der Geschäftsführung an allen wichtigen Kreativstandorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterrepräsentiert sind. In Filmproduktionen liegt der durchschnittliche Frauenanteil in der Geschäftsführung bei etwa 17%. Die Geschäftsleitung der Werbeagenturen ist im Durchschnitt zu 21% mit Frauen besetzt.

    Dazu kommen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. So verdienen Frauen in der Filmbranche im Durchschnitt 22% weniger. In der Werbewirtschaft liegen die Gehaltsunterschiede bei rund 12%. Auch bei den Filmfördermitteln zeigt sich ein ähnliches Bild. Frauen erhalten im Durchschnitt 20% weniger Fördergelder.

    Die Ursachen liegen laut den Autoren unter anderem in der hohen Arbeitsbelastung. “Arbeitswochen mit weit mehr als 40 Stunden. sind nichts Besonderes”, sagt Jasmin Mühlhölzer von Filestage. So wird die freie Zeit zwischen den Drehs oft zur Filmvermarktung genutzt. Die Chance für ein geregeltes Privat-/Familienleben wird somit sehr stark eingeschränkt. Laut der Welt sind es Gesetzeslücken, die Frauen in der Geschäftsführung während der Schwangerschaft nicht vor einer Kündigung schützen.

    Gerade die TV- und Filmbranche wird von Männern dominiert. “Die Vermutung liegt nahe, dass Frauen in diesem Bereich über weniger Qualifikationen verfügen und deshalb weniger vertreten sind. Das ist allerdings schlichtweg falsch”, so Niklas Dorn, Geschäftsführer des Startups Filestage. So zeigt das Branchenblatt Black Box klar auf, dass 42 % aller deutschen Absolventen an Filmhochschulen Frauen sind. Fördermittel oder Anstellungen bekommen dann allerdings nur 15-20%.

    Initiativen wie “Pro Quote Regie” und “Pro Quote” setzen sich für Frauen ein. “Pro Quote” fordert beispielsweise. eine Frauenquote von 30% bis 2017. Diese Quote soll für alle Führungsebenen speziell in den Print-und Onlinemedien, TV und Radio gelten. Die Frauenquote ist im Moment noch nicht im Gesetz verankert. Die Einführung wird auf freiwilliger Basis durchgeführt. Flexible Arbeitszeiten und Gesetzesänderungen können hierfür den Anfang bieten.

    Interessierte können sich die Trendstudie “Frauen in der Kreativbranche” kostenfrei unter blog.filestage.io/trendstudie als PDF herunterladen.

    Über Filestage:

    Die Filestage GmbH wurde 2015 von Niklas Dorn, Maël Frize und Simon Kontschak in Stuttgart gegründet. Seitdem hat sich Filestage zu einem der führenden Software-Anbieter für die Abstimmung von Medieninhalten entwickelt. Mit Filestage vereinfachen Freelancer, Agenturen und Marketingabteilungen ihre tägliche Kommunikation und sparen Zeit und Geld bei der Freigabe von Videos, Designs und Dokumenten. Mit der Studie möchte das junge Unternehmen eine aktive Debatte anregen.

    Filestage GmbH

    Heidehofstr. 9

    70184 Stuttgart

    Web: filestage.io/de


    0 0

    Christoph Hochhäusler ist jetzt als leitender Dozent Regie an der DFFB beschäftigt.

    Unter dem neuen Direktor Ben Gibson hat sich die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) in den ersten Monaten des neuen Jahres einen neuen Head of Business Affairs sowie drei neue leitende Dozenten an Bord geholt.

    Als neuer Head of Business Affairs wird Rusta Mizani ab Mai Verwaltungsaufgaben an der DFFB übernehmen. Bis dahin fungiert Mizani noch als Verwaltungsleiter und Prokurist bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Zuvor hatte der studierte Betriebswirt u.a. bei Verleihern wie Polygram, Universal Pictures und Tobis gearbeitet.

    Bereits seit Januar ist Christoph Hochhäusler, Autor und Regisseur von Filmen wie "Milchwald" , "Falscher Bekenner" , "Unter dir die Stadt" und "Die Lügen der Sieger" als leitender Dozent Regie an der DFFB tätig, wo er bereits in den vergangenen Jahren als Dozent tätig war.

    An der DFFB studiert hat die Filmproduzentin Anna de Paoli. Im Anschluss an ihr Studium gründete sie den Filmemacherverbund Schattenkante, aus dem ihre gleichnamige Produktionsfirma hervorging. Zuletzt war Anna de Paoli als Programmkoordinatorin der Abteilung Deutsche Filme sowie als Sichterin und Moderatorin für die Sektion Perspektive Deutsches Kino der Berlinale tätig gewesen. An der DFFB fungiert sie seit Februar als leitende Dozentin für Produktion.

    Leitender Dozent für Drehbuch/Stoffentwicklung an der DFFB ist seit Anfang März der Drehbuchautor Ellis Freeman, der zunächst in London als Journalist für diverse Print- und TV-Medien gearbeitet hatte, bevor er mit dem Schreiben von Drehbüchern begann. Freeman ist seit sechs Jahren regelmäßig als Gastdozent an der DFFB zu finden.

    "Es ist wirklich aufregend, ein so talentiertes und gut passendes Team für 2017 an der DFFB begrüßen zu können. Die drei neuen leitenden Dozenten ergänzen den leidenschaftlichen und einfallsreichen Head of Studies Bodo Knapheide und sein Team, den außergewöhnlichen Kameramann und Head of Cinematography Michael Bertl und mich in der akademischen Gruppe, und bringen große Erfahrungen und Weisheit ein, wenn es um unser großes Anliegen geht, die DFFB als großartige internationale Schule für Filmmitarbeiter und Innovation zu sein", erklärt DFFB-Direktor Ben Gibson.

    Quellen: dffb | Blickpunkt:Film


    0 0

    BKM-Förderung für Filmerbe wurde leicht aufgestockt - Bundesfilmarchiv erhält erstmals Mittel für Digitalisierung.

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat Anfang April zu der bereits im November 2016 angekündigten Erhöhung des Ansatzes zur Digitalisierung und Bewahrung des deutschen Filmerbes von einer auf zwei Millionen Euro für 2017 weitere Einzelheiten bekanntgegeben. So erhält das Bundesarchiv-Filmarchiv erstmals Mittel für die Digitalisierung seiner Filmbestände in Höhe von bis zu 400.000 Euro.

    Für die vom Bund dauerhaft geförderten Einrichtungen, die Stiftung Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut, sind Projektförderungen in Höhe von jeweils bis zu 550.000 Euro vorgesehen. Darüber hinaus erhalten die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und die DEFA-Stiftung wie in den vergangenen Jahren Digitalisierungsmittel in Höhe von jeweils bis zu 250.000 Euro.

    Monika Grütters: "Mit der Verdopplung der Digitalisierungsförderung im Jahr 2017 für unser Filmerbe ist ein weiterer Schritt geschafft, den finanziellen Anteil an einem gemeinsamen Digitalisierungskonzept mit den Ländern und der Filmwirtschaft zu erbringen."

    Leider ist die bescheidene Fördersumme für das Filmerbe nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sodass auch die Länder stärker in die Pflicht genommen werden müssten, ihre Fördersummen beträchtlich zu erhöhen.

    ++++++++++++

    First Steps Award auch für Drehbuchautoren.

    Bei den First Steps Award gibt es eine neue Kategorie. Wenn der Nachwuchspreis am 18. September 2017 in Berlin zum 18. Mal verliehen wird, wird erstmals auch ein Drehbuchpreis vergeben. Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis wollen die Preisstifter einer Pressemitteilung zufolge zum einen die Anerkennung der Autorenleistung in Abschlussfilmen fördern, zum anderen die Bedeutung von eigenständigen Drehbuchstudiengängen an Filmhochschulen hervorheben.

    Initiiert hatte den First Steps Drehbuchpreis Warner Bros. Willi Geike, President & Managing Direktor Warner Bros. Entertainment: "Eine sorgfältige Stoffentwicklung ist die entscheidende Basis für jeden guten Film. Wir wollen mit diesem Preis den Drehbuchstudierenden eine Chance geben, sich mit ihrem Können und Talent der Branche zu präsentieren. Wir freuen uns sehr darauf, künftig gemeinsam mit unseren First Steps Partnern auch die besonderen Autorentalente eines jeden Jahrgangs im Rahmen der First Steps Awards kennen zu lernen und fördern zu können."

    Für den First Steps Drehbuchpreis können unverfilmte oder verfilmte Drehbücher aller Genres, Formate und Längen eingereicht werden, mit denen ein Drehbuch- oder Filmstudium abgeschlossen wurde. Anmeldeschluss ist der 8. Mai 2017.

    Der mit insgesamt 102.000 Euro dotierte First Steps Award wird in acht Kategorien vergeben. Weitere Informationen unter www.firststeps.de

    ++++++++++++

    Rund 19,2 Millionen Euro für die FFA-Branchentiger.

    Mit einer glanzvollen Gala wurden am Abend des 6. April 2017 in Berlin die FFA-Branchentiger verliehen. Mehr als 150 Gäste aus Filmwirtschaft und -politik waren in die Bar jeder Vernunft zur Verleihung der FFA-Branchentiger gekommen. Im Rampenlicht der Preisverleihung standen die Macher der erfolgreichsten deutschen Kinofilme 2016, darunter Karoline Herfurth, Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz.

    Freuen konnten sich alle ausgezeichneten Produzenten, Verleiher, Kurzfilmer und Kinobetreiber über eine Förderung in Höhe von insgesamt 19.185.170 Euro. Durch die diesjährige Branchentiger-Verleihung führte NDR-Moderator Yared Dibaba.

    In der Kategorie Verleih errang Warner Bros. mit acht Filmen Platz 1 und erhielt eine Förderung von 772.000 Euro – ausgelöst u.a. durch die Besuchermillionäre "Willkommen bei den Hartmanns" und "Der geilste Tag" Insgesamt wurden 3,2 Millionen Euro Referenzgelder an 60 Verleihfirmen ausgezahlt.

    Erfolgreichster Produzent 2016 war die Münchener Wiedemann & Berg Film. Drei Produktionen, darunter der besucherstärkste deutsche Film 2016 "Willkommen bei den Hartmanns", sorgten für eine Referenzförderung in Höhe von 1,6 Mio. Euro.

    Einen Branchentiger als erfolgreichste Produzentinnen erhielten Maren Ade und Janine Jackowski von Komplizen Film für "Toni Erdmann". Insgesamt wurden im Bereich Produktion 12,8 Mio. Euro für 61 Kinofilme ausgeschüttet.

    Weitere Kategorien der FFA-Referenzförderung sind Kino und Kurzfilme: Spitzenreiter bei der Kinoreferenzförderung war das Hamburger Abaton Kino von Matthias Elwardt, der mit 27.000 Euro belohnt wurde. 235 Kinobetreiber erhielten insgesamt 2,5 Mio. Euro Referenzförderung. Die Referenzförderung errechnet sich aus einem Punktesystem, das auf dem Besuchererfolg im Kino sowie Filmpreis- und Festivalauszeichnungen basiert. In diesem Jahr errechnet sich bei der Referenzfilmförderung pro verkaufter Kinokarte bzw. Festivalpunkt ein Förderbetrag von 45 Cent (Vorjahr: 48 Cent) und in der Referenzverleihförderung von 0,19 Cent (23 Cent) pro Besucher (Quelle: FFA). Die Fördergelder können von den Produzenten und Verleihern innerhalb von drei Jahren ohne Mitsprache von Fördergremien verwendet werden.

    Eine besondere Erwähnung bekam erstmals ein Kino mit dem größten Engagement für Barrierefreiheit. Ausgezeichnet wurde Wolfram Weber, Betreiber von Deutschlands größtem Multiplexkino Cinecittà Nürnberg.

    Bester Kurzfilm 2016 bei Festivals im In-und Ausland war der achtminütige Animationsfilm "Bär" von Pascal Flörks. Hier der Trailer:

    Die vollständigen Listen mit allen Branchentigern und Referenzmittelförderungen finden Sie hier als PDF-Download.

    Quelle: Blickpunkt:Film | FFA | Filmecho


    0 0

    Stärkung der Kreativindustrie durch EU-Urteil zu illegalem Streaming.

    Der Gerichtshof der Europäischen Union in Straßburg hat am 26. April 2017 entschieden, dass Streaming von urheberrechtlich geschützten Inhalten ohne Zustimmung des jeweiligen Urhebers gegen geltendes Recht verstoßen kann. Damit will der Europäische Gerichtshof ausdrücklich legale Streamingangebote vor der illegalen Konkurrenz schützen. Diese würden die Urheberrechtsinhaber "in ungebührlicher Weise" beeinträchtigen. Insofern ist die Entscheidung des EuGH eine erfreuliche Stärkung der Position der Kreativindustrie.

    Streaming boomt, das gilt sowohl für Film und Musik als auch Games. Offensichtlich illegale Streamingsites dürfen aber nicht genutzt werden. Der Europäische Gerichtshof stellt jetzt klar: Wer sich das anschaut oder anhört, verletzt das Urheberrecht, denn beim Ansehen und Anhören eines Internetstreams entsteht auf dem Gerät des Empfängers eine technisch bedingte Zwischen-Kopie. Rechtlich ging es jetzt um die Frage, ob diese flüchtige Kopie erlaubt ist. Dies ist sie - wenn zum Beispiel nur so eine rechtmäßige Nutzung des Inhalts möglich ist. Beim Zugriff auf offensichtlich illegale Portale liegt aber keine rechtmäßige Nutzung vor. Die Kopie ist deshalb illegal.

    Allgemein bekannt ist, dass Streamingplattformen wie Kino.to, Kinox.to, movie4k oder Grooveshark illegal sind. Unsicherheit bestand jedoch bei der Bewertung der Rolle der Konsumenten. Im Internet kursiert die Ansicht, dass das bloße Ansehen von Streams immer erlaubt sei, ganz gleich, ob die Quelle legal oder offensichtlich illegal ist. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof Klarheit geschaffen: Wer zweifelhafte Streamingangebote nutzt und deren Illegalität kennt, begeht selbst eine Urheberrechtsverletzung (Az. C-527/15).

    Somit erinnert der EuGH Verbraucher daran, dass sie eine eigene Verantwortung trifft, welche Angebote sie nutzen, denn auch Streaming kann strafbar sein. Wer keine Rechtsverletzungen begehen will, kann die vielen legalen Angebote nutzen. Damit wird die Akzeptanz solcher Dienste gestärkt.

    Ausgangspunkt des Rechtsstreits war das Verkaufsangebot einer Multimedia-Box aus den Niederlanden, die dank der gezielt vorab installierten Software eine einfache Betrachtung auch rechtswidrig ins Netz gestellter Streams auf dem heimischen Fernseher ermöglicht. Auf dem holländischen Gerät mit dem Namen "Filmspeler" war eine Software installiert, in der für das Streaming von Filmen und Musik unlizenzierte Internetquellen hinterlegt waren. Der Verkauf derartiger Mediaplayer ist auch in Deutschland weit verbreitet. Dabei wird ungeniert damit geworben, dass die modifizierten Geräte auf kostenlose, meist unlizenzierte Plattformen zugreifen können. Das Gericht hat den Verkauf dieser Geräte in erfreulicher Klarheit als Urheberrechtsverletzung qualifiziert. Diese Entscheidung hat auch Bedeutung für viele Smartphone-Apps, die aus illegalen Websites gespeist werden.

    Der Verkauf derartiger Hardware kann deshalb als Urheberrechtsverletzung strafbar sein. Eine Feststellung, die von erheblicher Bedeutung für die Filmwirtschaft ist, denn entsprechende Geräte werden zu Hauf verkauft - und stellen einen massiven Anreiz dar, raubkopierte Werke zu konsumieren.

    Darüber hinaus lässt sich der EuGH-Entscheidung nach Ansicht von Experten entnehmen, dass das Gericht auch auf eine Strafbarkeit der bloßen Nutzungshandlung erkennt. Ganz so überraschend ist die Rechtsauffassung des EuGH hinsichtlich der Bewertung der reinen Nutzungshandlung beim Streamen von Inhalten, die das Urheberrecht verletzen, indes nicht. Auch wenn eine Aussage des Bundesjustizministeriums anlässlich der massenhaften Abmahnung von Nutzern eines Porno-Portals von vielen Medien dahingehend gedeutet wurde, dass die Bundesregierung eine Strafbarkeit klar verneint hätte. Allerdings war diese Meinung gar nicht erst in eine tatbestandliche Prüfung eingetreten. Vielmehr wollte das Bundesjustizministerium im Grunde lediglich auf die Tatsache verweisen, dass diese Frage bisher nicht höchstrichterlich geklärt war. Das Landgericht Leipzig hatte allerdings im kino.to-Verfahren im Wege eines sogenannten "obiter dictums" (lat. „nebenbei Gesagtes“) immerhin bereits angedeutet, dass man auch die bloße Betrachtung eines illegalen Streams bereits für strafbar hält.

    Gesetz zum Urheberrecht war schwammig formuliert.

    Für unterschiedliche Bewertungen in den Medien sorgte hier der schwammige Wortlaut des § 44a UrhG, in dem es heißt:

    "Zulässig sind vorübergehende Vervielfältigungshandlungen, die flüchtig oder begleitend sind und einen integralen und wesentlichen Teil eines technischen Verfahrens darstellen und deren alleiniger Zweck es ist, 1. eine Übertragung in einem Netz zwischen Dritten durch einen Vermittler oder 2. eine rechtmäßige Nutzung eines Werkes oder sonstigen Schutzgegenstands zu ermöglichen, und die keine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung haben."

    Das Urteil aus Straßburg betrifft neben den Nutzern der zahlreichen Film- und Serienstreaming-Portale auch die Konsumenten von illegalen Bundesligastreams. In der Sache ging es zwar zunächst nur um einen externen Streamingplayer, schaut man sich die Urteilsgründe aber an, so lässt sich die Entscheidung aber nur dahingehend interpretieren, dass das EuGH ganz klar auch auf den Abruf von Seiten wie Kinox.to zielt. Dort müssen vor allem Premium-Nutzer mit Abmahnungen der Rechteinhaber rechnen, wenn die Server beschlagnahmt wurden. In der Vergangenheit ist es der Polizei immerhin erfolgreich gelungen, die Server des kinox.to Vorgängers kino.to zu überprüfen, sodass die IP-Adressen der Nutzer zurückverfolgt werden konnten.

    Gegen die Betreiber der Webseite filmspeler.nl (die mittlerweile geschlossen ist) hatte die niederländische Antipirateriegruppe Stichting Brein vor einem Gericht des Landes auf Unterlassung geklagt.

    Die Forderungen gegen Nutzer der Multimedia-Box dürften allerdings niedrig bleiben, da keine Streams weiterverbreitet, sondern lediglich konsumiert wurden. Die Abmahnkosten sind im Privatbereich seit einiger Zeit auf rund 150 Euro gedeckelt, der Schadensersatz pro konsumiertem Film dürfte bei rund 5,- bis 10,- Euro liegen.

    Quellen: Blickpunkt:Film | MusikWoche | Golem | Süddeutsche Zeitung | Heise | Netzwelt


    0 0

    EU will Online-Anbieter auf europäische Filmquote festlegen.

    Zwei Filme des Online-Anbieters NETFLIX liefen dieser Tage auf dem Internationalen Filmfestival des Cannes und fanden große Beachtung, allerdings gab es auch zahlreiche Buh-Rufe des Publikums sobald die Logos von Netflix oder Amazon auf der Leinwand aufleuchteten. Zukünftig soll die Teilnahme von Netflix-Filmen nicht mehr möglich sein, da der Streaming-Gigant sich weigert, die Filme auch regulär im Kino zu zeigen.

    Für das diesjährige Festival kam die Änderung der Statuten des Festivals freilich zu spät, aber im nächsten Jahr werden Anbieter, die nicht mit Pay-per-View operieren und auch ihre Filme nicht ins Kino bringen wollen, durch Ausschluss vom Wettbewerb bestraft wie wir bereits zu Beginn des Festivals hier andeuteten.

    Konkurrent Amazon hat sich dagegen klar zum Kino bekannt und zeigt seine Filme erst nach Ablauf des Kinozeitfensters online. Zudem erlaubt Amazon den Online-Zugriff auch per Einzelabruf, sodass quasi kein Abonnement wie bei Netflix nötig ist. Allerdings stimmt das nicht ganz, denn der Online-Abruf setzt eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft voraus. Und die ist natürlich nicht kostenlos im Monat zu haben. Zwar können manch ältere Werke auch ohne Amazon-Prime-Abo als DVD oder Online-Abruf bestellt und angesehen werden, die Mehrzahl der Filme setzt aber die Prime-Mitgliedschaft voraus.

    Unterstützung erhält das Festival de Cannes jetzt auch von der Europäischen Union, denn die EU will eine Quote für Videostreaminganbieter festlegen. Die Anbieter der Online-Video-Portale sollen dazu verpflichtet werden, 30 Prozent ihrer Inhalte mit europäischen Produktionen zu füllen.

    Aber nicht nur die Online-Anbieter, sondern auch einige EU-Länder sträuben sich gegen die Quote. Dänemark, Finnland, Großbritannien, Luxemburg und die Niederlande unterstützten die neue Richtlinie nicht. Sie befürchten, dass eine solche Quote kontraproduktiv sei. Durch den Brexit kann man England bereits jetzt von der neuen EU-Richtlinie ausklammern. Alle anderen EU-Mitgliedsstaaten haben sich für eine Neufassung der Richtlinie für audiovisuelle Medien ausgesprochen und somit die verbliebene Minderheit überstimmt. Immerhin dürfen 70 Prozent der Inhalte aus nicht-europäischen Produktionen bestehen.

    Bis die neue Regelung in Kraft tritt, wird sicherlich noch etwa ein Jahr vergehen, weil noch die Details mit dem EU-Ministerrat und dem Europaparlament verhandelt werden müssen. Dann wird die neue Direktive für Audiovisual Media Services (AVMS) künftig nicht mehr nur für Fernsehsender und Radiostationen, sondern auch für Videostreaminganbieter gelten.

    Amazon startete Amazon Prime Channels und integriert MUBI

    Wie stark sich eine Quote auf die derzeitige Filmauswahl auswirken würde ist nicht bekannt. Amazon hat dieser Tage aber bereits einen neuen Coup gestartet und mit Channels sein Prime Video um eine Pay-TV-Plattform mit Live-Fernsehen ergänzt. Hier ein Trailer.

    Amazon Prime-Mitglieder zahlen für die Channels “à la carte” zwischen 1.99 und 7.99 EUR pro Kanal im Monat Abo-Gebühren, die aber jederzeit kündbar sind. Der Start in Deutschland fällt zwar weniger furios aus als in den USA, dafür gibt es aber mit dem darin integrierten MUBI-Channel immerhin eine Online-Film-Plattform, die schon zuvor als eigenständiger Anbieter diverse Arthouse-Filmperlen und immer wieder absolute Highlights der großen Filmfestivals präsentierte.

    Während Amazon-Prime und Netflix bereits auf vielen Smart-TVs vertreten sind, konnte man MUBI bisher nur am PC abonnieren. Mit der Amazon-App, die auch über die Amazon Fire Box oder den Amazon Fire TV Stick (- einem Stick für den HDMI-Eingang an Fernsehgeräten, die noch keine Smart-TV-Option aufweisen -) aufgerufen werden kann, ist der MUBI-Channel jetzt automatisch integriert, sodass einem genussvollen Filmabend mit besonderen Werken, die es nicht auf anderen Plattformen zu sehen gibt, auch am großen Flachbild-TV-Gerät nichts mehr im Wege steht. Als Ergänzung bietet sich mit realeyz.tv ein weiterer Kanal an, der preisgekrönte Independent-Filme direkt von Kinofestivals und Filmemachern für 5,50 € monatlich on demand nach Hause auf den Bildschirm bringt.

    Das MUBI-Abo muss nach einer Probezeit ebenfalls extra bezahlt werden, ist also nicht im Amazon Prime Abo enthalten, dafür bekommt man bei MUBI eine handverlesene Auswahl bester Filme für nur 5,99 € pro Monat. Das Angebot wechselt auch ständig. Jede Woche kommen neue Filme hinzu, während andere Werke nach Ablauf eines Monats wieder entfernt werden. Somit präsentiert der MUBI-Channel bei Amazon insgesamt 365 außergewöhnliche Filme im Jahr. Dazu gehören Kultfilme, Klassiker, Independents und Festival-Hits aus der ganzen Welt.

    Der Anteil europäischer Werke überwiegt bei MUBI meist, sodass Amazon mit der Integration des MUBI-Channels in sein Prime-Video höchstwahrscheinlich die oben genannte erforderliche 30%-Quote europäischer Filme erreichen kann. Im Unterschied zum Ansatz des Pay-TV-Senders Sky können zudem Amazon-Kunden genau die Sender buchen, die sie sehen möchten. Zu Beginn stehen 26 Sender zur Auswahl, während es in den USA mit Anbietern wie HBO über 100 Kanäle sind. Für Liebhaber von Hollywood-Produktionen stehen aber auch in Deutschland mit dem MGM-Channel zahlreiche US-Hits, Filmklassiker und Kultfilme zur Verfügung.

    Darüber hinaus gibt es natürlich wie bei Sky auch Sportkanäle und Serienkanäle mit den neuesten Serienhits sowohl von Amazon mit deren Eigenproduktionen wie auch von anderen Anbietern zu sehen, doch bei Amazon gibt es keine Senderpakete, wie das bei Sky der Fall ist, sodass man sich relativ preiswert ein persönliches Kanal-Angebot zusammenstellen kann, das man wirklich sehen möchte.

    Quellen: Golem | Tagesspiegel | New Europe | Moviepilot


    0 0

    Neuauflage der FFA-Studie kommt zu überraschenden Ergebnissen.

    Die erfolgreichsten 75 Filme des letzten Jahres haben rund drei Viertel aller Besucher in die Kinos gelockt (93,1 Mio. Besucher gegenüber 107,1 Mio. im Jahr 2015). Erstmals hat die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin auch gezielter ausgewertet, zu welchem Zeitpunkt und auf welchem Wege die Besucher ihr Ticket kaufen. Ergebnis: Vier Fünftel aller Karten (81%) werden erst am Tag des Kinobesuchs selber gekauft, drei Viertel (76%) davon im Kino selber, nur der Rest erfolgt über das Internet (5%).

    Eigentlich sollte die Bestellung von Kinotickets für die Kinobesucher bundesweit einfacher werden. Der Erfolg anderer Vorverkaufsstellen für Konzerte und Theatervorstellungen inspirierte natürlich auch die Filmtheater für ein eigenes System, das den Kartenverkauf einheitlich auch online ermöglichen sollte.

    Im Januar 2016 startete die Pilotphase der bundesweiten Online-Ticket-Plattform DeinKinoticket.de, wie wir hier berichteten. Mittlerweile kann die Plattform stolz auf die großen Kinoketten wie Cinemaxx, Cineplex, CineStar und UCI-Kinowelt verweisen, die sich dem System angeschlossen haben. Inzwischen sind weitere größere und kleinere Kinoketten sowie einige Einzelunternehmen hinzugestoßen.

    Dennoch wird das System offensichtlich von den Kinogängern nicht ganz so gut angenommen wie erhofft. Die Filmförderungsanstalt in Berlin hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, um die Ursachen zu erforschen, denn eigentlich bietet das System einen guten Mehrwert mit einfacher Benutzerführung.

    Schon beim Start von DeinKinoticket.de werden plakativ die neuesten Kinofilme aufgelistet, die derzeit in den Kinos gezeigt werden, wodurch man schnell fündig wird. Vorab noch schnell die gewünschte Stadt im Umkreis von 5-100 km eingeben und beim Klick auf das entsprechende Plakat landet man sofort bei den entsprechenden Lichtspieltheatern mit allen Informationen zu Anfangszeiten und Ticketpreisen.

    Gut gekennzeichnet sind darüber hinaus 3D und 2D-Filme sowie Originalfassungen ohne deutsche Synchronisation. Leider stehen im Vordergrund aber fast nur Blockbuster, denn weiterhin beteiligen sich nur wenige Programmkinos an dem System, womit die Independent- und Arthouse-Filme, die zumeist in kleineren, speziellen Kinos gespielt werden, vom System nicht erfasst und berücksichtigt werden.

    Dazu gehört auch die Berliner Yorck-Kinokette, die bald acht weitere Kinosäle am Bahnhof Zoo in Berlin eröffnen wird und dann mit über 20 Sälen zu den größten Kinoanbietern in der Hauptstadt gehört. Diese benutzen - wie viele andere auch - ein eigenes Vorbestellungssystem. Daneben könnten wir unzählige weitere Beispiele nennen, die vom System »DeinKinoticket.de« noch nicht erfasst werden, womit auch zahlreiche Filme, die neu gestartet sind, oftmals nicht auf der Homepage aufgelistet werden.

    In den großen Multiplexkinos kann man zudem immer wieder Kinogänger beobachten, die verunsichert sind, und trotz bereits vorhandenem Ticket sich geduldig nochmals an der Kinokasse anstellen, um nachzufragen ob der heimische Ausdruck bereits den Zugang zum entsprechenden Saal ermöglicht oder nochmals in ein gültiges Ticket eingetauscht werden muss. Auch bei den mancherorts aufgestellten Kinoautomaten, die eine Kartenausgabe erleichtern und beschleunigen sollen, gibt es in der Benutzerführung oft Rätselraten. Personal, das Rat gebend zur Seite stehen könnte, fehlt allerdings meist.

    So verwundert es nicht, dass die FFA feststellt, dass nur bei den stark nachgefragten TOP-Filmtiteln meist zur Weihnachtszeit die Kinogänger ihre Karten gelegentlich auch im voraus online kaufen. Spitzenreiter beim Vorverkauf im Internet war 2016 die Computerspielverfilmung "ASSASSIN’S CREED" , für die mehr als jeder vierte Besucher (27%) ein Ticket auf diesem Wege erwarb – mehr noch als für die STAR WARS-Anthologie "ROGUE ONE" (25%).

    Übrigens gibt es neben der Plattform »DeinKinoticket.de« mit Cinetixx ein weiteres System, das auch von kleineren Programmkinos gern anstelle eines eigenen komplizierten Shopsystems genutzt wird. Neuester Kunde ist das kleine wiedereröffnete KLICK-Kino in Berlin-Charlottenburg seit dem 18. Mai 2017. Ansonsten werden Kinokarten meist erst am Tag des Kinobesuchs direkt an der Kinokasse gekauft.

    Grundlage für die FFA-Auswertungen ist das Individualpanel Media*Scope der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dessen filmwirtschaftliche Daten der FFA exklusiv zur Verfügung stehen. Das Panel umfasst 25.000 Teilnehmer und steht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 10 Jahren.

    Quellen: FFA | filmecho | Cinetixx


    0 0

    Trotz Cannes-Erfolg unbefriedigende Auftragssituation bei Studio Babelsberg.

    Wie wir gestern zur Preisverleihung in Cannes schrieben, gewann die in Studio Babelsberg produzierte und vom Medienboard Berlin-Brandenburg geförderte Gesellschaftssatire "The Square" den Hauptpreis des Festivals.

    Trotz des Erfolgs für Filmvorhaben in unserer Region Berlin-Potsdam-Babelsberg, sehen die wirtschaftlichen Aussichten für Studio Babelsberg nicht ganz so rosig aus, denn die Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2016 nur kleines Plus und die Aussichten für das zweite Halbjahr 2017 werden von einer "größtenteils noch unsicheren Auftragslage" bestimmt.

    Mit einem Gewinn in Höhe von 1,6 Mio. Euro vor Steuern (Vorjahr: Gewinn 5,2 Mio. Euro) sank der Gesamtumsatz gegenüber 2015 von 117,7 Mio. Euro auf 72,1 Mio. Euro. Die Gesamtleistung des Konzerns reduzierte sich von 124,6 Mio. Euro auf 68,2 Mio. Euro. Immerhin fiel die Bilanz damit aber deutlich besser aus als vor zwei Jahren, als bei Umsätzen von 62,5 Mio. Euro ein Verlust von 2,2 Mio. Euro eingefahren wurde.

    Ein Loch in die Kasse hatte natürlich auch die Kerninvestition für die Errichtung der neuen Außenkulisse ‘Metropolitan Backlot/Neue Berliner Straße‘ mit Baukosten in Höhe von über 8 Mio. Euro gerissen, die auf einem Gelände von über 15.000 qm errichtet wurde. Die hohen Ausgaben für die neue Außenkulisse, die zu den größten und modernsten in Europa zählt, ermöglichen aber auch mehr Flexibilität bei den Außendrehs. Diese kommen den recht gut angelaufenen Serienproduktionen zu Gute wie z.B. der mit Spannung erwarteten Serie "Babylon Berlin" unter der Regie von Tom Tykwer, die im Herbst 2017 auf Sky zu sehen sein wird und in Kooperation mit der ARD-Tochterfirma Degeto auf dem Studiogelände in Potsdam-Babelsberg entstanden ist. Fast 40 Millionen Euro soll die Serie des Starregisseurs kosten, deren Entstehungsgeschichte zwei Jahre lang recht schwerfällig vonstatten ging, aber zuletzt ein gutes Ende widerfuhr.

    Das dennoch im Vergleich zum Vorjahr schlechtere Konzernergebnis spiegelt jedoch vor allem die unbefriedigende Auftragssituation im ersten Halbjahr 2016 wider. Erst im Laufe des zweiten Halbjahres hatte sich die Auslastung der Studios und der einzelnen Geschäftsbereiche wieder etwas verbessert.

    Der Studio Babelsberg Konzern weist zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2016 ein Eigenkapital in Höhe von 30,5 Mio. Euro aus. Die Eigenkapitalquote liegt im Konzern bei 64 Prozent, auf AG-Ebene bei 73 Prozent.

    Aufgrund der getätigten Investitionen und der größtenteils noch unsicheren Auftragslage für das laufende Jahr stimmte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. April dem Vorschlag des Vorstands zu, der Hauptversammlung den Verzicht auf Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2016 vorzuschlagen. Die Hauptversammlung der Studio Babelsberg AG findet am 6. Juli 2017 statt.

    Die Studio Babelsberg AG war über ihre Tochtergesellschaften für die Vorbereitung und Umsetzung der Dreharbeiten von "Mute" , dem neuen Terrence-Malick-Projekt "Radegund" und der ersten Staffel der US-Fernsehserie "Berlin Station" verantwortlich, für die Studio Babelsberg jeweils als Koproduzent auftrat.

    Darüber hinaus wurden folgende Dreharbeiten in den Babelsberger Studios und/oder Außenkulissen durchgeführt: "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", "Rückkehr nach Montauk" von Volker Schlöndorff , der sich schon gleich nach der wende für den erhalt des studios stark gemacht hatte, "Submergence" , "Vier gegen die Bank" sowie die Fernsehserien "Sense8" und das bereits oben erwähnte "Babylon Berlin" Projekt von Tom Tykwer.

    Außerdem war bei den US-Produktionen "Spider-Man: Homecoming" und "Atomic Blonde" die Tochterfirma Studio Babelsberg Motion Pictures GmbH für die Umsetzung der Dreharbeiten an Originalmotiven verantwortlich.

    Der ausführliche Geschäftsbericht kann unter folgendem Link nachgelesen werden: www.studiobabelsberg.com/ir/

    ++++++++++++++

    Produzentenallianz fordert effektiven Kontrollmechanismus für die EU-Streamingdienst-Quote.

    Wie von uns bereits am 26. Mai 2017 berichtet, will das europäische Parlament alle in Europa agierenden Online-Anbieter auf eine europäische Filmquote festlegen, die heimischen Produktionen zugute kommen sollen. Davon könnte in Zukunft auch Studio Babelsberg profitieren.

    Die Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen e.V. (Produzentenallianz) begrüßt den kürzlich vom EU-Ministerrat beschlossenen Entwurf zur Änderung der AVMD-Richtlinie (Audiovisuelle Mediendienste-Richtlinie), nach der Video-on-Demand-Anbieter zukünftig mindestens 30 Prozent europäische Filme ins Programm aufnehmen müssen und betont gleichzeitig die zentrale Bedeutung wirksamer Kontrollmechanismen.

    Alexander Thies, Vorsitzender des Gesamtvorstandes der Produzentenallianz: „Die Erhöhung der Quote europäischer Produktionen für Streaming-Dienste ist eine dringend notwendige Maßnahme, um die kulturelle Vielfalt in Europa zu sichern und nationale Identitäten innerhalb Europas zu stärken. Wir Produzenten sehen in dem gerade verabschiedeten Entwurf zur Änderung der AVMD Richtlinie ein wichtiges Signal zur aktiven Förderung der deutschen und europäischen Filmwirtschaft. Damit die neue Richtlinie künftig ihre Wirkung auch tatsächlich entfalten kann, muss es effiziente und in Europa einheitliche Kontrollmechanismen geben. Ohne diese gliche dieses Kulturförderinstrument einem zahnlosen Tiger. Der im Rahmen der derzeit noch geltenden Richtlinie bestehenden Verpflichtung, der EU-Kommission alle zwei Jahre einen Quotenbericht zu übermitteln, sind viele EU-Mitgliedstaaten seit 2012 nicht mehr nachgekommen. Hinzu kommt, dass in manchen Staaten die Einhaltung nicht von unabhängigen Institutionen überwacht wird. In Deutschland waren beispielsweise die eigenen Angaben der betroffenen TV-Sender, ob und inwieweit sie die Quotenvorgaben erfüllen, Grundlage des Quotenberichts der Bundesregierung.“

    Bislang teilten die EU-Medienminister nur Eckpunkte des Entwurfs zur Änderung der bestehenden EU-Richtlinie mit. Im nächsten Schritt wird der EU-Ministerrat mit der Abstimmung der Details mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament beginnen. Inkrafttreten können die Regelungen frühestens im kommenden Frühjahr.

    Quellen: Studio Babelsberg | filmecho | Blickpunkt:Film | Spiegel | Produzentenallianz


    0 0

    Produzentenallianz fordert im Wahljahr klares Bekenntnis zur Förderung der Film- und Fernsehwirtschaft.

    Nach dem erfolgreichen Abschneiden der Babelsberger Produktion "The Square" bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes sinniert die deutsche Filmbranche darüber, wie es mit der Filmförderung weitergehen kann.

    Das Publikum dagegen goutiert die Anstrengungen der Marketingstrategen kaum und aalt sich lieber in der Sonne, anstatt abends im dunklen Kino die neuesten Filme zu sehen. Für alternative Open-Air-Filmvorstellungen sind die Tage noch zu lang und die Nächte zu kurz, um zu den Hauptspielzeiten ein ausreichend dunkles Sternenzelt am Himmel für die ansonsten im Spätsommer so beliebten Freilichtvorstellungen zu bekommen.

    Mit einem am 30. Mai 2017 veröffentlichten 12 Punkte umfassenden filmpolitischen Forderungskatalog untermauert die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. (Produzentenallianz) dennoch die Notwendigkeit eines Innovationsschubes in der deutschen TV- und Filmindustrie, denn die von uns gestern geschilderte unbefriedigende Auftragssituation bei Studio Babelsberg erschüttert insgesamt die Branche.

    Ihre filmpolitischen Forderungen, die einerseits eine Kritik an den Vorschlägen des Vorstands der Filmförderungsanstalt (FFA) üben, sich durch zu hohe Einstiegshürden bei der Projektfilmförderung profilieren zu wollen, mit denen sie sich andererseits sowohl an die neu zu wählende Bundesregierung wie auch an die Länderregierungen wendet und appelliert sowohl Förderchefs und Gremien zu stärken sowie bestehende Marktmodelle in einer zunehmend digitale Welt weiterzuentwickeln, sind hier in voller Länge nachzulesen.

    ++++++++++++

    Fernsehen raus aus der Förderung!

    In die Diskussion um die Zukunftsfähigkeit des deutschen Films mischt sich auch die Deutsche Filmakademie ein. Ihre Vorstände Benjamin Herrmann und Philipp Weinges haben bei der Novellierung des Filmförderungsgesetzes (FFG) zum 1. Januar 2017 um Verbesserungen für die Drehbuchautoren gestritten. Für die kommende Novellierungsrunde fordern sie, die Rolle des Fernsehens zu überdenken. Unsere Filmkritikerin Katharina Dockhorn hat die beiden Herren interviewt. Ihre Zusammenfassung ist hier in "Das Parlament" , Ausgabe 19-20 vom 02.05.2017 nachzulesen.

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters bietet den Bundesländern die Stirn.

    In einer weiteren Ausgabe der Online-Ausgabe "Das Parlament" vom 08.05.2017 geht Katharina Dockhorn auf die in der vergangenen Legislaturperiode ausgebliebene großen Novellierung des FFG ein, die zum Reförmchen mutierte. Ohne die Bundesländer, die auf die wirtschaftlichen Effekte in ihrem Ländern pochen, und zudem gegen die Fernsehsender sind Änderungen schwer durchzusetzen. Trotzdem setzt die Staatsministerin für Kultur und Medien Akzente, um die Filmemacher aus der Umklammerung der Sender und Länderförderer zu lösen. Die spannende Frage bleibt, ob Monika Grütters damit Reformen anstößt oder das reformierungsbedürftige System zementiert. Überlegungen dazu hier.

    Quellen:

    Katharina Dockhorn (Das Parlament)

    Christiane Herzhauser (Produzentallianz)


    0 0

    Unitymedia beginnt mit der Abschaltung der TV-Analogübertragung bereits schon im Juni 2017 - Vodafone lässt sich etwas mehr Zeit.

    Für unseren Einzugsbereich in Berlin, Potsdam und Brandenburg ist derzeit noch Entwarnung angesagt. Nach der teilweise recht unglücklich verlaufenen Umstellung des Überallfernsehens auf Freenet-TV sind die Fernsehzuschauer bereits genug verunsichert wie wir hier Anfang April schrieben. In unserer Region hat Vodafone erst vor nicht allzu langer Zeit den Kabelnetzbetreiber Kabeldeutschlandübernommen und kann sich vielleicht deswegen noch keine Sonderwünsche erlauben. Auch der Netzbetreiber Telecolumbus der u.a. die Einspeisung ins Potsdamer Kabelnetz vornimmt, hat noch nichts zu Änderungen in seinem Kabelnetz verlauten lassen.

    Unitymedia-Kabelnetzbetreiber dagegen, der in Baden-Württemberg, Hessen und NRW vertreten ist und dort die Programme in die Kabelnetze einspeist, begann teilweise mit der Abschaltung der TV-Analogübertragung bereits schon gestern, den 1. Juni 2017. Bis Ende Juni wird es bei Unitymedia kein analoges Fernsehen mehr geben.

    Auch der Präsident des ANGA (Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber), Thomas Braun, gab am 29. Mai 2017 bekannt, das eine bundesweite Abschaltung des analogen Programms dringend erforderlich ist, um die Umstellung auf Docsis 3.1, den neuen Kabelnetzstandard, möglichst zügig zu ermöglichen. Mit dem Kabelstandard Docsis 3.1 lassen sich in Koaxialnetzen Datenraten von bis zu 10 GBit/s im Downstream und bis zu 1 GBit/s im Upstream erzielen. Weil aber das TV-Kabelnetz ein Shared-Medium bleibt, dessen Datenrate sich mehrere Dutzend Haushalte in einem Netzsegment teilen müssen, kann neben der TV-Übertragung die Geschwindigkeit für die gleichzeitige Datenübertragung von Internetanwendungen jedoch unter Umständen drastisch sinken.

    Um die wechselseitige Beeinflussung möglichst gering zu halten, fordert der Verband eine gesetzliche Regelung für ein Ende der analogen Übertragung bis spätestens Ende 2019. Zwar lasse sich noch nicht sagen, wann Docsis 3.1 kommerziell eingesetzt wird, doch die Übertragung von 4K-UHD-TV benötigt auf jeden Fall höhere Datenraten.

    Für die Umstellung auf Docsis 3.1 ist die Analogabschaltung deshalb auf jeden Fall wichtig. In Sachsen und in Bayern ist allerdings gesetzlich festgelegt, dass die analoge Kabelverbreitung erst zum 31. Dezember 2018 ausläuft. Dieser Termin läge immerhin sogar ein Jahr früher, als die Forderungen des Anga-Verbandes lauten. Wegen Widerstand zahlreicher Wohnungsunternehmen pocht der Verband auf Rechtssicherheit für Netzbetreiber und Kunden, die bundesweit von einer gesetzlichen Regelung flankiert werden sollten.

    Das japanische Fernsehen geht sogar noch einen Schritt weiter und will zu den Olympischen Sommerspielen im Jahre 2020 in Tokio 8K UHD-2 Super Hi-Vision-TV als Regeldienst einführen. In Deutschland und in Europa werden zwar bereits zunehmend 4K taugliche UHD-Fernsehgeräte in den Mediamärkten verkauft, doch Fernsehübertragungen werden bisher maximal in HD ins Kabelnetz eingespeist, obwohl das Interesse der Kunden an noch höherer Bildqualität durchaus vorhanden ist. Und von der Cine Gear Expo, die am 1. Juni 2017 in Los Angeles eine Messe zur neuesten Filmtechnik eröffnete, haben Kamerahersteller wie Canon, Panasonic und Sony zahlreiche neue professionelle und auch kleinere Amateur-Modelle mit 4K-Features angekündigt.

    4K UHD-TV ist ebenfalls über Satellit auf Sky zu empfangen. Um die Einspeisung auch ins Kabelnetz in 4K zu ermöglichen ist aber eine Umstellung mit modernerer Technik erforderlich. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Bandbreitensteigerung erforderlich sein, so erlaubt Docsis 3.1 die Erweiterung des Frequenzbereichs bis zu 1,7 GHz, wodurch theoretisch Bandbreiten von über 10 GBit/s erreicht werden können.

    Um bei Großveranstaltungen wie der Olympiade in Zukunft mithalten zu können, werden auch ARD & ZDF Ultra HD-TV in 4K-Qualität anbieten müssen. Allein schon der Senderechte wegen, wird eine Aufrüstung der Übertragungswege notwendig werden, um überhaupt Chancen auf Übertragungsrechte abzubekommen, schrieben wir hier schon vor knapp einem Jahr.

    Quellen: Golem | ANGA | Unitymedia


    0 0

    Constantin Film AG und Studio Babelsberg gehören zur Alliance for Creativity and Entertainment (ACE).

    Rund 30 Produzenten und Online-Anbieter wollen künftig gemeinsam gegen Online-Piraterie kämpfen. Dazu gehört aus unserer Region Berlin-Brandenburg auch Studio-Babelsberg in Potsdam sowie in Süddeutschland die Constantin Film AG aus München.

    Zur internationalen Mitgliederliste der neuen Alliance for Creativity and Entertainment (kurz ACE), die nun neu gegründet wurde zählen auch Amazon, AMC Networks, BBC Worldwide, Bell Canada, Canal+ Group, CBS Corporation, Foxtel, Grupo Globo, HBO, Hulu, Lionsgate, MGM, Millennium Media, NBC Universal, Netflix, Paramount Pictures, SF Studios, Sky, Sony Pictures Entertainment, Star India, Telemundo, Televisa, Twentieth Century Fox Film, Univision Communications Inc., Village Roadshow, The Walt Disney Company und zu guter Letzt Warner Bros. Entertainment Inc..

    Ziel des Zusammenschlusses ist der Schutz des legalen Content-Marktes bei der Erweiterung des legalen On-Demand-Konsums und die Reduzierung der Online-Piraterie, die mit weltweit rund 5,4 Mrd. illegalen Downloads von Filmen, Primetime-TV-Programmen und VoD-Dateien eine wachsende Bedrohung darstellt.

    Gemeinsam will man den Kampf gegen Online-Piraterie intensivieren, um so die legalen Angebote besser schützen zu können. Die Anzahl der VoD-Plattformen und gespeicherter TV-Inhalte auf den Mediatheken ist in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Inzwischen existieren weltweit mehr als 480 Online-Services, die Zuschauern das legale Streaming von Filmen, Serien und anderen TV-Inhalten ermöglichen - und das in der Regel zu durchaus bezahlbaren Preisen.

    Die ACE will nicht nur die Erfahrung ihrer Mitglieder im Kampf gegen die Online-Piraterie nutzen, sondern auch auf die weltweiten Anti-Piraterie-Maßnahmen der Motion Picture Association of America (MPAA) zurückgreifen, um die Wahrung von Urheberrechten bei zivilrechtlichen Schadensersatz-Prozessen besser abdecken zu können.

    Link: alliance4creativity.com

    ++++++++++++++

    Im Zusammenhang mit Piraterie ist auch ein Urteil des Landgerichts Leipzig von Bedeutung, das ein Dokumentarfilmer mit Unterstützung der AG DOK erfolgreich gegen Google durchsetzen konnte.

    Ein Zuschauer hatte auf Googles YouTube Portal den Mitschnitt eines Fernsehfilms des Klägers hochgeladen. Seiner Meinung nach sei dies legal gewesen, da er als Zahler von Rundfunkbeiträgen Miteigentümer des gesendeten Films geworden sei.

    Dieser Meinung schloss sich das Gericht nicht an, sondern gab dem klagenden Produzenten des Fernsehfilms vollumfänglich Recht. Das Gericht vertrat die Ansicht, dass YouTube, "die zumutbaren Prüfpflichten verletzt habe", weil nicht alles technisch und wirtschaftlich Zumutbare getan wurde, um Rechtsverletzungen im Hinblick auf geschützte Werke zu verhindern, so die Urteilsbegründung.

    ++++++++++++++

    Nachtrag:

    DGA-Präsident Paris Barclay will US-Regisseure stärker an SVoD-Produktionen beteiligen.

    Laut Verwaltungsrat der US-amerikanischen Regie-Gewerkschaft Directors Guild of America (DGA) sollen die Tantiemen für Regisseure in einem Drei-Jahresvertag bei hochbudgetierten Produktionen bis um das dreifache höher ausfallen als bisher. Erstmals vertraglich geregelt sind zudem Tantiemen für Regisseure bei Produktionen für die großen Streamingplattformen und ebenfalls für ausländische SVoD-Dienste.

    Der Vertrag, der noch von den DGA-Mitgliedern ratifiziert werden muss, gilt ab 1. Juli 2017 und hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2020.

    ++++++++++++++

    Alexander Thies, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen hat die Ankündigung des bayerischen FilmFernsehFonds (FFF Bayern), künftig auch High-End-Serien, die für eine internationale Auswertung bestimmt sind, mit jeweils maximal zwei Mio. Euro zu fördern, begrüßt, denn insgesamt hinke Deutschland in Sachen Serien-Förderung und Online-Vermarktung noch hinterher.

    Quellen: Yahoo | DWDL | Blickpunkt:Film | newswire


    0 0

    Wichtige Weichenstellung bei Video-on-Demand-Angeboten (VoD), aber noch keine Entwarnung für die deutsche Filmwirtschaft.

    Bisher herrschte die Meinung vor, dass das Europa-Parlament einen europäischen Binnenmarkt auch im Online-Bereich schaffen will. Bei der europäischen Kommission ging man bisher davon aus, ein Verbot von Geoblocking-Maßnahmen einführen zu müssen, um einen europaweiten Zugriff auf alle Video-on-Demand-Angebote (VoD) zu ermöglichen.

    Doch bei den letzten EU-Beratungen zur territorialen Rechteverwertung, die am 22. Juni 2017 stattfanden, wurden von den Ausschüssen Kultur und Industrie des Europaparlaments weitreichende Änderungen ausgeschlossen, denn durch Abschaffung des Geoblockings würden die bisherigen Auswertungsfenster im Bereich der Kino- und Fernsehvermarktung unterlaufen.

    Die Produzentenallianz begrüßt das Ergebnis der EU-Beratungen.

    „Wir begrüßen das Ergebnis der Beratungen vom 22. Juni 2017 in den beiden Ausschüssen des Europa-Parlaments. Es zeigt, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass es eine Vielfalt des audiovisuellen Schaffens in Europa nur geben kann, wenn die Voraussetzungen für eine Refinanzierbarkeit der Produktionen – in Europa traditionell in erster Linie durch die Vergabe territorial abgegrenzter Verwertungsrechte – erhalten bleiben. Ebenfalls scheint erkannt worden zu sein, dass rein individualrechtliche Lösungen, d.h. die Verlagerung der Durchsetzung begrenzter Verwertungsmöglichkeiten auf das Verhandlungsgeschick der einzelnen Lizenzgeber, im Hinblick auf das Machtgefälle zwischen TV-Sendern und kleinen und mittleren Produktionsfirmen keine realistische Schutzmöglichkeit für diese darstellen würden“, sagt Alexander Thies, Vorsitzender der Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen e.V.

    „Das gestrige Beratungsergebnis ist jedoch nur ein Zwischenschritt. Es bleibt abzuwarten, auf welche endgültige Formulierung sich die Kommission, das Parlament und der Ministerrat verständigen werden. Die Gefahren für die europäische Produktionswirtschaft und die kulturelle Vielfalt von Film- und Produktionen in Europa sind noch keineswegs endgültig gebannt“ so Thies weiter.

    Nach Meinung der Produzentenallianz macht tatsächlich erst die Vergabe territorial begrenzter Lizenzen und der hierzu erforderliche Einsatz von Geoblocking-Maßnahmen eine zeitlich und örtlich differenzierte Auswertung audiovisueller Inhalte in verschiedenen Territorien möglich – und stellt somit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wertschöpfung in diesem wichtigen Bereich der Kreativindustrien her, wie wir am 16. Juli 2015 schrieben.

    Der Entwurf der SatKab-Online-Verordnung war von der Europäischen Kommission als Teil des Urheberrechtspakets im September des vergangenen Jahres vorgeschlagen worden. Zu diesen Regelungen, die etwa ein erweitertes Weitersenderecht und eine Ausdehnung des sogenannten Ursprungslandprinzips auch auf rundfunknahe Dienste wie beispielsweise Mediatheken von TV-Sendern umfassten, hatte es auch aus dem EU-Parlament in den letzten Monaten eine Vielzahl von Vorschlägen für sogar noch weitergehende Verschärfungen gegeben. Diese hätten eine territoriale Vergabe von Lizenzen im Online-Bereich faktisch unmöglich gemacht. Die Auswirkungen auf unabhängig produzierte Film- und TV-Produktionen wären fatal, da diese auf einer Refinanzierung durch territorial abgegrenzte Lizenzierungen basieren.

    Allianz Deutscher Produzenten

    – Film & Fernsehen e.V.

    Kronenstraße 3, 10117 Berlin

    Brienner Straße 26, 80333 München

    Web: www.produzentenallianz.de

    ++++++++++++

    Ergebnisse des 3. Kongress Urheberrechtspolitik 2017

    Europäisches Haftungskonzept orientiert am Begriff der öffentlichen Wiedergabe

    Neue Vergütungsregelung für die grenzüberschreitende Verbreitung von Online-Inhalten

    Auf Initiative des Erich Pommer Instituts Potsdam diskutierten am 28. Juni 2017 in der Rudolfhalle von ALEX Berlin namhafte Urheberrechtsexpertinnen und -experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beim 3. Kongress Urheberrechtspolitik 2017 in Berlin über die Zukunft des Urheberrechts in Deutschland und Europa.

    Die Veranstaltung ist das einzige unabhängige Forum zu urheberrechtspolitischen Themen am Medienstandort Berlin-Brandenburg. Der Kongress fokussierte auf Neuregelungen und Entwicklungen der Urheberrechtspolitik und setzte dabei neue Impulse zu einem europäischen Haftungskonzept orientiert am Begriff der öffentlichen Wiedergabe und einem neuen Vergütungssystem bei der grenzüberschreitenden Verbreitung von Online-Inhalten. Den Kongress Urheberrechtspolitik präsentierte das Erich Pommer Institut in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, der Senatskanzlei Berlin, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und Alex Berlin; gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg.

    Diskutiert wurde unter anderem die neue Rechtsprechung des EuGH zur öffentlichen Wiedergabe bei Linksetzung. Prof. Dr. Matthias Leistner (LMU München) erkennt darin einen Ansatz für ein einheitliches europäisches Haftungsmodell nicht nur für Linksetzer, sondern auch für andere Provider wie z.B. Internet-Plattformen. Wenn Plattformen oder auch Infrastrukturanbieter mehr Dienstleistungen anbieten als eine bloße technische Infrastruktur (z.B. Inhalte kuratieren und systematisieren), dann komme eine öffentliche Wiedergabe in Betracht und die Plattform unterliege der inhaltlichen Haftung.

    Für die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Verordnung zu grenzüberschreitenden Online-Sendungen präsentierte Tiemo Wölken (MdEP SPD) einen Vorschlag für ein neues Vergütungssystem. Er sprach sich für die Einführung des Ursprungslandprinzips aus, so dass ein EU- weiter Rechteerwerb erfolgt; im Gegenzug solle aber sichergestellt werden, dass den Rechteinhabern eine separat abzuführende unverzichtbare Vergütung durch die Sender gezahlt wird.

    Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Kongress Urheberrechtspolitik, die den urheberrechtspolitischen Prozess begleitet und neue Impulse für eine Entwicklung im digitalen Zeitalter ermöglichen soll. Inhaltlich für den Kongress verantwortlich sind die juristischen Direktoren des EPI Prof. Dr. Jan Bernd Nordemann, LL.M. und Prof. Dr. Ulrich Michel, beide Rechtsanwälte in Berlin. Sie haben den Kongress auch moderiert.

    Eröffnet wurde der Kongress mit einem Grußwort von Staatssekretär Björn Böhning (Chef der Senatskanzlei Berlin). Die Keynote mit dem Thema „Das deutsche Urheberrecht: Rückblick auf die vergangene Legislaturperiode – Ausblick in die Zukunft“ hielt Dr. Hubert Weis, Leiter Abt. III Handels- und Wirtschaftsrecht im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

    Über aktuelle Entwicklungen des europäischen Urheberrechts und daraus entstehende Anforderungen an die nationalen Rechtsordnungen diskutierten:

    • Dr. Thomas Ewert, Rechts- und Verwaltungsrat im Urheberrechtsreferat der Europäischen Kommission (Generaldirektion Connect)

    • Christopher Clay, Pressesprecher Julia Reda, MdEP Piraten/Grüne/FEA

    • Tiemo Wölken, MdEP SPD

    Impulse zur Zukunft des Urheberrechts setzten die renommierten Wissenschaftler und die hochkarätigen Branchenprofis:

    • Katharina Uppenbrink, Geschäftsführerin Initiative Urheberrecht

    • Heiko Wiese, Beauftragter der SPIO

    • Prof. Dr. Matthias Leistner, LL.M., Universitäts-Professor für Bürgerliches Recht und Recht des Geistigen Eigentums mit Informations- und IT-Recht (GRUR-Lehrstuhl), Ludwig-Maximilians-Universität, München

    • Prof. Dr. Axel Metzger, LL.M., Universitäts-Professor für Bürgerliches Recht und Immaterialgüterrecht, insbesondere Gewerblicher Rechtsschutz, Humboldt-Universität zu Berlin

    • Prof. Dr. Gerald Spindler, Universitäts-Professor für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung, Multimedia- und Telekommunikationsrecht, Georg-August- Universität, Göttingen

    Erich Pommer Institut gGmbH

    Försterweg 2

    14482 Potsdam

    Web: www.epi.media

    ++++++++++++

    Urheberecht im Bundestag: Gesetzgebung im Schnelldurchlauf.

    • Vor- und Nachteile der Auswirkungen hätten besser abgewogen werden müssen!

    Nur zwei Tage nach dem oben erwähnten Kongress machte der Deutsche Bundestag am 30.06.2017 Gesetzgebung im Schnelldurchlauf. Im Windschatten zur Abstimmung „Ehe für alle“, die zuvor breit diskutiert worden war, wurden zwei zentrale den Kultur- und Medienbereich betreffende Gesetzesvorhaben quasi nur noch durchgewunken.

    Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz wurde trotz breiten Protestes gerade auch von Seiten der Journalistenverbände verabschiedet. Künftig müssen Internetunternehmen wie Google, Facebook und andere strafbewehrte Inhalte auf ihren Plattformen, die ihnen angezeigt werden, innerhalb kurzer Frist löschen. Geschieht dies nicht, drohen ihnen Bußgelder in empfindlicher Höhe. Dieses Gesetz gibt Internetplattformen weitreichende Befugnisse zur Löschung von Inhalten. Es besteht die Gefahr, dass das eigentlich gut gemeinte Vorhaben sich als Bumerang erweisen könnte.

    Im Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz werden einerseits die Schrankenregeln im Urheberrecht, in denen beschrieben wird, welche Nutzungen von Werken ohne Erlaubnis des Urhebers oder von anderen Rechteinhabern erlaubt sind, neu geordnet und teilweise ausgeweitet. Die entscheidende Änderung ist, dass die Möglichkeiten, Bücher zu kopieren oder Werke digital zur Verfügung zu stellen, deutlich ausgedehnt werden.

    Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Heute findet am letzten Sitzungstag dieser Wahlperiode Gesetzgebung im Schnelldurchlauf statt. Bei manchen Vorhaben wie dem Urheberrechts-Wissengesellschafts-Gesetz scheint es so, als wolle die Koalition rasch noch ihre Hausaufgaben erledigen. Im Koalitionsvertrag war eine solche Regelung vereinbart worden. Dem nun verabschiedeten Gesetz hätte es allerdings gutgetan, wenn zuvor die Vor- und Nachteile dieser Regelung und deren wirtschaftlichen Auswirkungen ausführlicher abgewogen worden wären. Beim Netzwerkdurchsetzungsgesetz will die Regierung gegen sogenannte Hate-Speech im Netz vorgehen. Ein ehrenwertes Vorhaben, doch ob das vorgelegte Gesetz tatsächlich helfen wird, ist mehr als fraglich."

    Deutscher Kulturrat e.V.

    Mohrenstr. 63

    10117 Berlin

    Web: www.kulturrat.de


    0 0
  • 08/10/17--15:05: Nach 3D kommt das 4DX-Kino
  • Mit dem 4DX-Kino wird ein neuer Begriff zum immersiven Filmerlebnis eingeführt.

    Die Immersion beschreibt den durch eine Umgebung der Virtuellen Realität (VR-Experience) hervorgerufenen Effekt, der das Bewusstsein des Nutzers, illusorischen Stimuli ausgesetzt zu sein, so weit in den Hintergrund treten lässt, dass die virtuelle Umgebung als real empfunden wird. Die kann sowohl durch VR-Brillen hervorgerufen werden, als auch durch eine sich wandelnde Umgebung in dem einem Betrachter quasi der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

    Beim 4DX Cinema Experience kommen nämlich zur Illusion des 3D-Kinos reale Erlebnisse im Kinosaal hinzu, die durch starke Stuhlbewegungen und bebenden Fußboden sowie weitere bewusste Empfindungen wie Lichtblitze, Wind, Gerüche und Düfte sowie Wasser, das in Form von Nebel, Wasserdampf oder sogar kleinen Wassertropfen hervorgerufen werden könnten.

    Noch ist kein Kinosaal in Deutschland zum 4DX-Kino umgebaut worden. Doch weltweit sollen bis Jahresende 2017 insgesamt 600 Säle entsprechend ausgestattet sein. Schon jetzt kommt die Technologie bereits in 47 Ländern an insgesamt 370 Kinostandorten zum Einsatz. Im deutschsprachigen Raum machten Schweizer Kinobetreiber den ersten Schritt und nun folgte kürzlich im Wiener Hollywood MegaplexÖsterreichs erster 4DX-Saal mit 144 Plätzen, der zusammen mit einem IMAX-Kino in einem von vier ehemaligen Wiener Gasometer eingebaut wurde.

    Für den Rest dieses Jahres sind immerhin rund 20 Blockbuster angekündigt, die für 4DX optimiert werden, darunter neben dem aktuellen "Planet der Affen: Survival" dann zu Weihnachten "Star Wars: Die letzten Jedi".

    Die 4DX-Kinostühle verfügen über einen Servomotor, sodass sie passend zur Filmhandlung Bewegungen nachahmen können und den Besucher durch Heben, Kippen, Neigen, Rütteln oder Vibrieren direkt in das Filmgeschehen einbinden können. Zusätzlich lässt sich beispielsweise aber auch künstlicher Rauch hinzufügen, um das Leinwandgeschehen physisch noch erlebbarer zu machen.

    Im Prinzip ähnelt die Technik einigen schon vor etlichen Jahren eingeführten Kirmeseffekten. So gab es bereits auf dem Oktoberfest einen sogenannten Flug zum Mars bei dem sich Besucher in eine Rakete zwängen mussten, an deren Ende sich eine Leinwand befand. Zur sogenannten Startphase wurde die Spitze der Rakete hydraulisch angehoben, wodurch die Besucher rücklings in die Sitze gepresst wurden.

    Auch im Potsdamer Filmpark Babelsberg kann man eine simulierte Achterbahnfahrt im 4D-Actionkino erleben. Auf einer großen Leinwand wird den Besuchern eine wahnsinnig schnelle Bergabfahrt aus der Ego-Perspektive vorgeführt, dass einem schwindlig werden kann. Dazu wackelt und schaukelt permanent die Bestuhlung, sodass man fast den Halt zu verlieren glaubt.

    Erlebnisreicher und impulsiver sollen auch Events werden. Dazu gehört die ehemalige Modemesse Bread & Butter, die von Zalando übernommen wurde und nicht mehr zur Fashion Week, sondern vom 1.-3. September 2017 zur IFA - Funkausstellung (1.-6.09.2017) in der Arena Berlin-Treptow stattfinden wird.

    Geplant ist ein interaktiver Fußboden, sodass sich auf dem Laufsteg auch die Illusion von Wasser und Wolken oder Wiesen und Asphalt nachstellen lässt. Sogar eine spätere Rückkehr zu den Hangars im Flughafen Tempelhof ist nach der Pleite von Karl-Heinz Müller nicht mehr ganz ausgeschlossen. Auf jeden Fall wird der Event von einer Party begleitet und ins Internet gestreamt, um möglichst viele zahlende Besucher anzulocken, die mit Produktneuheiten überrascht werden sollen.

    Quelle: Wikipedia | Gasometer-City | Blickpunkt:Film | Vienna Online | Filmpark Babelsberg | TextilWirtschaft


    0 0

    Mehr Umsatz, mehr Besucher, zwei Filmtipps und eine Filmempfehlung - jedoch der deutsche Film schwächelt!

    Nach ein paar interessanten Zahlen der AG Kino Gilde, auf die wir uns gestern in unseren Filmkritiken bezogen, legte auch die Filmförderungsanstalt (FFA) weitere interessante Statistiken im August vor. Der erfolgreichste Film des ersten Halbjahres 2017 in den deutschen Kinos war laut FFA"Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe" mit etwas mehr als 3,4 Mio. Besuchern, womit er maßgeblich am Umsatz- und Besucherplus des deutschen Kinomarktes beteiligt war. Auf Rang zwei und drei folgten "Die Schöne und das Biest" (3,36 Mio.) und "Fast & Furious 8" (3,23 Mio.).

    Nach den diese Woche bekannt gegebenen Zahlen stieg der Halbjahresumsatz um 7,7% auf 518,7 Mio. Euro an, was dem zweithöchsten Wert seit dem ersten Halbjahr 2015 (544,6 Mio. Euro) entspricht. Die Zahl der Kinobesucher in Deutschland lag mit 60,2 Mio. um 4,9% über dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

    Einziger deutscher Film unter den Top Ten der besucherstärksten Filme und damit einziger deutscher Besuchermillionär des ersten Halbjahres 2017 war auf Rang acht der Kinderfilm "Bibi & Tina - Tohuwabohu Total" (1,64 Mio.). Überhaupt sank Marktanteil des deutschen Films mit nur 10,5 Mio. Besuchern von 26,7% auf 18% und weist damit rund fünf Mio. Besucher weniger aus als im Vorjahreszeitraum.

    FFA-Vorstand Peter Dinges hegt aber noch Hoffnungen: "Ich erwarte aber, dass der deutschen Marktanteil im zweiten Halbjahr mit Mainstream-Power und auch anspruchsvollem deutschen Arthouse-Kino wieder zu alter Stärke zurückfindet."

    Offenbar setzt die FFA laut Dinges dabei aber mehr auf die von Filmkritikern verpönten Blockbuster wie "Fack Ju Göhte 3", "Hot Dog" mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer sowie auf einen neuen Aufguss von Michael "Bully" Herbigs "Bullyparade - Der Film", der auch bei uns gestern in der Kritik nicht besonders gut wegkam.

    Nicht einmal bei Sven Regeners Kultroman-Verfilmung "Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt" (Starttermin 31.08.2017) glauben wir an einen nennenswerten Aufschwung der Besucherzahlen - auch wenn sich das Plakat zum Film mit bekannten Namen aus der Techno-Szene wie Modeselektor und Westbam schmückt - weil Darsteller wie Charly Hübner und Detlev Buck einfach nicht zur Posse eines Techno-Labels passen und die Musik heute - abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen wie Marmions zeitloses Stück "Schöneberg" - mittlerweile in den angesagten Clubs viel differenzierter und ausdrucksvoller dargeboten wird, als zur Zeit der neunziger Jahre, als Scooter noch sein einfallsloses "Hyper, Hyper" Gegröle zur Schau stellte, auf das sich der Film mehr oder weniger beruft. Hier der Trailer:

    Mehr Chancen in den Arthouse-Charts haben da vielleicht die beiden Cannes-Wettbewerbsfilme "Happy End" von Michael Haneke (Start 12.10.2017), mit Isabelle Huppert und einem grantigen Vater der Patriarchin des Klans, gespielt von Jean-Louis Trintignant. Der provozierende Filmemacher bleibt sich treu und zerlegt eine großbürgerliche, französische Familiendynastie, deren Geschäfte bisher gut florierten. Doch in dem grimmigen, satirischen Drama bleibt nach zwei Selbstmordversuchen der Familienoberhäupter nichts mehr von einer heilen Familie übrig. Hier der Trailer:

    Auch "Aus dem Nichts" von Fatih Akin (Kinostart 23.11.2017), der möglicherweise für die Leistung von Diane Krueger auf die Shortlist der Oskars gerät, könnte ein Renner werden. Der Film um einen Bombenanschlag eines jungen Neo-Nazi-Paares bezieht sich zwar anhand einer fiktiven Geschichte auf die NSU-Morde, bekommt aber durch die Anschläge des IS in Barcelona eine erstaunliche Aktualität. Hier der Trailer:

    Eine stabile Fangemeinde hat sogar der Dokumentarfilm. Die Besucherzahlen sind zwar nicht immer berauschend, aber manche Filme entfalten ihre Wirkung irgendwann doch beim Publikum und können dann länger gespielt werden als ursprünglich angenommen.

    Auch in unserem nachfolgenden Beispiel, einer Komödie mit dokumentarische Ansatz, die immerhin beim A-Filmfestival in San Sebastián im Wettbewerb stand und zu der wir sogar eine Kritik beisteuern können, hoffen wir auf einen gelungenen Kinostart, denn der Film wird bundesweit vorerst leider nur in neu Städten an 21 Standorten gezeigt, darunter sechs Mal in Berlin (Update).

    "PARASOL - MALLORCA IM SCHATTEN" Arthouse-Debüt von Valéry Rosier. Mit Julienne Goeffers, Delphine Théodore, Alfie Thomson u.a.: Ab 24. August 2017 im Kino. Hier der Trailer:

    Elisabeths Filmkritik:

    Der belgische Regisseur Valéry Rosier folgt in seinem Langspielfilmdebüt seinen drei Hauptfiguren, allesamt Laiendarsteller, auf der Suche nach etwas Liebe und Veränderung zur Urlaubszeit. Derweil köchelt der Tourismus auf Mallorca zur Nebensaison noch auf Sparflamme. Ein schüchterner Brite möchte einmal unter Landsleuten dazugehören, eine belgische Rentnerin möchte sich zum ersten Mal mit ihrer Internetbekanntschaft treffen und ein Vater möchte in den Augen seiner Tochter mehr sein als nur ein Bimmelbahnchauffeur für die Touristen. Die Kamera von Olivier Boonjing hebt die Verlorenheit der Figuren im Breitwandformat hervor, während die Regie für ihre Bemühungen Mitgefühl aufbringt und den Zuschauer an sie heranführt, ohne diese ihm aufzudrängen. In all den kleinen Momenten fühlen wir ihre Einsamkeit und ihren Schmerz, erkennen darin sowohl die Tragik als auch das Potential zur Komik. Der dokumentarische Ansatz zeigt die Tristesse der Tourismuskulisse, abseits von Hochglanzbroschüren. Swimmingpools und Animationskurse wirken hier absurd und als Verstärker für den inneren Stillstand, aus dem sich die Figuren der drei Handlungsstränge befreien wollen. Während das Leben stillzustehen scheint, sind Alfie, Annie und Pere in Bewegung, aktiv auf der Suche nach Glück, Liebe und Anerkennung und geben sich auch nicht so leicht geschlagen. “Parasol” gibt den Figuren ihre Momente, ihre Würde und ohne es hervorzukehren ihren Triumpf über die Umstände, auch wenn diese sehr leise herüberkommen, weil nur wir ihn da sind, um sie wahrnehmen.

    Elisabeth Nagy

    Einen leichten Zuwachs und somit einen Marktanteil von insgesamt 23,1% erzielte der 3D-Film im ersten Halbjahr 2017. Auch die Zahl der Kinoleinwände stieg nach FFA-Angaben um 68 Stück auf deutschlandweit 4.671 Leinwände - so viele wie seit 2009 nicht mehr. Der durchschnittliche Eintrittspreis lag mit 8,62 Euro um 2,7% über dem des Vorjahreszeitraums.

    +++++++++++++

    Trotz zunehmenden VoD-Angebot sind die Videoumsätze rückläufig.

    Wer sich in Berlin umschaut, wird vielleicht bemerkt haben, dass es immer weniger Videotheken gibt. Sogar der Marktführer von Berlin, Brandenburg und Sachsen, Video World, hat etliche seiner Filialen schließen müssen. Zahlreiche Mitbewerber sind komplett vom Markt verschwunden.

    Nur der Online-Versender Videobuster spricht noch von stabilen Zahlen und einer treuen Kundschaft, die das haptische der DVD und vor allem die gute Qualität der Blu-ray Disc zu schätzen wissen. Zudem setzt der Vertrieb parallel zum Postversand der Discs auch auf den Online-Streaming-Abruf, wenn auch mit weniger großem Erfolg, denn auf dem Lande fehlt oft die notwendige eine schnelle Internetanbindung für einen genussvollen, störungsfreien Kinoabend zu Hause.

    Amazon wird dagegen seinen kostspieligen Versand von Verleihfilmen über Lovefilm in wenigen Wochen komplett einstellen und nur noch das Online-Streaming über Amazon Prime anbieten sowie weiterhin den direkten Verkauf und Versand von Musik-Discs und DVDs sowie Blu-Ray Discs betreiben.

    Wie der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) mitteilte, wird der deutsche Videomarkt zwar weiterhin von DVD und Blu-ray dominiert. Es gab aber im ersten Halbjahr 2017 insgesamt ein Umsatzminus von neun Prozent, das durch Zuwächse bei den digitalen Kauf- und vor allem bei den Leihangeboten, die um 21% gestiegen sind, nicht kompensiert werden konnte, denn im gleichen Zeitraum ging auch der Umsatz klassischer Videotheken um rund 14 Prozent auf 42 Mio. Euro zurück.

    Nicht eingerechnet sind Abo- und SVoD-Umsätze, z.B. die Angebote von Sky und Netflix zu denen es laut Markforschungsinstitut GfK, der Gesellschaft für Konsumgüter, offensichtlich noch keine verlässlichen Zahlen gibt.

    Der digitale Kaufmarkt, also nicht der temporäre Stream eines Films, sondern der dauerhafte Kauf von Download-Filmen, konnte zwar einen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf 59 Mio. Euro verzeichnen; dafür sank aber der DVD-Umsatz um 15% auf 252 Mio. Euro und auch die Blu-ray-Umsätze verzeichneten einen Rückgang von 10% auf 163 Mio. Euro.

    Ebenfalls noch nicht eingerechnet sind die recht verhalten angelaufenen Verkäufe der sehr teuren Ultra HD Blu-ray Disks, von denen sich die Industrie aber in der Zukunft viel Umsatz erhofft.

    Quellen: FFA | BVV | Amazon | Videobuster | Blickpunkt:Film


older | 1 | 2 | (Page 3) | 4 | 5 | 6 | newer